schliessen

Sardinien - 2008-3

..... eine Insel zum Verlieben

Sardinien… eine Insel zum Verlieben

Tagebuchnotizen 07.10. bis 4.11.2008 von Monika Ambos.......Bilder Peter Ambos.


Unsere Reise beginnen wir mit einem Werkstattstopp in Schlüsselfeld. Das große Hekifenster hat beim letzen Phoenix-Treffen in Hamburg „leck geschlagen“.


bild_453_01.jpg

Mittwoch, 8.10.

Die Werkstatt hat den Schaden schnell im Griff – bereits um 10 Uhr können wir weiter fahren. Abends kommen wir auf unserem Stellplatz in Wien an.

Donnerstag, 9.10., Freitag, 10.10.

Besuch bei unseren Kindern und Enkelkind in Wien.

Samstag, 11.10.

Über die Steiermark, Burgenland und Kärnten verlassen wir Österreich Richtung Italien. Mit Pausen erreichen wir gegen 17 Uhr Treviso. Einen Tunnel mit 3.40 m Höhe schaffen wir ohne Probleme – nur die Funkantenne kratzt ein wenig am oberen Tunnelrand. Einen weiteren Tunnel mit 3.30m umfahren wir geschickt. Der kostenlose Stellplatz am Fußballstadion ist gut besucht- wir entsorgen und stellen uns etwas abseits über zwei PKW-Stellplätze. Bis morgen Mittag müssen wir den Stellplatz geräumt haben, das besagen aufgestellte Verbotsschilder. Wir spazieren in die nahe Altstadt. Um 17.30 Uhr ist es noch spätsommerlich warm, so um die 22 Grad. Bald nach der Stadtmauer kommen wir in ein Gewirr von kleinen mittelalterlichen Gassen, schönen Häuserfassaden und vielen kleinen individuellen Geschäften vorbei. Unser Blick muss alles fotografisch festhalten, denn an einen Fotoapparat haben wir nicht gedacht. Die Geschäfte haben alle geöffnet, Einheimische flanieren durch die Gassen, trinken in Bars einen Espresso oder stehen mit Freunden auf einen Plausch beisammen. Die Schaufensterauslagen sind liebevoll gestaltet und laden zum Kaufen ein. Eine Fahrzeugkolonne von Oldtimern kommt auf dem Marktplatz an, Zuschauer stehen staunend herum oder sitzen vor den Cafes. Rundum: diese Stadt lebt! Und sicherlich hat sie weniger Einwohner als unsere Heimatstadt Glinde. Am Samstagabend scheint alles auf den Beinen zu sein – gut gekleidet und gut gelaunt.


   |   Tages KM: 617

Sonntag, 12.10.

Unser Fährhafen Livorno liegt etwa 375 Km von Treviso entfernt und wir haben ein gutes Tempo. Beim Mittagstopp rechnet Peter den Fährhafen Civitaveccia am Navi aus – 150 km weiter als Livorno, wenn wir ab Florenz die Landstrasse über Siena fahren. Gesagt – getan! Die Landschaft ist auch im Herbst sehr schön. Bis Grosseto gibt es dann eine Schnellstrasse und um 17 Uhr stehen wir bereits im Hafen. Eine Überfahrt mit der SNAV- Fähre: 1 Mobil und 2 Personen mit Kabine kosten bis Olbia/Sardinien 122,50 Euro. Das ist entschieden preisgünstiger als von Livorno aus. Da hätte die Fähre für uns 293,50 Euro gekostet. Im Hafen vertreiben wir uns mit Lesen und Essenkochen die Zeit. Ab 20 Uhr dürfen wir einchecken. Wir kommen als erste auf das LKWDeck. Die Pkws müssen über eine Rampe auf Deck 2. Wir sind erstaunt, wie wenig LKWs mitwollen, liegt das am Sonntagfahrverbot? Mal schauen, wie viele LKWs nach uns an Bord gekommen sind. Pünktlich 22.30 Uhr verlassen wir den Fährhafen und hoffen auf eine ruhige Überfahrt.

   |   Tages KM: 526

bild_457_01.jpgbild_457_02.jpgbild_457_03.jpg

Montag, 13.10.

Fast pünktlich kommt nach 8 Stunden Überfahrt die Fähre in Olbia an. Vor der Ausschiffung besteht die Möglichkeit in der Bar einen Kaffee zu trinken. – Croissant auf die Hand. Alles ist eine wenig umständlich: an der Kasse das Gewünschte bezahlten, dann an dem Tresen anstellen und auf den Kaffee warten. Als wir uns noch im Dunkeln mit dem Mobil durch Olbia kämpfen und einen Supermarkt ansteuern, ist dieser noch nicht geöffnet. Wir parken auf einer geschlossenen Tankstelle und halten ein kleines Nickerchen. Ein Kaffee macht uns wach. Als wir ein zweites Mal zum Supermarkt vorfahren, öffnet dieser just. Wasser ohne Pfandflaschen, Salate, Obst und Brot wandern in unseren Stauraum – jetzt haben wir genügend Vorräte für die nächsten Tage. Als wir kurz nach 10 Uhr auf dem Stellplatz von Ulla und Horst erscheinen, erwarten uns diese bereits mit Dackel Eddy. Gemeinsam sitzen wir bei sommerlichen 23 °C in der Sonne vor den Mobilen. Fast 4 Wochen haben die beiden Sardinien bereist und geben uns wertvolle Tipps über Stellplätze, Badebuchten und Sehenswürdigkeiten. Wir baden im türkisblauen Meer. Zuerst recht kalt, dann nachdem einmal untergetaucht - lässt es sich aushalten. Am frühen Abend schmeißen wir unsere Grills an und drehen danach mit Eddy noch eine Runde durch die Ferienwohnstrassen. Morgen werden sich leider unsere Wege trennen.

   |   Tages KM: 20

bild_458_01.jpgbild_458_02.jpgbild_458_03.jpg

Dienstag, 14.10.

Nach dem Frühstück brechen wir Richtung Süden und Ulla, Horst und Eddy nach Norden auf. Ihre Fähre geht am Freitagabend und bis dahin wollen sie noch auf einem Campingplatz bleiben. Wir nehmen die SS 125 - immer an der Küste entlang. Unterhalb des Städtchens Posada parken wir das Mobil und klettern (gegen Gebühr) auf die Burg. Durch schmale, steile Gassen führt uns der Weg zum Parkplatz zurück. Bei Siniscola fahren wir ins Gebirge des Monte Albo. Die Straße ist gut ausgebaut und es herrscht wenig Verkehr. Serpentinen bringen uns auf 800 m Höhe und von dieser Panoramastrasse treffen unsere Blicke auf karste Berggipfel, mit Bäumen bewachsene Täler, dürre braune Berghänge. Bei Lula kommen wir auf die Schellstr. (SS 131) und bei Siniscola schließt sich wieder der Kreis. Von der SS 125 führen immer wieder Wege, kleine Straßen, Richtung Strand. Am Nachmittag fahren wir bei Cala Liberotta ans Meer – kurz vor Orosei. Bei so viel Strand auf Sardinien muss ich mindestens einmal am Tag meine Füße auf den Strand setzen. Wir finden eine schöne Bucht mit weißen Sand, doch der hoch aufgetürmte Seetang riecht (stinkt) eigenwillig, so dass es sich nur am Wasser aushalten lässt. Die Zufahrt von der Hauptstrasse ist mit vielen Ferienhäusern links und rechts bestückt. Nach kurzem Aufenthalt am Strand (riecht doch sehr eigenwillig), besichtigen wir zu Fuß die Altstadt von Orosei – den Marktplatz und einige Kirchen. Vor einer Lagune machen wir am weiten Strand von Cala di Osalla einen weiteren Stopp. Außer ein paar Pkws parken mit uns zwei weitere Mobile in der Nähe des kleinen Hafens. Jetzt in der Nachsaison und am späten Nachmittag ist der schöne Strand fast menschenleer. Einige Bewohner haben im Hafen ihre Angeln ausgelegt. Zum Schlafen parken wir zum großen Parkplatz um.

   |   Tages KM: 151

bild_459_01.jpgbild_459_02.jpgbild_459_03.jpgbild_459_04.jpgbild_459_05.jpgbild_459_06.jpgbild_459_07.jpg

Mittwoch, 15.10.

Im Binnenland besichtigen wir das Gigantengrab „Sa Ena el Thomes“. Nach schwieriger Suche, stehen wir dann endlich vor dem großen Gemeinschaftsgrab aus nuragischer und punisch- romanischer Epoche. Anhand zahlreicher Grabbeigaben ließen sich die Zeiträume bestimmen. Nicht weit entfernt (mit dem Auto), liegen die Grundmauern von „Serra Orrios“, einem der größten Nuraghendörfer Sardiniens. Außer den verschachtelten Rundhütten gab es noch zwei Tempel. Wir schlendern durch die Steinwüste und versuchen uns vorzustellen, wie es einmal ausgesehen haben mag. Anschließend fahren wir zu der hier in der Nähe liegenden wasserreichsten Quelle Sardiniens „Su Golgone“. Bis zu 300 Liter pro Sekunde sprudeln aus dem Felsen in eine üppiggrüne Oase. Ein Schweizer Taucherteam hat versucht die Quelle zu erforschen. Sie sind 150m senkrecht in die Tiefe getaucht und haben dann leider aufgegeben. Wir umrunden den Ort Dorgali und fahren über Serpentinen in den Fischerort Cala Gonone. Von hier fahren Fischerboote zur Grotta del Blue Marino und schönen Sandbuchten. Der fast weiße Sandstrand von „Cala di Luna“ wird von überhängenden Klippen eingerahmt. Wir würden gerne so eine Bootstour unternehmen, doch leider läuft in der ital. Mittagspause von 12 bis 15 Uhr gar nichts. Wir verschieben die Bootstour auf „ein anderes Mal“ und stärken uns mit einer Pizza in einer der vielen Bars und Restaurants im Hafen. Danach bleibt uns genügend Zeit die Berg–Panorama Str. von Dorgali nach Torfoli mit einigen Stopps zu genießen. An einer einsamen Stelle im Gebirge machen wir Kaffeepause, um die vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten (wie unser Freund Harald immer sagt). Dabei ereignet sich folgender Zwischenfall: Nach der Kaffeepause streue ich die restlichen Kekskrümel auf die Erde und räume das Geschirr ins Auto. Als ich wieder vor das Mobil treten will, sehe ich ein Schwein von der Strasse schnurstracks auf unser Auto zulaufen. Und weil ich nicht weiß, was dieses Schwein so vorhat – bleibe ich erstmal im Auto und schaue mir die Sache aus dem Fenster an. Peter ist mal wieder nicht vor Ort, er erkundet die Gegend und macht Fotos. Das Schwein schnüffelt gemächlich ums Mobil – geht einige Meter in die Walachei und kommt wieder zurück. Ein weiteres Fahrzeug (Pick–up) stoppt und ein Einheimischer mit Feldstecher kommt auf das Mobil zu, inzwischen ist auch Peter zurück. Jetzt erst traue ich mich wieder aus dem Mobil. Mit dem Einheimischen (er ist ein wenig neugierig) unterhalten wir uns mit Händen und Füßen. Die Schweine (Hausschweine) leben hier einfach so frei in der Natur. Dann setzen wir unsere Fahrt fort. Abends besuchen wir einen Stellplatz am Lido Orri und nehmen ein Bad im 22 Grad warmen Meer.

Erkenntnis des Tages: Nicht alle wilden Schweine sind Wildschweine.


   |   Tages KM: 157

bild_460_01.jpgbild_460_02.jpgbild_460_03.jpgbild_460_04.jpgbild_460_05.jpgbild_460_06.jpgbild_460_07.jpgbild_460_08.jpg

Donnerstag, 16.10.

Heute fahren wir in das “wilde Sardinien“, in das Barbagia Sarcidano. Mit seinen Gipfeln bis 1300m wird die Tour als wildromantisch beschrieben. Peter hat nach dem Frühstück die Etappenpunkte ins Navi eingegeben und schon geht es los. Der Ort Barisado soll bekannt sein für üppiges Gemüse und Früchte. Die, so sagt unser Reiseführer, schon an der Strasse preiswert angeboten werden. So früh am morge (9.00 Uhr) finden wir noch keinen Stand und stehen auf einmal mitten im Ort, vor einer recht schmalen Strasse – die kann doch unmöglich unsere für die Weiterfahrt sein - (laut Ausschilderung schon). Links davon ist eine Einbahnstrasse aus der Gegenrichtung mit Zusatztext auf italienisch. Nette Anwohner weisen uns den Weg durch die Einbahnstrasse, weil unser Mobil für die enge Strasse zu breit ist. Danke! Die SS390 windet sich mit vielen Kurven ins Gebirge, wir durchfahren Lanusei. An einigen Stellen kleben die Häuser förmlich am Hang und lassen für die schmale Strasse keine Verbreiterungen zu. Doch die Sarden mit ihren überwiegend kleinen Autos nehmen Rücksicht auf unser Mobil und setzen in engen Durchfahrten zurück. Bald nach Lanusei zweigt sich die Strasse nach Seni (unserem heutigen Etappenziel) und Nuoru. Erfreut schwenken wir nach links bergan, doch schon meckert unser Navi. Wir müssen zurücksetzen und verdammt, gerade jetzt nahen von allen Seiten Pkws. Bei all` diesem Gerangel auf der Strasse schrammt Peter mit der Stoßstange an der Leitplanke entlang. Oh – das Geräusch hat sich aber gar nicht gut angehört. Als wir wieder in Fahrtrichtung stehen, parken wir und besehen uns den Schaden: seitliche Begrenzungsleuchte und Stoßstange beschädigt – das kann teuer werden! Ärgerlich über uns selbst stellen wir fest, das nächste Mal werde ich in solchen Situationen aussteigen und schauen. Nach 5 km sagt das Navi links abbiegen. Vor uns eine schmale einspurige Brücke. Wir scheinen nicht das erste breite Gefährt zu sein das diese Brücke überfährt. Spuren links und rechts an der Leitplanke zeugen davon. Alles geht gut und die Strasse die wir nun fahren sieht ziemlich neu aus. An einer weiteren Weggabelung fahren wir links, weil die Strasse so gut ausgebaut ist. Nach einigen Kilometern kommt uns das ganze merkwürdig vor. Wir vergleichen den größeren Maßstab von unserem Navi mit der Landkarte – wir sind falsch. Irgendetwas stimmt heute nicht, Peter hat die Strecke „immer im Urin“ – weiß immer wo es lang geht. Diese gute Strasse ist auf der Landkarte nur als graue Linie eingezeichnet (bedeutet Feldweg). Es hilft alles nichts, wieder zurück bis zur letzten Weggabelung und nun steil bergan, einspurig mit Ausweichstellen. Wir haben Glück, dies Sträßchen bringt uns, ohne Gegenverkehr, auf den richtigen Weg. Wir umfahren das Foresta di Montarbu. Einsam und wunderschön mit vielen Wandermöglichkeiten. Wegweiser bezeugen das. Wir steigen auf die Nurage Ardasei und bekommen einen Einblick, wie diese Wehrtürme (Reste von 6000 Wehrtürmen stehen noch auf der Insel) einmal ausgesehen haben. Kühe, Ziegen und Schafe grasen links und rechts vom Weg. Ach ja – und dazwischen immer wieder Schweine. Die zerklüfteten Berggipfel werden jetzt zur Mittagszeit von der Sonne beschienen. Wir passieren die kleine Gebirgsstadt Seni und wollen kurz vor Sadali die „Grote de is Janas“ besichtigen. Als wir diese um 12.30 Uhr erreichen, ist der Parkplatz menschenleer, auch keine Pkws. Das Tickethäuschen ist verschlossen. So ein Pech! Unter anderem wird im Reiseführer eine Wanderung zum Wasserfall „Su Sturnu“ vorgeschlagen. In knapp 30 Min. und an einigen Stellen mit Drahtseilen gesichert, finden wir den kleinen Wasserfall. Er eignet sich hervorragend für eine Dusche, Peter muss es sofort ausnutzen, mangels Badehose natürlich ohne. Auf gleichem Weg geht es zurück zum Mobil. Nach kurzer Rast treten wir die Rückfahrt an. Mit „Augen zu“ durch Seni – verdammt eng. Dann geht es in Serpentinen mal auf und mal ab durch die Städtchen Ussassai, Osini, Ullasei nach Jerzu. Auch diese Stadt hat eine enge Durchfahrt. Größere Fahrzeuge dürfen auch hier entgegen der Einbahnstraße den Ort durchfahren. Für LKWs gibt es eine Ortsumgehung, aber wir lieben das Abenteuer. An der SS125 soll es eine Weintankstelle geben. Den einzigen Weinverkauf den wir finden, möchte für seine DOC Weine ab 10.00 Euro aufwärts pro Flasche haben, das ist - für uns Weinbanausen - entschieden zu viel. Am Strand von Torre di Bari finden wir ein nettes Plätzchen in Strandnähe. Peter geht um 22.00 Uhr bei Vollmond baden.

Erkenntnis des Tages: Peter muss mehr trinken, damit es mit dem Urin wieder klappt und wir uns nicht verfahren.


   |   Tages KM: 171

bild_461_01.jpgbild_461_02.jpgbild_461_03.jpgbild_461_04.jpgbild_461_05.jpgbild_461_06.jpgbild_461_07.jpgbild_461_08.jpg

Freitag, 17.10.

Gestern Abend haben wir noch mal den Reiseführer studiert um die Weintankstelle in Jerzu ausfindig zu machen. Preiswert Wein zu tanken - wer möchte das nicht? Am Morgen,wir sind gerade das Auto startklar zu machen, erscheint die Polizei und verweist mit dem Finger „no camping“. Wir deuten an, dass wir ohnehin beabsichtigen weiterzufahren, und sind auch bald startbereit. (Anmerkung: Es sollte das einzige Mal bleiben, dass man uns irgendwo nicht haben wollte.) Somit fällt der beabsichtigte Strandspaziergang flach – zumindest haben wir am Morgen ein Bad im so sauberen Meer genossen. Auf der SS125 geht es weiter Richtung Süden.In Jerzu finden wir die Weintankstelle bei der Winzergenossenschaft doch noch. Alle inzwischen leeren Mineralwasserflaschen werden gefüllt und glücklich rollen wir weiter zum Strand von Puerto Coralla. Hier erwarten uns am endlosen Sandstrand Jürgen, Ilona und Jackie, sowie Klaus, Sabine und Hund. Zur Begrüßung gibt’s Prosecco und als es uns in der Sonne zu heiß wird – ab ins 23 Grad warme Wasser. Am späten Nachmittag kochen wir gemeinsam. Ich habe noch nie so spät Mittag gegessen – Rotwein dazu – fertig ist das Leben unter südlicher Sonne. Faulenzen, Plaudern – einen Kaffee dazu, was es kann es uns wieder gut gehen!

Erkenntnis des Tages: Jeder Tag kann ein Sonntag sein!


   |   Tages KM: 79

bild_462_01.jpgbild_462_02.jpgbild_462_03.jpgbild_462_04.jpgbild_462_05.jpgbild_462_06.jpg

Samstag, 18.10.

Nach Apfelkuchen backen – schließlich ist ja Wochenende – unternehmen wir mit Ilona und Jürgen eine Rollertour, Villaputzo – Muavera – Villasimius. Beim Cappuccino im Straßencafe genießen wir die Sonne, bis am Mittag die Geschäfte alle schließen. Weiter geht es bei strahlendblauem Himmel an der Costa del Rei entlang. Diese im Volksmund genannte Königsküste hat zauberhafte Sandbuchten mit türkisfarbenen Wasser, kleine vorgelagerte Felsen und ist jetzt im Oktober fast menschenleer. Am Capo Ferrato ziehen dunkle Wolken auf und es fängt an zu regnen. Eine kleine Bar bietet uns und Einheimischen Unterschlupf. Gerade richtig für ein kleines Mittagessen und einen Plausch. Wir müssen auch noch einen Kaffee trinken – dann hat sich das Wetter beruhigt und über Sandpiste um das Cap geht es wieder zur Hauptstrasse. Der Regen setzt wieder ein, gut dass ich meinen Regenkombi dabei habe. In Muravera decken wir uns mit Einkäufen im Supermarkt ein. Bemerkung von Jürgen: Fahrt ihr hinter uns, dann könnt ihr alles was wir verlieren wieder einsammeln. Wir haben mal wieder viel zuviel eingekauft. Am Platz erwarten uns die Hundehüter Sabine und Klaus. Bei Dunkelheit sind die Mücken fast verschwunden und wir können mit einem Glas Wein noch draußen vor den Mobilen sitzen. Am Strand leuchten Positionslampen einiger Angler. Selbst als plötzlich der Regen vom Himmel prasselt gehen die Angler nicht heim, wir verziehen uns unter die Markise.

Erkenntnis des Tages: Egal was auch passiert, man muss das Beste daraus machen.




bild_463_01.jpgbild_463_02.jpgbild_463_03.jpg

Sonntag, 19.10. – Montag, 20.10.

Sand – Strand – in der Sonne faulenzen, im Meer baden, Strandspaziergänge, gemeinsam beim Kaffee und Rotwein beieinander sitzen – nachts in den Sternenhimmel zu schauen und über „Gott und die Welt“ zu diskutieren. Schön mit anderen die unsere Sprache sprechen
sich auszutauschen.


bild_464_01.jpgbild_464_02.jpgbild_464_03.jpgbild_464_04.jpg

Dienstag, 21.10.

Heute fahren wir weiter unser Ziel ist Cagliari – Hauptstadt von Sardinien. Ilona und Jürgen, Sabine und Klaus haben auch vor, auf dem Stellplatz (mitten in der Stadt) für eine Nacht zu bleiben. Wir fahren schon mal vor – zuerst über die Schnellstr. Im Binnenland, bald nach dem Tunnel, geht es über Landstr. zur Küste.Bei Solanas treffen wir aufs Meer. Traumhafte Sandbuchten breiten sich aus, und jetzt im Oktober sehen sie menschenleer aus. Die Sonne brennt vom Himmel und trotz Regenansage im Wetterbericht ist noch kein Wölkchen am blauen Himmel zu sehen. Wir passieren die Nurage Diana auf einem Hügel und sehen viele Menschen um sie herum stehen. Die Neugier hat uns gepackt und an einem kleinen Parkplatz halten wir an. Beim Näherkommen erkennen wir, dass junge Leute den Boden rund um die Nurage von Sträuchern und Kraut befreien. Hier sollen weitere Ausgrabungen stattfinden. Eine junge freundliche Frau begleitet uns und erzählt (auf ital.) den Innenaufbau der Nurage. Obwohl wir sie nicht verstehen, können wir uns „alles“ zusammenreimen. Dann geht es weiter mit dem Mobil in die Hauptstadt. Die Hausstrände liegen verwaist, wir sehen nur einige Angler. Die unzähligen Bars, Discos und Restaurants sind in dieser Jahreszeit geschlossen, aber immer im Sommer scheint es hier hoch her zugehen. Unser Stellplatz liegt unweit vom Friedhof – lt. Reiseführer nur 5 Min von der Altstadt und Hafen entfernt. Dieser Stellplatz ist ein Langzeitparkplatz für Einheimische und Parkplatz für hochwertige Pkws. Unsere PhoeniX – Freunde lassen auf sich warten und so machen wir uns schon mal auf den Weg um die Stadt zu besichtigen. Cagliari ist auf zwei Ebenen erbaut: die noch heute von alten Befestigungsmauern umgebene Oberstadt und die Unterstadt mit der Marina. Wir beginnen mit der Oberstadt. Stetig bergan zum Torre dell` Elefante – Piazza Yenne, - beenden bei der Citadella die Musei die Tour, denn um die Mittagszeit ist in Italien alles geschlossen. Auch vor dem Duomo: Santa Maria di Castello sitzen die Handwerker auf den Treppenstufen und ruhen sich aus. Von der Bastione San Remy haben wir einen weiten und schönen Überblick über die Stadt und steigen dann 140 Stufen zur Haupteinkaufsstr. Via Manno hinab. Durch das Hafenviertel mit seinen engen Gassen, kleinen Bars, Trattorias, und Geschäften flanieren wir zu den Arkaden der Via Roma. Hier am Hafen tobt der Verkehr. Trotzdem ruhen wir unsere müden Füße in einem der vielen Cafes aus. Eine dt. Tageszeitung vertreibt uns die Zeit – wir schreiben an Jürgen eine SMS. Sie haben den Yachthafen angepeilt und müssen nun uns erst einmal suchen. Gemeinsam durchstreifen wir die Gassen hinauf zur Oberstadt und können jetzt nach 16.00 Uhr auch einen Blick in den Dom werfen. Zurück an den Mobilen bleibt ein wenig Zeit zum Erholen, bevor wir zur nahen Pizzeria aufbrechen. Nach Pizza aus dem Holzofen und Rotwein steht uns der Sinn! Satt, zufrieden und müde verschwinden wir zurück am Platz in unsere Mobile. An Schlaf ist vorerst nicht zu denken, denn der nahe Sportplatz lärmt vom Training und die einsetzende Musik einer Disco hört erst um Mitternacht auf.

   |   Tages KM: 90

bild_465_01.jpgbild_465_02.jpgbild_465_03.jpgbild_465_04.jpgbild_465_05.jpgbild_465_06.jpgbild_465_07.jpgbild_465_08.jpgbild_465_09.jpgbild_465_10.jpg

Mittwoch, 22.10.

Starkes Gewitter weckt uns schon früh am Morgen. Grelle Blitze und Donner ziehen mehrere Stunden über die Stadt. Heftiger Regen prasselt auf unser Auto, diesmal besteht unser Mobil die Dichtigkeitsprüfung „aller Öffnungen“ am Fahrzeug. Wenn man wie ich, die Stauklappe am Abend nicht verschließt, hat man trotzdem Wassereintritt ohne Ende! Erst gegen 11.00 Uhr hören die starken Regenfälle auf. Gegen Mittag verlassen wir den Stellplatz, die anderen sind schon losgefahren. Bereits in der Stadt werden wir in Hafennähe umgeleitet, die riesigen Wassermassen haben einige Strassen total überschwemmt. Das haben wir gar nicht bedacht, das bei so vielen Strassen, und noch dazu in Hanglage, das Wasser der Regenfälle irgendwo bleiben muss. Meterhoch schießt es aus den Gullydeckeln. So quälen wir uns mit vielen anderen Fahrzeugen mühsam aus der Stadt. Der Industriehafen ist abgesperrt – und somit auch unsere Weiterfahrt auf der SS125. Die Umleitung die wir mit vielen anderen Fahrzeugen wählen, endet vor einer Überspülung. Bis dahin sehen wir schon links und rechts der Strasse Autos, die bis zum Dach im Wasser stehen. Wir parken und machen Kaffeepause. Die meisten fahren riesige Umwege, wie z. Bsp. über Iglesias. Jürgen und Klaus haben diesen Weg eingeschlagen (dank SMS). Die von ihnen angepeilten Strände in Nora (bei Pula) sind nicht anzufahren. Wir warten ab. Ich schreibe am PC: Reisebericht vervollständigen und Ansichtskarten für die Lieben daheim. Als sich immer mehr Autos durch die Fluten wagen, versuchen wir es auch und setzen die Fahrt fort. Der schmale Straßendamm, der das Meer und das Binnenland voneinander trennt, wurde total überspült. Der im Binnenland liegende See, in dem sonst die Flamingos stehen, hat einen Wasserstand von 1 m über Normal. Boote liegen an den Straßenpfosten. Ein Hubschrauber kreist über uns und ein Fernsehteam hält alles fest. Das muss hier wirklich eine Unwetter-Katastrophe gewesen sein – und wir mit dem Mobil mittendrin! (Wie wir später aus den Nachrichten erfahren müssen, gab es auch Tote). Nach wenigen Kilometern endet unsere Fahrt schon wieder. Die Strasse ist gesperrt und soll erst ab 17.00 freigegeben werden. Jetzt müssen wir entscheiden: warten oder großräumig umfahren. Wir warten und mit Blick auf nahende dunkle Wolken habe ich schon ein mulmiges Gefühl – es wird doch hoffentlich nicht weiter (wieder) regnen. Seit dem Mittag haben wie strahlenden Sonnenschein. Nach dem nun auch noch Militär in das Katastrophengebiet fährt, haben wir die Warterei satt – wir verlassen La Maddalena Richtung Norden. Fahren bei Assemini auf die Schnellstr. SS130 – Peter hat als Ziel Porto di Teuleda ins Navi eingegeben – und verlassen diese bei Siliqua. Auf der SS293, die uns stetig bergan ins Gebirge führt, sieht es überhaupt nicht nach „Unwetterkatastrophe“ aus, die Strassen sind trocken und auf den Feldern stehen nur wenige Pfützen. Selbst der Stausee „Lago di Bau Pressius“ ist leer. Richtung Küste, wo das Land flacher wird, wird Gemüse und Wein angebaut. Bei Giba kommen wir wieder auf die SS195. Nach Teulada, wir haben schon 18.00 Uhr, steigt die Strasse nochmals mit Serpentinen ins Gebirge – wir müssen Militärgelände umfahren. Dann endlich kommt der Abzweig zum schönsten Strand der „Costa del Sud“, nach Torre di Chia. Wir stellen nur das Mobil auf einem Parkplatz ab und erkunden im Dämmerlicht diesen schönen Sandstrand – eingebettet von Felsvorsprüngen liegt er geschützt in einer Bucht. Wir übernachten auf dem Parkplatz vor einem geschlossen Campingplatz.


   |   Tages KM: 159

bild_466_01.jpgbild_466_02.jpgbild_466_03.jpgbild_466_04.jpgbild_466_05.jpgbild_466_06.jpgbild_466_07.jpgbild_466_08.jpgbild_466_09.jpg

Donnerstag, 23.10.

Nachts hat es wieder geregnet, auf dem Parkplatz stehen einige größere Pfützen. Wir fahren jetzt die schönste Küstenstraße, von Torre di Chia nach Teulada. Immer wieder sehen wir kleine versteckte Sandbuchten, die aber nur schwer mit dem Mobil erreichbar sind. So eine Strecke muss man mit viel Zeit und dem Roller abfahren. Unser heutiges Ziel ist die Isola di Sant`Antioco, hier wollen wir wieder zu unseren PhoeniX- Freunden stoßen. Als wir den großen Hafenparkplatz von St. Antioco erreichen, sehen wir die beiden Mobile auch schon am Straßenrand parken. Alle ausgeflogen – so gehen wir schnurstracks zur Basilika. Zu besichtigen sind hier in den Katakomben Gräber aus punischer Zeit, teilweise liegen noch Skelette in den Gräbern. Zurück am Parkplatz treffen wir die anderen, sie wollen noch beim Supermarkt
ihre Vorräte auffüllen. Wir steuern schon mal den Süden der Insel, das Capo Sperone an. Stellplatz am Capo – Fehlanzeige. Der letzte Teil ist unbefestigt und geht steil bergab. Hier stehen nur noch Ferienhäuser. So fahren wir ein Stück zurück, zu einem asphaltierten Parkplatz und naher Strandbucht. Gar nicht lange, da kommen auch schon unsere Freunde. Wir beschließen es uns auf dem Parkplatz bequem zu machen. Den Nachmittag verbringen wir mit baden, spazieren gehen und Peter erkundet mit dem Roller die Gegend. Abends, nach der Fliegenplage am Tag, starke Mückenplage.


   |   Tages KM: 95

bild_467_01.jpgbild_467_02.jpgbild_467_03.jpgbild_467_04.jpgbild_467_05.jpgbild_467_06.jpgbild_467_07.jpgbild_467_08.jpgbild_467_09.jpg

Freitag, 24.10.

Peter und ich baden nochmals. Dann heißt es nach dem Frühstück Abschied nehmen – unser heutiges Ziel sind: die Grotte di San Giovanni bei Domusnovas und das Cap Pecora. Die Naturgrotte San Giovanni (830m lang) ist die einzige Tropfsteinhöhle Europas, die man mit dem Auto durchfahren konnte (heute nicht mehr möglich). Die beleuchtete Höhle kann man zu Fuß durchwandern, was sehr eindrucksvoll ist. Hinweis: der Weg zur Höhle ist gut ausgeschildert – doch zurück fehlt scheinbar ein Wegweiser. So geraten wir mitten in die Stadt und kurven durch viele sehr enge Gassen, bis wir aus der Stadt endlich herausfinden. Alles noch mal gut gegangen! Auf dem Weg zum Capo Pecora sollte man einen Stopp beim „Belvedere“ vor Nebida machen. Zwar hat die Bar „Al 906 Operaio“ jetzt im Oktober nicht mehr geöffnet, doch der Spaziergang im Kreis, um einen mächtigen Fels an der Steilküste, ist sehr lohnenswert. Sensationelle Ausblicke auf die Steilküste der Bucht von Porto Flavia und dem vorgelagerten Pan di Zuchero. Um die Mittagszeit erreichen wir die Traumbucht Cala Domestica. Der Parkplatz ist in Strandnähe und so nehmen wir rasch unser Badegepäck und marschieren los. Durch Dünen geht es zum tollen Sandstrand, der sich zwischen Felsenklippen aufspannt. Wir sind ganz allein. Ein begehbarer, aber teils schon ausgewaschener, in den Fels gehauener Weg, führt durch einen kleinen Tunnel in eine weitere kleine Traumbucht. Wir baden im kristallklaren Wasser und brechen erst an späten Nachmittag zur Weiterfahrt auf. Wir durchfahren Buggeru, auch hier ist ein Womo -Stellplatz am Hafen und langer Sandstrand. Über San Nicolo, am Südende der Bucht, kommen wir nach Porfixeddu. Hier geht die Strasse zum Cap Pecona ab. Im Abendsonnenschein genießen wir den Blick auf die Bucht von unserem Stellplatz aus.

Erkenntnis des Tages: Oft kommen die Traumbuchten unverhofft.


   |   Tages KM: 125

bild_468_01.jpgbild_468_02.jpgbild_468_03.jpgbild_468_04.jpgbild_468_05.jpgbild_468_06.jpgbild_468_07.jpgbild_468_08.jpgbild_468_09.jpgbild_468_10.jpgbild_468_11.jpgbild_468_12.jpgbild_468_13.jpg

Samstag, 25.10.

Wir versuchen die Strände der Costa Verde zu erreichen. In unseren gesamten Reiseführern werden alle Wege dorthin für Wohnmobile als schwierig geschildert. Wir entscheiden uns über Ingutosu zu fahren. Obwohl an der Kreuzung die Durchfahrtshöhe und Breite für uns als nicht ausreichend ausgeschildert ist, steht in unserem Reiseführer, dass auch größere Fahrzeuge die Durchfahrt durch ein Fabrikgebäude passieren können. Als wir dann vor der Durchfahrt stehen müssen wir feststellen: für unser Mobil 3.30m hoch, 2,30 m breit, ist es nicht möglich. Das Tor muss schräg angefahren werden – was ist wenn wir stecken bleiben? Es weder vor noch zurück geht? Wir heben uns den Weg für eine spätere Rollertour auf. Also wieder ein ganzes Stück zurück bis eine Möglichkeit zum Wenden gefunden ist. Nun kurven wir weiter durchs Gebirge und müssen auf unserem Weg SS126 das Städtchen Arbus durchfahren. Kleine Gassen führen durch den Ort Richtung Guspini. Nicht immer ist die Ausschilderung für Ortsfremde eindeutig und passend angebracht. Prompt verfahren wir uns und haben Glück im Unglück, denn am Samstagmorgen 10.00 Uhr scheint der halbe Ort noch zu schlafen. Nach Guspini kommen wir in eine fruchtbare Ebene mit Gemüse- und Getreideanbau. In einer der vielen kleinen Orte füllen wir unsere Vorräte wieder auf. Wir durchfahren Oristano und besichtigen in San Giovanni di Sinis eine frühchristliche Kirche, aus dem 6. Jh..Die Römerstadt Tharros ist erst zu einem kleinen Teil ausgegraben. Wir haben schon etliche Römerstädte gesehen, so fahren wir weiter und beschließen uns die kleine Wallfahrtskirche „San Salvatore“ anzusehen. Unter der Kirche existiert noch ein Brunnen aus punischer Zeit. Das winzige Geisterdorf mit seinen Pilgerhütten erwacht einmal im Jahr anlässlich der Prozession „La Corsa degli Scalzi“ zum Leben. Hin und wieder wird es auch als Filmkulisse für Westernfilme benötigt. Auf den großen Parkplätzen beim Strand mit „Sand wie Reiskörner“ finden wir leicht ein Plätzchen. Zur Hauptsaison wird hier der Teufel los sein, jetzt gibt es nur wenige Touristen am Strand. Über Holzbohlenwegen erreichen wir den fast schneeweißen Strand in einer geschützten Lagune. Das Meer ist türkisblau und kristallklar. Aber das besondere sind die glänzenden reiskorngroßen Quarzsteinchen. Nur schwer können wir uns von diesem schönen Fleckchen losreißen. Nur 45 km entfernt liegt im Landesinneren Fordongianus. Hier quillt heißes heilendes Wasser aus der Tiefe, was schon die alten Römer veranlasste sich hier niederzulassen. Im 1. Jh. n. Chr. wurde die erste Therme errichtet. Wir besichtigen sie von außerhalb, durch den Zaun. Alles Wichtige kann man auch von hier sehen. Ein kleines Thermalbad mit 2 Badebecken vor dem Zaun , eins davon wird von Einheimischen zum Wäschewaschen – Füße waschen etc. benutzt. Aus dem anderen wird mit Kanistern heißes Wasser für zu Hause geholt. Gratis – das Wasser kommt mit über 60 Grad C aus der Erde. Zum Baden hat man ganz in der Nähe ein kleines Badehaus eingerichtet. In 3 Räumen, mit je einem aus dem Fels gehauenen Becken. Das Gebäude steht auf den Quellen, die die drei in den Fels geschlagenen Becken speisen. Das Wasser ist klar und leicht salzig. Die Temperatur hier liegt um die 40 Grad. Die Becken sind breit genug für 2 Pers. und der Boden ist mit Kieselsteinen bedeckt. (½ Std. pro Pers. kostet 4 Euro) jedes Becken befindet sich in einem separatem Raum – einer Art Badezimmer. Wir übernachten vor den Thermen.

   |   Tages KM: 170

bild_469_01.jpgbild_469_02.jpgbild_469_03.jpgbild_469_04.jpgbild_469_05.jpgbild_469_06.jpgbild_469_07.jpgbild_469_08.jpgbild_469_09.jpgbild_469_10.jpgbild_469_11.jpgbild_469_12.jpg

Sonntag, 26.10.

Heute ist „Kurverei“ angesagt – eine Fahrt durchs Binnenland – immer wieder über Berge. Das Städtchen Busachi ist am frühen Sonntagmorgen wie ausgestorben. Nach Ula Tirso ist an einer Wasserstelle Frühsport angesagt - 25 Kannen Wasser fassen. Gemeinsam geht’s schneller: ich halte den Eimer unter den stärksten Wasserstrahl – Peter übernimmt diesen Inhalt in eine Gießkanne. So, nun haben wir wieder Wasser für mindestes 7 Tage! Den Stausee Lago Omodeo umfahren wir links und genießen das Panorama. Wir sehen uns die Nurage Losa an. Der imposante Komplex zählt zu den am besten erhaltenen der steinzeitlichen Nuraghier Kultur. Sein etwa 13 m hoher Turm wurde bereits 1000 v. Chr. aus gewaltigen Basaltblöcken errichtet. In Santa Christina besichtigen wir den 3000 Jahre alten „Pozzo sacro“ (heiliger Brunnen). Er ist in seiner komplizierten Konstruktion derart perfekt ausgeführt, dass man sich nicht vorzustellen vermag, wie dies ein steinzeitliches Volk bewerkstelligen konnte. Auf dem Parkplatz für unsere Mittagsrast weist ein Weg zu einem Wasserfall (Gehzeit hinab 10 Min.). Den müssen wir sehen und steigen hinab. Weiterhin sehen wir uns in Tamuli konisch geformte Steinmonolithe an, diese dienten vermutlich religiösen Zwecken. In Sant Andrea Priu gibt es in einer etwa 10 m hohen Felsenwand Höhlengräber. Als wir um 15.00 Uhr ankommen, ist alles verschlossen. Peter beschließt über den Zaun zu klettern, da naht ein Auto und erzögert. Sein Glück, denn aus dem Wagen steigen zwei Mädchen und schließen auf. Wir kaufen die Eintrittskarten und steigen über Treppen zu den insgesamt 20 Gräbern hoch, die im 3. Jtd. v. Chr. entstanden. Darunter ist die Tomba del Capo, die mit 250 m² größte auf Sardinien entdeckte Grabstätte. Die Zeitumstellung beschert uns einen langen Tag – so fahren wir nach all diesen Besichtigungen noch die 50 km bis Bosa. Den Stellplatz (Stadtnah) finden wir erst nach mehrmaligem Lesen und einige male auf und ab, irgendjemand hat den Wegweiser überklebt. Wir machen uns gleich zu Fuß auf den Weg um die Stadt im Dämmerlicht zu erkunden. Sie macht einen interessanten Eindruck. Nur schade das die Restaurants erst so spät am Abend öffnen, so muss ich wieder den Kochlöffel schwingen. Wir bemerken sehr viele Jugendliche auf den Strassen: flanieren, klönen, kokettieren. Peter meint: hier muss ein Internat oder eine Uni sein - oder ist es nur die andere, die südliche Lebensfreude, die alle ins Freie treibt?

   |   Tages KM: 197

bild_470_01.jpgbild_470_02.jpgbild_470_03.jpgbild_470_04.jpgbild_470_05.jpgbild_470_06.jpgbild_470_07.jpgbild_470_08.jpgbild_470_09.jpgbild_470_10.jpgbild_470_11.jpgbild_470_12.jpgbild_470_13.jpgbild_470_14.jpg

Montag, 27.10.

Nach dem Frühstück erkunden wir die Altstadt von Bosa. Wir schauen in die Cattedrale dell` Immcolata, um danach in das enge Gewirr der kleinen Altstadtgassen einzutauchen. Manche so schmal (mit Kieselsteinen gepflastert), dass nicht einmal ein Auto sich darin verirren kann. Das Besondere an dieser Stadt sind die auffälligen Pastellfarben, mit denen die schmalen Häuser angestrichen sind. Wir steigen hinauf zum Castello Malaspina, vom Burgberg soll man einen guten Blick über die ganze Stadt haben. Leider ist ab dem 27. 10. (und das ist heute) die Burg nur an den Wochenenden geöffnet. In einer der zahlreichen Cafes am Markt gönnen wir uns einen Cappuccino und ein Gläschen „Malvasia di Bosa“. Dieser Dessertwein ist über die Grenzen der Insel hinaus bekannt. Einstimmig stellen wir fest: „Was kann es uns wieder mal gut gehen!“ Doch der Tag ist nicht zu Ende. Bei unserer Weiterfahrt nach Alghero (Küstenstr.) ignorieren wir das Schild „Durchfahrt verboten“, wir halten es im vorbei fahren für einen Hinweis auf eine Nebenstrecke. Doch Irrtum – nach 16 km aufwendiger, aber schöner Küstenstr. - bergauf und bergab – müssen wir wenden und einen langen Umweg in kauf nehmen. Wir fahren nun das Binnenland und durchqueren das kleine Städtchen Villanova Monteleone, an einigen Stellen kommen wir ganz schön ins schwitzen. Wie sagt man: Zunge gerade halten und durch. Gott sei Dank um die Mittagszeit ist wenig Gegenverkehr. Gleich nach dem Ort führt eine gute Strasse (in der Landkarte wieder mal nicht eingezeichnet), in vielen Kehren steil bergab, auf die Küstenstr. SP49. Für die 3 km Straßensperrung sind wir 80 km Umweg gefahren! Zwar ist der Stellplatz mit Wegweisern gut ausgeschildert, aber alle Strassen zum Hafen und Innenstadt sind ab 16.00 Uhr für Fahrzeuge ab 3.5 t gesperrt. Jetzt ist es 16.10 Uhr und wie bitte schön, sollen wir den Stellplatz im Hafen erreichen? Wir ignorieren die Schilder und quälen uns bis zum Torre Sa Giacomo vor – hinter uns ein weiteres Mobil aus Frankreich. Ich frage eine äußerst coole Politesse, die fleißig Knöllchen an falsch parkende Pkws verteilt. Gelangweit weist sie mit der Hand in eine Richtung und sagt: Porto. Wenn einer wie wir nicht von hier kommt, wie soll man in dem Straßengewirr den „Porto“ ausmachen? Also wieder die Strasse 20. Sept. hinauf und dann links abbiegen. Jetzt sehen wir auch schon vor uns die Schiffsmasten aufragen. Hier soll der kostenlose Stellplatz liegen. Einige Mobile stehen im Hafen (trotz Parkverbotsschild für Womos) und gleich vis-a-vis ist ein großer Parkplatz, der bei uns im Reiseführer als Stellplatz ausgewiesen ist. 16.30 Uhr die richtige Zeit für eine Stadtbesichtigung. Wir sind erst wenige Meter gegangen, da sehen wir Bekannte (Fam. Ferber, Wohnmobilhändler aus Schwarzenbek), wir kennen seit vielen Jahre aus Glinde. Sie sind auch schon seit 14 Tagen auf Sardinien unterwegs und bei einem Bier tauschen wir Erfahrungen aus. Die Altstadt liegt im Dämmerlicht, als wir (mit einem Stadtplan aus der Touristinfo) losmarschieren. Kleines Kieselsteinpflaster, sieht historisch aus, ist aber sehr unangenehm zum Laufen. Viele kleine Restaurants, Geschäfte und Cafes sind links und rechts der engen Gassen. Vor allem werden in Schmuckgeschäften Korallen in allen Variationen angeboten. Wir streifen einige Kirchen und gehen dann entlang der Promenade von der Bastion Magellano am Meer entlang. Wie schön - der Blick aufs Meer – es ist immer noch angenehm warm. Langsam verspüren wir Hunger und schauen schon mal auf die eine oder andere Speisekarte. Auf der Piazza Civica setzen wir uns auf die Außenterrasse eines Restaurants, heute kocht Peter: - Pizza Bedienungsaufschlag im Freien 20 %. Trotzdem ist alles rappelvoll!

Tipp: In Italien am Abend in die Städte gehen – sich treiben lassen und flanieren- wie es auch die Einheimischen machen!


   |   Tages KM: 137

bild_471_01.jpgbild_471_02.jpgbild_471_03.jpgbild_471_04.jpgbild_471_05.jpgbild_471_06.jpgbild_471_07.jpgbild_471_08.jpgbild_471_09.jpg

Dienstag, 28.10.

Am Vormittag bummeln wir noch ein wenig durch die hübsche Stadt und erledigen in der Markthalle noch ein paar Einkäufe. Als wir ins Mobil einsteigen, sehen wir bereits die ersten dunklen Wolken ums Cap Caccia ziehen. Dort befindet sich die „Grotte di Nettuno“ – eine große Tropfsteinhöhle. Man kann sie mit Booten vom Meer, oder über 654 Stufen vom Parkplatz oberhalb, erreichen. Wir entscheiden uns für die Stufen. Kurz vor dem Parkplatz fängt es kräftig an zu regnen. Um 10.30 Uhr wird der versperrte Treppenweg freigegeben. Wir machen uns mit 16 weiteren Personen, trotz heftigem Regen, auf den Weg über die Treppen hinab zur Höhle. Um 11.00 Uhr beginnt die Führung, auf ital. und englisch. An den Höhlendecken bilden Tropfsteine wahre Stalaktitenwälder und Fantasie anregende Gebilde. Kleine Seen mit kristallklarem Wasser sorgen für optische Täuschungen. In der Höhle herrschen konstant 20° Wärme und 90% Luftfeuchtigkeit. Mit Speziallampen ist die Grotte gut ausgeleuchtet. Der Eintritt pro Pers. beträgt 10.00 € und 150 000 Besucher besichtigen jedes Jahr diese Tropfsteinhöhle. Das wirklich anstrengende erwartet uns danach - 654 Stufen im Regen aufwärts. Nicht weit vom Parkplatz befindet sich ein Panoramaweg, von dem man auf einen vorgelagerten Felsen schauen kann. Das Wetter klart wieder auf und es hört auf zu regnen. Bei Argentiera besichtigen wir von außen die Ruinen eines stillgelegten Silberbergwerks. Handwerker sind dabei es zu restaurieren, im Sommer 2009 will man fertig sein und hier ein Bergwerksmuseum einrichten. Mit dem Mobil fahren wir in die nahe Bucht Porto Palmas. Sie liegt an einer wenig befahrenen Strasse. Wir stehen noch nicht lange, als sich zwei weitere deutsche Reisemobile zu uns gesellen. Peter und ich machen einen langen Spaziergang oberhalb der Klippen. Ab und zu entdecken wir unten kleine versteckte einsame Sandstrände – die zu Fuß oft nur beschwerlich zu erreichen sind. Am Abend sitzen wir gemütlich mit einem Paar, aus den deut. Mobilen, bei uns auf ein Gläschen Wein und berichten von diversen Reisen.

Gedanken: in Deutschland singt man – Alle Stare sind nun fort… Hier sitzen sie zu tausenden auf den Bäumen und Stromleitungen im Umkreis von Alghero.


   |   Tages KM: 59

bild_472_01.jpgbild_472_02.jpgbild_472_03.jpgbild_472_04.jpgbild_472_05.jpgbild_472_06.jpgbild_472_07.jpgbild_472_08.jpgbild_472_09.jpgbild_472_10.jpg

Mittwoch, 29.10.

Das Wetter wird schlechter. Gewitter mit Sturm und Regen. Heute wollen wir den nordwestZipfel „Stintino“ von Sardinien besuchen. Bei Torro Salino sehen wir traumhafte Buchten – nur bei diesem Wetter ist niemand am Strand! Bald nach Stintino kommt das „Cap del Falcone“. Außer einem großen Parkplatz (für Womo verboten) und einigen Feriensiedlungen (jetzt tote Hose) ist nichts los. Das Meer schimmert türkisblau und weiße Gischt krönt die Wellen. Wir blicken zur Insola Asinara, früher war sie die Gefängnisinsel für Mafiosos, heute Naturschutzgebiet. In Porto Torres ist unser zweiter Stopp – nach einigem hin und her finden wir einen Parkplatz an der Strasse. Die Besichtigung der Basilika San Gavino sollte man nicht versäumen. Schon als wir das schmale Sträßchen hinaufgehen, fallen uns die vielen schwarz gekleideten Personen und viel Polizei (wie immer in Gala Uniform) vor der Kirche auf. Heute wird bestimmt eine prominente Persönlichkeit des Ortes beerdigt. Vor dem Gottesdienst können wir noch schnell einen Blick in die Kirche werfen. San Gavino ist die größte romanisch -pisanische Kirche in Sardinien. Spannend hört sich die Legende von 3 Märtyrern an, die in der Krypta ruhen sollen. Sie wurden wegen ihres Glaubens enthauptet und ins Meer geworfen. Jahre ? später spülte die See Körper und Köpfe unversehrt ans Land. An dieser Stelle wurde später das Kirchlein San Gavino a Mare errichtet. Wir nutzen den nun schönen Vormittag für eine kurze Stadtbesichtigung. Viele Geschäfte, Bars und Cafes. In einem Laden (in dem nur Schafskäse angeboten wird) probieren wir ausgiebig beim Besitzer „Sebastiano“. Er spricht ein wenig deutsch und wir kaufen einen kleinen Vorrat ein. Weiterhin erzählt er uns, dass ein deutscher Doktor hier eine Schaffarm mit weit über 1000 Tieren betreibt. Von diesen Tieren stammt der Käse. Nach einer Cappuccino Pause in einem der zahlreichen Cafes, machen wir uns mit dem Mobil wieder auf den Weg. Zu der nicht weit von hier liegenden Opferstätte „Monte d`Accoddi“. Die Pyramide ist der Wissenschaft noch immer rätselhaft. Wir verzichten auf die Besichtigung von Sassari (lt. Reiseführer schmutzig und nicht sehr interessant) und fahren zum Bergstädtchen Osilo. Durch die verwinkelten Gassen der Altstadt steigen wir zum Castello di Malaspina. Von hier genießen wir einen weiten Blick in alle Richtungen. Nach Martis sehen wir Hinweise zum versteinerten Wald. Leider baut man zur Zeit den Parkplatz gewaltig um und auf dem schmalen Feldweg ist parken nicht möglich. So muss ein Blick aus der Ferne genügen. Der Himmel wird wieder dunkler und es beginnt wieder leicht zu regnen, als wir vor Laerru zum „Belvedere Fontana Concula“ in eine schmale einspurige Stichstrasse einbiegen. Oft kommen uns in PKWs Einheimische rasant entgegen – es gibt nur wenige Ausweichmöglichkeiten. So quälen wir uns teilweise durchs Gestrüpp, ein zurück gibt’s nicht mehr, bergan bis zum Picknickplätzchen. Im Sommer mag es hier auf den Bänken unter Bäumen herrlich picknicken lassen, doch für Mobile (8.80 lang) hat man hier kaum ein Plätzchen. Wir sind allein und parken hier (in aller Einsamkeit) am Straßenrand. Ich richte das Abendbrot und Peter macht sich mit der Taschenlampe auf die Suche nach dem Eingang zur Höhle, die hier mitten in der „Walachei“ zu finden sein soll. Nicht gefunden – mit pitschnassen Schuhen kommt er zurück.

Gedanken des Tages: Peter musste mir versprechen nicht alleine in die Höhle abzusteigen! Was sollte ich hier machen, wenn er unauffindbar ist? Imbissmobil am Picknickplatz - denn allein mit dem Mobil hätte ich den riskanten Rückweg nicht angetreten


   |   Tages KM: 162

bild_473_01.jpgbild_473_02.jpgbild_473_03.jpgbild_473_04.jpgbild_473_05.jpgbild_473_06.jpgbild_473_07.jpg

Donnerstag, 30.10.

Nachts sternenklarer Himmel – ab und an tröpfelt es aufs Dach. Der Wind hat nachgelassen und nun ist auch endlich Ruhe auf dem Dach – ein paar Pinienzapfen kullerten immer hin und her. Am Morgen, Peter hat die ganze Nacht über den Eingang zur Grotte gegrübelt, machen wir uns gemeinsam auf die Suche. Peter ist glücklich, denn er findet den Eingang. Dann steigt Peter (ich habe viel zu viel Schiss) bewaffnet mit Stirn- und Taschenlampe, sowie dem Fotoapparat in die Höhle. Ich gebe im 15 Min., nach 30 Min. wäre ich sicher unruhig geworden. Dumpf dröhnt ab und zu die Erde, was ist wenn die Höhle einstürzt? Es geht alles gut und nach 20 Min. krabbelt er total geschafft, aber überglücklich ans Tageslicht. Er musste die ersten 25 m kriechend und in der Hocke zurücklegen (so sieht auch seine Kleidung aus). Dann öffnet sich eine große Halle mit Stalagmiten und Stalaktiten. Die Fledermäuse schwirrten um seinen Kopf. Wir er berichtet war es doch schon ein wenig abenteuerlich, möchte die Erkundigung jedoch nicht missen. Nun fahren wir den uns bekannten Weg zurück – im Ort begegnet uns ein großer Traktor. Glück gehabt, weiter oben wäre es äußerst schwierig gewesen. Unser nächster Halt ist die kleine leider verschlossene Kirche San Pietro di Simbranos. In der Nähe des Kirchenportals sehen wir einen versteinerten Baum. So können wir uns diese Rarität doch noch aus der Nähe ansehen. In unmittelbarer Nähe hütet ein Hund allein eine große Schafherde. Als wir mit dem Mobil vorbeikommen, sind einige Schafe ganz in Mobilnähe, wütend kläfft er uns lange nach. Wir haben ihn wohl bei seiner Aufgabe behindert – so genau nehmen es diese weißen Hirtenhunde ihre Arbeit. Ob am Abend ein gutes Fressen auf sie wartet? Leider ist der direkte Weg nach Sedini gesperrt, so müssen wir über die Nebenstrecke zum „Roccia d`Èlefante“ fahren. Kurz nach dem Abzweig Richtung Castellsardo zweigt dann die Strasse ab. Dieser am meisten fotografierte Stein Sardiniens ist ein Felsklotz in Form eines Elefanten. In seinem aufgebrochenen Inneren wurden drei Felsengräber freigelegt. Castellsardo ist die Stadt, in der scheinbar jeder Sardinienreisende gewesen sein muss. Unzählige, riesengroße Souvenirshops lassen das vermuten – just gegenüber sind die Busparkplätze. Vom Burgberg hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt und die umliegende Strände, sowie zum Hafen. Ein kleines Museum bei der Burg zeigt Korbwaren für alle Bereiche des Haushalts und Berufe (erklärt auch in deutscher Sprache). Auf dem Weg bergab besichtigen wir noch zwei Kirchen. Die Catedrale sant´Antonio o Abate hat sehr aufwändige Altäre, am schönsten: die thronende Madonna mit Kind und musizierenden Engeln über dem Hochaltar. Es ist sehr schön, durch die meist steingepflasterten Gassen zu schlendern. Die langen Treppen emporzusteigen und das Gewirr der dicht stehenden, bis zu dreistöckigen pastellfarbenen Häuserzeilen zu erkunden. Viel Kunsthandwerk und Blumentöpfe mit üppigem Grün stehen vor den Häusern. Wir steuern den nahen Ort Santa Maria Goghinas an, um bei den Thermen di Casteldoria zu übernachten. Die Therme wird zur Zeit renoviert und ist geschlossen. Ein Bad im warmen Fluss ist jedoch möglich. Die Fische springen im warmen Fluss wie verrückt.

Erkenntnis des Tages: Einige Ausflugsvorschläge aus den Reiseführern sind für große Mobile total ungeeignet.


   |   Tages KM: 67

bild_474_01.jpgbild_474_02.jpgbild_474_03.jpgbild_474_04.jpgbild_474_05.jpgbild_474_06.jpgbild_474_07.jpgbild_474_08.jpgbild_474_09.jpgbild_474_10.jpgbild_474_11.jpgbild_474_12.jpgbild_474_13.jpg

Freitag, 31.10.

Für mich eine schreckliche Nacht! Denn ich musste mir erst einmal eine Wärmflasche machen. Möglicherweise habe ich mir im Thermalbad (vor ein paar Tagen) eine Blaseninfektion eingehandelt. In Bosa wollte man uns in der Apotheke nur „alternativ – Präparate“ verkaufen, diese scheinen aber nicht zu helfen. Antibiotikum gab es nur auf Rezept. Wir wollen es heute nochmals in einer anderen Stadt versuchen, vielleicht ist man dort in der Apotheke nicht so „kleinlich“. Das Wetter ist bedeckt – ideal für eine Tour durchs Binnenland. Peter hat die Strecke zum Lago del Coghinas ins Navi programmiert. Bis Erula steigt die Strasse ständig bergan, um bald danach zum Stausee hinabzuführen. Wir fahren durch eine dünnbesiedelte Gegend, immer wieder sehen wir Schafherden und Korkeichenwälder. Zum Picknick ist es zu früh, so fahren wir zügig weiter. Besichtigen das kleine Kirchlein (ein Gärtner schließt das Tor auf) und versorgen uns auf dem jetzt auf der anderen Seite vom Stausee, durch das Gebiet des Monte Limbara. Gegen Mittag kommen wir in dem kleinen Städtchen Tempio Pausiania an. Schnell besorgen wir uns einen Stadtplan, denn um 13.00 Uhr schließen die Geschäfte zur Mittagspause bis 16.00 Uhr. Peter kann gut Pläne lesen, aber dieser bringt ihn schier zur Verzweiflung. Das eine oder andere Sehenswerte entdecken wir dann doch. Die alten Gebäude sind gut „in Schuß“ und die gepflasterten Strassen nur von wenigen Autos zugeparkt. Aber von italienischer Mentalität habe ich für heute genug! Das erste Geschäft, ein Laden mit Keksen, die Verkäuferin macht langsam – langsam. Jede Kundin wird wie eine Königin behandelt und das Gekaufte dann noch fein säuberlich als Geschenk verpackt. Dabei tauscht man sich aus – vielleicht werden noch die Neuigkeiten des Ortes erzählt? Drei mal mache ich einen Versuch. Endlich, kurz vor der Mittagspause, kann ich meine Kekse kaufen. Danach schließt die Verkäuferin den Laden ab. In einem anderen Geschäft telefoniert die Verkäuferin die ganze Zeit mit ihrem Mobiltelefon. Ich stelle ein paar Bilder in den Raum (überlege was ich kaufen soll), drehe dies um schaue das an. Sie telefoniert immer noch! Ich bin die einzige Kundin, unerwünscht? Oder hapert es an der Sprache, dass wir nicht zuvorkommend bedient werden? In der Apotheke verkauft man uns doch noch Antibiotika, na geht doch! Jedenfalls schmeckt uns der Cappuccino in dem kleinen Cafe gut –das versöhnt. Fußmüde kommen wir beim Mobil an, das hatten wir am Ortsausgang auf einem Ver- und Entsorgungsplatz geparkt. Ab dem kleinen Ort Aggius gibt es einen Panoramaweg durch das Valle de Luna. Die Steine hier haben phantasievolle Formen. Peter macht einige Bilder - bei Sonnenschein würde alles noch viel reizvoller aussehen. Bald hinter Trinita sehen wir das Meer. Bei Isola Rossa folgen wir dem Hinweis „Marinedda“ und landen auf einem Strandparkplatz. Heute liegt der Strand einsam und verwaist, es fängt an zu tröpfeln. Die Küstenstr., die wir jetzt befahren, führt entlang der Costa Paradiso – mit pikfeinen Feriensiedlungen. Stellplätze für Reisemobile Fehlanzeige. Auch der in unserem Reiseführer beschriebene Platz zur „Cala Sarraina“ wird schnell einspurig und wir müssen von der Küstenstr. 200 m hinab. Äste vieler Bäume ragen in die Fahrbahn, an geeigneter Stelle drehen wir um. Wie mag es hier im Sommer zugehen, wenn solche Mobile wie wir zum Strand kurven und links und rechts des Wege Autos parken? Horror! Bei ca. Km48 fahren wir bei einer Tankstelle zum betonierten Parkplatz am Strand, umgeben von zwei Campingplätzen die jetzt Winterpause haben. Bevor es dunkel wird, machen wir noch einen kleinen Strandspaziergang und können einen Blick über die große Sandbucht werfen. Der Regen trommelt am Abend wieder kräftig auf das Dach. Wann kommt endlich wieder die Sonne raus?

Erkenntnis des Tages: Mit der Costa Paradiso verhält es sich wie im Paradies, nicht alle haben Zutritt! Hier muss man etwas reicher sein.


   |   Tages KM: 162

bild_475_01.jpgbild_475_02.jpgbild_475_03.jpgbild_475_04.jpgbild_475_05.jpgbild_475_06.jpgbild_475_07.jpgbild_475_08.jpgbild_475_09.jpg

Samstag, 1.11.

So viel Regen in der Nacht und am Morgen weckt uns der Sonnenschein. Wir schauen uns noch ein paar Badebuchten an und fahren dann zum Capo Testa. Wir kümmern uns nicht um das Fahrverbot für Womos und kommen trotz kleiner Baustelle gut durch. Doch dann, kurz vor dem Capo Ende, sehen wir ein Polizeiauto. Die 2 Polizisten sind fleißig dabei Knöllchen an geparkte PKWs zu verteilen. Da hilft nur eins - auf der Stelle drehen und nichts wie weg! Peter gelingt das Wendemanöver auf der schmalen Strasse und schnell brausen wir zurück in den Ort San Teresa Gallura. Jetzt in der Nachsaison sind viele Geschäfte geschlossen – nur die Bars an den Piazza`s sind geöffnet und warten auf Gäste. Wir genießen einen Cappuccino und starten dann zum Capo d`Orso – Bärenfelsen. Doch auch hier um 11.00 Uhr, sind das Kassenhäuschen und der Parkplatz nicht geöffnet. Wir umsteigenden den verschlossenen Eingang und marschieren in 15 Min. den Weg hinauf zum gigantischen Tofinofelsen, der die Form eines Bären hat. Nach Arzachena biegen wir zur Costa Smeralda ab. Dieses Feriengebiet wurde in den 60ziger Jahren von Aga Khan entdeckt und von einem namhaften Architekten aus dem Boden gestampft. Der kleine Ort Porto Cervo mit gleichlautendem Hafen ist mit Cala Volpe das Domizil der Superreichen an der Costa Esmeralda. Im Sommer liegen in den Häfen die dicken Jachten – für Wohnmobile ist alles gesperrt – hier will man uns nicht haben! Erst wo die SP73 das Meer wieder berührt, kommen wir ans Meer. Ein naher großer Parkplatz ist nur mit wenigen Pkws belegt. Wir gönnen uns noch ein paar Sonnenstunden und Peter springt mutig in die Fluten. Um 17.00 Uhr erreichen wir den Hafen in Olbia. Mal sehen, ob wir für heute Abend eine günstige Fährpassage zum Festland erhalten. Der Fährschalter öffnet erst um 18.00 Uhr. Aushänge vor den Schalter geben Auskunft: Moby Line fährt nach Livorno und eine uns unbekannte nach Civitaveccia. Wir erkundigen uns nach den Preisen für eine Überfahrt. Oh Mann – Oh Mann! Das ist hier ja das Doppelte der Hinfahrt und die Fährlinie mit der wir gekommen sind fährt heute nicht. Wir entscheiden uns für Moby Lines nach Livorno, Abfahrt 21.00 Uhr (227.00 €). Schon die Rangiererei an Deck ist haarsträubend. Der Spiegel wird eingeklappt und man muss dem Einweiser vertrauen? Alles ist so eng, so dass ein- und aussteigen fast nicht mehr möglich ist. Als wir dann an der Rezeption unseren Zimmerschlüssel entgegen nehmen wollen, erklärt man uns: Buchung ohne Kabine! Wir haben aber am Ticketschalter ein Ticket mit Kabine bestellt. Doch es nützt nichts, wir können nicht mehr zurück an Land, um den Irrtum aufzuklären. Man notiert uns auf einer Warteliste und um 21.00 Uhr dürfen wir nochmals vorsprechen. Das klappt dann auch, doch was wäre gewesen wenn? Das Autodeck schließt mit dem Auslaufen um 21.00 Uhr und man hätte keine Möglichkeit sich noch mit Decken zu versorgen. Auch Pullmannsitze sind nicht vorhanden, viele Personen sehen wir auf dem Fußboden schlafen. 68.00 Euro bezahlen wir schließlich für die Kabine, groß ausgestattet mit 5 Schlafmöglichkeiten.

Erkenntnis des Tages: Am Ticketschalter alles noch mal Punkt für Punkt kontrollieren, auch wenn noch so viele Leute hinter einem stehen.


   |   Tages KM: 131

bild_476_01.jpgbild_476_02.jpgbild_476_03.jpgbild_476_04.jpgbild_476_05.jpgbild_476_06.jpgbild_476_07.jpgbild_476_08.jpgbild_476_09.jpg

Sonntag, 2.11.

Ruhige Überfahrt. Nur die Klimaanlage macht Probleme, auf warm gedreht schwitzt man wie in der Sauna und etwas runter gedreht ist es zu kalt und man benötigt eine zusätzliche Decke. Um 7.00 Uhr beginnt die Ausschiffung. Da gibt es doch einige Fahrzeuge, abgestellt an wichtigen Stellen, doch weit und breit kein Fahrer. Auch wir müssen rückwärts rangieren, an solchen Trotteln vorbei – noch mal alles gut gegangen! Keine Kratzer, bei diesen wild fuchtelnden Einweisern schon immer wieder erstaunlich. Die Strecke, die nun vor uns liegt, besteht überwiegend aus Autobahn. Wir kommen zügig voran. Schon um 14.00 Uhr fahren wir den Stellplatz am Kalterer See an. Wir haben Zeit bei Sonnenschein die 7 ½ km um den See zu laufen. Überall ist die Apfelernte in vollem Gange Unser Lieblingsapfel „Pink Lady“ ist Erntereif. Peter hat unbemerkt einen gepflückt. Das tun viele der recht zahlreichen Spaziergänger – Äpfel kauend kommen sie des Weges. Morgen werden wir versuchen bei einem Großmarkt in der Nähe ein paar Kisten für zu Hause zu kaufen.

   |   Tages KM: 455

bild_477_01.jpgbild_477_02.jpgbild_477_03.jpg

Montag, 3.11.

Erst beim zweiten Anlauf können wir bei einem Obstbauern eine größere Menge unserer heißgeliebten „Pink Lady“ Äpfel kaufen. Anmerkung: Da gibt es Apfelplantagen ohne Ende und kaum eine Möglichkeit Äpfel zu kaufen – kann man sie nur Klauen??? Langsam treten wir den Weg Richtung Walchsee an. Wir besichtigen die Altstadt von Klaussen, fahren über die alte Brennerstrecke und kaufen am Brenner kräftig ein (großes Outletcenter mit Supermarkt).Rechtzeitig zum Kaffee trinken kommen wir bei unserer Tante Uschi in Walchsee an.

   |   Tages KM: 250

bild_478_01.jpgbild_478_02.jpgbild_478_03.jpg

Dienstag, 4.11.

Bei schönstem Herbstwetter machen wir einen Spaziergang um den See, vorher besuchen wir noch unsere Tante Nanni. Leider haben auch hier fast alle Gaststätten und Cafes „Herbstpause“. Es wird renoviert – oder die Besitzer gönnen sich den wohlverdienten Urlaub, bevor die Wintersaison wieder beginnt. Von Harald und Brigitte haben wir erfahren, dass ihr Auto zwar eine neue Kupplung erhalten hat, aber das Problem noch nicht behoben ist- es ist wohl das Getriebe defekt! Von Jürgen und Ilona hören wir, dass es heute Morgen auf Sardinien gehagelt hat. Hagelkörner so groß wie Eurostücke und beide Reisemobile starken Hagelschaden auf dem Dach und an den Seitenwänden haben. Da ist unsere Schramme an der Stoßstange nur – pille-palle.

Anmerkung:

Sardinien ist ein tolles Urlaubsziel, besonders ab Mitte September gibt es kaum noch Beschränkungen. Es gibt unglaublich viele schöne Sandstrände und Buchten. Die meiste Zeit hatten wir schönes Wetter. Es hat auch mal nachts geregnet und einige Tage waren bedeckt, mit hin und wieder Sonnenschein. Die Temperaturen waren meistens um die 25° Grad C. Wassertemperaturen 22 bis 23°. Trinkwasser bekommt man fast überall in guter Qualität an Quellen und Wasserhähnen am Straßenrand. Wir haben die meiste Zeit frei gestanden, nur einmal hat uns die Polizei am Morgen freundlich gebeten weiter zu fahren. In Ortschaften geht es manchmal eng zu, aber die Bewohner können damit umgehen und nehmen auch mal Rücksicht. Einkaufen ist problematisch, weil die Geschäfte tagsüber meist von 12.00 bis 17.00 Uhr geschlossen sind. Kraftstoffpreise sind so wie bei uns. Alles in allem ist Sardinien eine Insel zum Verlieben!

schliessen