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- 2010/3

Vom blauen Meer und vieles mehr

Sonntag, 15.8. Glinde

Wer von uns zwei hätte gestern gedacht, dass wir heute Morgen pünktlich um 9.30 Uhr loskommen? Das Programm konnte sich sehen lassen: Mit meiner Mutter Kaffee trinken, einer lieben Freundin zu Abend essen und dann Zuhause mit Freunden ein Schlückchen Wein auf eine gute Reise trinken.
So sitzen wir nun im Mobil und rätseln: Auch nichts vergessen??? Erster Stopp volltanken – wie mögen die Preise Ende Oktober sein, wenn wir wieder in Norddeutschland zurück sein wollen.
Wir fahren eine neue Strecke über Magdeburg, Halle und Regensburg. In Neustadt an der Waldnaab übernachten wir kostenlos auf dem Parkplatz vor der Stadthalle – sehr ruhig gelegen. Der Brunnen hört um 22 Uhr mit dem Plätschern auf.


   |   Tages KM: 617   |   GPS Nord: 47°38`48   |   GPS Ost: 12°18`10

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Montag, 16.8. Neustadt a. d. Waldnaab

In den frühen Morgenstunden bestätigt sich die Wettervoraussage: Es regnet in Strömen, hört dann aber gegen 8 Uhr wieder auf. Unser Navi (grad aus der Reparatur zurück) spinnt mal wieder – es will nicht arbeiten. So verfransen wir uns in der schönen Innenstadt von Landshut, erreichen dann aber doch wieder die Bundesstr. 15, die schnurgerade nach Rosenheim führt.
Wir durchfahren Kleinstädte und schmucke Ortschaften. Auf sattgrünen Wiesen grasen rotbunte Kühe, die Häuser präsentieren üppigen Blumenschmuck und über alles strahlt die Sonne am blauweißen Himmel – wir sind in Bayern.
Pünktlich zum Nachmittagskaffee kommen wir in Peters Heimat, in Walchsee an. Michaela feiert Kindergeburtstag – eine lustige Gruppe von 15 Kindern will beköstigt und beschäftigt sein. Peter und ich unternehmen noch einen Spaziergang in den Ort. Walchsee, wo sind deine Gäste? Nicht auf der Straße oder in den zahlreichen Gaststätten und Cafes, bei dem schlechten Wetter machen sie sicher einen Stadtbummel oder besichtigen ein Museum.
Erkenntnis des Tages: Nichts ist mehr so wie es früher war. Der Leberkäse schmeckt nicht wie früher und die Bedienung? Ihnen fehlt die natürliche Freundlichkeit!


   |   Tages KM: 293

Dienstag, 17.8. Walchsee

Heute haben wir einige Botengänge im Ort zu erledigen. Unser Reisemobilhersteller plant ein Jahrestreffen in Österreich und wir wollen einige Informationen wie: Stellplatz, Restaurant mit sep. Saal und Ausflugsangebote einholen. Der Tag vergeht mit diesen Wegen „wie im Fluge“.
Wetter: Recht gemischt – soll sich aber ab morgen bessern, eine Schönwetterfront ist in Sicht.


Mittwoch, 18.8. Walchsee

Ein Tag in Tirol und Bayern. Das Wetter wird besser. Die Wanderparkplätze sind gut besucht. Abends essen wir in einem typisch. bayrischem Restaurant Steckerlfisch vom Grill, gegrillt von einem Norddeutschen. Die zahlreichen Gäste sitzen gemütlich unter großen Sonnenschirmen. Unter alten Kastanienbäumen hat sich eine Bläsermusikgruppe aufgebaut. Der Musik (ohne Verstärker) kann man wunderbar zuhören, ein Urlaubssommerabend ganz nach unserem Geschmack. Wir übernachten auf dem Wanderparkplatz, der sich erst um 21 Uhr (da ist es bereits stockfinster) leert.

   |   Tages KM: 70

Donnerstag, 19.8. Walchsee

Nachts wieder Regen. Um das Kaisergebirge fahren wir über Elmau, Kitzbühel und Jochberg Richtung Felbertauern-Tunnel. Heute ist „Hansi Hinterseer- Tag“ und an die 12 000 Fans wollen mit ihm wandern. Zum Abschluss gibt er am Abend zwei Konzerte. Wir erwarten in Kitzbühel starken Anreiseverkehr, doch morgens um 9 Uhr liegt der Ort noch in den Federn. Durch wolkenverhangene Berge und auf nassen Strassen geht es stetig bergan zum Pass Thurn. Nach Mittersill fahren wir durch den mautpflichtigen Felbertauern-Tunnel. Das Wetter klart auf. Wir passieren Lienz und wollen über den Plöckenpass (1357m) Italien erreichen. Der Gailbergsattel mit seinen knapp 1000m ist für unser Mobil noch leicht zu schaffen. Serpentinen führen uns ins Tal und bald wieder auf den Plöckenpass. Nun schnauft unser Mobil. Die Steigungen schaffen wir nur im zweiten Gang und ziehen eine Autokarawane hinter uns her. Ab und zu fahren wir in eine Ausweichstelle um alle vorbei zu lassen, doch niemand bedankt sich durch Handzeichen bei uns. Wir erreichen Italien und haben schlagartig Sommerwetter, so um die 25°C.
Von Tolmezzo geht es über die Autobahn nach Triest. Für das kurze Stück durch Slowenien ist eine Maut fällig, so halten wir bei der ersten Vignettenstelle an. Für die Fahrer von PKW (bis 3.5t) und Motorräder liegen Informationen aus, doch was soll es für Mobile und LKW unserer Gewichtsklasse kosten? Null Gebühren? Das können wir uns nicht vorstellen! Ohne weitere Informationen und Plakette fahren wir zuerst ein Stück Autobahn und dann Landstr. bis wir die Landesgrenze nach Kroatien erreichen.
In der Nähe von Porec fahren wir auf einen Campingplatz am Meer. Trotz guter Belegung gibt es noch genügend freie Plätze. Es gibt nummerierte Plätze und freie Stellflächen, auf denen sich Jedermann sein Plätzchen suchen darf. Diese sind dann günstiger, aber auch noch über 30 € pro Übernachtung. Wir schauen auf die Autokennzeichen: Italien, Österreich und Süddeutschland, aber auch Slowenien und Polen machen hier Urlaub. Unter einer großen Eiche finden wir ein schattiges Plätzchen. Die späte Nachmittagssonne schickt noch reichlich warme Strahlen – so springen wir sogleich ins kühle Nass. Herrlich! Ein langer Spaziergang über den Platz schließt sich an und irgendwann kehren wir fußmüde um. Wir haben längst noch nicht alles gesehen.
Erkenntnis: Nach 15 Jahren sind wir das erste Mal wieder in Kroatien. Was hat sich nicht alles verändert!



   |   Tages KM: 436   |   GPS Nord: 45°15`27"   |   GPS Ost: 13°34`54"

Freitag, 20.8. Camping Ulica (Porec)

Ein Autofreier Tag. Wir verbringen ihn mit sonnen, baden, lesen und stellen fest: Die richtigen Liegen für den Strand haben wir nicht dabei. Am Abend gehen wir ein Gläschen „Mis-Mas“ (ein Getränk aus Fanta mit Rotwein und Strohhalm) in eines der vielen Lokale auf dem Campingplatz.

Samstag, 21.8. Camping Ulica

Wir genehmigen uns einen weiteren Tag. Wer weiß, wann wir wieder so ein schattiges Plätzchen bekommen? Weil wir nicht geklärt haben was ein Roller an Extragebühren kostet, lassen wir unseren Roller in der Garage und verzichten auf eine Fahrt nach Porec. Am Abend schlendern wir nochmals über den Platz und bleiben bewundernd vor einigen Stellplätzen stehen. Was haben es sich hier die Langzeittouristen gemütlich und romantisch eingerichtet: Kleine Gärten mit Blumen und diversen Lichtquellen, Hängematten baumeln zwischen den Bäumen. Alles sitzt draußen und genießt die sommerlichen Außentemperaturen. Am schönsten erscheinen mir die Plätze mit Blick aufs Meer.
Erkenntnis: Die schönsten Stellplätze haben die Italiener ergattert.


Sonntag, 22.8. Camping Ulica

Gegen 9 Uhr wollen wir aufbrechen und zum nächsten Platz bei Rovinj fahren. Doch unsere Starterbatterie macht keinen Mucks. So was Dummes!!! Während Peter das Mobil ans Stromnetz klemmt, studiere ich das Angebot im Supermarkt. Hier könnte man schon drei Wochen leben, nur dem Obst- und Gemüseangebot mangelt es an Frische. Als ich zurückkehre, hat Peter den Fehler unserer Batterieentladung gefunden. Das defekte Navi war nicht ausgeschaltet und 3 Tage am Netz. Um 10 Uhr klappt dann der Start wunderbar.
Wir statten Porec einen Besuch ab. Auch die Parkplätze außerhalb sind gebührenpflichtig, für Reisemobile 3 € die Stunde. Wir schlendern durch die schmalen Gassen der Altstadt bis zum Hafen. Auch heute am Sonntag haben alle Läden geöffnet. Unser Eiscafe (vor 25 Jahren) befindet sich noch am gleichen Platz und weil die Zeit so knapp ist, reicht es nur für eine Eistüte auf die Hand. Malerische Winkel, kleine Restaurants, Galerien, Cafes und Musik vor der Kirche laden zum längeren Verweilen ein – 1 Stunde ist entschieden zu wenig!
Nach knapp 50 km erreichen wir den Campingplatz Valalta. Dieser war das Reiseziel mit unseren Kindern in den 80zigern. Der Platz hat sich gemausert, über 2500 Plätze warten auf Sommergäste. Die alte Hafenstadt Rovinj liegt nicht weit entfernt. Sie bietet all denen für die Valalta zu wenig Unterhaltung bereit hält, genügend Abwechslung.
Doch wir machen uns erst einmal auf Stellplatzsuche. Schattig soll er sein und gut einzufahren, denn auf einigen Plätzen haben nur Caravans und Zelte platz. Schon bald haben wir unser Traumplätzchen gefunden und schwirren aus, um die Örtlichkeiten in Augenschein zu nehmen. Die Sandbadebucht ist riesengroß und das Freibad ist trotz Nähe zum Meer gut besucht. Alles sieht sehr gepflegt aus: Grüne Rasenflächen, blühende Sträucher und Pflanzen. „Unsere Bucht“ hat inzwischen auch größere Liegeflächen: Kleine Schottersteine um die ganze Bucht bis ins Wasser. Und das Schönste, wir können keine Seeigel entdecken. Sind diese alle entfernt worden, oder haben sie von selbst das „Weite“ gesucht?
Zwar liegen die Gäste auf ihren Liegen und Handtüchern dicht an dicht, aber irgendwo ist immer noch ein freies Plätzchen. Das Wasser ist herrlich. Klar bis auf den Meeresgrund und angenehm in den Temperaturen. Wir genießen die Sonnenstrahlen bis zum späten Nachmittag. Am Abend laufen wir alle neuen Ecken ab und sind erstaunt, was hier in den letzten 15 Jahren erschaffen wurde. In unserem Lieblingsrestaurant lassen wir den Abend bei einem Gläschen Mis Mas ausklingen.
Überlegungen: Wie groß will Valalta noch werden? Bei Vollbelegung können hier gut bis
10 000 Personen und mehr Urlaub machen. Fremdenverkehr, die Haupteinnahmequelle Kroatiens?


   |   Tages KM: 50   |   GPS Nord: 45°07`14"   |   GPS Ost: 13°37`36"

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Montag, 23.8. Camping Valalta (Rovinj)

Was gibt es Schöneres als Faulenzen? Erst am Abend fahren wir mit dem Roller nach Rovinj. Die kleinen gepflasterten Gassen der Altstadt steigen leicht bergan, oben befindet sich die Kirche Sv. Euphemia. Von hier haben wir einen phantastischen Blick über die Dächer von Rovinj, die Badebuchten und umliegenden Ortschaften. Auf dem Meer spiegeln sich die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Es ist herrlich bei den sommerlichen Temperaturen die Straßen zu durchstreifen und einen Blick in die unzähligen Ateliers und Galerien zu werfen. Die Restaurants mit ihrem vielfältigen Angebot verströmen einen verlockenden Duft. Wir bekommen Hunger und kehren in eine Pizzeria ein. Als wir wieder auf die Straße hinaus treten, wimmelt es in der Stadt nur so von Touristen. Es ist ein Leben wie auf einem Jahrmarkt – nur die Karussells fehlen. Zurück am Campingplatz sitzen wir noch lange vor unserem Mobil. Der Vollmond, Wein und die Musik aus dem benachbarten Restaurant geben eine romantische Stimmung ab. Wir schauen uns die Musikgruppe an und drehen eine „kesse Sohle“ auf der Außenterrasse. Wir verschnaufen ein wenig und beobachten die anderen Tanzpärchen – einige tanzen richtig gut!
Tipp: Es gibt so viele Freizeitangebote auf dem Campingplatz. Von Gymnastik, Yoga, Ballspiele, Sprach- und Tanzkursus – reichlich Programm für einen Urlaub ohne Langeweile.



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Dienstag, 24.8. Camping Valalta

Ein weiterer Ruhetag, unser Mobil hat Ruhepause.
Da hat doch jemand sein Auto direkt vor unserer Rollergarage geparkt, so ein Ärger! Mit einem Hinweiszettel am PKW versuchen wir den Besitzer zu informieren, dass wir unseren Roller ab 20 Uhr einparken wollen. Um 18 Uhr fährt der PKW fort und Peter stellt unser Warndreieck auf den freien Platz. Dann unternehmen wir eine kleine Rollertour in die nähere Umgebung. Als wir um 21 Uhr zurückkommen, steht auf dem für uns reservierten Platz wieder der PKW und unser Warndreieck liegt unter einem nahen Strauch. Peter ist stinksauer und macht sich auf den Weg den PKW-Besitzer ausfindig zu machen. Der kommt schließlich auch und hat unseren Zettel falsch verstanden, wie er uns unfreundlich erklärt. Er dachte reserviert bis 20 Uhr, warum er das Warndreieck weggeräumt hat will er uns nicht erklären.
Erkenntnis des Tages: Auch von Deutschen wird das deutsche Wort nicht immer verstanden.


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Mittwoch, 25.8. Camping Valalta

Wir reisen ab. Schade, denn inzwischen haben wir uns ans Faulsein gewöhnt. Wir nehmen die Autobahn Richtung Rijeka. Zuerst fahren wir durch landschaftlich genutzte Flächen: Gemüseanbau, dann Wein. Die Landschaft wird nun hügeliger. Durch den Gebirgsstreifen Ucka vor Rijeka hat man einen mautpflichtigen Tunnel gegraben. Nach Rijeka fahren wir auf die Küstenstr. Sie führt immer am Meer entlang. Wir passieren kleine Orte, die, wenn sie am Meer liegen, immer einen kleinen Hafen haben. Fischerboote schaukeln auf den blauen Wellen. Die Bewohner, der an den Hang geschmiegten Steinhäuser, erreichen über Treppenstufen das Meer. Überall stehen Schilder: Zimmer zu vermieten. Kleine Cafes und Restaurants servieren die Speisen auf den schattigen Außenterrassen. Jede Bucht ist ein kleines Juwel für sich.
Wir haben vor mit einer Fähre (15 Min) auf die Insel Pag überzusetzen. Doch 43 € für die Überfahrt veranlasst uns schnell eine andere Entscheidung treffen. Wir lassen uns weiter die Küstenstr. entlang nach Süden treiben und bereuen unseren Entschluss nicht. Bei Tribanj finden wir unterhalb der Str. direkt am Meer einen kleinen einfachen Campingplatz. Zwar stehen wir dicht an dicht mit den anderen Fahrzeugen, aber vor unserem Mobil können wir noch die Sitzgruppe platzieren und den grandiosen Sonnenuntergang hinter der Insel Pag bewundern. Wir sitzen noch lange draußen und schauen aufs Meer. Über uns erscheinen nach und nach die Sterne und einige Flugzeuge sind auch noch nachts unterwegs.
Empfehlung: Die Küstenstr. ab Rijeka Richtung Süden zu fahren.



   |   Tages KM: 267   |   GPS Nord: 44°20`49   |   GPS Ost: 15°19`28

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Donnerstag, 26.8. Tribanj

Es wird laut. Die nahe Str. wird am frühen Morgen von Fahrzeugen stark benutzt. Und auch zum Waschhaus bewegen sich bereits die ersten Badelatschen schlurfend über den Kiesboden. Um 8 Uhr sitzen wir zum Frühstück am Meer. Wir schwimmen, studieren die Landkarte und sehen in der Bucht einen Delfin seine Kreise ziehen. Es ist traumhaft schön.
Unser heutiges Ziel ist Sibenik. Die Küstenstr. streift jetzt weitläufig steinige Badebuchten, davor befinden sich Pinienwälder. Kurz vor Sibenik sehen wir einen Flächenbrand auf der linken Seite, unweit der Hauptstr. Mir wird dabei ganz mulmig. Was ist, wenn die inzwischen haushohen Flammen durch den Wind umschlagen? Noch ist weit und breit keine Feuerwehr und Polizei zu sehen. Dunkle Qualmwolken ziehen bereits über die Landschaft.
Die Stadt Sibenik macht mit ihren vielen Wohnblöcken und Hochhäusern von der Str. keinen einladenden Eindruck. Doch bald nach der Stadt reihen sich Campingplätze wie Perlen auf einer Schnur. Den ersten den wir ansteuern, hat nur eine Zufahrtshöhe für PKW. Mühevoll müssen wir wenden. Beim 2. Versuch parken wir das Mobil am Straßenrand und schauen uns vorher die Lage an. Das passt für uns. Doch die vielen Bäume lassen uns nicht so viele Stellplatzmöglichkeiten. Unsere nahen Zeltnachbarn machen einen Ausflug und wie der Campingplatzbesitzer uns versichert, wollen sie morgen abreisen.
Abends: Mückenalarm.



   |   Tages KM: 143   |   GPS Nord: 43°41`21   |   GPS Ost: 15°54`20

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Freitag, 27.8. Camping Brodarica

Wir sind mit unserem Sohn verabredet. Er holt uns um 10 Uhr mit dem PKW ab. Wir fahren in die 30 km entfernte Marina Frapa. Auf dem Segelboot warten bereits Tina und unser Enkelkind Niklas. Unser Sohn erzählt uns, dass die großen Boote im Hafen manchmal nur eine Woche im Jahr benutzt werden. Die andere Zeit ist eine kleine Mannschaft mit dem Putzen und Bewachen der „Millionenwerte“ beschäftigt. Im Hafen möchte man wissen wer sich auf den Booten aufhält. So müssen wir uns zuerst mit unseren Pässen beim Hafenmeister anmelden. Im Hafen befinden sich etliche Restaurants und einige Einkaufsmöglichkeiten – die Bootsbesitzer finden alles was sie benötigen.
Unweit von den Bootsstegen liegt eine kleine Badebucht. Es taucht die Frage auf: Wo bleibt das Grauwasser der Boote im Hafen? Die Toilettentanks dürfen erst nach der 30 Meilen-Zone ins Meer entleert werden. Trotz allem weht am Ufer die blaue Fahne für gute Wasserqualität.
Überlegungen für den nächsten Tag: Wenn das Wetter stimmt, segeln wir bis Sibenik und am Sonntag weiter zu den Krka- Wasserfällen.


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Samstag, 28.8. Brodarica

Windstille. Wir planen um und machen einen Segelausflug nach Primosten. Mit Motor und auch „unter Segel“ erreichen wir gegen Mittag den Hafen von Primosten. Unterwegs stoppen wir und springen zum Abkühlen ins Meer. Primosten liegt auf einer schmalen Halbinsel. Früher war der Ort nur über eine Zugbrücke zu erreichen und die Insellage schützte vor Feinden, vor allem Piraten. Von der Kirche Sv. Juraj auf dem höchsten Punkt der Insel (29m) hat man einen guten Ausblick. Nach 2 Std. Aufenthalt setzen wir unsere Tour fort und segeln mit Badestopps zurück in den Heimathafen.
Wetterumschwung nachts: Sturm und heftiger Regen.



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Sonntag, 29.8. Brodarica

Planung: Am Morgen hat sich das Wetter beruhigt und wir können die Tour nach Sibenik, weiter durch den Kanal und den Fluss Krka nach Skradin beginnen. Am Montag wollen wir gemeinsam einen Ausflug zu den Krka- Wasserfällen unternehmen. Unser größtes Problem ist die Transportstrecke. Unser Campingplatz liegt etwa 30 km von Skradin entfernt und abends wollen wir im Mobil übernachten. Freitag und Samstag hatten wir den PKW unserer Kinder als Transportmittel. Heute am Sonntag wird Peter in Sibenik aussteigen, um dann mit unserem Roller nach Skradin zu kommen.
Gemeinsam starten wir um 9 Uhr in der Marina Frapa und können schon bald die Segel hissen. Die Windstärke stimmt, nur das Meer ist von den Stürmen der letzten Nacht sehr aufgewühlt. Rasch geht es voran und mittags erreichen wir Sibenik. Björn bringt Peter mit dem Schlauchboot an Land. Mit einem Taxi erreicht Peter unseren Stellplatz. Wir anderen segeln weiter, den Fluss hinauf mit Motorkraft. Die erste Brücke (Autobahnbrücke) sehen wir langsam auf uns zukommen. Unser Mast misst 18m und kurz vor der Brücke bekommen Tina und ich einen Riesenschreck: Sind wir etwa für die Durchfahrt zu hoch – passen wir durch? Das Navi sagt ja, doch die Optik sagt nein! Wir schauen angstvoll auf die Brücke. Sie kommt immer näher und wir halten die Luft an - es passt!
Die zweite Brücke nehmen wir dann recht gelassen. Um 16 Uhr machen wir in Skradin in der Marina fest. Bald erscheint Peter, den Roller hat er vor dem Hafen geparkt. Gemeinsam machen wir mit Niklas einen Rundgang durch den Ort und schauen den Ausflugsschiffen beim An- und Ablegen zu.
Die Rückfahrt am Abend auf dem Roller ist recht kühl, 23km sind es bis zum Campingplatz.


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Montag, 30.8. Brodarica

Niklas wird heute 2 Jahre alt. Nach dem Geburtstagsständchen begeben wir uns auf die Ausflugsschiffe. Leider haben wir mit dem Wetter kein Glück, es regnet. Die Bootsfahrt (20Min) zum Nationalpark der Krka-Wasserfälle ist kostenlos. Nur für den Eintritt zum Park muss bezahlt werden (13€ pro Pers.). Als wir das Ausflugsboot verlassen, hört der Regen auf. Über Holzstege durchwandern wir den etwa 2,5 km langen Rundweg. Auch hier hat sich viel verändert. Seit 1985 sind die Wasserfälle zum Nationalpark erklärt worden und baden ist nur an der unteren Stelle möglich. Das Schwimmen unter den Wasserfällen (was wir vor 30Jahren machen durften) ist inzwischen verboten. Wir verleben einen schönen Geburtstagsnachmittag an Bord. Leider fängt es am Spätnachmittag kräftig an zu regen und hört so schnell nicht wieder auf. Trotz Regenbekleidung werden wir auf dem Heimweg auf dem Roller pitschnass.
Freude: Niklas kann schon einen kleinen Satz sprechen „Opa wo bist du?“



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Dienstag, 31.8. Brodarica

Mit dem Roller fahren wir zur Autobahnbrücke. Gegen 10 Uhr passiert das Boot unserer Kinder die Brücke und wir machen reichlich Fotos. In Sibenik treffen wir uns am Stadthafen und gemeinsam durchstreifen wir ein wenig die Altstadt. Der bedeutendste Bau ist die Kathedrale Sv. Jakov und weist auf die frühe venezianische Zeit hin. Sie war für die Entstehungszeit (1431-1555) ein techn. Wunderwerk. Die Dachkonstruktion des Hauptschiffes ist eine freitragende Tonne, die aus einzelnen Steinplatten zusammengesetzt ist. Sehenswert sind die 74 Porträtsköpfe an den Außenseiten der Apsiden.
Während ich mit den Kindern die Rückreise mit dem Boot antrete, streift Peter noch ein wenig durch die Altstadt. Er steigt zur Festung der hl. Anna hinauf. Nach außen hin gut erhalten, innen baufällig. Doch selbst für ein Foto um uns (aus der Ferne) und das Boot zu fotografieren will man 3€ Eintritt haben – unverschämt!
Wir Segler haben guten Wind und schnittig geht’s über die Adria zum Heimathafen. Der Wind nimmt zu und in der Hafenbucht wir er nochmals kräftiger. Das Anlegen am gemieteten Bootssteg ist unmöglich. Der Wind drückt uns immer wieder vom Steg. Mit viel Mühe und Hilfe eines Hafenhelfers machen wir an der Hafenaußenmauer fest. Uff, das wäre geschafft! Wir sind wieder daheim.
Peter ist auch inzwischen mit dem Roller eingetroffen. Niklas braucht Bewegung und mit seinem Rutscherroller steuern wir im Hafen ein Restaurant an. Danach heißt es Abschied nehmen. Das war eine schöne neue Erfahrung und die Zeit mit euch dreien auf dem Boot hat uns gut gefallen. Wir kommen bestimmt einmal wieder!
Erfahrungen über Eintrittsgelder und Parkgebühren.
Selbst in Kirchen sind die Eintrittsgelder von 1.50-3.00€ üblich. Eine Erklärung der Meisterwerke liegt nicht aus. Wir haben nur wenige Kirchen von innen angeschaut. Der Eintritt erschien uns überhöht, gegen freiwillige Spenden haben wir aber nichts einzuwenden.
Für ein Reisemobil muss man pro angefangene Std. 3 € bezahlen – doch was kann in einer Std. besichtigt werden?



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Mittwoch, 1.9. Brodarica

Wir fahren weiter an der malerischen Küste entlang nach Trogir. Die historische Altstadt von Trogir hat sich ihren mittelalterlichen Charme bewahrt. Die Stadt liegt auf einer Insel, nur durch je eine Brücke mit dem Festland verbunden. Unser Mobil können wir frei außerhalb der kostenpflichtigen Parkplätze parken. Mit den eingesparten Parkgebühren trinken wir einen Cappuccino in einem der unzähligen Cafes. Durch enges Gassengewirr kommen wir zur Uferpromenade. Luxusyachten liegen hier vor Anker - was mag so ein Boot kosten? Und was die Hafengeb.? Pizzerien mit schattigen Sitzplätzen sind gut besucht – Touristen haben anscheinend immer Hunger. Hinter einem kleinen Park befindet sich die Festung Kamerlengo. Wir verzichten auf die Besichtigung und streifen lieber durch die schöne Altstadt. Auf dem Wochenmarkt, gleich nach der Bücke zum Festland, decken wir uns mit Obst ein. Nach 3 Std. Stadtbummel geht es weiter.
Schon bald grüssen die ersten Hochhäuser von Split. Auch hier wird das Parken mit gr. Fahrzeugen ein Problem sein, also heben wir uns Split für einen späteren Besuch auf. Die Küste von Split bis Makarska wird durch seine vielen Fischerdörfer geprägt. Zum Binnenland ragt das bis zum 1700m hohe Biokovo-Gebirge auf. Die Ausläufer der Karstfelsen fallen schroff bis ins Meer hinab, um dann wieder den Palmenbestandenen Uferpromenaden der Urlaubsorte Platz zu machen. Im Meer tauchen die Inseln Brac, Hvar und Korcula auf. Wir sehen Traumbuchten mit Kies- und auch Sandstränden. Bei Zivogosce fahren wir auf einen Campingplatz. Überwiegend verbringen hier Gäste aus der Slowakei, Tschechien und Polen ihren Urlaub. Seit heute beginnt die Nachsaison, die Preise sind reduziert.
Anmerkung: Freies Stehen ist in Kroatien nicht erlaubt und wird mit Strafe belegt.


   |   Tages KM: 161   |   GPS Nord: 43°10`14"   |   GPS Ost: 17°11`57"

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Donnerstag, 2.9. Zivogoske

Heute Morgen haben wir starke Brandung und es gibt kein Bad im verlockenden Meer. Unser heutiges Ziel ist Dubrovnik. Wieder sehen wir türkisblaue Badebuchten, die Str. schlängelt sich oberhalb dieser. Im Meer erscheint Peljesac und im ruhigen Meeresarm dazwischen gibt es viele Fischzuchtanlagen. Wir sehen verlassene und zerstörte Häuser. Der Krieg 1991/1992 ist seit fast 20 Jahren beendet. Wo mögen die damaligen Bewohner jetzt leben? Die Landschaft ist sehr abwechselungsreich und die Str. kurvenreich, so ziehen wir wieder eine Karawane hinter uns her. Ab und zu überholt uns ein PKW risikoreich. Bei Ploce erreichen wir das fruchtbare Schwemmland und bald danach die Grenze nach Bosnien Herzegowina. Nur 9 km Küstenstreifen hat das Land, dann befinden wir uns wieder in Kroatien. Mittags passieren wir Dubrovnik und fahren auf einen Campingplatz, etwa 8 km nach der Stadt. Der Blick von der Stadtumgehungsstrasse auf die Altstadt von Dubrovnik gibt einen kleinen Vorgeschmack was die Besucher erwartet. Dubrovnik liegt auf einer ansteigenden Felsspitze und ist von 3 Seiten vom Meer umgeben. Mittelalterliche Mauern umschließen die Stadt. Die geschützte Lage auf dem Felskap wussten schon die Römer und Griechen zu schätzen. Dubrovnik hieß früher Ragusa und erlebte im 15. bis 17. Jh. mit seiner Handelsflotte seine Blütezeit. 1667 zerstörte ein Erdbeben große Teile der Stadt. Nach dem Wiederaufbau marschierten 1808 Napoleons Truppen ein und später ging die Stadt ging an die Habsburger. Als die Monarchie 1918 zerfiel, wurde sie unter dem Namen Dubrovnik Teil Jugoslawiens. 1991 wurde die Stadt von Serbien angegriffen und zu 70% beschädigt. Bald danach hat die fleißige Bevölkerung die Kriegsschäden behoben und heute sind Touristenströme die neue „Goldader“. Sehenswert sind: Die knappe 2km lange Stadtmauer auf er man treppauf und treppab die Altstadt (gegen 10€ Gebühr) umrunden kann, der Onofrio Brunnen, das Franziskanerkloster, der Rektorenpalast, die Placa, der Luza-Platz und die Kathedrale: Mindestens 3 Std. sollte man für eine Kurzvisite einplanen.
Wir fahren mit dem Roller bis fast an die Stadtmauer und laufen über diese um die Altstadt. Wir genießen den grandiosen Ausblick und schon von oben kann man die wichtigsten Gebäude erkennen. Ein Blick in die Kirchen ist lohnenswert.
Erkenntnis den Tages: Dubrovnik ist ein Besichtigungsmuss!


   |   Tages KM: 136   |   GPS Nord: 42°37`29"   |   GPS Ost: 18°11`20"

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Freitag, 3.9. Kupari (Dubrovnik)

Traurige Überreste: Der Krieg 1991/92 hat nach Dubrovnik etliche Hotelruinen zurück gelassen. Riesige Bettenburgen stehen total verwaist an reizvollen Badebuchten. Die Stimmung ist bedrückend.
Weiterfahrt – dieser Campingplatz ist wirklich keinen Stopp wert – ungepflegter Baumbestand und schmutziger Sanitärblock.
Der kleine beschauliche Badeort Cavtat liegt auf einer Landzunge. Schon seit dem 19. Jh. wird der Ort mit den 2 Häfen von Sommerfrischlern aufgesucht. Wir steigen die vielen Treppenstufen hinauf zu einem Friedhof. Hier hat der bekannte einheimische Bildhauer Ivan Mestrovic 1922 einer reichen Reederfamilie ein Mausoleum gestaltet. Leider ist die Tür verschlossen. Ein Blick durch das Schlüsselloch gibt nur einen kleinen Einblick. Dafür ist der Blick von hier oben auf die Bucht von Dubrovnik das Treppensteigen wert. Leider versperrt ein gr. Kreuzfahrtschiff den Blick auf die Altstadt von Dubrovnik. Wir nehmen die Treppe abwärts in den Ort. Einige große Yachten im Hafen, Cafes und Restaurants an der gepflegten Promenade, kleine Hotelanlagen, dahinter kleine Altstadt-Gassen – so präsentiert sich Cavtat seinen Gästen.
Wieder auf der Hauptstr., durchfahren wir eine Landschaft mit Zypressen und Gemüseanbau. Das Gebiet wird zum Binnenland mit dem Karstgebirge zu Bosnien-Montenegro begrenzt.
Auch der Grenzübertritt nach Montenegro verläuft ohne Probleme. Unser erster Eindruck: Die Häuser in den Ortschaften erinnern ein wenig an Ostlockbauten. Wir umfahren die Bucht von Kotor und machen in der Altstadt einen Bummel. Stari Kotor ist komplett von einer Stadtmauer umgeben. In den schmalen Gassen unzählige Cafes und Boutiquen. Am Berghang befindet sich eine alte Befestigungsanlage. Ein beschwerlicher Wanderweg (entnehmen wir einer Wegskizze) führt von unten auf die Burg. Wir heben uns die Wanderung für einen späteren Besuch auf.
Nach Kotor und bis weit nach Budva sehen wir riesige Hotelkomplexe, die Strandliegen und in Viererreihen aufgestellt. Klein-Spanien – wer verbringt hier seinen Urlaub? Heute ist der Himmel bedeckt und die Strände fast menschenleer. Wo viele Menschen sich aufhalten, entsteht auch viel Müll. Die wenigen Panoramaplätze haben nur selten einen Abfalleimer und der Müll der Besucher verteilt sich über die Landschaft.
Wir passieren das kleine Städtchen Ulcinj und fahren auf einen Stellplatz (Campingplatz) unweit der albanischen Grenze. Uns fallen die vielen Hunde auf, die hier auf dem Platz herumlaufen.
Erkenntnis. Die Hundebesitzer sind auf vielen Plätzen unerwünscht. Und dort, wo es erlaubt ist, halten sich auch die freilebenden Hunde auf.


   |   Tages KM: 192   |   GPS Nord: 41°51`54   |   GPS Ost: 19°20`40

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Samstag, 4.9. Camping Ada Bojana (Ulcinj)

Ein Strandtag ohne Sonne, denn es regnet seit gestern Abend ununterbrochen. Am Mittag klart es auf und wir machen einen Spaziergang zum nahen Fluss Bojana. Viele der einfachen Fischerhütten sind inzwischen zu komfortablen Restaurants umgebaut. Zur Wasserseite haben sie überdachte Terrassen und es sieht einlandend aus. Am Meeresstrand weht der Wind den schwarzen Sand vor sich her. Die rote Fahne am bewachten Badestrand zeigt an: Baden verboten. In der Ferienanlage gibt es Bungalows und einige Restaurants.
Feststellung: Einkaufsmöglichkeiten und Sanitäranlagen auf dem Campingplatz eher bescheiden.


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Sonntag, 5.9. Ada Bojana

Ein weiterer Ruhetag. Heute scheint die Sonne vom Himmel. Für die Strandschirme muss bezahlt werden – kein Service vom Platz, wie wir leichtgläubig annehmen. So breiten wir unsere Handtücher aus und unternehmen einen langen Strandspaziergang. Heute am Sonntag ist der Strand gut besucht, Tagesgäste aus der nahen Stadt. Ein leichter Wind sorgt für angenehme Abkühlung – fast wie auf Sylt kommt es uns vor.

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Montag, 6.9. Ada Bojana

Wir ziehen auf dem Platz um in eine andere Ecke, denn vor dem Waschhaus müffelt es nach Abwasser. Danach geht es an den Strand. Der seicht ins Meer abfallende Sandstrand gefällt mir besonders gut. Wir laufen den langen Strand (3 km) bis zum Ende, dort wo der Nebenarm des Bojanas ins Meer fließt. Hier ist die Grenze zu Albanien. Wir sehen auf der anderen Uferseite Fischer auf Pfählen sitzen. Sie werfen ihre Angeln aus.
Auf dem Rückweg springen wir zur Erfrischung oft ins Meer. Einfach nur herrlich und sehr angenehm!!!
Abends spazieren wir zu den nahen Restaurants unweit vom Camping und schauen uns die Speisekarten an. Fischgerichte in allen Variationen. Man zeigt uns einen Fisch aus der Kühlung, aber so richtig frisch sieht der nicht mehr aus. Wir nehmen auf der Terrasse direkt über dem Fluss platz und ordern nur ein Getränk. Der Sonnenuntergang und die Stimmung am Fluss (die nur durch die Musik im Lokal gestört werden) sind schon beeindruckend. Zurück stolpern wir durch den kleinen Wald, wir nehmen den unbeleuchteten Weg zum Platz. Jetzt um 8 Uhr ist es bereits stockfinster und die Bodenwelle, die die Autoraser stoppen soll, wird für mich zur Stolperfalle. Zuerst sieht es fast so aus, daß ich den Sturz noch abfangen kann, doch dann knalle ich mit der rechten Körperhälfte der Länge nach auf den Betonboden. Mit einem lauten „Au, oh tut das weh“, bleib ich erst einmal liegen. Am meisten schmerzt der untere rechte Rippenbogen. Peter ist sofort zur Stelle und hilft mir wieder auf die Füße. Es tut tierisch weh – sogar das Luftholen. Ich taste die schmerzenden Körperteile ab – Gott sei dank, gebrochen ist nichts. Ich habe nur Prellungen und noch einmal Glück gehabt!
Vorsicht in der Dunkelheit auf fremden Wegen: Was nützen die mitgenommenen Taschenlampen, wenn sie nicht eingeschaltet werden!


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Dienstag, 7.9. Ada Bojana

Ein allerletzter Tag am Badestrand. Peter holt zum Frühstück ein Brötchenbrot (7 Stück) aus dem kleinen Supermarkt. 60 Cent muss er bezahlen. Auch Tomaten, Paprika, Kartoffeln und Zwiebeln sind äußerst preiswert. Montenegro hat den Euro und so können wir wunderbar die Preise vergleichen.
Anmerkung: Viele ältere Apartmenthäuser stehen verlassen und baufällig. Das ist für die Touristen kein schöner Anblick. Wäre es nicht besser diese an Einheimische für wenig Geld zu verpachten, so wie bei uns die Schrebergärten? Ich glaube, dann würden hier so einige Schmuckstücke stehen.



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Mittwoch, 8.9. Ada Bojana

Die Wegstrecke ist miserabel bis nach Sukobin an der albanischen Grenze. Wir zählen 14 PKW und 2 Busse vor uns, die Abfertigung geht an den 2 Schaltern nur langsam voran. Die Landschaft um uns: Bewaldete Hügel und dahinter karstige Gebirgshänge. Die Bevölkerung nah der Grenze lebt von der Landwirtschaft und es gibt viele Verkaufstände an der Str. Wir sehen Moscheen und Mengen von Wohlstandsmüll am Wegesrand. Über eine einspurige recht abenteuerliche Brücke gelangen wir in die nächste größere Stadt, nach Shkodär.
Unser erster Eindruck: Straßenverkehr mit vielen Mofas, Fahrrädern und PKW. Es ist ein Gewusel, dazwischen Personen, die die Str. überqueren. Einen zentralen Parkplatz von der wir unsere Stadtbegehung starten können finden wir nicht. Restparkplätze gibt es nur an der Str. Die alte Brücke von Mesit ist nicht ausgeschildert und eine Bank um Geld zu wechseln haben wir auch noch nicht entdeckt. Und wo bitte, liegen die im Reiseführer beschriebenen Sehenswürdigkeiten? Wir sind etwas genervt, ganz so chaotisch hatten wir uns Albanien nicht vorgestellt. Gemeinsam entscheiden wir ohne Besichtigungsstopp weiterzufahren.
Peter hält am Straßenrand und erkundigt sich in einem Autoteilehandel nach einer Bank. Man ist bereit uns auch hier Euro zum annehmbaren Kurs in Lek zu wechseln.
Bei Tale, unweit vom Meer, besichtigen wir eine riesige Bunkeranlage. Diktator Zogu hat seit Anfang 1920 bis zu seinem Tode 1985 über 30 000 solcher Rundbunker aus Stahlbeton an strategischen Punkten im ganzen Land erstellen lassen. Albanien war abgeriegelt. Erst seit 5 Jahren ist es Touristen möglich uneingeschränkt Albanien zu bereisen. Auch der Straßenbau lässt zu wüschen übrig und auf etlichen Wegstrecken ist Allrad erforderlich. Wir wollen die Küstenstr. vom Norden nach Süden befahren und uns einige Sehenswürdigkeiten li + re des Weges ansehen. Unser nächster Stopp ist Kruje, 550 m hoch an einem Gebirgshang gelegen. Sehrenswert sind die Reste der alten Burg, das ethnologische Museum, das Skanderbeg Museum und der alte Basar.
Doch der Weg dorthin ist mal wieder ungenügend ausgeschildert. Mit einigen schweren LKW schleppen wir uns die Bergstr. nach Kruje hinauf. Große Ausweichmöglichkeiten gibt es auf der schmalen Str. nicht und ein 50cm tiefer Regenkanal verläuft haarscharf als Begrenzung. Wir finden durch das Straßengewirr und parken auf einem bewachten Parkplatz unterhalb der Burgreste. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg. Unzählige Souvenirstände preisen ihre Ware an. Unser Eindruck: Überwiegend Kitsch. Das ethnol. Museum zeigt in einem alten Holzhaus Einrichtungen aus der Zeit vor über 100 Jahren. Die Wohnräume sind voll eingerichtet. Ein altes Hammam schließt sich an. Leider ist es nicht erlaubt Fotos zu machen.
Der alte Basar ist eine weitere Sehenswürdigkeit. Alte Häuser ziehen sich entlang einer schmalen gepflasterten Gasse. Heute ist in jedem Haus ein Souvenirladen. Die Verkäufer sind freundlich und nicht aufdringlich. Mit Handgesten fordern sie uns auf ihre Geschäfte zu betreten.
Dem albanischen Volkshelden Skanderbeg (1444) hat man auch hier oben ein Museum eingerichtet. Große Wandbilder in Farbe und Stein zeigen ihn im Kampf gegen die Türken.
Nach 2 Stunden Besichtigungen beschließen wir nach Durres ans Meer zu fahren. In unserem Reiseführer ist in der südlichen Badebucht ein Campingplatz beschrieben. Die vielen Hotelanlagen nach Durres sehen abschreckend aus - direkt an der Durchgangsstr. Nord/Süd, die zu einer Autobahn ausgebaut wird. Auf der Höhe des Ortes Kavaje biegen wir zum Meer und folgen der Ausschilderung Kamping. 7 km sollen es bis zum Platz sein. Nach 3 km hört die Teerstr schlagartig auf und auf einspurigen Schotterwegen geht es mal links, mal rechts ab zum Platz. Kurz vor dem Ziel stoßen wir auf einen Geländewagen mit deutschem Kennzeichen. So sind wir nicht alleine auf Platzsuche.
Der Campingplatz befindet sich in einer noch ruhigen Meeresbucht. Doch einige größere Rohbauten besagen: Das wird die nächste Zeit anders werden. Ein frischer Wind weht vom Meer und an einigen Stellen schwappt es über den mit großen Steinen aufgeschütteten Steg. Es ist auch bereits hier Nachsaison.
Das fiel uns auf: An jeder Ecke wird Autowaschen von Hand angeboten. Umweltauflagen gleich null, das Schmutzwasser läuft einfach auf die Straße. Was mag so eine Autowäsche für uns kosten?


   |   Tages KM: 230   |   GPS Nord: 41°10`55   |   GPS Ost: 19°28`40

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Donnerstag, 9.9. Camping Karpen (Durres Albanien)

Diese Bucht ist wirklich traumhaft und bis zum späten Vormittag ringen wir mit der Entscheidung: Fahren oder bleiben? Wir fahren einen anderen Weg zurück zur Hauptstr. Heute kommen uns viele kleine Jungen auf Mofas entgegen und hupen wie verrückt. Andere Kinder stehen am Straßenrand, winken und halten Tüten in ihren Händen. Was ist los, heute am Donnerstag keine Schule? Da fällt uns ein, ist heute nicht Zuckerfest, das Ende der Ramadanzeit? Nach den Moscheen zu urteilen gibt es hier einen größeren Moslemanteil in der Bevölkerung. Was bedeutet das für uns auf unserer heutigen Weiterfahrt? Aggressive Autofahrer die Verwandte besuchen wollen? Erinnerungen an unserer Türkeireise 2009 werden wach.
Überwiegend viele PKW mit dem nat. Kennzeichen von Italien sind unterwegs. Sind das Albaner, die in Italien arbeiten und leben? Wohlstand – bauen sie sich hier neue Häuser als Altersruhesitz? Wir sehen Metzger an der Straße, daneben festgemachte Jungtiere – das Frischfleisch für Morgen? Auch lebende Karpfen werden an anderen Verkaufsständen angeboten. Wir umfahren die Stadt Fier. Wie in jeder kleinen Stadt befinden sich die Autoverwertungsbetriebe außerhalb. In mehrstöckigen Gebäuden stapeln sich die gebrauchten Autoteile. Hier in Albanien wird alles Gebrauchte noch benötigt, auch die Bauindustrie boomt. Die gute Wegstrecke ist jetzt passe, 40 km bis Vlore sind eine einzige Schlaglochpiste! Auf unserer Landkarte ist diese Str. wie eine Schnellstr. eingezeichnet. Nicht nur wir müssen höllisch auf die Geschwindigkeit achten, Einheimische geraten recht oft in eine der vielen Radarkontrollen. Vlore weist am Ende der Strandpromenade als Umgehung eine Einbahnstr. durch einen Tunnel auf. Erst als wir vor dem Tunnel stehen sehen wir die Größenangabe: Höhe 3,20m und Breite 2,30m. Für uns passt das nicht und wir müssen vor dem Tunnel wenden. Bedauerlich für den übrigen Verkehr hinter uns, der jetzt erst einmal warten muss. Just da erscheint die Polizei. Sie erweist sich als unser Freund und Helfer und geleitet uns aus der Einbahnstr. zurück. Wir müssen (wie der restliche Schwerverkehr) über den Berg. Stellenweise ist es durch die vielen Baustellen ganz schön eng, dem Fahrer wird einiges abverlangt.
Zurück an der Küste beginnt die schöne Wegstrecke. Entlang der Buchten, vorbei an schönen Hotels mit Badestränden am türkisblauen Meer. Einige Restaurants haben ihre Besucher-Pavillons direkt über dem Meer. Na, ich will die Str. mal nicht vor ihrem Ende loben! Hinauf geht es in vielen Serpentinen auf den über 1000m hohen Llogara Pass. Um uns grüßen die Gipfel der 2000m hohen Berge. Die Fahrt auf der anderen Seite bergab gibt den Blick auf schöne Badebuchten frei. An der Hauptstr. vor Dhermi ist der Hinweis zu einem Campingplatz angebracht, doch vorerst müssen knapp 3km bergab bewältigt werden. Als wir einem weiteren Schild am Strand nachfahren, werden wir stutzig. Hier sollen wir abbiegen? Das ist wieder einmal für unsere Größenordnung nicht geeignet, allenfalls für Geländewagen mit Zelt. Wir parken auf dem befestigten Strandparkplatz und sehen uns die Zufahrt und den Campingplatz auf dem Fußwege an. Gott sei dank sind wir nicht mit dem Mobil abgebogen, wir hätten den Rückweg nur im Rückwärtsgang zurücklegen können.
An der Strandstr. befinden sich außerdem eine Disco, einige Restaurants und eine Ferienanlage. Die Müllcontainer quellen über und es stinkt erbärmlich. Ab und zu wird der Müll durch Abfackeln reduziert. Jetzt in der Nachsaison ist wenig los, dabei haben wir noch am Spätnachmittag um die 28°C. Wir laufen die unbefestigte Strandstr. ein gutes Stück in die andere Richtung und kommen an etlichen Müllcontainern und einem toten Pferd vorbei. Alles sieht wenig einladend aus. Den Kiesstrand mit seinen Liegen, Sonnenschirmen, Hängematten und der kleinen Bar – das ist das, was die Touristen im Urlaub sehen wollen.
Erkenntnis des Tages: Tanken mit Kreditkarten Fehlanzeige. Auf die Angaben in unserem Reiseführer können wir uns nicht immer verlassen.


   |   Tages KM: 160   |   GPS Nord: 40°09`20"   |   GPS Ost: 19°36`34"

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Freitag, 10.9. Dhemri

Wenn nur nicht dieser Geruch, dieser Gestank wäre!
Schon früh kurven wir die hier gut ausgebaute Küstenstr. durchs Gebirge nach Himare. Dem alten Himare Kastro statten wir einen kurzen Besuch ab. Einige der unteren Häuser sind bereits saniert. Über gepflasterte Enggässchen mit Tonnengewölbedurchgängen, teilweise überdacht von Weinspalieren steigen wir zu den Resten der Burg hinauf.
Viele Badestrände, die wir auf unserer Weiterfahrt von oben entdecken, lassen sich nur mit einem Geländewagen anfahren. Unzählige Bunker stehen an den Berghängen dieser schönen Küste – traurige Überreste der Enver Hoxha Regierung. Der nächste Stopp ist Palermos. Auf einer kl. Halbinsel liegt die gut erhaltene Festung von Ali Pascha. Peter ist sofort „Feuer und Flamme“ und macht sich mit einer Taschenlampe auf Besichtigungstour. Ich warte einstweilen im nahen Cafe und bestelle einen Espresso. Es sitzen bereits 3 Männer auf der überdachten Außenterrasse und trinken ebenfalls Kaffee – einer begrüßt mich englisch. Als mir der Kellner die Rechnung bringt, falle ich fast vom Stuhl – 600 Lek, das sind 4,5o Euro. Ich wende mich vertrauensvoll an den engl. sprechenden Gast, zeige ihm die Rechnung und frage: „ 600 Lek for one Espresso?“ Er schüttelt den Kopf und geht mit mir ins Cafe. Dem Wirt macht er klar, dass ich sein Gast bin und er mich zum Kaffee einlädt. Ich sehe, dass er nur wenige Münzen dem Wirt zuschiebt (umgerechnet 1 Euro). Ich komme mit dem Gast ins Gespräch und wir reden ein wenig über die Reise und unsere Erfahrungen in Albanien. Inzwischen ist auch Peter eingetroffen. Auf meine Frage: „Wo haben sie so gut englisch sprechen gelernt?“ Antwortet achselzuckend: „ich habe mal hier, mal da im Ausland gearbeitet“. Jedenfalls erst einmal danke für die Hilfe und den Espresso.
Wir umfahren die große Hafenstadt Saranda und kommen Richtung Osten wieder über ein Gebirge. Bei Jorgucat erreichen wir die Schnellstr. Rechts liegt die13km entfernte Grenze Griechenlands, links geht nach Gjirokaster ins Binnenland – unserem heutigen Etappenziel. Doch vorerst machen wir einen Stopp. Heute ist es schwülwarm und es sieht nach Gewitter aus.
Unser Reiseführer beschreibt einen größeren Parkplatz vor der Altstadt von Gjirokaster, also wohl auch mit unserem Mobil anzufahren. Leider erweist sich dieser als PKW-Einrichtung, aber etwas bergab an der Str. haben wir bereits ein ital. Mobil parken sehen. Davor parken wir ein und sofort ist ein Parkplatzwärter zur Stelle um die Parkgeb. zu kassieren. Er spricht keine Fremdsprache und wir machen ihm mit Fingerzeichen klar, dass wir 2 Std. bleiben wollen. 1000 Lek will er dafür haben – unverschämt. Wir handeln ihn auf die Hälfte runter und finden die Summe auch noch zu hoch. Ohne Quittung ziehen wir zur Besichtigung los. Gjirokasta gehört zu den drei albanischen Stätten, die es auf die Liste des Weltkulturerbes geschafft hat. Wir schlendern nur durch die Altstadt, die Festung und Museen lassen wir für heute links liegen. Die Touristeninfo für weitere Tipps ist unauffindbar und so haben wir bereits nach 1 Std. genug gesehen. Auf dem örtlichen Parkplatz erfragen wir die Parkgebühren. Man zeigt uns 50 Lek die Stunde – wir haben das Zehnfache bezahlt. Mit unserem Parkplatzwächter gehen wir in eine erregte Diskussion. Wollen mit ihm zur Polizei – doch die lässt sich nicht finden. Wieder entnervende Gespräche. Englischsprechende Einheimische kommen uns zu Hilfe. Zum Schluss gibt er bekannt, dass er parken für 2 Tage verstanden hätte, daher der Preis. Wir beteuern, 2 Stunden und nicht 2 Tage – was sollen wir um Herrgottswillen in diesem Ort 2 Tage machen? Auf 2 Euro und unsere 500 Lek zurück, wird die Parkgeb. nun geändert. Wir sind einfach nur wütend über diese Touristenabzocke und rufen ihm noch „Bandito“ zu, bevor wir schleunigst weiterfahren.
Vor Tepelene verlassen wir die Schellstr., 60 km Landstr. sind es bis nach Griechenland. Die Straße führt oberhalb am Fluss Vjose entlang und hat eine sehr schadhafte Straßendecke. Inzwischen hat ein heftiger Gewitterregen eingesetzt und nur mit 30km/h bewegen wir uns vorwärts. Viele PKW brausen an uns trotz schlechter Sicht und unübersichtlicher Kurven vorbei. Noch ein Stündchen (bis 17 Uhr) wollen wir fahren, um uns dann ein Übernachtungsplätzchen zu suchen.
Bei Permet fahren wir auf eine Tankstelle mit Cafe. Peter fragt nach einer Möglichkeit zum Übernachten und Essen. Übernachten hier ja, das Restaurant liegt (er weist mit dem Finger auf ein Haus) gleich nebenan. Wir parken auf festem Untergrund, das erscheint uns bei dem vielen Regen wichtig und gehen ins nahe Restaurant.
Wir sind die einzigen Gäste. Der junge Besitzer erklärt uns sein Speisenangebot. Wir erfragen auch gleich den Preis, damit es später kein böses Erwachen gibt – 10 Euro für 2 Personen plus Getränke. Wir sind angenehm überrascht. 1 - 2 - 3, steht das Essen auf dem Tisch und mit einem Bier stoßen wir auf das gute Ende vom heutigen Tag an.
Erfreuliche Erkenntnis des heutigen Tages: Nicht alle Personen in Albanien wollen bei den Touristen abkassieren!



   |   Tages KM: 186   |   GPS Nord: 40°14`23   |   GPS Ost: 20°21`54

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Samstag, 11.9. Permet

Gewitter und Dauerregen, das Wetter bessert sich nicht bis um 11 Uhr. Wir fahren weiter.
7 km nach Permet kommt ein Abzweig zu einer alten Türkenbrücke und den Natur-Thermalbecken. Auf gutem Asphalt geht es bis zu einem Parkplatz. Weiter können nur Allradfahrzeuge fahren. Uns kommt von dieser Strecke ein PKW aus der Tschechei entgegen und biegt auf den befestigten Parkplatz. Zwei junge Leute steigen aus, über und über mit Schlamm verdreckt. Sie hatten sich auf dem Schotterweg im Matsch festgefahren. Nur durch Unterfüttern der Reifen mit Steinen konnten sie sich befreien. Wie sie uns berichten, steckt dort noch ein weiterer PKW fest. Wir laufen in Gummistiefeln und Botten durch Matsch und Stürzbäche zur alten Brücke um ein paar Beweisfotos zu schießen. Peter steigt noch zu den Thermalbecken hinab, gefühlte Wassertemperatur 25° C.
Weiter fahren wir auf 1 1/2spuriger Passstr. die letzten 40km bis zur Grenze. Wir können nur mit maximal 20 km/h die tausend Windungen zurücklegen. Rechts neben uns beginnt der über 100m tiefe Abgrund zum Fluss. Vereinzelte PKW quetschen sich an uns vorbei. Regen – Regen – und nochmals Regen, von der sicherlich schönen Landschaft können wir nicht viel erkennen. An den Wegbiegungen fehlt die Ausschilderung gänzlich. Wir fahren auf gut Glück. Im letzten Ort (8km) vor der Grenze zählen wir unsere letzten Lek. Keine Tankstelle, dafür 3 Restaurants und einfache Lebensmittelshops, einige Privathäuser, so präsentiert sich Carshove. In einem Restaurant verspeisen wir 3 Forellen mit Beilagen für 15 Euro, für den Rest bestücken wir unseren Getränkevorrat.
Die Grenze nach Griechenland passieren wir ohne Probleme und treffen dort die netten Münchner vom ersten Campingplatz in Albanien wieder. Sie wollen auch weiter nach Griechenland und hoffen auf besseres Wetter.
In Griechenland entschließen wir uns auf die nun fertig gestellte Autobahn von Ioanniana nach Thessaloniki zu fahren. Viele, viele Tunnel wurden von EU-Geldern durchs Gebirge gegraben. Die Kosten sind neben der Tunnellänge vermerkt, leider haben wir nicht mitgerechnet. Von solchen Autobahnen können wir in Deutschland nur träumen. Bei Veria verlassen wir die Autobahn und übernachten auf dem Parkplatz von einem größeren Supermarkt. Dieser schließt heute um 20 Uhr und hat am Sonntag geschlossen.
Unsere Eindrücke von Albanien: Bevölkerung nett (bis auf eine Parkplatzausnahme), Straßenbau steckt noch in den Kinderschuhen, Campingplätze sind Zeltplätze, touristisch gesehen ist Albanien noch ein Entwicklungsland.


   |   Tages KM: 308   |   GPS Nord: 40°31`36"   |   GPS Ost: 22°12`54"

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Sonntag, 12.9 Veria

Mein Wunsch für heute: Einen Abstecher auf die Halbinsel Chalkidiki. Es gibt drei hervorspringende „Finger“ im Süden. Vor Jahren haben wir zwei bereist. Der dritte Finger ist Athos. Eine Klosterinsel von Mönchen bewohnt und nur Männer haben Zutritt. Wir wollen die gebirgige Sithonia umfahren und dort wo es schön ist, ein bis zwei Tage bleiben. Den ersten Abstecher machen wir in Neo Marmaras. Heute am Sonntagmittag sind die unteren Parkplätze am Hafen gut belegt. Typische griech. Tavernen liegen entlang des Hafens. Lackierte einfache Holzstühle und Tische mit karierten Tischdecken werden von Überdachungen beschattet. Wir hören griech Musik, ein leichter Wind weht vom Meer her und die Sonne strahlt vom Himmel. Das alles wissen nicht nur die Einheimischen, sondern auch die vielen Touristen zu genießen. Auch wir lassen bei Cappuccino den Blick schweifen. Alle Geschäfte haben geöffnet und es herrscht ein reges Treiben.
Kurvenreich, aber mit gutem Straßenbelag erreichen wir die Westküste und fahren auf den Camping Platanitsi. Die meisten Stellplätze liegen unter hohen Platanen. Es sind überwiegend Caravans von Dauercampern. Sie haben es sich häuslich eingerichtet, doch in der Nachsaison ist es fast menschenleer. Wir inspizieren die örtlichen Sanitäranlagen und rümpfen die Nase. Der Campingplatz ist sehr weitläufig. Im hinteren Bereich noch weniger Toiletten. Peter meint er ist naturnah. Aber der Strand mit seinem weißen Sandkies ist sehr sauber und das Wasser leuchtet in allen Blautönen – einfach super! Der Uferbereich ist seicht, danach wir es schnell tiefer. Es weht die blaue Fahne, die steht für gute Wasserqualität. Wir bleiben, haben wir doch ein komfortables Bad im Mobil.
Abends: Auf der überdachten Terrasse sitzen, über uns die Sternen und eine Ruhe – da möchte man ewig sitzen bleiben.



   |   Tages KM: 270   |   GPS Nord: 40°07`11   |   GPS Ost: 23°58`29

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Montag,13.9. Platinitsi

Wir haben einen schönen Stellplatz von einem bereits abgereisten Dauercamper erwischt. Vormittags lässt sich die Sonne nicht blicken und wir machen eine lange Wanderung über die Felsen, die die Badebucht begrenzen. Wir sehen noch viele schöne Stellplätze. Am Nachmittag kommt die Sonne hervor und wir genießen das tolle Wasser.
Kleiner Wehmutstopfen: In der Nachsaison gibt es keinen Preisnachlass.


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Dienstag,14.9. Platinitsi

Sithonia ist sehr stark gebirgig. Das stellen wir fest, als wir gegen Mittag den Weg durch das Binnenland einschlagen. 2 Stunden benötigen wir. Immer bergauf, durch kleine Orte, dann wieder bergab. Bei Stavros erreichen wir wieder das Meer. Nun ist ein Supermarkteinkauf fällig. Mit gut gefüllten Stauräumen geht es auf die Autobahn Richtung Alexandroupoli. Unterwegs sehen wir die ersten Baumwoll- und Tabakplantagen. Gegen Abend erreichen wir den uns bereits bekannten Campingplatz. Abends kocht Peter. In der „Fressgasse“ finden wir nach einigem Suchen das Lokal vom letzten Jahr. Auch heute schaffen wir das Unmögliche: Wir essen alles auf.
Das kommt davon: Ich schlafe schlecht. Man sollte sich den Bauch abends nicht so vollschlagen!


   |   Tages KM: 346   |   GPS Nord: 40°50`45   |   GPS Ost: 25°51`18

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Mittwoch, 15.9. Alexandropoli

Wir fahren einmal mitten durch die Stadt. Die vielen Cafes sind schon um 11 Uhr übervoll. Unzählige Motorroller parken am Straßenrand, die einzige Möglichkeit einen Parkplatz im Centrum zu erwischen. Wir wollen nochmals in Griechenland tanken. Der Preis schwankt gewaltig, von 1,25 bis 1,40 Euro. In der Türkei sind Preise von 1,50 zu erwarten. Wir passieren ohne Probleme bald die Grenze zur Türkei. Wie weit werden wir heute kommen? In der leicht hügeligen Landschaft stehen erntereife Sonnenblumenfelder. Wie schön müssen diese aussehen, wenn sie strahlend gelb vor dem blauen Himmel leuchten. Wir biegen ab zur Hafenstadt Gelibolu auf der Halbinsel Gallipoli. Sehenswert ist der kleine Hafen. Von hier gibt es auch eine Fährverbindung über die Dardanellen auf das asiatische Festland der Türkei. Um den Hafen haben sich etliche Cafes und Restaurants angesiedelt. Auf dem Marktplatz stehen einige Fischstände. Sardinen sind hier die Spezialität und ein Grillstand kann auf Wunsch die frischen Fische sofort zubereiten.
Wir gehen auf Gallipoli bei dem Ort Kabatape auf einen Hotelcamping. Die kleine Ferienanlage wird überwiegend von türk. Urlaubern genutzt. Mit je einem Reisemobil aus der Schweiz und den Niederlanden sind wir die einzigen ausländischen Gäste. Der Hoteleigene Sandstrand ist von einigen größeren Steinen im Wasserbereich durchzogen. Strandliegen und Schirme gratis? Jedenfalls ist die Benutzung der 3 Waschmaschinen gratis. Ich bin hocherfreut. Doch wie ich nach einiger Zeit mit der Holländerin feststelle, arbeit nur eine. Die anderen 2 stehen wohl schon länger defekt umher. Als großes Problem erweist sich das Öffnen der Maschine nach der Wäsche. Angeblich soll sich die Tür 10 Min. nach Beendigung entriegeln. Doch was wir auch unternehmen, die Tür bleibt verschlossen. Durch umherdrehen sämtlicher Knöpfe, elektr. Stecker raus, Starterknopf drücken – es tut sich nichts. Um 22 Uhr bemühe ich den netten Herrn aus der Rezeption. Auch er fummelt an der Maschine hin und her und ist recht verzweifelt. Mit einem Mal aber, wie von Geisterhand, lässt sich die Maschine öffnen. Überschwänglich bestücke ich gleich eine zweite. Dann wird morgen früh ja alles paletti sein! Im Schein der Taschenlampe hängen Peter und ich die nasse Wäsche auf.
Neue Erfahrungen: Wir erleben erstmals einen Ort, wo der türkische Mittelstand Urlaub macht. Diese Familien waren nicht in Deutschland zum Arbeiten. Sie sprechen ihre Landessprache und machen wie wir Urlaub. An Gesprächen mit anderen Touristen sind sie anscheinend wenig interessiert. Wie schade!


   |   Tages KM: 205   |   GPS Nord: 40°09`33   |   GPS Ost: 26°14`53

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Donnerstag, 16.9. Kabatepe

Denkste – das Waschmaschinenproblem ist weiterhin vorhanden. Wieder lässt sich die Maschine nicht öffnen. Peter klopft wie verrückt auf den Deckel. Ich frage eine Türkin, die fragend aus ihrem Wohnwagen schaut. Sie macht mit Handzeichen einfache Erklärungen. Und siehe da, mit ihren Infos klappt es, die Maschine öffnet sich. So verbringe ich den Vormittag mit hausfraulichen Tätigkeiten. Ich überlege: Nach 4 Wochen Urlaub habe ich 3 Waschmaschinenladungen und in Deutschland? Danach haben wir verdienten Strandtag. Auf Hotelliegen und unter Sonnenschirmen (gratis) lässt es sich gut aushalten. Eine frische Brise, türkisblaues Meer, angenehme Badetemperaturen und ein gutes Buch – was wollen wir mehr? Auf dem Rückweg füttern wir die gefräßigen Schildkröten im Flussarm von der Brücke aus. Kaum betreten wir die Brücke, so schwimmen die Schildkröten zahlreich herbei und stecken ihre Köpfe aus dem Wasser. Sie sind ganz „wild“ auf altes Brot.
Erkenntnis des Tages: Scheiß Technik!


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Freitag, 17.9. Kabatepe

Wir fahren den Bogen um die Südspitze der Halbinsel Gallipoli nach Kilitbahir. An der engsten Stelle der Dardanellen steht eine alte Festung aus dem Jahre 1462. Hier kämpfte auch die türkische Armee 1915 unter Mustafa Kemal Pasa (dem späteren Atatürk), unterstützt von deutsch-österreichischen Truppen an dieser strategisch wichtigen Stelle, gegen die Alliierten.
Von Kilitbahir fährt eine kostengünstige Fähre nach Canakkale (30 TL). Dort angekommen, halten wir nach einem geeigneten Parkplatz Ausschau. Die lange Hauptstr. ist gesäumt von Handy- Brillen- u. Bekleidungsshops. Aufgelockert durch einige Pide- und Schnellrestaurants. Nach Troja biegen wir zur Küste ab. Diese wollen wir bis Assos fahren, abseits der Strecke Canakkale-Izmir. Die hügelige Landschaft ist bedeckt mit Olivenhainen, dann schließt sich fruchtbares Gemüseanbaugebiet an. Wir fahren auf schmaler, doch guter Str. durch beschauliche Orte. Die Männer sitzen in Cafes oder unter der „Dorfeiche“. Heute am Freitagmittag treffen sie sich nach dem Freitagsgebet (mittags) auf ein Schwätzchen bei einem Glas Tee mit Freunden und Nachbarn. Das fiel uns auf: Man(n) reist auf dem Dorf mit Traktor an. In einigen Orten laufen die Frauen mit Tabletts auf denen eine weiße Speise liegt, zu ihren Häusern. In anderen Dörfern wird gekochter Reis ausgeteilt. Wir sind der türk. Sprache nicht mächtig und stellen so unsere Überlegungen an. Handelt es sich hier um eine „Armenspeisung?“. Im letzten Jahr haben wir in Istanbul beobachten können, dass während der Ramadanzeit abends an einigen Plätzen das Abendessen gratis ausgegeben wurde - gestiftet von reichen Bürgern.
In unserem Reiseführer wird ein Abstecher nach Babakale, einem kleinen Fischerort empfohlen. Die Str. ist sehr ausgefahren und an einigen Stellen fehlt die Straßendecke gänzlich. In Babkale angekommen, ist vorerst Schluss. Wir müssen den gleichen Weg bis Gülpinar (9 km) zurück. Wie die vielen hier neu geschaffenen Ferienwohnungen an den Mann gebracht werden sollen ist uns schleierhaft. Die Landschaft ist schön, aber die Anfahrt beschwerlich. Wir parken am Hafen. Sehen uns die alte Burg an und bleiben über Nacht. Gegen Abend treffen die Fischerboote ein, wir kaufen vom Kutter frische Makrelen.
Wovon träumt der türkische Großstädter? Von einer Zweitwohnung am Meer. Egal wo?



   |   Tages KM: 143   |   GPS Nord: 39°28'32   |   GPS Ost: 26°04'09

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Samstag, 18.9. Babakale

Tuk – tuk – tuk, die Fischerboote gleiten langsam (auch nachts) aus der kleinen geschützten Hafenbucht. Hier wird kräftig die Kaimauer aufgestockt. Entsteht in absehbarer Zeit ein Yachthafen? LKW schaffen Steinladungen herbei, zwei Betonmischer mischen emsig. Die LKW werden vorher gewogen. Auch wir lassen uns wiegen. – 6.720 kg ohne Mitfahrer, oh – oh –oh. Peter meint, dass wir mit 5% Toleranzgrenze im grünen Bereich liegen. Da muss ich mich dieses Mal mit den Souvenirkäufen etwas zurück halten. Wir besichtigen die Ruinen von Assos. Im 9. Jh. v. Chr. zum Schutz vor Piraten auf der landeinwärts gelegenen Seite des 238 m aufragenden Berges erbaut. Den Versuch mit dem Mobil den Hafen von Assos anzufahren brechen wir auf halber Strecke ab und holen den Roller raus. Steil und schmal führt die Str. bergab. Am Ortseingang vom Fischerdorf gibt es zwar einen größeren Parkplatz, aber im Hafen selbst ist Parkraum knapp. Hotels und Restaurants mit Außenterrassen geben nur wenig Fahrbahn frei. Wie man so den winzigen Campingplatz in der hinteren Bucht erreichen soll ist uns ein Rätsel.
Wieder zurück bei den Ruinen von Assos fahren die wenigen 100 Meter nach Behramkale. Von dort führt eine steil ansteigende Gasse zur Akropolis von Assos. Keine Angst, man kann den Weg nicht verfehlen – die vielen Verkaufstände weisen die Richtung. Leider sind die wenigen noch stehenden Säulen des Athenatempels eingezäunt und eingerüstet. Der Blick von hier oben ist prachtvoll auf das tiefblaue Meer und den Inseln vor Ayvalik. Nachdem wir den Roller wieder verstaut haben, fahren wir weiter an der Küste bis Kücükkuyu. Badebuchten mit Kiesstrand, davor Olivenbäume, kleine Pensionen, Picknickplätze und Privatgelände. Das gute Wetter lockt – auch wir springen zur Erfrischung ins Meer. Nach Kücükkuyu beginnt der Touristenrummel. Bis Akcay reihen sich in der Bucht vor Edremit die Badeorte nahtlos aneinander. Die Straße durchschneidet vierspurig die Orte. Peter hat den richtigen Riecher und findet den Antikmarkt vom letzen Jahr. Heute stöbern wir nur.
Nur wenige km nach Edremit fahren wir in Ören auf den Campingplatz Altin, direkt am Meer. Wir sind auf dem weitläufigen, schattigen Gelände vorerst die einzigen Gäste.
Peters Feststellung: Die Ruinen-Ausgrabungen könnten etwas systematischer vorgenommen werden. Es wird mal hier, mal da gegraben – Steine und Säulen liegen wahllos daneben. Der Gesamteindruck der Anlage fehlt völlig.


   |   Tages KM: 116   |   GPS Nord: 39°30'39   |   GPS Ost: 26°56'03

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Sonntag, 19.9. Ören

Heute liegt das Meer ruhig. Wenige Meter vom Sandstrand geht es über Steine ins Wasser, dann hat man eine lange Sandbank erreicht. Der Campingplatz wirkt ein wenig heruntergekommen. Die Sträucher könnten einen Schnitt vertragen und die großen Baumwurzeln auf dem Strand gehören auch nicht dorthin. Der Besitzer spricht deutsch und hat mit Bildern dokumentiert, dass sein Strand einstmals sehr schön war. Dann haben Behörden veranlasst einiges im Uferbereich niederzureißen und wegzubaggern. Nun liegen die Reste am Strand und Niemand fühlt sich verantwortlich. Bedauerlich, denn der Platz liegt sehr schön.
Wir fahren weiter Richtung Süden. Zuerst begleiten uns Olivenhaine, später im flacheren Gelände Getreide- und Gemüseanbau. Im Binnenland können wir die Gebirgskette des Madra Dagu sehen. Die Oliven werden bald geerntet und dann in den örtlichen Fabriken verarbeitet. Hier befindet sich das drittgrößte Olivenanbaugebiet. Erstmals sehen wir Anbaufelder von Okra. Die langstielige Pflanze mit der gelben Blüte (gleicht der Malve) ist bei uns in Deutschland unbekannt. Bergama lassen wir links liegen, weil wir die Ausgrabungen bereits besichtigt haben. Bei Dikili biegen wir zum kleinen Ort Bademli ab. Auf unserer diesjährigen Reise durch die Türkei interessieren uns die Orte abseits der historischen Stätten und großen Städte. Wir unternehmen bereits das 7. Mal eine Rundreise durch die Türkei. Bademli ist ein geruhsamer Ort. Im Ortszentrum sitzen die älteren Männer beisammen und trinken unter schattigen Baumkronen in den Cafes ihren Tee. Die einspurigen Gassen sind für unser Mobil ein Abenteuer und werden durch parkende Lieferwagen und überspringende Dächer zusätzlich verschmälert. Wir erfahren türkische Gastfreundschaft und brauchen unseren Tee im Cafe nicht bezahlen. Um die Moschee haben noch einige kleinere Läden ihre Waren ausgebreitet. Von Bäcker bis Friseur, alles ist vorhanden und besonders schätzen wir die freundliche Bedienung.
Wir fahren auf gleichem Wege nach Dikili zurück. Heute liegt ein Kreuzfahrtschiff im Hafen. In der Hauptstr. reiht sich Cafe an Cafe und in den Seitengassen wird alles für den Strandbedarf angeboten.
Wir nähern uns der Industriestadt Aliaga. Die Petrolindustrie hat einen eigenen Hafen. Wir sehen ein großes Schrottgelände mit hohen Lagerhalden. Vollbeladene LKW kommen uns heute am Sonntag entgegen.
Unser heutiges Ziel ist Foca. Wieder sehen wir Feriensiedlungen zum Meer und an den Berghängen. Die Immobilienverkäufer müssen noch viele Wohnungen an den Mann bringen, denn nicht alle sind bewohnt. Der nahe Flughafen von Izmir ist ein großes Plus für die vielen Türken die im Ausland arbeiten und leben und eine Ferienwohnung an der Ägäischen Küste besitzen wollen. Wir fahren auf de großen Parkplatz eines Beach-Clubs. Der hintere Teil ist Campinggästen vorbehalten. Wie so oft ist die Baumdurchfahrt für uns das Problem. Wir parken im PKW-Bereich. Dahinter stehen die überdachten Tischgruppen. Ideal fürs picknicken und grillen der einheimischen Türken. Wir holen auch unser Stühle und Tische hervor. Schon nach einiger Zeit serviert man uns Salat und Gegrilltes. Das nenne ich Gastfreundschaft! Wir kommen mit einem deutschen Landsmann ins Gespräch. Er lebt schon seit 14 Jahren in der Türkei und hilft heute ein wenig auf dem Platz aus. Das Gespräch ist sehr informativ.
Es gibt 2 Badebuchten. In der ersten stehen auf dem schmalen Strand Liegen unter Sonnenschirmen, dort ist es bereits übervoll. Die zweite Bucht ist über einen ausgetretenen Weg über die Felsen zu erreichen. Dort tummeln sich weniger Tagesgäste. Das Wasser ist sehr sauber und die ersten Meter im Uferbereich sind seicht. Den Strand darf man sich leider nicht so genau ansehen – der Picknickmüll wurde achtlos liegengelassen.
Beobachtung am Badestrand: Muslimische Frauen baden im Ganzkörperbadeanzug mit Kopfbedeckung. Ihre Männer tragen Badeshorts – wie ungerecht!


   |   Tages KM: 172   |   GPS Nord: 38°44'05"   |   GPS Ost: 26°46'47"

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Montag, 20.9. Sazlica

Der einzige weitere Camper, ein deutsches Mobil, reist am Vormittag Richtung Griechenland ab. Sie hatten sich die Türkei anders vorgestellt. Na ja, wenn man Griechenland-Fan ist! Wir haben die zweite Bucht für uns ganz allein. Die Wassertemperaturen sind so angenehm, dass wir es vorziehen die Zeit fast ausschließlich mit baden zu verbringen. Am Strand suchen die Wespen in den Essensresten nach Nahrung.
Am Nachmittag fahren wir mit dem Roller bis zum Ort Foca (15 km). Von der am Berghang entlang führenden Küstenstr. haben wir den besten Blick auf die Traumbadebuchten, Picknickplätze und Restaurants. Türkis leuchtet das Meer. Die Altstadt von Foca liegt eingerahmt von 2 Naturhäfen. Im Altertum wurde die Stadt durch den Handel reich. Mit ihren Schiffen drangen sie bis an die spanische Küste vor und gründeten Handelskolonien. Kaufleute aus Genua bauten die Produktion und den Handel mit Alaun im 13. Jh. um Foca erfolgreich aus. Die Stadt wurde auch für andere Volksgruppen interessant und viel umkämpft. Die alte Stadtmauer wird zurzeit restauriert.
Die Kulisse der Stadt ist wunderschön, ein leichter Wind streift durch die Gassen, einladend sind die Tische der Restaurants gedeckt. Hier kann man es sich als Tourist gut gehen lassen. Vom Hafen starten Ausflugschiffe zu den Tummelplätzen der Mittelmeerrobbe, die hier zahlreich vorkommt und im Wappenzeichen von Foca verewigt ist.
Wir kaufen Fisch in der Markthalle und schauen interessiert zu, wie der Verkäufer den Fisch nur mit den Fingern entgrätet.
Am Stellplatz zurück, lockt das Meer zum Baden. Bald erscheinen Ulla und Horst mit Eddie – welch eine Begrüßungsfreude. Sie wollen auch eine gute Zeit in Türkei mit Baden und einigen Besichtigungen verbringen. Gemeinsam halten wir ein Schwätzchen über Erlebtes der letzten Wochen.
Frage des Tages: Was macht eine gute Urlaubstimmung aus?


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Dienstag, 21.9. Sazlica

In der Nacht kommt Sturm auf. Morgens ist das Meer aufgewühlt und Wellen brechen sich am Strand. Nur in der abgelegenen Bucht ist das Baden möglich. Zum Sitzen am Strand ist es zu kühl, an den Mobilen im Sonnenschein zu heiß und im Schatten zu kalt - so pendeln wir den ganzen Tag hin und her. Mit Gesprächen, Lesen und Baden vertreiben wir uns die Zeit.
Programm für den nächsten Tag: Besichtigungen von Priene und Didyma.


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Mittwoch, 22.9. Sazlica

Im Hafen von Foca kaufen wir in der Fischhalle frischen Fisch, den wir am Abend grillen wollen. Die 2,7 Mio. Stadt Izmir umfahren wir. Wir halten uns Richtung Aydin und nehmen die Autobahn. Bei der Abfahrt dann das große Erwachen: Mautbarzahlung in der ganzen Türkei nicht mehr möglich – so klärt man uns auf. Wir müssen eine Karte kaufen, die mit der Mindestsumme von 15 TL aufgeladen wird. Beim Passieren der Schranke wird das Restguthaben angezeigt.
Die Ruinenstätten von Priene sind nicht ausgeschildert. Wir verfahren uns, finden dafür aber einen Supermarkt. Der Taxifahrer von nebenan erklärt uns den Weg. Wäre aber auch für 20 € bereit uns dorthin zu führen. Nein, danke – den Weg versuchen wir selbst zu finden. Um Priene durchfahren wir eine riesige Schwemmebene, hier gedeiht Baumwolle. Wir sehen Pflückerinnen, einige Felder sind schon abgeerntet. Priene liegt am Fuße eines Berges, die meisten Bauten stammen aus dem 4. Jh. v. Chr. Sie ist einer der ersten Städte, wo Straßenzüge schon damals schachbrettartig angelegt wurden. Im 14. Jh. n. Chr. bewirkte ein Erdbeben, dass der Hafen der einst blühenden Hafenstädte Priene und Milet verlandeten. Gut erhalten ist noch das Theater. Es bot mit seinen 50 Sitzreihen 6000 Zuschauern Platz. Fünf aufrechte Säulen vor der Felswand sind vom Athenatempel erhalten, der als klassisches Beispiel des ionischen Baustils galt.
Vor Didyma fahren wir auf einen Picknickplatz mit Campermöglichkeit. Herrlich schattige Plätzchen unter Kiefern, dahinter eine Sandbucht. Das Wasser ist angenehm warm, nur wenige Touristen halten sich hier auf.
Wissenswertes: Ein junger Archäologe klärt uns auf. Man gräbt heute nur noch an wenigen Stellen auf den Ruinenfeldern und legt nicht alles frei. Es soll nur festgestellt werden, ob sich noch Reste anderer (späterer oder früherer) Bebauungen darüber oder darunter befinden und Schätze (wie Gold) lassen sich keine mehr vermuten.


   |   Tages KM: 270   |   GPS Nord: 37°25'11   |   GPS Ost: 27°13'16

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Donnerstag, 23.9. Didim

Von Milet führte eine mit Marmorplatten gepflasterte und von Statuen gesäumte Heilige Str. 22km südwärts nach Didyma. Auf dieser Strasse zogen in der Antike feierliche Prozessionen mit Herden von Opfertieren, Musik u. Tanzgruppen zum Apollon - Heiligtum. Mit seinen gigantischen Ausmaßen, seinen Marmorstufen, Säulen und Medusenhäuptern sind die Ruinen sehenswert. Der Apollon geweihte Orakeltempel stand schon im 6. Jh. v. Chr. in Konkurrenz zum Orakel von Delphi. Trotz 500 Jahren Bauzeit wurde der Tempel nie fertig.
Wir sind beeindruckt von dieser Anlage und den 20 m hohen Säulen.
Den Nachmittag verbringen wir auf dem Stellplatz. Ideales Stellplätzchen in der Nachsaison.
Wie lebhaft es hier am Wochenende auf dem riesigen Picknickplatz zugeht können wir uns gut vorstellen.


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Freitag, 24.9. Didim

Ein erfrischendes Bad im Meer vor dem Frühstück. Dann treffen auf unserem Stellplatz 2 junge Leute ein, die eigenwilliges Gerät neben ihrem Auto auspacken. Neugierig schauen Ulla und ich uns die Sache an. Es handelt sich um deutsche Wissenschaftler aus Kiel, die Bodenproben entnehmen und untersuchen sollen. Man vermutet, dass 1500 v. Chr. nach einem Vulkanausbruch vor Griechenland, eine 45 m hohe Flutwelle die Orte hier niedergerissen hat. Später, in byzantinischer Zeit wurde auf dem Gelände wieder gesiedelt. Heute arbeiten die Wissenschaftlicher der Ausgrabungsteams eng miteinander – fordern auch schon mal andere Fachleute an. Die Informationen hören sich richtig spannend an. Wer weiß, wie alt die Steine unter uns sind?
Unser heutiges Ziel ist der Bafa-See und war vor 2000 Jahren eine Meeresbucht. Infolge der Abholzung der anatol. Wälder und der damit verbundenen Erosion, lagerten sich Schwebstoffe im Mündungsgebiet des Flusses ab. Es entstand die jetzige Schwemmlandebene. Der 15 km lange und 5 km breite See ist sehr fischreich. Am Südufer stehen Olivenhaine, am Nord- und Ostseite schließt sich das zerklüftete Latmosgebirge an. Wir stehen auf einem einfachen Campingplatz bei Kapikiri am Seeufer. Peter und ich durchstreifen am späten Nachmittag den Ort und finden auf dem weitläufigen Gelände von Herakleia Ruinenstellen die wir letztes Jahr noch nicht besichtigt haben. Lästig im Ort sind die vielen Frauen, die uns ihre Handarbeiten regelrecht aufdrängen wollen.
Abendstimmung: Wir essen im Campingrestaurant auf der Terrasse und können den schönen Sonnenuntergang bewundern. Leider sind die Portionen für hungrige Esser zu klein.


   |   Tages KM: 54   |   GPS Nord: 37°29'57"   |   GPS Ost: 27°31'31"

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Samstag, 25.9. Bafa Gölü

Frühmorgens um 4 Uhr krähen die Hähne um die Wette. Kaum wieder eingeschlafen wird es Zeit aufzustehen – Peter und ich wollen am frühen Vormittag eine Wanderung zu den Ruinen-Klöstern im Latmosgebirge unternehmen. Ulla sorgt für eine kräftige Unterlage: Rührei für alle zum Frühstück. Der kürzere Aufstieg zum Kloster beginnt im 5 km entfernten Ort. Mit dem Roller ersparen wir uns die Wanderung auf der Strasse. Vom Campingplatzbesitzer bekommen wir als Wegbeschreibung, dass wir nur der Wasserleitung oberhalb des Dorfes folgen müssen. Später gibt es an einigen Stellen rote Wegmarkierungen. Auch heute werden die Kühe durch den Ort auf die Weiden getrieben. Man reinigt die Ställe und die Mistreste laufen in einem Rinnsal die Str. hinab. Wir stiefeln durch die Jauche. Noch haben wir die Wasserleitung nicht entdeckt. Die Einheimischen grüßen freundlich und fragen nach dem Ziel unserer Wanderung. „Monastir“, antworten wir und zeigen ins Gebirge. Recht baufällige Häuser sehen wir im Dorf. Olivenhaine und mit Steinen eingefriedete Weiden schließen sich an. Da endlich, die Wasserleitung. Stetig geht es bergan und die Wasserleitung begleitet uns ein gutes Stück. Man muss schon gute Augen für den Weg haben, die Ausschilderungen sind spärlich, die Fußspuren im Sand schon deutlicher. Nach einer Stunde schweißtreibendem Aufstieg sehen wir die Klosterruinen vor uns. In dem schwer zugänglichern Bergen des Latmos führten ab dem 7. Jh. Mönche in versteckten Klöstern ein zurückgezogenes Leben. Wir kraxeln ein wenig auf den Felsen mit den Ruinen umher und machen uns dann auf den Abstieg, bevor die Mittagssonne gnadenlos auf uns hinabbrennt.
Am Rollerparkplatz hat inzwischen das Cafe geöffnet. Bei türk. Tee erzählt uns der Besitzer u. a., dass heute im Dorf eine Hochzeit stattfindet. Das ganze Dorf feiert mit. Auch wir sollen am Abend kommen und Fotos machen.
Die türkische Hochzeit. Den Roller parken wir unten an der Hauptstr. Zu Fuß gehen wir den steilen Weg bergan. Es ist bereits dunkel. Der Dorfplatz wird von etlichen nackten Glühlampen beleuchtet und die Musik haben wir schon von weitem vernommen. Plastikstühle sind wie in einem alten römischen Theater im Halbrund in mehreren Reihen terrassenförmig um den Dorfplatz aufgestellt. Junge modisch gekleidete Mädchen und die Braut (ganz in weiß) tanzen zur Musik auf dem staubigen Dorfplatz. Der Saum vom lagen Brautkleid schleift durch den Staub. Die Braut trägt die Haare hochgesteckt und einen kurzen Schleier. Der gerüschte Rock wird in der Taille von einer roten Schleife gehalten und die mit Pailletten verzierte Korsage gibt viel Haut frei. Auch die anderen Frauen in ihren westlichen Abendkleidern sehen schick aus.
Die Männer bevölkern die eine Seite des Dorfplatzes, die Frauen mit ihren Kindern die andere. Vorne sitzen die westlich gekleideten Frauen, dahinter die anatolisch gekleideten Frauen (Kopftuch und Pluderhosen). Zu denen setzen wir uns, weil nur noch dort Plätze frei sind. Wir schauen von oben auf die Veranstaltung. Ein Kameramann hält die Feier im Film fest – natürlich immer ist Blickpunkt die Braut. „Wo mag nur der Bräutigam stecken?“, fragen wir uns und blicken in die Runde. Es gibt keinen jungen Mann im Festanzug auf der Feier. Als nach einer kurzen Pause die Musik wieder einsetzt, treten einige Männer auf den nun leeren Dorfplatz. Mit Armen ausgestreckt wie ein Vogel setzen sie einige Schritte vor und zurück, wiegen ihre Körper hin und her. Jemand wirft Geldscheine zwischen die Tanzgruppe. Ist das ein Werbungstanz für die Braut? So geschieht das noch einige Male. Auf meine Frage an einige weibliche Personen in unserer Nähe wo der Bräutigam der Braut ist, bekomme ich keine Antwort. Vielleicht ist in diesem Dorf ein Fest mit der Braut und in einem anderen Dorf mit dem Bräutigam – getrennte Feiern?
Das fiel uns auf: Bei der Feier wurden weder Speisen noch Getränke gereicht -es war so ein sehen und gesehen werden. Anlass für den Dorfklatsch am nächsten Tag?


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Sonntag, 26.9. Bafa Gölü

Heute unternehmen wir eine weitere Wanderung, zu den Zwillingsinseln. Es ist stark windig, so dass wir die starken Sonnenstrahlen nicht spüren. Die Kuh- und Felderpfade sind sandig und Windböen treiben uns den Sand in die Augen. Das Schwemmland müssen wir weitläufig umwandern, immer wieder nach ausgetretenen Pfaden suchen. Teils über den Berg, über rauen Granitfelsen, dann wieder am Meer entlang, entlang einer einsamen weißen Kiesstrandbucht – der Weg zieht sich. Wir benötigen 2 Stunden für den Hinweg. Nur mit einem schmalen Sandstrand verbunden ist die eine der Zwillingsinseln mit dem Festland. Die zweite Insel hat keine Verbindung. Peter steigt auf die Ruinenreste einer Burg. Inzwischen ist es 12 Uhr mittags und Zeit den Rückweg anzutreten. Die Steine haben sich durch die starken Sonnenstrahlen erwärmt und manchmal kommt es uns wie im Backofen vor. Nach weiteren 2 Stunden und einigen Erfischungspausen erreichen wir den Stellplatz. Jetzt nur noch im Schatten ausruhen und eine große Apfelschorle trinken!
Abends ist es draußen noch so warm, dass wir ungern im Mobil verweilen. Doch es mangelt an Licht und morgen geht es weiter – so muss noch die Tagesetappe für morgen gelesen werden.
Erkenntnis des Tages: Das Wasser vom Bafa-Gölü könnte ohne Algen so erfrischend sein!


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Montag, 27.9. Bafa Gölü

Nachts haben wir heftiges Gewitter mit Regen. Am Morgen scheint wieder die Sonne, es ist schwülwarm. Wir halten nochmals bei dem Gastwirt, der uns von der Hochzeit im Dorf erzählt hat. Wir fragen ihn: „Warum feiert die Braut ohne Bräutigam?“ Er klärt uns auf. Die Braut feiert in ihrem Dorf, der Bräutigam in seinem Dorf. Um 23 Uhr hat er dann seine Braut abgeholt und mit den Familienangehörigen die Feier gemeinsam in seinem Dorf beendet. Das junge Paar wird später in Milas (eine Kleinstadt) wohnen – welche Welten!
Unser heutiges Ziel ist Bodrum. Wir besichtigen den Zeustempel in Euromos. Der römische Tempel aus dem 2. Jh. gehört zu den besterhaltenen antiken Bauten der Türkei. Von den ehemals 32 Säulen steht noch die Hälfte. Auf einigen sind die Sponsoren auf Inschrifttafeln vermerkt. Wie immer, wenn wir vor solchen Ruinen stehen fragen wir uns, wie hat man solche Bauwerke ohne die Hilfsmittel von heute erstellen können?
In der Bucht von Güllük befinden sich noble Hotels und Ferienanlagen. Strahlend weiß heben sich diese vom blauen Himmel ab. Bodrum entwickelte sich erst 1980 zu dem Ferienort der er jetzt ist „dem St. Tropez der Türkei“. Obwohl Bodrum fast keine Strände besitzt, pulsiert in der Altstadt das Leben fast 24 Std. am Tag. Unser Campingplatz liegt 6 km außerhalb in Gümbet. Der recht schmale Strand wird im Frühjahr mit einigen LKW-Ladungen Sand aufgepeppt. In der Sandbucht stehen in 5er Reihen die Sonnenliegen, dahinter die Bars. Diese haben schon am Nachmittag laute Discomusik um Gäste anzulocken. Ganz nach dem Geschmack vom jüngeren Publikum. Wir fühlen uns nur abgeschreckt und nehmen den Dolmus nach Bodrum. Unzählige Bars, Restaurants und Souvenirläden, das ist der nahtlose Übergang von Gümbet nach Bodrum. Der Bus stoppt im Zentrum und mit den Menschenmassen schieben wir uns durch die Basargassen. Am Hafen gibt es noch ein altes Kastell zu besichtigen. Berühmt aus der Antike ist das Mausoleum von Halikarnassos. Jetzt stehen nur noch die Ruinen. Durch ein Erdbeben wurde es schwer zerstört und dann als Steinbruch genutzt. Mausolos, König des Volkes der Karer, ließ sich schon zu Lebzeiten das prächtige Grabmahl errichten. Weiter gibt es noch ein antikes Theater, in dem finden noch heute Aufführungen statt. Nach 3 Stunden Bummeln treten wir den Rückweg mit dem Dolmus an. Hoffentlich können wir bei dem Discolärm um uns herum schlafen.
Erkenntnis am nächsten Morgen: Ganz Bodrum und Umgebung ist eine Disco und erst um 4 Uhr morgens kehrt Ruhe ein.


   |   Tages KM: 95   |   GPS Nord: 37°01'53   |   GPS Ost: 27°23'58

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Dienstag, 28.9. Bodrum

Auch Ulla und Horst haben schlecht geschlafen, die Ohrstöpsel haben nicht die gewünschte Ruhe gebracht.
Die heutige Strecke verläuft ein wenig abseits der Haupttouristenrouten. Die schönsten und noch unverbauten Buchten soll es in der Bucht von Gökova geben. Bis Ciftlik ist die Str. noch halbwegs gut, danach fehlen die Ausschilderungen. Des Öfteren müssen wir anhalten und fragen. Der Weg nach Maziköy ist dann nur noch einspurig und sehr ausgewaschen an den Rändern. Umkehren, einfach nur wenden und zurück – geht erst nachdem wir 15 km zurückgelegt haben. Dazwischen ist uns nur ein Traktor begegnet. Pinienwälder auf sanften Hügeln, Olivenbäume und keine Ortschaften – hier lebt anscheinend niemand! An einer kleinen Steigung mit anschließender Biegung fehlt der Straßenbelag gänzlich. Wir halten an und unterfüttern die Bodenlöcher mit Steinen. Ulla und ich sitzen jetzt nicht mehr in den Mobilen, wir schauen dem Wagnis zu. Zuerst nimmt Peter mit ein wenig mehr Gas die Steigung, in der Kurve schwankt das Mobil bedrohlich. Es sieht fast so aus, als würde es sich auf die Seite legen. Ulla und ich halten die Luft an. Horst schafft es ein wenig besser. Doch bei seinem Mobil drehen die Räder auf den losen Steinen durch und wirbeln diese hoch. Endlich stehen die 2 Fahrzeuge und wir Frauen steigen ein. Uns ist ganz schlecht. Bei der nächsten Wendemöglichkeit stoppen wir und beratschlagen. Sollte man weiter fahren oder wenden und zurück fahren? Peters Vorschlag mit dem Roller die verbleibende Strecke zu erkunden findet von uns anderen allgemeine Zustimmung. Inzwischen trinken Ulla und ich einen Schnaps, uns ist nach diesen letzten Km Wegstrecke einfach nur schlecht. Peter kommt zurück und berichtet, dass nur noch 2 km „Höllenfahrt“ vor uns liegen. Dann wird die Strecke besser. Schnell ist der Roller wieder verräumt. Ein PKW kommt auf dem von uns bereits zurückgelegten Weg den Berg hoch. Er stoppt. Deutsche Landsleute, die auch das Abenteuer dieser Strecke hinter sich haben hätten in dieser Einsamkeit nie 2 deutsche Wohnmobile vermutet. Mit Peters neuen Infos brausen sie davon. Wir fahren die nächsten 2 km vorsichtig weiter. Bald stoßen auf wir auf eine Weggabelung. Aha, die bessere Ausbaustrecke nach Maziköy. Auf gutem Straßenbelag geht es bis Mazi. Dann führt die Str. 400 Höhenmeter bergab in den kleinen Hafen Maziköy. Einige Pensionen und wenige Touristen erwarten uns am Kiesstrand der einsamen Bucht. In der Nachsaison ist es kein Problem auf dem großen Parkplatz zu übernachten, so versichert uns der Kioskinhaber. Es gibt sogar Toiletten und Duschen. Während Peter zu Fuß die Gegend erkundet, halten wir anderen eine kleine Ruhepause im Mobil. Die letzte Nacht war einfach zu kurz!
Noch wird Maziköy nur von Jeepausflüglern und türk. Urlaubern aufgesucht. Doch wie wird der Ort in ein paar Jahren aussehen?


   |   Tages KM: 51   |   GPS Nord: 36°01'53   |   GPS Ost: 27°44'45

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Mittwoch, 29.9. Maziköy

Wir verlassen Maziköy, die 10% Steigung schaffen wir mühelos. Bald erreichen wir Mazi – ein noch ursprüngliches türk. Dorf und dann Yukari Mazi. Von hier gibt es einen Abzweig nach Ören (20km). Die Str. führt 1 1/2 spurig durch ein landschaftlich bewaldetes schönes Gebiet. Nur wenige Dörfer passieren wir, es geht ständig berauf und bergab. In einer Ortschaft hat der letzte heftige Regen Erde auf die Dorfstr. gespült. Wir sehen nur Matsch und Sand. Gott sei dank sieht danach die Str. wieder gut aus. Vor Ören erreichen wir ein großes Kohlekraftwerk. Die Kohle wird auf langen Förderbändern herbeigeschafft. Dadurch ist der Schwerverkehr aus dem Badevorort verbannt. Im alten Ort Ören ist heute Wochenmarkt. Die Bauern aus der näheren Umgebung bieten ihre Erzeugnisse wie Obst, Gemüse und getrocknete Früchte den Einheimischen und Urlaubern zum Kauf an. Auch Bekleidung- und Hausratsstände fehlen nicht. Peter bekommt heute kurze Hosen und handelt erfolgreich um den Preis wie ein Berber!
Die weiterführende Str. nach Mugla und Akyaka führt durch einsames Waldgebiet. Hirten mit ihren Ziegenherden ziehen an uns vorbei. Mehrere Kohleabbaugruben befinden sich direkt an unserer Wegstrecke. LKW befördern sie zum Kraftwerk in Ören. Es geht wieder mal auf, mal ab mit wenigen Ortschaften. Bald zweigt sich die Straße nach Mugla, wir fahren weiter Richtung Akyaka. Von einer Anhöhe sehen wir (26 km nach Ören) eine schöne Bucht, Akbük im Golf von Gökova. Für einen Badestopp kommt uns diese gerade recht. Uns ist nur noch heiß. Wir müssen 2 TL pro Pers. Eintritt bezahlen, dafür erwarten uns schattige saubere Rastplätze an einer türkisblauen seichten Kiesstrand-Bucht. Zu Fuß schauen wir uns einen einfachen Campingplatz an und ein Gastwirt bietet uns seine schattenlose Wiese als Stellplatz an. Vorerst parken wir auf den beschatteten Rastplätzen mit Blick auf die Badebucht. Nach und nach verschwinden die wenigen Tagesgäste. Wir verbringen einen traumhaften Abend bei Wein und Kerzenschein unter dem endlosen Sternenhimmel in der Traumbucht.
Mein Wunsch: Solche Stelleplätze bitte mehr!


   |   Tages KM: 60   |   GPS Nord: 37°01'57   |   GPS Ost: 38°05'54

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Donnerstag, 30.9. Akbük

Ruhetag in der Traumbucht. Wir verbringen den Tag mit baden, faulenzen und grillen.

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Freitag, 1.10. Akbük

Bei der Fischerkooperative kaufen wir frischen Fisch, leider haben nicht alle gut geschmeckt. Wir müssen doch bei Makrele, Dorade und Forelle bleiben, den uns bekannten Sorten.

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Samstag, 2.10. Akbük

Peter und ich machen eine lange Wanderung über die Berge. Wir kommen in ein kleines Tal mit einer einsamen Bucht. Das türkisblaue klare Wasser verlockt zum Baden. Nicht nur wir, sondern auch die Seeigel und Fischschwärme fühlen sich hier wohl. Abends gehen wir zu viert gemeinsam im örtlichen Restaurant essen. Am hauseigenen Bootssteg haben 10 Segelboote einer geführten Segeltour festgemacht. Während wir uns die Vorspeisen und Grillspieße schmecken lassen, warten an die 12 Katzen auf ein paar Brocken von unserem Tisch.
Erkenntnis: Leckeres Essen unter Palmen und dazu das rauschende Meer – einfach super!


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Sonntag, 3.10. Akbük

Peter und ich fahren gegen Mittag weiter. Wir haben noch gute 10 Tage in der Türkei. Die wollen wir nutzen, um mit dem Roller einige neue Stellen zu entdecken.
Auf den 30 km bis Akyaka passieren wir auf schmaler guter Str. viele herrliche Kiesbuchten und Picknickplätze unter schattigen Pinien. Da unser Weg am Kiran-Gebirge entlangführt, sind die Badestrände zu Fuß nur schwer zugänglich. Immer wieder haben wir den Blick auf die Bucht von Gökova, ein Paradies für Boote. Am Ende dieser Strecke liegt der schöne Ferienort Akyaka. Hübsch sind die Häuser (mit viel Holz und Erkern) anzuschauen. Wir umfahren Marmaris und parken am frühen Nachmittag auf dem uns schon bekannten Picknickplatz Cubucak bei Hisarönü. Dieser liegt in einer flachen Badebucht und heute am Sonntag herrscht buntes Ausflugstreiben. An vielen Stellen steigt der Rauch der Kohlegrills empor. Eine junge türkische Familie zeigt sich interessiert an unserem Reisemobil und wir lassen sie gerne einen Blick in unser kleines „Zuhause“ werfen.
Bemerkung: Wir treffen den ersten Türken, der auch von der Idee besessen ist in die Welt im Mobil zu bereisen.


   |   Tages KM: 77   |   GPS Nord: 36°48'02   |   GPS Ost: 28°05'52

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Montag, 4.10. Cubucak Mesire Yeri

Mit dem Roller machen wir heute eine Rundfahrt auf der Halbinsel Bozburun. In der weitläufigen Bucht von Hisarönü (genau unserem Stellplatz gegenüber) liegt ein kleiner Campingplatz. Der Kiesstrand mit Liegen und Sonnenschirmen sieht sehr gepflegt aus. Außerdem gibt es einige Restaurants, die Durchfahrt zum Stellplatz führt direkt über die Außenterrassen. Die Straße geht nun stetig bergan. Wir blicken auf schön gelegene Hafenbuchten mit vielen Segelbooten, dahinter befinden sich unzählige kleine Inselchen – hier ist das Traumsegelrevier der Türkei. Auf unserer Rundfahrt kommen wir nur an einer größeren Hotelanlage vorbei. Die Pensionen in Selmiyide und Bozburun sind nur zweigeschossig mit üppigem Blumenschmuck. Im Hafen von Bozburun liegen etliche Ausflugsboote und Yachten. Es herrscht internationales Stimmengewirr. Den ganzen Hafen können wir auf schmaler Str. abfahren, sehr sauberes Wasser – Urlaubsidylle pur. Über das Gebirge geht eine Str. nach Sögüt, immer wieder haben wir Ausblicke aufs Meer mit den vielen Segelbooten und den Inseln. In diesem Fall lassen wir die Bilder sprechen. Die Straße endet in Ciftlik, einer Hafen und Badebucht. Gerne für Ausflüge von Touristen aus dem lauten Marmaris genutzt. Übers Binnenland erreichen wir Bayir mit der 2000 Jahre alten Platane auf dem Dorfplatz. Unter dieser laden Tische und Stühle zum Teetrinken ein. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Über Turgut und Hisarönü geht es zum Stellplatz zurück. Überraschung: Ulla, Horst und Eddie erwarten uns, sie haben sich auch die Halbinsel Bozburun angesehen.
Unser Geheimtipp: Für einen Urlaub in der Türkei abseits vom Touristenrummel ist die Halbinsel Bozburun noch ideal.


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Dienstag, 5.10. Cubucak Mesire Yeri

Ulla, Horst und Eddie fahren weiter, sie wollen es in einigen Tagen bis Anamur schaffen.
Wir unternehmen eine Rollertour auf die Halbinsel Datca. Die Halbinsel ist sehr gebirgig und stetig geht es bergan. Der Ausblick auf den Golf von Gökova auf der einen Seite und die griech. Inseln auf der anderen Seite zwingen uns immer wieder zu Haltestopps. Nach 40 km erreichen wir Eski Daca. Die alten Steinhäuser wurden von reichen Türken nett restauriert, gepflasterte Gassen führen durchs Dorf, Feigen- und Mandelbäume beschatten kleine beschauliche Innenhöfe, Cafes und Pensionen warten auf Gäste. Weitere 25 km sind es bis zur schönen Bucht von Palamutbükü. Am langen Kiesstrand stehen Liegen und Sonnenschirme für die wenigen Touristen in reichlicher Auswahl. Etliche kleine Restaurants haben zwischen Strand und Str. im Halbschatten von Bäumen und Überdachungen Tische und Stühle aufgebaut – sehr einladend in der heißen Mittagssonne. Auch wir bekommen Hunger und essen eine Kleinigkeit. Eine schmale Küstenstr. verbindet Palamutbükü mit Ovabükü und Mesudiye – kleine verschlafene Orte. Unterwegs treffen wir die Reisemobilfahrer mit dem Concord vom Bafa-See wieder. Die Besitzer erzählen uns, dass sie die letzten 4 Tage in einer einsamen Bucht verbracht haben. Auch wir machen dort einen Badestopp. Über Neu-Datca geht unsere Rundreise weiter. Wir stellen fest, dass seit dem letzten Jahr alles unverändert ist. Kleiner gemütlicher Ort ohne Badestrand. Die Sonne steht schon sehr tief und wirft lange Schatten. Auf dem Roller wird es nun empfindlich kalt, Zeit die letzten 50 km zum Stellplatz zu fahren. Just als wir unser Abendessen beendet haben und einen Plausch mit den neuen Campinggästen aus München halten, erreicht uns eine SMS von Gudrun und Helmut aus dem Club: „Noch 40 km bis Marmaris – wo genau steckt ihr?“ Gegen 20 Uhr treffen die zwei ein, sie haben heute die Mordsstrecke von Canakkale bis hierher zurückgelegt. Bis spät in die Nacht reden wir vor unseren Mobilen.
Erkenntnis: Die Traumbuchten in der Türkei gibt es noch – doch nicht alle wollen wir hier verraten.


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Mittwoch, 6.10. Cubucak Mesire Yeri

Zu viert geht es heute zunächst nach Fethiye und dann weiter nach Ölüdeniz. In der Türkei betreibt man Straßenbau unter dem Motto: Nicht kleckern, sondern klotzen! Neue Straßen werden vierspurig angelegt. Ab Gölova führt die Str. durchs Binnenland. Außer Laub- und Nadelwälder sehen wir riesige Flächen mit Gemüseanbau. Die Berge begrenzen zum Binnenland das Tal. Erst 25 km vor Fethiye erreichen wir bei Göcek wieder das Meer. Fast im Zentrum von Fethiye finden wir für unsere Mobile einen Parkplatz. Wir lassen frisch gekauften Fisch im anliegenden Restaurant grillen – lecker und preiswert. So gestärkt nehmen wir die letzte Tagesetappe nach Ölüdeniz in Angriff. Es geht steil bergauf und noch steiler bergab nach Ölüdeniz. An der blauen Lagune fahren wir auf den uns bekannten Stellplatz Sea-horse Beach. Dieser liegt fest in englischer Hand. So voll (250 Liegen dicht an dicht) haben wir den Strand noch nie gesehen. Heute müssen wir auf dem für Campinggäste reservierten Platz parken. Dieser hat nur wenig Schatten und einen sehr staubigen Untergrund. Schäbige Holzhütten stehen am Rand. Wir rätseln wer dort wohl leben mag? Saisonarbeiter für die vielen Restaurants in Ölüdeniz? Am Abend bummeln wir zu viert die Promenade im Ort auf und ab. Die Restaurants sind sehr gut besucht. In Ölüdeniz sind anscheinend keine „alles inklusive Hotels“. Die Touristen steigen in Pensionen ab und gehen am Abend chic essen, danach geht es in die Bars. Es ist wohl immer noch ein wenig Geld locker. Souvenirstände und Schmuckgeschäfte ohne Ende!
Erkenntnis: Dieser Urlaubsort scheint den Engländern zu gefallen!


   |   Tages KM: 164   |   GPS Nord: 36°33'14   |   GPS Ost: 29°06'53

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Donnerstag, 7.10. Ölüdeniz/Fetiye

Gudrun und Helmut fahren gleich nach dem Frühstück Richtung Antalya weiter. Heute ist der Himmel bedeckt, das richtige Wetter für einen Einkaufsbummel und Reparaturarbeiten in Fethiye. Peters Hose geben wir bei einem Schneider ab. Für 5 TL will er eine Hosentasche abtrennen und an anderer Stelle auf ein Loch nähen. In 1 Std. sollen wir die Hose wieder abholen. Die Brillenreparatur ist ohne Berechnung – Service. Und die 2 Schirme für 2 Euro das Stück sind auch gut angelegt, denn just fängt es an zu tröpfeln. Wir steigen zu den Felsengräbern am Hang hinauf und kommen ins Schwitzen – es ist schwülwarm. Danach tut eine kleine Stärkung gut, einheimische Küche gut gewürzt. Wir lieben Restaurants, in denen wir schon in der Auslage in die „Töpfe schauen“ können. Danach wird es Zeit die Hose abzuholen. Eine perfekte Arbeit für so wenig Geld!
50 km nach Fethiye liegt unweit der Hauptstr. die Ruinenstätte von Xanthos. Sie war einst die Hauptstadt des Lykierreiches, das die „älteste Republik der Erde“ gewesen sein soll. Xanthos liegt auf einem Hügel und hat einiges Sehenswertes: Reste von einem röm. Theater, Agora und einige schöne Mosaikböden. Berühmt sind die Pfeilergräber. Die hausförmigen Sarkophage befinden sich zum Teil auf 5m hohen Pfeilern. Man glaubte nach dem Tod in diesen Sarkophagen dem Himmel näher zu sein.
Weil es schon später Nachmittag ist, fragen wir die Aufsichtsperson vom Kassenhäuschen ob wir hier auf dem Parkplatz übernachten dürfen. Man erlaubt es uns. Ab 20 Uhr sind wir allein auf diesem geschichtsträchtigen Gelände.
Überlegung: Wenn Steine reden könnten!


   |   Tages KM: 78   |   GPS Nord: 36°21'24   |   GPS Ost: 29°19'09

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Freitag, 8.10. Xanthos

Das war mal wieder ein gutes Übernachtungsplätzchen – ruhig und kostenlos. Wir nehmen einen anderen Weg zurück und kommen nach Kinik. Dort ist heute Wochenmarkt. Ein vielfältiges Angebot erwartet uns. Wir decken uns mit Obst und Gemüse ein und wollen den Weg zurück zum Mobil einschlagen, als uns ein Händler in unserer Muttersprache anspricht. Auf seinem Stand türmen sich Jeanshosen aller (imitierten) Edelmarken. Er hat auch sofort Peters richtige Größe parat und offeriert Peter eine Hose nach der anderen. So einen Service hätten wir auch gerne in Deutschlands Bekleidungshäusern. Ohne Umkleidekabine, dafür auf einem roten Vorhangstoff probiert Peter hinter dem Verkaufstresen einige Hosen. Mit 2 neuen Jeans und mit einem türkischen Tee zum Abschied fahren wir unserem nächsten Ziel entgegen.
Wir erreichen Kalkan. Die Schellstr. trennt ohne Rücksicht die Ortsteile. Nur unten am Hafen sieht es beschaulich aus. Uns fällt auf, dass auf den Str. nur wenige PKW, dafür aber viele Busse, LKW und Dolmus’ unterwegs sind. Bei den Kraftstoffpreisen in der Türkei (Diesel umgerechnet 1,50 Euro und Benzin 1,75 Euro) können sich die Einheimischen Fahrten mit dem eigenen PKW kaum noch erlauben.
Die Küstenstr. zwischen Kalkan und Kas zieht sich am Gebirge entlang. Mit dem Ausbau zur Schnellstr. hat man bereits begonnen. Wir blicken auf eine Steilküste hinab. Zauberhafte Ausblicke, aber nur wenig Bademöglichkeiten. In Kas erweitert man die Marina – die Arbeiten sind in vollem Gange. Wir nehmen uns Zeit für einen kleinen Besichtigungsstopp bevor wir weiter auf einer Nebenstrecke nach Kekova fahren. In der Tiefebene und an den Hanglagen betreibt man Gemüseanbau in Gewächshäusern. Diese sind nicht aus Glas, sondern mit Plastikplanen abgedeckt. Wie heiß mag es dort im Sommer sein? Heutige Temperatur 28°C. Im kleinen Ort Ücagiz fahren die Ausflugsboote nach Kekova und Simena. Das Fischerdorf Ücagiz liegt in einer zur offenen See hin sehr geschützten Bucht. Im Hafen parken an die 20 Busse und an den Bootsstegen warten kleine und große Boote auf Ausflugsgäste. Wir werden uns mit einem Fischer über den Ausflugspreis einig und mit seinem Boot fahren wir die Küste entlang. Von der antiken Siedlung Teimiussa sehen wir Hausgräber und Sarkophage, einen davon im Meer. Rund um die schmale Insel Kekova befinden sich zahlreiche Unterwasserruinen. Das Land versinkt hier im Meer, in 100 Jahren 15 cm.
Knapp 20 km, dann sind wir in Demre und steuern den Übernachtungsplatz am Strand von Sülüklü an.
Rauschende Brandung, glutroter Sonnenuntergang und sternenklarer Nachthimmel.


   |   Tages KM: 103   |   GPS Nord: 36°13'07   |   GPS Ost: 29°58'52

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Samstag, 9.10. Demre Sülüklü

Außer einem weiteren deutschen Mobil sind wir die einzigen Übernachtungsgäste an diesem weitläufigen Strand. Wir baden in der Brandung bevor wir Richtung Finike weiterfahren. Die gut zu befahrene zweispurige Str. führt direkt am Meer an einer Steilküste entlang. Heute kommen uns viele Ausflugsbusse entgegen. Noch scheint die Sonne, doch hinter den hohen Bergen im Binnenland türmen sich dunkle Wolken auf. Braut sich da ein Unwetter zusammen? Kumluca liegt auf Meerestiefe. Hier gedeihen außer Gemüse auch Orangen. Die Str. wendet sich nun dem Meer ab und es geht ins Gebirge.
Das Unwetter hat uns nun erreicht und es gießt in Strömen, auf 430m Höhe haben wir einen Temperatursturz um15°C. Weil wir unseren Reiseführer wieder einmal nicht richtig begriffen haben, biegen wir nach Olympos statt nach Cirali ab. Steil geht es bergab, an Holzhütten im Grünen mit einem Schwimmbad, einem Hamam und kleinen Pensionen vorbei bis zu einem Wegkreuz. Hier fragen wir einen Straßenhändler nach dem Weg. Wir sind falsch und müssen zurück. Wieder auf der Hauptstr., zweigt nur 150m weiter der Weg nach Cirali ab. Das Wetter klart auf und die Sonne trocknet die Regenpfützen schnell. Dieses Mal sind die Serpentinen noch ein wenig steiler. Unten angekommen erwartet uns ein kl. Dorf mit unzähligen Pensionen (80 lt. Reiseführer). Noch 4km bis Chimaera/Yanartas. Auf einem Parkplatz ist vorläufig Schluss. Nur zu Fuß und gegen eine geringe Eintrittsgeb. gelangt man zu den Feuerfeldern am Berg. Schon in der Antike hat man das an mehreren Stellen ausströmende Erdgas genutzt. Für die Schiffe als Leuchtfeuer damals, heute wo weniger Gas entweicht – als Touristenattraktion. Schon nach 20 Min. Aufstieg erreichen wir das erste Feuerfeld. Tatsächlich, an mehreren Stellen züngeln Flammen. Den weiteren steinigen Aufstieg zum nächsten Feuerfeld ersparen wir uns. Wir haben von hier oben einen Strand erblickt, zu dem wir vom Parkplatz auf gut Glück abbiegen. Nachdem wir über das schmale Sträßchen (ein Rundweg) das Meer erreichen, sehen wir auf einem riesengroßen Platz einige Mobile parken. Welche Überraschung – das Concorde-Mobil vom Bafa-See ist auch schon da. Gitti und Klaus berichten uns, dass sie letztes Jahr hier 4 Wochen verbracht haben. Die Parkgeb. ist gering und in Cirali gibt es einige Lebensmittelshops. Alles andere erledigen sie mit ihrem Roller. Der weitläufige Sandstrand wird hauptsächlich nur von den Gästen der Pensionen genutzt. Jetzt in der Nachsaison hält sich das in Grenzen. Überhaupt scheinen die Touristen hier Alternativ-Touristen zu sein. Abends frischt der Wind auf – es kühlt zunehmend ab. Von unserem Platz aus können wir die Feuer am Berg mit bloßem Auge erkennen.
Wissenswertes: Die Türken nennen diese Feuer Yanartas – „brennender Stein“.



   |   Tages KM: 103   |   GPS Nord: 36°25'07   |   GPS Ost: 30°28'55

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Sonntag, 10.10. Cirali

Morgens um 8 Uhr. Hier noch ein wenig wie unsere Nordseeküste im Sommer. Es ist leicht frisch, so um die 12 °C. Danach wärmt die Sonne schnell alles auf. Am Strand machen die ersten Frühaufsteher Yoga (bewundernswert) oder schwimmen schon mal eine Runde vor dem Frühstück. Am späten Vormittag wandern wir nach Olympos. Die Ruinen sind stark verfallen und überwuchert. Noch gut erhalten ist ein 5m hohes Tempeltor im ionischen Stil, mit einem schönen Sturz und einer Weiheinschrift für Kaiser Mark Aurel. Schön ist der davorliegende Sandstrand. Ins Meer mündet zudem ein Fluss mit kristallklarem Wasser.
Den Rest des Tages verbringen wir mit schwimmen und faulenzen.


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Montag, 11.10. Cirali

Heute gehen wir ein Stück den Lykischen Wanderweg. Wir sind nicht die einzigen Wanderer die erst um 11 Uhr los gehen. Ich habe meine dicken Wanderstiefel angezogen, das ist auch gut so. Der Weg ist mehr ein schmaler Trampelpfad. Über lose Steine zieht sich er an der Küste entlang. Anstrengend geht es bergauf und zu schönen einsamen Buchten bergab. So erklimmen wir einige Höhen. Die Ausblicke begeistern. Mit etlichen Pausen erreichen wir nach 2 Std. die dritte Bucht. Wir baden und treten bald den Rückweg an. Die Sonne brennt inzwischen nicht mehr unerbärmlich auf unsere Rücken – aber die Felssteine sind stark aufgewärmt. Der Wind frischt auf und bringt etwas Abkühlung. In einer weiteren Bucht legen wir einen Badestopp ein. Erst um 16 Uhr erreichen wir abgekämpft unseren Stellplatz.
Tipp für Strandmüde: Mit passender Bekleidung Wanderwege durch die unberührte Natur laufen.


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Dienstag, 12.10. Cirali

Heute ist das Wetter bedeckt, aber durchaus noch warm. Wir können draußen sitzen, lesen und baden – während Ulla und Horst in Griechenland „Dauerregen“ haben. Heute sind wir und bei Gaby, Lutz, Inge und Manfred vom Braunschweiger Reisemobilclub zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Eine nette Geste, außer uns und den Braunweigern sitzen noch Gitti, Klaus, Erika, Reinhard und Heidi mit am Kaffeetisch. Danach eine kleine Backvorführung von Inge, ihr Gugelhupf ist auf dem Gasherd vorzüglich geraten. Jetzt müssen wir auf den Märkten nach dieser praktischen Kuchenform Ausschau halten.
Abends gehen wir alle gemeinsam in das Dostlar Evi, eine kleine Pension mit Restaurant in der Nähe der Moschee. Die leckeren Vorspeisen und der gegrillte Fisch munden uns vorzüglich.
Heute: Anregende Gespräche mit netten Reisemobilfahrer/innen – super!


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Mittwoch, 13.10. Cirali

Ab heute geht es langsam zurück, Richtung Heimat. Es heißt Abschied nehmen von der netten Stellplatzgruppe. Zum Wasserbunkern fahren wir auf den Parkplatz bei den „Brennenden Steinen“. 5 TL will der Parkplatzwärter dafür kassieren, dass wir unsere Wassertanks im Mobil auffüllen. Die Leitung hat keinen Druck und über 30 Min. stehen wir am Wasserhahn. So ist es bereits 10.30 Uhr als wir „on tour“ sind. Wir müssen den Anreiseweg wieder zurück, es gibt keine andere Verbindung. Als individuelle und schöne Wegstrecke Richtung Kumluca wurde uns der Weg über Olympos genannt. Schon bald kommen wir am alten Hamam vorbei und wollen es uns anschauen – vielleicht auch eine Seifen-Massage buchen. Der Eingang zur Hamam- Anlage wird von einem Hund bewacht. Bellend und zähnefletschend kommt er auf uns zu – ein richtiger Wachhund. Er treibt uns zurück. Endlich kommt sein Herrchen, beruhigt ihn und legt ihn an die Kette. Dann zeigt der junge Mann uns das Hamam. Leider ist der Stein nicht aufgeheizt. Wir können 3 Std. warten oder ein anderes Mal wiederkommen. Insallah – wir fahren weiter. Am Ende des Ortes gibt es eine Ausschilderung nach Adrasan. Der kleine Ort am Meer besteht überwiegend aus Gewächshäusern, Ferienwohnungen und Pensionen. Das Wasser ist kristallklar. Etwas abseits der Kiesstrandbucht parken schon 3 Mobile - schattenlos auf einem staubtrockenen Platz. Nichts für uns und wir fahren weiter. Eine schmale Str. bergauf und in Serpentinen bergab, heute ist eine Radgruppe unterwegs. Auf 250m müssen sie hoch, einige Ältere haben in der Mittagshitze schon schlapp gemacht. Die Landschaft ist nun bewaldet, etliche Picknickplätze befinden sich in Meeresnähe. Dieses Gebiet (eine Art Halbinsel) zwischen Kumluca und Kemer ist ein gr. Nationalpark. Wir fahren einen Parkplatz in Strandnähe an und beschließen hier den Nachmittag und die Nacht zu verbringen. Außer ein paar PKW, die nur eine kl. Runde drehen, sind wir mit einem Strandhund ganz allein. Abends ist es noch sehr mild. Wir sitzen draußen, lauschen dem Meeresrauschen und sehen in der Ferne die Lichter von Finike und Kumluca.
Erkenntnis über Hunde: Die braven Strandhunde sind sehr anhänglich. Heute koche ich für den einen eine Extraportion.


   |   Tages KM: 61   |   GPS Nord: 36°16'32   |   GPS Ost: 30°21'43

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Donnerstag, 14.10. Mavikent

Wir baden es letztes Mal im Meer. Von Mavikent bis Kumluca sehen wir nur Treibhäuser. Unsere Str. führt mittendurch. Die Tomatenpflanzen blühen bereits – im Winter wird zum wievielten Mal geerntet? Wird halb Europa mit Gemüse aus der Türkei versorgt? Es wird gespritzt, nichts mit Bio! Holz wird zum Heizen benutzt, neben den Treibhäusern stapeln sich hoch Äste und Palettenreste.
Unser heutiges Ziel ist der Salda Gölü. Bei Finike biegen wir ins Landesinnere ab. Vor Emali erreichen wir einen Pass in 1120m Höhe. Auf der anschließenden Hochebene gedeihen vor allem Obstbäume. Die Apfel- und Granatapfelernte ist in vollem Gange. Es begegnen uns Ziegen- und Schafherden, um uns herum sind die Berggipfel 2500 bis 3000m hoch. Riesige Lagerhallen für die Obstsorten am Straßenrand. Wir kaufen privat von einem Anhänger einen kleinen Vorrat an Äpfeln. Die Frauen auf dem Hof sind beim Zwiebel putzen, viel Arbeit in der Landwirtschaft. Die Landschaft bis Tefenni ist sehr abwechslungsreich. Wir sehen Marmorbrüche und in den Ortschaften Fabriken die den Marmor bearbeiten. Begrenzungspfähle für die Schneeräumfahrzeuge lassen vermuten, dass es hier im Winter auch schneit. Dabei sehen die Häuser keineswegs wintertauglich aus. In dem Ort Süfekler (Strecke Korkuteli – Tefenni) scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Diese Häuser, werden sie den nächsten Winter überstehen? Es gedeihen Getreide, Mais und Zuckerrüben, das Getreide wurde bereits abgeerntet. Jetzt sind die Zuckerrüben dran –alles in einer Höhe von 1500m. Nach Yesilova erreichen wir den Salda-Gölü, der heute grau aussieht. Seit dem frühen Nachmittag ist das Wetter bedeckt, nun fängt es zu regnen. Wir können gegen eine geringe Gebühr auf dem Parkplatz von einem großen Schnellrestaurant übernachten. Dieses Lokal wird überwiegend von den Ausflugsbussen Antalya – Pamukkale angefahren.
Abends: Nach Einbruch der Dunkelheit kommt nur noch ein Bus, dann sind wir allein.


   |   Tages KM: 232   |   GPS Nord: 37°30'25   |   GPS Ost: 29°42'42

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Freitag, 15.10. Salda Gölü

Heute Morgen fehlt die Sonne, um dem See seine typische blaue Farbe einzuhauchen. Die Sonne lugt nur dann und wann hinter den Wolken hervor. Wir fahren auf 1100m und haben um 10 Uhr nur 16°C. Auf den Laubbäumen zeigt sich das erste farbige Herbstlaub. An den Berghängen sehen wir etliche neue Forstgebiete. Unglaublich, was in der Türkei außer dem Straßenbau noch im Land getan wird. Wir erreichen die Stadt Denizli und biegen Richtung Dinar ab. Im kleinen Ort Kaklik gibt es eine Höhle, die erst 1999 entdeckt wurde. Die schneeweißen Kalksinterterrassen in der Höhle sind eine Art Miniaturausgabe des tatsächlichen Pamukkale. Treppenwege führen durch die Höhle. Im Außenbereich gibt es einige Thermalbecken, jetzt in der Nachsaison sind diese jedoch ohne Wasser. Dieser Besichtigungsstopp war lohnenswert.
Richtung Denizli stehen viele Textilfabriken. Bei einigen gibt es einen Fabrikverkauf. Die Vorort gefertigten Artikel können dort günstig erworben werden. Auch Marmor kommt in dieser Gegend häufig vor. An den Berghängen sehen wir die Steinbrüche und an der Hauptstr. befinden sich die verarbeitenden Betriebe. Wer ist wohl für diese Massen der Hauptabnehmer?
Das Wetter ist heute sehr wechselhaft, Sonne und Regen wechseln sich ab. Auf dem Weg nach Selcuk kommen wir in ein Unwetter mit Hagel und sintflutartigem Regen. Alle Fahrzeuge fahren schlagartig rechts ran und bleiben stehen – die Str. ist kaum zu erkennen. So schnell wie das Unwetter kam, so schnell ist es wieder vorbei. Im Selcuk biegen wir nach Sirince ab. In dem ursprünglich griech. Bergdorf lebten vor 100 Jahren angeblich einige tausend Menschen. Jetzt leben nur noch rd. 400 Bewohner in diesem kleinen Ort. Schmale gepflasterte Gassen ziehen sich bergan, gesäumt von den alten Steinhäusern. Es gibt eine Vielzahl von Restaurants und eine Basargasse. Überall wird Wein angeboten. Fast jede zweite Familie produziert ihren eigenen Wein. Weil viele Touristen tagtäglich mit den Tourenbussen diesen schönen Ort aufsuchen, sind viele Preise in Euro ausgezeichnet. Für uns ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Vorsicht Falle: Einige Restaurants haben draußen die Speisen und ihre Preise verzeichnet. Bei anderen fehlen sie ganz und müssen im Lokal erfragt werden. Wir bestellen zwei Gerichte. Die Getränkekarte hat auch Preise, doch in Euro – was wir dann erst später bei der Bezahlung feststellen. Wir sind wütend. Als uns dann der Kellner 10TL zuviel herausgibt (weil er nicht rechnen kann), stecken wir das Geld ohne Worte ein. Strafe muss sein!


   |   Tages KM: 343   |   GPS Nord: 37°56'39"   |   GPS Ost: 27°25'51"

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Samstag, 16.10. Sirince

Das kleine Bergdorf liegt in einer Einbahnstr. Wir müssen die 8 km nach Selcuk wieder zurück. Heute steht uns der Sinn nach ein wenig Abenteuer. Wir wollen nach Tire. Nicht über den üblichen Weg, sondern über das Aydin-Gebirge. (lt. Reiseführer über ein elendes Bergsträßchen). Nach Incirliova windet sich eine neue Teerstr. zweispurig ins Gebirge. Der Blick geht weit über die Autobahn, größere Städte mit Hochhäusern und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Sonne scheint nach den Gewittern der letzten Nacht. Wir sehen blauen Himmel und weiße Wolken ziehen an den Gebirgsketten in 1000m Höhe vorüber. Nach gut 20 km ist die Teerstr. dann zu Ende. Jetzt geht es einspurig weiter, mit kaum Ausweichstellen. Meine größte Sorge: Hoffentlich kommt uns heute kein LKW entgegen. Die Str. ist nur etwas für Unerschrockene und bei guter Sicht zu befahren. Die wenigen Dörfer liegen abseits, auf noch schmaleren Str. zu erreichen. Auf der einen Seite vom Berg gibt es Plantagen mit Feigenbäumen und hinter dem Pass stehen Wälder mit Edelkastanien. Die Ernte kann beginnen. An einer schmalen Stelle haben wir Gegenverkehr. Es begegnet uns ein LKW und wir müssen zurück setzen. Nach weiteren 10 km erreichen wir Eski Tire. Die Häuser sind an den Berghang gebaut und ein überdachter Basar mit seinen Handwerksgassen verlockt zum Bummeln. Weiterhin befinden sich die Reste von zwei alten Karawansereien und eine alte Moschee (geschlossen) im Basar. Auf der Weiterfahrt nach Ödemis durchfahren wir Neu-Tire. Hier gibt es die modernen Geschäfte. 33 km fruchtbare Ebene, dann haben wir Ödemis erreicht. Das malerische Bergdorf Birgi liegt 8 km außerhalb. Die osmanischen Häuser aus dem 18. und 19. Jh. sind zum Teil aus Naturstein und viel Holz gebaut. Ein schönes Großbürgerhaus mit typischer Konstruktion und auffälliger Bemalung ist heute Museum, aber zurzeit wegen Renovierung geschlossen. Vom Garten ist der äußere Anblick auch schon bemerkenswert. Die Ulu Camii von 1312 besitzt eine kunstvoll geschnitzte Himmelstreppe. Die Besichtigung ist auch für Frauen möglich. Wir schlendern danach noch ein wenig durch die Gassen mit den zum Teil restaurierten alten Häusern. Weil wir im Ort keinen geeigneten Übernachtungsplatz entdecken, fahren wir den 1200m hohen Pass hinauf Richtung Salihli. Die Str. ist gut ausgebaut. Auf dem Pass geht ein Abzweig nach Gölcük. Dieser kleine Ort liegt malerisch eingebettet in Nadelwäldern in 1030m Höhe am Nordufer des Gölcük Sees. Er ist im Sommer Zufluchtsort vieler Städter. Wir durchfahren den Ort mit seinen nun verlassenen Sommerhäusern. Nachdem wir einen Stellplatz für die Nacht am See ausfindig gemacht haben, laufen wir nochmals zu Fuß los. Viele Einheimische verkaufen an kleinen Marktständen ihre eigenen Produkte. Wir kaufen frische Walnüsse, Maronen, Marmelade, Bohnen, selbstgemachte Nudeln und essen frische Gözleme.
Tipp des Tages: Den Ort Birgi unbedingt anschauen. Hier ist die Zeit stehen geblieben wie vor 100 Jahren.


   |   Tages KM: 173   |   GPS Nord: 38°19'12   |   GPS Ost: 28°01'24

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Sonntag, 17.10. Gölcük

Von Gölcük geht es die gleiche Strecke zurück zum Pass. 25 km bis Salihli, fast immer bergab mit grandiosen Ausblicken. Wir kommen an riesigen Kartoffelfeldern vorbei. Die Ernte hat begonnen. Die Männer roden mit dem Traktor und die Frauen sammeln auf. In Salihli biegen wir Richtung Akhisar ab. Selbst an Nebenstrecken werden die Str. vierspurig ausgebaut. Heute wollen wir Strecke schaffen, so nehmen wir keine weiteren Gebirgsstrassen. Vor Balikesir stehen am Straßenrand. Melonenverkaufsstände dicht an dicht und übertreffen sich mit den Preisen. Die gr. Melonen sollen 1 TL und die kl. ½ TL kosten. So billig geht’s nimmer und wir kaufen gleich 4 Stück – nachdem wir vorher eine Kostprobe genommen haben. Als grobes Ziel haben wir Bursa angepeilt, wollen aber vor der Stadt einen Übernachtungsplatz suchen. Wir biegen zum Uluabat Gölu ab um dort nach einem geeigneten Stellplatz zu suchen. Das Sträßchen ist einspurig und stark verdreckt, die Banketten sind nicht befahrbar – wir würden im Matsch versinken. Nur an wenigen Stellen kann man den Gegenverkehr passieren lassen. Wir erreichen den kleinen beschaulichen Ort Eskikaraagac und parken vor dem Storchen-Infocenter. Im Ort soll es 9 Storchennester geben. Auch von hier sind die Störche schon nach Afrika zum Überwintern weitergereist, Schautafeln veranschaulichen den Flug. Die Bewohner im Ort sind sehr freundlich und zeigen uns den Rundweg um den Ort. Man grüßt uns freundlich und heißt uns willkommen. Einige junge Frauen sind mit uns auf dem Rundweg unterwegs und ich komme mit ihnen ins Gespräch. Die eine Frau spricht ein wenig franz. und erzählt, dass ihre eine Schwester in Frankreich lebt. Es ist schon bedauerlich, dass wir uns sprachlich so wenig verständigen können. 2 Jungen zeigen uns die Reste von 2 Kirchen. Wir schauen in so manchen Hinterhof und offene Lagerschuppen. In diesen werden riesige Mengen kleiner Zwiebeln gelagert. Es stellt sich für uns die Frage: Sind diese zum Essen oder zum Pflanzen?
Erkenntnis des Tages: Wer hätte gedacht, dass nach dieser abenteuerlichen Zufahrt uns ein so ruhiger Stellplatz erwartet?


   |   Tages KM: 317   |   GPS Nord: 40°11'14"   |   GPS Ost: 28°36'40"

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Montag, 18.10. Esikikaraagac

Den Rückweg zur Hauptstr. schaffen wir ohne Gegenverkehr. 45 km (teils über Autobahn) sind es bis zum Stadtteil Cekirge in Bursa. Hier befinden sich zwei sehenswerte Thermalbäder. Das Alte Thermalbad aus dem 14. Jh. und das Neue aus dem 16. Jh. Wir fahren das Neue an, ein Tipp von Reisemobilfahrern. Frauen und Männer baden in getrennten Bädern, 50 m voneinander entfernt. Ich habe Glück, denn im Frauenbad kann mir eine Angestellte einiges erklären und das Bad zeigen, sie hat einige Jahre in Frankfurt gearbeitet. Die Bad-Innenräume sind sehr schön und die Massagen finden auf Massagebänken in einem separaten Raum statt. Wir beschließen am späten Nachmittag nach der Stadtbesichtigung von Bursa diese Thermalbäder aufzusuchen. Unser Mobil können wir auf einem Großparkplatz gegenüber dem Thermalbad bis zum nächsten Morgen parken. Mit dem Bus geht es in das 4 km entfernte Zentrum von Bursa. Die meisten Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß besichtigen. Beeindruckend ist der Innenraum der großen Moschee (Ulu Camii) von 1399. Ein dreistöckiger Reinigungsbrunnen steht unter der zentralen Kuppel. Die verschiedenen Hani sind schön restauriert. In den Arkaden befinden sich die Läden und im Innenhof die Cafes. Jetzt um die Mittagszeit sind sie sehr gut besucht. Der überdachte Basar aus dem 15. Jh. bietet außer Bekleidung und Goldschmuck eine große Auswahl an Handtüchern und Bettwäsche. Wir decken uns in einem Geschäft mit Pestemal (Handtüchern fürs Hamam) ein. Es gibt eine so große Auswahl, dass uns die Entscheidung schwer fällt. Der Basar, der überwiegend für die Einheimischen Waren anbietet, kann von Touristen „ohne Anmache“ in Ruhe durchbummelt werden. Die Winterkollektion ist eingetroffen, z.B. Damenrollis für 2,50 Euro. Immer wieder begeistern uns die Gemüsemärkte. Die Präsentation der Waren kann sich sehen lassen! Die Frauen in Bursa sind ein Einblick in zwei verschiedene Welten: Europäisch nach dem letzten Schrei gekleidet und ohne Kopftuch – dann wieder ganz in schwarz gehüllt bis über die Haare. Selbst die Finger stecken in schwarzen Handschuhen.
Um 16.30 Uhr gehen wir getrennte Wege ins Thermalbad. Mein Hamam ist jetzt für den Publikumsverkehr geschlossen. Heute Abend findet ein Hennafest statt - der Abschied vom Mädchen zur Ehefrau. Mich bringt man in das örtliche Hamam. Für das übliche Programm einschließlich Seifenmassage muss ich umgerechnet 22 Euro bezahlen. Nachdem ich mein Pestemal in der Umkleidekabine angelegt habe, betrete ich mit Badelatschen das Bad. Gleich im ersten Raum schlägt mir ohrenbetäubender Lärm entgegen. An den 4 Marmorwaschbecken sitzen je 2 Frauen. Sie übergießen sich mit warmem Wasser und unterhalten sich kreuz und quer. Auf einer Massagebank bekommt eine Frau von einer Masseurin eine Seifenmassage. Im zweiten Raum befinden sich wiederum einige Wasserbecken, hier ist die Raumtemperatur um einige Grad höher. Im dritten Raum sind zwei Thermalbecken, ein größeres 3x4 Meter und ein kleineres Sitzbecken. Bei 45°C und mehr halte ich es im nasswarmen Raum nur kurze Zeit aus. Bis ich für die Massage aufgerufen werde, schaue ich mir die Frauen genauer an. Alle Altersklassen sind hier vertreten, ein typisches Stadtteilhamam. Es gibt außer mir keine Touristinnen. Die Frauen waschen sich gegenseitig den Rücken und die Haare. Meine Massage ist die beste die ich bislang von einer Frau erhalten habe. Zurück am Auto berichtet Peter über seine Erfahrungen. In seinem Bad war Massenandrang, mindestens 40 Männer. Viele warteten auch auf eine Seifenmassage Damit es schneller geht, arbeiteten 2 Masseure gleichzeitig an einer Person – Massenabfertigung! Wir geben den Bädern die Note 3. Wenn wir einmal wiederkommen, werden wir das Alte Thermalbad aufsuchen.
Erkenntnis: Unsere Erfahrungen in den Hamambädern sind sehr unterschiedlich – von sehr gut bis - na ja (schlecht).


   |   Tages KM: 45   |   GPS Nord: 40°11'50"   |   GPS Ost: 29°02'17"

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Dienstag, 19.10. Bursa

In der Nacht hatten wir heftigen Sturm mit Regen. Jetzt werden die Edelkastanien (Maronen) am Boden liegen – bereit für die Weiterverarbeitung von „Seker Kestane“. Die süßen Kastanien sind eine Spezialität aus Bursa. Wir haben sie gestern im Basar probiert. Sehr süß und nicht unser Geschmack.
Wieder haben wir Startprobleme mit dem Motor. In der letzten Zeit häufiger, immer wenn der Motor kalt ist. An der Ausfahrstr. von Bursa fahren wir eine Iveco Werkstatt an. Wir versuchen unser Problem zu schildern und Herr Yer (unser ehemaliger Werkstattleiter) in Deutschland dolmetscht per Telefon. Sogar die Iveco-Zentrale wird eingeschaltet, da läuft das Gespräch in Englisch. Wir bekommen Tee serviert und im Kundenaufenthaltsraum kann ich am PC arbeiten. Nach 2 Std. ist unser Mobil fertig. Man hat mit modernen Diagnosegeräten den Fehler ausgelesen und einen Sensor erneuert. Die Werkstatt will für ihre Bemühungen kein Geld. Nicht einmal einen Betrag für ihre Trinkgeldkasse wollen sie annehmen. Bei so viel Touristenfreundlichkeit bleibt uns nur ein teschekür ederim (herzlichen dank). Wir machen ein Abschiedsfoto mit dem Werkstattleiter, dem Kundendienstberater und dem tüchtigen Monteur. Jetzt bleibt nur abzuwarten ob morgen früh das Mobil ohne Probleme anspringt.
Gegen Mittag kommt die Sonne hinter den Wolken hervor. Wir schauen uns am Uluabat Gölü den kleinen Ort Gölüyazi an. Wohnhäuser auf den alten Resten einer antiken Siedlung. Die Männer sitzen unter der sehr alten Dorfplatane und trinken Tee. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort fahren wir weiter Richtung Bandirma. Die Halbinsel Kapidagi ist unser Ziel. Südlich von Erdek liegen einige einfache Campingplätze direkt am Meer. Wir müssen einige anfahren, jetzt in der Nachsaison sind nicht mehr alle geöffnet.
Erkenntnis des Tages: Wenn sich die Fehlerbehebung in der Werkstatt als richtig erweist, dann sind wir Glückspilze!


   |   Tages KM: 137   |   GPS Nord: 40°23'53"   |   GPS Ost: 27°50'10

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Mittwoch, 20.10. Erdek

Unser Mobil springt sofort an. Das war gestern eine gute Entscheidung die IVECO-Werkstatt anzufahren. Wir haben umdisponiert und werden schon heute nach Alexandroupoli fahren, die Fähre umbuchen und Freitag Griechenland verlassen (statt Sonntag). Auf den Tag genau waren wir 5 Wochen in der Türkei – insgesamt sind wir jetzt 67 Tage unterwegs. Wir fahren durch Edincike. Die alten osmanischen Häuser sehen sehr verfallen aus, das erste Stockwerk besteht meistens aus Holz. Die letzten 60 Jahre wurden hier keine Reparaturen durchgeführt. Sind die Besitzer ausgewandert? Unsere Strecke kürzen wir ab und nehmen die Fähre Lapseki – Gelibolu über die Dardanellen. Die Fähre ist kurz vor dem Ablegen als wir eintreffen. Es wird noch einige Male hin- und herrangiert, damit wir und zwei weitere LKW an Bord passen. Die Sonne scheint und eine Stunde dauert die Überfahrt. Dann auf einmal – wie aus heiterem Himmel, ziehen Gewitterwolken auf. Es prasseln Regenschauer auf uns nieder. Schon bald danach ist alles wieder gut. In Ipsala, dem letzten Ort vor der griech. Grenze „verfuttern“ wir unser letztes Geld. Die Grenze passieren wir ohne größere Kontrollen. Gegen 16 Uhr erreichen wir den uns bekannten Campingplatz in Alexandroupoli. Ein Sturm hat das Meer aufgewühlt und die Wellen schlagen mit aller Macht an den menschenleeren Strand.
Spruch des Tages: An der Grenze lese ich einen Spruch von Atatürk. Übersetzt heißt dieser: „Frieden im Haus – Frieden in der Welt“ – wie wahr!!!


   |   Tages KM: 282   |   GPS Nord: 40°50'46   |   GPS Ost: 25°51'15

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Donnerstag, 21.10. Alexandropolis

Bis zum Fährhafen Igoumenitsa sind es 620 km Autobahn, jetzt komplett fertig. Das lässt sich bis zum späten Nachmittag gut schaffen. Dort angekommen, holen wir im Hafenbüro unsere telefonisch reservierten Tickets ab. Wir nutzen die Zeit bis zum Schlafengehen mit einer Mobil-Außenwäsche auf einer Tankstelle. Die Preise haben „sich gewaschen“. 20 Euro kostet es hier, in der Türkei haben wir 5 Euro bezahlt. Na ja, EU-Preise! Wieder im Hafen fallen uns die vielen jungen Männer auf, sehr viele davon dunkelhäutig. Sie „lungern“ am Straßenrand, in der kl. Parkanlage, zwischen den parkenden Autos und den abgestellten LKW-Aufliegern herum. Das Übernachten im abgeschlossenen Hafen ist nicht mehr möglich. Nur auf den Parkplätzen davor kann übernachtet werden. Erst 2 Std. vor dem Auslaufen der gebuchten Fähren darf in den Hafen gefahren werden. Vom Mobil aus können wir beobachten, wie bis in die späte Nacht die jungen Männer versuchen eine “Unterschlupfmöglichkeit“ bei den abgestellten Fahrzeugen zu finden. Sie wollen nach Italien und dann weiter in irgendein „gelobtes Land“. Mit Blaulicht taucht zwischendurch die Polizei auf. Die Besatzung springt mit Schlagstöcken bewaffnet aus dem Streifenwagen und vertreibt die jungen Männer. Kaum ist die Polizei fort, tauchen nach kurzer Zeit die jungen Männer wieder auf. So geht das „Räuber und Gendarm-Spiel“ bis die letzte Fähre des heutigen Tages den Hafen verlassen hat. Wir schlafen mehr oder (ich) weniger gut, bis in den frühen Morgenstunden (gegen 5 Uhr) das Spiel von neuem beginnt.

   |   Tages KM: 620   |   GPS Nord: 39°29'10"   |   GPS Ost: 20°15'34"

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Freitag, 22.10. Igoumentisa

Wie üblich beginnt die Verschiffung mit Warten. Um 8 Uhr trifft unsere Fähre, die Olympia Palace, ein. Zügig fahren die LKW, Mobile und PKW an Bord. Kurz nach 9 kann abgelegt werden. Wir haben „Camping an Bord“ gebucht und stehen im Mittelgang. An den „Frischluftplätzen“ hat man heute LKW und PKW platziert. Wie schade!
Die schmalen Seitengänge am offenen Fensterteil sind trotz Sonnenschein sehr zugig. Ein gutes Stück begleitet uns die albanische Küste. Wir erkennen mit dem Fernglas einige der von uns angefahrenen Orte. Die restliche Zeit bis zum Dunkelwerden vertreiben wir uns mit Lesen und „Dösen“. Nachts ist das Meer verhältnismäßig ruhig und keine Alarmanlage der PKW schrillt.
Das kann ich mir nicht mehr vorstellen: Übernachten im VW-Camper 2 Erwachsene und 2 Kleinkinder!


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Samstag, 23.10. - 30.10. Venedig- Walchsee- Glinde

Samstag, 23.10. Venedig
Mit etwas Verspätung läuft unsere Fähre in Venedig ein. Wir stehen an Deck. Das Wetter ist herbstlich trüb, aber ohne Regen. Ein riesiges Kreuzfahrtschiff gleitet vor uns Richtung Kreuzfahrtterminal. Wir passieren San Marco, sehen den Campanile und die Dogenhäuser am Wasser. Kleine Barkassen schippern vorbei. Es herrscht ein reger Verkehr, heute am Wochenende morgens um 9 Uhr.
Wie immer, wenn es endlich mit dem Ausschiffen im Hafen losgeht, entsteht eine große Hektik. Nachdem einige PKW unser Parkdeck verlassen haben, können wir wenden. Dabei müssen wir höllisch aufpassen, weil viele Fahrzeuge unkontrolliert zurück setzen. Wo sind nur die Einweiser?
Wir nehmen die uns schon bekannte Strecke über die Autobahn zum Brenner. Am frühen Abend erreichen wir Walchsee. Im Heimatort von Peter wollen wir noch wenige Tage ausspannen, Verwandte besuchen und wenn das Wetter es zulässt, einige Spaziergänge unternehmen.
Am nächsten Tag schlägt das Wetter um. Der Niederschlag kommt in Form von Schnee. Um uns herum breitet sich eine traumhafte Winterlandschaft aus. So schnell hatten wir uns den Winter nicht herbeigesehnt! Gott sei dank sind die Straßen frei. Ohne größere Probleme erreichen wir am 29. Oktober unser Zuhause.
Noch lange werden wir uns an die schönen Strände, das herrlich warme Meerwasser, die traumhaften Sonnenuntergänge, die beeindruckenden Landschaften und interessanten Begegnungen erinnern.


   |   Tages KM: 1450

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Rückblick

Wenn mach sucht, dann findet man in der Nachsaison noch die einsamen Badebuchten. Wir fotografieren überwiegend die „alte Türkei“ – ursprüngliche Wohnhäuser und Ruinen aus dem Altertum. Aber es gibt auch die moderne „neue Türkei“. Mit modernen Wohnhäusern in Vorstadtsiedlungen, Top Landstraßen – vierspurig ausgebaut wie bei uns die Autobahnen.
Sprachlich gibt es keine Verständigungsprobleme. Viele junge Türken/innen sprechen englisch, ältere Personen die mit dem Tourismus zu tun haben eher englisch als deutsch. Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft steht immer noch an erster Stelle.
Übernachtung auf Campingplätzen kostet 10 bis 20 Euro, ist aber immer noch günstiger als in anderen europ. Ländern. Der Strom muss oft extra (3 bis 5 Euro) bezahlt werden. Internetanschluss (wenn vorhanden) ist kostenlos. Die Sanitärblocks sind eher einfach, aber zweckmäßig. Wir haben oft frei gestanden.
Das einzig Nachteilige sind die zurzeit hohen Kraftstoffpreise, Diesel liegt bei 1,50 Euro, Super bei 1,80 Euro.
Bestimmt werden wir in den nächsten Jahren ein weiteres Mal die Türkei bereisen. Bis dahin sagen wir: Hosca Kal (tschüs)!


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