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- 2002

Zwei Reisemobile ? Ein Ziel

Türkei Oktober 2002

Tagebuchnotizen von Monika und Peter Ambos

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Mittwoch, 2.10.

Natürlich beginnt unser Urlaub mit Stau. In Hamburg beginnen die Herbstferien und ein langes Wochenende (Do. 3.10. Feiertag) steht bevor. Wir schaffen es trotzdem bis 23.oo Uhr bis zum Reisemobil-Stellplatz in Melsungen.

Donnerstag, 3.10.

Ohne Frühstück starten wir gegen 7 Uhr. Das erste Rastplatzrestaurant auf der Autobahn hat wegen Reinigungsarbeiten noch geschlossen und beim 2. fällt das Frühstück recht dürftig aus, wir zahlen € 8.95 und haben noch nicht einmal etwas Besonderes. Kein gutes Reisewetter – nur Regen. Gegen Mittag wird es besser. Hör-CDs vertreiben uns die Zeit. Unsere 1. Etappe ist Einkehr bei unseren Tankstellenfreunden in Schwabach. Nach dem Kaffee geht’s weiter Richtung Walchsee in Österreich, hier kommen wir um 18 Uhr an. Abends Familienaustausch am warmen Kachelofen (Peter verbrachte seine Kindheit hier in Österreich).

Freitag, 4.10.

Frühstück in der Bauernküche. Noch ein paar kleine Einkäufe im Ort und schon machen wir uns mit dem Reisemobil auf den Weg Richtung Brenner. Kurz vor Matrei verlassen wir die Autobahn. Man hat die Gebühren für die Brennerautobahn für Autos unserer Größenordnung auf € 31 erhöht, das sind umgerechnet pro km 1 Euro. Wir haben Zeit und nehmen die Nebenstrecke. Gegen 17.3o Uhr kommen wir auf dem Reisemobilstellplatz in Riva (nördlich vom Gardasee) an. Wir machen gleich, weil es noch hell ist, einen längeren Spaziergang entlang des Sees in die Stadt. Bei Sonnenschein würde es alles noch viel schöner aussehen. Doch wir sind schon froh das es trocken ist. Am Abend noch etwas lesen und dann früh ins Bett. Der Stellplatz auf dem asphaltierten Parkplatz wird recht voll – 1 Std. parken kostet 50 Cent.

Samstag, 5.10.

Um auf die Autobahn Richtung Süden zu kommen müssen wir wieder ein großes Stück zurückfahren. Dann freie Fahrt, wenn auch teilweise im dichten Nebel, bis zum Hafen von Ancona. Wir treffen um 13 Uhr ein, Horst und Ruth erwarten uns schon. Wir haben noch mächtig viel Zeit, denn die Fähre nach Cesme in der Türkei soll erst 22.30 Uhr ablegen. So steigen wir auf den Aussichtsberg in der Stadt und haben von dort einen guten Blick über den ganzen Hafen. Es wird gerade eine Fähre beladen und die großen LKWs, teilweise mit Hänger, müssen rückwärts aufs Schiff. In einem der Hafengebäude erledigen wir die Formalitäten am Fährschalter. Danach müssen wir bei der Hafenpolizei unsere Pässe und Bordkarten abstempeln lassen. Lt. Aussage soll der Schalter um 18 Uhr öffnen und mit vielen anderen Passagieren warten wir geduldig bis wir erfahren, das der Schalter nach türkischer Zeit, das ist eine Stunde später, abfertigt. So haben wir Zeit für eine Pizza im Restaurant gegenüber. Als wir zurückkommen ist die Warteschlange endlos, doch die Abwicklung geht verhältnismäßig rasch. Wir kommen mit einem jungen Libanesen ins Gespräch. Er möchte wissen welches der kürzeste und schnellste Weg mit dem Auto durch die Türkei und Syrien in den Libanon ist. Da müssen wir passen, denn wir planen eine Rundreise durch die Türkei und haben dafür fast 4 Wochen zur Verfügung. Mit den Reisemobilen können wir erst ab 21 Uhr aufs Schiff. Es gibt außer uns noch einen Wohnwagen und einen Ford Transit mit Kajaks, alle anderen Fahrzeuge sind Pkws. Auf dem Schiff geht alles sehr schnell. Außer den Fährtickets, Pässen und Kfz-Schein verlangt man die grüne Versicherungskarte – die liegt aber noch sicher im Tresor. Unsere Taschen für die Kabine stehen fertiggepackt und griffbereit. Ein netter Schiffsboy übernimmt unser Gepäck und begleitet uns zum Fahrstuhl. Hier warten wir auf Ruth und Horst. An der Rezeption erhalten wir gegen Vorlage des Fährtickets den Zimmerschlüssel. Es gibt die ersten Probleme, denn Ruth und Horst mussten beim Einschecken ihr Ticket abgeben und darauf stand die Kabinennummer. Wir können uns aber an die Kabinenummer 462 erinnern, so bekommen auch sie für ihre Kabine den Schlüssel. Leider sprechen die Angestellten nur englisch und unser Schulenglisch ist recht mangelhaft. Wie sich später herausstellen sollte, werden wir noch oft auf englisch herausgefordert. Die Kabinen sind einfach ausgestattet: Außenkabine mit Fenster, 3 Betten und ein kleines Innenbad. Wir richten es uns gemütlich ein und treffen uns dann an Deck um das Auslaufen der Fähre zu beobachten. Gegen 22 Uhr legen wir ab. In der Bar trinken wir einen kleinen Absacker. Nirgendwo auf dem Schiff wird Bargeld entgegengenommen. An der Rezeption kann man eine Geldkarte in Euro erwerben, von dieser werden dann Getränke, Essen und Einkäufe abgebucht. Schlafen in den Kabinen recht ungewohnt –Geräusche der Schiffmotoren und der Wasserleitungen-.


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Sonntag, 6.10.

Frühstück im Speiseraum um 9 Uhr nach türkischer Zeit. Das Frühstück ist im Fährpreis eingeschlossen. Es gibt wahlweise Tee oder Kaffee, Weißbrot, Tomaten, Gurken, Oliven, Butter, Schafskäse und Marmelade. Das Wetter ist bewölkt und wir spielen Triomino in der Bar. Zum Mittagessen gehen wir ins SB-Restaurant. Es gibt Vorspeisen, 3 Hauptgerichte mit Beilagen, Salat und Nachtisch zur Auswahl. Peter und ich geben € 18 mit Getränken aus. Inzwischen lässt sich die Sonne blicken und wir verbringen den Nachmittag an Deck. Als es gegen 17 Uhr kälter wird verziehen wir uns zum Kartenspielen in die Bar, Abendessen gibt es erst ab 19.30 Uhr. Das Schiff schaukelt ein wenig. Als Abendprogramm kann man wählen: deutsche Nachrichten mit Wetterkarte von daheim in der Bar, oder türkische Liebeslieder im Salon. Leider verstehen wir von den Liedern kein Wort, nur die türkischen Frauen singen andächtig mit. Bettruhe um 10.30 Uhr- Es schaukelt kräftig, aber im Bett kann man es aushalten. Nachts werde ich des Öfteren wach – geht auch alles gut? Wo müssen wir im Notfall hin und wo befindet sich unser Rettungsboot? Gegen Morgen kommen wir dann in ruhigeres Gewässer und können etwas entspannter schlafen. Die Fähre ist nicht wie geplant durch den Kanal von Korinth gefahren, angeblich weil sie zu groß ist. Wir nehmen mehr an aus Kostenersparnis, denn so eine Durchfahrt soll sehr teuer sein und unsere Fähre ist nur zu 1/3 besetzt. Vorher muss die Fähre unter dänischer Flagge gefahren sein, überall sind Hinweise auf englisch und dänisch.


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Montag, 7. 10.

Frühstück wieder im Salon um 9 Uhr und Austausch über die Erlebnisse der letzten Nacht. Danach können wir in der Information unsere Pässe und Kfz-Schein gegen eine Gebühr von € 6 abholen. Bis zur geplanten Ankunft am späten Nachmittag haben wir noch reichlich Zeit und verbringen diese auf dem Sonnendeck. Wir sehen viele Inseln, leider liegen die Karten im Reisemobil und dieses steht für uns nicht zugänglich unter Deck. Bei der Bezahlung des Mittagessens mit unserer Geldkarte haben wir kein Guthaben mehr. Zwar ist uns das alles ein Rätsel, aber da hilft nur Aufladen. Die Fähre soll gegen 17 Uhr in Cesme ankommen, so bleibt noch Zeit für ein Schläfchen in der Sonne. Als wir einen Kaffee trinken wollen gibt es wieder Probleme mit unserem Guthaben. In der Information lassen wir uns beraten und eine Gesamtaufstellung geben. Zur besseren Übersicht hätten wir von jedem Verzehr den Einzelbon aufbewahren sollen. Bis jetzt haben wir pro Paar € 80 ausgegeben. Unser Gepäck aus der Kabine dürfen wir schon zeitig in die Autos schaffen, so haben wir noch Zeit von Deck aus die Fähre beim Einlaufen zu zuschauen. Im Hafen heißt es dann wieder anstellen: Schalter 1 für die Passkontrolle, Schalter 2 für die Kfz-Formalitäten. Dann endlich „Bahn frei“. Wir beschließen die eine Stunde bis zum Dunkelwerden zu nutzen und über eine recht neue Autobahn bis Izmir zu fahren. Kurz vor Izmir ist auf unserer Karte ein Campingplatz eingezeichnet. Doch wie schon so oft, auch hier ist der Campingplatz nicht auf Anhieb zu finden. Ein Polizist ist uns mit seinem Auto behilflich. Doch nur ein Stückchen. So verfahren wir uns nochmals und müssen des öfteren anhalten und fragen, inzwischen ist es dunkel. Zumindest wissen wir jetzt den Namen: Obra-Camping. Alle Personen sind sehr freundlich und geben uns gerne Auskunft -nur die Entfernungsangaben stimmen nicht so ganz. Endlich auf dem Campingplatz, wir scheinen die einzigen durchreisenden Gäste zu sein, dolmetscht für uns eine Türkin auf englisch. Wir können, obwohl es schon sehr spät ist, im kleinen Restaurant am Platz noch etwas essen. Wir bestellen eine Art Fleischspieß mit Salat, Brot, Kartoffeln, Wein und Bier. Als der Kellner uns die Rechnung über 48 Mio. präsentiert müssen wir lachen. Der Ober läuft entsetzt herbei und wir erklären ihm, dass wir heute erst in der Türkei angekommen sind und mit dem Umrechnen noch Probleme haben. In Euro wären es 30, das finden wir akzeptabel. Waren 2 ½ Mio. als Trinkgeld zu wenig? (Umrechnung : 1 Mio. TL = 60 Cent). Trotzdem verabschiedet man uns herzlich mit der typischen türkischen Zeremonie: Man schüttet uns ein wenig Duftwasser in die geöffneten Hände. So gegen 22.30 Uhr liegen wir in unseren Womo und wollen am nächsten Tag so um 7.30 Uhr aufstehen.

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Dienstag, 8.10.

Schon früh (es ist noch dunkel) krähen die Hähne, wir schließen die Fenster und versuchen trotz dem Gekrähe noch etwas zu schlafen. Als dann im Morgengrauen ein Gewitter mit viel Blitz und Donner heraufzieht und es anfängt kräftig zu regen wünsche ich mir, dass ein Blitz diesen „blöden“ Hahn erschlägt. Das Regenwasser wird schnell zu einem kleinen Bach, in dem sich bald Enten und Gänse tummeln. Aus den Bäumen kommen Pfaue auf den Boden geflogen, alles wirkt aus dem Alkovenfenster betrachtet wie ein kleiner Zoo. Peter holt für uns alle frisches Brot (250 000 TL) und nach dem Frühstück warten wir das der Regen aufhört. Wir entscheiden uns trotz des Regens dann um 10 Uhr zum Aufbruch. An der Straßenecke nehmen wir den Dolmus Richtung Izmir. Außer dem Fahrer und uns vier gibt es noch 4 weitere Personen im Dolmus (diese Kleinbusse sind in der Türkei eine gute preiswerte Lösung zwischen Bus und Taxi). Leider endet unsere Fahrt ca. 9 km vor unserem Ziel - dem großen Basar. Für die restliche Strecke nehmen wir ein Taxi, welches wir auf 7 Mio. TL herunterhandeln, der Dolmus kostete 3 Mio. für alle. Als wir beim großen Basar aus dem Taxi steigen ist der Regen so stark, dass wir uns entschließen erst einmal einen Kaffee zu trinken. Das Wetter wird inzwischen besser. Wir schlendern durch die vielen Gassen und kaufen ein: Pfeffermühlen aus Messing, Gewürze, Lokum (eine süße Spezialität aus Rosenwasser) und feste Schuhe für Horst. Unterwegs essen wir eine Kleinigkeit, inzwischen scheint die Sonne recht warm. Schnell wechseln wir noch etwas Geld (guter Kurs). Am späten Nachmittag fragen wir uns am Busbahnhof nach dem Bus zu unserem Campinglatz durch. Im Bus entwickelt sich zwischen einem jungen Türken und uns ein Gespräch in deutscher Sprache. Mit seinen 23 Jahren ist er fertiger Textilingenieur und arbeitet für eine deutsche Firma in Izmir. Am Campingplatz angekommen, ruhen wir uns ein wenig aus. Zum Abend wollen wir in den nur wenige 100 m entfernten Fischrestaurants essen. Wir informieren uns über die Preise und uns scheint es, dass man die Preise für uns Touristen „umgestellt“ hat. So entschließen wir uns für ein Grillrestaurant (jeder Gast kann auf einem kleinen Holzkohlengrill am Tisch sein Fleisch selbst grillen) 1 kg Lammfleisch kostet 10 Mio. TL. Das Fleisch ist vorzüglich. Wir zahlen für uns vier 46 Mio. TL. incl. Vorspeisen, Wein und Bedienung .
Im Reisemobil besprechen wir noch den Ablauf für den nächsten Tag.


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Mittwoch, 9.10.

„Du blöder Hahn!“ was krähst du schon nachts um 1 Uhr –hast du schlecht geträumt? Die ganze Nacht schnattert und krächzt es über uns in den Bäumen. Morgens wache ich wie gerädert auf. Gleich nach dem Frühstück starten wir zur Weiterfahrt. Übernachtungskosten auf dem Platz mit ADAC Rabatt 8.5 Mio. TL. Wir wollen nach Ephesos, diese Ausgrabungsstätte ist ein Muss! Ich bin zum 4. Mal hier und immer wieder gibt es Neues zu entdecken. So ca. 3 Stunden brauchen wir für die Besichtigung. Nach einer kleinen Stärkung in einem der Restaurants am Eingang geht es weiter Richtung Pamukkale. Auf dem Hinweg wollen wir uns noch die Ausgrabungsstätten von Aphrodisia ansehen. Diese liegen abseits der Straße. Das Stadium ist noch sehr gut erhalten (damals fasste es 30.000 Zuschauer. Um 100 n.Chr. war diese Stadt für ihre Bildhauerkünste sehr bekannt. Einige Figuren sind im Museum am Platz ausgestellt. Man verlangt für das Museum nochmals separaten Eintritt. Um 18 Uhr wird hier geschlossen und wir machen uns auf den Rückweg, wir nehmen die gleiche Fahrstrecke. Auf dem Hinweg haben wir mehrere Hotels mit Campingmöglichkeiten gesehen. Die 2. Möglichkeit gefällt uns. Wenn wir im Hotel zu Abend essen ist die Übernachtung auf dem Gelände gratis. Ein Menü kostet pro Person 12 Mio. TL. Man reicht wahlweise Kaffee oder Tee zum Abschluss. Danach sind wir alle sehr schläfrig.



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Donnerstag, 10.10.

Sehr gut geschlafen, die Hunde am Hotel haben nicht so oft gebellt. Nachts war es sehr frisch, wir haben Tau auf den Autos. Nach dem Frühstück (frisches Brot bekommen wir beim Hotel) waschen Peter und Horst den Dreck von den Womo, gleich neben unserem Stellplatz ist ein Wasseranschluss. Zum Abschied serviert uns ein Kellner noch Tee –gratis. So gegen Mittag kommen wir in Pamukkale an. Die Straße durch die Sinter-Terrassen ist für Autos gesperrt, man muss mit den Autos außen herum zu den Parkplätzen fahren und es kostet 4 Mio. TL Eintritt pro Fahrzeug. Für die Besucher hat man nur einen Weg an den Terrassen freigegeben – die anderen stehen jetzt, wie uns ein Schild zeigt, unter Naturschutz. Dafür können jetzt die Touristen das Thermalbad (gegen Gebühr) zum Baden benutzen. Nachdem wir uns alles angesehen haben steigen wir noch zum Theater des antiken Hierapolis hinauf. Von oben hat man einen guten Blick auf die Anlage. Weiter mit dem Auto und dann noch einen Stop in der antiken Stadt Hierapolis. Jetzt steht uns nur noch der Sinn nach einem guten Campingplatz mit einem heißen Bad. Bei den roten Quellen (wo wir alle Jahre waren) erkennen wir den Ort nicht wieder –so viel hat sich in den letzen 7 Jahren verändert. Wir finden die roten Quellen (eisenhaltig) und laufen barfuss durch das sehr warme Wasser. Zurück auf der Hauptstraße finden wir tatsächlich den Abzweig zu einem Hotel bei dem wir vor 7 Jahren auf einem einfachen Campinglatz übernachtet haben. Den Campingplatz gibt es heute nicht mehr. Nach einigem Hin und Her ist man bereit uns für 5 Euro pro Mobil und Nacht auf dem Hotelparkplatz übernachten zu lassen. Nach einem Kaffee vor den Womo benutzen wir die heißen Thermalbäder außen am Hotel, kostenlos. Mit einem netten Kellner, der deutsch spricht, kommen wir ins Gespräch. Abends gehen wir in den nahen Ort zum Essen und wollen noch etwas Obst und Gemüse einkaufen. Wir sehen so viele interessante Gegenstände, so dass wir fast das Essen vergessen. Gerne würden wir ein uns bekanntes Fleichgericht, in einer Pfanne gegart und mit Gemüse serviert, essen. Doch bietet man hier fast überall „Pann-cake“ nur an. Das ist eine Art Pfannkuchen der mit Käse, Gemüse oder Hack gefüllt, auf einem heißen Blech gebacken wird. Der türkische Name lautet: Gözleme. Dieser Ort scheint nur von Bustouristen aufgesucht zu werden, denn Gözleme ist nur ein kleiner Snack. Die Teilnehmer von organisierten Busreisen übernachten in den vielen Hotels um Pamukkale herum und haben Essen mit Folkloreabend in diesen schon vorbestellt. Wir haben Glück und finden ein Restaurant in dem man uns das pikante Fleichgericht ,4.5 Mio. TL pro Person, serviert. Die Geschäfte haben um 21 Uhr noch alle geöffnet, so können wir Brot, Obst, Gemüse und auch Wein einkaufen. Auf dem Weg zu unserem Hotelparkplatz hören wir laute Musik. Inzwischen stehen mit uns noch 3 Busse auf dem Parkplatz. Wir vermuten, dass eine Bauchtänzerin etwas vorführt. So gehen wir noch in die Hotelbar auf einen Schlummertrunk und können die Bauchtanzvorführung live erleben. Der nette Kellner vom Nachmittag klärt uns über den Verdienst so einer Tänzerin auf. Sie bekommt vom Hotel für 1 Stunde nur10 Mio. TL, dafür darf sie die reichlichen Trinkgelder der Gäste für sich behalten.


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Freitag, 11.10.

Vor dem Frühstück schwimmen wir in den heißen Hotelthermen. Wir frühstücken vor den Womo, die Busse sind schon zeitig am Morgen mit ihren Gästen weitergefahren. Der nette Kellner serviert uns einen Abschiedskaffee und möchte sein Münztrinkgeld in Euroscheine gewechselt haben.. So kommen wir erst recht spät weiter. Auf dem Weg nach Yesilova am Salda Gölu noch Einkehr bei einer Textilfabrik. Wir finden nichts passendes, sie haben nur kleine Größen. Mittags kommen wir bei diesem tiefblauen See, dem Salda Gölu, an. Hier betreibt ein Bruder von einem Kunden von uns ein Restaurant und wir haben Geschenke dabei. Leider ist der Bruder nicht da. Wir gehen die wenigen Meter bis zum See und ich kaufe bei einer Art Imbissstand Gözleme mit Petersilie und Käse für 1 €. Weiterfahrt durch eine sehr schöne Landschaft, die teilweise sehr gebirgig ist. Auf dem höchsten Punkt machen wir eine Kaffeepause und genießen die Aussicht. In Fethiye kaufen wir Fleisch, Gemüse und Brot für den Abend zum Grillen ein. Die Straße zur Badebucht von Ölüdeniz ist recht steil. Oh, was hat sich dieser Ort verändert!!! Eine lange Promenade mit vielen Geschäften führt am Strand entlang und eine Ausschilderung zu einem Campingplatz finden wir nicht. Und auf unsere Fragen bekommen wir sehr unterschiedliche Aussagen. Erst bei einem Friseur berichtet man uns von einem Campinglatz an der blauen Lagune. Wir parken unsere großen Autos auf dem einzigen großen Parkplatz in Strandnähe. Hier könnte man auch für 7 Mio. TL die Nacht stehen. Wir entschließen uns trotzdem für einen Spaziergang zur blauen Lagune. Die blaue Lagune ist eine Art Binnensee mit 2 Campingplätzen unter hohen Bäumen. Für die großen Womo ist das Parken etwas beschwerlich und für uns auch zu weit vom Centrum entfernt. So entschließen wir uns auf dem großen Parkplatz zu campieren. Wir stellen unsere Womo so, dass wir zwischen ihnen noch platz zum Grillen haben. Nach dem Essen machen wir noch einen Rundgang. Die vielen kleinen Shops verkaufen nicht nur Souvenirs, sondern auch Bootstouren, Ausflüge und die scheinbar hier so beliebten Paragleitflüge. Vor dem Dunkelwerden können wir so an die 20 Flieger beobachten. Wir erstehen noch eine CD mit türkischer mental Musik. Nachts hören wir nur wenig Lärm von den nahen Discos und Restaurants. Erst am Morgen weckt uns ein Muezzin mit seinem langen Ruf zum Gebet. Verdammt, es gibt Moskitos.


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Samstag, 12.10.

Frühstück vor den Womo, ein Brot kostet TL 200 000. Heute wollen wir eine Bootsfahrt mit Zwischenstops machen. Horst und Peter holen die Tickets (1 Person TL 10 Mio. incl. Mittagessen). Abfahrt 10.30 Uhr am Strand. Wir versammeln uns zeitig beim Ticketstand und gehen gemeinsam mit anderen Fahrgästen zum Schiff. Auf dem Oberdeck, teilweise überdacht, haben es sich schon andere Fahrgäste bequem gemacht. D.h.: Sie haben die Liegematratzen mit ihren Handtüchern belegt. Überwiegend sind englische Touristen an Bord, insgesamt sind wir an die 50 Passagiere. Das Wetter ist sonnig und die See ruhig. Wir haben wohlweislich unsere Badebekleidung untergezogen und sind nun 1-2-3 ausgezogen. Durch ein Sonnendach sind wir etwas vor der Sonne geschützt. 1. Stop ist die Blaue Grotte. Peter schwimmt von der Schiffleiter aus in die Grotte. 2. Stop die Schmetterlingsbucht. Hier kann man zu Fuß zu den Wasserfällen gehen oder baden. Wir entscheiden uns fürs baden. Unser Mittagessen besteht aus Spaghetti-Salat, Brot und gegrilltem Hähnchen. Getränke müssen separat bezahlt werden. 3. Stop die Church-Insel. Ruth und Horst steigen zur Kirche hinauf. Peter und ich nutzen die Zeit für ein langes Bad. 4. Stop die Cold-Water-Bay. Hier gibt es kaltes Oberflächenwasser und warmes Unterwasser (durch Quellen). Der Kapitän ermuntert die Gäste und Peter probiert es aus. 5. Stop die Camel Bay, auch hier baden noch etliche Unermüdliche. So gegen 17.30 Uhr legt unser Schiff wieder an. Auch diesmal können wir nicht trockenen Fußes an Land, das Fallrepp reicht nicht bis an den Strand. Am Womo machen wir uns kurz frisch um dann essen zu gehen. Wir entscheiden uns für ein Steak-Restaurant. Steakgericht mit Beilagen TL 8 Mio. pro Person. Als Vorspeise wählen wir Segaret Börrek, das ist eine Art Blätterteig gefüllt mit Schafskäse, lang wie eine Zigarette und im heißen Fett frittiert. Nach so einem reichlichen Essen müssen wir uns bei einem Geschäftebummel die Beine vertreten. Man sieht hier und da etwas bis Ruths Augen einen Goldring mit blauem Stein erblicken. Doch was wird der wohl kosten? Ein Verkäufer rechnet hin und her und mit Sommerschlussrabatt ist er dann erschwinglich. Er passt wie für Ruth gemacht. Etwas weiter erblickt Horst eine goldene Armbanduhr –ganz wie er sie sich schon immer erträumt hat. Die ist natürlich, trotz Rabatt, etwas teurer. Für so etwas braucht man Bedenkzeit. Peter haben es die Seidenlederjacken angetan, doch leider gibt es die nicht in seiner Größe. Der Verkäufer will sie über Nacht anfertigen, doch wir wollen am nächsten Morgen weiter. Für mich findet sich noch eine Modeschmuckkette und so kommen wir um einige Millionen TL erleichtert bei unseren Womo an.


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Sonntag, 13.10.

Heute wollen wir es bis Antalya schaffen. Vorher ist noch ein Abstecher in den Saklikent Canyon angesagt. Leider trägt der Canyon zuviel Wasser, so dass wir ihn nicht durchwandern können. Ein Holzweg führt uns bis zu den Teehäusern, so trinken wir einen Cay auf den recht abenteuerlich zusammengebauten Holzterrassen. Mittags wollen wir eine Picknickpause am Strand von Pataras machen, weil dieses Gebiet unter Naturschutz steht verlangt man pro Person 10 Mio. TL Eintritt. Für eine kurze Rast von 2 Std. lässt man sich auf den halben Eintrittspreis ein, aber auch das ist uns zu teuer. Als wir nach einer Wendemöglichkeit für unsere großen Autos suchen macht ein hinter uns fahrender deutscher Tourist uns „Dampf“. Ein Leguan kreuzt unseren Weg und wir stoppen. Peter bringt das Tier auf die andere Straßenseite. Als Dank Hupkonzert der anderen Touristen (boshaft). Oberhalb vom noch malerischen Kalkan machen wir die Mittagsrast. Alles wirkt noch so beschaulich. Als wir in Kas einen Abstecher machen wollen finden wir keinen Parkplatz im Ort, so fahren wir weiter. In Kale sehen sich Ruth und Horst die Basilika vom heiligen Nikolaus an. Anschließend fahren wir weiter nach Myra. Hier stehen Felsengräber aus lyk. Zeit und noch ein recht gut erhaltenes römischen Theater. Die Felsengräber kann man jetzt nur noch von außen und unten betrachten, vor ca. 7 Jahren war das Klettern zu den Felsengräbern noch möglich. Die Jungen auf dem Parkplatz wollen „Kleingeld“. Für das angebliche Aufpassen der Womo bezahlen wir mit Bonbons und Kaugummis. Es ist jetzt kurz nach 17 Uhr und der Weg nach Finike schlängelt sich kurvenreich um alle Buchten, mal rauf, mal runter. Für die 20 km brauchen wir fast 1 Std.. Jetzt wird es bald dunkel. Nach Finike ist auf unserer Karte ein Campingplatz eingezeichnet. Obwohl wir alle aufmerksam nach einem Hinweis suchen finden wir keinen. In Hasyurt, bevor die Straße wieder ins Gebirge geht, fahren wir ein Restaurant mit großem Parkplatz am Strand an. Die Kellner sprechen etwas deutsch und haben gegen eine Übernachtung auf dem Parkplatz nichts einzuwenden. Auch Strom für Horst ist möglich, da sein Kühlschrank sich zurzeit nicht auf Gas umschalten lässt. Der Preis für Strom, 7.5 Mio. TL haut uns schon um, aber heute Abend ist uns alles recht. Im Restaurant sind wir die einzigen Gäste. Die Essensauswahl ist recht mager, aber mit ein wenig Vorspeise, Kichererbsensuppe und Salat sind wir zufrieden. Beim Essen leistet uns der Oberkellner Gesellschaft und so erfahren wir, dass dies hier ein „Casino“ ist. Unter Casino in der Türkei, so klärt uns der Kellner auf, versteht man: Tanz mit sehr jungen, hübschen Mädchen bei Musik ab 22 Uhr bis 6 Uhr morgens. Wir ahnen schlimmes. Denn türkische Musik kann sehr laut sein, das weiß ich von türkischen Festen in Deutschland. Nach dem Essen erklären wir dem Kellner, dass uns mehr der Sinn nach Ruhe steht und wir lieber einen anderen Übernachtungsplatz aufsuchen würden. Man empfiehlt uns das Aydin, ca. 5 km zurück. So machen Peter und ich uns mit unserem Womo auf die Suche. Beim 1. Restaurant wo wir halten spricht man nur türkisch, aber auch hier soll eine Disco steigen, die Musiker trafen mit uns zusammen ein. Man ist uns trotzdem behilflich, als wir nach einem Stellplatz für die Nacht fragen. Dieser Parkplatz scheint etwas geeigneter als der 1. Platz. Ca 50 m weiter liegt das Aydin. Der Kellner spricht etwas deutsch und im Lokal singt eine Frau (nicht so laut). Angeblich ist hier um Mitternacht Schluss und gegen Übernachtung von 2 Womo hat man auch nichts einzuwenden. So holen wir Ruth und Horst, die inzwischen das Geld für den bereits bezahlten Strom zurückerstattet bekamen. Nach dem Parken vor dem Aydin beschließen wir noch auf einen Schlummertrunk ins Lokal zu gehen. Es sind nur wenige Gäste dort, so etwa 10, und die Sängerin steigert sich, d. h., die Musik wird immer lauter. Inzwischen tanzen einige der anwesenden Gäste und der schon ältere Wirt fordert mich zum Tanzen auf. So gegen 23 Uhr verschwinden wir in unseren Mobilen und schlafen ruhig, trotz der nahen Straße.

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Montag, 14.10.

8 Uhr, Ruth und Horst gucken verschlafen aus dem Alkovenfenster. Frühstück vor den Mobilen. Im Küchenrestaurant frage ich eine türkische Frau „mit Händen und Füßen“, ob aus dem Wasserhahn draußen Trinkwasser fließt und ob wir etwas für unsere Autos nehmen dürfen. Sie nickt, und so füllen wir auf. Zeitraubend, da kein Druck auf der Leitung ist. Endlich, so gegen 10 Uhr können wir zum heutigen Tagesziel Antalya aufbrechen. Gegen Mittag kommen wir an und meinen den Weg zum Campingplatz (nicht weit vom Zentrum) am Meer zu finden. Doch was hat sich nicht alles in A. verändert. Es gibt so viele neue Hochhäuser, denn inzwischen hat Antalya 500 000 Einwohner. Als ich einen Taxifahrer nach Casa-Camping frage, schickt er uns ca. 10 km weit aus der Stadt. Hier sind wir total falsch, wir wenden und fahren ca. 6 km zurück, dann links Richtung Meer. Jetzt finden wir auch den Hinweis zum Campingplatz – er heißt Bambus Camping. Deswegen auch die Irrwege. Am Platz wo wir den Campingplatz vermuten ist jetzt eine Baustelle, so fragen wir im nahen Hotel nach dem Campingplatz. Die nette junge Dame an der Rezeption, sie spricht auch deutsch, erklärt uns, dass der Platz seit letztem Jahr geschlossen ist. Wir sehen wohl sehr niedergeschlagen aus und so bietet sie uns einen Parkplatz vor dem Hotel an, auch mit einmaliger Übernachtung. Nach dem Parken gehen wir erst einmal Richtung Wasser und entdecken dann auch das „alte“ Bambus-Camping. Der Pförtner, der nur türkisch spricht, erklärt uns: Hier nur Restaurant und Bar – kein Camping. Auch ein Telefongespräch auf englisch mit dem Chef bringt keine Wende. Dabei wäre der Platz für uns ideal- ruhig und schattig, denn inzwischen haben wir so um die 30° C. Zurück bei den Womo machen wir im Schatten der Mobile eine Pause. Freundlich weist man uns darauf hin, dass wir hier kein öffentliches Camping betreiben können, wir entschuldigen uns und möchten uns jetzt einfach nur noch abkühlen. Über hohe Eisentreppen gelangt man an einen Felsenstrand. Eine einfache Holzleiter führt ins herrlich warme Wasser. Leider zieht sich der Himmel zu und so gehen wir auf einen kleinen Kaffee in unsere Autos. Danach fahren wir mit einem Dolmus ins Zentrum. Zuerst suchen wir den Hafen auf. Hier erkundigen wir beim Hafenmeister nach einem Schiff. Ein Bekannter von uns liegt mit seinem Schiff hier über die Wintermonate im Hafen. Leider ist sein Schiff erst für Anfang November avisiert und so lange können wir nicht warten. So bummeln wir durch die Gassen Richtung Basar. Nach einer Stärkung (frischgepresster O-Saft) geraten wir in einen Kaufrausch. Hemden und Hosen für die Männer, Schuhe für Ruth und ein wenig Stress mit dem Verkäufer. Mit der Bezahlung hatten wir nur hier Probleme, vielleicht versucht man hier im Bazar Touristen zu übervorteilen. Als das alles überstanden war, gönnen wir uns ein gutes Essen in der „Fressgasse“ von Antalya. Anschließend mit dem Dolmus zurück zu den Womo. Der nette Nachtwächter des Hotels will ein Auge auf uns und die Mobile werfen, wir bedanken uns mit Keksen und Kaffee.

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Dienstag, 15.10.

Nacht mit kleinen Störungen. Einige Passanten streiten sich recht laut hinter den Mobilen, ganz früh am Morgen lässt ein Bus den Motor laufen und es regnet. Pünktlich um 8 Uhr verlassen wir unseren Hotelparkplatz. Unterwegs wollen wir Brot fürs Frühstück kaufen. Es ist gar nicht so leicht aus der Stadt zu finden, viele Straßen sind Einbahnstraßen. Wir finden eine Bäckerei die viele verschiedene Brotsorten anbietet, sogar Kuchen können wir kaufen. Auf unserem Weg nach Alanya findet an der Straße ein Wochenmarkt statt. Wir halten und kaufen für wenig Lira Gemüse und Obst. Der Regen hört auf und Ruth und Horst besichtigen das Theater von Aspendos. Es ist noch sehr gut erhalten, nur der Eintrittspreis von TL 15 Mio pro Person ist ganz schön happig. So bleiben Peter und ich draußen, wir haben es bereits 2 x besichtigt. Auf unserer Weiterfahrt ein Stop bei einem alten Äquadukt, schon gewaltig was man damals erdachte und erbaute. Bei einer Frau, die am Wegrand auf einem Podest einen Teppich knüpft halten wir an. Der Teppichhändler, der sehr gut deutsch spricht, zeigt uns in einem Ausstellungsraum sehr schöne Stücke. Man ist heute 2002 schon mit den Teppichmustern flexibel. Nach eigenen Entwürfen und Farbvorstellungen kann man seinen Teppich anfertigen und ihn zu sich nach Hause schicken lassen. Am Mittag erreichen wir Side. Der große Parkplatz befindet sich ca. 2 km außerhalb. Wir entschließen uns zu Fuß den Weg ins Zentrum zu nehmen. Er führt an endlosen Verkaufständen vorbei und sehr viele Touristen sind mit uns unterwegs. Vielleicht liegt es daran, dass heute ohne Sonne kein Strandwetter ist. Auch wir fahren weiter. Kurz hinter Manavgat finden wir an der Straße einen Hinweis: Camping und Panysion. Der junge Mann vom Shop an der Straße beschreibt uns den Weg zum Campingplatz Adora. Angekommen erklärt man uns wo wir mit den großen Mobilen stehen können, wir sind zurzeit die einzigen Gäste. Von den Mobilen aus haben wir freien Blick aufs Meer. Im kleinen Restaurant am Platz bestellen wir das Abendessen. Wir haben noch Zeit, so gehen Ruth und ich zum Strand. Die recht starke Brandung wirft uns oft um und wir müssen viel lachen. Inzwischen haben die Männer die WCs entsorgt und Frischwasser aufgefüllt, jetzt wird es Zeit für unser Abendessen. Wir sitzen auf einer überdachten Holzterrasse. Von hier kann man den Sonnenuntergang auf dem Meer beobachten und auch das Essen überrascht uns angenehm. Bier und Raki runden unser Essen ab. Wir sitzen bis uns die Mücken vertreiben.



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Mittwoch, 16.10.

Wunderbar geschlafen. Frühstück vor den Mobilen mit frischem Brot. Danach gehen wir alle zum Strand. Dort gibt es Liegen mit schattenspendenden Überdachungen. Wir laufen ein gutes Stück in die eine Richtung.. Ein Fischer zeigt uns seinen Fang, will uns aber nichts verkaufen. Das Wasser hat herrliche Badetemperatur und wir faulenzen bis zum Mittag. Vor den Mobilen halten wir Mittagsrast und beschließen erst morgen weiterzufahren. Unter schattigen Bäumen, mit dem Blick aufs Meer, möchte ich hier endlos liegen. Nach dem Kaffee gehen Ruth und ich die ca. 300 m zur Straße. Bei dem kleinen Einkaufladen wollen wir Ansichtskarten kaufen. Die hatte der Verkäufer schon eingemottet. Na ja, die Saison geht zu Ende. Der junge Mann spricht sehr gut deutsch und hat längere Zeit in einem Restaurant in Side gearbeitet. Er meint dass es wichtig ist, dass viele Deutsche zum Urlaubmachen in die Türkei kommen, denn hier gibt es keine Infrastruktur. Abendessen auf der Holzterrasse. Abends spielen wir noch eine Partie Triomino - Horst ist der Favorit. Übernachtung pro Mobil 6 Euro pro Tag. Wir konnten die sanitären Anlagen der kleinen Appartements unentgeltlich benutzen.


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Donnerstag 17. 10.

Auf unserem Weg Richtung Alanya liegt die Karanvanserei Alara Hani, ca. 10 km von der Hauptstraße entfernt ins Binnenland. Dieses 1239 erbaute Gebäude diente als Herberge für die Karavanen, immer einen Tagesritt von der anderen entfernt. Heute ist das Gebäude als Restaurant für große Veranstaltungen umgebaut. Im jetzt überdachten Innenhof gebt es viele geschmackvoll eingerichtete Souvenirshops. Wir fahren weiter, an Bananenplantagen vorbei, nach Alanya. Für 1 kg Bananen will man 2,5 Mio. TL haben, gestern haben wir auf dem Wochenmarkt nur die Hälfte bezahlt. Man will nicht mit uns handeln, so kommen wir nicht ins Geschäft. Gegen Mittag sind wir in Alanya. Wir parken die Mobile an der Hauptstraße und gehen zu Fuß am Hafen entlang zum roten Turm. Horst und Ruth entschließen sich für die Besichtigung der Burg oberhalb der Stadt und nehmen ein Taxi. Peter und ich besichtigen die Stadt. Sie besteht fast nur aus Shops: Gold - Silber- Leder- Bekleidung. In einer kleinen Gasse trinken wir frischgepressten O-Saft und essen eine Kleinigkeit: „Merlemer“ – Rührei mit Tomaten und Paprika in einer kleinen Pfanne serviert. Dann ist es Zeit die Anderen zu treffen und nach 2 weiteren Portionen Merlemer geht es gestärkt gegen15 Uhr mit unseren Womo weiter. Nach Alanya sind sehr viele Hotels entstanden und die Stände gegenüber den Hotels sind voller Gäste. Ab Gasipasa wird das Land ursprünglicher. Kaum Hotels, dafür schöne Strände zwischen den Felsvorsprüngen. Die Straße schlängelt sich durchs Gebirge und Wald, immer einen schönen Blick aufs Meer. So fahren wir die rund 120 km bis Anamur. Hier haben wir im Reiseführer einen Campingplatz ausfindig gemacht. Und kurz vor dem Dunkelwerden erreichen wir diesen, auch hier sind wir die einzigen Campinggäste. Der junge Besitzer spricht deutsch und erzählt uns was wir alles in seinem Restaurant essen können. Vorher wollen wir noch baden, angenehme Badetemperaturen. Wir essen türk Mezallas (Vorspeisen), Orientpanne, Kalamaris und Lammspieße, alles schmeckt wunderbar. Incl. Camping bezahlen wir pro Paar 35 Mio. TL

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Freitag, 18. 10.

Nach dem Frühstück Hausarbeit, wie z.B. Bettenbeziehen. Dann zum Strand, wir sind völlig durchgeschwitzt. Wir wollen gar nicht wieder aus dem Wasser. Ruth und ich laufen in Richtung Hotelstände. Dann noch einmal wieder zur Abkühlung ins Wasser. Müssen wir wirklich weiter? 11 Uhr Weiterfahrt zur Burg Mamure Kalesi in Anamur. Überraschend wenig Eintritt, nur 1 Mio. TL pro Person. Zuerst steigen wir auf den Aussichtturm (Stufen sind schon sehr ausgetreten) und haben einen Blick über die ganze Anlage aus dem 13. Jahrhundert. Gegenüber der Burg befindet sich noch ein altes und sehr sehenswertes Hamam. Im Parkplatzrestaurant essen und trinken wir eine Kleinigkeit. Peter bekommt eine Kopf- und Nackenmassage gratis beim Essen. Heute wollen wir es bis in die Nähe von Erdemli schaffen, das sind ca 170 km und der Weg scheint recht kurvenreich zu sein. Bis Aydincik geht es bergauf und bergab immer hoch über der Küste mit grandiosen Ausblicken. Die Sonne scheint recht warm (so um die 33 °C), danach windet sich die Straße durch das gebirgige Binnenland. Es gibt große Anbauflächen unter Glas. Auch sehen wir Felder mit Erdnüssen. Wir kaufen nochmals die wohlschmeckenden kleinen Bananen und erreichen nach einer längeren Kaffeepause gegen 17 Uhr Kizkalesi –Burg im Wasser-. Hier hat sich die Stadt durch die riesigen neuen Hotelanlagen total verändert. Wir suchen einen Campingplatz. Das Mo-Camp ist nur wenige Meter von der Stadt entfernt und liegt in einer Badebucht. Es ist bereits Nachsaison und das Restaurant am Platz hat geschlossen. So nutzen wir die Restaurantterrasse um dort unser selbstzubereitetes Abendbrot zu essen. Es ist noch sommerlich warm und nur die Mücken treiben uns ins Mobil.

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Samstag, 19.10.

7.30 Uhr, noch ein letztes Bad im Meer. Heute wollen wir es bis Kappadokien schaffen. Wir nutzen noch die warmen Duschen und kommen erst um 9 Uhr vom Camping-Platz. Frühstück unterwegs, da es am Platz kein frisches Brot gab. Wir nehmen die Autobahn ab Tece. Für 160 km zahlen wir 1,5 Mio. TL Benutzungsgebühr. Jetzt 2002 geht die Autobahn bis Pozantr. In Nigde machen wir einen Abstecher Richtung Stadtzentrum um uns mit Obst und Gemüse fürs Wochenende einzudecken. Für 2 Brote, 1 Salat, ½ kg Tomaten, 1 kg Salatgurken, ½ kg Paprika und 1 Honigmelone zahlen wir im Supermarkt ca. 3 Mio. TL, das sind 1.80 Euro!!! Auf dem Weg Richtung Nevsehir dann eine Mittagspause. Dort bietet uns ein fliegender Händler Kochtöpfe und Elektrogrill an, es war gar nicht so einfach ihn davon zu überzeugen, dass wir alles haben. In Derinkuyu besuchen wir die größte unterirdische Stadt Kappadokiens, sie ist mehr als 8 Stockwerke tief in den Tufstein gegraben. Diese unteririschen Städte wurden vor mehr als 1500 Jahren von den Bewohnern dieser Landschaft errichtet. Sie dienten als Rückzug und Versteck für Menschen (oft bis 20 000) und Tier bei feindlichen Belagerungen. Oft für eine ganz lange Zeit. Die versteckten Eingänge, die nur über einen ganz schmalen Tunnelweg zu erreichen waren, hat man von innen bei Belagerung mit einem Mühlstein verschlossen. Vor uns sind Besucher von 2 Bussen in die Höhle eingestiegen. Die Wege abwärts sind mit roten Pfeilen, die Weg Richtung Ausgang mit blauen markiert. Es kommt trotzdem auf den sehr engen Wegen zu Behinderungen, weil einige die Pfeile nicht richtig deuten. Oft müssen wir sehr geduckt gehen. Alles ist beleuchtet und an wichtigen Stellen mit Beschilderungen versehen.. So sehen wir Wohnräume, Küchen, Vorratsräume –auch für Wein-, Viehställe, Schule und sogar einen Kirchenraum. Für frische Luft sorgte schon damals ein ausgetüfteltes Belüftungssystem. Über Umwege fahren wir dann ins Tale Göreme. Hier suchen wir den oberen Campingplatz auf. Der nette Besitzer begrüßt uns freundlich und gibt bereitwillig Erklärungen auf unsere Fragen. Wo und wann gibt es Folkloreabende? Wo können wir eine Ballonfahrt buchen? In unserem Reiseführer haben wir über so eine Möglichkeit gelesen und es soll ein unvergessliches Erlebnis sein bei Sonnenaufgang über diese Tuffsteinlandschaft zu fahren. Nach einem Kaffee entscheiden Peter und ich uns für eine Ballonfahrt am nächsten Morgen. Schon ermäßigter Preis pro Person € 140 und man will uns um 5.30 Uhr abholen. Bei einem Glas Wein erklärt uns der Campingplatzbesitzer was es außer den uns schon bekannten Sehenswürdigkeiten noch in Kappadokien zu sehen gibt. Er empfiehlt uns das Soganli Tal, wo auch noch der Eintritt akzeptabel sein soll. Inzwischen sind wegen der vielen Touristen die Eintrittspreise gewaltig angestiegen, oft 15 Mio. TL pro Person. Da das Camping-Restaurant schon geschlossen hat (Nebensaison), beschließen wir nach Avanos, die Stadt der Töpfer, zu fahren. Einige Töpfereien haben noch geöffnet. Wir finden ein Restaurant und bestellen Adana-Kebab und Osmanische Pfanne. Ein Gericht kostet 3 Mio. TL, es gibt frisches Brot aus dem Backofen. Mit dem Auto machen wir noch eine Tour durch Göreme, bevor wir um 21.30 Uhr beim Campingplatz ankommen. Für uns heißt es früh schlafen gehen, Morgen klingelt der Wecker um 5 Uhr.


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Sonntag, 20. 10.

Um 5 Uhr heißt es für Peter und mich: aufstehen! Zum Frühstück nur ein paar Bananen und Saft. Überpünktlich stehen wir am Treffpunkt und mit uns ca. 12 Engländer. VW-Kleinbusse bringen uns noch bei völliger Dunkelheit zum Abflugplatz der Ballons, nur wenige 100 m von Göreme entfernt. Als wir ankommen, ist schon eine Mannschaft damit beschäftigt die 3 Ballons mit Luft aus Gebläsen zu füllen. Für uns und 36 weiteren, überwiegend jüngeren, Teilnehmern, stehen Tee und Kaffee, Kuchen und Zwieback als Stärkung bereit. Wir scheinen die einzigen Deutschen zu sein. Eine Frau checkt die Teilnehmerliste und einige müssen ihre Fahrt noch bezahlen. Sogar Kreditkartenzahlung ist möglich, wir haben unsere Fahrt (Vorzugspreis 170 Euro pro Person) schon auf dem Campingplatz bezahlt. Unsere 3 Ballonkörbe können unterschiedlich viele Personen mitnehmen. Es gibt 2 Körbe für jeweils 16 und einen für nur 8 Personen. Wir stellen uns beim kleineren Ballon an, der aber als letzter startet. Mit etwas schaukeln bringt unser Fahrer den Ballon über eine kleine Anhöhe und dann – heben wir ab. Im Zwielicht der aufgehenden Sonne sehen die Tuffsteingebilde sehr ungewöhnlich aus. Ganz nah fahren wir an den Tuffsteinformationen vorbei. Über dem Ort Cavusin können wir eine verlassene Siedlung von Höhlenwohnungen gut beobachten. Auch die Spazierwege, die durch dieses Gebiet führen, kann man von oben gut erkennen. Wir beschließen diesen Ort nach der Ballonfahrt aufzusuchen. Weiter geht die Fahrt Richtung Zelve. Oft macht der Fahrer kleine Kunststücke wie: auf einem Berg fast eine Landung, so dass wir die Berggipfel mit dem Korb streifen. Ein anderes Mal fährt er nah an eine Höhlenwohnung vorbei – so zwischen 2 Kaminen hindurch. Sanft setzt der Ballon nach ca. 70 Min. Fahrt auf einem gepflügten Acker auf. Ein wenig müssen wir noch im Korb verweilen, dann dürfen wir aussteigen. Als Belohnung gibt es für alle ein Gläschen Sekt und ein Zertifikat. Dann fahren uns die bereits wartenden Kleinbusse zurück zum Platz. Ruth und Horst haben auf dem Campingplatz auch Ballone beobachtet, es scheint der Beschreibung nach eine andere Gruppe gewesen zu sein, denn auch wir konnten während unserer Fahrt diese Ballone beobachten. Nach dem gemeinsamen Frühstück fahren wir zum „Panoramablick“, der nicht weit von Göreme entfernt liegt. Auch hier verlangt man Eintritt. Vom Parkplatz wandern wir durchs Tal und haben immer wieder phantastische Ausblicke. Die Feenkamine; so nennt man die schlanken Felsnadeln; sehen immer wieder anders aus. Danach fahren wir nach Cavusin und besteigen hier die Anhöhe. Man kann noch Reste von Wohnungen und einer Kirche (Johannes der Täufer) besichtigen. Die schmalen Wege sind recht abenteuerlich und gutes Schuhwerk ist erforderlich. Mittags sind wir dann in Avanos. Besuch bei den Töpfern und dem Haarmuseum von Galip, kleiner Imbiss im Pide-Salon. Die Karawanserei „Sanihani“ liegt nicht weit entfernt und so schauen wir uns die gut restaurierte und jetzt für Aufführungen hergerichtete Karawanserei an. (Eintritt TL 2 Mio.) Auf dem Weg zum Campingplatz fahren wir durch die schöne Landschaft Kappadokiens und besichtigen den Ort Göreme. Er besteht überwiegend aus Teppichgeschäften und Lokalen. Eine alte Frau winkt uns in ihre etwas abseits liegende einfache Wohnung. Töchter und Schwiegertöchter bieten Kostproben aus ihrer Speisekammer an. Auch sollen wir Kopftücher kaufen, doch wir lehnen freundlich ab. Ich gebe noch ein kleines Trinkgeld für die Kostproben. Kurz vor dem Campingplatz gib es abseits viele „Felsnadeln“. Wir wandern auf Wunsch von Peter in das Tal, leider entfernen sich die Nadeln immer weiter. So geht Peter alleine weiter und wir anderen gehen zum Auto zurück. Am Platz ruhen wir uns ein wenig aus, um uns dann zum heutigen Folkloreabend in Avanos umzuziehen. So gegen 20 Uhr werden wir abgeholt. Das unterirdische Lokal befindet sich etwas außerhalb von Avanos in einem Tuffsteinberg. Außer uns und unserem einheimischen Begleiter kamen noch 9 weitere Personen vom Campinglatz mit. Im Lokal sitzen wir uns an Steintischen gegenüber. Die anderen Besucher sind überwiegend Bustouristen. Auf den Tischen stehen die Vorspeisen mit Brot und Getränken. Da alle Getränke im Eintrittspreis enthalten sind, greifen unsere jungen Leute vom Campingplatz nur zum Raki. Es dauert nicht lange und der 1. Mann streckt sich zum Schlafen aus. Während wir essen wird das Licht gedämpft und als 1. Gruppe treten die tanzenden Derwische auf. Im blauen Licht leuchten die weißen Gewänder. Danach kommt eine Folkloreaufführung, der Brauttanz. Überwiegend junge Leute tanzen in diesen Gruppen. Man reicht uns zwischen den Aufführungen den 2. und 3. Gang, dazu Rotwein und Saft. Die Tänzer holen Personen aus den Zuschauern und tanzen eine Art Polonaise nach draußen. Dort tanzt man ums Feuer und die Kellner können inzwischen das schmutzige Geschirr abräumen. Anschließend zeigt man uns viele verschiedene Tänze. Als Hauptgericht gibt es Döner-Kebab mit Bulgur. Als letzte Vorführung erscheint eine Bauchtänzerin. Sie ist sehr gelenkig und tanzt einen wirklich guten Bauchtanz. Als sie dann Männer aus dem Publikum auf die Tanzfläche holt und diese einen Bauchtanz vorführen sollen, ist das Gelächter groß. Nach dem Nachtisch, Obst und Baklava, zeigt man uns Tänze aus den Regionen der Türkei. Gegen 24 Uhr ist die Aufführung beendet und wir werden mit dem Kleinbus zum Campingplatz zurückgebracht.


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Montag, 21.10.

Schon um 7 Uhr werden wir wach. Es ist recht kalt, so um die 13°C. Peter macht im gegenüberliegenden Tal einen kleinen Rundgang und ich schreibe Tagebuch. Bis er zurückkommt sind Ruth und Horst mit dem Frühstück fertig. Wir bezahlen den Campingplatz und kommen dabei mit einer Deutschen ins Gespräch die mit einer Camping-Reisegruppe bis Indien reisen will. Hier auf dem Campingplatz macht sie mit den anderen Mitreisenden Station, da noch einige ein Visum für den Iran benötigen und dieses in Ankara beantragt werden muss. Diese Frau hat schon fast die ganze Seidenstraße allein und ganz individuell bereist. Sicherlich weiß sie eine Menge zu erzählen, doch heute wollen wir weiter. Das Soganli-Tal mit den alten Felskirchen und die unterirdische Stadt Mazikoy stehen auf dem Programm. Mazikoy ist die letzte entdeckte unterirdische Stadt und jetzt „offiziell“ für Besucher freigegeben. Vor 7 Jahren wurden wir für viel Geld von „inoffiziellen“ Führern durch die Höhlen geführt. Der Eintritt von TL 3 Mio. pro Person ist nicht überhöht. Ein junger Türke erklärt uns beim Ticketkauf auf englisch ein paar Besonderheiten. Auf unsere Frage was so eine Führung kosten soll sagt er: das wir den Preis selbst bestimmen können. Unterwegs haben wir Stromausfall, gut dass wir Taschenlampen bei uns haben. Ruth, Horst und ich gehen nur bis zum 2. Stockwerk, Peter will später mit dem Führer durch eine Art Kamin noch 4 weitere Stockwerke hoch steigen. Der Führer erklärt uns die einzelnen Funktionen der Anlage sehr ausführlich und wir stellen viele Fragen. Das was wir nicht verstehen, weil uns die Vokabeln fehlen, zeichnet er in den Sandboden oder macht Gesten. Uns drei begleitet er zum Ausgang zurück und im Teehaus gegenüber warten wir auf ihn und Peter. Im Teehaus sitzen um diese Zeit, es ist 12h mittags, nur Männer. Diese schauen uns an als kämen wir vom Mond. Gott sei dank haben wir zwei Frauen den Horst als männliche Begleitung dabei. Schon bald kommt Peter mit dem Führer und berichtet über seine Erlebnisse in den anderen Stockwerken. Unter anderem fiel wieder der Strom aus und in der Dunkelheit riefen zwei fremde einheimische Männer um Hilfe. Sie waren froh, dass Peter eine Taschenlampe bei sich hatte und ihnen den Weg „heimleuchten“ konnte. Im Teehaus interessierte sich der Führer besonders für Peters Dynamotaschenlampe, denn dafür brauchen wir keine Batterien. Für seine Dienste geben wir dem Führer 5 € und ich frage nach seiner Familie. Er ist verheiratet und hat 5 Kinder, das Jüngste ist 1 Jahr alt. Für alle Fälle habe ich immer gebrauchte Kleidungsstücke und Spielsachen im Mobil, so gebe ich gerne eine kleine Auswahl. Nun geht’s weiter Richtung Soganli. Nach einem kleinen Imbiss und Entrichtung des Eintrittgeldes (TL 1,5 Mio. p. Pers.) laufen wir zu Fuß durch das Tal der Kirchen. Am Weg stehen Wegweiser zu den einzelnen Kirchen. Die meisten sind aus dem 14/15 Jahrhundert. Leider sind einige Darstellungen der Apostel schon sehr stark beschädigt. Am Ende der Tour treffen wir Bauern, die Kartoffelsäcke in die Tuffsteinhöhlen schleppen. Die Höhlentemperatur eignet sich vorzüglich zum Einlagern. Wir erstehen einen Sack mit 50 kg! 6€ halten wir für sehr preisgünstig. Doch was wir jetzt noch nicht ahnen: die Kartoffeln in unserem Womo-Keller haben einen recht eigenwilligen Geruch. Unsere Rundtour beschließen wir mit einer Kaffeepause in der Nähe einer großen Kreuzung. Ein Bauer hat mit seinem Traktor eine Reifenpanne und bittet uns um Hilfe. Doch wir können ihm auch nicht helfen und selbst viele seiner Landsleute fahren an ihm vorbei. Endlich holt man ihn und den kaputten Reifen ab. Was wäre wenn an unserem Mobil ein Radwechsel vorgenommen werden müsste? Die Landschaft bis Ürgüp ist sehr abwechslungsreich. Im Ort gibt es überwiegend Teppichhändler und Antikgeschäfte, in denen gibt es so alles was das Herz begehrt –oder auch nicht? Wir beschließen in Göreme zu Abend zu essen und auf unserem „alten“ Campingplatz zu übernachten. Gegen 20h sind wir am Platz und mit uns noch ein weiteres deutsches Mobil. Nachts haben die Kartoffeln in unserem Womo-Keller so einen derart eigenartigen Geruch verströmt, das ich nahezu dran war sie noch nachts zu entsorgen. Alle Schlitze zum Stauraum im Keller haben wir jetzt mit alten Socken und Tüchern zugestopft

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Dienstag, 22.10.

Morgens nur 3°C Außentemperatur. Gegen 7 Uhr können wir Heißluftballons beobachten, Sonnenaufgang und klare Luft die idealen Voraussetzungen für so ein Vorhaben. Wir wollen weiter und nehmen die Ausschilderung Richtung Kayseri (wie sich etwas später herausstellt, ist dieses der längere Weg über Avanos). Unterwegs noch schöne Ausblicke auf die Tuffsteinformationen in der Morgensonne. In der Innenstadt von Kayseri Probleme mit der Parkplatzsuche. Als wir ein wenig ratlos im Auto auf Horst und Ruth warten, spricht uns ein junger Mann auf englisch an. „Do you looking for parking?”. Er will uns den Weg zeigen. Mit ihm auf dem Beifahrersitz kurven wir noch einmal die Straße rauf und runter um dann ganz in der Nähe vom Atatürkdenkmal auf einen bewachten Parkplatz zu fahren. Der junge Mann bietet sich unentgeltlich als Fremdenführer an. Er möchte Praxis und Sprachkenntnisse auffrischen. Ruth und Horst sind auch einverstanden. Zuerst führt er uns zur Cifte Medrese. Früher eine alte Medizinschule mit angegliedertem Krankenhaus, jetzt Museum. Leider ist dieses Museum heute am Dienstag geschlossen. So gehen wir weiter zur Kursunlu Cami, der ältesten Moschee in Kayseri, auch diese ist heute nicht geöffnet. Bei der Ulu Cami haben wir Glück und können sie betreten. Die Schuhe müssen am Eingang ausgezogen werden und wir Frauen müssen ein Kopftuch tagen. Der junge Mann führt uns zuerst auf ein erhöhtes Podest, hier dürfen die Frauen, abgeschirmt von den Männern, in der Ramadanzeit beten. Zu anderen Zeiten ist Frauen der Zugang verwehrt. Im Erdgeschoss erklärt er uns den Islam und die Bedeutung der Gebete. Im Boden eingelassen (versteckt) befindet sich ein Bassein mit geweihtem Wasser. Dieses bei Krankheit getrunken verspricht schnelle Genesung. Dann geht er mit uns eine alte Karawanserei, die man zum Basar mit vielen Geschäften und Handwerkshöfen ausgestattet hat. So können wir z.B. zusehen wie man ein Kuhfell gerbt. Der starke unangenehme Geruch treibt uns weiter zu den Teppichhändlern. Wir geben allen zu verstehen dass wir keinen Teppich kaufen wollen (auch nicht ansehen), denn die Teppichverkäufer von Kayseri sollen die hartnäckigsten von der ganzen Türkei sein. Wir sehen wie man Wolle bearbeitet und im überdachten Basar probieren wir luftgetrockneten Rinderschinken und Trockenfrüchte. In der Zitadelle, innerhalb der Burgmauer, haben viele Geschäfte ihre Verkaufsstände. Leider sind keine Reste von der Burg zu sehen. Die Faite Cami ist zurzeit auch nicht zu betreten, es ist Mittagsgebet. So essen wir bei den Imbissständen einen Döner, den jungen Mann laden wir ein. Er begeleitet uns zum Parkplatz zurück und für seine nette, unaufdringliche Art geben wir ihm ein kleines Trinkgeld und verabschieden uns herzlich. Jetzt gilt es den direkten Weg nach Bogazkale zu finden. Der Weg führt über Bogazliyan (gelbe Wegstrecke). Das erste Stück führt steil bergauf, noch immer haben wir einen Ausblick auf den 3916 m hohen „toten „Vulkan, den Ercvas Dag. Es liegt Schnee unterhalb des Gipfels. Inzwischen ist es uns recht warm geworden und wir können unsere Pullover ausziehen. Die Straße führt über ein Hochplateau und das Land hier ist sehr fruchtbar. Überall Äcker, wenige Ortschafen und noch weniger Menschen. Durch die kalte, klare Luft können wir sehr weit blicken. Unterwegs dann über etliche Kilometer schlechte Wegstrecke mit Schotterpiste und viel Staub. Dann wieder Zuckerrübenfelder soweit das Auge reicht. Ab Bogazliyan führt eine schnurgerade (gelbe Wegstrecke) Straße bis Yozgat. Ein Polizist in Bogazliyan gab uns diesen Tipp. Denn eigentlich wollten wir eine andere Strecke nehmen, Schotterpisten sind nicht unser Fall. Unser heutiges Ziel ist Hattusa, eine Hethiter-Siedlung aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. Die Hethiter waren Herren über das Land der Hatti. Oberhalb der Ausgrabungen winkt uns ein Mann auf einen Parkplatz vor seinem Hotel Hier können wir für TL 8 Mio. übernachten. Er spricht etwas deutsch und erklärt uns anhand eines deutschen Buches die Ausgrabungsstätte. Ganz in der Nähe, nur 1km von diesem Hotel entfernt, gibt es eine Tempelanlage aus dieser Hethiter Zeit, Yazilikaya. Peter und ich stiefeln, obwohl es schon 17h ist, hinauf. Wir denken dass die Anlage schon geschlossen ist, aber ein junger Mann (er spricht deutsch)führt uns zu den Abbildungen des Wettergottes und der Sonnengöttin. Die guterhaltenen Figuren sind in Felswände eingemeißelt und wurden erst vor 100 Jahren entdeckt. Man vermutet, dass es sich hier um die Bestattungsstelle eines Königs handelte, da man in den Felsnischen Opfergaben gefunden hat. Noch vor Einbruch der Dunkelheit (18.15h) sind wir bei den Womo.

Mittwoch 23.10.

Ruth und Horst besichtigen nach dem Frühstück Yazilkaya, danach fahren wir gemeinsam zur Anlage Hattasus. Am Eingang, der Ticketverkauf ist noch geschlossen, fängt uns ein deutschsprachiger Führer ab. Man kann die einzelnen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Unter- und die Oberstadt, die Süd- und Westtore und die Akropolis mit dem Auto auf einer Art Rundtour auf dem sehr weitläufigen Gelände abfahren. Dabei muss man 350 m Höhenunterschied überwinden. Zuerst zeigt er uns die Unterstadt mit den vielen Tempelgrundmauern und Resten von Vorratsräumen. Hier stehen einige wiederaufgebaute Amphoren die 2000 l fassen. Auch gibt es einen sonst hier nicht vorkommenden grünen Speckstein, vermutlich ein Opferstein. Man nimmt an, dass dieser aus Ägypten hierher gebracht wurde. Angenommenes Gewicht dieses Steines 10 Tonnen. Diese Hethitersiedlung hieß auch Stadt der 1000 Götter und war 1300 v.Chr. die Hauptstadt mit einer Ausdehnung bis zu 2 km. Man hat bei Ausgrabungen 2000 Keiltafeln (das sind Tontafeln auf die man Schriftzeichen in den noch feuchten Ton eingeritzt und dann gebrannt hat) gefunden. Erst Mitte 1915 hat ein Forscher die Schrift entziffern können, so hat man sehr viel über dieses, bisher unbekannte Volk, erfahren. Bis dahin waren die Ereignisse dieser Zeit in Kleinasien nur aus der griech. Mythologie und ägypt. Urkunden erschließbar. Die Besichtigung der Anlage hat 2 Stunden in Anspruch genommen, für die Führung (2 Autos) möchte unser Führer 30€ haben! Am Eingang müssen wir noch einmal 6€ pro Pers. Eintritt bezahlen. Er ist normalerweise beim Museum angestellt und verdient im Monat 240€. Ich rechne nach: Kann er 1 Führung pro Tag zu 20€ verkaufen, so hat er ca. im Monat 600€ Nebenverdienst –nicht schlecht! In den Wintermonaten von Nov.-Febr. wird weniger los sein, denn dann kann hier auch Schnee liegen. Die Anlage ist noch nicht vollständig ausgegraben, immer wieder kommen Archäologie Studenten aus Berlin um hier weiter zu gaben. Wir nehmen den direkten Weg nach Ankara. Gleich am Autobahnring soll sich ein Campingplatz befinden. Wir müssen erst einige Male (auf Tankstellen) nachfragen. Mit uns ist noch ein franz. Reisemobil auf dem Platz. Für heute beschließen wir nichts mehr zu unternehmen, dafür wollen wir Morgen zeitig nach Ankara aufbrechen. Der eigenwillige Kartoffelgeruch hat sich gelegt. Viele Kartoffeln haben die Größe von 2 Fäusten. Wie heißt mal noch das bekannte Sprichwort? „Der dümmste Bauer hat....“


Donnerstag, 24.10.

Wir nehmen den Dolmus Richtung Ulus-Platz, Innenstadt. Und weil wir noch frisch sind, steigen wir die vielen Steinstufen zur Zitadelle empor. Von hier hat man einen weiten Blick über die Altstadt bis zur Neustadt und den Gecedondus (Dörfer in der Stadt). Auf dem Rückweg passieren wir inzwischen renovierte Altbauten aus diesem Viertel. Alles ist recht hübsch geworden, während auf der anderen Seite des Burgbergs alles noch sehr ursprünglich ist. Die Arslanhane Cami gehört zu den wenigen Holzsäulenmoscheen und kann besichtigt werden. Der Mihrab hat blaue und schwarze Fayencen mit vielen Motiven, nur die Moschee in Beysehir soll diese Vielfalt hier übertreffen. Unterhalb der Moschee sind die Gewürzstände mit Trockenobst, Reis, Bulgur und Bohnen. Überall probieren wir und entscheiden uns dann erst zum Kauf. An diese Stände schließt sich der Kupfer- oder Oldbasar an, mit seinen vielen Antik- und Teppichgeschäften. Dann kommen wir zum Handwerkermarkt. Interessant, hier kann man den Handwerkern beim Hämmern, Schmieden oder Veredeln von Metallen über die Schulter schauen. Wir kaufen bunten Pfeffer für unsere bereits gekauften Messingpfeffer- Mühlen. Bummeln macht hungrig. In einer Gasse hat eine Art Schnellimbiss seinen Stand mit recht wackeligen Sitzgelegenheiten fast auf der Straße. Hier sitzen sehr viele Leute, scheinbar ist das Essen gut und preiswert. Wir bestellen Meatballs mit Salat, Reis und Brot. Dazu trinken wir Ayran, ein salziges Joghurtgetränk. Ein älterer, türkischer Mann an unserem Tisch erzählt uns in gebrochenem deutsch, dass er morgen nach Bielefeld zurückfliegt. Er war für eine längere Zeit hier in Ankara. Er ist dermaßen erfreut über unser kleines Gespräch in deutsch, dass er uns spontan zu Kuchen und Tee einlädt. Wir sind beschämt, wo in Deutschland werden Fremde so spontan eingeladen? Der Besitzer vom Imbiss zeigt uns noch die alte Karawanserei, die sich gleich an seinen Stand anschließt. Nächstes Jahr, so erzählt er, soll sie renoviert werden. Hoffentlich baut man alles im alten Stil auf, denn was man hier vorfindet sieht alles sehr interessant aus. Wir beschließen einen Besuch im Hethiter Museum. Hier sind einige Funde aus der Ausgrabungsstätte vom Vortag ausgestellt. Aus anderen Orten hat man auch eine Menge zusammengetragen, so dass man einen guten Einblick in die Kultur der Hethiter bekommt. Schmuck- und Tonwaren sind in einem sehr guten Zustand. Wandreliefs von den dargestellten Göttern sind in Stein gehauen, sogar Locken und Fingernägel sind dargestellt. Über den Keiltafeln, die Schrift ist wirklich ist sehr klein, hat man Textvergrößerungen angebracht. Auf der Suche nach dem großen Basar kommen wir in eine breite Einkaufsstraße in der scheinbar nur die Einheimischen einkaufen. Hier erstehen wir ohne Handeln eine schöne Wasserpfeife, der Preis ist nicht überhöht. Schwer bepackt suchen wir ein Cafe auf und beschließen den Bus zum Campingplatz zu suchen. Nahe des Atatürk-Denkmals haben wir Glück und können gleich in den richtigen Bus steigen, wir bekommen auch Sitzplätze. Wir beobachten, dass oft Männer aufstehen (auch ganz junge) um einer Frau den Sitzplatz anzubieten. Uns ist das in der Türkei auch oft passiert. In Deutschland – undenkbar-. Nach einer Pause am Campingplatz starten Peter und ich nochmals in die Stadt. Wir wollen uns das Nachtleben ansehen. Doch leider liegt der Vergnügungspark mit dem künstlichen See unbeleuchtet und wie tot da. Auch schließen die meisten Läden. So machen wir uns nach einem Abendessen in der Nähe vom Busstop auf den Heimweg.


Freitag, 25.10.

Ohne Frühstück, wir müssen erst Brot beschaffen, fahren wir über die Autobahn in nördliche Richtung. Bei Ayas verlassen wir diese und wollen bei der nächstbesten Möglichkeit Brot kaufen und dann frühstücken. Hier in der näheren Umgebung von der 4 Mio Stadt Ankara gibt es viele Hochhaussiedlungen. Ayas soll noch einen alttürkischen Stadtkern mit Moschee haben, so machen wir einen Abstecher. Im Ort sehen wir einen Laden und Peter kauft Brot. Als wir vor dem Auto stehen und überlegen wo wir ein geeignetes Plätzchen zum Frühstücken finden, eilt ein gutgekleideter junger Mann auf uns zu und fragt auf englisch ob er uns zum Tee in die gegenüberliegende Schule einladen darf, er wäre dort Lehrer. Ein Besuch in einer türkischen Schule erscheint uns schon reizvoll und so nehmen wir vier die Einladung gern an. Wir werden in das kleine Büro des Direktors geführt und ihm vorgestellt, leider spricht er nur türkisch. Man bringt uns Tee, Käse, Weißbrot und Oliven. Der engl. sprechende Lehrer hat inzwischen den Sportlehrer geholt, der spricht sehr gut englisch. So entwickelt sich ein für beide Seiten informatives Gespräch. Man erfährt was über die Gehälter von Lehrern, Schulbekleidung, Fremdenführern und ihren Forderungen in der Türkei. Der Sportlehrer betont, dass er seinen Job sehr liebt. Das muss auch im Vordergrund stehen, denn Lehrer verdienen verhältnismäßig wenig, so um die 300€ im Monat. Zum Abschluss überreichen wir ihm meine 50 kleinen Teddys für die Erstklässler und unsere Süßigkeitenbox. Herzlich bedanken wir uns für die Gastfreundschaft und werden von den Lehrern zu unseren Womo begleitet. Während Peter mit den Lehrern eine kleine Führung durch unser Auto macht, muss ich viele Kinderhände schütteln. Die Schüler stehen vor unserem Fahrzeug und sagen auf englisch ihren Vornamen. Dann reichen sie mir ihre Hand und sagen.„nice to meed you. Ich sage meinen Vornamen und: „nice to meed you too“. So geht das (30-mal?)bis die Lehrer die Schüler in die Schule winken. Was für ein schönes Erlebnis, so herzlich! Im Ort ist ein kleiner Wochenmarkt. Durch die Berieselung von Musik und Parteiparolen gestaltet sich der Einkauf etwas schwierig. Mandarinen gibt es reichlich und preiswert. Wir kaufen 1 Kiste (15kg) für 9 € Weiterfahrt durch eine landschaftlich sehr schöne, gebirgige Strecke. Unterwegs Felder mit Tomaten, Radieschen und Wurzeln. In Beypazari gibt es eine schöne Altstadt mit vielen renovierten, alten, türkischen Häusern. So kann man sich einen Überblick davon machen wie es wohl früher ausgesehen haben mag. Die Wegstrecke die jetzt kommt, hat immer wieder sagenhafte Ausblicke. Mal sehen die Berge grün, mal rot und dann wieder grau aus. Seltene Vögel (Geier?) sehen wir im Gebiet eines Stausees. Nach Nallikan wird die Strecke sehr gebirgig und die 2. Hälfte ist mit vielen Schlaglöchern versehen, aber immer noch sagenhafter Ausblick. A6 Saricakaya, hier müssen wir hoch ins Gebirge. Wir befürchten, dass es bald dunkel wird und wollen einen Stellplatz für die Nacht suchen. Der Besitzer einer Gaststätte schüttelt bei unserer Frage nach einer Übernachtungsmöglichkeit den Kopf, so fahren wir weiter durchs Gebirge. Es bleibt uns nur die nächste größere Stadt, Eskisehir, und die Hoffnung, dass die verbleibenden 30 km weniger kurvenreich sind. Die Straße führt ins Tal und nach kurzer Zeit erreichen wir eine Tankstelle mit Imbiss. Der eine Tankwart spricht etwas englisch und hat keinen Einwand gegen eine Übernachtung, nur Essen ist so spät nicht mehr möglich. So kochen wir selbst und sitzen danach noch etwas zusammen.


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Samstag, 26.10.

Nebel – die letzten 10 km Fahrt bis Eskisehir sind etwas beschwerlich. Wir dürfen bei dem Nebel uns nicht aus den Augen verlieren, denn unsere „Funke“ geht nicht über eine größere Entfernung. Die Innenstadt ist nicht ausgeschildert, so müssen wir öfter fragen. So früh haben am Samstag die Geschäfte noch nicht geöffnet, denn hier in der Stadt der Meerschaumpfeifen wollen wir für einen Bekannten in Deutschland eine solche kaufen. Man schickt uns in eine Passage. Der Besitzer des Ladens schaut gelangweilt Fernsehen und zeigt uns die eine oder andere schon eingestaubte Pfeife. Wir erstehen ein schlichtes Modell für 15€. Auf dem Weg zu unseren Mobilen kommen wir an einem anderen kleinen Laden vorbei. Der Besitzer winkt uns freundlich herein. Er kann nicht sprechen (taubstumm), aber mit Gestik und Zettel schreiben verstehen wir uns. Bei so netter Bedienung können wir nicht widerstehen und kaufen eine 2. Pfeife und diverse kleine Pfeifen als Schlüsselanhänger. Auf alles gibt uns der Verkäufer einen Rabatt. Zum Schluss macht er von uns ein Foto, wir haben so zum spaß jeder eine Pfeife im Mund. Am liebsten hätte ich im 1. Pfeifengeschäft den Kauf rückgängig gemacht, der Verkäufer war, was in der Türkei recht ungewöhnlich ist, einfach zu unfreundlich. Um die Mittagszeit haben fast alle Geschäfte geöffnet, auch der kleine Fischmarkt. Wir kaufen Forellen (1 Stück zu 3€) und Steak zum Grillen am Abend. In einem Ledergeschäft erstehen wir günstige Handtaschen. Dann machen wir uns auf den Weg nach Istanbul. Der Weg zieht sich durchs Gebirge und es sind viele LKWs unterwegs, überholen ist an vielen Stellen recht schwierig. Bei Adapazari fahren wir auf die Autobahn und hoffen, dass das die schnellere Möglichkeit ist. Der Campingplatz westlich von Istanbul, Londra-Camping, ist unser heutiges Ziel. Eigentlich wollen wir die südliche Autobahn durch die Stadt nehmen, doch beim Autobahnkreuz vertun wir uns, weil wir der Ausschilderung Flughafen folgen. Es herrscht inzwischen sehr viel Verkehr und wir haben Probleme zusammen zu bleiben. Inzwischen wird es dunkel. Als wir bei Bekirköy die Autobahn verlassen, die Straße ist zeitweilig 6-spurig, wissen wir nicht in welcher Richtung der Campingplatz liegt und verfahren uns restlos. Ein herbeigerufenes Taxi bringt uns auf Umwegen zum Londra-Camping. Der Besitzer zeigt uns die Anlage und abends grillen wir auf der Terrasse. Wir können jetzt, es ist Ende Oktober, noch draußen sitzen. Nach dem Abwasch gibt uns der Herr vom Campingplatz einen großen Begrüßungsschluck (Raki) aus. Dieser zeigt schnell seine Wirkung uns so müssen wir bald ins Bett.

Sonntag 27.10.

Ruth und Horst wollen eine geführte Stadtrundfahrt machen, so sind wir schon um 8 Uhr in der Rezeption. Erschreckt stellen wir fest, dass es erst 7 Uhr ist. Man klärt uns auf: Zeitumstellung. Der Nachtdienst vom Campingplatz telefoniert mit dem Besitzer und der will in einer guten halben Stunde bei uns sein und sich um die Reservierung der Stadtrundfahrt persönlich kümmern. So haben wir viel Zeit fürs Frühstück. Um 8.30h heißt es in der Rezeption: Zeitumstellung –die Tour ist bereits gestartet. So beschließen wir mit öffentlichen Verkehrmitteln in die Stadt zu fahren. Ruth und Horsten wollen sich heute die Hagia Sofia, die Blaue Moschee und das Topkapi ansehen. Peter und ich sind bereits zum 5. mal in Istanbul und haben das Genannte schon mehrfach besichtigt. Wir wollen auf die andere Seite des Bosporus, in die Neustadt. Mit Ruth und Horst vereinbaren wir einen Treffpunkt für den späten Nachmittag. Peter und ich gehen zu Fuß bis zur Galatabrücke, dort essen wir für wenig Lira Fischbrötchen von den Imbissbooten. Auf der anderen Seite der Brücke nehmen wir die „Tünnelbahn“, eine Art U-Bahn, die erspart uns den steilen Aufstieg in die Neustadt. Heute, am Sonntag, scheint in der Neustadt alles auf den Beinen zu sein. Die meisten Geschäfte sind geöffnet und ein Bekleidungsgeschäft reiht sich an das andere. Es gibt viele kleine Restaurants und Cafes. In den Auslagen ist alles appetitlich angerichtet, so dass man ohne Sprachprobleme es gleich auswählen kann. In einem Cafe essen wir Profiterol, eine Art Kuchen. Auf diesen Bisquitteig mit Vanillecreme und flüssiger Schokolade scheinen die Istanbuler ganz „wild“ zu sein, denn man isst es auch im Stehen vor dem Laden. (1 Portion 2,5 Mio. TL). 75% von den hier anwesenden Personen sehen sehr westlich aus und die restlichen so wie ich in Deutschland die Türken kenne: Die Frauen tragen einen langen Rock, haben trotz der sommerlichen Temperaturen langärmlige Blusen an und Kopftücher auf. Eine alte Trambahn fährt die Neustadt immer rauf und runter und wer nicht reinpasst, der hängt sich dran. Zurück an der Brücke nehmen wir uns ein Taxi zur Hagia Sofia, es kostet nur 2 Mio. TL. Als wir am vereinbarten Treffpunkt erscheinen, warten Ruth und Horst schon. Wir haben uns viel zu erzählen und sind auf der Suche nach einem Restaurant für unser Abendessen. Peter findet das uns bekannte„Cennet“. Hier gibt es kleine einfache Gerichte zu zivilen Preisen. Das besondere aber ist die Musik und Folkloreaufführung, denn die Gäste werden vorher mit Kopfschmuck verkleidet und zum Mitmachen aufgeordert. Man sitzt an niedrigen Tischen auf kleinen Hockern und in der Mitte des Raumes backen 2 Frauen unentwegt Gözleme. Wir gönnen uns zum Abschluss noch einen Nachtisch und informieren uns im nahen Hammam über die Preise. Eine Badbenutzung mit Massage kostet 15€ pro Person, Männer und Frauen getrennt.


Montag, 28. 10.

Heute ist Basar-Tag. Wir klönen noch etwas mit den Insassen der gestern angekommenen 5 Mobile von Siwa-Tours. Sie haben eine Syrien-Türkei Rundreise gemacht und heute steht Istanbul bei ihnen auf dem Zettel. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt und beschließen gleich morgens ins Hammam zu gehen, vielleicht ist es noch nicht so voll. Männer- und Frauenabteilungen sind, wie bereits erwähnt, getrennt. Ruth und ich bekommen, nachdem wir unseren Sachen in einen Schrank gesperrt haben, ein größeres gestreiftes Tuch. Dieses schlingen wir uns um die Hüften. Unsere Füße stecken in Holzpantöffelchen. Dann suchen wir das eigentliche Bad mit der warmen Steinplatte auf. Mit uns ist nur eine andere Touristin im Raum. Der Stein hat einen Durchmesser von ca. 4 Metern und wir nehmen auf unseren ausgebreiteten Tüchern, auf dem Bauch liegend, platz. An den Außenseiten des Raumes gibt es in Nischen eingelassene Marmorwaschbecken mit fließendem Wasser (warm/kalt). Über alles wölbt sich eine Kuppel mit eingelassenen Glassteinen durch die das Tageslicht scheint. Ruth und ich quatschen ein wenig und können bei der Wäsche und Massage der anderen Frau zusehen. Zuerst wird der ganze Körper von der Badefrau mit warmem Wasser übergossen und anschließend mit einem schwarzen Massagehandschuh (aus Ziegenhaar) abgerubbelt. Oh, was kommt das für ein Dreck runter! Am Waschbecken wird dann der Dreck abgespült. Wieder zurück am Stein bekommt man eine Schaummassage (grüne Olivenseife) und wird anschließend in den Waschnischen vom Schaum befreit. Das geht mit kräftigem Wasserguss aus kleinen Schüsseln über Kopf und Körper. Anschließend fühlt man sich wie neugeboren. Das ganze dauert so 1 bis 1 ½ Stunden. Im Vorraum erwarten uns schon unsere Männer. Ihre Massage war schon nach kurzer Zeit beendet und im Vergleich zu den Vorjahren war die Massage nicht von guter Qualität. Trotzdem würde ich jedem eine Hammambenutzung wärmstens empfehlen. Nach einer kleinen Stärkung geht es anschließend in den großen Basar. Heute sind auch hier sehr viel Einheimische unterwegs. Morgen ist Atatürk-Tag, der türkische Nationalfeiertag, und viele Leute haben aus diesem Anlass schon seit Samstag frei. Es ist verwirrend die Auslagen der vielen Geschäfte mit Teppichen, Lederwaren, Schmuck, Antikgegenständen und Souvenirs anzusehen. Der große Basar ist der größte überdachte Basar den es gibt. Anschließend gehen wir zum Ägyptischen Basar, dem Gewürzbasar. Ich will für unsere Angestellten noch die türkische Spezialität, Lokum, kaufen. Danach zeigen wir Ruth und Horst die Neustadt. Der Taxifahrer, der uns rauffährt, zockt uns ab. Nach unserem Bummel sind wir hungrig und bezahlen für 4 Personen einschließlich Getränke umgerechnet 30€. Auf dem Weg zur Bushaltestelle trinken wir im Wasserpfeifencafe noch einen Tee und ich versuche einen Zug aus einer Wasserpfeife.


Dienstag, 29.10.

Nationalfeiertag - Trotzdem fahren nachts die Fahrzeuge auf der nahen 4spurigen Straße ununterbrochen. Gegen 8 Uhr frühstücken wir draußen und vorsorgen uns mit Frischwasser. Die Fahrzeuge von Siwa-Tour fahren nach und nach ab. Gegen 9 Uhr starten wir Richtung Griechenland. Am 1.11. haben wir die Fähre von Igoumenitsa mit „Camping an Bord“ nach Venedig gebucht. Wir benutzen zuerst noch eine Art Autobahn, dann Landstraße, streckenweise mit kleinen Schlaglöchern. Im letzen Ort vor der Grenze kaufen wir für die letzten türkischen Lira ein: Brot, Gemüse und Obst. An der Grenze sind mehrere Stempel an verschiedenen Kontrollstellen erforderlich, insgesamt 5-mal. Dann um 14h sind wir in Griechenland. Von hier, bis kurz vor Kavala, ist Autobahn. Der Campingplatz liegt kurz vor der Stadt, direkt am Meer. Gute Ausschilderung, Übernachtung für Fahrzeug mit 2 Personen 14€. Mit dem Taxi fahren wir in die Stadt. Bummeln, sehen das alte Äquadukt und restaurierte Häuser der Jahrhundertwende. Nach einem Restaurant müssen wir uns durchfragen, ansonsten gibt es nur Shoppinggeschäfte und Imbissläden. Wir bestellen das Favoritengericht, die Europreise haben uns wieder, aber auch Preise wie in Deutschland! Zurück am Auto lesen wir noch etwas und gehen früh schlafen, denn morgen wollen wir bis zu den Meteora-Klöstern fahren.


Mittwoch, 30.10.

Nach so viel Schlaf stehen wir schon gegen 7 Uhr auf und -...waschen schon mal das Auto. Von dem ungewohnten Lärm werden Ruth und Horst wach und auch sie fangen mit dem Waschen an. Einiges erledigen wir gemeinsam. Nach der Arbeit springt Peter als erster ins nahe Meer, wir folgen nach und nach. Wir denken das Meer hat noch so um die 22°C. Dann Frühstück im Auto – die Füße wollen gar nicht warm werden. Nach Kavala noch eine kurze Strecke Autobahn, danach führt die Straße am Meer entlang mit schönen Ausblicken, kleinen Feriensiedlungen, die so ganz anders aussehen als die in der Türkei. Gegen Mittag sind wir in Thessaloniki, doch leider haben wir die Umgehungsautobahn verpasst. So geht es einmal quer durch die Stadt, auch ohne Ausschilderung. Nach Tessaloniki bis Veria. Dann auf dem Weg ins Gebirge eine kleine Mittagspause in der Sonne. Von der Gebirgsstraße mit den vielen Serpentinen gibt es immer wieder atemberaubende Ausblicke auf Täler und Hügel, vielleicht mit dem Olymp im Hintergrund? Kurz vor Kozami eine Autobahn bis Grevena, die Hügel werden etwas sanfter und um 17h kommen wir auf dem Campingplatz Vrachos Kastraki bei Meteora an. Zum Abendessen marschieren wir den ca. 1 km langen Weg im Dunkeln nach Kalambaka. Die Kellner sind bei weitem nicht so freundlich wie in der Türkei. Wir finden ein Restaurant, es sind nicht so viele Gäste da, und essen Souflaki. Zurück nehmen wir, weil die Wegstrecke unbeleuchtet ist, ein Taxi.

Donnerstag, 31.10.

Ruth und Horst machen mit ihrem Mobil die Klöster-Tour, wir ziehen Wanderschuhe an und spazieren in das eine Tal. Der Zugang um den Felsen mit Fußweg nach Kalambaka ist durch einen Zaun versperrt. So können wir eine Kirche im Fels und die verlassenen „Felswohnungen“ nur von außen besichtigen. Über einen anderen Wanderweg erreichen wir das Dorf Kastraki und ein Mann erklärt uns auf deutsch den Weg zu einem alten Kloster. Unterwegs läuft uns ein niedlicher kleiner Hund zu. Der muntere Kerl begleitet uns in die Klosterkirche und weiter bergan bis zur Felsnadel. Hier teilt sich der Weg. Wir beschließen den gleichen Weg zurückzunehmen. Im Dorf verlässt uns der Hund, schade! Da wir noch Zeit haben, wir wollen erst mittags weiterreisen, gehen wir noch in ein anderes Kloster. Als wir nach der Besichtigung oben am Eingang stehen sehen wir das Womo von Ruth und Horst um den Felsen biegen. Wir winken, leider blicken sie nicht zu uns nach oben. So müssen wir die vielen Treppenstufen zur Straße hinabsteigen und die ca. 2 km zum Platz zu Fuß laufen. Um 13h Weiterfahrt nach Igoumenitsa. Einkaufszwischenstop am Straßenrand mit Preisen fast wie in Deutschland. Nach dem Abzweig Richtung Iounina wird es sehr gebirgig. Der Afhin Kataras Paß liegt in 1600 m Höhe und über diesen geht der Weg. Für die Strecke bis Iounina von 110 km brauchen wir 3 Stunden. Danach geht es etwas schneller, die Straße ist breiter und die Berge weniger hoch. Auf dieser Strecke gab es viel LKW-Verkehr. Wir erreichen den Hafen gegen 18 Uhr. Beim Fährbüro (Blueferries) informieren wir uns über einen Stellplatz für die Nacht und checken ein. Im Computer sind bereits unsere Daten erfasst. Unsere Autos parken noch im Zentrum, so beschließen wir dort in einem Restaurant zu essen. Horst hat ein „ungutes Gefühl“. Er bemerkt, dass einige junge Leute um unsere Autos herumschleichen. So beschließen wir in einem Restaurant auf der gegenüberliegenden Straßenseite (die Autos im Blick) zu essen. Kaum haben wir das Essen bestellt, als Horst unter unserem Auto eine Person bemerkt –auch ich sehe Füße. Peter und Horst eilen schnell zu den Autos und können auch noch sehen, wie sich die eine Person bei Nähern sich sehr schnell entfernt. Peter holt die nahe Polizei und die leuchten auch noch einmal unters Auto. Wir machen uns so unsere Gedanken: Wollte man uns den Reservereifen entwenden? Wollte sich Jemand verstecken? –Die Grenze von Albanien ist nicht weit von hier. Jedenfalls das Essen schmeckte uns miserabel und auch der Wein. Wir parken die Autos um, in den „neuen Hafen“. Mit uns stehen dort viele Womo und LKWs. Einige davon sehr laut, es laufen Kühlaggregate. Gegen Mitternacht wird es etwas leiser, die Fähre nach Bari startet und viele LKWs fahren mit ihr.


Freitag 1.11.

Kurz nach 5 Uhr klingelt der Wecker, denn bereits um 6 Uhr können wir im Fährbüro die Ankunft unserer Fähre erfahren. Sie soll im „alten Hafen“ ankommen, so machen wir uns auf den Weg. Die Fähre kommt mit Verspätung –oder pünktlich nach ital. Zeit. Gegen 8 Uhr legen wir ab. Die Fähre kam von Patras und die schönsten Plätze von „Camping an Bord“ sind schon vergeben. Es gibt noch reichlich freie Plätze, so können wir uns umstellen und sind ganz zufrieden. Das Essen ist ähnlich wie auf der Hinreise. Aber das Schönste ist, dass man im eigenen Fahrzeug schlafen kann und keine Kabinen benötigt.

Samstag, 2.11

Nach dem Frühstück müssen wir noch die Formalitäten für die Ausreise erledigen. Es herrscht ein „kleines“ Durcheinander, weil niemand so richtig weiß in welchem Salon die Abfertigung stattfinden soll. Ausschiffung ist dann um 8 Uhr ohne Probleme und ab geht’s mit unseren 2 Mobilen Richtung Norden. Kurz vor dem Brenner trennen sich unsere Wege. Ruth und Horst fahren Richtung Garmisch und wir wollen über München es heute bis Nürnberg schaffen. Die Straßen sind frei, so dass wir sehr gut vorankommen. Wir beschließen keinen Abstecher bei unseren Freunden in Nürnberg zu machen und fahren schnurstracks nach Hause. Fahrzeit mit kurzen Unterbrechungen Venedig-Hamburg 14 Stunden.

Anmerkung:
Gesamtkilometer dieser Rundreise in der Türkei ca. 3000 km
An- und Abreise: Hamburg-Ancona/ Venedig-Hamburg ca. 2700 km
Fährgebühren: Ancona-Cesme (Türkei) 850 €
Fährgebühren: Igoumenitsa-Venedig 300 € mit Camping an Bord
Kraftstoffe in der Türkei 1 Liter Diesel ca. 80 Cent
Durchschnittspreis einer Campingplatz Übernachtung pro Mobil mit 2 Pers. Ca. 10 €
Restaurantessen 2 Personen mit Getränken ca. 10 – 15 €
1 Million türkische Lira sind 60 Cent
Temperaturen im Oktober: sommerliche 24 bis über 30°C, nur 2 x ein paar Stunden Regen





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