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Irland - 2010/2

Sonntag, 23.5. Glinde

Um 9.00 Uhr treffen wir uns mit Anke und Harald, Gitta und Bodo, Ulla und Horst auf der Autobahnraststätte in Stillhorn. Als Peter und ich eintreffen, sind die anderen bereits da. Wir haben bestes Pfingstwetter – Sonnenschein und ohne Staus geht es auf der A1 Richtung Süden. Bei Münster machen wir nach 3 Std. Fahrzeit eine Mittagspause. Danach verabschiedet sich unser Navi, ausgerechnet vor dem Ruhrgebiet mit den vielen Autobahnen. Nun muss die bewährte Landkarte herhalten, die anderen Teilnehmer geben über Funk ihre Navi-Infos weiter. Doch der kluge Mann hat für alle Notfälle vorgesorgt- schon bald stoppt Peter und installiert sein 2. Navi.
Für die Übernachtung haben wir den Ort Wachtendonk kurz vor der holl. Grenze ausgesucht. Heute ist hier Feuerwehrfest und die Str. zum Stellplatz geht über eine Umleitung durch den hisorischen Stadtkern. Etliche schmale Strassen sind durch Pfosten versperrt. Wir fragen uns durch und landen vor einer Brückenbaustelle – nur rückwärts geht’s auf dieser Kopfsteinstr. Inzwischen blockieren unsere Mobile die halbe Stadt. Wir fragen wieder einen netten Anwohner, er bietet sich spontan als Fremdenführer an. Als Beifahrer bei Ulla und Horst bringt er uns sicher zum Stellplatz. Dieser ist um 3 Uhr nachmittags bereits gut gefüllt. Schon bald treffen auch Käte und Horst ein, und ruck zuck wird die Kaffeetafel aufgebaut. Peter sitzt bereits am Tisch und wartet auf den von mir versprochenen Kaffee und Kuchen. Ich mühe mich mit der Kaffeemaschine ab – doch diese will nicht funktionieren. So muss Peter ran und die Ursache suchen. Der Wandler gibt keinen Strom ab! Das ist natürlich sehr ärgerlich am Beginn unserer Reise nach Irland (für 5 Wochen). Ich brühe den Kaffee von Hand auf und wir lassen uns Kaffee und Kuchen schmecken. Danach machen sich die Männer auf die Fehlersuche und stellen Überlegungen an wie: wurde der Kühlschrank beim Einbau vor einer Woche falsch angeschlossen? Wir Frauen machen inzwischen einen ersten Spaziergang durch den Ort. Der histor. Kern besteht aus mit Kopfstein gepflasterten Strassen, und in den schmalen Gassen ist parken nicht überall möglich, die meist zweigeschossigen roten Klinkerhäuser haben Sprossefenster mit farbigen Fensterläden, etliche kl. Kneipen und Cafes haben Sitzplätze im Freien, Wegweiser geben Radlern die Entfernungen an und im Park spielen Erwachsene auf der grünen Wiese ein Spiel. Die Feuerwehr hat zur Belustigung der Kinder viele Spiele aufgebaut – ein Würstchen- und Getränkestand sorgen für das leibliche Wohl der Erwachsenen. Als wir Frauen zum Stellplatz zurück kehren, haben die Männer das techn. Problem am Mobil nicht behoben – schade. Bei dem schönen Wetter sitzen wir draußen beisammen, essen und klönen. Wer will macht am Abend noch einen kleinen Verdauungsspaziergang durch den Ort. Wir lassen einige kleine Bierchen und Weine durch unsere durstigen Kehlen laufen und spaßen mit der Kellnerin aus der Ukraine. Suchen wir doch noch eine Reisebegleitung, die uns bei den nächsten Reisen durch die Ukraine führt.
Erkenntnis des Tages: Reparaturen und Ergebnisse sind nicht immer zufriedenstellend.


   |   Tages KM: 432   |   GPS Nord: 51°24'24"   |   GPS Ost: 6°19`48"

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Montag, 24.5. Wachtendonk

Unser Navi funktioniert wieder ohne Probleme. Doch leider hat es die neue Autobahn vor Antwerpen noch nicht drauf (letztes Update vor 6 Monaten) So fahren wir alle, weil Peter die Karawane anführt, einen kleinen Umweg. Dank Anke und Harald sind wir bald wieder auf dem richtigen Weg. Warum haben wir nur keine Landkarten von den Niederlanden, Belgien und Frankreich eingepackt? Ich wurschtele mich auf einer DINA 3 Karte von Amsterdam bis Bordeaux so durch. Peter hat sich auf seine Navis zu sehr verlassen und fährt damit heute nicht gut. Mittagsrast bei über 25°C auf einer Tankstelle bei Brügge. Wir müssen feststellen, dass die PKW-Fahrer alle ausgewiesenen Reisemobilparkplätze besetzt haben, so bleibt uns nur der Randstreifen an der Hundeauslaufwiese – Vorsicht ist geboten. Nach 60 km Richtung Oostende und weiter nach Calais verlieren wir kurz 3 Mobile. Aber dank Handy haben wir uns schnell wieder gefunden. Wir steuern den Stellplatz in Escalles in der der Nähe von Calais an. Auf einer Anhöhe stehen bereits etliche Mobile und Caravans. Wir finden ein sonniges Plätzchen und faulenzen vor unseren Mobilen. Eine leichte Brise vom Meer sorgt für Abkühlung – so lässt sich der Urlaub aushalten! Wir grillen, haben Abwaschmöglichkeiten in einer Küche und warme Duschen sorgen für eine Erfrischung – das alles für 11 Euro.
Hinweis: Heute Abend gehen wir zeitig ins Bett – bereits um 8 Uhr müssen wir morgen früh an der Fähre sein!


   |   Tages KM: 388   |   GPS Nord: 50°54`41"   |   GPS Ost: 1°43`13"

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Dienstag, 25.5. Escalles bei Calais

Das fängt ja gut an! Um 5.30 Uhr läuten uns unsere 2 gestellten Wecker aus dem Tiefschlaf. Verschlafen wir öffnen die Rollos. Horst geht bereits mit Eddie Gassi. Schon bald kommt er zurück und berichtet: Das Tor vom Campingplatz ist noch verschlossen. Dumm, daran haben wir gestern überhaupt nicht gedacht! Peter geht mit Harald zum Tor. Eine Telefonnummer ist dort für Notfälle angeschlagen. Anrufen über Handy können wir ja mal, aber wie ist die Vorwahl von Frankreich? Als auch diese Hürde überwunden ist, rufe ich um 6 Uhr früh die Nummer an. Vorher habe ich in meinem Kopf einfache Sätze im „Volkshochschulfranzösisch“ formuliert. Während wir auf den Platzwart warten, singen wir unserem heutigen Geburtstagskind Käte ein Geburtstagslied. Sie ist just aufgestanden und noch nicht angezogen – so wiederholen wir das Ständchen dreimal bis sie erscheint. Nach und nach gesellen sich unsere anderen Mitreisenden dazu. Der Platzwart öffnet das Tor. Ich rede mit ihm ein paar Worte und bedanke mich für sein schnelles Erscheinen. Wir müssen noch entsorgen und immerhin reicht die Zeit noch für ein schnelles kleines Frühstück im Stehen. Bereits um 6.30 Uhr starten wir. Im Fährhafen angekommen, gibt es Probleme mit der Einreise von Eddie – Ulla und Horst sind ganz aufgeregt. Eddie soll noch einem Tierarzt vorgestellt werden. Wie uns Käte etwas später erzählt, muss Eddie geimpft werden und für 24 Stunden in Calais bleiben. Alle drei werden am nächsten Tag nach England übersetzen und in einem Rutsch nach Pembroke, dem Fährhafen nach Irland, durchfahren. Das sind keine guten Nachrichten! Wir anderen warten inzwischen auf die Einschiffung. 1 ½ Std. dauert die Überfahrt, dann erblicken wir England und die Kreidefelsen von Dover. Über die Autobahn umfahren wir London und fahren nach Stonehenge. Experten rätseln noch heute. Handelte es sich bei dem vor 5000 Jahren begonnenen Steinkreis um eine Stätte der Sonnenanbetung oder um eine astronomische Einrichtung? Auch wir bewegen uns mit den Menschenmassen um die riesigen Steine und bestaunen diese. Das Wetter meint es gut mit uns, es ist sommerlich warm. Die Landschaft um uns herum ist leicht hügelig mit grünen Feldern und der Raps sind fast verblüht. Unser heutiges Ziel ist Corsham, ca. 50 km von hier entfernt. Die Straßenführung zwingt uns wieder zurück zu fahren um im Kreisel zu wenden. Da verlieren wir uns aus den Augen. Während wir am Straßenrand nach einigen km warten, geben die anderen Gas und fahren auf direktem Weg nach Corsham, auf kleinen Seitenstrassen. Nur Anke und Harald erreichen uns nach einiger Zeit. Gemeinsam versuchen wir den Parkplatz (aus dem Reiseführer) in Corsham zu finden. Fehlanzeige – dafür finden wir Käte, Horst, Gitta und Bodo. Vor dem Herrenhaus ist das Parken nur für Besucher der Kirche und Parkanlage möglich, ausgeschlossen sind Busse und Caravans. Wir sprechen Einheimische an und die weisen uns zu einem tagsüber kostenpflichtigen Parkplatz im Zentrum. Nach einigem Rangieren hat jedes Mobil ein Plätzchen gefunden. Zu Fuß erkunden wir gemeinsam den kleinen Ort, schauen uns von außen das Herrenhaus „Corsham Court“ und die Kirche von innen an. Im Ort entdecken wir einige kleine Restaurants, beschließen dann aber doch in den Mobilen zu kochen. Für einen Absacker wählen wir einen Pub in einer stillgelegten Kirche. Ein Teil vom Chorgestühl hat man für den Tresen der Bar verwendet, nur die Empore und Kirchenfenster sind noch in ihrem alten Zustand erhalten. Das Bier ist für unsere Gaumen sehr gewöhnungsbedürftig (zu bitter). Geburtstagskind Käte bezahlt die Zeche – danke. Wir schlummern über die Erlebnisse des heutigen Tages recht bald in unseren Mobilen ein.
Frage: Wie mag es Ulla und Horst mit Eddie in Frankreich ergangen sein? Morgen wollen sie nachkommen, dann wissen wir mehr als die paar Sätze heute per SMS.


   |   Tages KM: 353   |   GPS Nord: 51°25`58"   |   GPS West: 2°11`12"

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Mittwoch, 26. 5. Corsham

Für diesen ruhigen Übernachtungsplatz haben wir 20 Cent Parkgeb. gezahlt. Unsere Fähre nach Irland fährt um 14.45 Uhr von Pembroke. Der Fährhafen liegt 275 km von Corsham entfernt, die Straßen überwiegend Autobahn. So statten wir in der Frühe dem nahen Ort Lacock einen Besuch ab. Der Parkplatz für Besucher ist um 9 Uhr noch verschlossen, so versuchen wir im Ort mit unseren 4 Mobilen zu parken. Schmale Strassen, alte Sandsteinhäuser, - hier scheint die Zeit wie vor 150 Jahren stehen geblieben zu sein. Ein kleiner Spaziergang führt uns zum Herrenhaus und Abbey, doch diese öffnen erst um 11 Uhr. Weiter geht die Tour durch Wales. Die Landschaft ist hügelig, gelber Ginster blüht üppig an den Berghängen und Schafe weiden auf den von Hecken eingesäumtem Grasland. Die Wohngebäude sehen einheitlich aus. Die Fenster und Dächer unterscheiden sich kaum und unzählige Schornsteine ragen über die Dächer hinaus. An den Waldrändern leuchten abertausende blaue Glockenblumen, die Blue Bells. Wir überqueren den Mouth of Severn, einen Meeresarm zwischen Bristol und Newport. Zwischenzeitlich haben wir eine Nachricht von Ulla erhalten: Mit der Einschiffung ist alles klar gegangen und sie wollen versuchen uns einzuholen. Um 13 Uhr treffen wir im Fährhafen Christine und Hartwig mit Hund Billy, nun ist unsere Irlandgruppe fast vollständig. Die Fähre startet pünktlich und hat noch freie Plätze. Am Achterdeck machen wir es uns alle gemütlich und vertreiben uns die Zeit mit netten Gesprächen oder lesen in der Reiselektüre. Gegen 18 Uhr treffen wir in Roslare ein. Auch mit der Ausschiffung geht es flott. Alle fahren wir auf die erste Tankstelle im Ort, denn wir benötigen Kraftstoff. Die kleine Tankstelle hat nur 2 Dieselsäulen. Wir wollen aber alle tanken und blockieren somit sämtliche Fahrbahnen. Schon bald biegen wir von der Hauptstr. auf eine Nebenstrecke nach dem Ort Roslare ab. Nun bekommen wir einen kleinen Vorgeschmack auf die typischen Ortsstraßen – schmal und Gegenverkehr mit forsch fahrenden Einheimischen. In Roslare müssen wir den Campingplatz erfragen und einige waghalsige Wendemanöver vornehmen bis wir dort ankommen. Dann endlich stehen doch alle 5 Mobile in Reih und Glied auf einer frisch gemähten Wiese. Ein kühler Wind bläst vom Meer, aber es ist trocken und die Sonne scheint. Die morgige Reiseroute wird schon mal durchgesprochen. Einige machen einen Spaziergang durch den Ort, andere ruhen sich aus.
Erkenntnis des heutigen Tages: Viele Fragen – viele Antworten. Campingplatz erfragt – Parkerlaubnis erfragt, werden wir hier eine ruhige Nacht verbringen???


   |   Tages KM: 275   |   GPS Nord: 52°16`33"   |   GPS West: 6°23`22"

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Donnerstag, 27.5. Roslare

Schon um 7 Uhr fahren Ulla und Horst auf den Übernachtungsplatz, das gibt eine Begrüßung! Nun ist die Gruppe vollständig mit 6 Mobilen. Wir bilden 2 Reisegruppen, damit wir auf den Landstr. besser zu überholen sind. Peter führt die Gruppe mit Horst, Käte, Hobbyhorst und Ulla. Hartwig die Gruppe mit Gitta, Bodo, Anke und Harald. Unser erstes Besichtigungsziel ist der „John F Kennedy Arboretum Garden“. An unserer Strecke sehen wir sanfte Hügel, grüne Hecken, Farmland und goldgelben Ginster. Über alles breitet sich ein himmelblauer Himmel mit weißen Wolken und die Sonne lacht – was wollen wir mehr? 10 km vor New Ross geht es 1 1/2spurig zum Garten. Für alle kaufen wir (dank Beratung) 2 Familien-Eintrittskarten und sparen somit schon mal 8 € insgesamt. Dank einer Info erfahren wir später, dass wir bei Erwerbung der Heritage Card (16 € für Senioren) 4 Wochen freien Eintritt bei vielen Sehenswürdigkeiten haben. Das Kartenmaterial der Sehenswürdigkeiten gibt es kostenlos dazu. Mit dem Fahrrad geht es durch die schöne gepflegte Parkanlage. Besonders die jetzt blühenden Azaleen und Rhododendren sind sehenswert. Wieder auf der Strasse „verfransen“ die zwei Gruppen sich. Während unsere Gruppe mit einem Einkaufsstopp bei Lidl zur Jerpoint Abbey aus dem 15.Jh. fährt, schaut sich die andere Gruppe die wenige km entfernte Dunbrody Abbey im Süden an. Die klösterlichen Ruinen von Jerpoint gelten als die vollständigsten und prächtigsten von Irland. Es fängt an zu regnen. Immer wieder kurze Schauer und dazwischen klart es wieder auf. Auf dem Campingplatz von Kilkenny sind die Gruppen wieder vereint und einer kurzen Rast beschließen wir die kleine Stadt Kilkenny zu besichtigen. Währen wir auf 2 vorbestellte Taxis warten, machen sich Christine und Hartwig mit Billy zu Fuß auf den Weg. Im Ort treffen wir aufeinander. Wir halten nach einem Shop für einen WLAN-Stick Ausschau und werden fünfmal in andere Shops verwiesen. Die letzte Info lautet: 50 € für den Stick und 20 € für einen Monat. Das werden wir eine Nacht überschlafen.
Eine kleine Kirche ist unser nächster Stopp, dann kehren wir einen Pub ein um ein typ. Bierchen, ein Kilkenny zu trinken. Ahhhh – tut das gut und es ist urgemütlich in dieser dunklen Kneipe. Langsam verspüren wir Hunger und lassen uns die Speisekarte geben. Wir bestellen landestypisch Irish Stew, Beef Guinness Casserole und zum Nachtisch das Dessert of the Day: Brotpudding mit Vanillesoße. Nach einigen weiteren Bierchen treten wir zu Fuß den Heimweg an. Nun haben wir die richtige Bettschwere.
Tipp: Diese landestypischen Speisen schmeckten uns allen vorzüglich und wir empfehlen diese Gerichte weiter!


   |   Tages KM: 113   |   GPS Nord: 52°38`23"   |   GPS West: 7°13`23"

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Freitag, 28.5. Kilkenny

Außer Käte und Horst (sie Golfen heute) fahren wir anderen nach Cashel um die Burg Rock of Cashel zu besichtigen. Sie war über viele Jahrhunderte der Sitz der Könige von Munster und liegt auf einer Anhöhe. Nach Ernennung des Felsens zum Erzbistum wurde im 13. Jh. eine Kathedrale errichtet, an die sich die Bischofsburg anschmiegt. Wenige Schritte von der Burg liegt das Folk Village Museum. Mit lebensgroßen Figuren und Wohnungseinrichtungen ist das Leben wie vor 150 Jahren dargestellt. Besonders beeindruckt hat uns der Zigeunerwagen (ein Pferdeplanwagen) der Tinker – noch bis 1968 auf den Straßen Irlands unterwegs. Familien mit 16 Pers. war keine Seltenheit. Die Eltern mit den jüngsten Kindern schliefen im Wagen, die älteren auf der Strasse. Ein Museumszimmer zeigt Personen und Familien in ihrer häuslichen Umgebung während der großen Hungersnot Mitte um 1850. in Irland.
Mit Ulla und Horst fahren wir zum Swiss Cottage in der Nähe von Cahir. Anfang des 19. Jh. hat sich der Earl of Cahir in der Nähe ein Landhaus errichten lassen. Diese Art Landhäuser waren damals groß in Mode. Der Gartenpavillon der franz. Königin war ihr Vorbild. Das Haus wurde genutzt für Partys auf dem Land. Der Teesalon im Erdgeschoß hat bemalte Tapeten mit Szenen vom Bosporus. Stofftapeten aus Frankreich zieren die Wände im Musikzimmer und in den Schlafzimmern im Dachgeschoß. Das Haus hat nur wenige Räume, kein Bad und keine Küche. Eine überdachte Terrasse führt um das Haus, von blühenden Pflanzen umrankt.
Wir fahren durch County Tipperary, eine flache von Hügeln eingefasste Grafschaft mit fruchtbaren Lehmböden. Riesige, 6 m hohe Rhododendren-Büsche (einige blühen schon) sehen wir an unserer Wegstrecke. Langsam geht es bergan bis auf 700 m Höhe. Von einem Parkplatz haben wir einen schönen Tal-Blick. Nun müssen wir uns aber sputen, denn um 16 Uhr wollen wir die anderen auf dem Parkplatz der Jameson Distellery in Midleton treffen. Die letzte Führung bei Jameson ist um 16.30 Uhr. Die anderen warten auf dem öffentlichen Parkplatz (bei Jameson wird umgebaut) und mit knapper Mühe findet sich auch für uns ein Plätzchen. Die Führung in engl. Sprache dauert 1 Std. und führt durch die alten Gebäude von 1872. Heute ist es eine Art Museum. Zum Abschluss gibt es eine kleine Verkostung vom 12 Jahre alten Jameson Whisky. Hartwig stellt sich als Whisky-Tester zur Verfügung – schottischer, irischer und amerikanischer Whisky sollen benotet werden.
Wir treffen Käte und Horst vor ihrem Mobil und gemeinsam machen wir einen Abendspaziergang. Heute, am Freitagabend, gibt es in vielen Kneipen Live-Musik. Wir schauen in eine Kneipe. Am Tresen probieren wir Guinness, in Irland weniger bitter als in England. Wir Leckermäuler nutzen die Gelegenheit um „kostenlos“ Scones zu probieren. Die Musikproben gefallen uns nicht und bis 23 Uhr, dann geht es richtig los, wollen wir auf gar keinen Fall warten.
Irischer Spruch: Irland, das ist der Ort auf dieser Erde, den der Himmel geküsst hat mit Liedern, Fröhlichkeit, Wiesen und Nebel.


   |   Tages KM: 163   |   GPS Nord: 51°54`49   |   GPS West: 8°10`10

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Samstag, 29.5. Midleton

Wir fahren zum Blarney Castle bei Cork. Besucher kommen nicht in erster Linie, um die schön gelegene Burg aus dem Jahre 1446 mit ihrem L-förmigen Turm zu bewundern – sie kommen, um den berühmten Blarney Stone zu küssen. Ein Kuss, so heißt es, verleihe der betreffenden Person die Gabe der Beredsamkeit. 120 schmale Treppenstufen führen zu ihm hinauf und auf der anderen Seite hinab. Oben können wir einige Touristen beobachten, die den Stein zu küssen versuchen. Hilfestellungen lässt sich ein älterer Herr mit 2 € bezahlen, ein anderer hält den Kuss per Foto fest – später käuflich zu erwerben. Keiner von uns will den Blarney Stone küssen – wir finden es nur ekelig!! Unsere Gruppe besucht die Woollen Mills, wo edle aber noch bezahlbare Strickartikel „Made in Ireland“ auf Käufer warten.
Der kleine Hafenort Kinsale im Süden ist unser nächstes Ziel. Bevor wir jedoch einen Bummel durch die Gässchen mit den bunten Häusern unternehmen, wollen wir uns noch das Fort Charles ansehen (Heritage Card). Die Anlage zählt zu den größten Sternfestungen in Europa und wurde im 17. Jh. von den Engländern erbaut. Die engen Straßen von Kinsale bekommen wir hautnah zu spüren, denn mit unseren Mobilen müssen wir durch den Ort. Heute am Samstag ist der Teufel los und ------ waren das nicht Anke und Harald, die dort
just um die Ecke gebogen sind? In einer Seitenstr. holen wir sie ein. Den Weg zum Fort sollen lt. Wegweiser nur Pferdekutschen und Fußgänger benutzen. Peter schickt Ulla und Horst vor, wir anderen folgen mit Abstand. Die malerische einspurige Str. erfordert Konzentration, parkende PKW behindern ungemein. Da kommt uns doch ein PKW entgegen und wir müssen uns in eine Lücke zwängen. Den anderen ergeht es nicht besser! Den schönen Blick auf den Hafen können wir so gar nicht genießen. Am Fort gibt es genügend Parkplätze und nach der Besichtigung finden wir eine breitere Str. zurück. Ein Bummel durch Kinsale ergibt sich mangels Parkmöglichkeiten nicht – schade!
Um zu unserem heutigen Übernachtungsplatz nach Glandore zu kommen, müssen wir etliche Km schmale Küstenstr. entlang fahren. Wir kommen durch hübsche Orte und halten immer nach einem Bäcker Ausschau. Doch einen Parkplatz für alle zu finden ist unmöglich. Dann, ein Supermarkt an der Hauptstr.. Während wir noch nach einer Parklücke schauen, springt Käte schon aus ihrem Mobil und verschwindet im Supermarkt. Wir anderen hetzen mit Abstand hinter ihr her. Alle wollen wir nur Brot kaufen und kommen schwer bepackt zurück. Es gibt keine Ortsumgehung – so schiebt sich die ganze Blechkarawane durch den kleinen Ort und wir mittendrin.
Pünktlich zum Kaffee erreichen wir den Campingplatz. Hartwig hat bereits für uns alle eine Ecke reserviert. Heute hat unser Zelt Generalprobe. Am Abend wollen wir grillen und darin sitzen. Für 12 Personen ist es leider etwas zu klein um gemeinsam darin zu essen, aber für eine gemütliche Trinkrunde reicht es allemal.
Ratschläge für ein langes Leben: Verlasse den Tisch hungrig, das Bett müde und die Kneipe durstig!


   |   Tages KM: 132   |   GPS Nord: 51°34`00   |   GPS West: 9°05`46

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Sonntag, 30.5. Glandore

Heute kann jeder ausschlafen und den Tag gemütlich angehen – Ruhetag für Fahrer und Beifahrer. Die ganze Nacht hat es geregnet und auch nach dem Frühstück geht es schon bald wieder los. Trotzdem beschließen wir einen Spaziergang zu dem Steinkreis von Drombeg zu unternehmen. Wir sind die einzigen Besucher und können alles in Ruhe betrachten und fotografieren. Peter und ich laden heute alle zu einem kleinen Mittagsimbiss ein: Es gibt Currywurst. Hartwig und ich brutzeln in 2 Pfannen die Würste für die hungrigen Wanderer. Formel 1, ein Buch lesen, am PC arbeiten – die Mittagspause vergeht wie im Fluge.
Danach laufen wir in die andere Richtung, in den Ort Glandore. Über den Hügel spazieren wir in den kleinen Hafen. An der Straße parken etliche PKW, aber die Touristen haben sich bei dem Regenwetter verkrochen. Einige Pubs und Restaurants, ein Antikladen und eine Gallery warten auf Gäste. Der Ausblick auf die Hafenstadt ist auch bei Regen sehenswert. Unerschrocken wagen sich 2 Schwimmer ins Wasser. Wir ziehen es vor in einem Pub bei Guinness noch ein wenig beisammen zu sitzen. Danach geht die eine Gruppe direkt, die andere über Umwege zum Platz zurück.
Frage des Tages, die niemand beantworten kann: Wann hört der Regen endlich auf???



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Montag, 31.5. Glandore

Der kräftige Regen hat aufgehört. Dafür haben wir jetzt feinen Nieselregen und auch der weicht unsere Regenjacken so langsam durch. Wir müssen unseren Pavillon abbauen. Gemeinsam (mit 4 Männern) erledigt sich die Arbeit schnell. Der nächste Ort an unserer Strecke ist Skibbereen, etliche kl. Shops und Pubs säumen die Strasse. Für den Ort Schull gibt es einen heißen Tipp: Im Hafen frischen Fisch einkaufen. Doch leider gibt es keinen Fisch – sonntags fahren die Fischer nicht raus. Im Supermarkt finden sich genügend Zutaten zum Kochen – das Abendessen ist gerettet. Auch in diesem Ort gibt es zahlreiche Pubs. Heute ist Bieranlieferung – vor einem Pub zähle ich 13 leere Fässer! Langsam zieht Nebel auf und wir sehen nur wenige 100m weit. Unser Ziel ist Mizen Head an der Spitze der Halbinsel. Margariten und Farne wachsen in Hülle und Fülle. Dahinter breitet sich eine raue Landschaft mit schroffen Felsen aus. Gras und Moos wuchern rund um die Felsen und Torferde blickt hier und da durch. Überwiegend führt die Strasse am Meer entlang. Es gibt Sandstrände, dann wieder vor gelagerte Felseninseln (wie in Schweden). Fuchsienhecken und Rhododendren in Übergrößen – hier scheint alles Grüne prächtig zu gedeihen. Nach Crookhaven wird die Strasse noch schmaler. Der Nebel behindert die Sicht und erschwert das Erkennen von größeren Fahrzeugen. So müssen wir erst dann nach einer Ausweichstelle suchen, wenn das Gefährt schon vor uns steht. In Mizen Head endet die Strasse. Ein Visitorcenter und ein Cafe haben geöffnet. Der Wanderweg zum Leuchtturm ist gesperrt. Nach einer Stunde Mittagspause ist das Wetter immer noch nicht besser und wir fahren weiter um uns Bantry House and Garden anzusehen. Der georgianische Backsteinbau steht inmitten einer terrassenförmig angelegten, italienischen Parkanlage. Das Herrenhaus ist geschmackvoll eingerichtet und mit einer deutschen Erklärungsmappe können wir uns viele Räume genau ansehen. Am besten gefällt mir das gr. Puppenhaus im Kinderzimmer. Vom Park und den etwas verwilderten Terrassen des italienischen Gartens hinter dem Haus hat man einen herrlichen Blick auf die Bantry Bucht. Nur noch wenige Km und wir sind am heutigen Ziel, dem Bambus Garten vor Glengarriff. Gegen eine Gebühr kann man hier auf dem Parkplatz übernachten. Das Kassenhäuschen ist unbesetzt und einige von uns schwirren aus, um im verwunschenen Bambusgarten einen Spaziergang zu machen. Die Besitzerin will außer der Übernachtungsgebühr auch noch Eintritt für den Garten kassieren. Weil das Wetter so miserabel ist (es regnet seit Stunden ununterbrochen), macht sie einen Mixpreis und gibt uns für die Bootsfahrt zu den Garinish- Inselgärten einen kl. Nachlass. Wir stehen auf dem unebenen Platz unter einem Baum und von dem tropft es unaufhörlich auf unser Dach. Wie soll ich da ein Auge zu bekommen? Morgen um 10 Uhr wollen wir mit dem Boot zur Insel fahren.
Erkenntnis des Tages: zu viel Regen drückt aufs Gemüt!


   |   Tages KM: 131   |   GPS Nord: 51°45`06   |   GPS West: 9°32`08

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Dienstag, 1.6. Glengariff

Sonnenstrahlen wecken uns. Einige sind schon vor dem Frühstück im Bambus-Garten unterwegs. Heute Vormittag besichtigen wir Ilnacullin, den Inselgarten. Ein Boot setzt uns in 15 Min. über, vor dem Seehundfelsen legt es einen Stopp ein. Der Inselgarten wurde vor 100 Jahren angelegt. Ein schöner Pavillon und Tempel zieren den ital. Garten. Wir sehen seltene Bäume, wie den Kauri-Baum aus Neuseeland, Farne, Rhododendren, Azaleen und Kamelien. Durch das subtropische Klima gedeihen hier alle Grünpflanzen enorm. Ein Staudengarten schließt sich an, dann sind wir mit unserer Besichtigungstour am Ende. Nach Glengarriff biegen wir auf die Halbinsel Beara ab. Eine bis zum 620m hohe Hügelkette überspannt die Halbinsel. Zum Meer wird das Gelände flacher abfallend. Die Straße windet sich am Meer entlang, haute haben wir gute Sicht. Es gibt kaum Wälder, Schafweiden und Farmland sind von Steinwällen begrenzt, meterhohe Fuchsienhecken leuchten rot. Wir passieren das schmucke Städtchen Castletownbere und erreichen nach Cahermore eine einspurige Strasse. 8 km sind es auf diesem eher etwas besseren Feldweg bis zum Garnish Point, dem äußersten Ende dieser Halbinsel. Für 4 € bringt eine Cable-Car Besucher auf die Dursey-Island. Sie überquert den über 200m breiten Sund. Während wir mit Anke und Harald um 14.30 Uhr einen Abstecher nach Dursey unternehmen, fahren die anderen zum Campingplatz nach Allihies. Die Fahrt mit der Seilbahn ist abenteuerlich. Heute leben nur noch alte Menschen und eine Unmenge Vögel auf der Insel. Viele Häuser stehen verfallen. Uns bleibt nur 1 Std. Zeit für einen kurzen Spaziergang zu den beiden Dörfern auf der Insel, dann müssen wir zurück. Die nächste Seilbahn verkehrt dann erst wieder von19 bis 20 Uhr. 8 km schmale Strasse retour, mit zum Glück nur wenig Gegenverkehr. Unser Blick streift das tosende Meer, grüne Wiesen, vereinzelte bunte Häuser und drüber einen blauen Himmel. Schon bald können wir von der Straße oben die anderen Mobile auf der grünen Wiese hinter dem weißen Sandstrand sehen, sie haben ein schönes Plätzchen ergattert. Wir grillen, tauschen die heutigen Erfahrungen aus, bis uns die feuchte Kälte in unsere Mobile vertreibt.
Erkenntnis: Wie kann Irland doch schön sein – bei Sonnenschein.


   |   Tages KM: 69   |   GPS Nord: 51°37`59   |   GPS West: 10°03`30

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Mittwoch, 2.6. Allihies

Grandios diese Landschaft mit den einsamen Küstenstrassen. Über dem Gebirge hängt noch dicker Nebel, aber wir fahren im Sonnenschein bis hinunter ans Meer. So viele Fotomotive, immer wieder halten wir an. Die Einheimischen mit den breiten Fahrzeugen fahren hier rücksichtsvoll. Sie suchen eine Ausweichstelle, wenn sie uns von weitem sehen. In Eyeries ist ein kleiner Fußmarsch fällig. Jedes Haus erstrahlt in einer anderen Farbe. Kleine Shops, wie vor 60 Jahren in Deutschland, bieten Waren des täglichen Bedarfs an. Die Leute hier werden anscheinend sehr alt – ein Supermarkt verkauft Glückwunschkarten zum 90. und 100. Geburtstag. Weiter geht’s nach Kenmare. An der schroffen buchtenreichen Felsküste entlang bieten sich immer wieder großartige Ausblicke. Die Rhododendren stehen hier schon in voller Blüte und auf der Gebirgsseite fühlen wir uns wie im Alpenvorland. Erstmalig mehr Schafe als Kühe auf den Weiden. In Kenmare ist heute Wochenmarkt und die Parkplätze im Zentrum sind besetzt. Außerhalb, am Straßenrand finden wir für unsere Mobile ein Plätzchen und schlendern in die Stadt. Der Wochenmarkt mit Blumen, Gemüse, Fisch, Käse, Brot und Antipasti hat außerdem auch noch eine Flohmarktecke. Wir streben in die bunte Einkaufsmeile und entdecken an der Ecke einen Zahnarzt. Horst W. hat zu herzhaft in ein knuspriges Baguette gebissen und nun befindet sich die Zahnkrone in seiner Geldbörse. Es gibt erst in einer Std. die Chance für einen freien Termin. So haben wir genügend Zeit uns die Geschäftsauslagen und das Kaffee- und Kuchenangebot anzusehen. In einem Cafe sind die Tische bereits liebevoll mit Sammeltassen (auch käuflich zu erwerben) eingedeckt. Wir probieren den Kaffee und die Mini-Scones mit Butter, Marmelade und einem Klacks Sahne. – „Man gönnt sich ja sonst nichts“! Nun wird es Zeit für den Zahnarzt. Peter geht in der Zwischenzeit zum Friseur. In der Praxis müssen wir trotz Termin noch 30 Min. warten bis Horst und ich ins Behandlungszimmer gerufen werden. Der Zahnarzt benötigt keine 10 Min, dann ist die Krone wieder an der richtigen Stelle. Dafür ist Horst jetzt um 100 € ärmer.
Killarney gilt als das touristische Zentrum Irlands. Unser Campingplatz liegt sehr weit außerhalb und in der Ringstr. um den Ort liegen die großen Supermärkte. Peter und ich verlieren in der Stadt wieder einmal „unsere“ Gruppe und tätigen im Supermarkt unsere Einkäufe. Als wir am Campingplatz ankommen, sind bereits alle anderen da. Eine lange Tafel im Sonnenschein lädt zum Verweilen und Erzählen ein.
Vor dem Abendessen begleiten einige die Hundebesitzer auf dem Spaziergang zum Fluss. Unterwegs gilt es einige Hindernisse zu überwinden: Wir müssen über Bahngleise und eine Wiese mit „halbstarken“ Kühen. Am Abend werden die unterwegs gekauften Fische auf den kleinen Gasgrills gebraten. Es sieht aus wie in einer Fischbratküche unter freiem Himmel und es duftet aus allen Pfannen verführerisch gut. Bevor es in die Mobile geht, sprechen wir noch kurz das Tagesprogramm für Morgen durch.
Einkäufe: Wir entdecken unterwegs am Hafen den Hinweis zu einer Fischhalle mit Verkauf. Hier wird massenhaft Fisch für den Weiterverkauf verarbeitet. Jede Familie kauft 1kg Seebarschfilet - keinesfalls so günstig wie angenommen.


   |   Tages KM: 100   |   GPS Nord: 52°02`48   |   GPS West: 9°27`13

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Donnerstag, 3.6. Killarney

Heute fahren wir den „Ring of Kerry“, der zu den Höhepunkten einer Irlandrundreise zählt. Unsere Männer haben gestern beschlossen den „Ring of Kerry“ nicht mit den Bussen (entgegen dem Uhrzeigersinn) sondern gemäß unserem Reiseführer die Strecke abzufahren. 170 km Strecke liegen vor uns. Heute wollen wir es bis Cahersiveen schaffen. Zum Pass „Molls Gap“ hinauf gibt es schon mal eine kleine Kostprobe, als wir uns an einem Reisebus vorbei quetschen müssen. Na, das kann ja heiter werden! Noch einen letzten Blick auf den Muckross Lake – vom Ladies View ist die Sicht am besten. Wir erreichenden den Pass. Hier zweigt unser Weg über die Nebenstrecke nach Sneem ab. Eine alte Steinbrücke über den River Blackwater, blumengeschmückte bunte Häuser und ein Denkmal zu Ehren des hiesigen Wrestling Weltmeisters (Steve Casey) errichtet sind einen kleinen Stopp durchaus wert. Bergauf und Bergab geht es weiter. Hut ab vor den Radfahrern, wie viele Km mögen sie täglich schaffen? Heute ist es leicht bewölkt und der Wind reißt uns die Autotür fast aus der Hand, als wir für Besichtigungen kurz aus dem Mobil steigen. In Caherdaniel beabsichtigen wir Derrynane Haus und Park zu besichtigen. Doch leider finden wir im Ort nicht den beschilderten Abzweig. Dafür sehen wir traumhafte Buchten und vom Coomakesta Pass einmalig schöne Ausblicke auf die Ballinskelligs Bay und zu den Skelling Rocks. Hinter Waterville kann man abbiegen und über eine kl. Str. zu dem Hafen Portmagee kommen. Davon abgeraten wird Gespannen und gr. Mobilen (20% Steigung und Serpentinen). Unsere Gruppe umfährt diese „Gefahrenstelle“ – die 2. Gruppe stürzt sich in dieses Abenteuer (wie wir später erfahren ist noch mal alles gut gegangen). In dieser Gegend wird Torf abgebaut, getrocknet und zu Briketts verarbeitet. Von Portmagee führt eine Brücke nach Valentia Island. Hier wollen Horst und Käte eine Bekannte besuchen, während wir mit Horst und Ulla uns den Ort und Hafen anschauen. Schon bald parken auch Horst und Käte neben unseren Mobilen. Der Weg zu dem Häuschen war für Mobile nicht zu befahren. Gemeinsam geht es zum Campingplatz bei Cahersiveen. Wir handeln einen Gruppennachlass heraus und machen es uns auf der Stellplatzwiese am Meer gemütlich. Schon bald trifft auch Gruppe 2 ein.
Am Abend schauen die Männer Fußball, wir Frauen spielen Karten in der Gemeinschaftsküche vom Camping. Anke bringt uns ein „engl.“ Kartenspiel bei. Der König spielt die Hauptrolle. Wir spielen 2 ½ Std. und amüsieren uns königlich. Ich habe die letzten Monate nicht so gelacht wie heute.
Tipp nicht nur für Reisende: Mögest du immer ein sauberes Hemd, ein sauberes Gewissen und Geld in deiner Tasche haben.


   |   Tages KM: 125   |   GPS Nord: 51°56`33   |   GPS West: 10°14`37

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Freitag, 4.6. Cahersiveen

Außer Ulla, Horst und Gitta schwingen wir uns heute auf die Räder und nehmen die Fähre nach Valentia Island. Es ist leicht windig, aber die Sonne strahlt vom Himmel. Vom kleinen Städtchen Knights Town auf der Insel geht es ständig bergan. Kurz vor der Grotte zweigen wir zur Radio-Station ab. Mit Tempo rauschen wir nun bergab. Wir fahren bei der Bekannten von Horst und Käte vor. Sie wohnt in einem schönen und mit Blumen bemalten Reetdach-Haus. Einige Meter von ihrem Haus entfernt gibt es am Felsen Fußabdrücke von einer Riesenechse zu bestaunen. Doch schöner ist eine Führung durch das geschmackvoll eingerichtete Wohnhaus. Danach wird es Zeit den beschwerlichen Rückweg anzutreten. Einen Großteil müssen wir bergan schieben. Ein Cappuccino im Straßencafe ist die Belohnung für die Anstrengung.
Zurück auf dem Festland tätigen wir Einkäufe. Peter fährt noch zu der Castle-Ruine und den Steinforts.
Später sitzen wir lange im Sonnenschein beisammen. Die Tage werden merklich heller. Der Platz füllt sich –am Montag ist „Bankfeiertag“ und frei. Für viele die Gelegenheit für einen Kurzurlaub.
Abendbeschäftigung: Die Frauen spielen Karten und die Männer sehen ungestört TV – Rollenverteilung?


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Samstag, 5.6. Cahersiveen

Noch sind die Berge Wolken verhangen. Die Wetteraussichten für heute sollen gut sein – na, dann wollen wir mal sehen! Heute wollen wir auf die Dingle-Halbinsel. Immer mehr Individualreisende bevorzugen diese 48 km lange Halbinsel. Schroffe, rotbraune Klippen wachsen neben goldenen Sandbuchten aus dem Meer. Doch zuerst geht es das letzte Stück vom „Ring of Kerry“ bis Killorglin. In dieser moorigen Landschaft wird Torf gestochen und zum Trocknen aufgeschichtet. Weißes Wollgras und gelbe Lilienfelder, lila Heidekraut und riesige blühende Rhododendron geben leuchtende Farbpunkte ab. Wir erreichen Dingle und den Ort Inch. Hier ragt eine sandige Nehrung ins Meer hinaus. Etliche Mobile und PKW stehen auf dem festen Strand. Auf einer Panoramastrasse fahren wir am Meer entlang, dann durch ein weites Tal mit Wiesen und Felsmauern weiter nach Dingle. Der Fischerort ist das Geschäfts- und Ferienzentrum der Halbinsel. Touristenbusse stoppen im Ort. Restaurants, Shops, Pubs und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in großer Anzahl. Wir sehen eine Eisdiele und denken jetzt eine Kugel Eis das wär’s. Als wir aber den Preis von 3,50 Euro sehen vergeht uns schlagartig der Appetit.
Die nun schmale Küstenstr. bis zum Slea Head hat nur wenige Halteplätze am Fahrbahnrand. Von denen lässt es sich wunderbar auf die Klippen und das Meer mit der tosenden Brandung hinab sehen. Wir besichtigen Dunberg Fort, eine eisenzeitliche Festungsruine nahe am Meer. Nach Clogher Head befindet sich ein kleiner Strandparkplatz, auf dem wir übernachten wollen. Noch stehen hier etliche PKW, die aber im Laufe des späten Nachmittags alle wegfahren. Wir unternehmen eine lange Wanderung oberhalb der Steilküste zum Clogher Head. Ein Rundblick in alle Richtungen belohnt uns auf dem Gipfel. Es blühen büschelweise die rosa Grasnelken, auf weichen Graspolstern federn unsere Schritte und immer wieder geht unser Blick auf die donnernde Atlantik-Brandung.
Feststellung: Von solchen Spaziergängen wünsche ich mir mehr in Irland!


   |   Tages KM: 122   |   GPS Nord: 52°09`24   |   GPS West: 10°27`33

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Sonntag, 6.6. Clogher Strand

Ein Traumübernachtungsplatz in schöner Kulisse, aber eben auch ein Strand-Parkplatz für PKW. Nach dem herrlichen Sonnenaufgang verspricht es wieder ein schöner Tag zu werden. Darum wollen wir für ein paar Stunden an den Sandstrand von Banner fahren und am Spätnachmittag den Übernachtungsplatz in „Saleen Pier“, am Meeresarm Shannon ansteuern. Doch zuerst wird das alte Steinhaus „Gallarus Oratorium“ aus frühchristlicher Baukunst besichtigt. Ganz ohne Mörtel gebaut, ist es noch heute in einem hervorragenden Zustand und vollkommen wasserdicht. Der nette ältere Herr vom Visitorcenter gibt uns einen Gruppennachlass und weist auf die Übernachtungsmöglichkeit auf seinem großen Parkplatz hin. Aus seinem Garten schenkt er uns Salat und beschreibt den Weg zu den Resten einer alten Kirche. Doch finden wir diese nicht finden landen alsbald in Dingle. Die zweite Gruppe beschließt hier über den Connor Pass zu fahren, der landschaftlich sehr schön sein soll. Wir (Höhe 3.50m) können diese Strecke nicht nehmen und fahren auf der Hauptstr. nach Tralee. Auch diese Landschaft hat ihren Reiz und heute ist die Weitsicht besonders gut. Ich liebe diese Wolkenbilder, sie umschmeicheln die sanften Berge und sehen über dem blauen Meer dann wieder ganz anders aus. Die kleinen Orte die wir durchfahren, wirken heute am Sonntag noch recht verschlafen. Wir umfahren Tralee und legen bei der alten Abbey in Ardfert einen Stopp ein (Heritage Card), dabei entdecken wir einem Gemeindesaal eine Art „Basarmarkt“. Frauen aus dem Ort bieten selbst gebackenes Brot, Kuchen, Marmelade und Gemüse aus dem eigenen Garten zum Selbstkostenpreis an. Wir kaufen ein, dabei hatten wir vorher einstimmig festgestellt, dass wir für die nächsten 3 Tage genügend Vorräte haben. Gleich bei Tralee ist die größte und schönste Windmühle nach der Restaurierung wieder in Betrieb. Es gibt für uns keine freien Parkplätze am Banna Strand. Inzwischen ist auch Gruppe 2 wieder bei uns, der Pass war für Fahrzeuge über 2t gesperrt. Wir beratschlagen gemeinsam zum heutigen Übernachtungsplatz zu fahren – mit Abstand, denn die Strasse ist schmal und an vielen Kurven unübersichtlich. Heute ist viel Ausflugsverkehr unterwegs. Harald berichtet uns später, dass ein Traktor mit Anhänger ihm beinahe in die Seitenwand gefahren wäre, das war noch einmal haarscharf vorbei! Aber der Schreck steckt ihm noch in den Gliedern! Auch wir erreichen bald den schönen kostenlosen Stellplatz am kleinen Hafen. Nach der Kaffeetafel geht’s auf Rädern zur Ruine vom Carrigafoyle Castle aus dem 15. Jh. Wir steigen hoch und haben einen weiten Blick über den Meeresarm, die Wiesen und sehen ganz hinten in der Ferne unsere geparkten Mobile. Verträumte Gärten vor abgelegenen Wohnhäusern – schön, aber für immer hier leben wollen wir nicht! Selbst heute am Sonntag haben die Lebensmittelshops geöffnet und ein Softeis auf die Hand ist eine willkommene Erfrischung. Dabei lesen wir, dass bei der nächsten Lottoziehung (am 11. Juni) 15 Mio. zu gewinnen sind. Horst Wächter und ich machen einen Gemeinschaftstipp. Als wir Ulla und Christine davon berichten, kaufen sie sich auch schnell ein Los. Zurück am Platz malen wir uns aus, was wir uns als „Lottokönige“ der nächsten Woche, alles kaufen wollen. Doch eigentlich sind wir an so einem Tag wie heute nur wunschlos glücklich!
Wort zum Sonntag: Mögest du immer wissen, wo du gewesen bist; im Voraus wissen, wo du hingehst, und in jedem Moment wissen, wenn du zu weit gehst!


   |   Tages KM: 132   |   GPS Nord: 52°33`38   |   GPS West: 9°28`00

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Montag, 7.6. Saleen

Der angekündigte Regen trommelt schon seit den frühen Morgenstunden auf unser Dach. Gut, dass wir heute Besichtigungsstopps eingeplant haben. Der kleine Ort Adare liegt auf unserem Weg. Adare hat schon mehr als einmal den begehrten Titel des bestgepflegten Dorfes der Insel gewonnen. Die Stroh gedeckten, teils weiß, teils gelb gestrichenen Cottages mit ihren hübschen Vordergärten werden von den stolzen Besitzern in ausgezeichnetem Zustand gehalten. Die imposante Burg Bunratty liegt rund 16 Km nordwestlich von Limerick und ist auf der Hauptstr. nach Ennis schon von weitem zu erblicken. Der restaurierte Bau erlaubt dem Besucher, das Hofleben im 15. + 16. Jh. nachzuvollziehen. Wir steigen enge Wendeltreppen hinauf, werfen einen Blick in die eingerichteten Räume, um dann eine andere schmale Stiege hinab zusteigen. Obwohl heute nur wenige Besucher da sind, müssen wir oft in den Gängen warten. Wie mag es hier im Hochsommer zugehen? Neben dem Schloss befindet sich der Folk Park, wo ein Dorf aus dem 19. Jh. mit Läden, Farmhäusern, Post, Schule, Pub, Schmiede und Fischerkaten – alles originaltreu eingerichtet – nachgebildet ist. Ein Freilichtmuseum ganz nach unserem Geschmack.
Nur wenige Km entfernt gibt es ein anderes Projekt zu besichtigen. Eine befestigte Wohnstätte aus dem 6 Jh. die auf einem See errichtet ist, ein steinernes Ringfort. Das Besondere in dieser Ausstellung ist ein Lederboot, die „Brendan“ (benannt nach einem Seefahrer aus dem 9.Jh.). 1976 baute Tim Severin dieses altertümliche Boot nach und bewies, dass es möglich war, so Amerika zu erreichen. Mit eichengegerbten Tierhäuten über einem flexiblen Eschen- Rahmen war die „Brendan“ gegen das Treibeis des Nordatlantiks besser geschützt als ein Boot mit Holzrumpf.
Am späten Nachmittag erreichen wir einen Campingplatz in Doolin, unweit der Cliffs of Moher. Abends gehen wir in die nahe Dorfkneipe, unsere Männer „kochen“. Wir bestellen landestypische Speisen und Guinness. Irische Live- Musik bekommen wir dazu kostenlos serviert.
Erkenntnis des Tages: Ein Blick in die Vergangenheit kann sehr spannend sein.


   |   Tages KM: 175   |   GPS Nord: 53°01`02   |   GPS West: 9°23`59

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Dienstag, 8.6. Doolin

Ruhetag und Besichtigung der Cliffs of Moher, ein Muss für jeden Irlandbesucher. An der 8 Km langen Steilküste ragen Klippen130 bis 223 m senkrecht aus dem Atlantik hoch. Direkt am Abgrund verläuft der Fußweg. Mit dem Bus erreichen wir nach 8 Km die berühmten Klippen. Für die Besichtigung nehmen wir uns ausreichend Zeit. Obwohl es heute bedeckt ist und ein starker Wind Nieselregen vor sich her treibt, bekommen wir einen guten Eindruck. Ein Teil unserer Gruppe nimmt den Bus zurück, der andere Teil macht sich zu Fuß auf den 6 Km langen Rückweg. Die erste Wegstrecke müssen wir auf der Strasse laufen. Nicht ganz ungefährlich, denn viele Busse und Pkw kommen uns auf unserer Seite entgegen. Der schöne Teil ist angenehmer zu gehen, da wir jetzt auf der Nebenstrecke (eine schmale Str.) nach Doolin laufen. Häuser mit schönen gepflegten Gärten, Blumen am Wegesrand, das tosende Meer links und oft den Wind von vorn, so marschieren wir Richtung Campingplatz. Hund Billy schlägt sich tapfer, hat er doch am Vormittag die Strecke schon einmal zurückgelegt (Busse nehmen keine Hunde mit). Am Platz bleibt noch genügend Zeit zum Ausruhen und Kochen, bevor die Frauen sich im „Waschsalon“ zum Kartenspielen treffen. Wieder haben wir einen „Mordsspaß“ mit dem engl. Kartenspiel.
Versprechungen: Wieder ist der Lottogewinn Tagesgespräch. Während ich die Frauen zu einer Kreuzfahrt mit Kartenspielen „total“ einladen will, erzählt Christine, dass sie nicht die passende Abendgarderobe hat. So kann sie keine Kreuzfahrt machen. Nun landet Ulla einen Lacher, denn sie lädt uns vorher noch zum Fettabsaugen ein. Vor Lachen können wir uns kaum auf den Stühlen halten!


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Mittwoch, 9.6. Doolin

Wieder Regen, so fahren wir durch die Landschaft „The Burren“. Lidoonvarna, ist einen Besuch wert. Von Sept. bis Okt. ist der Ort das traditionelle Ziel heiratswilliger Singles. Eine Musikkneipe reiht sich an die andere Wir träumen von Räucherfisch mit Beilagen. Doch als wir das Rauchhaus im Ort erreichen, öffnet der Laden erst in 1 Stunde. Lidoonvarna besitzt auch Irlands einziges Heilbad.
Schon bald ändert sich das Landschaftsbild. Eine karge Steinlandschaft soweit das Auge reicht – so fahren wir auf schmaler Strasse an dieser interessanten Felsenküste entlang. Die Fahrbahnen sind von Steinmauern und Hecken begrenzt. Große Busse von vorn zwingen uns gelegentlich zu Ausweichmanövern. Ich kann da nur die Luft anhalten –handbreit ist der Abstand. In diesem Karstgebiet sind die Felsoberflächen durch Wind und Wetter Jahrtausende lange bearbeitet, sie haben vielfältige Formen. Aber es gibt auch Blumenarten, die in den windgeschützten Felsritzen blühen. Margaritenwiesen, Fuchsienhecken und die „Windflüchter“-Bäume, es gibt so wenige Möglichkeiten anzuhalten um ein Foto zu schießen.
Unterwegs besichtigen wir die über 5000 Jahre alten Dolmen-Steine, hier lebten schon seit Urzeiten Menschen. Sehenswert ist das „Poulabrone Megalithic Tomb“, eine Grabkammer. Auf dem Weg nach Gort kommen wir an einem 30 m hohen Rundturm vorbei, der zu einem Kirchenensemble gehört. Und wieder geht es über schmale Strassen nach Athenry, eine kleine Burg aus dem 13. Jh. – die erst um 1990 renoviert wurde. Der erste Stock ist über eine Außentreppe erreichbar. Nicht mehr benutzt werden darf das histor. Klo, aus dem die Notdurft in freiem Fall entlang der Burgmauer in den Graben plumpste. Wir umfahren Galway, da Parkplätze für Reisemobile Mangelware sind. Wir erreichen den Campingplatz in Cong am späten Nachmittag. Peter und ich spazieren am Abend noch in den Ort. Werfen einen Blick in die Ruinen der Abbey und schlendern durch den nahen Park, der zum Castle (heute Hotel) führt. Bis 1938 gehörte diese schöne Burg der Familie Guinness. Im Ort dreht sich vieles um den 1952 gedrehten Film „Quiet Man“. Wir genehmigen uns ein Pint Guinness in der Filmkneipe.
Frage des Abends: Wo mag die Familie Guinness heute ihren Wohnsitz haben?



   |   Tages KM: 185   |   GPS Nord: 53°32`20   |   GPS West: 9°16`17

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Donnerstag, 10.6. Cong

Mit Sonnenschein ist alles sooo schön! Entlang am Loch Coirib, mit seinen 400 Inseln, genießen wir die wunderschöne Aussicht. Dann wird es moorig, kleine Seen mit Seerosen blinken wie Spiegel in dieser hügeligen Landschaft. Wir sind von Bergen (um die 600 m) umgeben. Immer wieder sehen wir Ginster, Wollgras und Rhododendron, dann nach der nächsten Wegbiegung wieder Seen. Wir fahren über Roundstone. Die Strecke führt nun sehr malerisch und nur von einer kleinen Mauer getrennt direkt am Wasser entlang.
Wir kommen durch den bunten Küstenort Roundstone und sehen uns in der Bodhran Manufaktur die berühmten Trommeln aus Ziegenhaut an. Nach dem kleinen Ort fahren wir an weißen Stränden vorbei durch eine zauberhafte Landschaft - mit schroffen Felsen am Wasser und vereinzelten Häusern mit schönen Gärten. Gelbe Lilien und Hahnenklee blühen auf den sattgrünen Wiesen. In Ballyconneely biegen wir zum Smoke House ab. Der geräucherte Fisch ist keinesfalls preiswert und nur als Tiefkühlware vorrätig. Wir decken uns mit einem kleinen Vorrat ein. Als Mittagsimbiss servieren uns Käte und Horst Hot Dog im Freien vor dem Smok House. Während wir warten, zeigt uns ein Fischer seinen Fang – Krebse. Einen Euro will er pro Krebs haben. Wir alle (außer Gitta und Bodo) decken sich mit Krebsen ein.
Schon bald erreichen wir Clifden und müssen mangels Parkmöglichkeiten weiterfahren. Meine Lieblingsblumen (Margariten) blühen massenhaft am Straßenrand, schmucke Häuschen mit knallroten Türen und Fensterrahmen – Urlaubsstimmung pur. Kristallklare Bäche rauschen über Steine, blauer Himmel über den grünen Hügelketten und Rhododendren-Sträucher lassen ganze Berghänge lila erstrahlen – einfach zauberhaft. Auf die berühmte Kylemore-Abbey können wir nur von außen einen Blick werfen, denn heute bei dem schönen Wetter wollen wir die Landschaften genießen. Schon bald geht es am Killary Harbour, dem einzigen Fjord Irlands entlang. Die Straße klettert auf das Plateau hinauf, an einem reißenden Fluss und später an stillen Bergseen vorbei
Wir kommen in Westport an und fahren nach Castlebar. Da verlieren wir das Mobil mit Ulla und Horst im Stadtgewühl und treffen sie erst später auf dem abendlichen Stellplatz bei Foxford (dank Navi) wieder. Hartwig und Christine haben heute einen Abstecher nach Achill Island unternommen. Sie wollen morgen Nachmittag wieder zu der Gruppe stoßen. Zum Abendessen kochen wir unsere Krebse. Mit Hilfe des Bordwerkzeugs knacken wir die Scheren um an das Fleisch zu gelangen. So richtig satt wird niemand. Danach sitzen wir draußen vor den Mobilen mit Blick auf den See, die Sonne gibt selbst am Abend noch Wärme ab. Gitta und Bodo servieren heute zum „Bergfest“ ein Ampelgetränk, rot-gelb-grün. Danach gehen wir fröhlich schlafen.
Erkenntnis des Tages: Krebse koche ich so schnell nicht wieder! Vom wem kam eigentlich die Idee Krebse zu essen?


   |   Tages KM: 231   |   GPS Nord: 53°59`10"   |   GPS West: 9°10`01"

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Freitag, 11.6. bei Foxford

Die Wallfahrtskirche von Knock ist ein wichtiges Pilgerziel der Katholiken Irlands. Seit der Marienerscheinung am 21.8.1879 zählt dieser Ort zu den wichtigsten nach Lourdes und Fatima. Die sternförmige Basilika hat Platz für10 000 Personen.
Aufkommender Nieselregen legt sich auf die Strasse und unser Gemüt. Die Landschaft ist leicht hügelig, moorig und ohne Meeresausblicke nur wenig abwechselungsreich. Auf der Halbinsel südlich von Sligo gibt es in Carrowmore noch eine größere Anzahl von Gräbern aus der Bronze- und Eisenzeit zu besichtigen. Wir umfahren Sligo. Wie immer ist die Frage ungeklärt: Wo parken 5 Mobile in der Innenstadt? Am Ende vom See liegt das Parke’s Castle aus dem 17. Jh. Es ist restauriert und ein Einführungsfilm in unserer Sprache erklärt uns das Wesentliche (und auch die Gräber) dieser Grafschaft. Endlich einmal ein gutes Beispiel an Touristeninformation.
Jetzt nur noch 10 km einspuriges Sträßchen bis zur Hauptstr. und wir erreichen den kleinen See Lough Glencar. Hartwig und Christine erwarten uns bereits auf dem Wanderparkplatz am See. Ein Wasserfall und eine 7 Km lange Wanderung laden ein sich die Füße zu vertreten.
Stellplatz für die Nacht: Blökende Schafe auf der Wiese, ein See direkt vor der Mobiltür und größere Tafelberge – sehr idyllisch!



   |   Tages KM: 151   |   GPS Nord: 54°20`18"   |   GPS West: 8°22`06"

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Samstag, 12.6. Glencar Wasserfall

Bodo und Gitta verabschieden sich. Sie waren bereits schon einmal in Irland und kennen vieles was wir uns noch ansehen wollen – sie möchten neue Ecken entdecken. Wir treffen wieder zusammen am 26.6. auf der Fähre nach England. Heute führt unsere Route ins Seengebiet des Lough Erne.
Bevor wir die Grenze nach Nordirland erreichen, holen wir uns in einer Lottostelle die Gewinnzahlen vom gestrigen Abend Erwartungsvoll vergleichen wir die Zahlen, leider sind wir nicht die Lottokönige! Wir fahren nach Enniskillen. In der Stadt gibt es einiges zu sehen. Das Kunsthandwerkerzentrum am Buttermarket ist nur etwas für Touristen mit den dickeren Brieftaschen. Wir schauen uns die 2 Kathedralen an. In der einen beginnt in wenigen Minuten ein kurzer Gottesdienst. Anke und ich bleiben. Wie wir erfahren, wird der Gottesdienst für die 126 Täuflinge, die im letzten Jahr in dieser Kirche getauft wurden, und ihren Familien gehalten. Für jedes der anwesenden Kinder wird ein Kerzenlicht vom Feuer der Osterkerze entzündet.
Von Enniskillen werden Bootsausflüge zu den zwei größeren, von den insgesamt 154 Inseln angeboten. Während ein Teil unserer Gruppe zum nächsten Übernachtungsziel fährt, besichtigen wir mit Anke und Harald das 14 Km entfernte Herrenhaus „Florence Court“. Das stattliche Haus ließ der erste Earl of Enninskillen Mitte des 18. Jh. in einem schönen Park errichten. Der 6. Earl of Enniskillen stiftete Florence Court 1954 dem National Trust. Nach einem Feuer 1955 wurden etwa zwei Drittel des Haupthauses zerstört. Glücklicherweise konnte aber ein Großteil der Antiquitäten, Möbel und Bücher von den Flammen gerettet werden. Das Haus wurde schon bald wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt mit all seinen Stuckornamenten in den Salons. Wir haben Glück und bekommen eine kleine Privatführung von einer reizenden Schweizerin. Die Lobby ist von Licht durchflutet und die Salons und Gemächer sind mit erlesenem Mobiliar ausgestattet. Frische Blumensträuße und Dekoration lassen den Eindruck erwecken, als wären die Besitzer nur kurz ausgegangen. Im Keller befinden sich die große Küche, die Vorratsräume und die Aufenthaltsräume der Angestellten. Bis das Essen im Speiseraum am 1. Stock aufgetragen wurde, war es sicherlich schon kalt. Ein kleiner Spaziergang durch den Park und Rosengarten beschließt die Besichtigung.
Nach einer Stunde Fahrt kommen wir auf den Campingplatz Castle Archdale am Lough Erne an. Ein großzügiger Park mit vielen Wanderwegen empfängt uns.
Über was reden die Engländer? Über das Wetter und die Wetteraussichten!


   |   Tages KM: 139   |   GPS Nord: 54°28`45"   |   GPS West: 7°43`39"

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Sonntag, 13.6. Camping Castle Archedale

Ruhetag. Um 11 Uhr eine kleine Radtour durch den weitläufigen Park. Unsere Kaffeetafel fällt sprichwörtlich „ins Wasser“. Heute großes Sportprogramm im TV – Formel 1 und Fußball. Deutschland gewinnt 4:0 gegen Australien. Unsere Männer drücken kräftig auf die Hupe bei jedem Tor. Anschließend finden wir uns alle auf einen Absacker vor den Mobilen. Zu den Temperaturen passend trinken wir einen Glühwein.
Pech – oder noch einmall gut gegangen. Anke stürzt rückwärts von der rutschigen Mobilstufe auf den Betonboden. Sie schlägt mit dem Kopf und Arm hart auf. Benommen steht sie auf, wir anderen haben davon nichts mitbekommen. Anke hat Kopfschmerzen und geht früh schlafen.


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Montag, 14,6. Castle Archedale

Ver- und Entsorgung der Mobile – Horst W. wäscht noch schnell den Schmutz vom Mobil bevor wir starten. Wenn er geahnt hätte, dass sein Mobil nur ein wenig später für 8 Std. im Moor liegt, dann hätte er sich die Arbeit sparen können! Doch alles der Reihe nach.
Wir haben heute nur eine kurze Wegstrecke bis Donegal, dort wollen wir uns ein Castle ansehen und durch die histor. Kleinstadt bummeln. Die Gegend ist hier dünn besiedelt - keine Industrie, wenig Farmland, viel Moor. Man spricht von der Landschaft am „Ende der Welt“. Auf der schmalen, doch reizvollen Nebenstrecke rollen wir bei Sonnenschein dem Ziel entgegen – mit uns viele PKW und LKW. Peter führt die Gruppe, die anderen folgen uns. Hartwig und Christine sind schon etwas früher aufgebrochen, in Donegal wollen wir uns treffen. Wir haben Zeit, doch die LKW haben Zeitdruck und donnern an uns vorbei. Durch den Windstoß schwanken unsere Mobile ganz ordentlich. Horst W. gerät, als ihn ein LKW überholen will und ihn dabei zur Seite drängt, mit dem linken Reifen auf den Seitenstreifen und dieser gibt sofort nach. Das Mobil ist auf dem weichen Moorboden nicht mehr kontrollierbar und zieht ihn immer tiefer in den Morast. Als es endlich zum Stehen kommt, rutscht es im Zeitlupentempo in den Graben. Da liegt es nun mit 45° Neigung auf der Seite. Wir vorne bekommen davon nichts mit. Über Funk verständigen uns Anke und Harald die hinten fahren. Wir stoppen auf einer Kieseinbuchtung und auch bei uns gibt der Boden sofort nach. Peter kann noch rechtszeitig rückwärts raus fahren. Als wir das Mobil von Käte und Horst erreichen, sind die Zwei bereits durch das Fenster der Fahrertür herausgeklettert und der Schreck ist ihnen anzumerken. Gott sei Dank sind sie unverletzt! Nur wenige Meter weiter steht eine Betonbrückenmauer und ein Flusstal befindet sich unterhalb dieser. Nicht auszudenken, wenn es dort passiert wäre!
Einheimische PKW stoppen sofort und bieten uns ihre Hilfe an. Wir benötigen keine ärztliche Hilfe, aber einen Kran, der das Mobil aus dem Morast hebt. Ein Mann stellt die Verbindung (wieder einmal dank Handy) zu Mr. Quinn, einem örtlichen Anbieter her. Dieser will in 30 Min. bei uns sein und die Möglichkeiten der Bergung erkunden. Die Wartezeit erscheint uns unendlich. Ulla und Horst, Anke und Harald fahren auf einen naheliegenden Parkplatz. Mit Warnblinkanlage und Warndreiecken sichern wir die Unfallstelle. Immer wieder stoppen hilfsbereite Personen und wollen uns helfen. Mr. Quinn erscheint und schüttelt bedenklich seinen Kopf. Die Bergung erscheint ihm wegen der Kunststoff-Karosse sehr problematisch und der moorige Untergrund bereitet ihm auch Probleme. Er stellt Überlegungen an und erzählt uns, dass er mit einem Bagger den Untergrund bearbeiten will. Mit diesen Infos verlässt er uns und fährt in seine Firma.
Wir warten und die Wartezeit erscheint uns wie Stunden. Mittags rufen wir die örtliche Polizei an, weil sie immer noch nicht am Unfallort erschienen ist und Mr. Quinn sie informieren wollte. Als sie kommt, schickt sie auch uns auf den Parkplatz, damit die Str. für den Verkehr frei wird. Sie erkundigen sich telefonisch bei Mr. Quinn wie weit er mit den Vorbereitungen ist. Mr. Quinn benötigt von Horst die schriftliche Zusage seiner Versicherung, dass diese im Falle von Beschädigungen bei der Mobilbergung, diese übernimmt. Dazu bietet uns der Polizist sein Büro in Donegal an. Horst und ich fahren mit dem Einsatzwagen zur Wache. Von den Telefonen der Polizeistation ist es nicht möglich ein Ferngespräch nach Deutschland zu führen. So müssen mal wieder unsere Handys Dienste leisten. Die Aussage von der Versicherung im netten schwäbischen Dialekt hilft uns nicht viel weiter und eine englische schriftliche Zusage seiner Vollkaskoversicherung per Fax zu bekommen ist auch nicht möglich. Zumindest signalisiert der ADAC für die Bergungskosten in Höhe von 500 € sein o.k. Sollte er Betrag nicht ausreichend sein, so sollen wir nochmals anrufen.
Nach einigem Warten erscheint Mr. Quinn auf der Polizeiwache und teilt uns den ungefähren Betrag (300 bis 400 €) der Bergungskosten mit. Um 16 Uhr will er mit dem Kran bei der Unfallstelle sein. Die Polizei wird dann für etwa eine Stunde die Str. sperren. Die mündliche Zusage von Horst, dass im Falle einer Beschädigung seine Vollkaskovers. zahlt, wird von Mr. Quinn akzeptiert.
Die Polizei fährt uns zu unseren Freunden zurück und mit Spannung erwarten wir den Kran. Käte macht sich große Sorgen und will auf keinen Fall das Bergen vom Mobil Vorort ansehen. So gehen um 16 Uhr nur alle Männer zur Unglücksstelle. Ich komme später nach, sobald der Kran mit Mr. Quinn an uns vorbei gefahren ist.
Die Vorbereitung nimmt die meiste Zeit in Anspruch, denn alle Männer überlegen gemeinsam wo am besten die Gurte um das Mobil geführt werden können. Schließlich kommt ein zweiter Kran und die Str. wird gesperrt. Wo dann noch die 3 PKW, 1 Bus und 2 Motorräder herkommen und nun warten müssen, ist uns allen ein Rätsel. Mit viel Gefühl ziehen die tüchtigen Kranführer das Mobil nach und nach auf die Strasse. Es ist so spannend, dass wir kaum zu atmen wagen. Außer einer geringfügigen Beschädigung an der Stoßstange ist noch einmal alles gut gegangen. Peter krabbelt unter das Mobil, richtet den Auspuff und hängt ihn wieder ein. Horst setzt sich hinters Lenkrad und startet den Motor. Wenig später kann er zu den anderen auf den Parkplatz fahren. Käte ist überglücklich und kann es immer noch nicht fassen: Alle Tassen, Teller, Gläser und auch der Inhalt vom Kühlschrank sind unbeschadet.
Erst jetzt haben wir Muße für einen Blick auf die wunderschöne Landschaft mit dem See und den prachtvoll blühenden Rhododendren. Langsam fahren wir im Konvoi weiter zu Hartwig und Christine, die uns auf dem Parkplatz am Ortseingang von Donegal erwarten. Sie haben bereits mit der Touristeninfo das o.k. für eine Übernachtung auf dem Platz eingeholt. Nun müssen wir den Zweien den Hergang in allen Einzelheiten beschreiben.
Nach dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Ablenkungsspaziergang durch die Stadt. Horst und Käte laden uns alle auf ein Guinness in eine Musikkneipe ein. Wir haben Glück, denn schon 30 Min. später erscheinen die Musikanten. Nun erleben wir was Irische Musik ist. Wir klatschen, singen und stampfen mit den Füßen zum Takt der Musik. Beschwingt verlassen wir die Kneipe erst nach 23 Uhr.
Glückspilze des Tages: Käte und Horst
Kommentar von Horst: Jeder gute Formel 1-Fahrer landet einmal im Kiesbett (oder im Moorbett)!!!


   |   Tages KM: 45   |   GPS Nord: 54°39`04"   |   GPS West: 8°06`51"

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Dienstag, 15.6. Donegal

Wir besichtigen gleich um 10 Uhr das Castle Donegal. Es wurde im 15. Jh. von dem O’Donnell-Clan neben dem Fluss Eske errichtet und im 17. Jh. durch zahlreiche Bauten erweitert. Es ist voll möbliert und mit Teppichen und Wandbehängen ausgestattet. Im Castle erhalten wir eine deutsche Erklärung für alle Räume.
Vor der Weiterfahrt erledigen wir noch schnell einen Großeinkauf im Supermarkt. Mit Sonnenschein und Aussicht auf die Meeresbuchten fahren wir in den Fischereihafen von Killybegs und kaufen fischen Fisch für das Abendessen. Nun wird die Landschaft hügeliger, mit schmucken Häusern und schönen Gärten, an den Berghängen wächst Heide. Ende August muss es zauberhaft aussehen wenn sie blüht. Heute Morgen haben wir von Einheimischen einen Besichtigungstipp bekommen und biegen bei Carrick zum Carrigan Head ab, zu den höchsten Cliffs von Irland. Ein großer Parkplatz ist unser Ziel. Wohnmobile müssen dort parken, nur die PKW dürfen bis zum wenige Km entfernten Aussichtspunkt weiter fahren. Der erste Teil der Fahrstrecke ist schmal, manchmal einspurig - doch gut zu überschauen. Die PKW-Fahrer fahren schon wenn sie uns von weitem sehen, in eine Ausweichstelle.
Das schöne Wetter belohnt uns mit einem herrlichen Rundblick auf die die Klippen, das Meer und die grüne Umgebung. Gerne wären wir noch etwas weiter gewandert, aber es ist bereits später Nachmittag und wir wollen uns heute noch das Folk-Village in Glencolumbkille ansehen.
Die Initiative für das Heimatmuseum geht auf den Pfarrer James Mc Dyer zurück, der in den 50er Jahren der wirtschaftlichen Misere des Orts und der dramatischen Auswanderungsquote von 75% ein Ende bereiten wollte. Hier werden vier Zeitabschnitte des irischen Lebens in einigen schilfgedeckten Häusern gezeigt. Nach der Besichtigung fahren wir nach Malin Beg an den „Silberstrand“. Auf dem Parkplatz (164 Stufen oberhalb vom Strand) übernachten wir. Alle sitzen noch bis zum Sonnenuntergang in der warmen Sonne vor den Mobilen – schauen aufs blaue Meer, den schönen Strand und die grünen Hügel.
Erkenntnis des Tages: Was kann das Leben schön sein!!!


   |   Tages KM: 77   |   GPS Nord: 54°39`54"   |   GPS West: 8°46`38"

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Mittwoch, 16.6. Malinbeg Silberstrand

Am Morgen liegt die traumhafte Bucht im dichten Nebel. Wir müssen die Straße zurück nach Glencolumbkille und dann weiter über einen kleinen Pass nach Ardare. Wolkenverhangen zeigen sich die Hügel entlang dieser Moorlandschaft. Die dunklen Wolken stimmen melancholisch. Unsere Mobile schwingen auf schmaler Str. mit vielen Bodenwellen, bedrohlich nah sind die Entwässerungsgräben dieser dünn besiedelten Landschaft. Schafherden grasen auf den grünen Weiden. Bald türmen sich farbige Wolkenberge in der Ferne, das Wetter wird wieder schöner. In Ardare suchen wir das Heritage-Center, um einiges über die Herstellung von Tweed zu erfahren. Doch die Angestellte ist mit dem Videorecorder nicht vertraut. Sie muss erst die Betriebsanleitung studieren, so was Dummes! Wenige Schritte nebenan kann in einem Tweedgeschäft ein alter Webstuhl bewundert werden, auf dem der ältere Besitzer noch heute eigenhändig webt und die Arbeiten in seinem Laden verkauft. Aber auch hier ist die Generationsfolge nicht geregelt. Wie er mir erzählt, haben seine 8 Kinder andere gut bezahlte Jobs.
Wir fahren jetzt durch ein Gebiet mit grünen Hügeln und Steinwiesen auf denen Schafe weiden. Käte meint: Die Leute hier sind alle „Steinreich“. Doch verlassene Häuserruinen erzählen was anderes, wer mag hier einmal gelebt haben? Entlang des Naturschutzgebiets Glenveagh ist die Landschaft wenig spannend. Moor, Hügel und ein Fluss begleiten uns. Die schmale Straße ist kilometerweit ohne rechte Ausweichstelle.
Wir besichtigen den ehemaligen Wohnsitz des verstorbenen Künstlers Derek Hill – das Glebe House. Außer einigen Kunstobjekten und Mobiliar aus aller Welt hängen hier beachtlich Gemälde von Renoir, Picasso und anderen Künstlern. Im Visitorcenter gibt es zurzeit im ersten Stock eine Ausstellung von jugendlichen Malern (4 bis 17 Jahre). Man hat hier eine kleine Auswahl (aus 300 000 Bildern) ausgestellt, aus einem Wettbewerb, an dem alle Schulen Irland teilgenommen haben. Wir sind alle überrascht über die gelungenen Bilder der jungen Künstler. Nur wenige Km weiter liegt in einem schönen Park das Schloss Glenveagh. Die Räume sind im Stil des 19. Jh. ausgestattet und nur mit einer geführten Tour zu besichtigen. Harald und Peter besichtigen das Schloss, während wir Frauen uns den schönen Wall-Garten hinter dem Schloss anschauen. Die Männer kommen total begeistert zurück. Sie meinen, es ist das schönste Schloss in ganz Irland.
Auf dem Weg nach Gweedore übernachten wir an einem See auf einem kleinen Stellplatz, beim Ort Dunlewy. Es ist warm, aber die vielen kleinen Moskitos machen ein Zusammensitzen draußen unmöglich.
Erkenntnis: Und sind die Moskitos noch so klein, sie wollen uns stechen und das ist gemein!



   |   Tages KM: 120   |   GPS Nord: 55°01`30"   |   GPS West: 8°08`54"

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Donnerstag, 17.6. Dunlewy

Es geht an die Küste nach Bunbeg und weiter die Küstenstr. um das Gebiet von Geweedore. Über wellige Str. bergauf und bergab sehen wir im Meer bewohnte Inselchen, neben uns Steinwiesen die durch hohe Steinwälle begrenzt sind und eine Moorlandschaft mit hellen Feldsteinen und Wollgras. Die Sonne macht sich rar. An der Küste gibt es einige schöne Sandstrände. Die Str. schlängelt sich nördlich weiter durchs Binnenland nach Carrickart. Die Halbinsel Rosguill ist ein beliebtes Feriengebiet der Iren und Nordiren. Ferienmobilheime, B&B, sandige Buchten – im Sommer wird auf der engen Str. kein Vorwärtskommen sein, und Parkplätze sind ohnehin Mangelware. Die Ausblicke von diesem „Atlantik-Drive“ sind grandios. Wir umfahren den Fjordeinschnitt der Muroy Bay. Inzwischen scheint die Sonne und verzaubert die Landschaft am Fjord. Im stillen Wasser spiegeln sich die Häuser, Bäume, Wiesen und der blaue Himmel – himmlisch schön!
Unterhalb von Portsalon liegt eine riesengroße Sandbucht – Ballymastocker Bay. Mit Anke und Harald gehe ich durch den warmen Sand bis ans Wasser und wir tauchen unsere Füße ein – brrr ist das kalt!
Beim Mittagessen beschließen wir noch heute die 97 Km bis zum Campingplatz bei Clonmany auf der Halbinsel Inishowen zu fahren.
Der Platz liegt inmitten einer schönen Naturlandschaft, umgeben von 500 m hohen Bergen. Sie sind mit Felsen und grünen Polstern belegt und laden zum Besteigen ein. Das Meer ist nicht weit entfernt. Wenige Bäume, viel grüne Wiesen und Hecken um uns herum. Wir schwatzen gemeinsam in der Sonne und als wir unsere Grill-Würstchen gerade vertilgt haben, treffen Hartwig und Christine ein. Bis um 9 Uhr können wir im Freien sitzen, dann setzt leichter Regen ein und nach und nach verschwinden wir in den Mobilen.


   |   Tages KM: 222   |   GPS Nord: 55°16`33   |   GPS West: 7°25`49

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Freitag, 18.6. Clonmany

Der Campingplatzbetreiber ist nicht pünktlich. Zwischen 9 und 10 Uhr wollte er Peter und mich mit dem PKW abholen, damit wir bei ihm Zuhause im Internet arbeiten können, denn mittags wollen wir uns alle gemeinsam im Fernsehen das WM-Fußballspiel Deutschland gegen Serbien ansehen. Der Berg ruft. Mit Anke und Harald, Hartmut und Christine steigen wir auf den „Hausberg“. Uns bleiben knappe 2 Std. Zeit. Über grünes Weideland mit Pferden, Kühen und Eseln keuchen wir stetig bergan, übersteigen Steinmauern und weiter oben felsigen Untergrund. Wie immer ist Peter als erster am Gipfelkreuz. Wie hat er das nur bewerkstelligt, wo er doch heute Morgen mit dem linken Fuß kaum auftreten konnte?
Pünktlich zum Anpfiff sind wir unten. Die Männer haben den Pavillon als Schutz gegen die Sonne vor unserem Mobil aufgebaut. Den Fernseher hat Peter in unsere Tür gestellt, in Dreier-Reihen sitzen wir davor und schauen gespannt dem Fußballspiel zu. Vorher haben wir alle einen Wetttipp über das Fußballergebnis abgegeben. Niemand hat richtig getippt, das Ergebnis lautet 0:1 für Serbien.
Danach starten wir zur Waffelschlacht mit frischen Erdbeeren und Sahne. Ein kleiner Spaziergang zum Strand und zurück verschafft uns Frauen Bewegung. Dabei müssen wir ein Stückchen Treibsand überwinden – ich stecke fast bis zu den Knien im nassen Sand.
Bald danach beginnt das Kartoffelpufferwettbacken, 5 Köche/innen - 5 Pfannen. Nachdem wir wirklich alle Pfannkuchen verspeist haben, sitzen wir träge in unseren Sesseln und warten auf ein Schnäpschen. Da erscheint der Besitzer des Campingplatzes und fordert uns auf unsere Mobile umzuparken. Auf der Freifläche hinter uns wollen 2 Familien ihre Zelte aufstellen. Wir haben so keine rechte Lust, weil wir unser Geschirr noch nicht abgewaschen und weggeräumt haben. Wir fragen uns: Wozu der ganze Aufstand? Keiner hat Lust und Ulla meint keck: Dann fahren wir eben weg und suchen uns einen anderen Übernachtungsplatz und das Geld für die heutige bereits bezahlte Übernachtung soll er auch wieder herausrücken. Ich muss ihm die Hiobsbotschaft überbringen. Daraufhin öffnet er seine Geldbörse und zahlt uns allen den Betrag sofort aus – damit haben wir nicht gerechnet! Wir packen alles ein und verlassen diesen „unfreundlichen“ Campingplatz auf Nimmerwiedersehen! Nur knappe 6 Km von hier haben wir aus unserem Reiseführer einen Stellplatz am Meer ausfindig gemacht. Zu dem fahren wir jetzt. Als wir um 20 Uhr ankommen, stehen noch etliche PKW dort. Diese verschwinden aber nach und nach. Um 22 Uhr sind wir die einzigen Fahrzeuge auf diesem schönen, aber windgepeitschten Strandparkplatz.
Heute: Das Umparken hat sich gelohnt – 20 € gespart und spaßig war es auch noch!


   |   Tages KM: 5   |   GPS Nord: 55°17`24   |   GPS West: 7°23`26

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Samstag, 19.6. Pollan Beach

Dieser stürmische Strandparkplatz ist nachts ein beliebter Treffpunkt. Erst nach 24 Uhr wird es ruhig. Der Wind rüttelt aber noch die ganze Nacht am Mobil – wir stehen Breitseite.
Gleich in der Frühe starten wir zum nördlichsten Punkt von Irland, dem Malin Head. Ein schmaler Rundweg, ohne rechte Parkmöglichkeiten für Mobile, führt um das Head. Wir genießen die wunderschönen Ausblicke bei herrlichem Sonnenschein. Über Berg- und Talfahrt durchfahren wir kleine Orte und erreichen schließlich Moville am Lough Foyle. In Greencastle nutzen wir die Fährverbindung nach Nordirland. So ersparen wir uns den Umweg über Londonderry. Wir nehmen den Causeway entlang der Küste. Die Orte an dieser Küste sind ein beliebtes Ferien- und Wochenendziel der Belfaster. Der heutige Ausflugsverkehr bestätigt es uns. Von einem schönen Picknickplätzchen sehen wir die Ruinen von Dunluce Castle, sie liegen auf einem Basaltfelsen am Klippenrand. An einem stürmischen Abend im Winter 1639 ist der Küchentrakt an der Nordwand abgebrochen und samt der 8 Beschäftigten ins Meer gestürzt.
Wir durchfahren Bushmilles. Die „Old Bushmilles Whiskey Distellery“ werden wir am Spätnachmittag besichtigen. Ganz in der Nähe liegen die Giant’s Causeway und erstrecken sich über 6 Km entlang einer Steilküste. Dieses irische Weltnaturdenkmal entstand durch eine gewaltige vulkanische Eruption vor 55 Mio. Jahren. Die ausgekühlte Lava erstarrte zu bemerkenswerten Gesteinsformationen – eckige Basaltsäulen, dicht an dicht. Wir nehmen uns die Zeit um uns alles ausführlich anzusehen. Danach brausen wir nach Bushmilles zurück. Auf einem kleinen Parkplatz im Zentrum parken wir und liebäugeln hier auch zu übernachten. Die Whiskeybrennerei ist ganzjährig für Besucher geöffnet. Obwohl wir in unserer Gruppe (16 Pers) 13 Deutsche sind, muss die Tour in engl. Sprache durchgeführt werden. Das enttäuscht uns unsagbar, da doch der junge Mann 2 Jahre in Deutschland gearbeitet hat und vorzüglich deutsch spricht. Die Tradition der Whiskey-Herstellung gibt es in Bushmilles offiziell seit 1608. Hier wird Irlands feinster Whiskey gebrannt. Man führt uns durch die Werksräume und nach knapp 40 Min. endet die Tour in einer Bar. Hier erhalten wir eine kleine Kostprobe. Oh, der Schluck wärmt durch und durch. So kommt uns unser Übernachtungsplatz im Zentrum gerade recht.
Heute kochen die Männer Fish and Chips. Die Portionen sind so groß, dass wir alles unmöglich verspeisen können.
Erkenntnis des Tages: Gut gekocht Männer!!!


   |   Tages KM: 128   |   GPS Nord: 55°12`27   |   GPS West: 6°31`23

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Sonntag, 20.6. Bushmills

Morgens um 9 Uhr haben wir nur 10° Außentemperatur, aber es ist trocken. Wir fahren zur Hängebrücke Carrick o Rede. Ehemals für Fischer und Farmer gedacht ist sie jetzt eine Touristenattraktion. Gegen ein Entgelt darf man sie begehen. Als wir um 9.30 Uhr dort ankommen erfahren wir, dass die Brücke erst ab 10 Uhr für Besucher geöffnet wird. Pech für Anke, wollte sie doch als Einzige über die schwankende Brücke gehen. Wir begnügen uns alle mit einem schönen Spaziergang zur Brücke und zurück. Die Steilküste können wir von hier aus hautnah erleben.
Weiter führt unser Weg Richtung Süden und wir erreichen den Küstenort Cushendun. Eine Küstenstr. mit fantastischen Ausblicken und vielen hübschen bunten Fischerorten begeistern uns. Wir fahren durch die Glens of Antrim. 9 Täler liegen in der nordöstlichen Ecke Nordirlands. Sie graben sich durch das hügelige Moorland zum Meer mit seiner schroffen Küste hinab. Kurz vor Belfast sehen wir uns ein weiteres Castle in Carrickfergus an. Ein kurzes Video mit deutschen Untertiteln erläutert die Geschichte dieser Burg sehr anschaulich. Lebensgroße Figuren in den Räumen und auf der Mauer geben einen guten Gesamteindruck ab.
Das letzte Stück bis Belfast legen wir zum Teil über Autobahn und Schnellstr. zurück. Schwieriger wird es, weil ein Stück unserer Strecke gesperrt ist. Unser Navi hat die Sperrung noch nicht umgerechnet und so müssen wir den Umleitungshinweis erst suchen. Wichtig ist auch, dass wir 4 Mobile uns nicht aus den Augen verlieren. Wieder einmal finden wir den Campingplatz erst nach dem zweiten Anlauf.
Erfreuliche Begegnung: Gitta und Bodo stoßen wieder zu uns und wollen die restlichen Tage mit uns in Irland verbringen.



   |   Tages KM: 141   |   GPS Nord: 54°35`17   |   GPS West: 5°48`58

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Montag, 21.6. Belfast

Der Tag beginnt mit einem Ständchen zum 47. Hochzeitstag von Käte und Horst. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln können wir bis ins Zentrum von Belfast fahren. Wir steigen beim Busbahnhof aus und werfen einen Blick auf die City Hall am Donegal Square. In dem aufwändigen Granitsteingebäude aus dam Jahre 1906 sitzt der Stadtrat. Im viktorianischen Glanz erstrahlen das Grand Opera House und der Crown Liquor Saloon. Dieser Pub mit seinem reich geschnitzten Tresen und dem üppigen Dekor steht unter Denkmalschutz. Wir machen eine Busstadtrundfahrt in deutscher Sprache ausfindig, die leider erst um 12.30 Uhr startet. So verbleibt uns noch eine Stunde Zeit in das nahe Einkaufszentrum und die umliegenden Shops und Cafes einen Blick zu werfen. Leider wird auf der Bustour alles zu laut übers Mikrofon erklärt. Wir müssen über Kopfhörer uns mit wenigen Sätzen in unserer Landessprache begnügen. Am meisten beeindruckt mich das Konfessions-Ghetto von Belfast. Im protestantischen Teil sehen wir Wandmalereien. Eine hohe Mauer, die „Peace Line“ trennt die Wohngebiete der beiden Konfessionen. Nach 75 Min. ist unsere Bustour beendet. Einstimmiges Urteil: Wir haben schon schönere Großstädte gesehen.
Im Restaurant „Kittchen Bar“ stärken wir uns mit landestyp. Speisen. Danach trennen sich unsere Gruppen. Peter und ich laufen bei sommerlichen Temperaturen noch einige Sehenswürdigkeiten zu Fuß ab, die St. Anne-Cathedrale und den Crown Pub. Dabei kommen wir an vielen restaurierten alten Gebäuden vorbei. Den Abend auf dem Campingplatz lassen wir mit Sekt und Bowle ausklingen. Dabei kommt unser Geschenk für Käte und Horst als Bowlegefäß zum Einsatz.
Frage des Tages: Warum müssen noch heute Glaubenskriege stattfinden? Lernt die Menschheit nie ein friedliches Miteinander?


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Dienstag, 22.6. Belfast

Wir verlassen Belfast bei strahlendem Sonnenschein. Die Landschaft ist leicht hügelig, Weideland mit Hecken und beschaulichen kleinen Orten. Zuerst fahren wir ein Stück am Strangford Lough, einer geschützten Meeresbucht entlang. Ab Strangford liegt links die Irische See. Die Bäume links und rechts der Str. bilden eine Art Tunnel. Kleine Cottages mit Efeuumrankten Steinmauern und Blumenpracht im Vordergarten geben ein idyllisches Bild ab. Weiße Margariten, blauer Rittersporn, roter Mohn und rosa Rosen heben sich vom grünen Rasen ab – perfekt geschnitten, mit Bänken drauf im Sonnenschein. Ein besonders schöner Ort an der Küste ist Ardglass, mit seinen kleinen blumengeschmückten Häusern. Wir sehen einen Fischkutter in den Hafen einlaufen und beschließen nach frischem Fisch Ausschau zu halten. Fast gleichzeitig mit dem Kutter treffen wir im Hafen ein. In unsere mitgebrachte Plastiktüre füllen die Fischer Garnelen – gratis. Auch eine zweite Türe wird gefüllt. Um die Kutter tummeln sich Robben und Möwen und warten auf Leckerbissen.
Wieder „on the Road“ erscheint bald ein Hinweis zur Tyrella Beach. Doch der Eintritt ist uns zu happig und wir fahren weiter. Nach Dundrum finden wir einen Dünenparkplatz auf dem schon einige PKW parken. Holzplankenwege führen durch das Dünengelände zum breiten Sandstrand. Wanderwege erstrecken sich li u. re vom Hauptweg. Der Wind bläst frisch uns um die Ohren, es riecht nach Meer und die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Vereinzelt blüht lila Heide und das Dünengras wiegt sich im Wind. Hier könnte ich stundenlang wandern und den Wolken und Möwen nachblicken.
Doch wir wollen weiter – bergauf und bergab geht es nun durch die Mourne Mountains auf einen Stellplatz an einem Stausee. Der Spelga Dam ist der Trinkwasserspeicher für die Großstadt Belfast. Umgeben von Bergen (bis 850m) ist er ein ideales Wandergebiet. Käte und ich machen uns auch schon bald auf, um einen Hügel zu besteigen. Ein großartiger Ausblick auf die umliegenden Berge, den Stausee und unsere geparkten Mobile belohnt uns. Wenig später treffen Hartwig und Christine ein, nun ist unsere Gruppe wieder vollzählig.
Abendessen: In allen Mobilen werden die Garnelen zubereitet und mit den Beilagen verzehrt. Allgemeines Bedauern - viel zu wenig!


   |   Tages KM: 125   |   GPS Nord: 54°10`45   |   GPS West: 6°03`30

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Mittwoch, 23.6. Spelga Damm

Morgens weht ein frischer Wind am Stausee, aber es ist trocken. Die Schafe auf den Weiden sind grün und rot markiert und gestern konnten wir einem Hütehund bei seiner Arbeit zusehen. Das Weideland ist von hohen Feldsteinmauern umgeben. Wir verlassen das Gebiet der Mourne Mountains und kommen ans Meer. Die Vegetation ist üppig in geschützten Lagen, sie mutet fast an wie in Südfrankreich. Wir fahren nach Monasterboice, eine Klosteranlage aus dem 6. Jh. Sehenswert sind zwei gut erhaltene Hochkreuze aus Stein auf dem Friedhof. Beide sind rund 1000 Jahre alt und dienten ursprünglich als steinerne Bilderbibeln bei Gottesdiensten. Die Steinmetzarbeiten zeigen Szenen vom Sündenfall bis zum Jüngsten Gericht. Wenige Km südwestlich zeugen die Ruinen der Mellifont Abbey vom ersten Zisterzienserkloster in Irland. Der heute noch am besten erhaltene Bauteil des Klosters ist das zweistöckige Lavabo. Andere Mauerreste lassen ahnen, wie gewaltig dieses Kloster einmal war. Wieder ein Stück weiter können riesige, unter Grashügeln verborgene Ganggräber besichtigt werden. Die bedeutendste Stätte ist Newgrange aus der Zeit 3100 v. Chr. Man rätselt noch heute zu welchen Zwecken es erbaut wurde. Das größte Ereignis ist zweifellos, wenn am 21. Dez. die Strahlen der Sonne durch den 18 m langen Gang fluten und die sonst absolute Finsternis in der Kammer erhellen. Für uns Touristen wird das Phänomen (tagtäglich mehrmals) mit elektrischem Licht demonstriert. Doch welche genialen Baumeister mögen solche Bauwerke lange vor den Pyramiden errichtet haben? Das Gebäude ist auch nach 5000 Jahren noch absolut wasserdicht.
Sehenswert ist eine kleine Ausstellung und Film im Visitor-Center. Wir machen uns jetzt auf den Weg um den Campingplatz westlich von Dublin zu erreichen. Bei dem schönen Wetter wollen wir grillen und einen „Spaßabend“ verleben. Das heutige Thema heißt: Unfall – Bergung – Rettung. Alle müssen verkleidet zum Grillen erscheinen. Die Männer kommen überwiegend als Pannenhelfer und Horst als Feuerwehrmann mit einem Wasserschlauch. Einige Frauen kommen als Verletzte, sie haben sich Verbände angelegt. Christine ist unter ihrer Schürze hochschwanger und ich komme als OP-Helferin. Vor lauter Lachen kommen wir nicht zum Essen.
Heute Abend spielt Deutschland gegen Ghana. Wieder geben wir vorher unsere Tipps ab. Wer mag richtig getippt haben? Niemand!


   |   Tages KM: 180   |   GPS Nord: 53°18`20   |   GPS West: 6°24`51

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Donnerstag, 24.6. Dublin

Ein besonderer Service ist der Abholdienst. Ein Bus einer Sight Seeing-Gesellschaft hält direkt am Campingplatz. Für 2 Euro Hin- und Rücktour zu festgelegten Zeiten. Öffentliche Verkehrsmittel (Busse) verkehren auch ganz in der Nähe. Es bilden sich kleine Interessengruppen. Peter und ich wollen Irlands Hauptstadt zu Fuß erkunden. Einige von uns machen die geführte Stadtrundfahrt mit Erklärungen in deutscher Sprache, wieder andere haben sich einige Besichtigungsschwerpunkte ausgesucht, die sie zu Fuß ablaufen wollen. Ein wichtiger Stopp im Zentrum ist der Boulevard O’Connell Street. Das historische Postamt nimmt eine wichtige Rolle ein. Von den Briten als Hauptquartier genutzt, wurde es Ostern 1916 von 2000 irischen Republikanern gestürmt und die irische Republik ausgerufen. Die Briten schlugen den Aufstand blutig nieder und die Anführer wurden sofort hingerichtet.
Dort wo früher die Nelson Säule stand, steht das heutige Wahrzeichen der Stadt, die Millenium Säule (130 m hoch). Die 15 m hohe Spitze ist aus Glas hergestellt und strahlt ständig Licht aus. Die wichtigsten Einkaufsstr. sind Fußgängerzonen und zweigen von hier ab. Shoppingcenter, Souvenirshops, Cafes und Restaurants warten auf zahlungskräftige Touristen.
Die National Galerie mit Bildern bekannter irischer und internat. Maler, füllt mehrere Säle. Der Eintritt ist frei. Ebenso im National Museum, wo in Vitrinen Ausgrabungsgegenstände wie: Goldschmuck aus der Bronzezeit und andere Funde ausgestellt werden. Das Gebäudeinnere ist mit schönen Jugendstilornamenten verziert. Die Kathedrale St. Patrick und das Dublin Castle verlangen verhältnismäßig hohen Eintritt, so dass wir uns anderen Gebäuden zuwenden. Die lebensgroße Bronzefigur der legendären Molly Mallon wird als Fotomotiv umlagert. Das Viertel Temple-Bar ist das Vergnügungszentrum Dublins. Schon am Nachmittag ertönt aus den unzähligen Kneipen Musik – überwiegend Folklore. Weiterhin haben einige von uns sich die Hauptkirche von Dublin (von Geldern der Guinness-Brauerei restauriert), das alte Gefängnis und das „Buch der Bücher“ (aus dem Jahre 800) in der alten Uni Bibliothek angesehen.
Ist man nach so viel Besichtigung nun fußmüde und hungrig, dann verlocken unzählige Restaurants und Pubs einzukehren und sich zu stärken.
Abends pflegen wir am Platz unsere müden Füße.
Erkenntnis des Tages: In Dublin sollte man sich 2 bis 3 Tage für die Besichtigungen Zeit nehmen.


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Freitag, 25.6. Dublin

Die schönen Gärten von Powerscourt sind einen Abstecher wert. Der schöne Schlossgarten wurde von 100 Gärtners in 20 Jahren angelegt. Der ital. Garten zeigt sich mit einer riesigen Außentreppe, bunten Blumenterrassen, Wasserbecken und Steinfiguren. In dem Wallgarten blühen Stauden in allen Farben und an einer Mauer ranken und duften unzählige Rosensträucher. Ein anderer Themengarten ist der japan. Garten mit Wasserläufen, Pagoden und exotischen Pflanzen. Ein Gartencenter lässt das Herz aller Hobbygärtner höher schlagen und der gut sortierte Souvenirladen hat nicht nur „Schnick-Schnack“.
Das Schloss kann zurzeit nicht besichtigt werden, aber der schöne Ballsaal wird gerne für Hochzeiten und Bankette gemietet.
Nun müssen wir uns aber sputen, denn am Mittag hat Hartwig für uns eine dt. Führung in der Klosteranlage von Glendalough organisiert. Zwischen 2 Seen (auch einem idealen Wandergebiet) hat der heilige Kevin um 600 eine Klosterstadt errichtet. Die Kostersiedlung zählte zu den wichtigsten Wallfahrtsorten Europas. Es gibt einen 30 m hohen Rundturm, ein Stadttor, die Ruinen einer Kathedrale und die Kirche St. Kevin zu besichtigen. Eine junge Irin führt uns zunächst in das Besucherzentrum. Eine Ausstellung und ein Film zeigen uns, wie sich hier das Leben im frühen Mittelalter abspielte.
Unweit von diesem Kloster können wir auf dem Parkplatz der Gaststätte Glenmalure Logde übernachten. Heute Abend kochen unsere Männer, die Gaststätte ist bekannt für ihre schmackhaften Gerichte. Wir trinken erstmals in Irland einen “Irish Coffee“ und die Frauen überbrücken die Zeit bis zur Musikveranstaltung (um 21.30 Uhr) mit Kartenspielen. Gitta ist wieder bei uns und das Kartenspielen wird erfreut aufgenommen. Als dann endlich der junge Musiker mit einer Stunde Verspätung auf seiner Gitarre zu spielen beginnt, füllt sich die Kneipe zusehend schnell. Junge Frauen quatschen vergnügt mit einem Getränk in der Hand, auf der anderen Seite stehen Farmer und trinken Guinness. Sie werfen schon mal einen Blick auf die weiblichen Gäste. Das Stimmengewirr wird immer stärker und die Musik lauter – ein Mix aus Folk-, 60ziger und 70ziger Musik.
Erkenntnis: Was für ein Leben in den Kneipen, selbst auf dem Lande!


   |   Tages KM: 80   |   GPS Nord: 52°57`27"   |   GPS West: 6°21`16"

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Samstag, 26.6. Glenmalure Lodge

Morgens um 6 Uhr kleines Schauspiel auf dem Parkplatz. Eine kleine Gruppe Leute trifft angetrunken und in Partylaune mit ihrem PKW auf dem Parklatz ein. Lautstark unterhalten sie sich, die Mädchen kreischen. Gemeinsam entfernen sie sich. Nach einiger Zeit kommen sie klitschnass wieder und haben sichtlich spaß – laufen nackt über den Platz - inzwischen sind wir alle hellwach. Es erscheint der Wirt der Gaststätte und verweist sie vom Platz. Ärgerlich und mit unflätigen Bemerkungen brausen die jungen Leute mit ihrem PKW davon. Der Wirt sein zeigt den jungen Leuten sein nacktes Hinterteil. Na so was!!!
Der Parkplatz ist auch Wanderparkplatz für das Gebiet der Wicklower Mountains. Die ersten Wanderer treffen bereits um 7 Uhr ein.
Anke geht es heute nicht so gut. In der Nacht hatte sie einen Schwindelanfall und ist gestürzt. Begleitet von Hartwig und Christine wollen Anke und Harald in Wexford einen ärztlichen Rat einholen. Hartwig spricht vorzüglich englisch. Wir Anderen können uns für die heutigen 100 Km Zeit lassen. Wir füllen in Arklow unsere Vorräte auf und nehmen die Küstenstr. nach Wexford. Auf der schmalen Straße kommen uns rasant die PKW entgegen, so dass wir für die Schönheiten dieser Landschaft kaum einen Blick riskieren können. Sonne auf unseren Wegen, die Fuchsienhecken leuchten rot – nach Blackwater sehen wir die ersten Dünen und dahinter Strand. Der Campingplatz in Wexford ist gut gefüllt. Allesamt Fährenanwärter? Nein, auch Einheimische mit Caravan machen hier Urlaub.
Schon bald erscheinen Christine, Hartwig, Anke und Harald. Anke mit Medikamenten aus der Apotheke und einem Rat vom Arzt: Sie soll sich die nächsten Tage schonen. Ein sonniger Tag neigt sich dem Ende zu. Wir müssen trotzdem früh ins Bett. Morgen früh um 7 Uhr wollen wir bereits Richtung Fähre Roslare starten.
Tipp: Wexford hat mehr zu bieten, als den Hafen und die grauen Gebäude entlang der Hauptstr. Durch die Innenstadt zieht sich eine kleine Einkaufsstr. mit vielen Geschäften. Alle mit individuellen Angeboten. Kneipen mit Livemusik sorgen am Abend für Unterhaltung.



   |   Tages KM: 101   |   GPS Nord: 52°20`45   |   GPS West: 6°27`05

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Sonntag, 27.6. Wexford

15 Km sind es bis zur Fähre, wir kommen zeitig an. Bei Sonnenschein verspricht es eine ruhige Überfahrt zu werden. Anke geht es bereits wieder besser, denn beim Kartenspiel der Frauen mischt sie eifrig mit. Der Duty-free-Shop lockt mit einem Superangebot Guinness. Da können die Männer nicht widerstehen. Mittags kurz vor 1 Uhr kommen wir in Pembroke an, leider verpassen wir den Formel 1 Start. Bis zum Campingplatz heizen Hartwig und Christine mit zwei weiteren Mobilen vor. Wir restlichen drei verfahren uns im Walddickicht – bis ein Anruf bei Hartwig uns auf den richtigen Weg bringt. Auf der großen Rasenfläche haben die Gäste (überwiegend Engländer) es sich bereits vor den Fernsehern bequem gemacht. In einer halben Stunde beginnt das WM-Spiel Deutschland gegen England. Das Spiel ist sehr spannend und Deutschland gewinnt 4:1. Die Engländer am Platz bleiben friedlich, einige gratulieren uns sogar zum Sieg.
Heute ist unser gemeinsamer letzter Tag - ein gemeinsames letztes Abendessen und einige Abschiedsschnäpschen.
Erkenntnis am Abend: Wo sind nur die vergangenen 4 Wochen geblieben? Sie sind viel zu schnell vergangen!!!


   |   Tages KM: 53   |   GPS Nord: 51°41`27   |   GPS West: 4°42`43

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Montag, 28.6. Pembroke

Morgens nehmen wir Abschied von Christine, Hartwig und Billy. Wir haben heute eine über 400 Km lange Strecke (überwiegend Autobahn) vor uns. Die Sonne und irische Volksmusik sind unsere Begleiter. Schweren Herzens verabschieden sich Ulla und Horst nach einer Mittagsrast bei Swingdon. Es ist mittlerweile sehr heiß geworden und die Hitze verursacht bei Horst starke Schmerzen im Gesicht. Wenn sie zügig weiterfahren, können sie noch heute die Fähre Dover-Calais erreichen und morgen Abend Zuhause sein.
Die verbleibenden 4 Mobile biegen am Nachmittag bei Chichester Richtung Birdham und weiter nach Itchenor ab. Hübsche Cottages stehen hier in Küstennähe mit bunten Blumenbeeten davor. Wir sehen Radfahrer und Wanderer auf ausgeschilderten Wegen. Ein gutes Wandernetz – zu Fuß oder Rad – erschließt die kleine Halbinsel.
Wir erreichen einen kleinen ausgeschilderten Parkplatz am Hafen von Itchenor. Leider hat man auch hier am Parkscheinautomaten schon das Schild „No Overnight“ angebracht. Selbst das kleine Restaurant nebenan will auf seinem Parkplatz keine Womo übernachten lassen. Aber einen guten Tipp wo wir in der Nähe einen Campingplatz finden geben sie uns gratis. Wicks Farm (vielleicht früher mal ein Bauernhof) hat außer etlichen Mobilhomes genügend freie Plätze für Camper. Wir machen es uns gemütlich, gehen am Abend in den nächsten Pub und „versaufen“ dort unser letztes engl. Bargeld.
Spruch des Abends von Horst: Ist das Geld auch noch so knapp, fällt doch für jeden ein Guinness ab!


   |   Tages KM: 434   |   GPS Nord: 50°47`23"   |   GPS West: 0°52`14"

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Dienstag, 29.6. Itchenor

200 Km liegen vor uns, mittags um 13 Uhr müssen wir die Fähre in Dover erreicht haben.
Kreisverkehr – Kreisverkehr! Ach, wenn ich nur schon draußen wär! Selbst auf der Autobahn wird durch Kreisverkehr das Abbiegen geregelt. Traktoren dürfen auch auf Autobahnen fahren, in Deutschland „Gott sei dank“ noch nicht! Das Wetter ist bedeckt, wir umfahren Brighton. Das bei den Engländern beliebte Seebad müssen wir uns zu einem anderen Zeitpunkt einmal anschauen. In Hasting verläuft die Küstenstr. direkt an der Promenade entlang. Der lange Sandstrand ist menschenleer und das Abwasser wird direkt ins Meer geleitet. Urlaub hier? – Nichts wie weg! Nach Hasting erstreckt sich das fruchtbare, flache Marschland. Hier ist die Str. recht schmal – nur nicht vom Weg abkommen und die Zunge grade halten. Zeitig erreichen wir den Fährhafen von Dover. Bereits um 14 Uhr dürfen wir auf die Fähre. Die 90 Min. Überfahrt bei bestem Wetter vergehen wie im Fluge. Von Bodo und Gitta müssen wir uns jetzt verabschieden, sie wollen heute bis zur belg. Küste fahren und morgen Bekannte besuchen. Mit Käte, Horste, Anke und Harald fahren wir auf den uns von der Anreise bekannten Stellplatz in Escalles. Durch die Zeitumstellung in Europa ist es bereits 17.30 Uhr. Ein kühler Wind weht hier an der Atlantikküste und vertreibt uns bald in unsere Mobile.
SMS von Ulla und Horst: Wir sind gut Zuhause angekommen, hier ist es heiß und grüne Hölle im Garten.


   |   Tages KM: 226   |   GPS Nord: 50°54`42"   |   GPS Ost: 1°43`16"

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Mittwoch, 30.6. Escalles (F)

Am Morgen endlich frisches Baguette, wie haben wir uns darauf gefreut. Frisch gestärkt treten wir die Weiterfahrt an. Wir müssen tanken, aber die Tankstelle ist trotz Navi nicht leicht zu finden. Zapfhahn raus und tanken geht hier nicht. Wir müssen die Kreditkarte oder den Pass an der Kasse der Tankstelle hinterlegen, erst dann schaltet man die Zapfsäule frei. So etwas haben wir noch nie erlebt, da muss der Pächter wohl sehr unangenehme Erfahrungen mit der Bezahlung gemacht haben.
Bei Gent verlassen uns Anke und Harald, sie wollen eine Tochter bei Nürnberg besuchen und fahren über Brüssel. Jetzt sind wir nur noch 2 Mobile. Gleich hinter der deutschen Grenze verabschieden sich auch Käte und Horst, sie besuchen Freunde.
Wir fahren noch weiter bis in die Nähe von Münster. In Burgsteinfurt gibt es in Stadtnähe einen kostenlosen Stellplatz. Als wir dort ankommen, ist er rappelvoll. Wir quetschen uns in eine Ecke, für eine Nacht wird es schon gehen. Morgen wollen wir im Werk von Waeco wegen unseres defekten Wandlers vorsprechen.
Doch erst einmal vertreten wir uns die Beine und durchstreifen die Kleinstadt Burgsteinfurt. Wir sind überrascht. Nette Giebelhäuser, Cafes, Geschäfte, ein kleines Wasserschloss und Wanderwege durch den nahen Bangopark lassen keine Langeweile aufkommen. Es ist schwülwarm und ein Gewitter wäre eine willkommene Abkühlung. Doch leider bleibt das Gewitter aus und wir können in diesem Urlaub erstmals im Mobil ohne Decke schlafen.
Was ist der Unterschied zwischen Reisemobil und Wohnmobil? Wir fahren ein Reisemobil und reisen damit umher. Auf diesem Platz stehen Mobile, die fahren immer nur 30 km im näheren Umkreis umher. Reisen diese Leute auch?



   |   Tages KM: 524   |   GPS Nord: 52°08`53"   |   GPS Ost: 7°20`53"

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Donnerstag, 1.7. Steinfurt

Gleich am Vormittag schauen wir im Werk bei Waeco vorbei. Der von Peter ausgebaute Wandler wird geprüft. Diagnose: Er muss erneuert werden. Das Werk kommt uns mit dem Preis entgegen und wir nehmen den neuen gleich mit. Da hat Peter aber die nächsten Tage zu tun! Bereits um 10 Uhr befinden wir uns nun auf dem Heimweg. Schon um diese Zeit haben wir 22° C und es soll noch wärmer werden. Gegen Mittag erreichen wir unser Zuhause. Die Nachbarn haben gute Arbeit verrichtet: Der Rasen ist bereits gemäht und die Geranien blühen prächtig.



   |   Tages KM: 300

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