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Neuseeland - 2010/1

Einmal bis ans (andere) Ende der Welt

Neuseeland


Seit gestern bin ich am packen. Vier Reisetaschen, alle zusammen wiegen 63 Kilo. Da wir über Los Angeles fliegen, dürfen wir pro Person 46 Kilo Gepäck mitnehmen. Würden wir über Hongkong fliegen, so wäre unser Gepäck auf 20 Kilo pro Person begrenzt. Gut für Peter, denn seine eine Tasche wiegt 22 Kilo – die müsste sonst hierbleiben!


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27. - 28. Februar Glinde

Das Taxi ist zu um 10.15 Uhr bestellt. Unser Flugzeug mit der Lufthansa nach London soll um 13.35 Uhr starten. Gott sei dank ist der Flugstreik seit gestern vorbei. Wir hatten schon Angst, durch den Streik unseren Anschlussflug in London zu verpassen. In London haben wir knappe 1 ½ Stunden Zeit bis zum Abflug mit der New Zealand Air. Schon das Einchecken bei Lufthansa ist eine Geschichte für sich wert. Am Terminal wählt man mit Hilfe des Bodenpersonals die Sitzplätze aus, erst wer die Bordingkarte gedruckt in den Händen hält darf die Koffer aufgeben. Auch wenn noch reichlich Zeit bis zum Abflug ist, gehen wir zum Gate. Die Personenkontrolle fragt nach Flüssigkeiten und ich lege eine kleine durchsichtige Tasche neben Handgepäck und Jacken auf das Laufband. Die Trinkflasche in der Außentasche von Peters Rucksack haben wir total vergessen. Bei der Kontrolle landet diese jetzt im Müll – Bestimmung. Selbst ein kleiner Schluck ist nicht erlaubt, dazu müsste ich wieder zurück und nochmals durch die Kontrolle. Meine Zunge klebt am Gaumen. Im Duty-Free-Shop kann wieder alles nachgekauft werden – doch um einiges teurer.
Die Maschine nach London ist nur zu einem Drittel belegt, des Öfteren durchstoßen wir die Wolken, dann wird es ruppig. In London muss unsere Maschine zwei Warteschleifen drehen – erst dann wird die Landung freigegeben. Am Boden gilt es dann nochmals warten – unsere Parkposition ist noch besetzt. Oh-mann- oh-mann! Wir sitzen wie auf heißen Kohlen – das wird verdammt eng mit dem Anschlussflug. Als wir beim Terminal 1 endlich aussteigen, steht neben uns bereits die Maschine der New Zealand Air. Der kürzeste Weg über das Rollfeld ist nicht gestattet (wir haben auch gar nicht erst gefragt). Eine lange Strecke durch viele Gebäude bis zum Ausgang, dann kurz vorher abbiegen und auf der anderen Gebäudeseite zum Terminal 1 zurück. Personenkontrolle wie in Hamburg und weiter im Laufschritt – unser Flug wurde bereits aufgerufen. Britische Reisende werden durch gewunken, uns muss erst eine neue Bordingkarte ausgestellt werden. Die von der Lufthansa hat hier keine Gültigkeit. Durchgeschwitzt erreichen wir unsere Plätze im Flugzeug. Wir haben die Plätze am Gang und in der Mitte, gleich nach der ersten Klasse gebucht – so kann Peter seine langen Haksen zum Gang ausstrecken. Am Fenster sitzt bereits ein junger Mann und welch ein Glück, er spricht sogar ein wenig deutsch. Unsere Beine haben genügen platz zum Ausstrecken, dafür hapert es mit der Breite. Zu dick darf hier Mann oder Frau nicht sein, sonst bleibt man stecken. Nach 2 Stunden Flugzeit wird uns ein warmes Abendessen serviert. Wir können wählen zwischen: 2 Gerichten, roten und weißen Wein, Bier und Softgetränken. Die10 ½ Stunden Flug bis Los Angeles können wir uns mit Filmen, Musik und Spielen verkürzen. Als wir um 20 Uhr (nach deutscher Zeit) über Grönland fliegen, sehen wir schneebedeckten Berge und Eisbergspitzen im Wasser. Die Sonne geht nicht unter, an Schlaf ist nicht zu denken. Außerdem ist es einfach zu eng um im Sitzen zu schlafen. Mal müssen wir uns wieder anschnallen, weil Luftturbulenzen das Flugzeug durchschütteln, dann wieder werden Getränke gereicht. Bevor wir gegen 3.30 Uhr in Los Angeles zwischenlanden, bekommen wir noch ein kleines Essen. Obwohl unser Flugzeug nur einen Zwischenstopp zwecks Reinigung und Auftanken einlegt, müssen wir durch die Emigration. Fingerabdrücke beider Hände und ein Foto vom Gesicht werden angefertigt. Auf einer Liste werden nochmals unsere Namen abgehakt. Dann heißt es warten bis wir wieder zum Einsteigen aufgerufen werden. Nach 2 Stunden Warterei ist es dann soweit: einsteigen und weiterfliegen. Ich bin todmüde, doch zuerst bekommen wir noch ein weiteres Abendessen gereicht. Bis die Tabletts wieder eingesammelt sind, schaue ich noch einen Film. Abgedunkelte Fenster und Notbeleuchtung im Raum machen nicht nur mich schläfrig. Wer jemals auf den schmalen Sitzen im Flugzeug versucht hat zu schlafen wird mir zustimmen: es ist fast unmöglich. 12 Stunden Flug liegen vor uns.
Zeitumstellung, wir landen um 6.30.Uhr in Auckland. Bis wir um 9 Uhr weiter nach Christchurch fliegen, müssen wir persönlich unser Gepäck durch die Zollkontrolle bringen und es wieder einchecken. In Neuseeland dürfen keine Lebensmittel eingeführt werden. Die Kontrollen sind sehr streng. Bereits im Flugzeug haben wir eine schriftliche Erklärung abgegeben, dass sich keine Lebensmittel in unserem Gepäck befinden. Kurz vor dem Aussteigen fällt mir siedendheiß ein, dass ich im Rucksack noch einige Apfelstücken in einer Picknickdose habe. Das Essen bei der New Zealand Air war so gut und reichlich, dass ich an mein Obst überhaupt nicht mehr gedacht habe. In der Flughafenhalle entsorge ich dann das Obst, Peter wartet mit vielen anderen Touristen am Transportband auf unser Gepäck.
Auf mich tritt eine Frau mit Hund zu, der Hund springt an meinem Rucksack hoch und bellt. Sie fragt mich „haben sie Obst oder Schokolade in ihrem Gepäck?“ Ich verneine wahrheitsgemäß und komme mir vor den Reisenden wie eine Rauschgiftschmugglerin vor. Ich muss unsere Rucksäcke öffnen und die Kontrolleurin schaut in die leere Picknickdose. Auf meinem Einreiseprotokoll macht sie einen Vermerk. Sie fragt noch nach weiteren Lebensmitteln im Gepäck, wie nach Schokolade. Auch hier sage ich nein. Das Ganze ist mir sehr unangenehm.
Endlich kommen zwei unserer vier Gepäckstücke, der Rest bleibt spurlos verschwunden. Nun ist guter Rat teuer. Ich frage einen Angestellten ob alles Gepäck aus unserem Flugzeug ausgeladen ist und er bestätigt: alles ausgeladen. Wir müssen 2 Reisetaschen als verloren melden. Natürlich spricht an dem Schalter niemand deutsch, aber eine nette Deutsche, auch Betroffene, erklärt den Beamten den Sachverhalt. Nun müssen nur noch einige Formulare ausgefüllt und die Gepäckstücke beschrieben werden. Unsere Koffer sollen in unser Hotel in Christchurch weitergeleitet werden. Mit den Worten:“ in 4 Stunden treffen ihre restlichen Koffer in Auckland ein“, verabschiedet man uns. Wir gehen zum einchecken unserer 2 Gepäckstücke in eine andere Abfertigungshalle. Zum nationalen Flughafen gibt es einen Bus-Stopp-Pendelverkehr. Natürlich marschieren wir zum falschen Bus-Stopp. Und weil niemand dort mit uns wartet, müssen wir nochmals nachfragen gehen.
In der Abfertigungshalle der Flüge nach Christchurch haben wir bis zum Abflug noch etwas Zeit um einen richtigen Kaffee und einen kleinen Kuchen zu genießen. Ich suche nach einem Taschentuch und mache ein Täschchen am Rucksack auf und was finde ich da: 6 Schokoladenostereier von Brigitte als Ostergruß. Die Schokoeier wollten wir schon in London verspeisen, doch leider war beim Umsteigen durch die Flugverspätung keine Zeit. Ähnlich wird es wohl auch den 2 Koffern in London beim Weitertransport ergangen sein. Das fängt ja alles sehr gut an in Neuseeland!


   |   Tages KM: 17800

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Montag, 1. März Christchurch

Der kleine Flieger (etwa 100 Pers.) bringt uns sicher nach Christchurch. Durch die Wolken können wir ab und zu einen Blick auf die Landschaft unter uns werfen. Auch in Christchurch ist noch Sommer und in unseren Jeans und Stützstrümpfen wird uns ganz schön warm. Ein Taxifahrer bringt uns ins Hotel (schweineteuer die 10 km). Später stellen wir fest, dass ein Shuttle-Bus nur die Hälfte kostet. Beim Hotel angekommen, erzählt man uns, dass unser Zimmer erst ab 14 Uhr bezogen werden kann. Dabei steht uns so sehr der Sinn nach einer erfrischenden Dusche. Wir können aber unser Gepäck abstellen. Das Hotel Ibis liegt im Innenstadtbereich und die Sehenswürdigkeiten sind gut alle zu Fuß zu erreichen. In der Stadt gibt es viele Gebäude im viktorianischen Gotik-Stil. Bei einigen stehen nur die alten Fassaden, dahinter wurde neu umgebaut. Die bunten Blumenrabatten entlang der Straße leuchten in allen Farben und es blüht üppig. Eine alte Tram wurde für Besichtigungstouren umgestaltet, an einigen Punkten kann die Fahrt unterbrochen und nach Besichtigung wieder aufgenommen werden. Der Botanische Park mit seinen hohen alten Bäumen und den gepflegten Beeten ist schon sehr eindrucksvoll. Dem Art Museum statten wir einen kurzen Besuch ab, der Eintritt ist frei. Restaurants und Cafes warten auf Touristen, auch wir verspüren Hunger und entscheiden uns für den „Italiener“.
Auf dem Weg zum Hotel fragen wir in einem Elektronik-Geschäft nach einem Adapter für unsere elektr. Geräte. Beim Warten entdecken wir einen USB-Stick fürs Internet und hoffen, mit diesem überall in Neuseeland Internetzugang zu haben. Eine nette Verkäuferin berät uns und wir wollen später mit unserem Mini-Notebook vorbeikommen. Im Hotel steht unserer Zimmerbelegung nichts mehr im Wege. Zwei breite weiche Betten und ein kleines Bad sorgen für Entspannung. Jetzt nur nicht einschlafen, denn sonst liegen wir nachts wach.
Etwas später veranlassen wir in der Rezeption noch einen Anruf bei unserem Reisemobilvermieter, er soll uns abholen. Der erste Anruf landet beim Flughafen – nanu, hat etwa unser Reiseveranstalter die falsche Nummer für uns notiert? Das Hotel sucht die Nummer per Internet und stellt die Verbindung her. Dieses Mal meldet sich die Britz-Vermietung und ich verlange eine Person die deutsch spricht. Die Dame am anderen Ende spricht deutsch und sie ist auch sehr nett, aber ich bin mit der Britz-Filiale in Australien verbunden. Sie sucht noch die richtige Telefonnummer für uns raus. Ein weiterer Anruf bei der Filiale in Christchurch bringt folgendes Resultat: Abholung ja, aber nur vom Flughafen aber nicht vom Hotel. So müssen wir in den sauren Apfel beißen und ein Taxi für Morgen organisieren. Jetzt will ich nach so viel Trara nur noch an die frische Luft.
Also stiefeln wir mit unserem Notebook unter dem Arm los um den USB-Stick zu kaufen. Wir lassen das Programm gleich installieren, die E-Mail-Eingänge können wir bereits lesen. Während wir uns noch ein wenig die Beine vertreten, klingelt mein Handy. Der Flughafen Auckland informiert uns, dass unsere „’verlorenen“ Koffer um 23 Uhr beim Hotel eintreffen werden. Wir vereinbaren, dass sie an der Hotelrezeption abgegeben werden sollen. Nun muss ich den Damen an der Rezeption das nur noch klarmachen. Während Peter noch eine Kleinigkeit zu Abend essen will, kläre ich das im Hotel mit den Koffern. Jetzt um 18.30 Uhr herrscht großer Andrang, die Reisegruppen treffen nach und nach ein. Seit heute Vormittag hat das Personal bereits dreimal gewechselt. Ob meine „Kofferbotschaft“ ankommt?
Oben im Zimmer schreibe ich noch ein wenig Tagebuch, doch ich habe Mühe die Augen offenzuhalten. Peter kommt und legt sich gleich schlafen, dabei ist es erst 19 Uhr. Bald danach liege auch ich im Bett. Um Mitternacht wird Peter wach und versucht mit dem neuen Programm unserem Reiseveranstalter eine E-Mail zu schicken. Durch die Zeitverschiebung sind diese jetzt am Arbeitsplatz. Er will die Abholprobleme mit dem Reisemobilvermieter klären. Doch die Mail wird nicht gesendet. Peter weiß sich zu helfen, greift zum Handy und ruft an. Er berichtet über das Problem und bekommt zur Antwort: im Vertrag steht Abholung vom Hotel und wir sollen uns das verauslagte Taxigeld vom Reisemobilvermieter erstatten lassen. Das kann ja lustig werden! Und wenn die Koffer nachts nicht eintreffen, was dann??? Ich schiebe alle Gedanken beiseite und beschließe für heute nach dem Motto zu handeln: don’t worry – be happy!!!


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Dienstag, 2. März Christchurch

Schon um 7 Uhr liegen wir hellwach. Unser erster Weg führt zur Rezeption und sieht da, die verlorenen Gepäckstücke sind eingetroffen. Gleich gegenüber vom Hotel gibt es eine nette Breakfast-Bar. Das Angebot ist sehr umfangreich, aber so seine Kleinigkeit wie: Toast mit Butter und Marmelade steht nicht auf der Speisekarte. Die Bedienung ist sehr freundlich und erfüllt Peters Frühstückwunsch sofort. Ich entscheide mich für: Englisch Tee und einem Bagel mit Frischkäse. Anders als in den üblichen Cafes, wird hier der Kaffee laufend nachgeschenkt – man könnte auch 10 Tassen trinken. Wir warten mit der Bezahlung bis kurz vor 9 Uhr, denn dann öffnet das Elektrogeschäft. Dort ändert man eine Einstellung bei unserem Anbieter und sofort lassen sich die Mails versenden. Puhh, das wäre für heute schon mal geschafft!
Im Hotel bestellen wir den Shuttle Bus zu um 9.45 Uhr und warten mit unserem Gepäck in der Halle auf Abholung. Endlich, um 10.15 Uhr, kommt ein kleiner Bus für 9 Personen mit Anhänger. Wir sind nicht die Einzigen die einsteigen, unser Fahrer holt an verschiedenen Stellen Personen mit Gepäck ab. Die meisten steigen am Flughafen aus, dann sind wir dran. Mit unseren vielen Reisetaschen und Handgepäck mühen wir uns zum Reisemobilvermieter ab. Im Büro herrscht starker Andrang. Wir schieben uns bis zur Information vor. Nach einigen Auskünften, niemand spricht deutsch, drückt man uns für die Unterweisung des Reisemobils einen PC mit deutscher Spracherklärung in die Hand. Aufmerksam hören wir uns in der lauten Halle die Erklärungen an. Ob wir auch noch alles wissen, wenn wir endlich im Mobil sitzen?
Die formellen Sachen erläutert uns ein junger Mann sehr nett. Bei ihm können wir auch gleich die Fähre zur Nordinsel buchen. Die eigentliche Fahrzeugübergabe ist binnen 10 Minuten geschehen. Wir haben den Eindruck, dass die junge Dame froh ist, wenn alle Fahrzeuge an „den Mann“ gebracht sind. Wir schmeißen unseren ganzen Krempel ins Fahrzeug und denken nur, wo sollen wir den Inhalt von 4 großen Reisetaschen in nur 2 Fächern (so groß wie Briefkästen) unterbringen? Was für ein Fahrzeug haben wir da gebucht?
Wir rumpeln vollgetankt vom Hof Richtung Supermarkt. Hier tätigen wir einen Großeinkauf. Außer Geschirr, Bestecke, Töpfe und Bettzeug befindet sich nichts im Mobil. Vorsichtshalber kaufen wir noch einen Satz Dosen, damit auch Kaffee, Tee, Zucker, Salz und Butter „streu“ sicher untergebracht sind.
Mit dem Navi (Mietgeb. 45 Euro) in deutsch geht es nun auf der 1 Richtung Norden. Unser heutiges Ziel soll Kaikoura sein, etwa 200 km von Christchurch entfernt. Die Fahrt dahin ist mörderisch, an den Linksverkehr müssen wir uns noch erst gewöhnen. Peter braust mit 80 bis 100 km/h über die Landstrasse. In den Orten warnt uns das Navi – Geschwindigkeit drosseln. Der erste Teil der Strecke ist landschaftlich etwas langweilig, später kommen wir in den gebirgigen Teil mit grünen Wäldern, Wiesen mit Schafen und Weinanbau. Über alles türmen sich weiße Wolken. Unterwegs überholt uns ein großer LKW und schert kurz vor uns ein. Peter hat mühe mit unserem Fahrzeug auf den Seitenstreifen auszuweichen, fast hätten wir einen Begrenzungspfahl umgeheizt. Mir ist richtig schlecht. Kommen mir doch das ungewohnte „Linksfahren“ fast wie das Fahren in einer Achterbahn und manchmal wie in einer Geisterbahn vor.
Kurz vor Kaikoura erscheint rechter Hand das Meer – türkisblau. Der Campingplatz für die heutige Nacht liegt etwas außerhalb des Ortes und ist ein „Top 10 Platz“. Für diesen Komfortplatz will der Besitzer umgerechnet 22 Euro die Nacht haben. Das ist uns für heute egal, Hauptsache wir sind heil angekommen und können aussteigen. Für den morgigen Tag reservieren wir Plätze auf einem der „Whale-watching“ Boote. Als Termin bekommen wir 16 Uhr genannt. Man setzt uns aber auf die Warteliste, d.h., vielleicht ist eine Fahrt zu einem früheren Termin am Vormittag möglich.
Um den Inhalt unserer 4 Reisetaschen zu verstauen benötigen wir ganze 2 Stunden. Danach fange ich mit dem Kochen in unserer Winzigküche an. Den Abwasch erledigen wir zu zweit – nur wie das mit dem Warmwasser gehen soll, ist uns noch ein Rätsel. Das Badezimmer ist ein Witz, ein Raum mit Toilette in dem auch duschen möglich sein soll? Ohne Waschbecken, Spiegel und Ablagen – wie der Name schon sagt: Toilette. Gegen 20 Uhr wird es dunkel. Wir bauen unsere Betten und kriechen unter die Decken. Vom Vermieter haben wir vorsichtshalber eine zweite Zudecke angefordert. Noch ist es angenehm warm im Mobil. Wie aber die elektrische Heizung funktionieren soll hat man uns leider nicht erklärt. Das müssen wir morgen herausfinden. Für heute reicht es vorerst.

Erkenntnis des Tages: Man kann alles noch so planen, es kommt doch anders als man denkt!


   |   Tages KM: 187

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Mittwoch, 3. März Kaikoura

Unser Waschtisch ist das Spülbecken in der Küche. So wie in alten Zeiten mit unserem VW-Bus. Erst wenn die Betten abgebaut (verstaut) sind, ist es möglich den Tisch aufzubauen. So ganz nebenbei begreifen wir die Warmwasserzubereitung und finden die Heizung. Sie funktioniert sogar prächtig, wenn auch laut. Nach dem Frühstück marschieren wir zum nahen Center: „Whale-watching“. So eine Tour für 50 Personen dauert 2 ½ Stunden und kostet 70 Euro pro Person. Wir stehen auf der Warteliste und haben Glück, um 11 Uhr können wir starten. Mit Bussen werden wir zu den Katamaran-Schnellbooten gebracht. Das Boot fährt uns 5 Meilen aufs offene Meer. Schon bald sehen wir den ersten Wal. Es schaut nur ein wenig von seinem Rücken aus dem Meer. Ab und zu stößt er eine Wasserfontäne aus und nach etwa 10 Minuten taucht er ab, seine Schwanzflosse hebt sich dabei imposant aus dem Wasser. Das Meer ist hier über 2000 Meter tief und ein Wal taucht innerhalb weniger Minuten auf den Abgrund. Nicht nur der Scrill, sondern auch andere Fischarten kommen hier reichlich vor. Bis zu 45 Min. kann der Wal unter Wasser bleiben, dann muss er zum Sauerstoffholen wieder auftauchen. Noch zwei weitere Male können wir das Wal-Schauspiel an anderer Stelle beobachten. Danach geht es mit dem Boot zum Hafen zurück. Auf dem Rückweg werden uns auf einem Großbildschirm die Lebensweisen der Wale und ihr Körperbau anschaulich erklärt, leider nur in Englisch. Es ist schon beeindruckend, solche Tiere in freier Natur zu beobachten. Ich aber habe mir das Ganze gewaltiger vorgestellt.
Stauraum: Unsere Reisemobile sind mit den Jahren immer größer geworden. Zuletzt fasste der Stauraum beinahe die gesamte Sommergarderobe und immer war es noch nicht genug. Jetzt müssen wir uns mit nur 2 Fächern begnügen. Der Rest liegt griffbereit in Reisetaschen (die haben wir uns von Freunden ausgeliehen) im Stauraum unter den Sitzen. Ordnung und Disziplin sind angesagt, wann wird wer was suchen?


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Donnerstag, 4. März Kaikoura

Unser heutiges Ziel sind die heißen Quellen von Hanmer-Springs. Wir nehmen die Strecke (70) durchs gebirgige Binnenland, um uns Berge bis 1700 m. Die Schaltung von unserem VW LT 35 macht Probleme, aber der wenige Straßenverkehr versöhnt uns. So genießen wir die Landschaft mit ihren grünen Wiesen, auf denen viele Rinder und auch mal Lamas grasen. Riesige Yukka-Palmen wachsen am Weg, dann wieder sehen wir Almweiden wie in Tirol, alles ist sehr grün. Wir machen Picknick am rauschenden Bach, Grillen zirpen, über uns wolkenloser blauer Himmel. Nur ab und zu kommt ein Auto vorbei. 4m hohe Lebensbaumhecken schützen die Felder vor Wind, Beregnungsanlagen besprengen Weiden und Gemüseanbau. 36 km vor Hanmer Springs treffen wir auf die 7. Wir fahren wieder einen Top 10 Campingplatz an. Die Badeanlage der heißen Quellen liegt im Ort, zu Fuß in 15 Min. zu erreichen. Das heiße Wasser befindet sich in verschiedenen Becken mit unterschiedlichen Temperaturen. Die Becken sind auf dem Gelände weitläufig verstreut. Riesige Bäume und Steingebilde fügen sich gärtnerisch gut gelöst in das Landschaftsbild ein. Es ist nicht „schwimmbadlaut“, denn die Kinderecke liegt etwas abseits. So könnte man durchaus einen ganzen Tag hier verbringen. Riesige Sonnenschirme beschatten Badebecken und Liegewiesen. Im Ort warten einige Cafes und Restaurants auf hungrige Gäste. Im Winter kann auf den über 2000 m hohen Bergen ringsum Wintersport betrieben werden. Danach kann man im warmen Wasser seinen Muskelkater pflegen.
Von Bierflaschen und anderen Verschlüssen. Heute musste ich gleich zweimal die Schränke auswischen. Zuerst hat die Spüliflasche in der Besteckschublade einen großen Inhalt ausgespuckt, dann hat sich eine Bierflasche selbständig gemacht und in der waagerechten den Drahtverschluss (Deckel) gelockert. Ein Pappkarton vom Supermarkt schafft nun Abhilfe.


   |   Tages KM: 134

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Freitag, 5. März Hanmer Springs

Bäckereien in Neuseeland, nein-danke. Wir hatten uns ein besseres Angebot, als das in den Supermärkten erhofft. Doch auch hier nur Weiß- bzw. Toastbrot. An der Brücke vom Waiau-River unterbrechen wir kurz unsere Fahrt. Hier gibt es Nervenkitzel: vom Bungee-Springen und Schnellboot fahren im Canyon. Unsere Strecke führt uns am Waiau-River entlang Richtung Westen über den Lewis Pass. In Baustellenbereichen müssen wir einem Fahrzeug „Follow me“ folgen. Die Fahrer pendeln in der Baustelle hin und her – eine Ampelschaltung genügt wohl nicht? Wir überqueren etliche einspurige Brücken über River, Creek und Brook. Ich muss erst einmal im Wörterbuch nachschlagen was hier den Unterschied macht. Die Gebirgsstrecke ist sehr reizvoll. Seltene Pflanzen und baumhohe Farne, riesige Kuhherden auf kleinen Weiden – werden die auch alle satt? Wir parken bei den Maruia Springs und informieren uns über die Eintrittspreise. Es stehen bereits etliche Camper auf der benachbarten Wiese. Übernachtung mit Badbenutzug im japan. Stil kosten 15 Euro pro Person. Der Eintritt gilt bis zum Mittag des folgenden Tages. Auf unserer Südinsel-Rücktour kommen wir hier nochmals vorbei. Bald danach lädt am Straßenrand ein Schild zu einer Wasserfallwanderung ein, 500 m. Wir streifen durch eine Art Urwald mit riesigen Bäumen, bemooste Stämme liegen am Waldboden, mannshohe Farne breiten ihre Blätter aus, kristallklares Wasser plätschert am Wegesrand. Wir steigen über Brücken und Treppenstufen immer leicht bergan zum Wasserfall. Hier hört die Tour auf. Ein zahmer, uns unbekannter Vogel hüpft ganz nah zu uns. Wir können uns auf unserer Wanderung gar nicht „satt sehen“ an dieser unglaublich schönen Natur. In Reefton, der alten Goldgräberstadt, mit den Geschäften links und rechts der Straße, biegen wir auf die 69 nach Westport. Wir erreichen ein langes Tal mit bewaldeten Anhöhen. Auf der Straße wenig Verkehr. Die schönste Etappe führt am Bull River entlang, 20 km vor Westport wird es richtig spannend. Am Hawk’s Crag – einem Felsnadelvorsprung- wurde die einspurige Straße, schwindelerregend in die Felswand oberhalb des Flusses gesprengt. Die reißende Strömung hat Sand und Baumstämme auf der anderen Flussseite angeschwemmt. Auf der Strasse herrscht nun reger Ausflugsverkehr, alles Touristen wie wir? Südlich von Westport biegen wir zum Cap Foulwind ab. In der Tauranga Bay können wir von Aussichtpunkten die freilebenden Fellrobben beobachten. Viele Jungtiere spielen miteinander. Die Muttertiere liegen derweil auf den Felsen und sonnen sich. Eine Mutter säugt ihr Junges. Noch nie habe ich so viele Robben in der freien Natur beobachten können. Auf dem Weg zum Parkplatz läuft uns ein Weka vor die Füße. Sieht aus wie ein Huhn und wartet auf Brocken, die ihm die Touristen zuwerfen.
Vor Charleston besichtigen wir ein kleines Goldgräbermuseum. Seit 1866 wurde hier Gold geschürft, insgesamt 110 000 kg. Die Arbeiten wurden schon vor langer Zeit eingestellt, der Abbau war nicht mehr lohnenswert. An der Westküste gab es Mitte des 19. Jahrh. an vielen Orten einen wahren Goldgräberboom.
Nun beginnt der schönste Teil der kurvenreichen Strecke: immer am Nationalpark Paparoa entlang, rechts die Westküste mit ihrer starken Brandung. Wir genießen die grandiose Aussicht. Das Klima mit je 2000 Stunden Sonne und Regen beschert dieser Region ein subtrop. Klima, die Pflanzen gedeihen wie im Urwald. Als wir die Felsverformungen der „Pancake Rocks“ erreichen, fängt es leider an zu regnen. Ein Rundweg führt um die Felsen. Wenn Flut und ein starker Westwind zusammenkommen, dann donnern Brecher der Tasman Sea ununterbrochen in unterirdische Gänge und Höhlen. Einige haben Auslassventile, Blowholes, aus denen Gischt wie aus Geysiren meterhoch in den Himmel steigt – ein Naturschauspiel. Wir haben für heute genug gesehen und fahren einen Campingplatz an. Der Regen ist schon wieder vorbei und es scheint die Sonne heiß aufs Mobil. Beim großartigen Sonnenuntergang sind wir am Strand nicht die einzigen Zuschauer.
Freudiges Ereignis des Tages: Peter entdeckt die Verriegelung der Toilettentür. Nun brauchen wir nicht mehr mit Papierdeckeln die Tür festklemmen. Die letzten Tage sprang die Tür während der Fahrt laufend auf. Unser Tipp: Reisemobilbauer in Neuseeland sollten mal in Deutschland ein Praktikum bei namhaften Herstellern machen!


   |   Tages KM: 303

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Samstag, 6. März Pancake Rocks

Hier am Paparoa Nationalpark gedeihen nicht nur die Nikau-Palmen prächtig, solche Palmen habe ich noch nirgendwo gesehen. Unsere Straße bis Greymouth führt in Küstennähe immer bergauf und bergab. Die einzige Attraktion in Greymouth ist die Flutmauer. Bei starkem Westwind und Flut wurde das Meerwasser über den Fluss in die Stadt geschwemmt. Eine Mauer schaffte Abhilfe, auf ihr lohnt ein Spaziergang. Am Samstag öffnen die Geschäfte erst um 10 Uhr, um dann wieder um 12.30 Uhr zu schließen. Wir sind vor den Öffnungszeiten im Ort. Unsere Suche nach Shantytown, einem Freilichtmuseum mit Vergnügungspark, geben wir zu früh auf – leider. Das gute Wetter verlockt zum Weiterfahren, bis zum Franz-Josef Gletscher sind es nur 150 km. Wir planen einen Helikopterflug zum Gletscher, und der Ausflug lohnt nur bei gutem Wetter. In Hokitika sind wir am späten Vormittag. Unweit des Ortes, im Landesinneren, baut man Jadegestein ab. Dieses wird in Hokitika zu Schmuckstücken geschliffen und an Touristen verkauft. Die Steine sollen angeblich Glück bringen, jede Form hat eine andere Bedeutung. Natürlich kaufen auch wir einen Stein, vielleicht klappt es dann in Neuseeland die nächste Zeit mit dem Glück. Wo Touristen sind, lassen Shops und Cafes nicht auf sich warten, diese gibt es hier in reichlicher Auswahl. Eine Verkäuferin gibt uns auf unsere Frage wie das Wetter die nächste Zeit wird folgende erfreuliche Antwort: „das Wetter hält sich und es bleibt schön die nächsten 3 Tage.“ Jetzt nichts wie ab zum Gletscher! In meinem Reiseführer lese ich: Am zweiten Wochenende im März ist in Hokitika der „Teufel“ los. Dann findet ein Wildlife-Festival statt. Unter anderem werden Spezialitäten wie: Würstchen aus Bullenpenis, Skorpion in Wodkas und die beliebten „Hu Hu Grubs (dicke, fette, gelbe Larven) serviert. Wie gut, dass wir bereits eine Kleinigkeit gegessen haben. Bei den genannten Spezialitäten bin ich schlagartig satt. Gott sei dank haben wir heute das erste Wochenende im März. Im kleinen Ort Pukekura ist in einem kleinen Museum alles über die Possum-Jagd zu erfahren. Auch können wir die possierlichen Tierchen in Käfigen beobachten. Übrigens soll das Fleisch der Tiere sehr gut schmecken. Gegen 14 Uhr erreichen wir einen Campingplatz im Zentrum von Franz Josef. Der nette Platzwart ist uns sogleich bei der Reservierung eines Helikopterfluges zum Gletscher behilflich. Um 15 Uhr können wir zur großen Tour starten – 45 Min. Wir werden 3 Gletscher und den höchsten Berg Neuseelands, den Mount Cook (Aoraki) zu sehen bekommen. Im Helikopter sind wir mit dem Piloten und einem weiteren Paar aus Deutschland zu fünft. Peter und ich nehmen vorn beim Piloten platz. Zuerst überfliegen wir die Grünzone, das Stein- und Geröllfeld, danach erreichen wir die Gletscher: Tasmanien, Fox und Franz Josef. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus: Eismassen, Felsen, Gletscherspalten und über allem ein blauer Himmel mit weißen Wolken – ein Superwetter für so einen Flug. Auf dem Franz Josef-Gletscher landet der Pilot. Wir schließen Fotos und können ein wenig umherlaufen. Dabei sieht der Schnee auf dem Gletscher keineswegs so schneeweiß wie auf den Bildern aus. Bald heißt es wieder einsteigen, wir dieses Mal auf den hinteren Plätzen. Viel zu schnell ist der Flug vorbei. Wie sich im Gespräch herausstellt, kommt das andere Ehepaar aus Kiel. Gemeinsam tauschen wir bei einem Bier Reiseerfahrungen aus. Nun wird es aber Zeit für unseren Spaziergang ins Gletscher-Tal. Dafür ist es ratsam mit dem Auto bis zu den Parkplätzen zu fahren. Von dort sind es 45 Min. zu Fuß bis an die Gletscherabsperrung. Unterwegs gibt es noch einen Aussichtspunkt, die Bustouristen gehen nur diesen kurzen Weg. Wir laufen im Flussbett es Waiho Rivers bis zur Absperrung. Bei starken Regenfällen ist Vorsicht geboten, dann schwillt der Waiho innerhalb kürzester Zeit gewaltig an. Der Franz Josef Gletscher ist der einzige Gletscher der wächst – 8 Meter am Tag. Während Gletscher in Hochlagen durch Neuschnee wachsen, schmelzen sie unten ab. Das Verhältnis von Abschmelz- und Fließgeschwindigkeit bestimmt, ob ein Gletscher größer oder kleiner wird. Zwar ist seit dem frühen 18. Jh. ein grundsätzlicher Rückgang von Franz Josef und Fox zu beobachten, aber irgendwie vollführen die beiden eine Springprozession.
Tipp des Tages: Chancen nutzen wenn das Wetter gut ist, morgen kann alles anders aussehen!


   |   Tages KM: 239

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Sonntag, 7. März Franz Josef Gletscher

Freunde berichten: in Norddeutschland hat es über Nacht geschneit. Wir werden mit Sonnenschein geweckt. Noch sind die Temperaturen tagsüber sommerlich warm. Erst nach Sonnenuntergang wird es empfindlich frisch. Abends und morgens benötigen wir in unserem Mobil die Heizung, sie läuft nur über Strom. Der Haast Way windet sich 25 km durch die Berge. Erst als wir den Ort Fox erreichen, sehen wir den Fox Gletscher. Mit einer Stunde (hin- und zurück) kommt man fast bis an den Gletscher. Der Weg führt durch das breite steinige Flussbett. Leider ist auch bei diesem Gletscher nur mit vorheriger, angemeldeter Führung die Begehung des Gletschers möglich (aus Gefahrengründen). Einen besonders guten Blick auf den Fox hat man vom „Peak View Point“. Wenn man den Weg um den Lake Matheson einschlägt (Wanderung ca. 1 1/2 Std.), sollte man den Aussichtspunkt: Blick der Blicke unbedingt anlaufen. Heute bei „Kaiserwetter“ werden wir mit einem Superblick belohnt. Von dieser Stelle sehen wir auch den Mount Cook (Aoraki), mit seinen 3764m ist er der höchste Berg der Südalpen. Auf der Weiterfahrt zum Haast-Pass passieren wir viele schöne Aussichtspunke, z.B. die Bruce Bay mit ihren Stein- und Holzgebilden an dem kurzen Küstenstreifen. Das Meer schwemmt hier Holz in allen Längen und Formen an. Für kreative Kinder ein Paradies. Auf dem meeresgrünen Wasser kräuseln sich Wellen. Bei vielen Aussichtspunkten und Wanderungen (am Straßenrand durch Schilder markiert) lohnt es einen Stopp einzulegen. Wir machen in der „Ship Creek-Bucht“ die ersten unangenehmen Erfahrungen mit den lästigen Sandflies – auf Peter stürzen sie sich mit Heißhunger. Im nächstbesten Supermarkt kaufen wir ein hoffentlich wirksames Mittel gegen diese Plagegeister. Ein beeindruckender Wanderweg führt in 20 Min. zu den „Blue Pools“. Über zwei schwankende Hängebrücken erreichen wir diese. Zwei junge Männer lassen es sich nicht nehmen und springen hinein ins kühle Nass. Nach ihren Gesichtern und Aufschreien zu urteilen muss es eiskalt sein. Schon bald kommt an der Straße ein kleiner Campingplatz. Wir beschließen heute nicht nach Wanaka zu fahren, sondern hier zu übernachten. Vor dem Mobil sitzen wir auf unseren wackligen Klappstühlen in der Sonne und schauen einem Hubschrauber beim Starten zu. Von hier werden Ausflüge zum Milford Sound angeboten. Für Leute mit wenig Zeit und viel Geld. Heute kocht Peter. Von der Restaurantterrasse sehen wir die Sonne glutrot hinter den Bergen verschwinden.
Tipp: Wir haben für jedes Gebiet gutes Kartenmaterial. ADAC-Mitglieder erhalten beim Neuseeland AA kostenlose Landkarten und Infos.


   |   Tages KM: 258

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Montag, 8. März Makarora

Der Campingplatz liegt abends einsam und still an der Hauptverkehrsstrasse. Auf diesem Platz gibt es leider keine Entsorgungsmöglichkeiten. Mit unserer geringen Fischwassermenge und Abwassertank müssen wir fast täglich ver- und entsorgen. Schon bald trifft unsere Strasse auf den See Wanaka. Kahle Felsberge betten ihn ein und die Sonne kommt just über die Berggipfel. Vereinzelt sehen wir Motorboote. Für Naturliebhaber gibt es einfache Picknick- und Campingplätze ohne Komfort am See. Bald erreichen wir den See Hawea, sein Wasserspiegel wurde um 20m wegen der Energiegewinnung angehoben. Wanaka ist ein schöner Ausflugsort. Im Sommer lädt der See zum Baden und allerlei Sport auf dem Wasser ein. Im Winter (Juni bis Aug.) kann auf den umliegenden Bergen Ski gelaufen werden. Wir fahren die „Cardrona“, eine Abkürzungsstrecke nach Queenstown. Die Strasse steigt bis auf 1000m, und ab Crown Terrace schlängelt sie sich in Serpentinen abwärts. Einige Kilometer weiter, Richtung Cromwell, kommt man am Kawarau-River über eine Brücke. Von hier kann man Bungy-Springern bei ihren gewagten Sprüngen von der Brücke zuschauen – es geht zu wie im 5-Min.-Takt. Einige tauchen in den Fluss ein. Kurz vor Queenstown liegt der kleine Ort Arrowtown, Mitte des 19. Jh. eine bekannte Goldgräberstadt. Alte Wohnhäuser aus der Zeit sind noch zu besichtigen. Ansonsten ist der ganze Ort voll von Cafes, Restaurants und Souvenirshops. Jeder Tourist der Queenstown besucht, muss hier wohl gewesen sein! Auch heute haben wir Superwetter und beschließen mit der Gondelbahn auf den Bob’s Peak zu fahren, dem Hausberg von Queenstown. Von hier ist der Rundblick grandios. Vor dem Weiterfahren (170 km bis Te Anau) ist noch ein Großeinkauf im Supermarkt und Tankstopp fällig. Peter fährt „wie der Henker“ am Lake Wakatipu entlang, er will möglichst schnell ankommen. Wir haben heute so um die 28°C, und uns steht mehr der Sinn nach relaxen in der Sonne statt fahren. Der Blick fällt auf Landschaft und See, der umgeben ist von begrünten Bergen. Fast 40 km haben wir den 85 km langen See an unserer Seite. Danach wechseln sich Farmland und Schafweiden ab. Es kommen uns sehr viele Ausflugsbusse entgegen. Touristen, die am Morgen Queenstown verlassen haben, um einen Tagesabstecher zum Milford-Sound zu unternehmen. Wir steuern in Te Anau den erstbesten Campingplatz an. Es geht bereits auf 18 Uhr zu und kochen will ich auch noch. Wir können für Mittwoch einen Tagesausflug zum Doubtful-Sound buchen, hoffentlich hält sich das schöne Wetter noch die nächsten Tage. Nach dem Essen vertreten wir uns im Ort noch ein wenig die Beine.
Erkenntnis des Tages: Auch wenn wir heute nur 330km zurückgelegt haben, kommt es mir so vor, als wären wir den ganzen Tag gefahren. Die vielen Zwischenstopps sind zeitraubend – aber schön!


   |   Tages KM: 330

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Dienstag, 9. März Te Anau

Unseren heutigen Ausflug zum Milford Fjord haben wir zeitig geplant, bevor die vielen Touristenbusse auf dem Weg sind. Früh am Morgen (7 Uhr) liegt Te Anau noch im Nebel. Die 119 km bis zum Fjord legen wir überwiegend im Nebel zurück. Die vielen kleinen Sehenswürdigkeiten wie: Seen Ausblicke, Wasserfälle, kleine Wanderungen, wollen wir uns für den Rückweg aufbewahren. Langsam lichtet sich der Nebel und die Berge sind zu sehen. Den Tunnel, 1100m lang, passieren wir einspurig mit Ampelschaltung (wechselt alle 15 Min.). Puh - auf der anderen Seite des Tunnels herrscht wieder „dicke Suppe“. In Serpentinen geht es zum Fjord hinunter. Etliche Parkplätze ermöglichen das Abstellen der Fahrzeuge. Busse dürfen direkt am Terminal parken, einige sind auch schon da. In der Terminalhalle werben verschiedene Anbieter um Fahrgäste. Die erste Tour für uns kann um 10.00 Uhr beginnen – pro Pers. 28 Euro. Die nächste um 10.30 Uhr kostet bereits 40 Euro. Wir können uns nicht entscheiden, denn über dem Fjord liegt dicker Nebel. Dabei sind wir gerade wegen der schönen Ausblicke während der Bootstour hierher gefahren. Über das Wetter sagt unser Reiseführer: das Wetter kann rasch umschlagen – zum Schlechten wie zum Guten. Also „abwarten und Tee trinken“. Noch sind wenige Touristen hier und es fahren auch kleinere Boote mit 100 Fahrgästen. Das wird sich schlagartig ändern, sobald die Busse aus Queenstown eintreffen – Fahrzeit mit Pausen 5 Std. Wir buchen zu um 10.40 Uhr und müssen vorsorglich die freien Körperpartien mit Abwehrmittel gegen die lästigen Sandflies einreiben. Auf dem Schiff verströmen die verschiedenen Mittel einen gewöhnungsbedürftigen Duft. Unsere Tour soll 2,5 Std. dauern und wir stehen auf dem Außendeck. Die wenigen überdachten Plätze im oberen Bereich waren sofort besetzt. Die verschiedenen Sehenswürdigkeiten werden angesteuert und erklärt. Wir sehen Robben, die sich auf Felsen aalen, Pinguine und Delfine soll es auch geben – aber heute zeigen sie sich nicht. Allmählich steigt der Nebel höher und wir können die steilen Felswände hinaufsehen. An den Klippen sind bis zu einer Höhe von 300m riesige horizontale Schleifspuren zu sehen. Sie sind dadurch entstanden, dass der Gletscher vor 14000 Jahren an seinem Rand riesige Felsblöcke entlang schob. Die Fjordlandschaft entstand vor 2 Mio. Jahren, als sich das Klima der Erde abkühlte und die Eiszeit begann. Die Landschaften des Fjordlands wurden unter Schnee begraben, der sich in Eis verwandelte. In den Tälern, wie dem Milfjord bildeten sich Gletscher, die sich ihren Weg bis zum Meer bahnten. Als wir um 13 Uhr unser Ausflugsschiff verlassen, stehen mindestens 40 Reisebusse auf dem Parkplatz. Wir passieren wieder den Tunnel und hoffen auf der anderen Bergseite die Sonne zu sehen. Doch leider, auch hier ist inzwischen Nebel. Peter hofft den Kea Papagei zu sehen der hier heimisch ist. Doch dieser lässt sich nicht blicken. Beim Stopp auf den Ausblick ins Hollyford Tal steht der Kea auf einmal vor uns. Touristen haben diese Vögel mit allerlei Essbarem gefüttert - nun sind sie zu faul sich ihr Futter selbst zu suchen. Als nächstes wandern wir am See Gunn einen Naturlehrpfad, das Ganze mutet an wie eine Wanderung durch den Urwald. Auf beiden Seiten der Strasse nach Milford ist die Landschaft in einen Regenwald gehüllt, dicht wie ein Dschungel und komplett mit Lianen, Wurzelkletterern, Aufsitzpflanzen und Farnen, darunter auch Baumfarnen. In den Wäldern ist die Südbuche (Silver Beech) zu Hause, sie wird bis zu 25m hoch. Dort, wo der Boden sehr fruchtbar ist, gedeihen auch Rimu- Bäume (Trauerzypressen), sie werden bis zu 50m hoch und haben nach unten hängende Blätter. Wir laufen an Seen entlang, in denen sich die Landschaften spiegeln, oder mit bloßem Auge: Aale, Forellen und Kieselsteine wahrzunehmen sind. Wir erledigen noch einige Besorgungen in Te Anau, fahren dann weiter zu einem kleinen Campingplatz in Manapouri. Von dort wollen wir Morgen eine Tagestour zum Doubtful-Sound unternehmen.
Erkenntnis des Tages: Wetter gut –alles gut.


   |   Tages KM: 267

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Mittwoch, 10. März Manapouri

Schon der Sonnenaufgang ist prächtig. Gibt es heute für unsere Tagestour auch so gutes Wetter wie gestern? Schon um 8 Uhr müssen wir beim Bootsterminal erscheinen. 55 Min. dauert die Bootsfahrt über den Manapouri, dem fünftgrößten See Neuseelands. Ein Bus bringt uns in ein unterirdisches Elektrizitätswerk, 200 m unter der Erde. Ab 1960 wurde mit dem Bau dieses Werks begonnen, dazu mussten Granitberge gesprengt und Tunnel gegraben werden. 1971 ging das E-Werk ans Netz und versorgt heute in Neuseeland 14% des gesamten Energiebedarfs. Zur Energiegewinnung nimmt man das Seewasser aus dem Manapouri und leitet es später in den Doubtful-Sound. Nach der Besichtigung fahren wir über den Wilmont-Pass zum 20 km entfernten Doubtfoul-Sound. Die Ausflugsboote starten am Deep Cove. Kaum haben wir auf dem noch sonnigen Oberdeck einen Platz ergattert, fängt es an zu regnen. Welch eine Sch…..! Der heftige Regen hört während der gesamten Tour nicht auf. So eine Bootstour dauert mit einigen Stopps rund 2,5 Stunden. Wir sehen Robben, Albatrosse und sogar Delphine. In der Fjordmündung wendet das Boot und in rasender Fahrt geht es zurück zum Hafen. Unser Bus erwartet uns bereits und bringt uns dieses Mal ohne Zwischenstopps zum Bootsanleger am Manapouri See und über dem See lässt sich die Sonne wieder blicken. Ich nutze die Waschmaschinen auf dem Campingplatz. Die Preise sind moderat, aber die Wäsche wird nur mit kaltem Wasser gewaschen. Wie mir die nette Betreiberin erklärt, würden Heißwäschen zu viel Zeit und Energie in Anspruche nehmen. Na, da bin ich aber mal nach 40 Min. auf das Waschresultat gespannt! Bis auf einige Flecke in der Weißwäsche, ist alles sauber geworden. In einer großen Lagerhalle kann die Wäsche auf Wäscheständern über Nacht trocknen.
Andere Länder, andere Begriffe: Als mir die Besitzerin vom Campingplatz vom Wäschetrocknen auf „Horses“ (Pferden) erzählt, schaue ich sie zunächst ungläubig an und meine mich verhört zu haben. Wo, bitteschön, trocknet man Wäsche auf Pferden? Sie zeigt mir dann ihre Wäscheständer, die zusammengebaut wie Drahtpferdegestelle aussehen. Ich kann nur schmunzeln, das erklärt natürlich alles.



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Donnerstag, 11. März Manapouri

Unser heutiges Ziel ist Riverton im Süden. Die Straße führt am Fjordland entlang, sanfte Hügel, Farmer Ackerland – tausende von Schafen auf grünen Weiden entlang dieser wenig befahrenen Straße. Den ersten Stopp machen wir in Clifton am Waiau-River und besichtigen die historische Hängebrücke von 1899. Weiter geht’s mit Nieselregen, Wind, nur ab und zu reißt die Wolkendecke auf und blauer Himmel blitzt hervor. Alles ist grün, kein Wunder bei dem vielen Regen. Man sagt von dieser Gegend: auf sechs Tage Regen folgt ein Tag Sonnenschein. In den Regenwäldern im Fjordland sind das bis zu 9m Niederschlag im Jahr (Rekord war bisher 12m). Im kleinen 600 Ew.-Ort Tuatapere gibt es 2 Attraktionen: das Cafe Yesterday und das Buschmann- Museum, gleich an der Durchgangsstresse. Das Cafe ist ganz nach meinem Geschmack: Hauhaltsgeräte der letzten 100 Jahre liebevoll nach Gruppen zusammengestellt und dekoriert – hier könnte ich 4 Std. Kaffee trinken! Wir probieren eine typische Spezialität: Rosinenbrötchen mit Früchtemarmelade bestrichen und als Krönung einen Klacks Sahne – hmmm, sehr lecker. Das Buschmann-Museum erzählt von der schweren Arbeit der Holzfäller in dieser Gegend. Und auch das ist Vergangenheit. Einbrechende Holzpreise setzten der „Abholzung“ ein Ende. Erfreulich: es gibt auch kleine Museen die nur gegen eine kl. Spende zu besichtigen sind. Mittags erreichen wir Riverton, auch Aparima genannt. Der kleine hübsche Badeort liegt an einer Flussmündung. Hier werden Schalen der Paua-Muschel verarbeitet. Wir schauen uns das Heritage Museum an (Senioreneintritt). Ein Film erläutert das Zusammentreffen der engl. Seeleute und den Maoris. Einige Engländer heirateten im 19. Jh. maorische Frauen und gründeten Familien. Die Geschichte ist in der Ausstellung nachzulesen. Außerdem sind Gegenstände, Bilder und anderes aus dieser Zeit anzuschauen. Sehr interessant! Der Ort besteht aus der üblichen „Shoppingmeile“ und auf der Seite gegenüber der Brücke liegen die Fischerboote an Stegen. Davor stehen viele Hummerfangkörbe. Nette Holzhäuser mit schönen Gärten stehen an der Straße, mit Blick aufs Meer. Einige scheinen nur in der Ferienzeit genutzt zu werden. Unser Campingplatz liegt mitten im Wohngebiet. Als wir nach einem längeren Spaziergang wieder zurückkommen, sind mehrere Camper eingetroffen – wir sind nicht mehr die einzigen Gäste. Nachts ist es sehr stürmisch und kalt.
Zu den Campingplätzen: Alle bisher von uns aufgesuchten Plätze waren picobello sauber, immer mit Küchen, Kühlschränken und warmen Duschen ausgestattet. Waschmaschine immer vorhanden (mit extra Bezahlung). Die Preise schwanken zischen13 und 21 Euro. Wobei die teureren (Top 10) nicht unbedingt besser sind. Außerdem gibt es Stellplätze auf Campgrounds, sie haben nur ein Plumpsklo und man legt sein Geld (3 Euro) in einen bereit stehenden Kasten.



   |   Tages KM: 137

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Freitag, 12. März Riferton

In der Nacht hat der Sturm kräftig das Mobil hin und her gerüttelt, starke Regenschauer mit Hagel vermischt prasselten auf unser Dach. Es war ganz schön kühl im Auto. Nachts lassen wir die Heizung nicht laufen, sie ist einfach zu laut. Heute wechseln sich Sonne und Regen ab. In der nächsten Stadt, in Invercargill steuern wir einen großen Supermarkt an. Anschließend bummeln wir noch ein wenig durch Invercargill, zurzeit ist hier Sommerschlussverkauf. Wir fahren die Nebenstrecke durch die einsamen Catlins, Farmerland und Viehwirtschaft. Da begegnet uns doch tatsächlich auf der schmalen Strasse ein Schwertransport. Wir müssen auf dem Seitenstreifen stoppen. Der uns entgegenkommende Tieflader transportiert ein komplettes Holzhaus, sogar die Gardinen hängen noch vor den Fenstern. Wie praktisch: wechselt man den Arbeitsplatz und Wohnort, so nimmt man sein Haus mit? Die Catlins das sind: sanfte grüne Hügel mit kleinen Ortschaften, satte Weiden mit weidenden Schafen und schwarz/weißen Kuhherden. Der Cowboy von heute treibt seine Kuhherde mit dem Quad zusammen. Wir fahren einige Besichtigungstopps an, oft ist unsere Wegstrecke nur ein Schotterweg. Das Wetter wechselt im 30 Minutentakt und unser Mobil sieht total verdreckt aus. Wir sehen uns einen schönen Wasserfall an und wandern durch einen Regenwald im Regen. Von den Bäumen, Lianen und Farnen topft es uns auf die Köpfe. Der Wanderweg zu den „Blowhole“ hat es in sich: steil bergauf und bergab verläuft der Weg. In einem 200 tiefen Bergeinschnitt wird bei Flut das Meereswasser mit gewaltiger Kraft hineingeschleudert und die Gischt spritzt meterhoch auf. Es geht bereits auf 17 Uhr zu, und es wird Zeit einen Campingplatz anzufahren. Vor Nugget Point befindet sich ein Platz im Ort Kaka-Point. In unserem Reiseführer haben wir gelesen, dass in dieser Gegend am späten Nachmittag die „Yellow Eyed Pinguins“ an Land kommen um zu schlafen. Der Campingplatzbetreiber meint, dass erst mit Einbruch der Dunkelheit das Schauspiel beendet ist. So brausen wir noch rasch über Berg und Tal los, zum Abstecher der Roaring Bay. Und richtig, kaum haben wir den geschützten Beobachtungsstand erreicht, da schwimmt auch schon so ein kleiner Geselle an den Strand und watschelt über Steine ins Gras. Er putzt sich und mit dem Fernglas können wir noch drei weitere Pinguine entdecken. Wir machen viele Fotos. Just, als es uns viel zu kalt wird und unsere Finger nur schwer das Fernglas halten können, da schwimmen noch zwei weitere Pinguine an Land. Wir sind gespannt auf unsere Fotos, mit unserem Apparat werden die Bilder bis 60m sicherlich nur Suchbilder.
Moderne Zigeuner am Straßenrand: an der Hauptstrasse nach Papatowai steht ein alter bunter Omnibus, der wohl mal längere Zeit als Campingbus fungiert hat. Ein junger Mann zeigt dort in einer Ausstellung seine sehr originellen Bastelarbeiten, überwiegend mit elektronischen Impulsen. Sehr einfallsreich und durchaus die 2.50 Euro Eintritt pro Person wert.


   |   Tages KM: 266

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Samstag, 13. März Kaka Point

Auch heute Morgen ist das schlechte Wetter unser Reisebegleiter. Wieder haben wir nachts im Auto gefroren. Durch die zwei Lüftungspilze im Dach strömt mit dem Wind viel Kälte ins Fahrzeug. Auch bei der Fahrt stürmt es weiter, dieses Mal von Land mit Nieselregen. Aber vor uns – ganz weit vor uns – sehen wir ein Stückchen blauen Himmel. Wir erreichen Dunedin. Die Stadt hat 120 000 EW und liegt an der Ostküste. Wir brechen sogleich zur Stadtbesichtigung auf und lesen in unserem Führer: Historische Bauten aus der Boomzeit Ende des 19. Jh. und Badeort mit tollen Stränden am Pazifik. 1870 ist Dunedin die größte und reichste Stadt der jungen Kolonie, durch Handel mit Gold, später mit Vieh. Etwa aus der Zeit stehen noch folgende Gebäude: Railway-Station (Bahnhof), St. Pauls Cathedral, First Church, Low Courts (Gerichtshaus) und The Octagon (jetzt ein Platz mit vielen Kneipen und Restaurants).Nach so viel Geschichte schließen wir uns einer Führung für Schleckermäuler in der „Cadbury World“ an. Die erste Schokoladenfabrik in Neuseeland entstand hier um 1900. Heute am Samstag wird nicht gearbeitet. Ein junger Angestellter berichtet von der Herstellung der Schokolade bis zur Verpackung. Einige Kostproben verteilt er an die Gruppe, von einer Schokomischung dürfen wir probieren. Die Führung ist nur gegen Bezahlung möglich und endet im Fabrikverkauf. Beurteilung: mir ist die Schokolade viel zu süß, ich bevorzuge dunkle Schokolade von Lindt. Auf dem Rückweg zum Auto kommen wir an einer SB-Waschanlage vorbei. Diese steuern wir sogleich mit unserem Mobil an. Etwa 5 Euro werden wir für die SB-Wäsche los, der Pächter erklärt uns die Anlage. Die Klarwäsche reicht für den Schaum auf der Motorhaube nicht mehr. Ein Kessel voll Wasser aus dem Mobil spült den Rest Seifenschaum runter. Die Halbinsel Otago Peninsula mit ihren Albatross und Pinguin Kolonien werden wir nicht besuchen, der Weg soll für Reisemobile zu beschwerlich sein. Mit Sonnenschein fahren wir weiter nach Norden. Die Moeraki Boulders, Riesenkugeln am Strand von Moeraki, sind unser Ziel. Die ca. 50 Steinbälle, die größten mit einem Durchmesser von über 2m, wurden von den Wellen aus der Uferböschung gespült. Die Wissenschaftler rätseln noch heute. Die Kugeln sollen aus einer Schicht weichen Kalktons bestehen, der vor 60 Mio Jahren den Grund des Ur-Meeres bildete. In Oamaru kommen die Gelbaugen Pinguine und die blauen Pinguine spätnachmittags an Land um dort zu übernachten. Die blauen Pinguine im März erst um 19 Uhr bei einsetzender Dunkelheit. So lange können und wollen wir nicht warten und biegen nördlich vom Ort auf die 83 ab. Eine schnurgerade Straße führt durch ein breites fruchtbares Tal entlang des Waitaki Rivers. In Kurow steuern wir einen Campingplatz am Fluss an. Erstmals nach langer Zeit können wir wieder unser Abendessen draußen genießen.
Über das Autofahren hier in Neuseeland: Es wäre ja alles nur halb so schlimm, wenn nicht die vielen Geisterfahrer wären! Aber Spaß beiseite, es ist wirklich nicht so schlimm. Wir sind ja auch schon in Schottland mit dem Linksverkehr gut klar gekommen, allerdings mit dem eigenen vertrauten Auto. Die Neuseeländer fahren im Allgemeinen sehr zurückhaltend, ausgenommen einige LKW-Fahrer, die donnern rücksichtslos durch die Landschaft. Bei unserem Mietmobil sind das Brems- und Gaspedal auf einer Höhe und nah beieinander. So ist es schon vorgekommen, dass ich mit einem Fuß auf der Bremse statt auf dem Gaspedal stand, und ich mich wunderte, dass das Auto nicht fuhr. Das Schalten mit der linken Hand ist auch eine Umstellung, ständig rührt man mit dem Schalthebel umher und sucht die Gänge - vielleicht auch, weil das Mobil schon ein wenig älter ist und viele Leute daran herumgewürgt haben.


   |   Tages KM: 291

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Sonntag, 14. März Kurow

Endlich war es nachts wärmer, wird es so bleiben? Zahme Enten kommen bis auf unsere Terrasse. Auf unserem Weg nach Omarama erstreckt sich See an See – Waitaki - Aviemore - Benmore, einige von ihnen sind Stauseen zur Elektrizitätsgewinnung. Hat das breite Tal lange keinen Regen gesehen? Beregnungsanlagen sorgen für grünes Weideland für die vielen Kühe. Ein starker Wind fegt verdorrte Äste über die Straße und Wellen schlagen ans Seeufer. Der Himmel ist bewölkt, aber es ist trocken. Wochenende – da, vor uns ein Pick-up mit einem toten Wildschwein auf der Ladefläche. Jägerlatein – warum verbindet man einem toten Wildschwein die Augen? Wir sind gut in der Zeit und biegen ab, über 10 km Schotterpiste zu den Clay Riffs. Bizarre Verwitterungsformen mit Schluchten und spitzen Zinnen, über den Einschnitten des Rivers. Zurück auf der Hauptstrasse, sind wir und das Fahrzeuginnere total eingestaubt (trotz verschlossener Lüftung). Gute Strecke bis an den Lake Pukaki. 55 km erstreckt sich die Panoramastrasse am See entlang bis zum kleinen Ort Village Mount Cook. Was haben wir für ein Glück und „Bombenwetter“ mit Blick auf die Berge um den Mount Cook. Im Heremitagecenter genießen wir auf der Aussichtsterrasse eine kleine Erfrischung, bevor wir weiterfahren und ins Tasmann Valley abbiegen. Wieder 8 km Schotterpiste bis zum Parkplatz, von hier führt ein Wanderweg 15 Min. zu den Blue Lakes (heute sehen sie allerdings grün aus). Weitere 10 Min. bergauf haben wir den Ausblick auf den Tasmann Gletschersee erreicht. Imponierend die schwimmenden Eisberge (Gletscherabbrüche) im See. Mit Schlauchbooten kann man teure Ausflüge zu dem Gletscher unternehmen. Auf der Fahrtroute zurück wandert der Mount Cook immer mit uns – die Sicht ist „kolossal“. Noch 60 km, dann haben wir unseren heutigen Übernachtungsplatz erreicht. Vorher machen wir (wie alle Touristen) bei der kleinen Kirche „Church of the Good Shepherd“ ein Foto vom Altarblick. Durch ein großes Fenster hinter dem Altar blicken wir auf ein Bergpanorama. Mengen von Touristen aller Nationalitäten fotografieren sich vor, neben und hinter der Kirche. Unser Campingplatz ist nach vielen preiswerten einmal wieder im oberen Preissegment und warme Duschen sollen noch extra bezahlt werden. Am See-Ende, unweit vom Campingplatz, befindet sich ein Schwimmbad mit warmen natürlichen Mineralquellen, welches das ganze Jahr über geöffnet ist.
Thema Sandflies: Man sagt, wer aus dem Auto aussteigt und nicht innerhalb von 10 Sek. von einer Sandfly gestochen wird, ist ein Glückspilz. Wir wurden bereits mehrfach von diesen Biestern gestochen. Das Gemeine daran ist, man hört sie nicht und man sieht sie auch nicht, weil sie so klein sind. Der Juckreiz aber ist selbst nach 14 Tagen noch zu spüren. Ständig ist man am Kratzen und hat dann blutige Stellen. Es gibt wirksame Mittel hier zu kaufen. Nur diese Tierchen leben nicht überall in Neuseeland und bis man es merkt, ist es zu spät zum Vorbeugen.


   |   Tages KM: 294

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Montag, 15. März Lak Tekapo

Klares Wetter und Bergpanorama vom Feinsten. Beim Frühstück rätseln wir einige Möglichkeiten durch. 1. Einen Tag hierbleiben, kleine Wäsche, den hübschen Ort anschauen, eventuell eine Wanderung und später im Bad relaxen. 2. Heute Nachmittag bis Christchurch fahren und beim Vermieter die zehn Mängel an unserem Mobil vortragen – eventuell einen Fahrzeugumtausch bewirken. Ein Campingnachbar macht uns auf unseren fast platten Reifen vorne rechts aufmerksam. So ein Mist – somit hat sich Vorschlag 1 erledigt. Wir fahren eine Tankstelle an und füllen Luft nach (hoffentlich hält die auch bis Christchurch), überprüfen dann auch noch den Luftdruck der anderen Reifen. Über kleine Pässe mit Aussicht auf die fernen Berge, grüne Hügel, Wälder, Weiden mit Rindern und Schafen tuckern wir die nette Inland-Nebenstrecke nach Christchurch. Ein wenig mutet diese liebliche Landschaft an wie in Tirol, mit ihren Bergen und Tälern. In Fairlie machen wir unseren ersten Stopp. Ich fotografiere das Denkmal von James Mackenzie mit seinem treuen Hund Friday. In dieser Gegend wurde sogar ein Pass nach ihm benannt. Doch von dieser Legende berichte ich später. Bei einem Bäcker kaufe ich Brötchen und Kuchen für den Nachmittag. Gegen 15.30 Uhr treffen wir beim Mobilvermieter ein. Wenn wir denken, so spät am Nachmittag ist nichts los und wir haben eine Chance für unsere Reklamationen, – so irren wir! Viele Mieter wollen das Mobil zurückgeben und andere warten an der Info auf die Aushändigung ihres Fahrzeugs. Man nimmt sich unserer Probleme an und ordert einen Mechaniker. Dieser geht mit uns alle 10 Punkte im Mobil durch und schlägt uns dann vor, bei dieser Mängelanzahl das Mobil zu wechseln. Im Büro hätte er noch gerne eine Formulierung in englischer Sprache – oh je, oh je! Vorher aber fragt er laut seine Kollegen: „Spricht jemand deutsch?“ Es meldet sich niemand von seinen Kollegen, aber ein deutscher Tourist findet sich, und gemeinsam gehen wir die Sache an. Hier ein Dank an Mandy für das Wörterbuch. Der Mechaniker verabschiedet sich, nachdem er eine Kollegin mit unserer Angelegenheit beauftragt hat. Die junge Dame will sofort alles mit dem Ersatzmobil regeln, als wir schüchtern nach einer besseren Ausführung eines anderen Mobils fragen. Sie guckt in ihrem PC und nennt uns dann den Preis: 1200 Euro für 4 Wochen. Peter und ich schauen uns an und schütteln die Köpfe – das ist entschieden zu viel! Nett erklären wir, dass unser Urlaub in Neuseeland mit Bootstouren, Helikopterflügen und Eintrittsgeldern ganz schön unsere Reisekasse schmälert. Sie zeigt Verständnis. Bittet uns noch ein wenig zu warten und einen Kaffee im Warteraum zu trinken, während sie sich um unser Ersatzfahrzeug kümmert. Wir trinken den Kaffee in unserem Mobil und essen genussvoll den Kuchen vom Vormittag. Verdammt, da parkt doch neben uns ein anderes Mobil (Typ Maui) ein. Hatten wir doch den Platz für unser „neues“ Mobil zwecks einfachen Umtausch des Inventars gedacht. Aus dem Fahrzeug steigt die Angestellte und übergibt uns die Schlüssel. Wir schauen sie ungläubig an und fragen: „unser Mobil?“ Sie entgegnet mit einem Lächeln: „Ja, können Sie auch Automatik fahren?“ Natürlich können wir! Wir sollen in Ruhe unsere Kleidung umräumen und später zur Erledigung der Formalitäten ins Büro kommen. Schnell machen wir uns an die Arbeit – wir können unser Glück kaum fassen. So viel Stauraum, Schränke ohne Ende und ein großer Kühlschrank. 1 ½ Stunden, dann ist vorläufig alles unter Dach und Fach. Schnell noch einen Blick zurück. Haben wir auch nichts im „alten“ Mobil vergessen? Es war uns inzwischen (nach 2 Wochen) lieb und vertraut – eben Liebe auf den zweiten Blick. Sogar an unsere „Briefkasten-Schränke“ hatten wir uns gewöhnt. Mit einem großzügigen Trinkgeld bedanken wir uns bei der netten Angestellten. Jetzt aber nichts wie los, bevor „die“ es sich anders überlegen! Wir steuern den nächstbesten Campingplatz in der Stadt an und räumen ein wenig hin und her.
Erkenntnis des Tages: Nichts unversucht lassen – Reklamationen zahlen sich manchmal aus. Natürlich gehört eine große Portion Glück auch dazu!


   |   Tages KM: 270

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Dienstag, 16. März Christchurch

Heute machen wir einen Ausflug zur Banks Peninsula. Mehrere Vulkanausbrüche haben vor langer Zeit diese fruchtbare Halbinsel entstehen lassen. Nachdem wir die Stadt Richtung Südost verlassen haben, steigt die Straße ständig bergan. Hier stehen schöne Vorortshäuser in gepflegten Gärten. Wir erreichen den Dyers Pass. Bald nach dem Pass präsentiert sich eine Aussicht wie im Bilderbuch: Hügel, kleine Orte, Bergeinschnitte mit tiefgrünem Wasser (wie Fjorde) so weit das Auge reicht. Die Straße führt von etwa 500m in Serpentinen hinab. Viele Aussichtspunkte zwingen zum Anhalten und Fotostopp. Das schöne Wetter trägt ein Übriges dazu bei. Ein wenig mutet die Landschaft an wie in Skandinavien: zauberhafte kleine farbige Holzhäuser umgeben von Blumenrabatten und Rosenranken. Akaroa ist der letzte größere Ort auf der Strecke und wartet bei diesem schönen Wetter auf Gäste. Zurück biegen wir bald nach Akaroa auf die Touristenstrasse ab, hier Summit Road genannt. Wie eine Alpenstrasse schlängelt sich die Strasse auf 500 m Höhe oben am Berg entlang, hier fühlen wir uns wie in Österreich. Wir nehmen nach einigen Kilometern den Abzweig zu einer der Buchten, nach Okains. 8 km schmale Straße mit vielen Serpentinen hinab, bis zum Parkplatz am Meer. Außer einem Shop mit Cafe, einem Museum mit Freigelände und einigen Wohnhäuschen hat der Ort nicht viel zu bieten. Wir machen einen längeren Spaziergang am Meer und Peter spring mutig in die Brandung des Pacific Ozeans. Auf dem Rückweg besichtigen wir das Museum. Aus Maori und Kolonialzeiten wurden viele Gegenstände zusammengetragen und ausgestellt. Einiges ist beschriftet und anderes kommt uns bereits aus Ausstellungen anderer Museen bekannt vor. Nun wird es aber Zeit für die Rückfahrt. Die Gipfelstrasse bereitet wieder grandiose Ausblicke. In Little River wollen wir übernachten. Das ist hinter einer Bar mit Restaurant möglich, aber vorher benötigen wir noch Frischwasser. Wir fahren zu einer Tankstelle und fragen nach Wasser. Der Tankwart entgegnet, dass es auf dieser Ecke der Halbinsel kein Trinkwasser gibt. Das Wasser hier ist „schrecklich“ und es eignet sich nicht als Trinkwasser. Nein danke, so etwas benötigen wir nicht. 4 Kilometer abseits gibt es einen kleinen Naturcampingplatz. Er liegt einsam und wunderschön, aber auch hier kein Trinkwasser. Wir haben noch einen größeren Vorrat an Wasserflaschen und werden diesen zum Kochen verwenden. Morgen in Christchurch ist ohnehin ein Großeinkauf im Supermarkt geplant.
Begegnungen: Auf dem Naturcampingplatz gibt es außer uns noch einen weiteren Campinggast, eine junge Frau mit Zelt. Wir winken uns zu. Dann schreibe ich draußen Tagebuch, bis dunkle Wolken mich ins Mobil vertreiben. Peter erkundet derweil die Umgebung. Heute koche ich Spaghetti Arrabiata. Mein Blick fällt auf die große Menge und spontan beschließe ich die junge Frau zum Mitessen einzuladen. Wir haben außer Wasser nur noch 1 Bier – das muss reichen. Die junge Frau ist bereits im Zelt und nimmt gerne die Einladung an. Beim Essen erzählt sie, dass sie aus Israel kommt und Jüdin ist. Sie arbeitet in Christchurch als Tanz- und Physiotherapeutin. Dringend benötigte sie ein paar Tage Ruhe, darum ist sie hier. Sie hat schon viele Länder und Städte bereist, u. a. war sie auch schon in München. Das Bier und das gute Essen in den Biergärten hat sie noch in guter Erinnerung. So reden wir noch eine ganze Weile, bis es Zeit zum Schlafengehen ist. Als wir wieder allein sind rätseln wir noch ein wenig über Rachel, so heißt die junge Frau. Wie mag sie über uns Deutsche denken? Das werden wir sicherlich nie erfahren – aber mit unserer Einladung zum Essen haben wir einen Schritt zur Völkerverständigung beigetragen.



   |   Tages KM: 159

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Mittwoch, 17. März Little River

Rund 50 km und wir sind in Christchurch. In der Nacht hat es furchtbar geregnet und heute ist der Himmel wolkenverhangen. Wir erledigen einen Großeinkauf im Supermarkt – geht jetzt ja auch mehr in den Kühlschrank. 140 km sind es bis Hanmer Springs, auf den uns schon bekannten Campingplatz. Die kleinen Hütten sind von Oldtaimer-Besitzern belegt. Ihre kleinen Lieblinge haben sie vor den Hütten geparkt. Bei Sonnenschein beabsichtigen wir ins Bad gehen, bei schlechtem Wetter PC-Arbeiten erledigen und nebenbei Wäsche waschen. Wir erledigen die PC-Arbeiten und belohnen uns mit einem Abendessen im Ort. Das kleine Tappas-Restaurant hat um 19 Uhr bereits geschlossen, doch von schräg gegenüber duftet es verführerisch aus einer Bierbar mit Restaurant. Wir bekommen noch 2 freie Plätze, das Lokal ist gut besucht – heute ist Quiz ab 19 Uhr. Wir verfolgen die Rätselfragen auf dem großen Fernsehbildschirm und versuchen sie zu lösen. Es gibt 10 verschiedene Themen mit jeweils 10 Fragen. Wir können meist nur 2 bis 3 beantworten. Das Thema Musik ist besonders schwer. Um uns herum rauchen die Köpfe. Nach 2 Std. und 5 Themenkomplexen verlassen wir das Lokal. Der Gewinner des heutigen Abends entgeht uns. Das Essen einschließlich Nachtisch war jedenfalls „super“.
Tipp für Lokale in Deutschland: Warum bei Jauch vor dem TV sitzen? In der Kneipe kann man Teams bilden und rätseln – außerdem steigert es den Getränkeumsatz. In Deutschland auch möglich?


   |   Tages KM: 194

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Donnerstag, 18. März Hanmer Springs

Heute Nacht muss es gefroren haben, denn auf dem Trampolin liegt eine dünne Eiskruste. Ab 5 Uhr morgens haben wir die Heizung laufen, aber so richtig kuschelig will es nicht werden. Die Bergspitzen um Hanmer Springs sind über Nacht weiß geworden. Wieder geht unsere Tour über den Lewis Pass Richtung Westen. Bei den warmen Thermen von Maruia Spring halten wir. 9 Euro Eintritt pro Person ist für das was uns erwartet eine „Lachnummer“. Die Anlage ist ungepflegt und in den mit Natursteinen eingefassten „Hotpools“ schwimmen im leicht schwefelhaltigen Wasser dunkle Algen. Die Temperatur in den Pools beträgt 34 ° und mehr. Es gibt noch ein getrenntes Damen- und Herrenbad im japanischen Stil. Das warme Wasser macht schläfrig, doch einschlafen darf man nicht – die vielen Sandflies sind gnadenlos. Keine 2 Std. halten wir es hier aus und fahren weiter. Mit uns waren einige andere Gäste im Bad, auch die sind nicht lange geblieben. Vielleicht sind die Privatpools, die für 45 Min. und 15 Euro pro Pers. zu mieten sind, die große Einnahmequelle? Bald biegen wir in ein breites grünes Tal ab, eingerahmt von bewaldeten Bergen. Einen rauschenden Wasserfall und die längste Einpersonen-Hängebrücke Neuseelands über den Buller River fahren wir an. Ich habe von schwankenden Hängebrücken die Nase voll – besonders dann, wenn noch andere Personen mit darauf herumtrampeln. So geht Peter alleine. Zurück fährt er mit einer Art Sitzseilbahn. Den Nachfolger eines „Flying Fox“, wie die Hängekörbe genannt wurden, mit denen die Siedler früher die Flüsse überquerten. Den Campingplatz den wir heute anfahren, ist einer der besten den wir bislang hatten – und für nur 15 Euro die Nacht.
Die Legende von James Mackenzie: Von Geburt ein echter Schotte, verdient er seinen Lebensunterhalt als Schäfer. Später macht er sich mit den Schafen anderer Selbstständig. Mackenzie’s einziger wirklicher Freund ist sein Hund Friday. Bei den Schafherden der damaligen Zeit (um 1850) fällt es nicht auf, wenn er so dann und wann Tiere für sich heimlich auf dem Viehmarkt in Dunedin verkauft. Doch im März 1855 entführt Mackenzie gleich 1000 Tiere auf einen Streich. Er wird verfolgt, denn so eine große Herde hinterlässt Spuren im Gelände. Hinter dem Burkes Pass hat man ihn gefasst. Er wird eingesperrt, haut ab und wird wieder geschnappt. Irgendwann verliert sich seine Spur. Seit 2003 steht Mackenzie mit seinem treuen Friday zu Füßen in Bronze gegossen in Fairlie, den Blick zu jenem Pass gerichtet, an dem sich sein Schicksal entschied und der heute seinen Namen trägt.


   |   Tages KM: 210

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Freitag, 19. März Murchison

Peter hat seit gestern eine eigene Kuscheldecke und hat prima darunter geschlafen, endlich warm in der Nacht. Das war ein Superplatz für 16 Euro incl. Strom und alles picobello. Draußen Grill, Stühle, Tische, Sonnenschirme, Wäschetrockenplatz in einer gepflegten Gartenanlage. Drinnen: Küche, Bad, warme Duschen, Waschmaschinen und alles sooo sauber – so etwas wünschen wir uns in Deutschland. Wir müssen tanken und nochmals nach Murchison zurück. Ein uns entgegenkommender PKW schleudert einen Stein auf unsere Windschutzscheibe. Peng – nun hat sie einen Sprung, hoffentlich hält sie bis wir in 25 Tagen das Fahrzeug in Auckland abgeben. Heute wollen wir den Norden und Nordwesten der Südinsel erkunden. Die Strecke ab Murchison ist leicht gebirgig – links liegt der Kahurangi-Nationalpark. Mit seinen 4500 qkm ist er der zweitgrößte Nationalpark Neuseelands. Kahurangi kommt aus der Maori-Sprache und bedeutet: Besitz der Erinnerung. In diesem Park gibt es Stellen, die von der Eiszeit verschont blieben. Wir umfahren Motueka und kommen durch eine sehr fruchtbare Ecke: Tabak, Wein, Äpfel, Birnen und Kiwi gedeihen hier. Auf den riesigen Apfelplantagen ist die Ernte in vollem Gange – alles wird von Hand geerntet. Ob hier auch unser Lieblingsapfel der Pink Lady geerntet wird? Nach Motueka müssen wir südlich des Abel Tasman Nationalparks über einen hohen Pass. Einige Ausblicke (Parkplätze am Straßenrand) haben eine gute Fernsicht bis zu der Tasman- und der Golden Bay. Den kleinen Touristenort Takaka heben wir uns für den Rückweg auf – wir fahren weiter bis Collingwood. Von hier starten die Ausflugstouren zur Farewell Spit – ein Naturschutzpark zu dem nur autorisierte Gruppen fahren dürfen. Wir machen einige Fotos und fahren bis Takaka zurück. Früher eine „Hippi-Hochburg“, jetzt auf gut zahlende Gäste eingestellt. In unserem Reiseführer ist ein Biokostladen erwähnt, in dem es Schwarzbrot zu kaufen gibt. Nichts wie hin, denn das viele Weizenbrot sind wir „satt“.
Peter hat mal wieder etwas Neues an unserem Fahrzeug entdeckt: Drückt er genügend lange genug die km-Anzeige, so erscheint die Außentemperatur – heute 26°C. Wir haben für unser Fahrzeug keine Bedienungsanleitung erhalten - weder in englisch, noch in deutsch. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, doch wir haben keine Zeit für einen Badestopp. Wie ärgerlich, haben wir doch unseren Fährtermin um 2 Tage, auf Montag, vorverlegt. Am späten Nachmittag fahren wir den kleinen Ort Marahau in der Tasman Bay an. Von hier starten die Wassertaxis, die die Wanderer zu den vielen „Track-Stationen“ im Abel Tasman Nationalpark bringen. Wir buchen so eine Tour für Morgen 9 Uhr, das Wetter soll weiterhin sonnig bleiben.
Erfahrungen: Peter will heute Abend herausfinden wie unser Tresor funktioniert. Er drückt mehrmals einige Tasten und ein kräftiger Piepton signalisiert, dass er einen Fehler gemacht hat. Das Piepen aber will überhaupt nicht mehr aufhören – und das die ganze Nacht? Da bekommen wir doch kein Auge zu! Aber nach 5 Min. hört der ganze Spuk auf.


   |   Tages KM: 302

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Samstag, 20. März Marahau

Hoffentlich haben wir uns nicht zu viel vorgenommen mit unserer 25 km-Wandertour durch den Nationalpark. Schon vor 7 Uhr stehen wir auf. Wir packen unsere Rucksäcke. Die Getränke sind der wichtigste Inhalt – für jeden 2 Liter und ein wenig Proviant. 6 Stunden soll im Normaltempo so eine Wanderung dauern. Um 9 Uhr ist Start. Die Wassertaxis stehen auf Trailern und werden mit Traktoren übers Watt bis ins Wasser gezogen. Schon vorher dürfen wir in den Taxis platz nehmen. Wir werden nach Gruppen getrennt, je nachdem welcher Ausgangsort der Wanderung gewählt wurde. Unser Bootsmann startet zu einer kleinen Besichtigungstour – die Steine vor der Küste sind Granitsteine und einer sieht aus wie ein riesengroßer Apfel in 2 Teilen. Weiterhin erklärt er uns die Tidenzeiten und fährt dann zu einem Felsen mit vielen Pelzrobben vor der Küste. Gegen 10 Uhr hält er in der Bark Bay – Beginn unserer Tour des Abel Tasman Track. Wir bekommen noch 2 Nachrichten übermittelt. Zuerst die gute: das Wasser hat 19°C und dann die schlechte: wir müssen durchs Wasser an Land waten. An Land gibt es eine Wasserversorgung (Trinkwasser muss vorher abgekocht werden), so dass wir den Sand von den Füßen spülen können. Außerdem werden diese Buchten auch von Rucksacktouristen zum Campen genutzt. Vorher heißt es noch: reichlich Schutz gegen die Sandflies auftragen. Auf unserem schmalen Fußpfad, immer an der Küste entlang, sind noch nicht viele Wanderer zu sehen. Hohe Bäume und Farne beschatten uns, die Sonne strahlt nur vereinzelt durchs Blätterdach. Es geht an einigen Stellen ständig bergauf und bergab. Kleine Flüsse und kristallklare Bäche werden mit Brücken überquert. Vögel zwitschern in den Bäumen und an einigen Aussichtspunkten sehen wir sandige, einsame Badebuchten – davor türkisblaues Wasser. Wir kommen ganz schön ins schwitzen – so ganz ohne Training sind wir losgelaufen. Schon bald kommen uns die ersten Wanderer entgegen: jung, schwerbepackt und leichtfüßig. Vor der Torrent Bay – unserer ersten Etappe - müssen wir über eine Hängebrücke. Weil auch ich weiter will, gibt es nur eins: Augen zu und rüber. Als wir in der Torrent Bay ankommen ist Hoch-Tide. Das heißt, wir müssen einen Umweg von 4 km um die Bucht auf Wanderpfaden laufen. Aber die großartigen Ausblicke entschädigen uns. Über 2 ½ Std. sind wir jetzt unterwegs und haben erst ein Drittel der Strecke geschafft. Wir passieren Anchorage oberhalb. 1 Std. Abstieg und wieder zurück sind uns zu zeitraubend. Ab dieser Bucht gibt es am Spätnachmittag die Möglichkeit mit einem Wassertaxi zurückzufahren. Wir wollen aber noch 4 Std. bis Marahau weiterlaufen. Diese Strecke laufen viele Touristen – leicht bekleidet mit wenig Gepäck. Den Weg kann man bequem zu Zweit nebeneinander laufen. Wir witzeln: wäre fast im Rollstuhl abzufahren – da kommt uns bei nach nächsten Ecke ein junges Mädchen auf nur einem Bein und mit Krücken entgegen. Wenn sie die 4 Std. so zurücklegt, dann sollten auch wir die restliche Strecke mit 2 Beinen schaffen. Doch der Weg zieht sich, uns schmerzen die Füße und mein Rucksack schnürt an den Schultern – dabei nimmt der Inhalt stündlich ab. Endlich, nach 7 Std. Wanderung (mit Pausen, eigentlich gar nicht so schlecht) haben wir unseren Campingplatz erreicht. Unser größter Wunsch: Jetzt nur noch eine warme Dusche, viel trinken und ausruhen. Ich raffe mich noch auf um ein kleine Kleinigkeit für uns zu kochen. Heute schreibe ich kein Tagebuch. Heute gehe ich früh schlafen.
Erkenntnis des Tages: Ungeübte wie wir sollten sich nur eine Wanderstrecke von 4 Std. (max. 5 Std.) rauspicken. Die 25 Km waren vielleicht doch zu viel. Die Empfehlungswerteste Strecke ist die, von der Bark Bay nach Anchorage und mit dem Wassertaxi zurück.


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Sonntag, 21. März Marahau

Wir verarzten unsere Blasen an den Füßen: Peter drei und ich eine. Mühevoll steigen wir aus unserem Mobil – Muskelkater. Die Straße windet sich schmal um den bergigen Vorsprung von Marahau nach Kaiteriti. Auch von diesem Ort gibt es Ausflugspakete in den Nationalpark. Von Motueka nach Nelson fahren wir wieder durch die fruchtbare Ebene. Hier gedeihen Hopfen, Wein, Obst und Gemüse zu Idealbedingungen. Der Wind wird durch die Berge im Binnenland abgeschirmt –sonniges Klima. Wir bummeln durch Nelson. So weit die Füße mit den Blasen uns tragen. Selbst heute am Sonntag haben hier viele Geschäfte geöffnet. Doch heute steht uns nicht der Sinn nach Museen. Die Landschaft nach Nelson ändert sich: bewaldete Berge –gepflegter Forst. Wir haben 23° C und auf der Straße herrscht inzwischen viel Ausflugsverkehr. Nach dem kleinen Ort Havelock biegen wir auf den „Queen Charlotte Way“ ab – ein Weg mit vielen schönen Ausblicken in den Queen Charlotte Sound – bis nach Picton. Versteckt am Hang liegen hinter Bäumen Ferienhäuser, die eine traumhafte Lage zu den Fjorden haben. Unten am Wasser sehen wir Badestege und davor liegen Boote. Hier ist durch den Wind ein ideales Segelrevier. In vielen Kurven und mit einigen Fotostopps geht es hinab zur Hafenstadt Picton. Außer einer Hauptshoppingmeile gibt es nichts zu sehen und schon bald steuern wir einen Campingplatz an.
Merkwürdiges: Nach Motueka fahren wir mit 80 km/h über eine Landstr. auf der max. 100 erlaubt ist. Auf einmal hinter uns die Polizei mit Blaulicht und Signalhorn. Wir fahren langsamer und wollen sie vorbei lassen – sie fahren aber nicht vorbei, darauf halten wir an. Ein Polizist belehrt uns, dass wir zu langsam gefahren sind – wir würden den Verkehr aufhalten und die anderen Verkehrsteilnehmer hinter uns (es war Sonntagmorgen und die Strasse leer) ärgerlich machen. Das ist uns ja noch nie passiert! Sonst haben wir Probleme, dass wir zu schnell unterwegs sind.


   |   Tages KM: 185

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Montag, 22. März Picton

Es stürmt seit dem frühen Morgen. Ich mag gar nicht an die Überfahrt mit der Fähre zur Nordinsel denken. Doch vorher müssen wieder einmal tanken. Das neue Mobil verbracht etwas mehr (12 ltr. auf 100), die Preise in Neuseeland sind nur halb so hoch wie zu Hause. Um 9.40 Uhr fahren wir so ziemlich als letztes Fahrzeug auf die Fähre. Die besten Sitzplätze in den Salons sind somit schon belegt. Während die Fähre den Hafen Picton verlässt, stehen wir an geschützter Stelle auf dem Oberdeck. Regen vermischt sich mit dem Wind in Orkanstärke – brrr, jetzt aber schnell ins Trockene. Wir suchen uns ein freies Plätzchen und lesen im Reiseführer nach was uns nach 3 Std. Überfahrt in Wellington erwartet. So lange die Fähre in den geschützten Fjorden fährt, lässt sich das „Geschaukel“ ertragen. Weiter draußen auf der Cook Street machen sich die Wellen schon bemerkbarer. Von unserem Fensterplatz können wir aufs Meer und das näher rückende Festland blicken. Überraschung: Delphine begleiten uns – übermütig springen sie kurz aus dem Wasser, um dann bald danach wieder unter zu tauchen. Pünktlich erreichen wir Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. 188 Tage im Jahr weht der Wind mit mehr als 65 km/h durch die Stadt, so wie heute. Ein Muss ist das Nationalmuseum Te Papa. Es verschafft einen Eindruck über die Natur des ganzen Landes und die Kultur seiner Menschen. Mit guten Englischkenntnissen könnte man Tage in dem Museum verbringen. Die Ausstellung erstreckt sich über 5 Stockwerke und präsentiert Interessantes für alle Generationen. In Maori und englisch wird alles in Wort und Bild erklärt. Mit einem Audioguide kann man auch in deutscher Sprache zu einigen Ausstellungsstücken etwas erfahren. Und das Schönste: es kostet keinen Eintritt! Wir laufen über 3 Stunden durch die Ausstellung, um dann noch (recht fußmüde) die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt von außen zu besichtigen. Das sind: die Parlament Buildings, das Old Government Building, The New Zealand Film Archive, Old St. Pauls’s und Old Bank Arcade. Nach dem schweren Erdbeben von 1855 beschlossen die Stadtväter ihre Gebäude erdbebensicher zu erstellen. So gibt es einige Gebäude aus Holz, die aber einen Steinfassaden Eindruck hinterlassen. Wie in so vielen Städten Neuseelands schließen auch hier die ersten Geschäfte um 17 Uhr. So müssen wir morgen nochmals einen Besichtigungsstopp einlegen. Heute Nacht stehen wir außerhalb der Stadt auf einem der Top 10 Plätze. Hier ist außerdem auch eine Kundendienststelle der Maui, Britz und Back Packer Mobile.
Tipp: Besichtigungsprogramm der Großstädte nicht zu voll packen, besser auf 2 Tage verteilen.



   |   Tages KM: 25

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Dienstag, 23. März Wellington

Wir suchen gleich nach dem Frühstück das Büro der Mobilvermietung auf und sprechen unsere zwei Probleme an: Trinkwasserverlust und Sprung in der Windschutzscheibe. Die junge Dame im Büro will den Manager informieren, er ist just im Ort unterwegs. Als er kommt meint er: das mit dem Wasserverlust hängt mit dem Entlüftungsschlauch zusammen und wir sollen einfach am Nachmittag, wenn wir wieder einen Campingplatz anfahren, Wasser „bunkern“. Das mit der Windschutzscheibe hält er für das größere Problem. Er tätigt einen Anruf, doch die Autoglaserei hat unsere Scheibe nicht vorrätig. Die Autoglaser, die mit unserem Vermieter zusammen arbeiten, gibt es nur zweimal auf der Nordinsel. Peter hält das Problem mit der Scheibe für nicht so wichtig, aber mit dem Wasserverlust (jeden Abend ist der Tank leer) gibt er sich nicht zufrieden. So schickt man uns in eine nur wenige Km entfernte Werkstatt. Der Chef ist mit einem anderen Fahrzeug beschäftigt – Peter läuft derweil wie ein Tiger im Käfig umher. Er ist ungeduldig und will weiter. Wir erklären dem rundlichen Chef unser Problem. Er meint, dass das bei unserem Modell ein generelles Problem ist und erläutert uns anhand einer Skizze die Konstruktion. Ein ganz langer, sehr flacher Tank, mit einer vorn und hinten gelegenen Entlüftung. Beim Bremsen und Gasgeben – sowie beim Bergauf und Bergabfahren läuft das Wasser über die Entlüftung nach draußen. Er meint es ist eine schlechte engl. Wertarbeit. Mit kleinen Veränderungen könnte man bei der Herstellung den Fehler beheben. Wir müssen mit dem Problem leben. Dann macht er mit zwei Fingern den „Pistolengriff“ und sagt „Peng“. Wir verstehen: Den Konstrukteur sollte man erschießen!!!! Ganz unserer Meinung! Nun füllen wir jeden Abend unseren Wassertank. Beim großen Supermarkt „New World“ in der Innenstadt tätigen wir wieder mal einen Großeinkauf für die nächsten 5 Tage, so wie wir es auf der Südinsel gewohnt waren. Am Nachmittag werden wir feststellen, dass es unnötig ist, denn in jedem größeren Ort an der Landstrasse gibt es einen Supermarkt. Auf der Nordinsel leben bedeutend mehr Menschen, Verhältnis 2/3 im Norden zu 1/3 im Süden.
Im Te Papa Museum gehen wir noch den Buschmann-Weg, den haben wir gestern irgendwie übersehen. Heute ist es windstill und die Sonne scheint, trotzdem haben wir nur 21° C. Wir verlassen Wellington Richtung Norden, fahren an der Küste entlang zu unserem heutigen Ziel – nach Wanganui. Die Landschaft ist leicht hügelig, hier betreibt man Vieh- und Landwirtschaft mit Gemüseanbau. Dieses wird oft an kleinen Läden direkt an der Strasse angeboten. In der Ferne erkennen wir bei dem heutigen Weitblick Berge. Immer wieder gehen Wege ans Meer, am Nachmittag nehmen wir einen und machen dort Kaffeepause. Das Meer wirft hohe Wellen an den breiten Sandstrand. An diesem liegen viele angeschwemmte Baumstämme. Es stürmt eine kräftige Brise vom Meer. Im Ort Bulls kommen wir bei einer Fertighausfirma vorbei. Hier kann man Holzhäuser kaufen (75.000 Euro für 80 qm) und sich dann mit dem Tieflader anliefern lassen, auch Gebrauchte kann man erwerben. Humor an der Polizeistation in Bulls, auf dem Garagentor sind Polizisten mit Bullenköpfen abgebildet. Bald erreichen wir unseren Übernachtungsplatz in Wanganui.
Erkenntnis des Tages: Was haben wir doch für gut funktionierenden Reisemobile in Deutschland!


   |   Tages KM: 236

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Mittwoch, 24. März Wanganui

Wanganui bedeutet auf maori: großer Fluss. Für die Europäer ist er der Rhein Neuseelands. Wir fahren heute eine Rundtour über die Hauptstr. bis Raetihi und zurück, zum Teil über Schotterpiste, am Wanganui River entlang. Es geht immer bergauf, Hügel an Hügel, 200 bis 300m hoch, bewaldet oder Weideland mit Kühen und Schafen. Die Farmen liegen an der Strasse. Zentral und nicht soweit verstreut wie auf der Südinsel. Der Wind treibt Blätter vor sich her – man merkt, dass es Herbst wird. Von einer Anhöhe können wir mehr als 100 km weit sehen. Pfaue kreuzen unseren Weg (leben sie hier in freier Wildbahn?). Schafherden bestaunen unser Mobil. Knapp 90 Km, dann haben wir Raetihi erreicht. Ein verschlafenes Nest, dass schon mal bessere Zeiten erlebt hat – Ladenzeile, alles ein wenig renovierungsbedürftig. Nur die Kirche und das Bankgebäude können sich sehen lassen. Von hier zurück sind es etwa 100km über Pipiriki, durch den Wanganui Nationalpark. Schon bald wechselt unsere Strecke in eine befestigte Piste. Um uns Urwald mit Riesenfarnen, bemoosten Bäumen. Es setzt leichter Nieselregen ein, - die idealen Bedingungen für das Gedeihen des Regenwaldes. Wir hören seltene Vogelrufe, von verschiedenen Ausgucken sehen wir den breiten River tief unten im Flussbett. Wir befinden uns auf 650m Höhe. Die Strasse ist nur 1 ½ spurig und große LKW sind zu Baustellen unterwegs. Auf einmal lichtet sich der Urwald und Siedlungen tauchen auf. Diese wurden um 1850 von europ. Siedlern angelegt. Früher lebten hier Maoris mit ihren Familien. Einige Versammlungshäuser sind Touristen zugänglich und dürfen besichtigt werden. Die kleinen Orte tragen Namen wie: Jerusalem, Athen, Korinth und London. Hohe Pappeln säumen die Strasse – man könnte fast meinen, man sei in Europa. Die Schotterpiste hat es in sich: selbsttätig öffnet sich unsere Kühlschranktür und ein Teil des Inhalts purzelt heraus. Je näher wir der Stadt Wanganui kommen, je mehr Forstgebiete sehen wir. Im Ort machen wir einen Besuch im städt. Museum. Von Touristen verlangt man Eintritt. Vieles haben wir bereits in anderen Museen gesehen. Die Ausstellung der ersten Geschäftsinhaber dieser Stadt, mit einer kl. Auswahl um die Zeit von 1870, ist schon interessant. Die europ. Frauen hier kleideten sich nach neuestem engl. Chic und 1945 fuhr in der Stadt bereits eine Straßenbahn. Mit einem Raddampfer unternahmen die Städter Ausflüge auf dem Wanganui River. Uns erscheint die Stadt wie mit ihren Fassaden und Holzblenden wie eine Westernstadt. Vor den Geschäften überdachte Fußgängerwege. Praktisch bei so einem starken Regenguss wie heute. So kommen wir trockenen Fußes von Geschäft zu Geschäft. Am Abend finden wir uns wieder am Campingplatz vom Vortag ein.
Über die Versammlungshäuser der Maori: Das Marae ist seit jeher das Versammlungshaus und gesellschaftliches Zentrum der Maori. In diesem wird gemeinsam gefeiert, getrauert und Besuche empfangen. So will es die Tradition. Ein Versammlungshaus ist dem menschlichen Körper nachempfunden und verkörpert einen bedeutenden Vorfahren. Der langgezogene Firstbalken ist das Rückgrat, die seitlichen Dachverstrebungen sind die Rippen, vorn umrahmen die Giebelbalken wie mächtige Arme die Türöffnung, das Innere füllen Brust und Bauch. Die Schnitzereien und Ornamente symbolisieren den jeweiligen Stamm. Das Versammlungshaus mit Schuhen zu betreten ist Tabu.


   |   Tages KM: 211

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Donnerstag, 25. März Wanganui

Trotz heftiger Regenfälle in der Nacht, und bedecktem Himmel am Morgen, entscheiden wir uns zu einem Abstecher zum Mount Taranaki (St. Egmont). Der Mt. Taranaki gibt der Region, die sich wie eine Beule nach Westen in die Tasman Sea schiebt, den Namen. Die Küsten von Taranaki waren ein bedeutendes Siedlungsgebiet der Maori. In der Nähe von Hawera gibt es in Tawhiti ein kleines Privatmuseum. Auch Museumsmuffel werden daran Gefallen finden, so steht es in unserem Reiseführer. Museumsbesuche sind bei Regen eine ideale Freizeitbeschäftigung. In diesem Museum ist die Geschichte aus der Pionierzeit, aufgearbeitet und buchstäblich lebendig gemacht. Die personengroßen Figuren haben mich am meisten fasziniert – mit ihren Gesichtsausdrücken sehen sie täuschend echt aus. So kann man sie bei Arbeiten im Haus, Hof und auf dem Feld sehen. Ferner sind die Geschichte der Maori und das Zusammentreffen mit den Weißen anschaulich mit Figuren dargestellt (wie bei der Anlage einer Modelleisenbahn) und mit Worten erläutert. Einfach super! Von diesem Privatmuseum kann sich so manches städt. Museum Anregungen holen. Als wir nach 2 ½ Std. die Ausstellung verlassen, scheint die Sonne. Na also, es klappt doch! Schon auf der Anreise zum Mt. Taranaki (2518m) sehen wir seine obere Spitze in Wolken gehüllt. In dieser Ecke gibt es viel Niederschlag (6-8m jährlich). Wir fahren bis zum großen Parkplatz East Egmont in 1000m Höhe. Von hier blicken wir auf das Meer links und rechts und das grüne Vorland mit interessantem Wolkenspiel. Es weht ein kräftiger Wind und bläst Wolkenbänder um den Gipfel des Taranaki. Ab und zu reißt die Wolkendecke auf und wir erhaschen einen Blick auf seine schneebedeckte Spitze. Für unsere Weiterfahrt Richtung Osten nach Taumarunui hat Peter den „Forgotten World Highway“ ausgesucht. Eine Strecke, die nur wenige Touristen wegen Zeitmangel fahren. Für die 170 km benötigen wir 4 Stunden. Hügeleinschnitte – mal Tal, dann wieder Berg um die sich die Straße windet. Die Gegend ist total einsam, es gibt nur wenige Farmen. Wir sehen Schafe und Rinder auf den Weiden. Die Höhenübergänge werden hier Sattel genannt. Und so fahren wir auch: immer rauf und runter mit Superausblicken. Dann auf der Strecke ein 200 langer einspuriger Tunnel. Von einem Dutzend Männer um 1830 durch den Berg gegraben. Es folgen 25km Schotterstr. durch einen Urwald in einer Schlucht, ein Fluss begleitet uns. Es ist so spannend, dass wir gar nicht mit dem Fahren aufhören können. Nach 320 km Tagesetappe haben wir Taumarunui erreicht, heute waren wir fast 10 Std., incl. Besichtigungen, unterwegs.
Wie kann das angehen? Auf der Pistenstr. fahren wir entlang eines Flusses. Wir nehmen an, dass wir bergab fahren, aber das Wasser fließt uns entgegen – so geht es bergauf. Haben wir jetzt einen Urwaldkoller?


   |   Tages KM: 318

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Freitag, 26. März Toumarunui

Am Vorabend haben wir das Wetter für die nächsten Tage erfragt. Es soll besser werden, denn wir wollen eine Wanderung durch den Tongariro Nationalpark unternehmen. Für die Bergwanderung benötigen wir gutes Wetter. Am Morgen rätseln wir: Fahren wir nun zur Wanderung in den Süden, oder zur Glühwürmchengrotte in den Norden? Das bedeckte Wetter lässt uns die Entscheidung leichter fallen, und so fällt für heute die Wanderung aus – es geht nach Waitomo. Den Maori-Stämmen der Gegend war die Existenz von Höhlen in der Waitomo-Region zwar seit langem bekannt, doch behielten sie dieses Geheimnis für sich. Bis ein Häuptling 1887 von einem engl. Landvermesser überredet wurde, die Waitomo Glühwürmchenhöhle zu erforschen. Seit 1889 ist diese nun für Besucher geöffnet. Wir können uns gleich einer Tour anschließen. Eine junge Maorifrau erklärt uns die Entstehung der Höhlen und das Besondere dieser Glühwürmchenart, die nur in Neuseeland heimisch ist. Sie ist nicht mit dem uns bekannten Johanniskäfer verwandt. Die Glühwürmchen erzeugen Licht, um Nahrung in Form von Fluginsekten anzulocken. Der Waitomo-River, der durch die Höhle fließt, liefert Insekten in großer Anzahl. Zuerst geht Führerin mit uns durch die Tropfsteinhöhle, auch schon hier gibt es an einigen Stellen Glühwürmchen zu sehen. Doch richtig spannend wird es erst, nachdem wir mit Booten, bei völliger Dunkelheit, durch die Höhle geräuschlos übers Wasser gleiten. Nun sehen wir oben an der Decke: Millionen von Leuchtpunkten – alles Glühwürmchen. Schon bald ist die Fahrt beendet – leider viel zu kurz! In dieser Region gibt es noch andere Höhlenabenteuer zu erleben wie: 100m abseilen und dann unterirdisches Rafting mit Gummischläuchen bei Dunkelheit (mit Stirnleuchten). Dauer 4 bis 5 Std. bis man wieder ans Tageslicht kommt. Wir fahren weiter nach Otorohanga und besichtigen einen Vogelpark, in dem auch Kiwis zu sehen sind. Der Kiwi ist das Nationaltier Neuseelands und ist durch die von Europäern eingeführten Opossums vom Aussterben bedroht. Gleich am Park befindet sich ein Campingplatz. Hier beenden wir für heute unser Ausflugsprogramm.
Feststellung: Hier steht alles Kopf - am anderen Ende der Welt. Man merkt es an der Sonne und am Mond, die Sternbilder sind uns völlig fremd. Die Sonne steht mittags im Norden, die Mondsichel, ab- und zunehmend, sind auch entgegengesetzt.


   |   Tages KM: 124

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Samstag, 27. März Otorahanga

Peter und Linda, beide so Ende 60, betreiben diesen fast familiären Campingplatz. Sie kümmern sich liebevoll um ihre Gäste (gestern 3 Mobile) und um die Sauberkeit der Campingplatzeinrichtungen. Sie selbst leben auch auf dem Platz in einem großen Wohnmobil. Peter und Linda vertreten die Meinung: Alles was sie brauchen haben sie auf ihren 4 Rädern. Und wollen sie ihr Haus am Wasser, dann parken sie am Wasser und ist ihnen nach Wald, dann stehen sie im Wald – grad wie es ihnen beliebt. Darüber muss ich nachdenken.
Unser erster Stopp ist heute die Tropfsteinhöhle in Piripiri (kein Eintritt). Mit einer Taschenlampe in den Händen steigen wir über Holztreppen bis zur letzten Plattform hinab. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit. Wir sehen Stalaktiten und andere Steinverformungen. Die Höhle kann allein besichtigt werden. Auf dem Rückweg laufen wir einen kleinen Spazierweg zu einer Naturbrücke. Über Holzstege am Fluss entlang, mit einer Hängebrücke über diesen und durch einen Urwald bis zur Naturbrücke. Diese Blätterdächer und Farne begeistern uns jedes Mal von neuem – leider erscheint das Grün auf den Fotos oft nicht naturgetreu. Ab Te Kuiti sind es 150km bis zu unserem heutigen Tagesziel. Wir fahren durch eine Landschaft mit sanften Hügeln, auch mal Felsgestein. Farmer bewirtschaften Äcker und Grasland, auf den Schafe und Rinder weiden. Erstmals wieder größere Ackerflächen und Forstwirtschaft. Auf unserer Strecke nach Puerora geht eine Wanderung durch einen sehr ursprünglichen Urwald zum Pouakani Totara, dem ältesten und größten Baum seiner Art mit fast 12m Stammumfang und knapp 40m Höhe. Das Alter wird auf 1800 Jahre geschätzt. Zurück geht’s auf schmalem Pfad, auf dem uns auch andere Besucher entgegenkommen. Meine Angst, sich im Urwald zu verlaufen, war unbegründet. Bald erreichen wir Rotorua, bekannt durch seine heißen Thermalquellen. Maori aus dieser Region entdeckten schon im frühen 19Jh den Tourismus als Einnahmequelle und arrangierten sich mit den Weißen. Wir verschieben die vielen Besichtigungen auf Morgen und machen am späten Nachmittag noch einen Abstecher ins nahe Zentrum. Weil für alle Neuseelandtouristen Rotorua ein Muss ist, und die Hotels überwiegend im Zentrum liegen, haben sich unzählige Bars und Restaurants um diese herum niedergelassen. Es gibt so eine Vielfalt an Restaurants, dass uns die Entscheidung schwer fällt. Wir nehmen den Tipp aus unserem Reiseführer und werden nicht enttäuscht.
Mein Wunsch: Livemusik in einer Bar erleben, doch mit dem Beginn 21.30 Uhr wird es für uns entschieden zu spät.


   |   Tages KM: 240

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Sonntag, 28. März Rotorua

In Rotorua sind schon um 8 Uhr sind die meisten Touristen unterwegs. Wir sehen uns die Ausstellung im Museum an, diese ist im alten Badehaus von 1907 untergebracht. Die alten Innenbäder werden den Besuchern im Museum präsentiert. 1960 schloss man dieses Thermalbad. Von der Aussichtsplattform auf dem Dach hat man einen Blick auf die Parkanlagen vom Gouvernment Garden. Bei dem schönen Wetter wird Bowling auf dem grünen Rasen gespielt – ein Nationalsport. Die meisten Hotels haben heute eigene Thermalabteilungen, öffentlich für alle Besucher sind das Blue Bath von 1933 und das Polynesian Spa zugänglich. Wir fahren zum Ausgrabungsgelände von „Buried Village“, einer Art Pompeij in Neuseeland. Als im Juni 1886 der Vulkan Tarawera Lava spucke, begrub er den kleinen Ort Te Wairoa. 120 Menschen starben, u. a. auch viele Maori die dort lebten und als Fremdenführer arbeiteten. Der Ort war um 1880 eine Touristenunterbringung. Von hier starteten Touren zu den warmen Becken der Sinterterrassen am anderen Ende des Sees. Nach dem Vulkanausbruch bildete sich ein neuer großer See, in dem die Sinterterrassen verschwanden. Dieser See ist 298m tief. Um 1930 hat man mit den Ausgrabungen von Te Wairoa begonnen. Das Museum umfasst eine Ausstellung im Gebäude und ein umfangreiches Außengelände. Beschriftungen informieren die Besucher umfangreich. Zur Mittagsrast fahren wir ein Stückchen am See Tarawera entlang und schauen dann zu wie Motorboote 1-2-3 über eine Slipanlage ins Wasser gelassen werden. Ein Bootsmann kommt just zurück und fragt uns ob wir Fisch haben möchten. Ja, wir wollen. Er schenkt uns eine große Lachsforelle, schätzungsweise um die 3,5 kg. Mit knapper Mühe bekommen wir diese im Kühlschrank verstaut.
Das größte und aktivste Thermalfeld von Rotoura, Whakarewarewa liegt gut 7 km südlich des Zentrums. Das Dorf gründeten Überlebende aus dem 1886 beim Vulkanausbruch verschütteten Dorf. Auch ein Teil des Thermalfeldes ist vom Dorf zugänglich. Mehrmals am Tag findet auf einer kleinen Bühne eine ½ stündige Show statt – Gesänge und Tänze (auch Kriegstänze) der Maori. Dabei gefallen uns die Frauenstimmen besonders gut, sehr sanft und melodisch. Ihre Hände unterstreichen mit leichten Wellenbewegungen die Schwingungen in der Stimme. Heute ist eine Besuchergruppe aus Tahiti zu Gast. Sie werden auf die Bühne gebeten und fangen an zu tanzen. Die noch sehr jungen Mädchen wiegen anmutig ihre Hüften, beschreiben mit Armen und Händen Figuren und Handlungen. Die älteren Teilnehmer der Gruppe machen Musik und singen dazu. So muss es in der Südsee sein!
Zurück am Campingplatz bleibt uns noch ein wenig Zeit um in die kostenlosen „Hot-Pools“ zu steigen, dann müssen wir uns auch schon umziehen für die Maori-Folklore Abendveranstaltung. Mit einem Bus werden wir um 17.30Uhr abgeholt. Nach und nach hält der Bus bei anderen Unterkünften und sammelt weitere Gäste ein. Unsere rasante Busfahrerin ist eine Maori und erzählt uns wie so ein Abend abläuft. Wir lernen die Begrüßung auf Maori „kia ora“ und alsdann erklärt sie unseren Bus als Boot und wir sind die Ruderer. Beim Ausruf: „wahaka“ müssen wir einen Arm heben und senken, dabei laut „he“ schreien. Immer schneller ertönt der Schlachtruf. Nicht nur unser „Boot“ sondern auch der Bus gerät in Fahrt. Weiter müssen wir aus unseren Reihen einen männlichen „Chef“ bestimmen, dieser muss später bei den Maori-Kriegern im Dorf um unsere freundschaftliche Aufnahme bitten. Mit 3 weiteren Bussen erreichen wird das Maori-Dorf. Ein junger Maori erklärt nochmals den Ablauf vor dem Eingangstor des Dorfes und bittet die 4 Chefs nach vorn. Mit den Worten: „kia ora“ (willkommen) machen sie sich bekannt und begrüßen sich mit hongi (sie reiben die Nasen aneinander und geben sich die Hand). Alsdann erscheinen mit auffälligen Gesten (mit rollenden Augen und weit herausgestreckter Zunge) die Krieger mit ihrem Häuptling und gehen auf die „Chefs“ zu. Sie werfen ein Farnblatt auf den Boden. Einer der Chefs muss das Blatt aufheben – als Geste für die friedliche Absicht. Die Maori Frauen bleiben im Hintergrund. Nun werden auch wir willkommen geheißen und dürfen das Dorf betreten. In einfachen Holzhütten erklären Frauen die Flechtkunst, Spiele und ihre Nahrung. Die Männer zeigen stolz ihre Bekleidung, schnitzen und machen Spiele mit den Touristen. Es können auch Fotos mit den Darstellern gemacht und Fragen gestellt werden. Als er es dunkler wird, werden wir in ein kleines Theater geführt und die Tanz- und Gesangsshow beginnt. Nicht nur die Männer tragen Tätowierungen, sondern auch die Frauen. Früher zeigten die Symbole die Stammeszugehörigkeit. Nach der Aufführung nehmen wir in einem großen Saal an Tischen platz und dürfen uns an einem Büfett so lange mit Essen versorgen bis wir satt sind. Uns serviert man ein typisches Hangi, ein im Erdofen zubereitetes Essen. Es besteht aus Kartoffeln, Süßkartoffeln, Reis, Gemüse, Hähnchen, Schweinefleisch, Fisch und Muscheln. Als Beilage bekommen wir Brote und Salat - zum Nachtisch diverse Süßspeisen. Nach dem Essen ist Zeit um in den 2 Shops Souvenirs zu erwerben. Viele Touristen machen zu überteuerten Preisen davon gebrauch. Gegen 21 Uhr starten die Busse zu den Unterkünften. Mit dem Ruf „wahaka“ unserer Busfahrerin und unserem „he“, dem Eintauchen der Paddel, kommt unser Boot (Bus) wieder tempo. Dann müssen die verschiedenen Nationen Lieder singen – in Landessprache. Auch Peter und ich sind als einzige Deutsche dran und bekommen Applaus. Nur die Chinesen tun sich schwer, sie trauen sich nicht. Als unsere Busfahrerin bekannte Lieder anstimmt und wir den Refrain laut mitsingen und klatschen, fährt sie 10mal um den Kreisverkehr – bis alle Strophen gesungen sind. Wo gibt es so etwas in Deutschland?
Erkenntnis des Tages: In Rotorua gibt es so viel zu erleben, zwei Tage reichen nie und nimmer!


   |   Tages KM: 51

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Montag, 29. März Rotorua

Heute Morgen müssen wir früh aufstehen. Der Geysir Wai-o-tapu ist eine Touristenattraktion und sein „Ausbruch“ erfolgt jeden Tag pünktlich um 10.30 Uhr. Verschieden lange Spaziergänge führen durchs Thermalgelände und geben einen guten Überblick. Überall dampft und brodelt es. Auf Schildern wird davon abgeraten die Wanderwege zu verlassen. Das Spektakel mit dem Geysir beginnt etwas außerhalb des Geländes um 10.15 Uhr. Ein Ranger wirft Seife in den Geysirschlund und nach einiger Zeit fängt es an aus diesem zu schäumen. Eine geraume Zeit später schießt eine über 10m hohe Wasserfontäne in die Höhe. So um die 15Min. können wir uns an dem Anblick erfreuen, dann versiegt sie wieder – bis zum nächsten Tag zur gleichen Zeit. Ohne Eintritt gibt es die Mud-Pools, etwas abseits der Straße gelegen anzuschauen. Auch hier blubbert und brodelt es. Schlamm wird durch aufsteigenden Druck bewegt – grad wie der „blubb“ beim Rahmspinat. Unser Weg führt weiter zum See Taupo, dem größten See Neuseelands. Die Einheimischen wählen ihn gern im Sommer zum Baden und Fischen als Ferienziel. Unterwegs ein großes Kraftwerk, welches die Wärme der Thermalanlagen zur Energiegewinnung nutzt. Die Landschaft ist nun flacher mit Forstwirtschaft, dazwischen Weiden und weit hinten erkennen wir Berge. Auf den Weiden grasen schwarzbunte Kühe – grad wie in Norddeutschland. Dort, wo man den Wald gerodet hat, liegen riesige Haufen mit Unmengen von getrockneten Baumabfällen. Ein lohnenswerter Abstecher führt zu den Huka- Wasserfällen. Der Waikato ist der einzige Abfluss des Lake Taupo bei 47 Zuflüssen und diversen Quellen. Er zwängt sich hier durch einen langen, nur wenige m breiten Felskanal, ehe sich sein türkis leuchtendes Wasser knapp 10 m über die Huka Falls stürzt. Ich habe nach niemals solche Wassermassen tosend durch eine Schlucht fließen sehen. Bald hinter Turangi, am Südufer des Taupo, beginnt der Tongariro Nationalpark. Der Mt. Tongariro ist ein Vulkangipfel und gab 1887 dem ersten neuseel. Nationalpark seinen Namen. Der größte der Vulkane ist der Mt. Ruapehu. Sein größter, immer schneebedeckter Gipfel misst 2797m. Ein halbes Dutzend Krater überziehen das Gelände, aber nur noch einer ist aktiv und sorgt seit Menschengedenken für Aufregung. In dieses Gebirge führen mehrere Wanderungen. Zu den schönsten, aber auch mühsamsten Touren gehört der Tongariro Crossing, eine 8 bis 9 Std. Wanderung. Bei schönem Wetter sollen die Ausblicke „umwerfend“ sein. Es ist schon spät am Nachmittag, als wir mit dem Auto einen Abstecher ins Skigebiet bei Iwikau Village unternehmen. Im neuseel. Winter ist hier der „Teufel“ los. 16 Skilifte bringen stündlich 27 000 Skifahrer auf 2000m Höhe. Die Straße ist sehr gut zu befahren, leider liegt die Spitze des Mt. Ngauruhe (zweithöchster Berg) im Nebel. In Ohakune, südlich des Nationalparks, fahren wir einen Campingplatz an. Die deutsche Besitzerin erklärt uns einige Wandertouren.
Tipp: Wanderungen - wenn man sich einer Sache nicht ganz sicher ist, sollte man sie eine Nacht überschlafen.


   |   Tages KM: 254

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Dienstag, 30. März Ohakune

Dieser Campingplatz liegt auf 600m und abends kühlt es gewaltig ab. Wann wird es endlich wärmer? Der Gipfel des Mt. Ruapehu liegt im Sonnenschein. Das beste Wanderwetter für eine Gebirgstour. Doch mindestens 8 Stunden, wenn nicht sogar mehr – können wir das schaffen? Wollen wir uns das antun? Nein!!! Außerdem gehen die Wanderungen nicht von hier los. Mit einem Shuttlebus fährt man 40 bis 50km auf die andere Seite vom Park zum Ausgangspunkt und am späten Abend vom Endpunkt der Wanderung wieder 70km zurück.
Am späten Vormittag nehmen wir die Gentle Annie Road zur Hawke’s Bay. Eine vom AA nicht empfohlene Route, aber unsere Dame vom Campingplatz meinte: Mit unserem Auto gibt es kein Problem, inzwischen statt der 27km nur 7km schlechte Wegstrecke. 150km liegen ab dem Abzweig von der Hauptstr. vor uns. Kaum sind wir abgebogen, da breitet sich vor uns ein Tal mit Hügeln aus und ganz hinten sehen wir die Bergkette des Kawea Gebirges. Die Sonne strahlt mit uns um die Wette - das ist mal wieder eine Straße ganz nach unserem Geschmack. Draußen haben wir allerdings nur 17 °C und es ist frisch. Auf guter Teerstr. umfahren wir Hügel mit Weideflächen, sehen kleine Farmen. Ständig geht es bergauf und bergab, mit immer wieder neuen Ausblicken. Nur wenige Autos begegnen uns. Unterwegs geht eine Straße ab nach where-wehre – da, wo hinter dem wohin das Nichts beginnt? Es ist schon verdammt einsam hier, aber leben möchte ich auf diesem wunderschönen Fleckchen Landschaft nicht. Mal ein Berg mit 200-300m Höhe, dann wieder eine Schlucht. Ein großer Holztransport kommt uns in einer Kurve schwungvoll entgegen, ganz schön eng! Ab Beginn der Schotterstr. sehen wir riesige Forstgebiete, zwischendurch haben wir gute Fahrbahn unter den Reifen. Auf der anderen Seite der Bergkette angekommen, erscheinen wieder sanfte Hügel. So geht es abwärts durch die Landschaft bis kurz vor Napier. Im Tal werden Mais, Tomaten und Wein angebaut. Hier, in der sonnenverwöhnten Ecke, soll ein sehr guter Wein gedeihen. In Napier ist mal wieder ein Großeinkauf fällig. Wir bekommen bei jedem Einkauf in „New World“ mit der Rechnung einen Coupon für vergünstigtes Tanken bei BP ausgehändigt. Heute sind es 8 Cent pro Liter – ein Ostergeschenk vom Supermarkt (die letzten Coupons hatten nur 4 Cent Rabatt). Mit gut aufgefüllten Vorräten (auch Wein), fahren wir die Pazifik Road Richtung Norden an die Waipatiki Beach. Der Abzweig von der Hauptstr. ans Meer geht über Hügel mit viel Grün bis zu einer abgelegen Farm. Der Campingplatz liegt inmitten der Natur auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf eine Bucht. Das Meer braust an den Strand. Schon bald, nachdem wir unser Mobil geparkt haben laufen wir los (so wir sind)um die nähere Umgebung zu erkunden – mit Botten und Sandalen. Der schmale Pfad um die Steilküste windet sich mit Blicken aufs Meer. Besseres Schuhwerk wäre für mich von großer Bedeutung (siehe Sturz in Marokko), so kehre ich schon bald um. Peter wandert weiter und ich schreibe die heutigen Erlebnisse in mein Tagebuch.
Einfach nur schön: Die Landschaft entlang der Gentle Annie Road zu fahren.


   |   Tages KM: 222

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Mittwoch, 31. März Waipatiki Beach

Ruhetag!!! Nach 4 Wochen Herumreisen mal einen Tag nichts anders tun als: faulenzen, ein gutes Buch lesen und die Sonne genießen. Wir sonnen uns am Strand, machen eine 60 Min. Wanderung um die Felsenbucht, oberhalb am Meer entlang in nördlicher Richtung. Wir sehen Einheimische, die die geschützte Pauna-Muschel bei Ebbe sammeln. Wir finden Schalen dieser Muschel und auch die sind wunderschön. Um unseren Stellplatz zu erreichen, müssen wir einen kleinen Fluss mit einer selbstgebastelten Fähre überqueren.
Hilfe! Wie sollen nur die unzähligen Souvenirs in unser Gepäck passen?


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Donnerstag, 1. April Waipatiki Beach

Als erstes schickt mich Peter in den April, mit der Bemerkung: Draußen hinter mir steht eine Frau nackt vor dem Zelt (wir haben so um die 0° Grad). Prompt drehe ich mich um: April-April! Dann fährt sich ein breites Reisemobil in einer schmalen Durchfahrt beim Rückwärtsfahren fest. Oh man, oh man – wir zeigen ihm wo es vorwärts besser geht.
Wir verlassen diesen schönen, aber einfachen Farm-Campingplatz und kommen wieder hinauf zu den grünen Hügeln. Unser Navi lenkt uns über eine 6 km lange Schotterpiste entlang des Hügelkamms – dafür mit einem Blick über die endlosen grünen Weiden – auf die Coast-Route. Ein gutes Stück führt diese Hauptstr. durchs Binnenland. Die Orte liegen in einer weitläufigen Landschaft, Hügel mit Vieh- und Forstwirtschaft. Gleich hinter Wairoa kommen wir wieder ans Meer. Bei dem kleinen Ort Morere sind auf unserer Landkarte warme Quellen verzeichnet, der Eintrittspreis ist erschwinglich. Im Eingangsbereich liegen einige Badebecken. Auf einem 15 Min. Fußweg sind in einem Palmen-Urwald weitere Pools zu erreichen, von kalt bis 44°C. Keine 15 Min. halten wir es in den heißen Pools aus, dann brausen wir uns kalt ab. Verschieden lange Wanderwege (von 30Min. bis 2 ½ Std.) führen durch das wildromantische Gelände. Wie entscheiden uns fürs Weiterfahren. Bis zur Stadt Gisborne geht vorerst durchs Gebirge, dann immer bergab. Im fruchtbaren Tal werden Tomaten, Mais und überwiegend Wein angebaut. Dieser ist durch die Gebirgsketten im Hinterland vor kalten Winden geschützt. Am Straßenrand laden Schilder zum Weinkauf beim Erzeuger ein. Für uns tagsüber – nein danke! Gisborne hat für Touristen eine Shoppingmeile mit etlichen Cafes und Restaurants, weiterhin das Denkmal von James Cook an der Mündung des Turanganuis. Seit dem Jahre 2000 steht sein in Bronze gegossenes Denkmal auf einer großen Weltkugel, auf der man seine Entdeckungsreisen nachvollziehen kann. 1769 betrat Cook erstmals neuseel. Boden. 20km nach Gisborne fahren wir bei Makorori auf einen Campingplatz, in einer weitläufigen Bucht umrahmt von gegrünten Bergen. Zwar liegt er direkt an der Straße, dafür aber mit Blick auf den Pazifik. Wie sich nach dem Einparken feststellt, haben wir auch hier keinen Netzempfang.
Städte in Neuseeland: Die meisten Städte haben, bis auf wenige Ausnahmen, keinen Charme. Wer nicht in Bars das Nachtleben sucht, kann sie gut und gern durchfahren.


   |   Tages KM: 210

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Freitag, 2. April Tatapouri

Heute sind nur knapp 100km zu fahren. So starten wir ersten gegen Mittag weiter über die Küstenstr., mal geht es am Meer entlang, mal durchs Binnenland. Durch die Berge windet sich die Straße, wir genießen die Aussicht auf die Landschaft und fahren mit gemäßigtem Tempo. Die Fahrzeugschlange, die wir hinter uns herziehen traut sich nicht zu überholen – dabei ist oft gute Sicht nach vorn und kein Gegenverkehr. So stoppen wir öfter am Seitenrand und lassen die Fahrzeuge vorbei. Wir fragen uns, lernt man in der Fahrschule in Neuseeland nicht das Überholen? Am frühen Nachmittag erreichen wir den langen Sandstrand der Tokomaru Bay. In Strandnähe gibt es reichlich Picknickplätze, Badegäste, Angler und Surfer fühlen sich hier wohl. Wir beschließen hier zu übernachten. Die junge Dame von der Imbissbude gleich gegenüber entgegnet auf unsere Übernachtungsfrage: No Problem. Da bestellen wir doch gleich bei ihr unser Abendessen. Nicht nur wir haben diese Idee. Nein, der kleine Ort bevorzugt auch ihr Essen zum Abendbrot, denn die Autos stehen Schlange. Wir werden nachts nicht heizen können (ohne Strom) und lassen es auf einen Versuch ankommen. Abends bescheint das Mondlicht das Meer und lässt die Oberfläche glitzern.
Häuser in Neuseeland: Fast 90% der Häuser auf dem Land sind ebenerdig und aus Holz, oft mit einer überdachten Terrasse. Wie wir an einigen Rohbauten erkennen können, ganz ohne Isolierung. Auch die Farmhäuser sind aus Holz und die Ställe stehen 200m vom Wohnhaus entfernt. Manchmal befinden sich große offene Pferche auf dem Anwesen. Blumenbeete und Rabatten sind so gut wie unbekannt.


   |   Tages KM: 82

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Samstag, 3. April Tokumaru Bay

Schon um 8 Uhr wärmt die Sonne mächtig durch die Scheiben, wir haben ja auch keine andere Heizmöglichkeit. Unser Ziel ist der kleine Ort Ruatoria an der Ostküste, 40km entfernt. Dort findet heute das „East Coast Traditional Food Festival“ statt. Wir machen diesen Abstecher auf Empfehlung vom letzen Campingplatz. Die überwiegend biologischen Erzeugnisse wie: Kürbis, Melonen, Äpfel, Birnen und Kartoffeln werden auf einem kleinen Markt an Ständen zum Kauf angeboten. Vor einer überdachten Zuschauertribüne spielt eine Musikgruppe. Es singt just ein männliches Nachwuchstalent in Gummistiefeln – laut uns sehr „schräg“. In den Hallen, die eine ist ein Marae, werden eine Fotoausstellung und Handarbeiten (Flechtarbeiten) gezeigt. Das Highlight soll um 15 Uhr das landestypische Hangi-Essen der Maori sein. Doch so lange wollen wir nicht warten, es ist 10 Uhr am Vormittag. Die Küstenstr. verläuft weiter durchs Binnenland, nach dem Ort Tikitiki immer am großen Waipu-River entlang. Die Landschaft ist hügelig, an den Berghängen blüht gelber Ginster und das auch bei uns bekannte Pampasgras, wächst hier wie Unkraut am Straßenrand. Ab Te Areoa haben wir den Norden der Ostküste erreicht. Wir machen keinen Abstecher über die 20km Schotterstr. zum East Cape. Ich lese Peter während der Weiterfahrt aus dem Reiseführer vor. U. a. sollte man volltanken, bevor man seine Fahrt um die Ostküste beginnt, es gibt nur wenige Tankstellen auf dieser einsamen Ecke. So fragen wir gleich im nächsten Kaff nach einer Tankstelle. Wir müssen entweder 22 km zurück, oder 44 km weiterfahren, dann ergibt sich eine Möglichkeit. Wir fahren weiter, unser Tank ist noch nicht auf Reserve. Die Berghänge auf unserer Strecke sind überwiegend mit Ginster und halbhohem Gestrüpp zugewachsen. Hier handelt es sich um die Manuka-Pflanze. Aus ihr gewinnt man Honig und das hochwertige Teebaumöl. Bald erreichen wir die Bay of Plenty. In diesen weitläufigen Buchten gingen die ersten Maori an Land. Die vielen kunstvoll mit Schnitzereien verzierten Versammlungshäuser geben kund, dass hier noch Brauchtum der Maori gepflegt wird. Heute am Wochenende sehen wir viele Einheimische, die sich vor den Maraes versammelt haben. Über viele 100km und mehr reiht sich eine tolle Badebucht an die andere, nur durch Bergeinschnitte voneinander getrennt. Nach dem Ort Opotiki fahren in der Waitahi Beach auf einen Campingplatz direkt am Meer.
Über Reisemobile: Nach unserer Einschätzung sind nur 20% aller Reisemobile mit Alkoven ausgestattet. Der Rest sind Kastenwagen, VW LT, VW Crafter bis 7,20 m Länge und Kleinbusse. Entsprechend laut hört man am Abend die Schiebetüren klappen. Die kleineren Mobile haben keine Dusche und Toilette, aber was soll’s das Land ist groß und die Natur ist dankbar. Die Küche besteht aus einem Gaskocher und Kühltasche, aber jeder Campingplatz bietet eine Küche mit Gratis Gasversorgung und meistens einen Grillplatz. Die größeren Kastenwagen besitzen einen Waschraum, der aber immer nur eine Thetford Toilette und „Dusche“ enthält aber nie ein Waschbecken. An Ausstattung verfügen alle Mobile über einen elektr. Wasserkocher, einen Toaster und eine Mikrowelle (wofür?). Mit Gas betrieben sind lediglich der Herd und das Warmwasser. Der Kühlschrank ist auch nur mit 12Volt und 230Volt zu betreiben. Die Heizung besteht lediglich aus einem elektr. Gebläse und ist sehr laut, also nachts nicht zu gebrauchen. Bei absolut nicht vorhandener Isolierung ist man morgens im Auto fast erfroren! Wir kommen zu der Meinung: Die Mobile werden von den Campingplatzbesitzern gesponsert.


   |   Tages KM: 255

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Sonntag, 4. April Waiotahi Beach

Das milde Wetter (auch im Winter) veranlasst viele Rentner hier ihren Lebensabend zu verbringen, die 70 km langen vorgelagerten Gebirge halten wie ein Regeschirm das schlechte Wetter fern. Doch heute Morgen sieht es anders aus - Nieselregen, die Sonne zeigt sich nicht. Bis auf wenige Ausnahmen, ist das Meer unser Begleiter. Am 16 km langen Strand nach Matata findet heute ein Wettangeln statt. Alle 20 m steckt eine Angel im Sand, und die ganze Familie schaut zu ob ein Fisch anbeißt. Inzwischen kommt die Sonne raus. Um Te Puke ist Neuseelands Hauptanbaugebiet für Kiwis. Hinter 8 - 10 m hohen Hecken verbergen sich die Kiwi Plantagen. In einem Touristenzentrum kann man einiges über den Anbau erfahren. Im Shop gibt es Kiwiprodukte in vielen Variationen zu probieren. Gut geschmeckt hat uns die Kiwibeere, eine etwa kirschgroße Frucht, diese haben wir bei uns in Deutschland noch nicht gesehen. In Tauranga gibt es ein Freilichtmuseum, „The Historic Village“, in diesem sind alte Gebäude zu einer Art kleinen Stadt zusammengefasst. Als wir dort eintreffen, sehen wir schon auf dem Parkplatz hunderte von Fahrzeugen parken und Menschenmengen strömen aufs Museumsgelände. Ein Volksfest mit Jazz und Theaterveranstaltungen, Bilderausstellungen und Kunstgewerbe, auch für Essen und Trinken ist gesorgt. Mich überrascht, wie viele sehr alte Personen an dem Fest teilnehmen, sie haben sich ihre Klappstühle mitgebracht.
Im Ort Katikati bewundern wir farbige lebensgroße Bilder an den Hauswänden. Bilder aus Handwerk und Landwirtschaft, aus dem Leben der Menschen um 1900 - einige sind stark verblichen. In Waihi hat man um 1880 eine der größten Gold- und Silberadern der Welt entdeckt. 1952 endete das erste Goldabenteuer. Der Preis war so tief gesunken, dass sich die dringend notwendige technische Erneuerung der Grubenausrüstung nicht lohnte. Das Bergwerk mit seinen 175 km langen und bis zu 600 m tiefem Stollennetz wurde geschlossen. 1988 wurde die Goldsuche im Tagebau wieder aufgenommen. Schon bei einem Goldgehalt von einem Gramm pro Tonne lohnt sich der Abbau. Direkt neben dem Zentrum der Stadt entstand ein gigantisches Loch von 900 x 600 m und bis zu 250 m tief. Man beabsichtigt hier demnächst eine Freizeiteinrichtung mit See zu schaffen.
Heute ist verdammt viel Verkehr auf der Strasse, das können wir uns nicht erklären. Die Dame auf dem Campingplatz in Whangamata informiert uns: Die Schulferien gehen morgen zu Ende und viele Familien haben diese Zeit hier an der Küste verbracht. Am langen Sandstrand tummeln sich viele Wellenreiter mit ihren Brettern in der starken Brandung.


   |   Tages KM: 230

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Montag, 5. April Whangamata

Unsere Strasse windet sich entlang der Ausläufer vom Coromandel Gebirge (mit Bergen von 800 m Höhe) und dem Coromandel Forest. Bei Whenuakite verlassen wir die Hauptstr. zum wenige Km entfernten Parkplatz der „Hot Springs“. Nur bei Ebbe sind diese Naturpools am Strand zu erreichen. Sein Badebecken muss man sich selbst schaufeln, wem das Wasser zu warm ist, der kann kaltes Meerwasser dazu laufen lassen. Wir haben leider Pech als wir ankommen, wir haben Flut und eine Mordsbrandung. Warnschilder weisen in mehreren Sprachen darauf hin, dass das Baden in der Brandung lebensgefährlich sein kann. Wir fahren somit gleich weiter nach Hahei. Vom Parkplatz geht ein 45 Min. Wanderweg zu einer Felsenkathedrale in einer kleinen Bucht. Schon um 10 Uhr ist der kleine Parkplatz gut gefüllt. Mit uns sind viele Personen auf dem Wanderweg. Mal geht es bergab, dann wieder bergauf – mal im Schatten von großen Farnen, dann wieder in der prallen Sonne. Die letzten 200m steigen wir über Holztreppen zum kleinen Strand hinab. Der große Felsvorsprung mit seinem 10 x 20m breiten Durchgang, mutet an wie eine Kathedrale. Auch bei Flut kann die Aushöhlung durchlaufen werden, bei Ebbe kann man die nächste Bucht trockenen Fußes erreichen. Die kleine Bucht vor der Kathedrale ist bereits gut besucht. Wie sollen die vielen Personen die uns auf dem Rückweg entgegen kommen, da noch platz finden? Der Parkplatz ist übervoll und auch auf dem Seitenstreifen der Zufahrt reiht sich PKW an PKW. Uns steht der Sinn bei diesem schönen Wetter nach ein paar Stunden am Strand. In der weitläufigen Bucht von Kuaotunu finden wir am Sandstrand ein Plätzchen in der Sonne. Viele Personen, auch Kinder, baden in der starken Brandung. Etwas Angst einflößend wirken schon die 2m hohen Brecher, die donnernd und schäumend auf den Strand rollen. Das letzte Stückchen Straße bis zum Ort Coromandel geht es nochmals durchs Gebirge. Bevor es wieder abwärts geht, kann von einem Aussichtspunkt kann die grandiose Landschaft in alle Richtungen bewundert werden. Die unzähligen vorgelagerten kleinen Felsen im Meer ,ein traumhafter Anblick mit der schon tief stehenden Sonne.
Erkenntnis des Tages: Manchmal es ist ratsam, die Tidenzeiten schon am Tag vorher zu erfragen.


   |   Tages KM: 152

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Dienstag, 6. April Coromandel

Die ganze Nacht hatten wir Regen. Nach so einem sonnigen Tag wie gestern, ist das unbegreiflich. Bevor wir um10.15 Uhr zu unserem kleinen Eisenbahnausflug starten, gehen wir die wenigen Geschäfte, Cafes und Hotels an der Hauptstr. ab. 1852 war auch in dieser Ecke der Goldrausch ausgebrochen, heute lebt man von den Touristen. 1961 hat Barry Brickells nördlich der Stadt Coromandel Buschland gekauft um hier seine Töpferei zu betreiben. Die „Driving Creek Railway“ baute er Mitte der 1970 Jahre, um Rohstoffe für seine Töpferei aus den Bergen zu holen. Schon lange transportiert die Bahn jedoch mehr Ausflügler als Fracht (40.000 Besucher letztes Jahr). Brikell, Initiator und Konstrukteur dieser Railway steckt einen Teil seiner Gewinne in die „Sanierung“ der umliegenden Wälder mit einheimischen Bäumen – weit über 10000 sind schon gepflanzt. Auf der Halbinsel Coromandel haben Brandrodung durch Siedler und Leute, die Gummi aus Kauribäumen gewinnen, 90% des Waldes in weniger als 100 Jahren zerstört. An der Road 309 führt ein kleiner Rundweg zu einem schön gelegenen Kauri Grund. Man schätzt das Alter dieser Bäume auf 600 Jahre und mehr. Auf dieser Strecke liegt auch der Waiau Wasserfall, Baden erlaubt. Die größte Attraktion ist aber Waiau Waterwork, eine liebevoll und originell gestaltete Gartenanlage mit allerlei irren und wirren Wasserspielen. Immer wieder darf der Besucher selbst per Pedalkraft pumpen. Ein „Spielplatz“ von 3 bis 93 Jahre. Wir fahren weiter die Westküste Richtung Süden, an den Ausläufern des Gebirges entlang. Auf der anderen Seite des Meeresarms liegt Auckland, die größte Stadt Neuseelands. In der Wilson Bay sehen wir Austern- und Muschelfarmen. Bei Tapu machen wir einen Abstecher zu den Rapaura Wassergärten. Ein 25 ha großer, verzaubert wirkender Naturpark mit Urwaldpassagen und angelegten Gärten. Eine Mischung aus Kunst und Natur, von esoterischen Gedanken umwoben. Auf dem Rückweg befindet sich an der Straße ein kleiner Naturcamping. Der Besitzer kommt am Abend vorbei und kassiert die (preiswerten) Übernachtungsgebühren. Ganz ohne Quittung, gleich in seine Hosentasche.
Mir scheint: In Neuseeland ist ein Mann ohne Boot oder Angel nur ein halber Mann!


   |   Tages KM: 66

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Mittwoch, 7. April Rapaura Camping

Die sanitären Einrichtungen auf diesem abgelegenen Campingplatz können es mit jedem größeren (Top 10) in Neuseeland aufnehmen! Ab Tapu fahren wir weiter nach Süden – immer an der Küste entlang bis Thames. Hinter jedem Felsvorsprung liegt eine Bucht. Schmucke Holzhäuser auf der Bergseite liegen im Sonnenschein, nur die Straße versperrt Badewilligen den direkten Zugang zum Meer. Auf der anderen Seite von diesem Meeresarm liegt in der weiten Bucht der Ort Kaiaua. Außer seinen vielen Picknickplätzen am Meer hat der Ort den „Fish and Chips“ Tempel für Fast Food: Kaiaua Fisheries. In der Hauptsaison soll es Wartezeiten bis 2 Stunden geben. Aber daran stört sich niemand – Hauptsache das Essen und der Preis stimmen. Wir verdrücken zum zweiten Frühstück (um 10 Uhr) 2 Portionen Snapperfisch (Haifisch heute nicht im Angebot). Das Essen wird traditionell in Zeitungspapier serviert. Ein Stück des Weges geht es am Meer entlang, dann wieder durchs hügelige Binnenland, viele Weideflächen mit Kühen. Seitdem der Weltmarktpreis für Wolle und Lammfleisch gesunken ist, sind die Farmer auf Rinderzucht umgestiegen. Unübersehbar sind die vielen „For Sale“ Schilder am Straßenrand. Aus einem Reiseführer: Auf dem neuseel. Immobilienmarkt geht es sehr lebendig zu. Laut Statistik wechselt der Durchschnitts-Neuseeländer alle 10 Jahre sein Eigenheim. Über die stark befahrene Autobahn nähern wir uns Auckland. Mehrspurig geht es mitten durch die Stadt. Das Tor zum Norden ist die Harbour Bridge, von den Auckländern geliebt und gehasst zugleich. Die 1150m lange stählerne Brückenkonstruktion über den Waitemata Hafen mit seinen unzähligen Segelbooten ist das Wahrzeichen der Stadt. Jetzt um die Mittagszeit und mit Ansage unseres Navis passieren wir sie ohne Probleme. Zur Rushhour soll es kein „Zuckerschlecken“ sein. Für das letzte Stückchen Autobahn (da heißt sie 1A) wird Maut fällig. Wir umfahren die Mautstrecke auf der Hauptstr. bis nach Waiwera mit seinen Hot Pools. Schon mittags stehen wir mit Meeresblick auf dem Campingplatz – doch wo bleibt nur der bestellte Sonnenschein? Das Thermalbad ist in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen und für Senioren gibt es ermäßigten Einlass. Heute ist anscheinend Familientag, in allen Becken tummeln sich unzählige Kinder mit ihren Eltern. Nur die sehr warmen Pools (31° und mehr) sollen von den Kindern nicht benutzt werden (sagt ein Schild). Doch die Wirklichkeit sieht anders aus und Aufsichtspersonal gibt sich nicht zu erkennen. Überhaupt wirkt das Bad sehr heruntergekommen und schmutzig, es hat wohl mal bessere Zeiten erlebt.
Toiletten: In allen öffentlichen Toiletten und den sanitären Anlagen der Campingplätze ist es sauber und Toilettenpapier immer vorrätig. Nur es ist so dünn, dass man die Zeitung dadurch lesen kann. Der Beweis liegt „auf der Hand“.


   |   Tages KM: 192

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Donnerstag, 8. April Waiwera

Heute beginnt die letzte Etappe unsere Rundreise - zum Cape Reinga. Wir passieren das Northland mit den zwei Küsten: Tasman Sea und Pacific Ocean. Bis Whangarei mit viel Verkehr auf der Strasse, durchfahren wir hügeliges Gelände, wobei uns der Gegenverkehr oft rasant in den Kurven entgegenrauscht. Für die Raubvögel ist der Tisch schon gedeckt, alle paar 100 Meter liegt ein totgefahrenes Opossum auf der Strasse. Die Raubvögel hocken auf den Kadavern und müssen aufpassen, dass sie nicht selbst unter die Räder kommen. Bei Whakapara biegen wir ab auf die Nebenstrecke zum kleinen Ort Russel. Hier, in der Bay of Island, haben viele Reiche aus Auckland ihr Ferienhaus oder sogar ihre eigene Insel. Die Lage auf den Hügeln mit Blick aufs Meer ist nicht zu verachten. In den Buchten liegen Segelyachten. Nur wir finden keinen geeigneten Parkplatz bei den einsamen Buchten. Sicher ist es nicht erwünscht, dass „normale“ Gäste die Badebuchten besuchen, weshalb man vorsichtshalber erst gar keine Parkmöglichkeit an der schmalen Strasse geschaffen hat. Russel war um 1840 als Handels- und Schifffahrtszentrum, die größte europ. Siedlung im ganzen Land. Ehrenwerte Bürger wie Kaufleute, Handwerker, Fischer und Missionare ließen sich in diesem entlegenen Teil der Erde nieder. Aber auch Walfänger, Abenteurer, Glücksritter und leichte Mädchen. Allesamt sorgten für den großen Bekanntheitsgrad, damals berüchtigt als „Höllenloch im Südpazifik“. Unterhalb von Russel setzen wir mit einer kleinen Fähre zum Ort Paihia über. Noch ein kleines Stück und schon haben wir einen Campingplatz direkt am Meer gefunden.
Camping: Viele neuseeländische Familien sind mit Pkw und Anhänger unterwegs. Aus dem Auto steigt außer Vater und Mutter, oft eine größere Anzahl von Kindern. Gemeinsam bauen sie die Zelte auf und selbstverständlich sitzen und essen sie draußen, während wir im Auto sitzen und heizen. Sind wir total verweichlicht? Oder sind die Kiwis so abgehärtet?


   |   Tages KM: 231

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Freitag, 9. April Paihia

In Kawakawa hat sich Friedensreich Hundertwasser mit einem „Klohäuschen“ ein Denkmal gesetzt. Bevor er im März 2000 überraschend starb, war er 14 Jahre neuseel. Staatsbürger und lebte hier abgeschieden in den Wintermonaten. Seinen Mitbürgern in Kawakawa spendierte er kurz vor seinem Tod ein extravagant gestaltetes Toilettenhäuschen mitten im Ortskern – nun eine Besucher-Attraktion. Im Ort gibt es außerdem noch eine historische Eisenbahn, der Abschnitt bis Paihia soll bald für die Touristen fertig sein. Wir machen einen Abstecher ins alte Zentrum von Kerikeri. Das Missionshaus von 1822 ist das älteste noch bestehende Gebäude des Landes und der Stone Store (unweit daneben) das älteste Gemäuer. Jetzt ist ein kleiner Kramladen darin untergebracht, beinahe wie früher. Noch weiter zurück in die neuseel. Geschichte führt Rewa’s Village, Rekonstruktion eines Maori-Dorfes aus der Zeit, bevor die ersten Weißen das Land betraten. Wir sehen uns am Stadtrand noch ein kleines Privatmuseum an, Transport und Leben. Die Ausstellung besteht aus alten Autos, kleinen nachgestellten Wohnungseinrichtungen, Handwerksbetrieben und einem typischen „Tante Emma-Laden“. Liebevoll von einem Privatmann gesammelt und zusammengestellt. Über die Küstenstr. fahren wir weiter Richtung Westen. Hügel und Weiden bestimmen die Landschaft, im seichten Wasser sehen wir Mangrovenwälder, dann wieder eine Meeresbucht mit Sandstrand zum Baden. Auch heute ist trotz Sonnenschein der Wind eiskalt. Wir haben Freitagnachmittag und Wochenende. Mit uns sind mehr als 20 Motorräder zur „90 Meilen Beach“ unterwegs. An ihrem Ende liegt das Cape Reinga, wo die Tasman Sea den Pacific Ocean trifft. Unweit der Landstr. sehen wir erstmals Bambus, 5 bis 6 m hoch und etwas niedriger auf Plantagen. Schon bald zweigt ein unbefestigter Weg zum „Gumdigger Park“ ab. Man nimmt an, dass vor 220 Mio Jahren sich hier die ersten Kauri Bäume ausbreiteten. Kauri Bäume wachsen in freier Natur nur hier und sonst nirgendwo auf der Welt. Die letzte große Eiszeit hat einen Großteil der Kauri Bäume unter sich begraben und konserviert. Die europ. Siedler sammelten (mühsam) das Kaurigum (Harz) um es nach Europa zu exportieren. Um 1900 war Kaurigum ein hochwertiger Bestandteil für Qualitätslacke. Die Maori verwendeten das hochwertige Holz der Kauri Bäume zur Herstellung ihrer Kanus und Harz wurde als Kaugummi, für Tätowierungen sowie als Lichtquelle verwendet. Das Leben der Gummigräber, ihre Arbeit und das was die Landschaft veränderte (die riesigen Löcher) sind auf einem kleinen Rundweg anschaulich dargestellt. In der Nähe von Raio fahren wir auf einen Campingplatz. Hier in der Bucht es Houhora Harbour stehen die Caravans der Angler Familien.
Unser Wetter: Nachdem wir zu Hause so viel von Regen und schlechtem Wetter gehört und gelesen haben, sind wir angenehm überrascht. Rückblickend hatten wir bis jetzt viermal nachts etwas Regen, einen Vormittag und einen Nachmittag.


   |   Tages KM: 176

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Samstag, 10. April Houhora Heads

Vor uns liegen die letzten 50 km Northland bis zum Cape Reinga. Die Landschaft sieht jetzt ein wenig aus wie in Dänemark: Bewachsene Dünen, ein wenig Wald, Holzhäuser, Landwirtschaft und ziemlich flach. In Te Paki führt ein 3.5 km langer Schotterweg zu den „Te Paki Giant Sand Dunes“. Diese Sanddünen muten ein wenig an wie die Sahara. Wenn man die bis zu 200m hohen Sanddünen mit Steigungen bis zu 45° auf allen Vieren und schnaufend oben erreicht hat, breitet sich eine gigantische Dünenlandschaft bis zum Meer aus. Einige Touristen rutschen auf kleinen Surfbords den steilen Hang hinab. Manchmal so rasant, dass sie sich überschlagen. Nach einem weiteren kleinen Stück unbefestigter Strasse haben wir bald wieder Teer unter den Reifen, und mit Berg- und Talfahrt fahren wir bis zum Cape. Ein Spazierweg geht von hier zum 10m hohen Leuchtturm. Viele gut markierte Wanderwege führen zu entlegenen Buchten und am Wasser entlang zurück nach Awanui. Dafür benötigt man allerdings mehrere Tage.
Laut Maori-Mythologie verlassen hier am Cape Reinga die Seelen der Verstorbenen Neuseeland um in ihre Heimat zurückzukehren, nach Hawaiki. Ihre Seelen tauchen unten am Cape in das Meer ein, um ein letztes Mal von den vorgelagerten Three Kings Island herüberzuwinken.
Zur Mittagsrast fahren wir in die Spirits Bay. Ein Picknick- und Naturcamping (mit Toiletten und Duschen) erwarten uns nach 13 km Schotterpiste. Einige Zelte und Caravans stehen bereits hier. Das türkisfarbene Wasser in der 9 km langen Sandbucht lädt förmlich zum Baden ein. Kaum eine Menschenseele befindet sich am Strand. Windgeschützt in den Dünen genießen wir die Sonne. Für 7,50 pro Pers. kann hier auf dem Platz übernachtet werden (Geld in einen kleinen Tresor werfen). Auch wir entschließen uns hier eine Nacht zu verbringen. Während ich mit dem Boiler das Wasser für den Abwasch erhitze, geht uns mit einem „plupp“ das Gas aus. Dumm gelaufen, denn das Mobil hat nur eine Gasflasche – somit Ende. Wie sollen wir uns morgen früh einen Kaffee kochen, ohne Strom und Gas?
Seltenheitswert: Hier auf dem Platz hat man eine moderne Bio-Toilettenanlage errichtet. Wir nehmen sie skeptisch in Augenschein und müssen erstaunt feststellen, dass sie absolut geruchsfrei und sehr sauber sind (auch ohne Wasserspülung).


   |   Tages KM: 118

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Sonntag, 11. April Spirits Bay

Mit dem letzten Rest Gas können wir uns einen Kaffee zubereiten. Nun wartet der schöne Strand auf uns. Wir haben beschlossen, erst am Nachmittag weiter zu fahren. Außer uns Wanderern, stehen noch einige Sportfischer am Strand. Wir laufen am Wasser entlang, über Muschelsand. In der Sonne glitzern sie in allen Farbfacetten. Zum Ausruhen setzen wir uns auf den Dünenrand und schauen aufs Meer. So lassen sich die letzten Urlaubstage aushalten! Zurück an der Hauptstr. versuchen wir den Strand der 90 Milen Beach zu erreichen. Der erste Versuch endet im Nichts. An einer Tankstelle tanken wir Gas und erfragen den Weg. Beim zweiten Versuch werden der Kühlschrank- und Schrankinhalt getestet. 10km Waschbrettpiste überstehen sie anstandslos, aber wir müssen die gleiche Strecke wieder zurück. Denn die letzten 50 m zum festgefahrenen Strand schaffen nur Allradfahrzeuge. Diese und Ausflugsbusse donnern bei Ebbe den bombenfesten Strand entlang Richtung Heimat. In Awanui sollte man im Ancient Kauri Kingdom einen Halt machen. Viele Produkte sind aus dem bis zu 45 000 Jahre alten Kauriholz gefertigt. Vor allem ist jener Stamm sehenswert, der so gigantisch ist, dass er im Inneren eine Treppe besitzt, mit der man in den ersten Stock hinaufgehen kann. Ob jemals ein Tourist spontan eine Gartenbank aus Kauriholz für 30.000 Euro kauft? Auf dem Hof waschen Jugendliche Sand und Meerwasser von den Ausflugsbussen. Der Wasch- Preis für unser Mobil beträgt 6 Euro. Wir bleiben währenddessen im Auto sitzen und werden auch schon mal nachgespritzt, nachdem wir bei einer Frage das Seitenfenster nicht schnell genug schließen. In Ahipara steuern wir einen Campingplatz an und machen uns sogleich an die Ver- und Entsorgung. Dabei rollt der Verschlussdeckel von der Toilettencasette in die Abwasserentsorgung. Mit der Taschenlampe leuchten wir in den Schacht. Was wir jetzt benötigen, ist ein stabiler Draht mit Haken – doch woher nehmen und nicht stehlen? Ich gehe zur Rezeption und die schicken den Platzwart mit einem Draht vorbei. Mit dem angelt Peter den Deckel aus dem Abfluss.
Jeder von uns hat schon mal etwas verlegt. So suchen wir heute, als wir die Jungs bei der Waschanlage bezahlen wollen, Peters Geldbörse. Zuletzt haben wir auf der Tankstelle das Gas bezahlt und wer von uns hat die Börse zuletzt in der Hand gehabt? Großes Rätselraten. Erst einmal in Ruhe alle Taschen durchsuchen, bevor wir die 40km zurück fahren. Gottlob findet sie sich an.


   |   Tages KM: 157

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Montag, 12. April Ahipara

Die Landschaft unserer Nebenstrecke zur Fähre nach Rawene sieht fast so aus wie das Alpenvorland/Allgäu. Die Straße führt um die Berge und wir sehen Forstgebiete und Farmland. Vor der Fähre (sie verkehrt stündlich) dann Mangrovenwälder und viele Holzhäuser die zum Verkauf angeboten werden. Auf einer Landzunge in der Mündung des Hokianga Harbour liegen riesige Sanddünen. Keine Straße führt dorthin, aber Wassertaxis transportieren die Besucher von Omapere (auf der gegenüber liegenden Seite) zur anderen Seite. Ein Sträßchen führt zu einem Aussichtspunkt. Von dort überblickt man die Küstenorte und die Dünen. Mehrere Wanderwege (kurze und lange) zweigen hier ab. Unser heutiges Ausflugsziel ist der Waipoua Forest, mit den größten und bekanntesten Kauris. Nur wenige Meter von der Hauptstr. entfernt steht Tane Mahuta, der rund 1200 Jahre alte „Gott der Wälder“ und wohl der höchste existierende Kauri im Lande (Stammumfang 13.8m Höhe 51.5m). Beim 2. Stopp schauen wir uns den ältesten Kauri, den „Vater der Wälder“ Te Matua an. Er soll rund 2000 Jahre alt und sein Stammumfang 16,5 m sein Eine andere Kaurigruppe, die Four Sisters bilden ein eng zusammenstehendes Quartett.
Wissenswertes über Kauri-Bäume. Junge Kauris ähneln schlanken Tannen, mit einer langen, konisch zulaufenden Spitze. Erst wenn sie im Alter von rund 100 Jahren alle Bäume überragen, geht die Krone in die Breite, die unteren Äste fallen ab und sie bekommen den langen kahlen Stamm.
Etwa 50km nördlich von Dargaville biegen wir bei Maropiu ab zu den Kai-iwi Lakes. Herrlich einsame Stellplätze direkt am See laden zum Campieren ein, allerdings ohne jeglichen Komfort. Wir fühlen uns wie in Finnland. Unter Kiefern gibt es schattige Parkplätze und weiter sandige Badebuchten mit einem flachen Einstieg ins kristallklare Wasser. Eine Badeprobe – es ist gar nicht einmal so kalt. Hier bleiben wir doch gleich über Nacht.
Am Abend: ein gewaltiger Sternenhimmel über uns – 1000 Lichter leuchten!


   |   Tages KM: 173

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Dienstag, 13. April Kaiiwi Lakes

Der leichte Nieselregen am Morgen entscheidet – weiterfahren. Bei Tageslicht sehen wir noch zwei weitere Mobile die mit uns am See übernachtet haben. Über Dargaville geht es nach Matakohe in das Kauri-Museum. Der größte Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte der Holzwirtschaft im Nordland. Eine lebensgroße Puppenstube lässt die alten Siedlertage wieder auferstehen. Viele ausgestellte Gegenstände wurden dem Museum gespendet. Alles ist sehr anschaulich erklärt und wir benötigen 2 Stunden für die Besichtigung. Unser heutiges Ziel ist die Ostküste – Mangawhai Harbour. Wir fahren ans Meer, doch für ein Sonnenbad und zum Baden fehlt uns die Sonne. Außerdem weht ein starker Wind vom Meer. Wir steigen auf den Aussichtspunkt Mangawhai Heads, von hier kann die Küste li. und re. sehr gut überblickt werden - ein Surferparadies. In der geschützten Hafenbucht übernachten wir. Bis Auckland sind es nur noch 100 km. Morgen Vormittag wollen wir schon einen Teil unseres Gepäcks packen.
Über Brot in Neuseeland: In den großen Supermärkten findet man 30m Regalfront Toastbrote verschiedener Hersteller – alle „soft“ weich. Bauernbrot oder Baguette wie wir es kennen, ist in den großen Supermärkten auf 1 m Regalfläche reduziert. In Bäckereien haben wir nach Kuchen Ausschau gehalten – nur Muffins und anderes Kleingebäck waren im Angebot. Torten und Blechkuchen wie wir sie kennen, sind hier unbekannt.



   |   Tages KM: 147

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Mittwoch, 14. April Mangawhai

Den Weg, den wir eingeschlagen haben, fahren wohl nur wenige Touristen. Unsere Strecke führt in den Südwesten von Wellford. Von Anhöhen blicken wir auf den Kaipara Harbour. Die Meeresbucht sieht von der Ferne aus wie ein Meer. Wir haben Sonnenschein und um die 21 °C. Wer hat uns da gestern was von „Regen die nächsten Tage“ erzählt? Die Mittagsrast auf einem Picknickplatz fällt heute etwas länger aus, denn wir legen uns für 2 Stunden in die Sonne. Wieder auf dem Weg, biegen wir ab zur Ostküste. Nach 50km erreichen wir Auckland- Devenport. Der Holiday– Camping liegt direkt am Meer und auf die Frage, ob wir vorgebucht haben bekommen wir erst einmal einen Schreck. Natürlich nicht, aber warum die Frage, wenn sogar noch mit Blick aufs Meer freie Plätze sind. Wir befinden uns im Ortsteil Takapuna. Etliche Bars, Restaurants und Boutiquen warten auf zahlende Gäste. Nach einem kleinen Rundgang entscheiden wir uns die restlichen Reisetaschen zu packen. Morgen Vormittag wollen wir die Sky-Line von Auckland besichtigen. Nachmittags müssen wir bis 17 Uhr unser Mobil beim Vermieter abgeben und von dort werden wir zum Flughafen gefahren.
Erkenntnis: Straßen mit dem Zusatz „no exit“ haben wir oft gelesen. Die Bezeichnung aber „Cemetery no exit“ (Friedhof – kein Ausgang) hat doch etwas Wahres, denn auf dem letzen Weg, zum Friedhof, gibt es kein zurück.


   |   Tages KM: 115

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Donnerstag, 15. April Auckland Devenport

Bis 10.30 Uhr müssen die Campinggäste den Platz verlassen haben, sonst wird ein weiterer „Übernachtungstag“ berechnet. Wir sind bereits um 9 Uhr startklar, unsere unverbrauchten Lebensmittel stellen wir in die Gemeinschaftsküche. Peter erledigt die Entsorgung, ich gebe den Schlüssel fürs Sanitärgebäude ab und komme mit dem Herrn an der Rezeption ins Gespräch. Er ist Deutscher und erzählt von einer italienischen Reisegruppe, die bei der Einreise alle ihre heißgeliebte Salami abgeben und pro Salami 200 NZ- Dollar Strafe zahlen mussten, dass war natürlich für alle ein „Begrüßungsschock“. Von einem anderen Fall weiß er zu berichten, dass eine Frau für 2 Jahre ins Gefängnis musste, wie sie Pfefferspray (Waffe) im Koffer hatte. Da hatte ich ja noch Glück (Apfel) bei der Einreise.
Wir fahren zum Fährhafen Devenport und parken 15 Min. Fußweg von der Fähre entfernt. Die Abfahrt der Fähre verpassen wir um 3 Min. und müssen 45 Min. auf die nächste warten, so bummeln wir ein wenig durch den noch verschlafenen Ort. Die Cafes haben allesamt geöffnet und bieten außer Frühstück eine „breite Palette“ an. Gute 15 Min. benötigt die Fähre um uns direkt am Fährhafen der Sky-Line abzusetzen. Die Queenstreet ist die Hauptschlagader mit den eleganten Geschäften, Juwelierläden, Souvenirläden und unendlich vielen „Take-away“. Es überrascht uns, dass die Chinesischen in der Überzahl sind. Zwischen älteren Gebäuden sind Bürohochhäuser entstanden und alles wird überragt vom 135 m hohen Sky-Tower. Mehrere Aussichtsrestaurants, Bungyspringen, an einer Leine am Außenrand balancieren – für jeden Geschmack hält Auckland etwas bereit. Wir schlendern durchs Zentrum, mal steil bergan und dann wieder um die nächste Straßenecke abwärts. Ich wusste gar nicht, dass Auckland so „gebirgig“ ist. Um 3 Uhr stehen wir wieder auf der Fähre, die uns auf dem gleichen Weg zurückbringt. Wir trinken noch schnell einen Kaffee, schlüpfen in unsere Reisekleidung und verräumen den Rest in unsere Reisetaschen. Ob wir das Gewicht wohl gut verteilt haben (max. 23 kg pro Gepäckstück ohne Waage)? Peter schmeißt sich hinters Lenkrad und mit „Stopp and Go“ geht es einmal durch die Stadt bis kurz vor dem Flughafen. Für 27 Km benötigen wir 1,5 Std. Um 16.57 Uh treffen wir bei der Maui Reisemobil–Vermietung ein. Hinter uns schließt automatisch das Tor vom Firmengelände. Uff - das war aber knapp. Was hätten wir gemacht, wenn wir nach 17 Uhr eingetroffen wären? Ein Mitarbeiter untersucht das Mobil auf Beschädigungen und wir erzählen ihm noch unsere weiteren Mängel. Weil der Fahrdienst zum Fluhhafen bereits seit einer Stunde Feierabend hat, erklärt sich eine Angestellte bereit uns dort abzusetzen. Unser Gepäck geht so eben in ihren Kofferraum und auf den Rücksitz. Nun stehen wir um 17.30 Uhr auf dem Flughafen und haben bis zum Abflug noch 5 Std. Zeit. Beim Einchecken der Gepäckstücke haben wir Glück und müssen nicht umpacken. Die größte Tasche hat 23,4 kg – insgesamt bringt unser Gepäck (77,5 kg) auf die Waage. In der Wartehalle verbringen wir unsere Zeit mit Lesen. Bis unser Flieger startet will die Zeit einfach nicht vergehen. Pünktlich um 23.15 Uhr verlassen wir Neuseeland. Obwohl es schon so spät ist, wird uns noch ein warmes Abendessen serviert. Verschiedene Filme, (auch in deutscher Sprache) sorgen für Kurzweil. Wieder haben wir Sitze am Gang und Mitte zur Fensterseite, nur erscheinen uns dieses Mal die Sitzabstände zu unserem Vordermann wesentlich geringer. Besonders Peter fühlt sich „eingekeilt“.
Erfahrung: Kommen wir mit Neuseeländern ins Gespräch, so lautet fast immer der zweite Satz: „und wie gefällt ihnen Neuseeland?“ So etwas fragen wir unsere ausländischen Gäste in Deutschland vermutlich selten.


   |   Tages KM: 32

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Freitag, 16. April über den Wolken bis Hong Kong erster Tag

Irgendwann schläft man vor Müdigkeit auch in den unbequemsten Haltungen ein. Nach 12 Std. erreichen wir unsere Zwischenlandungs-Station Hong Kong. Hier ist es 6.30 Uhr und zum Auftanken und Reinigung müssen wir den Flieger verlassen. Die Passagiere, die weiterfliegen oder in Hong Kong bleiben, müssen Einreiseformalitäten ausfüllen. Dann eine Zwischenansage: Wegen eines Zwischenfalles in London sind alle Flüge abgesagt. Wir schauen uns fragend an, sind das die Auswirkungen eines Streiks? Eine junge chines. Flugbegleiterin erklärt uns in gebrochenem deutsch, dass nun auch wir eine Einreiseerklärung auszufüllen haben. Niemand weiß so recht um wie viele Stunden oder Tage es sich handeln wird. Womöglich müssen wir in einem Hotel übernachten und was wird aus unserem Gepäck?
Schon als wir das Flugzeug verlassen werden wir in Gruppen aufgeteilt. Die größte Gruppe besteht aus den Passagieren die nach London weiter reisen will. Das Personal versieht uns mit Aufklebern (auf der Kleidung) und gibt uns ein paar Informationen. Wir sollen unser Gepäck abholen und dort verweilen bis uns weiteres mitgeteilt wird. Gruppenweise bringt uns dann ein Shuttle zum Novotel in Flughafennähe. Das hilfsbereite Personal geht uns zur Hand und befördert unser Gepäck in Abstellräume. Leider sind die Hotelzimmer allerfrühestens am Mittag bezugsbereit. Mit einem Frühstückbüffet versucht man unsere strapazierten Nerven zu beruhigen. Wir haben uns mit einem netten Ehepaar aus Auckland bekanntgemacht und reden gemeinsam am Tisch mit „Händen und Füßen“ über Gott und die Welt. Inzwischen sind dank Internet und Fernsehen die aktuellen Informationen für die Schließung des Flughafens in London bekannt. Ein Vulkanausbruch vor Island hat mit seinem starken Ascheregen den gesamten Flugverkehr in England, Skandinavien und Holland lahmgelegt. Ab 12 Uhr werden die Hotelzimmer vergeben. Zuerst die Familien, dann die älteren Personen und zum Schluss wir anderen Fluggäste. Wir sind mit unserem Zimmer hoch zufrieden (siehe Fotos). Zwei Stunden legen wir uns „aufs Ohr“, dann erkunden wir die nähere Umgebung. Ein Shopping- und Outlet-Center (aller namhaften Marken) über mehrere Etagen laden ein zum Geldausgeben. Der Supermarkt im Tiefgeschoss (mit Produkten die wir noch nie zuvor gesehen haben), aber auch Langnese Honig, Hefeweizen, Dr. Oetker und deutsches Brot füllen die unzähligen Regale.
Bis zum Abendessen um 18.30 Uhr bleibt noch genügend Zeit. Wir fahren mit einer 5,7 km langen Seilbahn zur Bergstation vom Dorf Ngong Ping. Hier gibt es einiges zu besichtigen. Wir steigen am Ende des Dorfes über viele Stufen zu der auf einer Anhöhe gelegenen Buddha Statue Tian Tan hinauf. Im Buddha kann man über mehrere Etagen hinaufsteigen. Weiter kann ein Kloster besichtigt werden. Viele Souvenirläden und Speiselokale erwarten Touristen. Aus den Gondeln hat man einen grandiosen Ausblick auf die Bucht von Tung Chung, den Airport und die Naturparks von Lantao. Wie schön muss das alles erst bei Sonnenschein aussehen, heute ist es leider bewölkt.
Rechtzeitig zum Abendbüffet sind wir zurück. Das Essen ist international und lässt keine Wünsche offen. Allein das Dessert-Büffet umfasst über 30 verschiedene Sorten. Ein Schlemmerparadies nicht nur für den „süßen“ Peter. Später verfolgen wir im Fernsehen die neuesten Nachrichten über den Vulkanausbruch und die Flughafensperrungen.
Erkenntnis des Tages: Sich dem Unvermeintlichen fügen – abwarten und Tee trinken!


   |   Tages KM: 9220

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Samstag, 17.4. Hong Kong zweiter Tag

Beim Frühstück treffen wir die Mitreisenden der Air Neuseeland (der NZ 39). Wir fühlen uns fast wie eine große Familie. Alles dreht sich um die Asche-Wolke des Vulkans. Eines ist aber gewiss: Der London Airport bleibt noch den ganzen Samstag geschlossen und viele andere Flughäfen in Europa auch. So müssen wir weiterhin abwarten. Eine deutsche Schüleraustauschgruppe steht vor dem gleichen Problem. Sie wollen um 10 Uhr in der Halle sein um weitere Informationen zu erfahren. Zu allen „Gestrandeten“ besteht ein Mitteilungsbedürfnis. Jeder versucht zu erfahren wer die besseren, die neuesten Infos hat. Der Hotelmanager ist sehr freundlich und vertröstet uns auf spätere Infos der Air Neuseeland. Um 11 Uhr verkündet ein Manager der Fluggesellschaft, dass für eine weitere Nacht unsere Unterbringung und Verpflegung übernommen wird. Das wird mit einem Riesenbeifall entgegengenommen. Nach dem Mittagessen wollen wir mit Colet und Kenny (so heißen die netten Neuseeländer) uns sogleich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt bewegen. Doch zuerst benötigen wir noch das passende Kleingeld in Hong Kong Dollar. Mit Kenny ziehe ich los, während Colet Infos einholt. Weil alle Flughäfen in Europa geschlossen sind, werden sie das Angebot der Air NZ annehmen und nach Auckland am Spätnachmittag zurückfliegen. Peter und ich sind mit der Bahn in knapp 30 Min. in Hong Kong Island. Um den Ausgang zu finden (ans Tageslicht zu kommen) geht es durch unendliche Gänge. Endlich draußen, sehen wir die historische Tram von 1903 und springen auf. Nur ohne Sitzplatz ist es schwer auf der oberen Etage im Stehen zu fotografieren. Die Eindrücke sind überwältigend. Wir fahren durch Hochhäuserschluchten und können kaum die oberen Stockwerke erkennen. Menschmassen bevölkern die Gehsteige. In den schmalen Seitenstrassen sind Marktstände aufgebaut. Wir steigen aus und werfen das Fahrgeld (ungefähr 20 Cent) in einen Kassenschlitz. In den engen Gassen haben die Läden ihre offenen Verkaufstresen. Sie präsentieren frische Lebensmittel, Billigkleidung und Spielzeug. Menschmassen schieben durch diese Gassen – Istanbul ist dagegen eine Kleinstadt. Mit diesen Eindrücken schlendern wir zum Fähranleger. Vorbei an Shoppingcentern für Einheimische, alles ist sehr quirlig. Koffer (Made in China) bekommt man hier für 14 Euro und trotzdem wird noch daran verdient. Vom Anleger pendeln die Fähren ständig nach Kawloon zum Festland von Hong Kong. Für heute beschließen wir genug gesehen zu haben und fahren mit der Bahn zum Hotel zurück. Unser Abendessen findet im 3. Stock statt. Wir sitzen mit den Frankfurtern und Wienern beisammen und rätseln wie es mit uns weitergehen soll. Bevor wir aufs Zimmer gehen nutzen wir den kostenlosen Internetservice vom Hotel. Schreiben E-Mails an Freunde und lesen die Nachrichten über die Flughafenschließungen.
Gedanken zur Nacht. Was soll werden???


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Sonntag, 18.4. Hong-Kong dritter Tag

Eine Frau Miller aus England hat die „Fäden in der Hand“. Sie weiß zu berichten, dass bis einschl. Montag Übernachtung und Verpflegung von Air NZ bezahlt werden. Anscheinend hat sie einen regen Schriftverkehr mit der Fluggesellschaft. So können wir halbwegs beruhigt nach dem Frühstück mit unserer Hongkong-Sightseeing Tour beginnen. Wir sind inzwischen mit den Frankfurtern Jörg und Silke per Du und beschließen gemeinsam Hong Kong Island zu erkunden. Gegen 11 Uhr brechen wir auf und buchen eine Stadtrundfahrt (hopp off - hopp on) mit deutscher Erklärung. In den Hochhausschluchten herrscht heute am Sonntag Menschentreiben. Wir unterbrechen die Fahrt und schlendern durch kleine Seitengassen. Metzer, Fischhändler und der Gemüsemann bieten frische Produkte zum Kochen an. Nicht alles riecht für unsere Nasen angenehm. In einem Cafe, das sich als Schnellrestaurant herausstellt, bestellen wir ein Erfrischungsgetränk. Den leckeren Kuchen holen wir aus einer Bäckerei an der Hauptstr. Bei einem weiteren Stopp besichtigen wir den Man Mo Tempel. Die Gläubigen zünden Räucherkerzen an und wünschen sich etwas. Den Wunschzettel verbrennen sie anschließend im Feuer. Dann soll sich der Wunsch erfüllen – man muss nur daran glauben. Der längste Rolltreppenweg der Welt (800m) „Mid-Levels Escalator“ (mit seinen vielen angrenzenden Bars und Restaurants) überwindet eine Steigung von 135m. Den Rückweg muss man leider ohne Hilfsmittel antreten. Eine alte Frau schlurft an uns vorbei. Ihre Schuhe sind mindest. 4 Nummern zu groß. Sie versucht einer Mundharmonika Töne zu entlocken und hält den Touristen eine Dose entgegen. Was mag sie am Tag so einnehmen?
Informationen auf einer Stadtrundfahrt: In Hong Kong gibt es alte Frauen, die für wenig Geld unsympathische Leute mit einem Fluch belegen. Ob das hilft? Es wird wie bei guten Feen im Märchen sein – man darf nicht darüber sprechen.


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Montag, 19.4. Hong Kong vierterTag

Gegen 10.30 Uhr erscheint der Manager von Air NZ und erklärt die aktuelle Situation. Wir können Fragen stellen zu deren Beantwortung er am Nachmittag nochmals ins Hotel kommt. Peter und ich aber werden den Nachmittag in der Stadt verbringen und ausgiebig die Strasse der Antikmärkte ablaufen. Informationen wollen wir uns beim Abendessen von den anderen Deutschen holen. Heute klart das Wetter auf und in der Stadt zwischen den Hochhäusern ist es schwülwarm. In den Antikläden laufen Ventilatoren und sorgen für etwas Kühlung. Aber sobald wir wieder auf die Strasse treten, erschlägt uns die Schwüle. Die Antikläden sind vollgestopft mit alten (?) Sachen, die die Touristen für ihre Sammlungen schätzen. Nippes aus Mammut-Knochen, Porzellan, Stein- Messing- und Eisenfiguren. Ob alles so alt ist, wie die Verkäufer es anbieten, das können wir Laien nicht überprüfen. Bei der nächsten Haltestelle der histor. Tram steigen wir ein und erwischen oben die vorderen Sitze. So lässt sich die Hitze ertragen. Ein frischer Wind weht uns um die Nase und den Rundblick gibt es gratis. Beim Westmarkt, einem über 100 Jahre alten Marktgebäude verlassen wir die Tram. In das deutsche Cafe, mit europ. Kaffee und Kuchen kehren wir ein. Die Kaffeepreise sind so hoch wie in allen anderen Großstädten, die Tasse um die 3 €. Wir kaufen eine preiswerte Reisetasche, denn unsere hat das häufige Transportieren nicht heil überstanden. Handeln ist möglich, aber nicht zu Konditionen wie in der Türkei. Inzwischen haben wir den schnellsten Weg zu den Zügen nach Tung Chung sehr gut drauf. Auch mit den Fahrkartenautomaten sind wir gut vertraut und selbst wie man schnell einen Sitzplatz in der Bahn ergattert haben wir gelernt. Im Hotel erfahren wir die neuesten Nachrichten von unseren Frankfurtern. Die Schlechte: Air Neuseeland hat zwei Sonderflüge für uns eingesetzt (Mittwoch und nächsten Montag). Sollte der Vulkan bis heute 24 Uhr keine Ruhe geben, dann geht es für uns erst am 26. 4. weiter. Die Gute: Die Fluggesellschaft bezahlt bis zu unserem Abflug die Unterbringung und Verpflegung.
Na, wenn das keine guten Nachrichten sind?


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Dienstag, 20.4. Hong Kong fünfter Tag

Um 8 Uhr klingelt bei uns der Hotelservice. Oh wie lieb, Peter hat für mich gestern eine Rose zu meinem heutigen Geburtstag bestellt. Er meint, die Dame an der Rezeption hat ihn zweimal darauf hingewiesen, dass es doch im Supermarkt um einiges billiger wäre. Wir frühstücken wieder ausgiebig. Silke und Jörg gratulieren und überreichen mir eine Flasche Rotwein. Die werden wir heute Abend gemeinsam austrinken. Um 10.30 Uhr verkündet der Manager der Air NZ: es geht los! Für 30 Pers. (die mit wichtigen Terminen) schon heute Abend. Der Rest Morgen 8.30 Uhr nach Ortszeit. Uns fällt allen ein Stein vom Herzen. Ab 14.30 Uhr soll eine Mitarbeiterin der Air NZ unsere Personalien für die Buchung entgegen nehmen. Das ist für mich in diesem Jahr das beste Geburtstagsgeschenk. Die Wartezeit überbrücken wir mit netten Gesprächen beim Mittagessen. Der Manager macht um 14.30 Uhr eine neue Ansage wegen der geplanten Flüge. Um 16.00 Uhr will er den aktuellen Stand mitteilen, weil London immer noch geschlossen ist. Wir sitzen just mit Silke und Jörg und der Flasche Rotwein am Pool beisammen, da trommelt der Manager schon wieder die Gestrandeten zusammen. Mit Small-Talk überbrückt er die Zeit, um dann den Flug für heute abzusagen - und für Morgen gibt es wieder drei Fragezeichen. Zwischen 19.00 und 19.30 Uhr soll uns die endgültige Entscheidung mitgeteilt werden. Alles ist sooo nervtötend. Wir glauben schon nicht mehr an den Abflug, denn BBC und andere Sender berichten immer noch von geschlossenen Flughäfen und dem Ausstoß der Vulkanasche. Dann um 19.25 Uhr die Nachricht: Morgen früh 8.30 Uhr geht der Flug los. Ab 5.30 Uhr sollen wir mit Bussen zum Flughafen gebracht werden. So richtig glauben wir es alle noch nicht. Doch vorerst ist Abendessen angesagt. Ein letztes Mal Büffet und den leckeren Nachtisch. Für unsere kl. Gruppe (Wiener und Frankfurter) spendiere ich ein Bier. Wir sitzen im ungemütlichen Speiseraum (wie immer zu kalt) noch eine Weile zusammen und stellen Überlegungen an. Silke und Jörg haben ein großes Problem. Sie sind einen Tag vor uns in Hong Kong angekommen und wollten für einen Tag einen Zwischenstopp einlegen. Sie sind nicht wie wir im Transit, so stehen sie hinten an beim Einchecken. Ich denke, sie werden eine schlaflose Nacht verbringen. Die letzten Nachrichten des heutigen Tages: Weiterhin alle Flüge gestrichen. Ich stelle 2 Wecker obwohl man uns vom Hotel wecken will.

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Mittwoch, 21.4. Hong Kong - Glinde

Wer hätte nach all den Aussagen über die Vulkanasche und dem geschlossen Londoner Flughafen daran gedacht, dass es (endlich) heute früh doch losgeht. Eine letzte Meldung wurde nachts unter der Tür durchgeschoben: Abflug der Air NZ um 8.30 Uhr – Weckdienst 4.30 Uhr. Meine Wecker klingeln kurz nach vier. Als um 4.30 Uhr der Weckruf vom Hotel nicht kommt, bin ich verunsichert. Dann der erlösende Weckruf und 15 Min. später ein weiterer Anruf: die Shuttlebusse zum Flughafen stehen um 5.15 Uhr bereit. Schnell noch ein Blick ins Zimmer (alle Schränke leer?), die Rucksäcke aufgeschnallt und ab in die Halle. Wir sind die ersten Abreisenden die mit ihrem Gepäck in der Hotelhalle eintreffen. Schon bald erscheinen auch Silke und Jörg, sie haben kurz vor Mitternacht noch den erlösenden Anruf erhalten, dass sie auf jeden Fall dabei sind. Sie freuen sich wie „Schneekönige“. Schon bald fährt ein riesiger Bus vor, unser Gepäck wird in die Stauräume verfrachtet und los geht’s. Am Flughafen begleitet uns eine Hostess zum Schalter der Air NZ. Wir checken so ziemlich als erste ein, doch weder unsere Gepäckanhänger noch die Bordingcards lassen sich drucken. Andere Mitreisende sind bereits abgefertigt und schlagen den Weg zur Personenkontrolle ein. Wir warten mit Silke und Jörg, die mit dem Flughafenpersonal durch sämtliche Kontrollen begleitet werden sollen (Ersatzpapiere). Die Originale sind ihnen gleich am ersten Tag in Hong Kong abhanden gekommen, als ein Rucksack im Taxi liegen blieb. Sie hatten viel Lauferei und mussten zur deutschen Botschaft. Der zurückbeorderte Taxifahrer wusste natürlich von nichts. Für Silke war der Tag gelaufen und am liebsten hätte sie sich den ganzen Tag im Bett verkrochen und die Decke über beide Ohren gezogen.
Mit dem letzten Shuttle Bus erscheinen auch die „Wiener“, sie hatten sich nach der letzten Meldung im Hotel auf eine spätere Abfahrt eingestellt und den Weckruf vom Hotel nicht ernst genommen. Auch die letzten 2 Jugendlichen der Schülergruppe sind eingetroffen, sie hat man schlichtweg vergessen zu wecken. Alle sind vollzählig, Gott sei Dank! Mit Überraschung stellen wir fest, dass viele Flüge nach London noch gestrichen sind - nur unser Flug NZ6039 soll starten. Sämtliche Kontrollen verlaufen zügig. Mit einem Zug fahren wir zum Gate35. Es bleibt noch Zeit um mit den Wienern einen „gescheiten Kaffee“ zu trinken. Es gibt Croissants, Apfelstrudel und belegte Brote – mit der Grundlage (im Hotel gab’s kein Frühstück) steigen wir in den Flieger. Wir können unser Glück kaum fassen – aber ein Rest von flauem Gefühl im Bauch bleibt – werden wir auch abheben und Hong Kong verlassen? Denn eines ist sicher, sollten wir hier aus welchen Gründen auch immer wieder aussteigen müssen – Air NZ wird keine Hotelzimmer für uns bereithalten. Es besteht auch nicht die Möglichkeit nach Hamburg durchzuchecken, das müssen wir in London selbst erledigen. Der Manager von Air NZ ist die ganze Zeit vor Ort und als Ansprechpartner immer präsent. Er verabschiedet sich von der Jugendgruppe persönlich im Flugzeug. Die Glückspilze des heutigen Tages (Silke und Jörg) – haben hinten die beiden besten Plätze erwischt. Wie immer vertreiben TV- Filme, Essen und ein wenig Schlaf die 12 ½ Std. Flug (10250 Km). Ich finde es bedeutend angenehmer mit dem Tageslicht zu fliegen. Wir fliegen über China und Russland, die Sicht ist ausgezeichnet – Peter hat einen Fensterplatz. Wir sehen Salzseen, verschneite Gebirge, zugefrorene Seen, Ackerflächen und kleine Orte. Die Flugroute verläuft übers Baltikum und die Ostsee, wir überfliegen Schleswig Holstein oberhalb von Kiel. Das Flugpersonal kann uns immer noch nicht mitteilen, ob es Flüge nach Deutschland gibt. Wir stellen uns das Chaos in London vor, denn erst seit heute ist Heatrow wieder geöffnet. Wie viele Personen werden auf einen Weiterflug warten? Wir landen um 14.30 Uhr, müssen unser Gepäck in Empfang nehmen und Kontakt zwecks Weiterflüge nach Deutschland mit der Lufthansa aufnehmen. Wie sich am Schalter herausstellt, sind die Flüge restlos überbucht. Nach Hamburg soll erst Morgen früh ein Platz für uns zu buchen sein. Wir bringen in Erfahrung, dass es noch heute um 17.35 Uhr freie Plätze nach Hannover gibt. Mit der BMI, einer Tochtergesellschaft der Lufthansa. Wir buchen, müssen aber noch Freunde finden die uns in Hannover abholen. Silke und Jörg bekommen für Donnerstagmorgen den ersten Flug nach Frankfurt. Uns bleibt nur wenig Zeit bis zum Abflug und wir geben unsere Koffer auf. Sofort haben wir das nächste Problem – wir dürfen nur 20kg pro Person aufgeben. Alle unsere Erklärungen: Hinflug über LA, Rückflugstopp in Hong Kong und kein Anschlussflug von Lufthansa heute nach Hamburg – die Dame bleibt hart. Müssen wir jetzt umbuchen? Wieder martert es in unserem Kopf, immerhin reisen wir mit 77kg Gepäck. Unsere Sachbearbeiterin erkundigt sich bei ihrer Kollegin und die „nickt“ ab, unsere schweren Koffer gehen ohne Aufpreis nach Hannover. So, das wäre geschafft. Jetzt nur noch schnell Silke und Jörg „auf Wiedersehen“ sagen. Sie müssen die Nacht auf dem Flughafen verbringen. Wir geben ihnen unsere Kuschelkissen, damit sie wenigstens den Kopf weich betten können. Die Schülergruppe muss sich auch mit dem Weiterflug nach München bis morgen gedulden. Dabei haben sie sich so auf Zuhause gefreut. Wir müssen noch ein wenig warten, bevor unser Flug nach Hannover aufgerufen wird. Ein technischer Defekt. Inzwischen werden andere Flüge, wie nach München aufgerufen und siehe da – die Schülergruppe darf mit. Wir erfahren von der überglücklichen Leiterin, dass da mal wieder jemand „die Fäden in der Hand“ hatte und sie schon heute einen Flug bekommen haben. Wir freuen uns mit ihnen und wünschen ihnen von ganzem Herzen einen guten Heimflug. Mit unseren Freunden Brigitte und Harald Graf haben wir Kontakt aufgenommen. Sie werden uns in Hannover abholen, wir können wir das nur wieder gutmachen? Unser Flug wird alle 30 Min. auf unbestimmte Zeit verschoben. Den Defekt bekommt der Mechaniker nicht in den Griff. Wir, und weitere 18 Fluggäste werden nach 3 Std. nervenaufreibender Warterei mit einer anderen Maschine nach Hannover geflogen. Brigitte und Harald nehmen uns dort in Empfang und im Sauseschritt geht’s nach Hause. Wir müssen alles unseren Freunden berichten. Als wir endlich in Glinde unsere Haustür aufschließen, will ich um 1 Uhr morgens nur noch eins: In mein Bett und schlafen – schlafen – schlafen.


   |   Tages KM: 11100

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Rückblicke auf unsere Neuseelandreise

Das hat uns beeindruckt: Die über 2000 Jahre alten Kauri-Bäume, die Regen-Urwälder, die Einblicke in die Maori-Kultur, die schönen Strände der Nordinsel, die Glühwürmchen-Höhle, die gepflegten Wanderwege.

Das hat uns abgeschreckt: Die weit überteuerten Ausflüge und Eintrittsgelder, die überaus lästigen Sandflys und die Folgen, die langen Flugzeiten bei der An- und Abreise.


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