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Marokko - 2009-1

Ein Reisebericht von Monika Ambos Bilder Peter Ambos

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Mittwoch, 25. Febr.

13.00 Grau in grau, so verabschieden wir uns aus Glinde. Die A1 über Bremen ist dicht und wie so oft beginnen wir unsere Reise in den Süden mit Staus. Die 392 km bis Remscheid legen wir mit Pausen, in 6 Std. zurück. Beim Reisemobilhändler Pauli finden wir, kurz vor dem Abschließen, einen Stellplatz für die Nacht.

   |   Tages KM: 392

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Donnerstag, 26. Febr.

Auch am Morgen ist immer noch alles Grau. Erst geht’s über die A1 bis Blankenheim, dann über die B51 Richtung Trier. Noch 4 Wochen bis Frühlingsanfang. Wenn die braunen Wiesen dann grün sein sollen, muss die Sonne sich bald mal zeigen. „Werft ab alle Sorgen und Qual faldera und….“ Landschaft abseits der Autobahn genießen. Angekommen in Frankreich durchqueren wir kleine Orte, die wie ausgestorben da liegen. Doch immer gibt es einen Bäcker und einen kleinen Lebensmittelladen. Jetzt um die Mittagszeit ist alles geschlossen. Die Leute hier betreiben Landwirtschaft, erst in der Nähe von größeren Städten sehen wir Fabriken. Nach Toul verlassen wir die Autobahn und nehmen die gut ausgebaute N74. Im Ort Langres finden wir einen ebenen Parkplatz an der alten Stadtmauer. Diese Mauer umgibt den alten Stadtkern. Viele Gebäude wurden aus grauem Stein im 18. Jh. erbaut. Es gibt hier sogar eine Kathedrale, einige Geschäfte für Bekleidung und Souvenirs. Auf unserer Stadtbesichtigung entdecken wir einen Campingplatz, jetzt im Winter geschlossen. Er befindet sich innerhalb der Stadtmauern, das Tor ist geöffnet und somit ist er als Stellplatz geeignet. Nach unserem Stadtspaziergang parken wir um, mit uns steht ein weiteres Mobil auf dem Platz. Ein ruhiges Plätzchen.


   |   Tages KM: 494

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Freitag, 27. Febr.

Heute ist Wochenmarkt auf dem großen Parkplatz vor den Stadtmauern. Wir kaufen frischen Fisch und Salat. Beim Bäcker noch schnell ein Baguette, und dann geht es wieder auf Tour. Wir umfahren Dijon mit der mautfreien Autobahn Richtung Autun. Nun befinden wir uns in der Bourgogne, dem nördlichen Burgund. Hügelige Landschaft eingebettet in Wiesen auf denen weiße Rinder grasen (bekannt durch das wohlschmeckende Fleisch). Das erste Grün will heraus – und die Sonne wärmt schnell das Wageninnere. Die Temperaturen steigen auf 22° C – Herrlich! Kleine beschauliche Orte, alle 5 km ein kleines Chateau (Schloss) – es können doch nicht alles königliche Herscherhäuser gewesen sein. In Deutschland würde das unter den Begriff „Gutshaus“ fallen. Die Ländereien hier scheinen mit Viehzucht noch finanziell etwas abzuwerfen. Mittags bei der Rast wird mal wieder eine kleine Reparatur durchgeführt. Das Magnetventil für die Wasserzufuhr der Toilette klemmt mal wieder (vor einem Jahr auf der gleichen Route, gleiches Problem). Unsere Route geht heute über Moulins, Gueret, Limogenes bis Perigueux. Hier finden wir einen kostenlosen Stellplatz an der Stadtmauer. Abends spazieren wir durch die mittelalterlichen Straßen. Morgen wollen wir bei Tageslicht alles ausführlich erkunden.

   |   Tages KM: 580

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Samstag, 28. Febr.

Mit einem Plan aus der Tourist Information (dt. Sprache) bummeln wir durch die engen Gassen. Wir sehen viele unter Denkmalschutz stehende Gebäude aus dem 17. und 19. Jh, alles überragt der byzantinische Dom Saint Front. Auf vielen Plätzen ist hier heute Markttag. Unter bunten Schirmen werden landwirtschaftliche Erzeugnisse der Region appetitlich angeboten. Die Sonne wärmt und in unseren Winterjacken fangen wir langsam an zu schwitzen, sind doch einige Leute nur in leichter Kleidung unterwegs. Das Thermometer steigt heute auf 21°. Wir setzen unsere Fahrt auf mautfreien Strecken fort. Mal auf Autobahnen - mal auf Landstrassen, die meistens sehr gut ausgebaut sind. Es blühen bereits Mimosen und Mandelbäume. Es riecht nach Frühling. Kurz vor Biarritz wollen wir den Atlantic erreichen. Schwenken dann um und fahren den Stellplatz „Milady“ südlich von Biarritz an. Dazu müssen wir durch die oft engen Strassen vom Stadtkern Biarritz kurven. Als wir dann endlich den Stellplatz erreichen, ist dieser völlig überfüllt. Einige bekommen ja mal gerade ihre Tür auf. Dies ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Du meine Güte – hat heute Frankreich Frühlingsferien bekommen? Schon unterwegs waren uns die vielen Reisemobile aufgefallen. Beim besten Willen – es findet sich für uns kein Plätzchen und wir müssen neu planen. Es ist inzwischen bereits 18.00 Uhr, entweder 30 km zurück, dort soll es noch einige Stellplätze geben, oder weiter in Richtung Spanien und nach Stellmöglichkeiten Ausschau halten. Wir orientieren uns in Richtung Spanien. Alle Parkplätze re. und li. der Strasse sind mit Höhenbeschränkungen ausgerüstet und für uns nicht passierbar. Wir steuern einen ausgeschilderten Campingplatz an und landen in einer Sackgasse zum Meer, vom Campingplatz keine Spur. Auf dem Parkstreifen steht bereits ein span. Mobil. Es ist nun 19.00 Uhr und es wird dunkel, so bleiben wir hier und hoffen, dass uns niemand vertreibt. Dabei hätten wir so gerne morgen einen „autofreien“ Tag in Biarritz verbracht. Das wird wohl nichts.

   |   Tages KM: 333

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Sonntag, 1. März

Unser Übernachtungsplatz hat sich als ein ruhiges kostenloses Plätzchen herausgestellt. Von hier sind Spaziergänge Richtung Strand und weiter durch Ferienanlagen auf befestigten Wegen möglich. Heute am Sonntag sind trotz bedecktem Wetter viele Jogger unterwegs.Unser heutiges Ziel liegt irgendwo in der Gegend nach Madrid, etwa 550 km. Obwohl wir über die (gebührenfreie) Autobahn fahren, kommen wir nur bis Buitrago kurz vor Madrid. Denn am Nachmittag kommt starker Regen auf, die Autobahn steigt auf 1400m an und auf den Bergen (2400m hoch) liegt Schnee. Einige schwere Unfälle auf der regennassen Strasse verzögern die Fahrt. Nachdem auch noch ein Lastwagen vor uns, bei einer Vollbremsung beinahe auf einen Stau auffährt und quer steht, beschließen wir die Autobahn zu verlassen und einen Übernachtungsplatz zu suchen. Wir sind überrascht was sich hinter den alten Mauern von Buitrago alles verbirgt: alte Kirchen, gepflegte Gassen, kleine Restaurants und ein Cafe mit leckerem Gebäck. Zum Espresso gibt es eine Gratisprobe. Bei einer kleinen „Openair“ Tankstelle ist unser Stellplatz für die Nacht, - wir fühlen uns fast heimisch.

   |   Tages KM: 425

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Montag, 2. März

Vor uns liegt überwiegend Autobahn bis Granada – um Madrid herum mit starkem Verkehr. Tagsüber ist es diesig und nur noch um die 14°C warm, am Nachmittag setzt wieder Regen ein. Der Campingplatz Reina Isabel, außerhalb Granadas (la Zubia), hat fast keine Stellplätze mehr. Überwiegend stehen hier Caravans, aber auch Zelte. Bei diesem Dauerregen und aufgeweichtem Boden bestimmt kein Vergnügen.

   |   Tages KM: 508

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Dienstag, 3. März

Vor dem Campingplatz hält der Bus und fährt in knapp 20 Minuten nach Granada. Ein Kleinbus befördert Touristen zur Alhambra hinauf. Die Alhambra ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Spaniens und hat vier Attraktionen: Festung, Paläste, Gärten und Palast Karl V. Auf dem Campingplatz haben wir bereits die Führung (13.30 Uhr) durch die Nasridenpaläste vorgebucht. So haben wir noch Zeit uns das Generalife –Sommersitz und Gartenanlage der maurischen Könige- anzusehen. Ohne Regen und bei Sonnenschein muss es noch schöner sein. Ältester Teil der Anlage sind die Festung Alcazaba (9 Jh.). Dahinter befinden sich die Nasridenpaläste mit den ehemaligen Audienz- und Gerichtssälen der arabischen Herrscher, sowie ihren Privatgemächern. Daran angrenzend der mächtige Renaissancepalast des christlichen Königs Karl V. Auf einem Hügel gegenüber der Alhambra liegt das Altstadtviertel Albaicin. In diesen Stadtteil sollen sich die Mauren nach ihrer Vertreibung von der Alhambra 1492 zurückgezogen haben. Von der Kirche St. Nikolas hat man den schönsten Blick auf die Alhambra. Ein weiteres Muss in Granada sind: die Kathedrale Santa Maria Encarnion, der frühere arabische Markt Alcaiceria und die Karawanserei Corral de Carbon. Die vielen Plätze werden im Sommer durch die Touristen vor den unzähligen Cafes und Bars stark bevölkert sein - heute bei Dauerregen: alles tote Hose.

Kleiner Zwischenfall auf der Damentoilette einer Cafeteria. Als ich mir die Hände waschen und trocken föhnen will, entdecke ich einen wertvollen Platin- Brillantring auf der Ablage. Was machen – liegen lassen und auf die Besitzerin warten lassen? Die Toiletten werden von so vielen Touristen aufgesucht und ob die alle ehrlich sind? So gebe ich den Ring bei der Leitung der Cafeteria ab – in der Hoffnung dass die ehrlich sind und ihn der Besitzerin aushändigen. Was hättet ihr gemacht?


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Mittwoch, 4. März

Granada – Malaga – Marbella – Algeciras, nur Essenspausen unterbrechen unsere Fahrt. Der Sturm nimmt an Heftigkeit zu und auf dem Parkplatz bei Lidl stehen mit uns viele Mobile. Wir tätigen notwendige Getränkeeinkäufe und schauen noch einmal was Carrefour zu bieten hat. Dann parken wir um. Hier vor Lidl die ganze Nacht durchgeschüttelt zu werden erscheint uns nicht als wünschenswert.

   |   Tages KM: 275

Donnerstag, 5. März

Wir verbringen eine ruhige Nacht, im Windschatten der Fabrikhallen bei Carlos. Aus dem Fenster können wir beobachten, dass es immer noch stürmt. Mit dem Mobil brechen wir auf um uns Gibraltar anzusehen. In unserem Reiseführer ist zu lesen, das man am besten für diese Tour eines der vielen „Besichtigungstaxis“ nimmt. Auf einem großen Parkplatz vor Gibraltar stellen wir unser Mobil ab. Mit einem kleinen Minibus - nur für uns zwei – geht es auf Besichtigungstour. Paul, unser Fahrer, legt eine deutschsprach. CD ein, erklärt uns andere wichtige Details in englisch. Zuerst überqueren wir die Flugzeuglandebahn, die die Landstr. nach Spanien kreuzt. Heute hat Gibraltar königlichen Besuch – Prinzessin Anne ist hier. Genau 426 Meter ist „The Rock“ hoch und rund 6,5 qkm² misst die Halbinsel, auf der rund 30000 Menschen leben. Wir halten bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. 1.) Aussicht auf den Europa Point, mit Blick nach Afrika. 2.) St. Michaels Cave – Tropfsteinhöhlen – die heute als Konzertsaal genutzt, wegen der guten Akustik. 3.) Berberaffen. 4.) Upper Galleries – Tunnelsystem aus dem 18. Jh., an der Nordseite des Felsens. Ein per Hand in den Felsen gehauenes System von Tunneln (18 Männer benötigten 5 Wochen für 25 Meter). Englischsprachige Hinweistafeln erläutern die einzelnen Punkte, sogar die Essens Rationen sind aufgelistet. Unser Fahrer beherrscht diese schmale und steile Strasse wirklich meisterhaft, oft muss er in Kehren zurücksetzen. Kurz vor dem Zentrum lässt er uns aussteigen, denn ein langer Verkehrsstau zwingt für längere Zeit anzuhalten - ist Prinzessin Anne unterwegs? Wir können die Ursache ein wenig später zu Fuß passieren, ein Rettungswagen blockiert die Strasse. Die Main Street ist Haupteinkaufsstrasse Nr. 1, es wimmelt nur so von Touristen. Unzählige Shops mit alkoholischen Getränken, Tabakwaren (günstig), Schmuck, Bekleidung und mit Artikeln – die niemand benötigt, warten auf Käufer. Es riecht nach Fritten und wir bekommen Hunger. Vor einem Restaurant können wir überdacht draußen sitzen und „Fisch and Chips“ genießen. Polizeiaufgebot lässt uns stutzig werden. Im Gebäude uns gegenüber trifft, wie wir erfahren, königlicher Besuch ein. Auch wir recken unsere Hälse, können aber Prinzessin Anne nicht erblicken. So geht das eine geraume Zeit, bis es uns zu dumm wird und wir weiterspazieren. Alle anderen „königstreuen“ Schaulustigen harren aber aus. Die Sonne kommt raus und tatsächlich gehen doch schon etliche Frauen barfuss in Sandalen und Männer hemdsärmelig. Engländer! Wir fahren zurück zu „Carlos“ und erwarten unsere Mitreisenden. Die treffen dann auch nach und nach ein. Gemeinsam kaufen wir Tickets nach Ceuta und staunen über die angestiegenen Preise- 250 Euro Hin- und Rücktour (letztes Jahr waren es nur 100 €). Als kleinen Trostbonbon erhalten wir jeder eine Flasche Sekt, Kuchen und eine Dose Kekse. Am Abend bei uns im Mobil: Kleiner gemeinsamer Absacker – und recht früh liegen alle in den Betten. Es sollen im Hafen etliche Mobilfahrer auf die Überfahrt warten, ihnen erschien heute die Passage als zu stürmisch.

   |   Tages KM: 32

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Freitag, 6. März

Wir haben Glück, der Sturm legt sich gegen Morgen und sogar die Sonne lässt sich blicken. Im Hafen von Algeciras angekommen, können wir sofort alle auf eine Fähre und diese legt augenblicklich ab – soviel Glück hatten wir noch nie! In knapp 40 Min. erreichen wir Ceuta. Die Grenzkontrollen nach Marokko werden recht zügig (mit Hilfspersonal) abgewickelt. 60 km sind es bis Tetuan. Auf Wunsch unserer Mitfahrer wollen wir eine Stadtführung durch die Medina mit Führer unternehmen. Dieses Mal fahren wir den Parkplatz von der anderen SeiteTetuans an und müssen höllisch aufpassen, denn wie so oft in Marokko, sind die Straßennamen nicht vermerkt. Mit einer Prise Glück erkennen wir einen markanten Platz – von hier geht es direkt zum großen Parkplatz im Zentrum. Im hinteren Teil gibt es eine separate Ecke für Mobile. Bei der Einfahrt haben wir auch sogleich unseren Stadtführer vom letzen Jahr erkannt. Kaum haben wir alle eingeparkt, so erscheint dieser und will uns seine Dienste anbieten. Wir haben die Zeitumstellung in Marokko nicht bedacht und gewinnen eine Stunde, diese nutzen wir für die Mittagspause. Außerdem benötigen die zwei Hunde, Eddy und Rillo, etwas Auslauf. Pünktlich um 13 Uhr beginnen wir mit unserem Stadtführer die Tour. Der Preis ist akzeptabel – 10 Euro für 2 Stunden. Wie bereits beim letzen Mal führt er uns durch die Medina mit all ihren engen Gassen - an den Rifbäuerinnen vorbei, mit dem wenigen Gemüse der Saison, Geschäfte des täglichen Bedarfs, Handwerkern und typischen Wohnvierteln. Zum Abschluss trinken wir Kaffee in einem Straßencafe. Zu Peter, der mit dem Rücken zum Gehsteig sitzt, tritt ein ärmlich gekleideter Mann. Peter denkt, ein Bettler, und schenkt ihm einen Kuchen vom Kuchenteller. Während dieser seine Hand öffnet, fällt ihm eine grünliche Kugel aus den Fingern auf den Gehsteig und rollt fort. Hecktisch beginnt der Mann danach zu suchen: auf dem Gehsteig, unter dem Tisch, unter dem parkenden Auto. Endlich hat er sein Kügelchen (Rauschgift) wieder und zieht von dannen. Ich bin erleichtert, wird doch der Besitz von Rauschgift bei Touristen hart bestraft. Bis zu unserem heutigen Übernachtungsziel Chefchaouen sind es durchs Rifgebirge 60 km. Die Straßen sind ausgewaschen von den starken Regenfällen der letzen Monate. In 600 m Höhe liegt der reizvoll angelegte Campingplatz. Heute überbelegt, denn zwei geführte Gruppen (15 ital. und 7 dt. Mobile) stehen mit Individualreisenden dicht an dicht. Gleich beim Eingang müssen wir einparken, mit starker Geräuschkulisse aller eintreffenden Besucher und zweier großer „Wüsten LKWs“. Unser Stellplatz liegt gegenüber der Jugendherberge. Einige Jugendliche sitzen bis spät nach Mitternacht vor einem offenen Lagerfeuer und diskutieren. Es fehlt nicht viel und ich möchte aus dem Alkovenfenster „Ruhe“ schreien.

Eindruck von Günter (Erstfahrer Markokko): ein bisschen chaotisch, aber o.k. – freundlich mit offener Hand.


   |   Tages KM: 116

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Samstag, 7. März

Chefchaouen im Nebelregen. Ein Großteil der Gruppe nimmt den Treppenweg, die Abkürzung in den Ort. Ich fahre mit Michael und Brigitte im Taxi. Heute ist mir nicht nach Regensteinchen – Stolpersteinchen, die Stufen sind mir noch gut in Erinnerung. Der Platzwart kann uns kein Taxi rufen, das Telefonnetz in Marokko wird umgestellt und es gibt Probleme – auch mit Michaels Handy erreichen wir nichts. Zu Fuß gehen? Wir sehen nicht weit entfernt ein Taxi entlang fahren und stoppen das Taxi. Die einheimische Kundin hat nichts dagegen, dass wir drei auf dem Rücksitz Platz nehmen. Am Bab el Adin erwartet uns bereits der Rest der Gruppe. Gemeinsam geht es nun auf Entdeckungstour durch die Medina. Chefchaouen ist wegen ihrer schönen Lage über dem grün leuchtenden Flusstal des Lahou im Schutze steiler Felshänge und wegen ihrer anmutigen, gut erhaltenen Altstadt eine der sehenswertesten Kleinstädte Marokkos. Mittags genießen wir auf der Aussichtsterrasse des Restaurants „Aladin“ ein reichhaltiges leckeres Menü. Peter macht eine Wanderung zur Moschee auf dem Berg, die anderen legen den Weg mit dem Taxi zum Platz zurück. Inzwischen klart das Wetter auf. Der Nachmittag steht für alle zur freien Verfügung.

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Sonntag, 8. März

Heute fahren wir eine uns noch unbekannte Strecke: Chefchaouen – Qued-Lao, ans Mittelmeer. Die N16 am Meer entlang bis El Jebha. Dann weiter wie die Strassen es hergeben, entweder weiter an der Küste oder durchs Rifgebirge zur N2 bis Al Hoceima. Bereits um 8.30 Uhr sind alle startklar. Wir sind noch keine 20 Min. unterwegs, da ist der erste Einkaufsstopp fällig: ein Töpfereistand an der Strasse. Keramikwindlichter, für jede Familie ein Exemplar. Der Verkäufer nennt den Preis und wir fangen an zu feilschen, bis der Preis für beide Teile akzeptabel ist. Nur wo sollen wir die höchst zerbrechliche Ware in unseren Mobilen lagern? Die kleinen Ortschaften, durch die wir jetzt fahren, liegen zum Teil noch im Nebel. Das Land hier ist sehr fruchtbar und grün. Viele Kinder am Straßenrand winken uns freundlich zu. Frauen, in der Tracht der Rifbäuerinen, tragen Bündel von Tierfutter oder Brennmaterial auf dem Rücken zu ihren Häusern. Die Männer sitzen überwiegend am Straßenrand oder vor den Cafes. Am Meer wird die Strasse schmaler, ist aber immer noch gut. Die dunkelsandigen Strände liegen jetzt in der Vorsaison einsam da, nur einige Fischer befinden sich am Wasser. Dann schlängelt sich die Straße durch das Binnenland, hinauf ins Gebirge. Stellenweise ist die Straße von Erdrutschen verschüttet, einspurig geht es dann weiter. Die Landschaft die wir jetzt durchfahren, gibt oft den Blick auf das Meer frei. Bei El Jebha beschließen wir eine Mittagspause einzulegen. Unser Reiseführer gibt den Tipp im Ort frischen Fisch zu kaufen und ihn im „Restaurant“ nebenan grillen zu lassen. Vor dem kleinen Restaurant rücken wir die Tische in die Sonne, während unsere Fische zubereitet werden. Nicht lange, dann stehen 2 Teller mit gebratenem Fisch vor uns. Wir lassen uns die Fische schmecken. Jemand aus unserer Runde meint, nicht alle unsere Fische wären gebraten auf unserem Tisch gelandet. So macht Günter sich auf den Weg und kommt mit Nachschub – einem großen Teller mit leckeren Sardinen. Auch die putzen wir restlos alle weg. Ach wie ist es doch schön: in der Sonne mit Freunden zu sitzen, zu essen und zu reden. Bevor wir uns um 14.30 Uhr entschließen weiter zu fahren, holen wir bei der örtlichen Polizei Informationen über den Straßenzustand der vor uns liegenden Strecke ein. Auskunft in schnellem französisch: Küstenstr. verschüttet – Straße nach Ketama erst 20 km Piste, dann gut. So treten wir frohen Mutes die Fahrt an. Vor uns eine breite schwere Schotterstrasse im Bau, die sich zieht. Gott sei Dank ist heute Sonntag und die Baufahrzeuge stehen ruhig am Straßenrand. Dann eine Weggabelung – mit uns sind nur Pkws unterwegs. Wir fragen nach Ketama und nehmen den Abzweig rechts, der Pkw Fahrer will auch in die Richtung und fährt voraus. Wir hinterher, auf schmaler, teils weg gebrochener Teerstrasse mit Schlaglöchern und scharfen Abbruchkanten. Manchmal ist die Strasse schmaler als das Auto so balancieren wir durch die Landschaft. Wir quälen uns immer höher bis auf 1650m, oft Schlaglöcher so tief, dass unsere Fahrzeuge immer wieder aufsetzen. Kaum glauben wir haben das Schlimmste hinter uns, so kommt an der nächsten Ecke eine noch schlimmere Stelle. Wann hört endlich diese Wegstrecke auf? Wann erreichen wir die N2, die Hauptstr.? Sogar Restschnee liegt hier noch. Ich mag mich gar nicht mit den anderen über Funk unterhalten – ich kann mir vorstellen, dass bei allen die Stimmung auf dem Tiefpunkt ist. Dann endlich, nach 3 Std. für 60 km, ist die Hauptstrasse erreicht. Nun wollen alle nur noch eins: Strecke schaffen und die letzten 100 km bis Al Hoceima möglichst schnell zurücklegen, bevor es dunkel wird. Die Strasse ist gut, aber durchs Gebirge – mal rauf, mal runter, mal Nebel - geht es doch nicht so schnell. Es ist schon dunkel, als wir in Al Hoceima den Campingplatz suchen. Erst die 2. Nachfrage bei einem Polizisten gibt Aufschluss - der Platz ist geschlossen. Doch die Polizisten lesen in unseren Augen die Frage wohin? Sie nennen uns einen Stellplatz am Hafen. Hilfsbereit rufen sie kurzerhand einen Kollegen in Zivil, der uns durch die Innenstadt zum Hafen begleitet. Hier stehen bereits einige Mobile. Auf die Anstrengung der letzten Stunden trinken wir ein Schlückchen Rotwein vor den Mobilen. Wir haben Blick aufs Mittelmeer und es ist noch angenehm warm draußen.

Polizei: dein Freund und Helfer - hier stimmte die Aussage. Der Polizist in El Jebha kannte die Strecke sicher nicht, sonst hätte er uns dort nicht fahren lassen.


   |   Tages KM: 302

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Montag, 9. März

Wir kommen mit dem Fahrer eines niederl. Reisemobils ins Gespräch. Er kann uns den heutigen Weg von Al Hoceima nach Saidia als gut ausgebaute Strecke empfehlen. Das ist doch schon mal etwas Positives. Wir raten ihm von unserer gestrigen Strecke ab – die war für Fahrzeuge unserer Größenordnung einfach nur schrecklich - und sein Mobil ist noch eine Nummer größer. Landschaftlich hat unser Weg einiges zu bieten: Schroffe Felsen mit rotbraunem Sand, fruchtbare bestellte Äcker. Es ist Erbsen und Bohnenernte. Am Wegesrand bieten Bauern ihre Ware zum Kauf an. Auch fangfrischer Fisch wird angeboten. Wir kaufen Fisch, den wir am Abend grillen wollen. In Saidia sehen wir außerhalb etliche Neubausiedlungen. Ein spanischer Investor investiert hier 1,5 Milliarden Euro in Feriensiedlungen in landschaftlich schöner Lage am Strand. Doch es sollen im Sommer nur 3 Monate Saison sein, die andere Zeit werden es wohl Geisterstädte. So wirken sie auch auf uns. Im Zentrum machen wir einen kurzen Einkaufsstopp, dazu parken wir auf einem der unzähligen Parkplätze. Schon bald fahren wir weiter nach Berkane, um von dort in das Tal der Zegzel-Schlucht abzubiegen. Unser Reiseführer schreibt: für große Mobile ungeeignet. So schicken wir Ulla und Horst mit dem kleinsten Mobil vor. Man kann ja nicht wissen – nach den Erfahrungen von gestern. Doch alles ist gut, die Furten über die Flüsse sind neu betoniert und in 600m Höhe finden wir am Seitenstreifen für die 4 Mobile Parkmöglichkeiten um zu Fuß zu den nahen Wasserquellen zu wandern. Die Kamelhöhle ist leider geschlossen, nur 3km weiter entfernt befindet sich die Taubengrotte. Diese ist auch geschlossen, aber auf dem Parkplatz soll übernachten möglich sein. Nebel zieht auf, wir grillen den Fisch und essen ihn vor den Mobilen. Es wird zeitig dunkel und ungemütlich, so verschwinden wir zum Abwasch in den Mobilen. Wir sind noch bei der Arbeit, als ein Auto vor uns stoppt – Polizeikontrolle! Günter benachrichtigt alle: wir sollen den Parkplatz zu unserer eigenen Sicherheit verlassen, der Polizeistreife folgen und in der 2km entfernten Kleinstadt parken. Noch in lustiger Stimmung (wir haben Schnaps getrunken) fahren wir hinter den Polizisten hinterher. Sie verlangen unsere Pässe und verschwinden mit denen im Polizeigebäude. Michael und Günter schicken wir mit, Michael als Sprachdolmetscher und Günter als Aufpasser. Als sie nach 1 Stunde immer noch nicht (und Peter auch nicht) bei mir aufgetaucht sind, mache ich mich auf die Suche. Siehe da, Günter sitzt mit Gisela in seinem Mobil gemütlich auf dem Sofa. Er ist schon lange zurück und berichtet über die freundliche Abwicklung in der Polizeistation. Peter klönt indessen mit Michael und Brigitte. Wie werden wir im Park vor der Polizeistation heute Nacht schlafen??? Wunderbar!!!

   |   Tages KM: 256

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Dienstag, 10. März

Wir beschließen vor dem Weiterfahren beim Grillplatz von gestern Wasser zu fassen. Durch dichten Nebel geht es zurück. Leider läuft nach einigen Minuten nur ein Rinnsal. So muss das Auftanken bis zum nächsten Platz warten. Wir fahren Qujda an, Michael benötigt Gas. Bei der Gasstation erfahren wir, heute ist Feiertag hat alles geschlossen. Nach kurzer Beratschlagung nehmen wir nun den direkten Weg nach Figuig (370 km) an der algerischen Grenze. Über ein Hochplateau (1000m) geht es schnurgerade durch eine dünn besiedelte Gegend. Zuerst noch Ackerbau, dann Steinwüste mit einigen Sträuchern. Heute am Feiertag sind viele Einheimische auf den trostlosen Weiten entlang der Straße unterwegs und scheinen etwas zu sammeln. Sie bücken sich, stechen in den Boden und sammeln etwas in Tüten. Irgendwann stoppen wir und laufen auf 2 Frauen zu, um uns das Ganze aus der Nähe anzuschauen. Sie zeigen uns ihre gesammelten Werke: kleine hutzelige Knollen, die so wie verschrumpelte Kartoffeln aussehen. Erst später erfahren wir durch Michaels Nachfrage, dass es sich her um marokk. Trüffel handelt. Auch sehen wir Blumenkohlartige Gebilde, die auf Steinen wachsen, leider nicht essbar. Auf unserer Strecke passieren wir nur wenige Orte, dafür etliche Polizeikontrollen. Wir befinden uns in unmittelbarer Nähe der algerischen Grenze. Das seit Jahren kein Grenzverkehr möglich ist, liegt nicht an Marokko. Die Royal Polizei fragt uns immer: woher und wohin und wann eingereist? Da wir schon vorbereitete Formulare (Tipp aus einem Reiseführer) dabei haben, erleichtern wir der Polizei den ganzen „Schreibkram“. Man wünscht uns eine gute Reise und ein Polizist spricht sogar etwas deutsch. Den Campingplatz erreichen wir bei Sonnenschein und mit ein wenig Mühe finden wir alle ein Plätzchen. Für den morgigen Tag vereinbaren wir mit einem Führer eine Tour durch Figuig. Diese kleine Stadt war schon in Vorzeiten wegen ihres Wasservorkommens und der fruchtbaren Erde von Kriegern heimgesucht worden.

   |   Tages KM: 425

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Mittwoch, 11. März

Mit unserem Führer Mohammed sind wir zu um 10 Uhr verabredet. Als wir von der Hotelterrasse einen Blick über den Palmengarten (über 200 000 Palmen sollen hier stehen genießen, taucht bereits um 9 Uhr Mohammed auf. So beginnt die Tour ½ Stunde früher. Der Preis ist akzeptabel, umgerechnet 5 € pro Person, ein Mittagessen bei seiner Familie eingeschlossen. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg. Zuerst zeigt er uns die Bewässerungsanlagen der Palmengärten. Nach einem ausgeklügelten System wird die Wasserabgabe für die Besitzer an einem Holzstab festgehalten und danach bezahlt. Mohammed führt uns durch verschieden Ksars (in sich abgeschlossene Wohngebiete) und erklärt die Besonderheiten. Auch er wohnt mit seiner Familie in so einem Ksar. Als wir mittags eintreffen, sind seine Eltern und 2 Geschwister auch anwesend und begrüßen uns. Er zeigt uns einige Zimmer, die um einen Innenhof liegen. Wir steigen auf die Dachterrasse. Von hier geht der Blick über die Stadt und auf die Hügelketten am Horizont. Figuig liegt in einem Talkessel, hat an 3 Seiten Grenzen zu Algerien. Morgen müssen wir die 100km bis Bouafra zurückfahren, eine andere Weiterfahrt ist von hier aus nicht möglich. Die Sonne brennt auf der Dachterrasse jetzt im März schon gewaltig, wie muss es erst im Sommer sein! Mohammed weist auf halboffene Zimmer hier oben, die luftigen Übernachtungsmöglichkeiten im Sommer. Auch werden hier oben Lebensmittel zum Trocknen ausgebreitet. Unten angekommen, ist inzwischen der Minztee fertig. Dazu reicht man uns leckeres Gebäck und Fladenbrot (nach Art es Hauses). Gisela und eine franz. Touristin verschönert man die Augen mit Kajal. Wir anderen Frauen werden in den traditionellen Frauenumhang (hier in weiß) gesteckt. Nur mit einem Auge können wir die Umgebung ausmachen und das Gewand flattert zum Stolpern nahe über dem Boden. Günter in Landestracht, sieht wie ein typischer marokk. „Kaputzenmann“ aus. Wir halten alles mit Fotos fest. Nun wird es Zeit für den Hauptgang. Im Schnellkochtopf hat die Hausfrau einen schmackhaften Eintopf mit Gemüse und Hähnchen gebrutzelt. Teile vom Fladenbrot sind unsere Esswerkzeuge. Viele Fliegen umschwirren unser Essen und es riecht auch ein wenig „streng“ im Innenhof. Ich bin froh, als Mohammed uns wieder zum Campingplatz zurückführt. Die Hundebesitzer haben sich schon um ihre Lieblinge gesorgt – 4 Stunden im nun recht warmen Mobil – auch für Hunde kein Vergnügen. Nach einer kleinen Rast brechen wir zu fünft (Gisela, Günter, Horst, Peter und ich) mit Mohammed zur zweiten Etappe auf. Einige Kunstgewerbeläden, ein Thermal Hammam (125 Stufen in die dunkle, feuchtwarme Tiefe) und ein Sand Therapiezentrum gegen Rheuma zeigt er uns. Unsere Füße sind schon ganz rund vom vielen laufen. So laden wir Mohammed zu einem Kaffee ein. Nach dieser willkommenen Pause beenden wir unsere Tour und kehren zum Platz zurück. Den Daheimgebliebenen müssen wir alles haarklein berichten. Abends grillen und gemütliches Beisammensein unter Palmen.

Tipp des Tages für Männer: schaue (nicht) hinter jede Mauer – es könnte sich dort eine entblößte Schönheit befinden!

Tipp des Tages für Frauen: freut euch auf die Cafes in Europa – in Marokko sind sie den einheimischen Männern vorbehalten.



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Donnerstag, 12. März

Mohammed hat uns frisches Brot versprochen, doch er kommt nicht. Zur Strafe werden wir ihn nicht nach Bouarfa mitnehmen, Gisela und Günter sehen ihn auf der Weiterfahrt in Figuig. Unsere Fahrt geht durch Steinwüsten und sie blühen: zartlila, gelb, enzianblau und in allen Grünschattierungen. Die Frauen, so fällt uns auf, sind nicht verschleiert, dunkelhäutig und winken uns freundlich zu. Nach Bouarfa (Einkäufe und Tanken) fahren wir an der alger. Grenze entlang. Bei Bouanane biegen wir auf ein kleines Sträßchen nach Beni Taijite ab. Wenn wir nicht aus Reiseberichten wüssten, dass dieses eine gut zu befahrene Strasse ist, dann hätten wir so unsere Zweifel. Nach Ait Quazzag sind es nur noch wenige km bis zu Thomas’ Olivenfarm. Auch dieses Mal treffen wir nur seinen Vorarbeiter Ali an. Thomas hängt mit einer Autopanne in Fes in einer Werkstatt fest. Per Telefon gibt er Ali Anweisungen uns alles zu zeigen. Ali und seine 2 Söhne sprechen gut deutsch, seine Frau und Töchter ein wenig. Am späten Nachmittag zeigt uns der älteste Sohn Mohan die Plantage und lädt uns für den Abend zum Tee trinken in das Berberzelt ein. Die Familie wohnt nur im Winter oder bei starken Regenfällen mit Wind im Haus, extra für sie und Gäste erbaut. Die andere Zeit verbringen sie im geräumigen Zelt. Auch die Hühner finden in den oberen Ablagen (Taschen für Kleidung) ihr Schlafplätzchen. Um das vertiefte Feuer hantieren die Frauen: kochen Tee (sehr süßen Pfefferminztee) und der älteste Sohn reicht uns die gefüllten Gläser. Auf Teppichen plaudern wir in Hockstellung oder mit ausgestreckten Beinen und schauen interessiert in die Runde. Die Familie hat Besuch bekommen, Alis Schwester mit Kindern. Selbst die jüngste Tochter Sahra (jetzt 1 Jahr alt) krabbelt zwischendrin, bis sie todmüde an der Brust ihrer Mutter einschläft. Mit uns sind noch 2 niederl. Familien zu Gast. Irgendwann, nach dem 2. Glas Tee, ist es Zeit für uns zu gehen. Wir verabschieden und bedanken uns für die Einladung. Vor dem Schlafengehen blicken wir alle in den nachtdunklen Sternenhimmel.

Frage des Abends: weißt du wie viel Sternlein stehen?


   |   Tages KM: 325

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Freitag, 13. März

Heute Ruhetag und ein wenig Zeit für die Hausarbeit, Schreibarbeiten und klönen. Peter macht eine längere Wanderung in die Umgebung. Wir anderen haben Zeit die Gegebenheiten Vorort zu studieren. Die Kinder hier wachsen mit der Natur auf. Obwohl wir morgens um 8 Uhr nur um die 3° haben, laufen sie nur mit Hose und Pulli bekleidet in Badelatschen barfuss herum. Das Kleinste sitzt ohne Schuhe und Strümpfe auf dem Erdboden, krabbelt auf allen Vieren über spitze Steine, oder wird von der Mutter beim Tiere hüten auf dem Rücken im Tragesack mitgenommen. Am Nachmittag führt uns Mohan zur Quelle – zu viert geht es dann auf Peters Pfaden weiter. Blühende Blumen auf lehmverkrustetem Boden - Erdspalten, die die starken Regenfälle der letzen Wochen in den Boden gewaschen haben. Bei Dunkelheit „mordsgefährlich“. Am Nachmittag bekommt Brigitte starke Zahnschmerzen und fährt mit Muhan als Dolmetscher in den nächsten kleinen Ort um einen Zahnarzt aufzusuchen. Schon bald kommen sie zurück und berichten über die abenteuerlichen zahnärztlichen Einrichtungen. Am Abend herrscht recht starker Wind und es ist zu kühl um draußen zu sitzen.

Erkenntnis des Tages: ärztliche Versorgung mag für die Einheimischen topp sein, für uns Europäer nicht wünschenswert.


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Samstag, 14. März

Brigitte muss am Vormittag nochmals zum Zahnarzt. Wir anderen fahren weiter und wollen am Nachmittag miteinander telefonieren. Etwa 100km sind es 1 1/2spurige Teerstr. bis wir Rich (N13) erreichen. Ich bin immer wieder begeistert von diesen Nomadenfrauen, die unverschleiert, mit offenen und freundlichen Gesichtern uns vom Straßenrand zuwinken. Sobald wir Rich erreichen, ändert sich die Frauenerscheinung: schwarz verschleicht – bis weit über die Röcke, wir sehen kein Gesicht. Wie diese Frauen ihres Weges gehen können ohne zu stolpern ist mir ein Rätsel. In der nächsten Stadt, Er Rachida, versorgen wir uns reichlich mit Lebensmitteln. Die Straße windet sich nun am Berghang in einem fruchtbaren Flusstal in die Höhe. Wunderschöne Ausblicke auf nackte, rotbraune Felsen und Palmengärten belohnen uns. Die Wüstenoase „Blue Meski“ haben wir bislang jedes Jahr besucht. Mit unserem großen Auto den mühsamen Weg durch die Palmen ist eine aufmerksame Arbeit für den Fahrer. So parken wir auf dem großen Parkplatz oberhalb und „peilen“ erst einmal die Lage. Heute ist der Campingplatz sehr voll, eine niederl. Gruppe mit 21 Fahrzeugen will erst morgen den Platz verlassen. Etliche franz. und deutsche Mobile stehen dicht bei dicht. Ergebnis einer kurzen Beratschlagung: wir werden gleich in die Wüste nach Merzouga aufbrechen. Bei den Salzquellen wollen wir um die Mittagzeit einen kleinen Stopp einlegen. Leider sind die Quellen versiegt und seit Sept. letzten Jahres geschlossen, so können wir einem Hinweisschild entnehmen. In der Wüste fahren wir den Übernachtungsplatz „Le Gazelle blue“ an. Mohammed, der Besitzer, erkennt uns wieder und begrüßt Peter „den Wüstenfuchs“ mit Namen. Gastfreundlich serviert er uns im Berberzelt Pfefferminztee. Für den Abend bestellen wir Tajine. Bald erscheinen Brigitte und Michel und erzählen ausführlich die Zahnarzterlebnisse vom Vormittag. Die Gemüsetajine wird uns im Restaurant serviert, reichlich und gut. Abends kühlt es gewaltig ab und draußen unter dem Sternenhimmel der Wüste zu sitzen ist unmöglich. Für morgen haben wir eine Kameltour zu einer Oase geplant, um 9 Uhr soll es losgehen.

   |   Tages KM: 277

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Sonntag, 15. März

5 Kamele erscheinen mit Führer auf der Sonnenterrasse. Gisela hat abgesagt und wer weiß, wann das 6. Kamel kommt – so bleibe auch ich am Mobil. Froher Dinge bricht die kleine Karawane auf – Peter, Günter, Michael, Brigitte und Ulla. Gisela und ich verdrücken uns bald in den Schatten: handarbeiten, lesen oder schreiben Tagebuch. Wie angekündigt, treffen nach 4 Std. die Kamelreiter ein. Nach dem Absteigen reiben sie sich ihre geschundenen Ärsche. Brigitte meint ganz trocken: heute mache ich nicht mehr die Beine auseinander! Die Tour muss wohl landschaftlich sehr schön, aber durch die ungewohnte Körperhaltung sehr anstrengend gewesen sein. Den Nachmittag verbringen wir im Schatten. Mit einigen Freunden, die wie wir im Teleshop telefonieren wollen, laufen wir ins nahe Merzouga. Eine staubige Hauptsr. wenige Restaurants und Shops – mehr hat der kleine Ort nicht zu bieten. Viele Mofaguides, die Reisemobile zu den Kasbahs (Hotels) an den Sanddünen bringen wollen, warten am Straßenrand. Grillen, es ist gar nicht einmal kalt, ist für den frühen Abend angesagt. Auf der Kasbah-Terrasse lassen wir mit einigen Startschwierigkeiten 3 Himmelslaternen (Grüße an die Lieben daheim) in den Himmel steigen. Sternenhimmel total.

Thema des Tages: Müllentsorgung der vielen Touristen in der Wüste. Der Müll wird einfach in der Tonne verbrannt. Der Gestank ist unerträglich.


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Montag, 16. März

Nach den Einkäufen auf dem Markt in Rissani trennen sich die Wege unserer Gruppe. Peter und ich fahren ins Draa-Tal nach Zagora. Dort waren wir bereits einmal vor 10 Jahren. Mit seinen vielen Ksours und Palmenoasen am fruchtbaren Fluss empfanden wir das Tal als wunderschön. Die wenig befahrene Strecke Rissani – Tazzarine – Agdz führt uns durch eine Steinwüste. Links und rechts ziehen sich Gebirgsketten, die linken wiederholen sich durch ihre bizarre Form. Dann und wann tauchen wie aus dem Boden gestampft, grüne Oasen mit Lehmhäusern auf. Die Menschen die hier leben sind überwiegend dunkelhäutig, aber sehr freundlich. Einigen Frauen, die just mit Grünfutter für ihre Tiere am Straßenrand vorbeilaufen, schenken wir ein paar Sachen aus unserer „Spendenkiste“. Nach Agdz treffen wir auf die N 9, die Straße ist nun viel belebter. Einige der Ksours sind zu besichtigen und wir nehmen uns vor, morgen einen Besichtigungsstopp zu machen. In Zagora hat sich viel verändert. Wir erkennen es nicht wieder und versuchen den Campingplatz von 1999 zu finden. Als wir auf der Suche die Hauptstr. ein 2. Mal durchfahren, fragt uns ein junger Mann in gebrochenem deutsch: „sucht ihr Campingplatz?“ Wir nennen den Namen. Darauf deutet er mit den Händen, dass wir wenden sollen und fährt dann mit seinem Mofa in einem mörderischen Tempo vor. Der Platz liegt im Palmenhain und etliche Mobile stehen bereits hier. Auch wir finden ein nettes Plätzchen. Peter kommt mit einem „deutschen“ in England lebenden Aussteiger ins Gespräch. Mit einem selbst ausgebauten LKW wollen er und seine Familie ½ Jahr bis nach Namibia reisen. Die drei schulpflichtigen Kinder haben sie für die Zeit von der Schule beurlauben lassen. In England möglich, nur müssen die Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder den Schulstoff durcharbeiten. Wie das in der Praxis läuft konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Am frühen Abend gehen wir ins nahe Zentrum von Zagora. Hier warten unzählige Händler vor ihren Shops auf Kunden. Wir suchen unseren „Mofaführer“ auf und natürlich zeigt er uns eine Auswahl seiner Waren. Gerne möchte er Kleidung gegen Ware tauschen. So können wir Waren (kleiner Preis + T Shirts) erstehen. Abends ist es möglich noch lange vor den Mobilen zu sitzen – Sommerabend in Zagora.


   |   Tages KM: 335

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Dienstag, 17. März

Morgens werden wir mit Vogelgezwitscher (seltener Vögel) geweckt. Man könnte fast in der Sonne vor dem Mobil (13° Außentemperatur) frühstücken. Wir ziehen es aber vor, im Mobil zu bleiben. Dann gönnen wir unserem Mobil eine Obenwäsche von Hand. In einer knappen Stunde reinigt man auf der Total Tankstelle unser Auto. Blitzbank geht es weiter. Nanu, heute kommen uns aber sehr viele deutsche Mobile entgegen. An den Aufklebern am Heck erkennt Peter: eine geführte Tour! Bald nach Zagora kommt auf der rechten Seite eine Kasbah, ein Teil ist als Museum eingerichtet und kann gegen Eintritt besichtigt werden. In etlichen Räumen wurden Ackergeräte, Dinge des täglichen Gebrauchs, Bekleidung, Schriftrollen und Einrichtungsgegenstände zusammengetragen und beschriftet. Bilder veranschaulichen das Ganze. Ein junger Mann, der gut engl. spricht, bietet sich an uns die alte Wohnanlage „Ksour“ zu zeigen. 500 Jahre alt und 1998 zuletzt restauriert, bekommen wir einen guten Überblick, wie solche Wohnanlagen mit ihren Oasengärten damals funktionierten. Dunkle, niedrige Gänge mit Lehmboden führen durch die Anlage. Lichtschächte bringen Licht und Luft, Fenster zum Schacht werden als „Sprechanlage“ benutzt. So ziehen sich die Wohnungen über mehrere Etagen um einen Innenhof herum. Am Auto zurück, freuen wir uns keiner geführten Tour anzugehören, so können wir uns alles individuell anschauen. Die meisten Touristen haben nur Zeit, vom Parkplatz ein Foto zu schießen. Einige Kilometer weiter treffen wir auf eine 2. Anlage, die besichtigt werden kann. Mit einem ortskundigen Führer geht es durch einen Seiteneingang in die Innenräume. Hier leben noch 2 Familien: kochen, schlafen und siehe da – das Fernsehen hat auch schon Einzug gehalten. Unser Führer beendet die Führung bei seinem Shop. Einige Halsketten haben es mir angetan und so fangen wir an zu handeln. Wieder sind wir erstaunt, wie gerne hier mit gebrauchter Kleidung getauscht wird. Vor Agdz geht es rechts zur Kasbah Tamnougalt und bald danach zu einem alten Ksour. Bereits 1999 haben wir uns beides angesehen. Heute fahren wir für einen kurzen Abstecher die neu angelegte breite Teerstr., vor 10 Jahren nur ein schmaler Schotterweg. Auf dem Campingplatz „Kasbah de Palmerie“ in Agdz erwarten uns Ulla und Horst mit Eddy. Sie berichten: Gisela und Günter sind nach der Besichtigung der Todra und Dades Schlucht weiter in Richtung Atlantik Küste gefahren um Freunde zu besuchen. Michael und Brigitte wollen auch weiter nach Agadir – der Zahn von Brigitte macht nachts wieder Probleme. So hat sich unsere ehemals 8 Personen Gruppe auf die Hälfte reduziert. Abends sitzen wir vier gemeinsam draußen und tauschen unsere Erlebnisse aus.

Erkenntnis des Tages: Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt!...


   |   Tages KM: 101

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Mittwoch, 18. März

Nachts habe ich starke Atemprobleme – die Luft ist hier so trocken. Es kribbelt in der Nase und kratzt ganz fürchterlich im Hals. Selbst feuchte Tücher in den Räumen aufgehängt sind in „null-komma-nichts“ wieder trocken. In Quarzazate halten wir nach Geländewagentouren Ausschau. Wir wollen mit so einem Auto und Fahrer die Pistenstrecke über Ait Benhaddou zur Kasbah Telouet fahren. Diese Piste soll eine der schönsten Strecken Marokkos sein. Die Preise der Agenturen sind recht unterschiedlich. Als wir uns mit der einen einig sind, kommt die Fahrt wegen eines Fahrzeugdefekts nicht zustande. Eine zweite Agentur macht es dann möglich. Mit dem Toyota Geländewagen geht es nun rasant bis zur Pistenstrecke. Nach einer Brücke wird unsere Strecke einspurig. Langsam schraubt sich der schmale einspurige Weg in die Höhe, an vielen einsamen Siedlungen vorbei. Steinig, oft durch Felsüberhänge verschmälert, rumpelt das Fahrzeug mit uns durch die oft sehr karge Landschaft. Wir genießen die grandiosen Ausblicke, sehen fruchtbare Felder im Tal. Hoffentlich haben wir keinen Gegenverkehr! Nach einer uneinsehbaren Kurve kommt uns doch in dieser Enge ein spanischer Geländewagen entgegen. Kaum haben wir mit Zurücksetzen die Passage gemeistert, tauchen andere Geländewagen auf. Immer geht es um Zentimeter – den Fahrern und Fahrzeugen wir viel abverlangt, denn es gibt nur wenige Ausweichmöglichkeiten. Wir durchqueren reißende Flüsse, durchfahren enge Ortschaften. Wovon mögen diese Leute hier in der Abgeschiedenheit leben? Wo die Kinder Schulen besuchen? Über 3 ½ Stunden sind wir unterwegs, dann sehen wir die Kasbah Telouet vor uns. Mit Ulla besichtigen Peter und ich die Reste dieser einstmals prächtigen Kasbah. Sie lag an der Karawanenstrasse und hat noch bis ins letzte Jh. vom regen Handel (überwiegend Salz) profitiert. Sein Besitzer: Pascha el Glaoui war ein reicher Mann, mit etlichen Frauen und 81 Konkubinen, so berichtet unser junger Führer uns. Die Räume im 1. Stock bezeugen durch prächtige Ausstattung den Reichtum vergangener Zeiten: aufwendige Fliesenmosaike, bemalte Holztüren mit Silberbeschlägen, reich verzierte Steinmetz- Arbeiten an den Marmorwänden bis zur hohen bunten Decke aus Zedernholz. Nachkommen dieses Paschas arbeiten heute in ganz Marokko verstreut in wichtigen Positionen. Um diese Pracht zu erhalten, sind viele Gelder nötig, denn vieles ist dem Verfall durch Wind und Wetter ausgeliefert. Unsere Rückfahrt treten wir über die Hauptanfahrstrecke (Teerstr.) an. Diese bringt uns in gut 2 Stunden nach Quarzazate zurück. Die Schönheiten dieser Strecke (Rundtour) aufzuzählen ist mir kaum möglich, man sollte so etwas selbst erleben.

Tipp des Tages: Tour, wenn auch teuer, unbedingt unternehmen!


   |   Tages KM: 75

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Donnerstag, 19. März

Am Vormittag besichtigen wir die Filmstudios vor Quarzazate. Bekannte historische Filme wurden hier gedreht. Die Kulisse ist täuschend echt aus Pappmaschee. (Gips und Leinen auf Reetmatten). Ganz in der Nähe bieten sich die verschiedenen Landschaften: Wüste, Draa-Tal und Gebirgsmassive für Außenaufnahmen an. Im Moment ist man mit der Vorbereitung für einen neuen Film („Tora B“.) beschäftigt. Ein komfortables Hotel mit Pool, bietet den Schauspielern Unterkunft. Die Komparsen sind einfacher untergebracht. Wir schauen uns die Vorderseiten von Tempeln und einfachen Behausungen an. Klopfen hier und da an Säulen und Wänden – alles klingt hohl –und sehen von hinten die Gipskonstruktionen. In Ställen stehen edle Araberpferde, die historische Garderobe für die Schauspieler und Statisten wird zum Lüften vor die Gebäude getragen – es riecht sehr stark nach Mottenpulver. Ein Stück fahren wie noch die N10 Richtung Agadir, um dann bei Tazenakht auf die N12 abzubiegen. Auf dieser guten Teerstrasse (mit wenig Verkehr) kommen wir zügig voran. Karge Gebirgslandschaften mit Steinfeldern wechseln sich mitfruchtbaren Oasen in Flusstälern ab. Dort gibt es auch Häuser. Nach Tissint begleitet uns ein „Salzfluss“. Sein zum Teil ausgetrocknetes Flussbett liegt nahe der Strasse, 10m tiefer. Wenn die Bewohner hier von Oase A nach Oase B wollen, nehmen sie das Flussbett. Die sehr ausgewaschene zerfurchte, zerklüftete Landschaft mit ihren Höhen und Tiefen, bietet kaum Möglichkeiten auf einen Fußweg, geschweige den eines Eselkarrens um vorwärts zu kommen. Am späten Nachmittag erreichen wir Tata, die drittgrößte Palmen Oase Marokkos, mit seinen 900 000 Palmen. Der Campingplatz befindet sich in der Innenstadt und am Abend schlendern wir in die belebte Stadt (13 000 Ew.). Viele Arkadengeschäfte warten auf Käufer. Es gibt eine Schlachtergasse, eine Gasse mit Gemüsehändlern usw. das Angebot ist reichlich – doch überwiegend Männer erledigen die Einkäufe. Am gepflegten Marktplatz trinken wir in einem der Cafes auf der Terrasse einen Espresso. Heute ruft der Muezzin endlos lange, ist hier heute Feiertag?


   |   Tages KM: 315

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Freitag, 20. März

Heute wollen wir ein zweites Mal die Speicherburg „Agadir-id. Aissa“ besichtigen. Eine neue Teerstraße von der N12 führt nach Amtoudi. Wir steuern den uns vom letzten Jahr bekannten Campingplatz unterhalb der Speicherburg an. Nach einer kleinen Stärkung (Horst spendiert seinen Christstollen), geht es nach der größten Hitze um 16.00 Uhr mit dem beschwerlichen Aufstieg (½ Std.) los. Verschwitzt oben angekommen, ist das Eingangstor verschlossen. Der alte Wächter hat wohl heute frei? Als wir ins Tal blicken sehen wir 2 weitere Touristen und 2 einheimische Mädchen heraufsteigen. Und tatsächlich eins der Mädchen hat den Schlüssel dabei. Mit einem Schlüssel aus Holz (sieht aus wie eine grobe Zahnbürste) schließt sie das alte Tor auf. Der über 800 Jahre alte Speicher ist bis vor einigen Jahren Lagerraum für Mandeln, Getreide, Honig und wichtige Dokumente gewesen. Hier in luftiger Höhe waren die Güter vor feindlichen Übergriffen sicher. Wir können uns alles genau anschauen und nehmen dann einen anderen Weg bergab. Er führt uns durch das alte Dorf. In den Wintermonaten sollen viele Touristen mit Bussen hierher gefahren werden, um diese Speicherburg zu besichtigen. Abends kochen wieder einmal unsere Männer, und führen uns ins Camping Restaurant zu reichlich Couscous mit Hähnchen und Gemüse.

   |   Tages KM: 214

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Samstag, 21. März

Wir können im Freien frühstücken und wandern anschließend zu den 4 km entfernten Wasserbecken am Ende der Schlucht. Hier kann man herrlich in großen Gumpen baden. Ein großer Felsencanyon mit Palmenoase zieht sich von Amtoudi gen Westen. Bewässerungskanäle plätschern entlang des Qued durch Palmengärten mit Feldern, Feigenund Obstbäumen. Am Ende der Schlucht, beim Dorf Aglaoui trohnt oben am Schluchtrand, wie ein Adlerhorst, der Agadir Aglaoui. Peter und ich steigen hinauf, obwohl uns der Kaufmann im Ort sagt er sei geschlossen. Den ersten Innenhof können wir trotz Tor (lässt sich raffiniert öffnen) betreten, das nächste Tor ist mit einem Sicherheitsschloss verriegelt. Der Ausblick belohnt den mühevollen Aufstieg (20 Min) in der Mittagssonne. Den Nachmittag verbringen wir mit faulenzen an den Mobilen.

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Sonntag, 22. März

Den Weg zurück zur N12, weiter Richtung Bou-Izakarn, über Guelmim nach Sidi Ifni an den Atlantik. Auf dieser Strecke erleben wir wieder ein grünes und blühendes Markokko. Berghänge in zartviolett, Wegbegrünung in orange und dottergelb , Trompetenblüten in rosa. Viele fruchtbare Äcker, Frauen auf Futtersuche für ihre Tiere. Heute am Sonntag sind viele Einheimische mit Pkws zum Familienpicknick im Grünen unterwegs. Unter schattigen Bäumen haben sie es sich auf Teppichen, unter einfacher Zeltbespannung bequem gemacht. Kinder spielen, Grills rauchen, Frauen sitzen zum Tee beisammen – man winkt uns freundlich zurück. In Guelmim ist heute die Innenstadt gesperrt, wir werden durch die Polizei umgeleitet und können nicht so recht den Grund erfahren. Marathon? Viele junge Leute in Sportbekleidung stehen an den Absperrungen. Gegen Mittag erreichen wir einen der 3 Campingplätze in Sidi Ifni, hier wollen wir einige Tage bleiben. Deutsche berichten uns, dass heute Fischmarkt und Souk in der Stadt sind – Gelegenheit frische Ware einzukaufen. Als wir bei den Fischständen eintreffen, gibt es nur noch Restware. So verschieben wir den Fischeinkauf auf Morgen und versorgen uns mit frischem Gemüse auf dem Markt. Für den Abend reservieren wir einen Tisch im kleinen Restaurant „Nomad“. In unserem Lieblingscafe vom Vorjahr genießen wir leckeres Gebäck und Cafe au Lait. Bis zum Abendessen vertrödeln wir die Zeit vor den Mobilen. Das Restaurant hat einige Außenplätze und im Innenraum orientalische Dekoration mit gemütlichen Sofas. Der Besitzer spricht etwas deutsch. Seine Speisekarte ist recht umfangreich. Peter und ich entscheiden uns für gegrillten Fisch, Horst für Kamelspieße und Ulla für Tintenfisch. Viele kleine leckere Vorspeisen sorgen dafür, dass wir schon fast satt sind, als die Hauptspeisen serviert werden. Zum Nachtisch gibt es „Berberwhisky“ mit Gebäck. Der Gastwirt hat bei der Reservierung uns drauf hingewiesen alkoholische Getränke mitzubringen, er selbst hat leider keine Schankerlaubnis. Als Gegenleistung möchte er von uns ein Bier. Möglichst ein Weizenbier, Betonung liegt auf Weizen. Weil Weizen ja ein Nahrungsmittel ist und kein alkoholisches Getränk.

Erkenntnis des Tages: Männer – ihr habt heute mal wieder gut gekocht!!!


   |   Tages KM: 168

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Montag, 23. März

Später Vormittag, die Männer machen sich zu Fuß auf, um für den Abend Fisch einzukaufen. Der örtliche Fischmarkt bietet keinen fangfrischen Fisch, so laufen sie weiter zum Hafen - ein gewaltiges Ende. Sie kaufen Fisch und lassen ihn Vorort säubern. Für den langen Rückweg nehmen sie sich ein Taxi. Unsere Männer hatten Ulla und ich schon in einem Cafe vermutet, als sie nach 2 Stunden bei uns erschöpft eintreffen. Horst springt zur Abkühlung ins Meer, Peter folgt. Anschließend dösen wir in der Sonne. Am Abend haben die 2 Männer kräftig Farbe bekommen. Abends wird der gekaufte Fisch gegrillt, wir Frauen finden den Fisch nicht so schmackhaft. Die Händler haben die Haut eingeritzt, dadurch ist das Fleisch sehr trocken. Mein Bedarf an Grillfisch ist für die nächsten Tage gedeckt.

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Dienstag, 24. März

Faulenzen – Wäsche waschen (Waschsalon am Platz). Den ganzen Tag über ist es bewölkt. Mittags treffen Brigitte und Michael auf dem Platz ein. Sie berichten von Zahnarztpraxen in Agadir, topp. Hoffentlich sind jetzt bei Brigitte die Zahnschmerzen vorbei. Gemeinsam geht es in „unser Cafe“ zur Kuchenschlacht. Abends nettes Beisammensein im Mobil. Wir rätseln - sollen wir morgen abreisen?
Entschluss: Wenn das Wetter sich nicht ändert, so fahren wir weiter - wird es besser, so bleiben wir.


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Mittwoch, 25. März

Wir fahren. Ulla und Horst Richtung Tafraoute, wir bis Guelmim zurück und dann die N1 Richtung Süden. Weil am späten Vormittag der Himmel noch immer bedeckt ist, ziehen wir es vor den Strand „Plage Blanche“ erst auf der Rücktour aufzusuchen. Die Strecke, die wir jetzt nehmen, ist die Versorgungsstrecke für das südliche Marokko, Mauretanien, Senegal usw. Mit uns sind viele LKWs unterwegs. Wenig bewohnt erscheint uns dieser Landstrich. Mittags erreichen wir Tan-Tan und fahren weiter nach El Quatia, dem 25 km entfernten Hafen und Strand von Tan-Tan. Auf einem einfachen Campingplatz in Strandnähe schlagen wir unser Quartier auf. Wieder einmal sind wir unter Langzeit-Franzosen die einzigen Deutschen. Zurzeit ist Ebbe und auf den vorgelagerten flachen Felsen im Meer sind Muschelsucher und Angler unterwegs. In den Dünen sitzen Einheimische und schauen aufs Meer. Draußen ist die Brandung gewaltig – im flacheren Wasser mache ich den Test. Brrr -für mich ist es einfach noch zu kalt um im Atlantik zu baden. Am Abend erkundet Peter den Ort. Während ich am PC noch etwas arbeite, klopft es zaghaft an die Mobiltür. Ein junges Mädchen will in Fett gebackene Kringel verkaufen, für 1 DH das Stück. Ich kaufe spontan 5. Peter kommt zurück und meint: „die Stadt ist voller Leben, lass uns noch einen Bummel machen“. Bevor wir den Stadtbummel unternehmen, verdrücken wir gemeinsam die leckeren Kringel. Nur wenige Straßen und wir befinden uns im Stadtgetümmel. Viele Geschäfte, die allesamt das Gleiche anbieten: Gemüse, Getränke, Waschpulver und Haushaltswaren. Appetitliche Metzgereien haben halbe Ziegen, Hammel und Lämmer an Fleischerhaken von der Decke baumeln. Die breiten Straßen sind belebt, viele LKWs parken am Seitenstreifen. Anscheinend übernachten sie hier, um sich für die lange Weiterfahrt am nächsten Tag auszuruhen.

   |   Tages KM: 223

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Donnerstag, 26. März

Weiter geht die Fahrt. Die 236 km bis Tarfaya sind landschaftlich sehr abwechslungsreich. An breiten Queds stehen etliche Wohnmobile frei mit Blick aufs Meer (wir müssen uns die Plätze für die Rückreise vormerken). Vorher erstreckt sich endlos weit eine Steilküste. Nur einfache Fischerhütten sehen wir und dann und wann einen Fischer mit langen Angelruten. Nach Sidi Akhfennir endlose Dünenketten in allen gelb Schattierungen am Strand, manchmal auch an der Strasse. Bei starkem Wind soll es Sandverwehungen geben. Bagger stehen am Straßenrand bereit, um die Strasse schnell wieder zu räumen. Hier auf diesen Strassen haben wir wirklich das Gefühl, durch die Wüste zu fahren (es ist ja auch die Westsahara). 30 Km vor Laayonne, unserem heutigen Ziel, entschließen wir uns den Campingplatz „Le Roi Beduin“ anzusteuern. Er wird von einem belgischen Ehepaar betrieben und ist nur über 4,5 km Piste zu erreichen. Die Piste mal einfach, dann wieder steinig mit tiefen Spurrillen lassen uns die Überlegung anstellen: umkehren oder weiterfahren? Ab und zu steigen wir aus um die Lage zu peilen – und fahren wir weiter! Dann nach einer Wegbiegung, sehen wir einige Berberzelte und gemauerte Gebäude. Wir stellen unser Mobil ab und schon bald kommt die Besitzerin (so um die 50+). Sie spricht etwas englisch und erklärt uns einige Feinheiten. Peter und ich entschließen uns hierzubleiben, noch sind wir die einzigen Gäste in dieser Einsamkeit. Das Salzwasser, das aus allen Hähnen kommt, schreckt uns nicht ab. Haben wir doch ein komplett autarkes Mobil und die Wassertanks sind fast voll. Es ist noch Zeit für einen langen Spaziergang. Erst zum kleinen Wasserfall, dann in die weite Ebene. Wir erkennen die Vielfältigkeit dieser Landschaft: Sanddünen, blühende kurze Sträucher, eine salzige Quelle und ein Tafelberg mitten in einem fast ausgetrockneten Salzsee. Während ich am Mobil das Tagebuch schreibe, macht Peter sich um 17 Uhr auf Erkundungsgang – er möchte den „Salzsee“ zum Tafelberg durchqueren und in 1½ Std. zurück sein. Mit dem Fernglas versuche ich ihn dann und wann im Auge zu behalten. Manchmal ist er doch recht sorglos: ohne Jacke, ohne Handy, läuft er los. Immer auf Entdeckungstour! Geht ja auch immer gut, aber was wäre wenn?? Inzwischen treffen 3 Geländewagen und ein Reisemobil ein. Die Geländewagen haben ein „Dachzelt“ und wenn ich mir die Insassen (alle über 50) betrachte, dann müssen diese nachts trittsicher sein, wenn sie mal aufs Klo wollen. Ich greife wieder zum Fernglas und siehe da ganz klein – kommt aus der Ferne – Peter. Jetzt aber schnell an den Kochtopf. Sicherlich ist er hungrig wenn er eintrifft – heute soll es mal Spagetti geben. Peter berichtet: 3 km Hinweg – durch teilweise glitschig weiche Salzkruste bis zum Tafelberg – auf ihn hinauf – auf der anderen Seite runter und wieder über den „Salzsee“ zurück – Geschafft aber glücklich!

   |   Tages KM: 271

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Freitag, 27. März

Wir entscheiden gleich am Morgen nicht weiter nach Laayonne zu fahren (der Weg über Smara soll nicht so gut sein), und stattdessen denn Rückweg anzutreten .Manchmal gibt es Zufälle – da kommen uns doch Brigitte und Michael entgegen. Auf offener Strecke machen wir einen Stopp und begeistert erzählen sie von den Erlebnissen der letzten Tage. Sie haben einem Fischer beim Fischen (Lkw- schlauch und Schwimmflossen) zugeschaut, anschließend bei ihm Tee getrunken und Fisch gekauft. Einen großen Vorrat haben sie eingefroren und wollen noch bis Laayonne, dann die Nebentrecke über Smara zurück bis Tan-Tan. Nach Tarfaya fahren wir auf einen Stellplatz, 200m von der Strasse direkt an der Atlantikküste. Es stehen schon 7 franz. Mobile bei der Fischerhütte, die Übernachtung soll 10 DH kosten. Wir stehen noch nicht lange, als 2 ital. Mobile eintreffen und sich zu uns stellen. Mit einem der beiden Männer kommen wir ins Gespräch - mehrsprachig. Er (Sandro) hat den Vorteil, auch französisch zu sprechen, wir aber nur sehr wenig. Sandro zeigt Interesse an unserem Mobil und wir laden ihn auf einen Kaffee ein. Er ist begeistert über so viel Komfort. Am Abend bringen wir Sandro, seiner Frau und ihren Freunden, einen spanischen Kaffee vorbei und wir müssen ihnen unsere Reiseroute durch Marokko zeigen. Dann nach dem Abendbrot statten uns die vier Italiener einen Gegenbesuch ab und bringen Rotwein und Cantuccini mit. Wir simpeln mit Händen und Füßen mehrsprachig über Reisemobile, Politik (Merkel finden sie gut, Berlusconi :-( ) und natürlich bestaunen sie „ehrfürchtig und anerkennend“ unseren PhoeniX.

Erkenntnis des Tages: Sprachen verbinden – Sprachen erlernen!!!


   |   Tages KM: 68

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Samstag, 28. März

Es geht weiter zum nächsten Stellplatz: im Qued Ouma Fatmah. Nach wenigen Kilometern geht links eine Teerstr. ab zum Nationalpark Khnifiss-Lagune. Ein wichtiger Rastplatz für die Vogelwelt vor dem Flug über die Sahara. Die Lagune ist wunderschön eingefasst von Sanddünen Ein gemauerter Weg führt hinunter zum Meer. Und weiter geht unsere Fahrt. Unterwegs tanken wir für 0,52 DH pro Ltr. Diesel (48 Cent) voll. Diesel wird hier in der West- Sahara subventioniert. Immer wieder Fotostopps entlang der Strasse und in den Dünen. Fast so schön wie in Merzouga, nur nicht so hoch. Der Stellplatz liegt auf einer Plattform oberhalb vom Qued Ouma Fatmah. Im Winter sollen hier über hundert Reisemobile stehen. Heute steht hier nur noch ein kleiner Rest. Die Männer angeln von der Steilküste. Das brandende Meer vor uns – genießen wir den Wechsel der Gezeiten. Lesen im geschützten Windschatten und dann machen wir uns an die Arbeit: Orangenmarmelade kochen. Sie gelingt uns wunderbar und wir bedauern nicht mehr leere Gläser vorrätig zu haben.


   |   Tages KM: 130

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Sonntag, 29. März

Der Himmel zieht sich zu und schnell kommen die ersten heftigen Regentropfen. Arme Muschelsucher – nun werden sie klitschnass! Der Regen ist nur von kurzer Dauer, schon bald steigen auch wir den steilen Klippenweg hinab. Oh, der Lehmfelsen ist vom Regen ganz schön rutschig – so geht Peter alleine weiter. Es gibt schöne Fotomotive in der Bucht. Die nächste Stellplatzbucht liegt nur 28 km weiter im Qued Chbeika. Wir sind das 4. Mobil und stellen uns zu dem einzigen deutschen Mobil auf die Plattform. Unten parken etliche Jeeps mit Sonntagsausflüglern. Heute junge Leute. Die Fußballspielen, grillen und einfach nur spaß haben wollen. Die Mädchen sind mit Jeans und T-Shirts sehr westlich gekleidet. Peter und ich verkriechen uns hinter dem Mobil in den Windschatten, trotzdem pfeift der Wind kräftig unten durch. Ein Spaziergang entlang der Felsen – und wir haben das windgeschützte Picknickplätzchen der Einheimischen entdeckt. Oben an der Steilküste gibt es auch Abstiegsmöglichkeiten zum Strand, wie wir später feststellen. Die wenigen Fischerhütten liegen verwaist und eine neue Bungalow-Anlage sieht sehr ramponiert aus. Wahrscheinlich wurde sie nie bezogen. Die Fenstertüren schlagen im Wind und das Glas ist beschädigt. Gleich gegenüber vom Qued befindet sich eine Dünenlandschaft. Von unserem Auto aus können wir beobachten, wie dann und wann Personen oben am Rand der Düne stehen und sich im Sand abwärts rutschen lassen. Wir haben jetzt Flut und das Wasser im Qued steht bis 2 m hoch unter der Brücke. Selbst das Tal ist weit überflutet. Später, bei einsetzender Ebbe, ein Fressplatz für die vielen Möwen und Reiher.

Schadensfreude: Wir beobachten ein engl. Pärchen. Beide stiefeln mit Rucksack vom Parkplatz zu den Dünen. Er schwimmt von den Dünen über das Qued, dabei hält er sein TShirt mit einer Hand übers Wasser. Dann traut er sich nicht wieder zurück zu schwimmen. Seine Freundin muss den Rückweg zum Auto allein mit 2 Rucksäcken antreten. Er, barfuss und nur mit nasser Badehose bekleidet, kommt über spitze Steine ihr entgegen. Auf der Brücke treffen sie sich. Das hat sicherlich eine „Gardinenpredigt“ gegeben! Abends nimmt der Sturm noch zu. Doch in der Nähe von einem Polizeiposten (Brückenposten) lässt es sich gut bewacht schlafen.


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Montag, 30. März

Auch wenn der Weg nach Guelmim uns von der Hinfahrt bekannt ist, sieht er doch, je nach Tageszeit und aus welcher Richtung man kommt, anders aus. So erscheinen uns die Berge links nach Tan-Tan heute als Berge mit Sandverwehungen. Als eine Art Berg mit Dünenabhang. In den Tälern sind Kornfelder und die Dörfer am Rande wirken wie Vierkanthöfe – nach außen geschlossen. Wir sehen auch die weißen Zelte der Hirten. Einige Male geht es bergauf und steil bergab. Gegen Mittag erreichen wir die Stadt Guelmim. Schnell sind die Einkäufe erledigt. Das größere Problem ist die Frischwasserversorgung am Stadttor. Denn nicht nur wir wollen das köstliche Nass – nein, auch Einheimische fahren hier mit ihren Pkws vor. Aus dem Kofferraum holen sie unzählige Plastikkanister zum Wasserfassen hervor. Kaum hat Peter den Wasserschlauch ausgerollt, stehen auch schon 2 bis 3 Bengel um unser Mobil herum. Fragen nach Bonbons und Stylo. Wir geben ihnen zu verstehen, dass wir deutsch sprechen und sie nicht verstehen. Sie bleiben trotzdem. Der 1. Tank ist erst zu ¼ gefüllt, als die Wartenden ungeduldig werden. 2 Fahrer (mit Familie im Auto) stellen sich als Lehrer vor und sprechen englisch. Wir erklären ihnen, dass wir für ein paar Tage nach „Plage Blanche“ wollen und für uns Trinkwasser benötigen (dort ist kein Trinkwasser zu erhalten). 200 ltr. –sie fassen sich an den Kopf, so viel? Wir sind höflich und lassen die Familien vor. Die eine Familie hat mehr als 10 Kanister von unterschiedlicher Größe zu befüllen – das dauert. Endlich sind auch wir fertig und ab geht es zum Strand. Das erste Stück bis Elksabi einspurige Teerstr., Seitenstreifen Schotterpiste. Bald nach Elksabi sehr gute Teerstr. bis zum Plage Blanche. Die gute Straße ist nur wegen eines vorerst fehlgeschlagenen Tourismusprojekts gebaut worden. Es kommen uns die nächsten 65 km nur 2 Mobile entgegen. Am Strandplateau steht nur ein Mobil. Es gibt 2 Wachpostenstationen und einige leere Häuser – wir kommen uns vor wie: am Ende der Welt! Wenn man genauer schaut, so sind doch einige Personen am Qued (es ist gerade Flut) und Dünen unterwegs. Der starke kühle Wind macht es fast unmöglich vor dem Mobil in der Sonne zu sitzen. So machen wir eine lange Wanderung – den Pistenweg – am Qued entlang (3.8km). Bei der Furt machen wir kehrt, sonst bekommen wir nasse Füße. Die Franzosen erzählen uns, dass bei Ebbe das Qued an der Mündung durchwatet werden kann. Auf der anderen Seite befinden sich mehrere Fischerhütten und dort gibt es frischen Fisch zu kaufen. Am späten Abend, es ist bereits finster, hören wir ein Lärmen und Brausen. Wir schauen aus dem Fenster und sehen eine Horde wild gewordener Geländewagenfahrer mit Versorgungswagen die Piste zur Küste hinunter rumpeln. Sie wollen in der Dünenlandschaft campieren, doch der Wind ist wohl zu stark. So kommen sie zurück und schlagen ihr Lager vor der stillgelegten Ferienanlage auf. Sind es wieder die Spanier die unterwegs sind zu einsamen Stränden???

   |   Tages KM: 247

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Dienstag, 31. März

Nein, es sind Polen, die schon am frühen Morgen mit ihren Geländewagen durch das Flussbett und dann die 60 km Küste bis in die Nähe von Tan-Tan entlang brettern. Wir durchwaten bereits um 9 Uhr das nahe Qued um bei den Fischern Fisch zu kaufen. Unser netter franz. Nachbar holt uns mit seiner kleinen Cross-Maschine ein. Gemeinsam rufen wir vor den Hütten – alles ist ruhig – niemand kommt heraus. Peter und ich wandern ein Stückchen entlang der Küste und finden viele wunderschöne Muscheln. Dann ist der Nachbar wieder da. Er hat inzwischen in Erfahrung gebracht, dass die Fischer noch schlafen und wir um 11 Uhr bei den Hütten vorbeikommen sollen. Und tatsächlich, es stehen einige Fischer mit ihren Körben und Netzen vor den Hütten. Zwei VW Busse haben die Fischer von ihrer Arbeiten (sie haben Netze ausgelegt) eingesammelt. In dem einen Bus liegen Fische bereits auf Eis und sollen nach Guelmim zum Verkauf gebracht werden. Wir kaufen einen großen Vorrat an Fischen. Nachdem wir uns schon 50m entfernt haben, drehe ich um und gehe zurück. In meinem Rucksack befinden sich 3 T-Shirts zum Tauschen. Und tatsächlich – mit einem großen Fisch und einem kleinen als Souvenir (wie die Fischer sagen) komme ich zurück. Mit unserem Kauf geht es zurück durchs Qued und über die flachen Dünen den steilen Weg zum Mobil. 7 Fische (ca. 3 kg) müssen nun ausgenommen und gesäubert werden. Peter ist total in seinem Element. Ich brate sofort einen großen Fisch und mit Tomatensalat: Genuss pur!!! Satt und träge genießen wir den Nachmittag vor dem Mobil – wir sehen nach und nach die 15 Geländewagen zurückkommen. Das Quad nimmt einen anderen Weg und bleibt im Flussschlamm stecken, Ein Geländewagen muss es befreien. Neben uns treffen einheimische Ausflügler zum Picknick ein. Dabei geht es recht eng in den Pkws zu. Wir zählen 12!!! Insassen in einem Renault Kango. Die Jugendlichen laufen zum Wasser, die Frauen trinken Tee und die Männer (je nach Sportlichkeit) laufen in den Dünen umher oder
stehen am Auto rum. Der Sonnenuntergang über dem Meer ist sehr stimmungsvoll. Heute Abend lässt der Wind etwas nach.

Frage des Tages: Wie viele Marokkaner passen in ein Wohnmobil?


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Mittwoch, 1. April

Heute betätigen wir uns als Strandläufer. Unsere Nachbarin hat uns gestern ihre schönste hier gefundene Muschel gezeigt. Am Strand Richtung Bou Jerif (ca. 7 ½ km) soll es die schönsten Muscheln geben. Auf dem festen Boden am Wasser kommen wir flott voran. Der Wind ist auch morgens um 9.30 Uhr noch recht frisch – so wie bei uns im Mai an der Nordsee. Eine dicke Weste über kurzer Hose ist angebracht. Oft bücken wir uns nach Muscheln. Auf dem Rückweg findet der Glückspilz Peter so eine seltene Muschel – das ist wie 4 Richtige im Lotto! Ganz vorsichtig transportieren wir sie und die anderen zum Mobil. Weil der kalte Wind wieder auffrischt, beschließen wir schon heute Nachmittag nach Sidi Ifni abzureisen. In Guelmim erledigen wir wieder die Einkäufe. Vor reizvoller Damenunterwäsche – im Schaufenster präsentiert – verweilen wir einen Augenblick. So etwas gibt es also hier auch, für die moderne marokkanische Frau – verkauft von einem Mann. Um 19 Uhr erreichen wir Sidi Ifni und laufen Brigitte und Michael direkt in die Arme. Sie sind schon den dritten Tag hier. Die Fahrt durchs Binnenland haben sie wegen des Sturms abgeblasen. Die Zwei wollen auch bis Samstag bleiben und sich dann den Kamelmarkt in Guelmim anschauen. Ulla und Horst schreiben über schlechtes Wetter und Kälte auf dem Heimweg in Azrou.

Erkenntnis des Tages: Nicht über den Wind beschweren, woanders kann es regnen.


   |   Tages KM: 118

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Donnerstag, 2. April

Büroarbeit am PC, hier in Sidi Ifni ist Internetzugang im Mobil möglich. Kleine Wäsche, Autopflege und Hausarbeit – aber nur bis Mittag, dann strecken wir uns in der Sonne aus. Brigitte und Michael laden uns zu Kaffee und Kuchen in „unser“ Cafe ein. Die nur eine Bedienung hat zu viel tun, laufend kommen Kunden. Wir veranstalten eine Kuchenschlacht und trinken Milchshakes. Dann lassen wir unsere Keksdose mit all den Köstlichkeiten im Cafe für die nächsten Wochen füllen (für rd. 7 Euro das Kilo). Da unser kleines Restaurant Nomad bis zum 6.4. Betriebsferien hat, erkundigen wir uns im Cafe wo man noch gut essen gehen kann. Eine Kundin empfiehlt uns ein kleines Restaurant, das nicht weit vom Campingplatz entfernt liegt. Wir machen dort einen Termin für morgen Abend und wollen Kamelsteak essen. In Sidi Ifni gibt es ein Hammam, dort wollen Brigitte und ich uns morgen Nachmittag eine Massage gönnen.

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Freitag, 3. April

Wir benötigen dringend Dirham und müssen bei einer Bank mal wieder Geld tauschen. Der Umtauschkurs für Euro steigt ständig. Auf dem Rückweg zum Platz kommen wir nicht umhin, unserem Cafe einen letzten Besuch abzustatten. Dann ist der Strand für einen Spaziergang dran, wir haben Ebbe und möchten mal gerne sehen, was sich am anderen Ende der Felsensteine im Meer verbirgt. Leider müssen wir den Abwasserkanal von Sidi Ifni passieren und mir wird verdammt schlecht von diesen Gerüchen! Keine 30 m weiter baden Kinder. Bei Ebbe ergeben sich schmale, sandige Durchgänge zwischen den Felsen. Wir finden Korallenabbruch und einige Muscheln. Zurück am Platz wird es Zeit, die Sachen fürs Hammam zu packen. Als wir pünktlich zur verabredeten Zeit dort eintreffen, ist niemand da und wir sind die einzigen Gäste. Erst nach mehrmaligem Rufen erscheint die Badefrau und erkennt uns. Sie läuft los, um die Masseurin zu holen – inzwischen sollen wir uns ausziehen. Im ersten Raum sind in Kopfhöhe offene Holzregale angebracht, in die wir unsere Bekleidung legen. Dann kommt die Badefrau mit „Galkulm“, unserer Masseurin, zurück. Wir fragen nach dem Preis. 100 DH pro Person, das ist nicht zuviel. Auch Galkulm zieht sich bis auf den Slip aus und begleitet uns in den nächsten Raum. Dieser kühle Raum ist vom Boden bis zur Decke gekachelt. Ein ähnlicher zweiter Raum schließt sich an, der wesentlich wärmer ist. Galkulm deutet mit einer Handbewegung an, dass wir im hinteren Teil des Raums auf dem Fußboden platz nehmen sollen. In der einen Seitenwand verbirgt sich eine vertiefte Wasserstelle, mehrere Eimer stehen herum. Galkulm schöpft mit einem Plastikbehälter warmes Wasser in die Eimer und übergießt unsere Körper dann damit. Sie reicht uns cremige Seife (sieht aus wie Schmierseife, riecht aber anders), damit müssen wir uns einseifen. Ich habe einen Bimsstein mitgebracht und mit diesem rubbelt sie uns die Hornhaut von den Füßen. Dann müssen wir uns auf den Bauch legen und mit einem Ziegenhaarwaschlappen rubbelt sie unsere Rücken und Beine ab. Bald danach heißt es umdrehen. Oh, was kommen da für „Dreckröllchen“ zutage! Mehrere Eimer Wasser sind nötig, um alles abzuspülen. Jetzt sind unsere Körper vorbereitet für die „Rasulmassage“. In einem kleinen Gefäß hat Galkulm bröselige Erde mit Rosenwasser vermischt. Mit dieser Masse reibt sie unsere Körper und Haare ein. Wir streichen über die Körperteile, wie Samt und Seide fühlt sich unsere Haut an. Nach einer kurzen Einweichgezeit wird auch dieses mit reichlich warmem Wasser abgespült. Damit ist das Bad erledigt. Wir dürfen uns abtrocknen. Brigitte hat das typische Bekleidungstuch der marokkanischen Frauen mitgebracht, mit diesem wird sie nun bekleidet. Die Badefrau zeigt uns wie es gebunden wird. Wir bedanken uns bei Galkulm für die gute Arbeit und verlassen das Hammam. Eine Stunde hat die Zeremonie gedauert. Unsere Männer am Mobil wollen von uns alles genau berichtet wissen. Brigitte wird „etappenweise“ aus dem Tuch enthüllt und alles Schritt für Schritt von Michael fotografiert. Um 18 Uhr treffen wir im reservierten Restaurant ein. Als Getränk haben wir pro Familie eine Flasche Rotwein mitgebracht, wir wollen Abschied feiern. Nach den Vorspeisen wird die marokk. Suppe gereicht. Danach serviert der Kellner uns die Kamelsteaks, mit Gemüse, Pommes und etwas Salat garniert. Es schmeckt vorzüglich, doch satt sind wir noch immer nicht. Ein leckerer Salat und zum Abschluss und für jeden von uns ein Dessert, runden das schmackhafte Menü ab. Wir reden und reden, bald sind wir die einzigen Gäste im Lokal. Es wird Zeit, uns auf den Heimweg zu machen. Michael hat die Zeche bezahlt – Dankeschön! Er und Brigitte möchten sich bei uns für die Reiseleitung der ersten Wochen bedanken. Beide sind so richtig „auf Geschmack“ gekommen und betonen, dass es nicht ihr letzter Urlaub in Marokko gewesen ist.

Erkenntnis des Tages: Man muss auch mal was Ungewöhnliches ausprobieren!


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Samstag, 4. April

10 km nördlich von Sidi Ifni liegt der wunderschöne Strand von Legzira. Auf einem Plateau oberhalb der Küste gibt es Parkplätze. Der eine wird zurzeit mit schweren Baumaschinen bearbeitet, soll hier ein Hotel entstehen? Unterhalb der Felsen liegt eine Pension mit Restaurant. Der weite Strand, von einem Felsentor unterbrochen, ist heute Morgen fast menschenleer. Auf der Küstenstr. bis Sidi Moussa d’Àglou gibt es wenige Orte. Dann und wann sehen wir ein Mobil einsam in Strandnähe stehen. Wir machen einen Zwischenstopp in Tiznit und parken an der Stadtmauer. Durch den nahen Souk (überwiegend Bekleidung) geht es zum großen Platz in der Innenstadt. Hier haben die Silberschmiede ihre Geschäfte. In den Auslagen sehen wir alten schweren Schmuck der Berberfrauen und auch modernere Ausführungen. Für eine Freundin feilschen wir um ein Silbertablett mit Teegläsern und Kanne. Wir müssen hartnäckig handeln und Peter wird von nun an Berber genannt. In der Nähe der Moschee stärken wir uns mit einem Sandwich. Der Imbissbesitzer hat Tisch und Stühle vor seinen Laden gestellt und eine Markise beschattet angenehm unsere Köpfe. Bis das Essen und Getränke aufgetischt werden, können wir alles was an uns vorüber zieht beobachten: ein älterer Pfefferminzverkäufer wartet im Schatten der Moschee auf Kunden, verschleierte Frauen tragen ihre Einkäufe nach Hause, moderne Frauen kommen auf einem Fahrrad daher, Maurer schaufeln Sand und tragen ihn in Säcken auf ihren Schultern zur Baustelle. Leute beobachten, dass ist das, was ich in fremden Ländern so liebe! Die Strasse N104 nach Tafraoute ist eine Berg- und Talfahrt, sie geht über Serpentinen auf einen Pass (Col du Kerdous) und dann an wunderschönen neuen, aber unbewohnten Häusern nach Tafraoute. In diesem Landstrich herrscht Wassermangel. Außer auf den wenigen Terrassenfeldern im Gebirge wächst nur wenig, darum müssen die Männer in den Städten oder im Ausland ihr Geld verdienen. Im Alter kommen sie dann vermögend zurück und bauen sich die schönsten Häuser. Auf dem Plateau vor der Stadt stehen jetzt nur wenige Mobile (12 Stück), im letzten Jahr um die 50. Es ist angenehm warm. Vor dem Mobil können wir erstmals nach 6 Wochen wieder eine deutsche Zeitung lesen, die wir in Tiznit erstanden haben. Das ist wie Ostern - eine Überraschung. Über den Bergen erscheinen die ersten Sterne, der Muezzin ruft zum Gebet, aus der Stadt hören wir Folkloremusik, einige Hunde bellen – ansonsten Ruhe - unendliche Stille im Tal. Der Mond ist nur halb zu sehen und trotzdem ist es fast taghell - selbst die Finger werfen Schatten.

   |   Tages KM: 188

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Sonntag, 5. April

Gleich nach dem Frühstück steigen wir auf den höchsten Berg im Tal. Von seinem Gipfel soll man bis ins schöne Ammelntal schauen können, so schwärmt ein Einheimischer. Ein gutes Stück führt der Weg durchs Tal. Wir sehen eine große Ziegenherde mit Hirten. Die jungen Lämmer sollen von den Muttertieren getrennt werden und blöken unaufhörlich. Bald nach der festen Bewohnung und dem Berberzelt der Hirten müssen wir „unseren“ Weg zum Gipfel finden – es gibt keine Trampelpfade. Mal geht es über Granitfelsen, dann wieder an dornigen Sträuchern und Blumenkissen vorbei. Die vielen Kakteen scheinen sich auf diesem kargen Boden sehr wohl zu fühlen. Unterhalb des Gipfels müssen wir wegen einiger sehr hoher Granitblöcke unsere Klettertour beenden. Von einigen Aussichtsterrassen lassen wir die Blicke ins Ammelntal und ins Palmental bis Tafraoute schweifen. Der schweißtreibende Aufstieg hat sich gelohnt (knapp 1 Stunde). Nach weiteren 45 Min. sind wir wieder am Mobil. Der Nachmittag ist für eine Rollertour durch das Ammelntal reserviert. Dazu fahren wir von Tafraoute die Straße Richtung Tiznit (R104), um dann bei Souk Had Tahala ins Ammelntal abzubiegen. Die Häuser an der Straße sind im besten Zustand: die rosaroten Gebäude weiß abgesetzt und die Fensterrahmen blau, grün oder weiß gestrichen. Vor den Fenstern befinden sich Schmiedegitter mit Ornamenten. Um alles führt eine hohe Mauer und oft erkennen wir Bäume hinter dieser. Alles wirkt sehr gepflegt, kein Bauschutt und Müll um die Anwesen. Die Frauen tragen überwiegend schwarze Einschlagtücher, die als einzigen Farbkontrast eine bunte Borte haben. An Berghängen sehen wir einige Dörfer und biegen über eine Piste zum Ort Ananmeur ab. Durch einen Palmengarten geht es an wenigen Häusern vorbei, wobei der Weg immer schlechter wird, das kann doch unmöglich die Hauptstr. sein! Endlich erreichen wir den Ort und eine Teerstr. - wie abgeschieden hier die Menschen leben. Bunte Wiesen, Oleander, Insekten summen, alles grünt und blüht. In dem Ort Oumesnat suchen wir das „Maison traditionelle“ auf. Das Museum ist ein typisches Haus im Tal der Ammeln, mit alten Handwerks- und Haushaltsgegenständen. Der blinde Besitzer, der uns durch die Räume über 3 Stockwerke führt, spricht deutsch und erklärt uns ausführlich die Zimmer und Gegenstände. Nebenan gibt es ein Gästehaus und von der Terrasse hat man einen tollen Blick auf die Berge. Wir trinken dort einen Orangensaft und treten dann die Weiterfahrt nach Tafraoute an. Zurück am Mobil ist das Wetter am späten Nachmittag noch so gut, dass wir draußen sitzen. Viele Frauen spazieren mit und ohne Kinder an uns vorbei und sprechen uns nach Kleidung an. Wir verneinen und sehen, dass sie weiter zu den anderen Mobilen gehen. Von dort kehren sie mit vollen Plastiktüten zum Weg zurück. Bei einigen Mobilen scheint der Vorrat an Bekleidung unendlich zu sein. Soll man geben – oder erzieht man die Bevölkerung nur zum Betteln?

Anmerkung: wie sollen wir uns verhalten?


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Montag, 6. April

Am Freitag kam der Chef einer Lackierwerkstatt vorbei. Von unseren franz. Nachbarn wurde er herzlich begrüßt. Gemeinsam mit ihm konnten wir seine erstklassige Arbeit ansehen: Stoßstange nach Unfall am Mobil ausgebessert und lackiert. Für die Beseitigung aller Beulen und lackieren an unserem Fahrzeug rechnet der Werkstattchef DH 500. Wir sagen für Montag zu. 10 Uhr, Werkstatttermin mit dem Mobil – zwecks Ausbesserung der kleinen Beulen. Das Mobil soll um 18 Uhr fertig sein. Die Wartezeit wollen wir uns mit einem Rollerausflug zu den „Painted Rocks“ und ins Oasental Ait Mansour verkürzen. Der erste Anlauf zu den „Painted Rocks“ führt uns zu einem Museum. Ein junger Mann zeigt uns ein vor etwa 600 Jahren erbautes traditionelles Berber-Haus. Einige Haushaltsgegenstände und wenige eingerichtete Räume geben einen kleinen Überblick. Der junge Mann plant nach und nach das Haus als Herberge zur Vermietung an Gäste herzurichten. Wieder auf dem Roller müssen wir bald umkehren, da der Weg auch für Roller zu schmal wird. Der 2. Anlauf klappt. Wir benötigen nur einige Min. Fußweg zu den Felsen, nachdem wir den Roller geparkt haben. Ein belg. Maler hat 1983 die bis zu 30 m hohen Felsen in den Farben des Himmels: blau, rot, schwarz und violett mit 20 000 kg Farbe bemalt. Diese sind im Farbspiel von Sonne und Schatten zu den verschiedenen Tageszeiten wirklich eindrucksvoll. 24 Kilometer geht es zuerst bergauf in Serpentinen, weiter über ein Hochplateau und dann an einer Schlucht hinab ins Oasental „Ait Manour“. Hier lässt es sich unter Palmen wunderbar den heißen Sonnenstrahlen entgehen. Viele Einheimische nutzen es für ein Picknick. Wir machen rast, ein kleines Restaurant bietet Speisen und Getränke zu zivilen Preisen draußen an. An einem Tisch ist noch Platz, wir setzen uns zu einem franz. Ehepaar, dass auch auf 2 Rädern unterwegs ist. Am Nebentisch sitzen Deutsche. Sie berichten, dass sie seit Sidi Ifni nur „wild“ gecampt haben. Sie brauchen nicht den Komfort des Campingplatzes. Wir fahren noch ein Stück (etwa 10 km) Oase und schmale Straße durch kleine Ortschaften. Dann wenden wir, lt. unserem Reiseführer soll die anschließende Piste der Rundtour sich nur für Geländewagen eignen. Jetzt um 15 Uhr ist es im Gebirge schon frisch. Erst als wir Tafraoute im Tal erreichen, wird es wärmer. Auf unserem Stellplatz erwarten uns schon Brigitte und Michael. Wir haben Kuchen mitgebracht, Brigitte kocht Kaffee. Bis es Zeit wird das Mobil in der Werkstatt abzuholen, tauschen wir die Erlebnisse der letzen Tage aus. Auch sie haben für den Abend eine Tajine „frei Mobil“ bestellt. Zu Fuß holen wir unser Auto ab. Es ist perfekt repariert worden, in Deutschland hätten wir dafür ein Vielfaches bezahlen müssen. Unsere Tajine ist erst um 20 Uhr fertig und so reichlich, dass wir einen Großteil noch am nächsten Tag aufwärmen können. So feiern wir mit Brigitte und Michael ein weiteres Mal Abschied, denn morgen wollen wir für 3 Tage nach Agadir fahren. Brigitte und Michael bleiben noch ein paar Tage. Sie wollen in Geschäften nach Pantoffeln und Halsketten schauen, mit dem Mobil in die Werkstatt und mit einem Jeep eine geführte Rundtour unternehmen (haben wir im letzen Jahr auch gemacht).

Gedicht des Tages: Unterm Sternenhimmel im Mondenschein, feiern wir Abschied mit rotem Wein.


   |   Tages KM: 193

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Dienstag, 7. April

Wir haben das Ammelntal noch nie so grün und mit so vielen Blumen erlebt wie in diesem Jahr, fast wie in Deutschland im Frühling. Außer wenigen Dörfern und einigen Kornfeldern begegnet uns wenig. Dann wieder etwas zum Besichtigen: den Agadir Tizrgane. Es leben nur noch 3 Familien (u. a. eine als Familienpension) in dem Agadir. Die Speicher sind in Privatbesitz und nicht zu besichtigen, so wird uns von einem Wächter erklärt. Es ist aber möglich durch die engen Gassen zu laufen, die Speicherburg einmal von außen zu umrunden. Dabei fällt oft unser Blick auf die vielen verschlossenen alten Speichertüren. Die Teerstrasse, die wir jetzt bis Ait Baha fahren, ist nur 1 ½ spurig, aber mit einer neuen Decke überzogen. Das Sträßchen windet sich über 50 km um die Berghänge, an wenigen Stellen gibt es eine Passiermöglichkeit für große Fahrzeuge, z.B. LKWs und Busse. Nichts für ängstliche Fahrer!!! Auf einem schönen Plateau machen wir mittags Rast, schauen in tiefe Schluchten und auf kleine Orte – manche ohne Zufahrt. Die Getreideernte, wird auf kleinen runden Plätzen mit Eseln ausgedroschen – Arbeiten wie bei uns vor 100 Jahren. Bei Ait Baha ist diese interessante Bergstrecke beendet und bis nach Agadir ist alles flach. Wir sehen Sandverwehungen, dann riesige Anlagen mit Treibhäusern aus Plastik. Bananen und Gemüse werden hier angbaut. Wer mag bei dieser Hitze noch in Treibhäusern arbeiten? Biourga und Ait Melloul sind modere Vorstädte von Agadir. Mit hübschen Bauten, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Wir nehmen um die Stadt Agadir die Umgehungsstrasse, um den Supermarkt Marjane zu erreichen. Einkaufserlebnis nach 4 Wochen, darauf habe ich mich schon seit langem gefreut! Es gibt alles was das Herz begehrt: besonderen Käse an der Käsetheke, Wurststand, europ. Kosmetik, moderne westl. Bekleidung, Geschirr, viele Brotsorten, Gebäck, Gemüse, Fische, alkohl. Getränke, Milchprodukte und vieles mehr. Einige Artikel sind sogar teurer als in den einheimischen Souks. Dort haben wir alles bekommen, nur nicht in dieser Vielfalt. Die Warteschlangen an den Kassen erinnern mich an Deutschland. Die marokkanischen Kassierer sind betont langsam – sofort macht sich bei uns die „deutsche Ungeduld“ bemerkbar. Erkenntnis: in den Souks ist alles entspannter. Mit unserem großen Vorrat geht es zum rund 30 km entfernten Campingplatz „Atlantik Plage“. Das Erste was und auffällt, als wir den Ort erreichen: es wird gebaut ohne Ende. Der Platz selbst hat sich kräftig geleert. Überwiegend Franzosen verbringen hier in ihren Wohnmobilen die Zeit von Oktober bis April. Über 1000 Fahrzeuge können hier in abgeteilten Parzellen (teils unter Bäumen) stehen. Damit man sich besser orientieren kann, haben die Straßen Städte-Namen. Im Februar, als in Marokko die starken Regenfälle waren, standen über 100 Mobile vor dem Campingplatz und warteten auf einen freien Stellplatz – andere Stellplätze im Binnenland waren überschwemmt. Leider ist der Nebenplatz am Wasser nur von Anfang Januar bis Ende März geöffnet, so müssen wir uns hier ein Plätzchen suchen.

Frage des Tages: Wo leben die franz. Wohnmobiltouristen im Winter? Antwort: In Marokko, sie fühlen sich wie die Herren und nicht wie Gäste und manchmal führen sie sich leider auch so auf!...


   |   Tages KM: 193

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Mittwoch, 8. April bis Freitag, 10. April

Auf so einem großen Campingplatz wie diesen sind die sanitären Anlagen 1a. Ich nutze die Waschmaschinen und für Trockenmöglichkeiten ist auch gesorgt – Trockenplätze mit gespannten Wäscheleinen. Bei leichtem Seewind ist 1-2-3 die Wäsche trocken und glatt. Sie braucht nicht einmal gebügelt zu werden! Wir genießen 3 Tage Strand: wandern, baden und faulenzen. Sonne satt wie bei uns im Sommer und Wind wie an der Nordsee. Am letzen Tag laufen uns Brigitte und Michael über den Weg. Sie wollen ein paar Tage im Atlantik Parc ausspannen. Der Wind treibt große Mengen Sand über den Platz und dringt durch alle Ritzen ins Mobil.

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Samstag, 11. April

Ein letztes Mal heißt es Abschied nehmen von Brigitte und Michael. Wir fahren über einen Abstecher zu den Cascaden d’Imouzzer weiter nach Marrakech. In Aourir biegen wir von der Hauptstr. ab. Nach 30 km beginnt das landschaftlich schöne Paradise-Vally entlang des Asif Tamrakht, das sich schluchtartig hinzieht und immer wieder schöne Wasserbecken bildet. Die Straße ist einspurig. Es gibt viele Parkmöglichkeiten und Plätzchen zum Picknick machen. Am Wochenende ist das Tal sehr beliebt bei Ausflüglern aus Agadir. Heute ist eine größere Gruppe von Geländewagen unterwegs. Rücksichtslos, mit rasantem Tempo und hupend, fahren sie mit geringem Abstand an uns vorbei. Nach der Schlucht geht es mit grandiosen Ausblicken bergauf bis zum Ort Imouzzer des Ida Outanane. Hier zweigt eine schmale Straße 4 km steil bergab zu den Cascaden. Wir haben Glück, kein Gegenverkehr. Unten auf dem Parkplatz stehen bereits 2 Mobile und etliche Pkws. Wir hoffen, dass wir später ohne Probleme ausparken können, denn laufend kommen Autos mit Besuchern. Fast wollen wir uns einer Schulklasse anschließen, als ein junger Mann uns einen anderen Weg zu den Cascaden zeigt. An vielen Händlern vorbei geht es zum Wasserfall. Die Händler preisen laut ihre Waren an: „alles einen Euro“ und „billiger als bei Aldi“ hören wir in unserer Landessprache. Etwas oberhalb des Wasserfalls macht sich ein Mann zum Springen ins Wasserbecken bereit. Mit „Arschbombe“ plumpst er ins Wasserbecken. Die herumstehenden Besucher klatschen Beifall. Der Springer will für seine Showeinlage Geld von den Zuschauern. Er kommt auch zu uns – Peter wimmelt ihn ab. Unseren Führer, einen jungen Mann, bezahlen wir mit etwas Kleingeld und einem T-Shirt. Dann machen wir uns auf den Rückweg – die 4 km schmale Strasse bergauf zurück. 3 Fahrzeuge kommen uns entgegen – bei dem einen wird es verdammt eng. Gott sei dank – bald sind wir oben! Wir fahren unseren Rundweg weiter, durch bewaldetest Gebiet schlängelt sich die Straße bis auf 1500 m. Es blühen Lavendel und Thymian, in der Ferne sehen wir die schneebedeckten Gipfel vom Hohen Atlas. Auf unserer Straße fahren kaum Autos wir genießen die Stille und die traumhafte Landschaft. In vielen Serpentinen geht es zur Hauptstr. nach Marrakech. Unser Auto schnurrt auf der breiten Hauptstr., 250 km sind es noch bis zu unserem heutigen Ziel. Wenn nur nicht die vielen LKWs wären, langsam schleppen sie sich bergan. Heute kommen uns viele Mähdrescher mit Überbreite entgegen – bald schon sehen wir riesige Getreidefelder. Das Korn ist noch nicht reif, bis kurz vor Marrakech erstrecken sich die Kornfelder, die Orangen- und Olivenpantagen. Am Straßenrand bieten in Ladenzeilen Schilfflechter ihre Arbeiten an. Moderne Arbeiten, ganz anders als die in den Souks von Marrakech. Bei Marjane kaufen wir einen weiteren großen Vorrat an Fisch und schauen fasziniert zu, wie der Verkäufer den Fisch filetiert. Mit einem Stadtplan auf dem Schoß stürzen wir uns in den Feierabendverkehr Richtung Djemaa el-Fna. Wir wollen dort den großen Parkplatz mit „Reisemobilstellplatz“ aufsuchen. Heute scheint ganz Marrakech auf den Beinen zu sein, viele Pkws sind rechts und links in der Einbahnstr. zum Parkplatz abgestellt. Ein Durchkommen ist schier unmöglich. Der Parkplatzwärter hat mit einer Kette seinen Parkplatz gesperrt und winkt ab „alles besetzt“, wir sollen morgen wieder kommen. Jetzt ist guter Rat teuer – wohin??? Wir beschließen den Campingplatz „Le Relais“ aufzusuchen. Peter kann sich noch sehr gut an die Anfahrt erinnern (wir waren letztes Jahr dort). Es wird schon dunkel, als wir den gut besuchten Platz erreichen.

   |   Tages KM: 312

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Ostersonntag, 12. April

Gleich nach dem Frühstück parken wir um. Dieses Mal haben wir Glück und finden auf dem Parkplatz im Zentrum einen Stellplatz. Unser erster Weg führt uns zum Hammam: 1000 und 1 Nacht. „Machen sie gleich einen Termin für heute Vormittag“, so die mehrsprachige Dame an der Rezeption. Hammam mit Rasul- und Arganienölmassage (1 Std.) kosten 55 Euro pro Person. Ach was - Preis hin, Preis her, heute ist Ostern, da gönnen wir uns mal was! Damit Ehepaare zeitlich gemeinsam das Bad benutzen können, sind die Massage- und Hammamtermine gesplittet. Ich bekomme mit 2 anderen Frauen zuerst die Massage, dann das Hammam – bei Peter und den anderen Herren ist das umgekehrt. Der Ablauf in den dekorativen Räumen unterscheidet sich von dem in Sidi Ifni, dafür ist der Preis auch „gepfeffert“. Im abgedunkelten Massageraum stehen abgeteilt 6 Liegen nebeneinander. Meine junge Masseurin legt meine Bekleidung in eine Korbtasche und massiert dann meinen gesamten Körper mit Arganienöl, Hände und Füße sehr intensiv. Nach einer kleinen Ruhepause geht es ins Hammam. Im Vorraum sind die Duschen. Zuerst werde ich mit warmem Wasser begossen. Eine Badefrau reibt mir dann die schwarze „Schmierseife“ auf den gesamten Körper. So geht es zum Einweichen in den Nebenraum, ins Dampfbad. Mit einer jungen deutschen Frau und einer Einheimischen sind wir zu dritt in dem stickigen Raum. Mit der Deutschen komme ich ins Gespräch. Sie ist bereits das 5. Mal in Marrakech und total von Marokko begeistert. Nach einiger Zeit werden wir von unseren Badefrauen herausgerufen, mit warmem Wasser übergossen und dann auf Steinbänken mit einem rauen Waschlappen abgerubbelt. Nachdem der Schmutz abgespült wurde, wird der „Rasulschlamm“ auf den ganzen Körper verteilt. Zum Einweichen geht es wieder in den Dampfraum. Reichlich warme Duschen sind nötig, den Schlamm herunter zu bekommen. Man reicht uns einen Bademantel und in diesen gehüllt können wir im Ruheraum noch einen Tee trinken. Keine 10 Min, dann heißt es: anziehen - die Wechselgruppe wird bald erscheinen. Diesem Hammambesuch gebe ich 3 Sterne – Man muss noch einiges beherzigen, damit das Geld auch so eine Anwendung wert ist! Nach einer kleinen Erfrischung stürzen Peter und ich uns zum Einkaufsbummel in den Souk. Die letzte Möglichkeit die Geschenkliste abzuarbeiten – so eine große Auswahl an: Keramik, Silber, Eisen, Messing, Leder, Glas, und Bekleidung werden wir nicht wieder erhalten. Allmählich wird es eng im Stauraum.

   |   Tages KM: 13

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Montag, 13. April

Wir haben uns vorgenommen, am Vormittag dem modernen Einkaufsviertel der Mohammed V einen Besuch abzustatten. Doch leider ist der Weg zu Fuß weiter als angenommen – so muss das Viertel bis zum nächsten Marrakechbesuch warten. Wir laufen noch einmal den Souk von „oben nach unten“. Erreichen einige Einkaufsstr., die wir bislang noch nicht gesehen haben, u. a. ungewöhnliche Damenkleider und Schmuck. Auch hier sind viele Touristen mit Reiseleiter unterwegs. Ab und zu werfen wir den Blick in den Vorhof von einem Riad: Komfort total - mit schattigen Bäumen, Vogelgezwitscher, Sitzgruppen, Springbrunnen und Abschirmungen gegen das Sonnenlicht. Um 11 Uhr brechen wir mit dem Mobil auf, unser heutiges Ziel sind die Quzoud-Wasserfälle. Dieses Mal wollen wir durch de el Abid-Schlucht nach Quzoud fahren. Die N8 ist gut zu befahren – Flachland mit vielen Getreidefeldern. Nach etwa 150 km biegen wir ab. Zuerst schlängelt sich unsere Straße bergan bis zum Ort Ait Attab, danach beginnt die Schlucht. Über eine Eisenbrücke überquerten wir den Fluss, fahren dann
aufwärts, umrunden die Berghänge auf schmaler Strasse und haben immer wieder grandiose Ausblicke auf die roten Felsen der Schlucht. Nur ab und zu Gegenverkehr, einsame Gehöfte und Kinder die nach Bonbons betteln. Über eine 2. Brücke erreichen wir Quzoud und 3 km danach den „Zebra“-Camping des niederl. Ehepaars Paul und Renate. Wie die zwei uns berichten, wurde von den Behörden ihr Campingplatz geschlossen. Für die Betreibung eines Campingplatzes hatten sie noch keine Genehmigung und die einheimischen Campingplatzbesitzer in Quzoud haben sich gegen die Einrichtung von Paul und Renate gewehrt. Die Zwei bezeichnen uns als „Freunde“ und gewähren uns ein Plätzchen hinten ihrem Wohnzelt, damit man unser Mobil nicht gleich von der Straße erkennt. Sie sind just dabei ihr festes Haus zu bauen – der Rohbau mit Dach steht bereits. Renate führt uns herum, zeigt und erklärt uns die Räumlichkeiten. Das Besondere: eine offene Küche zur überdachten Terrasse. Hier soll sich ihr Leben: kochen und essen abspielen – der Blick über das unverbaute Tal ist umwerfend. Abends kühlt es kräftig ab. Paul erklärt uns einige Sternenbilder und wir lassen 2 Himmelslaternen steigen.


   |   Tages KM: 198

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Dienstag, 14. April

Am Vormittag unternehmen wir eine Wanderung entlang der Wasserfälle. Renate nimmt uns in ihrem Jeep mit zum Ort, heute ist Souk. Auch hier fällt uns auf, dass überraschend viele Männer die Einkäufe erledigen. Renate muss immer wieder Einheimische herzlich begrüßen – sie scheint hier sehr bekannt (beliebt) zu sein. Dann kann unsere Wanderung beginnen. An einem Olivenhain geht es ein gutes Stück abwärts und dann entlang der Wasserfall- Cascaden. Durch die starken Regenfälle führt der Ouzoud viel Wasser. Etliche einfache Cafes befinden sich links und rechts vom Flusslauf – einige können nur über provisorische Brücken und Stege erreicht werden. Wir laufen bis zum letzten Cafe (auch Camping für Rucksacktouristen). Der Besitzer macht uns auf eine Höhle (20 min Fußweg von hier) aufmerksam. Wir finden den Weg, aber nicht die Höhle. Ein Hirte auf der anderen Seite des Flusses deutet mit Handbewegungen, dass wir uns tiefer am Fluss entlang bewegen sollen. Peter kraxelt das letzte Stück (ganz nah am Fuß über die Felsen) allein. Als er zurückkommt beschreibt er, dass der Fluss durch eine Schlucht in die Tiefe stürzt (Canyon). Auf unserem Rückweg am Fluss begegnen wir nur wenigen Wanderern. Vor dem Wasserfall warten einfache Boote um Besucher über zusetzen (5DH). Der Aufstieg zum Ort ist ein wenig beschwerlich – unendlich viele glitschige Treppenstufen sind zu steigen, an vielen Souvenir Verkäufern vorbei. Verschwitzt erreichen wir den Ort. Renate hat uns von dort eine Abkürzung zum Stellplatz beschrieben und wirklich – knapp 15min, dann haben wir ihn erreicht. Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen in der Sonne. Im Laufe des Tages treffen noch 2 weitere Mobile ein. Abends kocht Renate für uns Lasagne. Im Zelt bittet sie zu Tisch und wir sind überrascht wie groß es innen ist. Paul und Renate berichten von ihren Vorhaben und Schwierigkeiten mit dem Umgang der Behörden. Sie planen mit Touristen auf Tour zu gehen (4x4) und denn Stellplatz weiter auszubauen. Wir wünschen ihnen Glück und gutes Gelingen bei ihren weiteren Vorhaben – sie haben eine große Liebe für das Land und die Leute und strahlen das auch aus.

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Mittwoch, 15. April

Unser heutiges Ziel ist Azrou – ca. 7 Fahrstunden von Ouzoud entfernt. Wir nehmen den Umweg über Bin el Quidane, am drittgrößten Stausee Marokkos entlang. Die Strasse ist gebirgig mit grandiosen Ausblicken auf den See. Nach Quaouizarth und Tagleft steigt die Strasse auf1400 m, mal geht es bergauf dann wieder bergab mit vielen Schlaglöchern. Danach wird es noch einsamer. Wir sehen nur noch wenige Ortschaften, fruchtbares Ackerland, rotbraune Erde. Die Strasse windet sich durchs Gebirge – Landschaften wie in den Dolomiten, mit sehr viel grün. Ab und zu kommen unverhofft Schlaglöcher – dann ist eine Überprüfung der Schränke angesagt. Frauen sammeln Brennholz und tragen die schwere Last auf dem Rücken –leichfüßig. An eine zerlumpte Hirtenfrau mit 2 Kindern verteile ich Schuhe. In El Arba ist Markttag. Männer stehen mit ihren Eseln umher, es gibt nur wenige Stände. Seit Sonntag gibt es einen Streik der Lkw- und Taxifahrer. Man will in Marokko ein Punktesystem für Verkehrsdelikte, ähnlich wie in Europa einführen. Dagegen wehren sich diese Berufsgruppen massiv. So kommt zurzeit keine Ware (Lkws) und Käufer (Taxi) auf die Märkte. Erkenntnis dieser Strecke: sehr lohnenswert kaum Verkehr – gut 4 Std. Fahrzeit (ohne Fotostopp) einplanen. Ab El Ksiba, dann wieder Hauptstr., die sich kurvereich aber gut bis Khenifra zieht. Wir legen einen Besichtigungsstopp ein. Schauen uns das schöne Zentrum mit den vielen Cafes und breiten Boulevards an. Die alte Medina wird restauriert. Am frühen Abend erreichen wir den Campingplatz außerhalb von Azrou. In dem Sommerausflugsgebiet der Marokkaner herrschen zurzeit nachts nur 3°+. Wie mag die Kälte den vielen Kirschbäumen (es sind schon viele Früchte an den Bäumen) bekommen? Spät am Abend trifft noch eine kleine Gruppe Franzosen mit R4 und „Enten“ ein. Sie machen ein Mordsspektakel. Interessante Plakate an den Fahrzeugen machen uns neugierig. Wie wir am nächsten Morgen erfahren, unterstützt diese Gruppe ein Projekt. Sie arbeiten (Baumpflanzungen) und wohnen bei einheimischen Familien. 18 Fahrräder, 20 Kisten Bücher, Stifte und Rucksäcke für Schulen hatten sie dabei.

   |   Tages KM: 344

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Donnerstag, 16. April

Auf der Gebirgsstr. Zwischen Azrou und El Hajeb lohnenswerte Aussichten auf grüne Täler. Nebelschwaden ziehen auf, Regen setzt ein. In El Hajeb (1000m) stehen die Prunkvillen der reichen Marokkaner. Auf der Strecke nach Meknes sehen wir viele Weinanbaugebiete, auch für flüssigen Verzehr? Der Regen hat wieder aufgehört, blauer Himmel blitzt hinter grauen Wolken hervor. Jetzt vor Meknes ändert sich das Landschaftsbild – wogende Getreidefelder, eingefasst von bunten Blumenhecken. Uns steht am Vormittag der Sinn nach einem kleinen Stadtbummel durch Meknes. Mit dem Stadtplan auf dem Schoss versuche ich Peter um die Stadtmauer zu leiten – Pech! Wir erwischen eine Einbahnstrasse in die Alt –Medina und stehen nach 500m vor einem Tor, durch dass wir leider nicht passen (Höhe 3m, wir benötigen 3,5m). Wenden ist nicht möglich, also rückwärts mit Einweiser geht es an vielen beidseitig parkenden Autos vorbei. „Gut dass Peter mit dem Mobil umgehen kann“. Der Weg durch die Medina ist uns vom letzten Jahr noch gut im Gedächtnis. Die Geschäfte sind am Vormittag noch nicht alle geöffnet – nur die Kaftan–Näher sind emsig am arbeiten. Nach dieser Anstrengung haben wir uns eine kleine Stärkung auf dem Platz „Place Lahdim“ verdient: Kaffee und Schmalzkringel. Nur ein paar Schritte und wir sind wieder am Mobil auf einem bewachten Parkplatz. Über die N6 geht’s Richtung Rabat. Kornfelder soweit das Auge reicht, lebende Hühner am Band am Straßenrand, Bäuerinnen verkaufen Olivenöl, Eier und Joghurt. Nach Sale fahren wir durch Eichenwälder. Am Straßenrand sehen wir eigenwillige Dekorationen: rotbraune Lehmkugeln auf Säcken. Wir halten. Sofort springt ein Mann mit einer Tüte hinter einem Baum hervor. Auf unsere Frage was die Kugeln bedeuten, zeigt er uns den Inhalt seiner Tüte: Schwarze Trüffel! Bei Souk el Arba du Rhab die ersten Orangenverkäufer an der Strasse. Eine Kiste soll 140 DH kosten, Saftorangen weniger. Mit etwas Geld und einigen Kleidungsstücken erstehen wir einen großen Vorrat. Vor Larach sehen wir Frauen mit bunten Hüten auf der Ladefläche der Lkws, sie kommen fröhlich von der Erdbeerernte. Am Straßenrand können die frischen Beeren gekauft werden, gleich neben den Plantagen. Noch vor Larache erreichen wir den kostenlosen Stellplatz, warme Duschen und WC kostenlos, Restaurant am Platz. Und wen treffen wir da? Die Italiener Sandro und Gabriela mit Freunden. Wir trinken zusammen Kaffee und Wein – feiern unser Wiedersehen und Abschied. Übermorgen wollen wir Marokko verlassen – sie am Montag.

   |   Tages KM: 388

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Freitag, 17. April

Unser letzter Tag in Marokko. Über Landstr. Erreichen wir Asilah. Vom nahen Parkplatz an der Stadtmauer erreicht man die saubere Medina. Blaue Türen, Wände und viel weiß erinnern an die Besetzung der Portugiesen. Auf dem kleinen Gemüsemarkt an der Stadtmauer ist ein Huhn entwischt. Oft haben wir Käufer mit lebenden Hühnern gesehen - so ist die Frische der Ware garantiert. Westlich von Tanger liegen das Cap Spartel und die Herkulesgrotten. Nach einer Legende wurde diese Höhle benannt. Auch wir steigen die wenigen Stufen hinab, durch einen Felsausschnitt (der aussieht wie die Umrisse von Afrika) blickt man aufs blaue Meer. Bei Sonnenuntergang soll es besonders schön sein. Doch so lange wollen wir nicht warten. Vom Cap Spartel blicken wir über die Meerenge „Straße von Gibraltar“ nach Europa. Bis nach Tanger fahren wir an den Villen der Reichen entlang. Die Palastartigen Villen sind von hohen Mauern umgeben, mit viel grün und ein Pförtner bewacht den Eingang. In Tanger parken wir am Hafen auf dem großen Parkplatz. Von dort sind es nur ein paar Schritte in die Souks und die moderneren Einkaufsstr. Doch was wir leider nicht bedacht haben: ab Freitagmittag ist fast alles geschlossen – Feiertag. Nach einer Stärkung im Zentrum fahren wir mit dem Mobil zu Marjane, um die letzten Einkäufe für die Heimreise zu erledigen. Wir beschließen noch ein Stück die N16 Küstenstrasse nach Ceuta zu fahren. Auch hier ist die Strasse gebirgig und heute am Freitag sind viele „Sonntagsfahrer“ unterwegs. Das Überholen ist schwierig. An einem Keramikstand kaufen wir für unsere letzte Dirham, Windlichter für die Lieben Daheim. Nun liegen, mit Handtüchern und Bettdecken gepolstert, überall im Mobil die zerbrechlichen Gegenstände. Wir erreichen Ceuta, tanken noch einmal preiswert alle Tanks mit Diesel voll und erwischen mit Glück noch die letzte Fähre (21.30 Uhr europ. Zeit) nach Algeciras. Die Zeitumstellung (2 Std.) trifft uns massiv – erst um 23.00 Uhr treffen wir bei Lidl`s Stellplatz ein. Über 30 Mobile stehen bereits hier.

   |   Tages KM: 207

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Peters Bemerkung: schade, dass die 42 Tage so schnell in Marokko vergangen sind. Man hat sich gerade so richtig an alles gewöhnt und es gäbe noch so viel zu entdecken. Das hat mir am besten gefallen: die unglaublich schönen Landschaften, das schöne Wetter (in der ganzen Zeit nur wenige Minuten Regen) und das es sich hier sehr preiswert leben lässt.

Monikas Erkenntnisse: Marokko mit seinen sehr unterschiedlichen schönen Landschaften (manchmal noch unberührt) ist eine Reise wert! Doch dass hier die Frauen so schwer arbeiten müssen und die Männer sehr oft unbeschäftigt umher sitzen, das stört mein Empfinden als
Frau sehr. – Männerwelt! Das hat mir am besten gefallen: preiswerte Grundnahrungsmittel, Gemüse, Obst, Fisch – man kann sich mit wenigen Angeboten durchaus abwechslungsreich ernähren. 1 Monat Deutschland – 3 Monate Marokko


Samstag, 18. April bis Sonntag 3. Mai

Knapp 14 Tage lassen wir uns Zeit um unser Zuhause in Glinde zu erreichen. Wir besuchen Freunde in Spanien, fahren über Landstraßen in Frankreich durch den Frühling, sehen unsere Tochter in Zürich, Verwandte in Bayern und Hessen. Als krönenden Abschluss nehmen wir an dem Clubtreffen auf dem Rippenhof in Niedersachsen teil. Zu Hause erwartet uns jede Menge Arbeit: das Reisemobil muss gründlich gereinigt werden, die Waschmaschine wird auf Hochtouren laufen und im Garten muss ich mit dem Unkraut kämpfen. Und wenn alles erledigt ist? Freuen wir uns auf die nächste Reise. Km bis nach Hause 3578

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