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Marokko - 2012/1

7.-13. Februar Glinde - Denia

Erster Tag: Auf eisfreien Autobahnen geht durch die schneebedeckten Landschaften Norddeutschlands Richtung Süden. Im Ruhrgebiet verliert sich der Schnee. In der Eifel bei Nettersheim (kurz vor Trier) ist wieder alles weiß verschneit. Wir fahren auf einen Stellplatz (8 Euro) am Waldesrand – dort wo sich Hase und Fuchs „gute Nacht“ sagen.
Zweiter Tag: Über Luxemburg geht es bis Dijon, dann auf Nebenstrecke bis Lapalisse. Auf dem Stadtnahen kostenfreien Stellplatz stehen bereits vier Mobile. Es ist bitterkalt.
Dritter Tag: Auf den Anhöhen liegt Schnee. Weiter auf der mautfreien A 75 Richtung Süden bei strahlendem Sonnenschein. Wir überqueren die Brücke von Millau (23,60 Maut), und erreichen am frühen Nachmittag das Mittelmeer. Ein heftiger Wind empfängt uns. In Narbonne verlassen wir die Autobahn und fahren auf einen Parkplatz in Gruissan. Der bekannte Stellplatz „vier Winde“ ist heute zum Übernachten nur für „Unerschrockene“ (Wind kurz vor Orkanstärke). Nachts haben wir um die 0 Grad, es wird wärmer.
Vierter Tag: Wir erreichen Spanien und fahren bis nach Barcelona auf der kostenpflichtigen Autobahn, dann die Küstennebenstrecke bis Vinaros. Bei „Spätzle Fritz“ (12 km im Binnenland) übernachten wir inmitten von Mandarinenplantagen. Für Gäste die in seinem Lokal essen fällt keine Stellplatzgebühr an.
Fünfter Tag: Bei sommerlichen Temperaturen hinter der Windschutzscheibe geht es heute bis Denia, auf den Privatstellplatz vor Jürgen und Ilonas Haustür.
Sechster und siebter Tag: Ruhetag
Nach einigen Einkäufen, Erledigungen, Reparaturen, Spaziergängen, üppigen Essen, etlichen Kaffees und zwei Krimis sind wir gemeinsam startklar für das „kleine“ Abenteuer Marokko.


   |   Tages KM: 2442

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Dienstag, 14.2. Denia - Almeria

Gegen 10 Uhr verlassen wir Denia Richtung Almeria. Im Hafen wollen wir die Fährverbindungen und Preise nach Nador oder Melilla erfragen. Gegen 16 Uhr erreichen wir Almeria. Heute fährt nur eine Fähre nach Melilla, und zwar um 23.30 Uhr –Preis pro Mobil und 2 Personen mit Übernachtung in einer Vierbettkabine: 258,30 Euro (eine Tour). Zurück wollen wir über Ceuta ausreisen. Kurzentschlossen buchen wir noch für den heutigen Abend. Während wir im Hafen auf die Einschiffung warten, können wir anderen Mitreisenden beim Verstauen der Mitbringsel beobachten. Fast jeder PKW oder Kleintransporter hat einen Dachgepäckträger – 50 kg Dach Last sind zulässig. Doch die meisten haben gut und gerne das Vierfache an Beladung. Die hinteren Sitzbänke der PKW sind, wenn nicht mit Personen besetzt, bis unters Dach vollgepackt – auch mit den Beifahrersitzen verhält es sich so. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Als endlich um 22 Uhr die Einschiffung beginnt, fahren die PKW als erste auf die Fähre. Unsere zwei Reisemobile (die einzigen) und die LKW müssen als letzte rückwärts einparken. Dabei geht es oft nur zentimeterweise, mit Fingerzeig vom Fährpersonal – mal rechts, mal links einschlagen, aufs Schiff. Jürgen und Peter meistern das ganze fabelhaft.
Wir beobachten von Deck aus das Auslaufen der Fähre und verschwinden dann recht schnell in unserer gemeinsamen Kabine. Ilona stellt den Wecker für den nächsten Morgen auf 6.30 Uhr und – Licht aus!
Der arme Jürgen: Schon bald muss er unsere Schlaf-, bzw. Schnarch Geräusche ertragen.


   |   Tages KM: 394   |   GPS Nord: 36°50'03"   |   GPS West: 2°28'01"

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Mittwoch, 15.2. Melilla - Guercif

Die Fähre erreicht pünktlich Melilla und wir fahren „schnurstraks“ zum Grenzübergang nach Marokko. Melilla ist eine spanische Enklave und hat die Uhrzeit vom spanischen Festland. In Marokko müssen wir die Uhrzeit um eine Stunde zurück stellen. Diese Zeit benötigen wir um die Grenzformalitäten zu erledigen. „Schlepper“ sind uns beim Ausfüllen der Formulare gegen ein geringes Entgelt behilflich. Ein letzter Blick vom Zoll in unsere Mobile – und endlich geht es los. Wir sind in Marokko. Radfahrer mit schwerem Gepäck, Fußgänger auf der Straße und Autos, die mal eben stoppen oder rasant überholen. Das alles ist für Europäer sehr gewöhnungsbedürftig. Wir erreichen Nador, tanken preiswert und kaufen einen Internet-Stick bei Maroc-Telecom. Ein erster marokkanischer Minztee im Sonnenschein – ah, tut der gut! Alle Lebensgeister sind geweckt, so treten wir die Weiterfahrt über Hassi-Berkane Richtung Taourirt an. Die Landschaft ist überwiegend flach – Ackerbau, Olivenplantagen, Eukalyptusbäume, nur wenige Ortschaften. Wir passieren einen riesigen Stausee, zu dem leider für uns keine Straße führt. So entschließen wir uns in Guercif einen Übernachtungsplatz zu suchen. Wir sehen keine Campingplatz-Ausschilderungen und fragen an einer Kreuzung einen Polizisten – der uns freundlich den Weg beschreibt. Doch leider finden wir den Camping nicht und fahren nochmals zurück. Der Polizist skizziert uns die Anfahrt – aha, wir müssen links, statt rechts suchen. Kurz vor einer Tankstelle soll die Einfahrt sein. Nach einigem Hin und Her stehen wir vor dem verschlossenen Campingplatz. Das Steinportal wäre ohnehin nicht für Mobile über 3 m Höhe zu passieren. Wir campieren auf dem freien Parkplatz davor und wünschen uns gegenseitig seine gute Nacht.

   |   Tages KM: 188   |   GPS Nord: 34°13'22   |   GPS West: 3°21'30

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Donnerstag, 16.2. Guercif - Midelt

Vogelgezwitscher weckt mich, die Geräusche der nahen Verkehrsstr. stören nicht. Heute fahren wir eine uns unbekannte Strecke, Peter und ich sind bereits das 6. mal in Marokko. Eine rotbraune Ebene erstreckt sich kilometerweit, in der Ferne erblicken wir die schneebedeckten Gipfel des mittleren Atlas. In den fruchtbaren Gegenden betreibt man Ackerbau und riesige Olivenplantagen. Dann und wann passieren wir eine kleine Ortschaft, die Gegend hier ist nur wenig bevölkert. Hirten ziehen mit ihren Schafen und Ziegen durch Steinwüsten mit Dornensträuchern, immer auf Futtersuche. Karge Felsen sehen aus wie in Falten gelegt. Auch sehen wir die dunklen Zelte der Nomaden, sie stehen in geschützten Tälern. Im Boden haben nach starken Regenfällen die Auswaschungen tiefe Furchen hinterlassen, wir überqueren etliche über schmale Brücken. Eine muss durch ein Flussbett durchfahren werden, es besteht Einsturzgefahr für die Brücke. Am Straßenrand warten „Kaputzenmänner“ auf den nächsten Bus. Die traditionelle Djellabah ist praktisch – schützt sie doch vor Kälte, Wind und Sonne. Die Frauen tragen ein ähnliches Gewand, oft haben sie sich noch ein warmes Tuch um die Schultern gelegt. Bald wird die Landschaft wird wieder fruchtbarer, in der Nähe von Flüssen sehen wir Oasen.
Am Nachmittag erreichen wir den städtischen Campingplatz in Midelt. Zu Fuß durchstreifen wir wenig später die Gassen. Kaufen äußerst preiswert in kleinen Läden Brot, Obst und Gemüse. Ein kleines Handwerkerviertel schließt sich an. Kesselficker, Schuhmacher, Tischler, Matratzennäher warten auf die einheimischen Kunden. Wir sind die einzigen Touristen und können in aller Ruhe alles betrachten.
Erlebnis des Tages: Gegen den kleinen Hunger gibt es preiswert und schmackhaft eine Harira-Suppe (für umgerechnet 30 Cent) in einer einheimischen Suppenküche.


   |   Tages KM: 266   |   GPS Nord: 32°40'39   |   GPS West: 4°44'14

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Freitag, 17.2. Midelt - Thomas Olivenplantage

Schon bald nach Midelt müssen wir über einen Pass (1900m). Es liegen noch Schneereste am Wegesrand, vereinzelt gibt es Baumbewuchs. Nach dem Pass verwandelt sich die Landschaft in Ödland, nur stellenweise schaut Steppengras zwischen den Steinen hervor. Wenig Häuser, wenig Menschen – nur Schafherden mit Hirten nimmt unser Auge wahr.
In Rich machen wir Halt und parken auf dem riesigen Parkplatz vor einer Militärkaserne. Mit deren Einverständnis parken wir 2 Stunden und erkunden das Stadtzentrum. Kleine Läden für den täglichen Bedarf säumen die engen Straßen. Wir kaufen Obst und Gemüse und essen bei einem Schellimbiss eine Tajine im Freien. Die vielen Katzen unter unserem Tisch gehen nicht „leer“ aus. Gestärkt fahren wir weiter – über Guarrama bis zur Olivenplantage von Thomas. Zuletzt sind wir diese Strecke 2009 gefahren, die Straße ist bedeutend schlechter geworden – fast nur einspurig mit ausgefransten Seitenrändern. In Guarrama kaufen wir nur Brot, aufdringliche Kinder verleiden uns einen Besucherstopp. Die kargen Bergketten links und rechts des Tals werfen erste Schatten – diese „Schauspiele“ der Natur liebe ich. Alles wirkt viel eindrucksvoller. Thomas Plantage liegt recht einsam, doch gleich an der Durchgangsstraße. Thomas ist nicht da, nur die Angehörigen von seiner Verwalterfamilie. Der älteste Sohn Muhan, seine Mutter, die Großmutter und ein deutscher jugendlicher Gast begrüßen uns. Bald kommen 4 weitere Kinder zum Vorschein: Fatma, Nokia, Sara und Jusuf (im Alter von 2 bis 8 Jahre). Der zweitälteste Sohn Lassem hat Schule. Die kleine Sara haben wir schon wenige Tage nach ihrer Geburt(2008) kennen gelernt und 2009 bei einem weiteren Besuch erlernte sie just das Laufen – barfuß über steinigem Boden. Thomas hat für die Verwalterfamilie,gleich neben seinem Steinhaus, ein festes Wohngebäude errichtet. Doch die Familie zieht es vor in den wärmen Monaten draußen im Beduinenzelt zu leben. Nach einem Kaffee erkunden wir vier gemeinsam mit dem noch jungen Hofhund die Gegend. Jürgen hat ihm den Namen Rocky gegeben, und für ihn scheint es der erste Spaziergang an der Leine zu sein. Ein breiter Fußweg führt zum Fluss. Zuerst entlang der Olivenplantage, dann durch steiniges Gelände. Die Olivenbäume können nur gedeihen, wenn sie bewässert und gepflegt werden. Man betreibt noch Schafzucht und etliche Mutterschafe haben Nachwuchs. Sobald die Sonne verschwindet wird es kalt. Die Nacht ist kalt und sternenklar (-2°C).
Wer mehr von den Projekten von Thomas erfahren möchte, hier die Homepage: www.netpostfach.de/thomas/


   |   Tages KM: 176   |   GPS Nord: 32°22'39   |   GPS West: 3°39'49

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Samstag, 18.2. Olivenplantage

Vor etwa 10 Jahren hat Thomas begonnen hier eine Olivenplantage einzurichten. Inzwischen sind noch die Schafzucht und die Imkerei dazu gekommen. Eine Nomadenfamilie, mit hier festem Wohnsitz, hilft ihm bei den anfallenden Arbeiten. Ali, so heißt der Verwalter, ist Ansprechpartner, wenn Thomas sich auf Geschäftsreisen oder in Errachidia (seinem 2. Wohnsitz) befindet.
Heute soll Thomas auf die Plantage kommen und wir hoffen von ihm vieles über Land, Leute und seine Arbeit hier zu erfahren. Zweimal waren wir bereits hier und haben ihn nicht angetroffen. Am Nachmittag fährt er aufs Gelände und bringt einen befreundeten Tischler mit, der hier nach geeignetem Olivenholz für seine Tischlerarbeiten Ausschau halten will. Später führt uns Thomas durch sein Wohnhaus und durch die Plantage. Stundenlang könnten wir seinen Berichten zuhören und erfahren viel. Zum Beispiel über die traditionelle Lebensweise der Berber und das sie sich allem Neuen vorerst verschließen. So wie es früher gehandhabt wurde, so ist alles gut. Thomas hat durchgesetzt, dass Alis Kinder die Schule besuchen. Die älteren Kinder sprechen etwas deutsch, Muhan besonders gut. Öfter stehen hier deutsche Mobile und Muhan regelt dann alles mit den Touristen in der Abwesenheit von Thomas.
Die letzten Monate hat es selten geregnet und die Schafe finden wenig Nahrung. Die Muttertiere sind sehr geschwächt, darum hat man sie zum Lammen auf den Hof geholt. Es arbeiten noch 5 weitere Nomadenfamilien in entfernten Tälern für Thomas und kümmern sich um die Schafe. So haben viele ein geregeltes Einkommen und können ihre Familien ernähren.
Die drei Mädchen: Fatma, Nokia und Sara sind sehr anhänglich und liebenswert. Sie malen Bilder für uns und wir geben ihnen als Gegenleistung einige Kekse und Süßigkeiten. Auch einfache Kinderspiele finden Anklang, unter anderem Ballwerfen mit einem Fußball. Das Spiel wird schlagartig beendet, als ein älterer Junge den Ball für sich zum Fußballspielen benötigt. Gegen Abend unternehmen wir noch einen längeren Spaziergang mit dem jungen Hund. Gerne würden Ilona und Jürgen es sehen, wenn man sich mehr mit Rocky beschäftigt. Ihn spazieren führt und vor allem ihn an eine längere Leine bindet. Sie tragen Muhan ihre Bitte vor.
Antwort von Muhan: „Habt ihr in Marokko schon Jemand mit einem Hund spazieren gehen sehen?“


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Sonntag, 19.2. Olivenplantage

Heute unternimmt Thomas mit uns einen Ausflug. Wir fahren ins Nachbardorf und er zeigt uns eine alte Bewässerungsanlage – noch heute völlig intakt. Das Grundwasser läuft durch unterirdische Gänge über weite Strecken direkt in die betonierten Wassergräben. Nach einem ausgeklügelten System können die Gärten der einzelnen Dorfbewohner für Stunden bewässert werden. Heute bohrt man einen Brunnen und eine Dieselpumpe befördert das Wasser nach oben und in die Kanäle.
Dann führt uns Thomas zu einem Berg, auf dem alte Werkzeuge (8000 Jahre alt) und Reste von Keramikschalen gefunden wurden. Man nimmt an, dass hier in prähistorischer Zeit Menschen gesiedelt haben. Wir finden auch einige Tonscherben. Doch für die Zeitbestimmung sind Experten erforderlich.
Am Stellplatz von Thomas sollte man unbedingt eine Wanderung zum Fluss auf der gegenüber liegenden Straßenseite unternehmen. Diese Landschaft mit den naturbelassenen Schluchten der Wasserabläufe –mal rauf und mal runter – ist wirklich eindrucksvoll. Wir konnten über eine längere Strecke das ausgetrocknete, steinige Flussbett durchwandern.
Für den Abend haben wir eine Einladung beim Dorflehrer des Nachbardorfes zum Couscous-Essen erhalten. Die Einladung haben wir Jürgen zu verdanken. Er hat gestern dem fußballbegeisterten Lehrerssohn (Freund von Muhan) ein paar abgelegte Fußballschuhe geschenkt. Thomas und Muhan begleiten uns. Es ist bereits dunkel als wir starten. Der Nachbarort ist nur wenig beleuchtet, erst vor 3 Jahren wurde Strom gelegt.
Der Lehrer begrüßt uns mit seinem Sohn an der Haustür. Wir werden in das Gästezimmer geführt, aber zuerst müssen wir unsere Schule ausziehen, denn einen Teppich betritt man in arabischen Wohnungen nie mit Schuhen. Der Lehrer möchte einiges zu unseren Berufen und Privatleben erfahren. Wir wiederum interessieren uns für seine Familie und die Rollenverteilung, außerdem alles was über Schule und Unterricht zu erfahren ist. Das Gespräch läuft überwiegend in franz. Sprache. Vieles übersetzt Thomas, einiges Muhan. Wir trinken Minztee. Schon bald tragen die 2 Jungen ein Tablett ins Zimmer. Darauf eine große Platte. Der Couscous ist zu einem Kegel aufgeschichtet, obenauf liegen knusprige Hähnchenteile umgeben von vielerlei Gemüse. Wir lassen es uns schmecken, jeder hat dazu einen Esslöffel und nimmt auf seiner Seite vom Essen – beim Nachbarn „zulangen“ ist unhöflich. Erst zum Schluss wird das Fleisch gegessen. Die Hausfrau gesellt sich etwas später zu uns. Wir verteilen unsere kleinen Gastgeschenke und bedanken uns für das schmackhafte Essen.
Wir müssen versprechen beim nächsten Marokkobesuch wieder vorbei zu kommen.


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Montag, 20.2. Olivenplantage – Er-Rachidia – Merzouga

Es gibt für uns nur einen Weg, den zurück. Fast 100 km sind es bis zur N 13. Links auf diese abzubiegen ist fast unmöglich, denn von rechts nahen R 4 Fahrzeuge ohne Ende, eine Rallye Frankreich – Marokko? Bei der nächstbesten Gelegenheit: Augen zu und durch. Hinter der R4 Karawane geht es auf einen Pass, die Aussichten auf das Gebirge und die grünen Oasen entlang des Oued Ziz sind von einer unglaublichen Schönheit. Anhalten in Parkbuchten ist heute unmöglich, weil diese durch defekte R4 belegt sind. Wir erreichen die Garnisonsstadt Er-Rachidia. Unser erster Eindruck: sehr gepflegte Gebäude. Vor dem großen Markt sind wir mit Thomas verabredet. Gemeinsam wollen wir Kräutertee gegen Husten kaufen. Thomas hat uns bereits entdeckt und lotst uns in eine ruhige Seitenstr. zum Parken. Gemeinsam durchstreifen wir den kleinen Souk. Kaufen Tee, Gewürze und Obst. Thomas will uns noch die Verarbeitung der „Wüstenmelone“, der Heilpflanze des Jahres 2012 zeigen. Mit seinem Fahrzeug kurvt er uns durch enge Gassen dahin. Er beklagt sich, dass er in Marokko keine Arbeitskräfte bekommt die diese Arbeit verrichten wollen. Das ist uns unverständlich, bei so viel Arbeitslosigkeit in Marokko! Eine ideale Arbeit für geschickte Hände, aber die Marokkaner wollen von europäischen Arbeitgebern Löhne wie in Europa. Die kleinen tennisballgroßen Früchte der Wüstenmelone müssen im reifen Zustand in Scheiben aufgeschnitten, entkernt und dann von der Schale befreit werden. Die Scheiben trocknen auf Gittern oben auf der Dachterrasse in der Sonne. Getrocknet werden die Scheiben in Säcke verpackt und an die Kunden verschickt.
Die sommerlichen Temperaturen in der Stadt veranlassen uns weiter zu fahren und einen Stopp bei den blauen Quellen von Meski einzulegen. Wir parken oberhalb und sind schon bald von Jugendlichen umringt die uns sprichwörtlich“ die Bissen aus dem Mund gucken“. Nichts wie weiter! Palmenoasen mit kleinen Dörfern weiter am Ziz entlang bis Erfoud. Diese Stadt scheint von den Einnahmen der vielen Touristenhotels zu leben. Die von hier aus Ausflüge in die Wüste organisieren.
Rissani um 17 Uhr – eine Kleinstadt mit Jugendlichen auf Fahrrädern. Die Schule ist aus und in dreier Gespannen nebeneinander – fast wie Kunstfahrer – geht es nach Hause. Wir mit unseren Mobilen mittendrin. Nach Rissani verwandelt sich die Landschaft in eine öde Steinwüste – in der Ferne sehen wir schon die rotbraunen Sanddünen des Erg Chebbi. Gegen 18 Uhr und mit Sonnenuntergang erreichen wir den uns bekannten Campingplatz die Kasbah „La Gazelle bleu“. Mohammed begrüßt Peter nach 3 Jahren mit Vornamen und Handschlag. Der Stellplatz in der Kasbah ist mit Mobilen gut belegt. Mohammed findet für uns noch ein freies Plätzchen, lädt uns zum Tee ein und ein kleiner Rundgang lässt uns heimisch werden.


   |   Tages KM: 281   |   GPS Nord: 31°05'27"   |   GPS West: 4°01'15"

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Dienstag, 21.2. Merzouga Gazelle Blue

Mit den Rollern unternehmen wir einen Ausflug nach Rissani. Auch heute sind wieder die R4 auf der Strecke – in alle Richtungen und „querfeldein“. Gegen Mittag erreichen wir Rissani. Wieder ist Schulschluss und die Schüler sind mit ihren Rädern auf dem Heimweg, ein Abbiegen zur Tankstelle um Benzin für unsere Roller zu bekommen ist fast nicht möglich. Nach dem Tanken warten wir das Ende vom Schülerstrom ab und fahren ins Zentrum. Während wir noch nach einer Parkmöglichkeit Ausschau halten, spricht uns ein Einheimischer auf einem Fahrrad in unserer Muttersprache an. Er zeigt auf eine Parkmöglichkeit vor einem Café. Das passt gut, denn wir alle sind auf unserer Rollertour durchgefroren. Der Wirt rückt den Tisch vom schattigen Bürgersteig auf den sonnigen Parkplatz. Wir lassen uns Minztee und Berber Omelett schmecken. Mohammed, so heißt der nette Parkplatzbesorger, weiß allerhand deutsche Sprüche in bayrischem Dialekt und wir „kugeln“ uns vor Lachen. Wie kommt es, dass er so viel in unserer Sprache weiß, und wir nicht einmal die einfachsten arabischen Worte für: Begrüßung, Verabschiedung, bitte und danke kennen? Mohammed hat einen deutschen Urlauber aus dem Schwarzwald kennen gelernt und von ihm diesen Wortschatz. Nach dem Essen bietet uns Mohammed seine Dienste an und will uns für 20 Dirham pro Familie durch den Souk führen – einiges zeigen und erklären. Das ist auch in der ersten Stunde noch interessant. Doch als er uns in einen Souvenirshop für Touristen führt, „erraten wir den Braten“. Recht schnell sind wir wieder draußen. Bald geben wir vor, dass wir nun den Heimweg antreten müssen und verabschieden uns von Mohammed.
Vor Merzouga verlassen wir die Teerstraße und nehmen eine Waschbrettpiste zu einer der vielen Kasbahs, die in den letzten Jahren am Rande des Erg Chebbi als Touristenunterkünfte (es sollen um die 75 sein) gebaut wurden. In einer der Kasbahs trinken wir Kaffee und schauen uns die Einrichtungen an: Restaurant, Bar, Schwimmbad, Hamam, Außenterrasse mit Blick auf die Sanddünen – sehr feudal! 1 Doppelzimmer kostet für 2 Personen, incl. Frühstück und Abendessen, umgerechnet 100 Euro.
Nun müssen wir uns aber sputen, denn am späten Nachmittag wollen wir die höchste Sanddüne vor unserem Stellplatz besteigen - um dann von dem Gipfel den Sonnenuntergang zu beobachten. Es ist bereits 16.45 Uhr, als Jürgen, Ilona und ich aufbrechen. Peter ist mit dem Roller los um das Lager der R4-Fahrer auszukundschaften.
Die Besteigung: Es führt ein recht steiler Aufstieg über einen Grad auf die Düne. Wir nähern uns von der Seite, was auch schon sehr beschwerlich ist, da wir mehrere kleinen Sanddünen mal rauf, mal runter, überqueren müssen. Wir sehen Niemand seitlich aufsteigen und entscheiden uns auch für den steilen Aufstieg. Im weichen Sand barfuß, 10 bis 15 kleine Schritte, dann müssen wir verschnaufen. Ich weiß nicht wie oft ich ausgerufen habe: „Bis hier reicht‘s mir, auch von hier kann ich den Sonnenuntergang beobachten!“, und bin dann doch weiter gestapft. Oft schauen wir drei zurück, und wer naht da in der Ferne? Peter!. Alle vier erreichen wir nach und nach den Gipfel. Glücklich, diesen schweißtreibenden Aufstieg geschafft zu haben, schießen wir Fotos als Beweismittel. Der Abstieg über die Seiten verläuft mit Juchhe, großen Sprüngen und Schritten – schnell sind wir unten. Es ist bereits dunkel, als wir beim Stellplatz ankommen. Ein Erfrischungsgetränk auf der Terrasse, über uns der Sternenhimmel, vor uns die bezwungene Düne – stolz prosten wir uns zu.
Anmerkung: Die Erlebnisse in Rissani und die mühevolle Besteigung lassen mich nicht einschlafen. Ich lausche dem Wüstenwind der um die Kasbah bläst und unsere Spuren vom Nachmittag verweht.


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Mittwoch, 22.2. Merzouga Gazelle Blue

Peter hat uns schon gestern vom R4-Camp erzählt. Eine riesige Zeltstadt, dazu eine mobile Kfz-Werkstatt und rundherum unzählige R4 und Zelte – schätzungsweise an die 1000 Fahrzeuge.
Heute wollen wir anderen auch dahin. Auf dem Weg zum Camp kommen uns schon etliche R4 entgegen. Nur 6 Tage soll diese R4 Tour durch Marokko gehen, dann wollen sie wieder nach Europa zurück. Überwiegend jüngere Teilnehmer, meistens zu zweit, sitzen in den buntdekorierten 20 bis 30 Jahre alten Fahrzeugen, von denen einige schon sehr altersschwach sind. Wir erfahren im Camp die genaue Fahrzeuganzahl: 1480 Stück. Alles verläuft friedlich, fast fröhlich – so jung möchten wir noch einmal sein und dann dabei!
Auf dem Rückweg machen wir mit dem Roller einige Abstecher zu verschiedenen Kasbahs. Überall sind Mobile gerne gesehen. U.a. entdecken wir die „Auberge la Traditional“ hier war Peter 2005 mit unserer Tochter, als ich wegen eines Unfalls die Marokkotour früher abbrechen musste.
Den Nachmittag verbringen wir auf unserem Stellplatz. Um 16 Uhr haben Ilona und Jürgen einen Kamelritt in die Wüste geplant. Freudig winkend verabschieden sich die zwei auf ihren Kamelen und verschwinden mit ihrem Kamelführer bald hinter einer Sanddüne.
Nach gut 2 Stunden sind sie wohlbehalten wieder zurück. Ilona ist total begeistert und wärmt: „Wenn ich in Marokko leben würde, dann hätte ich auch ein Kamel!“


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Donnerstag, 23.2. Merzouga - Goulmima

Die Strecke bis Erfoud müssen wir zurück, um dann die Querverbindung bis Goulmima zu fahren (etwa 150 km). Heute ist das Wetter leicht bedeckt, hoffentlich bekommen wir keinen Sandsturm. Vor Erfoud werfen wir noch einen Blick auf einen 4-Sterne-Camping. Der Clou hier: Für Luxusmobile gibt es im hinteren Bereich die Möglichkeit ein eigenes Badezimmer zu buchen. Die Anlage mit Schwimmbad (jetzt leider viel zu kalt), wirkt sehr gepflegt – 9 Euro will man pro Mobil und Übernachtung haben. Wir kommen vielleicht ein nächstes Mal – inschallah.
Das erste Stück Strecke nach Goulmima ist durch die Oasen sehr grün. Doch schon bald blicken wir in karge Landschaft, die in der Ferne durch Berge begrenzt wird. Interessant sind die vielen Öffnungen der Foggaras (Bewässerungssystem) beiderseits der Straße. Unterirdisch wird das Grundwasser in die Dörfer und Oasen geleitet. An etlichen Schächten bieten kleine Cafés Erfrischungen und einen Blick in die Foggaras an. Nach dem Ort Touroug nehmen wir den Abzweig nach Goulmima, eine gute Wegstrecke. Auf dem stadtnahen Campingplatz „Les Tamaris“ bleiben wir für eine Nacht. In unserem Reiseführer ist ein deutschsprachiger Führer für das alte Ksar Goulmima erwähnt, nach diesem wollen wir im Café Mohamed fragen. Doch das örtliche Café Mohamed kennt nicht diesen Führer. Auf dem Weg zum Ksar (1,2km) treffen wir 2 junge Männer auf dem Fahrrad. Der eine spricht englisch und bietet uns seine Dienste (Führung durch das alte Ksar) an. Der schönere Weg ist der durch die Oase mit den Gärten und dem Vogelgezwitscher. Der große Fluss, im tiefen ausgetrockneten Bett, führt seit 6 Monaten kein Wasser. Wir schauen hinunter und erblicken Berge von Restmüll.
Wir erreichen den Ortsteil um das alte Ksar. Heute ist Waschtag. Frauen waschen im Bewässerungsgraben ihre Wäsche. Sie winken uns freundlich zu, aber ein Foto dürfen wir nicht machen. Durch das hölzerne Haupttor betreten wir das Ksar. Ein Lehm Dorf nach althergebrachter Bauweise, in dem noch heute 343 Familien (bis zum 5 Familienmitgliedern und mehr) leben - verschachtelte überwiegend überdachte Gänge, Lehm Wand an Lehm Wand, dazwischen kleine freie Plätze. Im Erdgeschoß der Wohnungen befinden sich die Ställe, im ersten Stock die Küche und das Wohnzimmer, darüber die Schlafzimmer. Ganz oben gibt es die Dachterrasse – zum Trockenen der Früchte und Wäsche. Auch wird die Terrasse im heißen Sommer (über 45°C sind keine Seltenheit) nachts zum Schlafen benutzt. Trotz der vielen Armut die hier herrscht, fallen uns die vielen SAT-Antennen auf – die große weite Welt hat auch hier Einzug gehalten. Omar, so heißt unser Führer, lädt uns zum Tee in sein Wohnhaus ein. Dieses befindet sich außerhalb des Ksars – in der Nähe der Oasengärten. In seiner Familie leben außer Vater, Mutter und Großmutter noch seine 3 Brüder und 2 Schwestern. Er selbst hat in Meknes studiert, aber nach dem Studium keinen Arbeitsplatz gefunden. Die Arbeitslosenrate bei jungen Personen liegt über 50%, so erzählt uns Omar. Nach dem Tee treten wir den Rückweg zu den Mobilen an. Im Ort schauen wir noch in einige Seitengassen und betrachten die Geschäftsauslagen.
Marokko ist eine andere Welt!


   |   Tages KM: 148   |   GPS Nord: 31°41'11   |   GPS West: 4°57'34

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Freitag, 24.2. Goulmima - Todrha Schlucht

Heute haben wir nur eine kleine Wegstrecke vor uns und machen bei einem Museum hinter Tinejdad einen Besichtigungsstopp. Der Besitzer spricht fließend Deutsch, er hat in Heidelberg studiert. Wir erfahren von ihm was ihn 2002 bewogen hat, hier in aller Abgeschiedenheit, ein Museum mit einem Paradiesgarten anzulegen. Er ist im Nachbarort aufgewachsen und hat dann in Casablanca gearbeitet. Es war immer sein Traum zurückzukommen und hier etwas zu bewirken. 1973 sprudelte an dieser Stelle eine Quelle aus dem Erdreich. Die Bewohner ringsherum schätzten die gute Wasserqualität. Jahre später verschmutze die Anlage und die Quelle versiegte. 2002 kaufte der Museumsbesitzer dieses Grundstück und grub mehrere Quellen aus, baute Gebäude über diese und legte dazwischen Gärten an. Er sammelte alte Handwerkzeuge, Gerätschaften für Haushalt und Küche, Bekleidungen, Münzen und alte Schriften – um diese in den Gebäuden den Besuchern zu präsentieren. Im kleinen Kunstgewerbeshop können geschmackvolle Gegenstände, Bilder und Dekorationen erworben werden. Der Eintritt beträgt 50 Dirhams pro Person. Ungestört kann man in aller Ruhe alles anschauen und fotografieren. Wir denken, dass es auch möglich ist auf dem großen Parkplatz vor dem Museum zu übernachten.
Weiter geht es auf der Straße der Kasbahs bis zur Todrha-Schlucht. Wir bleiben auf dem Campingplatz Le Soleil, am Anfang der Schlucht. Morgen wollen wir sie mit dem Roller durchgefahren. Heute nutzen wir die Waschmaschine am Platz.
Erkenntnis über das Leben im Ksar: Man muss schon im Ksar geboren und aufgewachsen sein – für alle anderen ist es ein Kulturschock!


   |   Tages KM: 86   |   GPS Nord: 31°32'51   |   GPS West: 5°35'26

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Samstag, 25.2. Todrha Schlucht

Am Südhang des hohen Atlas hat sich der Fluss Todrha bis zu 300 m tief in das Gebirgsmassiv gegraben – eine schroff zerklüftete Gebirgslandschaft mit steilen rötlichen Felswänden. Zwischen den Felsen entspringt eine Quelle die unermüdlich fließt. An der engsten Stelle ist die Schlucht keine 10 m breit. Eine gute Teerstr. führt ständig bergan. Im 1750m hohen Tamtattouchte müssen wir uns mit heißen Getränken aufwärmen, es ist einfach zu kalt auf dem Roller. In geschützten Tälern wird Ackerbau betrieben – ansonsten gibt es nur Geröllfelder auf denen wenig wächst. Wir sehen Ziegen- und Schafherden. Für die Tiere daheim sind viele Frauen auf Futtersuche unterwegs. Die Grasbündel haben sich auf den Rücken geschnürt, so gehen sie tief gebückt unter der schweren Last entlang der Straße. Einige Frauen treiben mit Brennholz beladene Esel vor sich her. Wo mögen ihre Wohnhäuser im Gebirge liegen? Eine Piste führt übers Gebirge in die Dades-Schlucht und ist nur für Geländewagen machbar. In Ait Hani wenden wir die Roller, und mit Zwischenstopps zum Aufwärmen geht es zum Stellplatz zurück. Auf unserer Tour sind uns etliche Reisemobile (von oben nach unten) entgegen gekommen, somit ist ein Durchfahren der Strecke von Rich und aus Goulmima Richtung Todrha-Schlucht möglich. Camping- und einfache Stellplätze sind in reichlicher Anzahl bis Ait Hani vorhanden.
Anmerkung: In all unseren Reiseführern wurde vor den massiv bettelnden Kindern gewarnt. Uns Rollerfahrern sind sie freundlich und zurückhaltend begegnet.


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Sonntag, 26.2. Todrha Schlucht - Dades Tal

Über Tinerhir, einer belebten Stadt, fahren wir nach Boumalne Dades. Wir erledigen dort ein paar Einkäufe, bevor wir weiter in die Dades-Schlucht fahren. Die Anblicke der rotbraunen Felsen in den unterschiedlichen Formationen und die vielen Kasbahs begeistern uns. Immer wieder nehmen sie, je nachdem wie die Sonne sie anstrahlt, neue Formen an. Nach etwa 20 km fahren wir auf einen Campingplatz, gleich gegenüber den „Affenfelsen“. Die Felsen haben ihren Namen nicht von dort lebenden Affen – sondern sie wirken bei genauer Betrachtung wie die Füße der Affen. Peter, unser Bergsteiger, macht sich schon bald auf Besteigungstour. Wir anderen drei ziehen einen kleinen Spaziergang in die nähere Umgebung vor - steigen ins Dorf hoch und werden bald von kleinen Jungen umringt die fragen: „ 1 Dirham, Stylo, Bonbon? Über schmale Trampelpfade verlassen wir umgehend den Ort. Der Weg am Fluss geht entlang der Oasengärten – an einigen Stellen kann der Fluss durchwatet werden. Moskitos vertreiben uns. Ilona und ich steigen noch auf den Hausberg hinter dem Campingplatz und sehen Peter die Teerstraße hinaufkommen. Zurück am Platz erzählt er uns von seiner Tour: Einer Wanderung in einen tiefen Canyon - 1m breit– mal gebückt, dann wieder über Steine kraxelnd und auf allen vieren krabbelnd hat er sich in diesen ein großes Stück hineingewagt. Einen Weg auf die „Affenfelsen“, mit seinem porösen Gestein, hat er nicht gefunden. Im Schein der jetzt tief stehenden Sonne genießen wir den Anblick der Felsen um uns herum.

   |   Tages KM: 80   |   GPS Nord: 31°26'58   |   GPS West: 5°58'14

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Montag, 27.2. Dades Tal

Heute wollen wir selbst herausfinden welche Schlucht die Schönere ist – Todrha oder Dades? Mit dem Roller brechen wir auf. Die Straße führt fast immer am Fluss Dades entlang – mal liegt er tief unten in der Schlucht, mal fließt er direkt neben uns. In den Flusstälern liegen die Felder der Bauern, wegen der Bewässerung. Wir kommen durch Straßendörfer und nehmen dann in Serpentinen die erste Steigung. Oben thront ein Restaurant/Café, von hier hat man den besten Blick zurück. Weiter geht die Fahrt, mal bergab - dann wieder bergauf, auf guter Teerstr. Die Ausblicke sind von atemberaubender Schönheit, weil sich die schroffen Felsen immer wieder in einem anderen Licht zeigen. Da, kaum zu glauben, kraxeln drei einheimische Frauen auf Felsvorsprüngen in der senkrechten Schlucht, um Grünfutter für ihre Tiere zu suchen. Mit größter Wahrscheinlichkeit tragen sie keine Bergschuhe mit Profilsohlen, sondern die landesüblichen Plastikschlappen. Sie klettern wie die Ziegen und müssen später auch noch das Viehfutter auf dem Rücken balancieren. Am eiskalten Fluss stehen die Frauen im Wasser um Wäsche zu waschen. Auf den Sträuchern und Felsen rundherum haben sie diese zum Trocken ausgebreitet.
Während die meisten Touristen nach der Schlucht umdrehen, fahren wir weiter bis Msemrir. Dieses ist der allerschönste Teil der Strecke. Die Straße ist teilweise in den Felsen geschlagen und nur noch einspurig. Schmale Trampelpfade führen zu kleinen Feldern am Fluss. Wie beschwerlich mögen die Bearbeitung dieser und später der Transport der Ernte sein. Zu einigen Ortschaften auf der anderen Flussseite führen wackelige Holzbrücken – nur für Esel und Menschen zu passieren. In Msemrir ist unsere Tour beendet, danach gibt es nur noch eine Piste für Geländefahrzeuge. Nach einer Stärkung treten wir die Rücktour an. Viele Fotostopps bereichern die schon bekannte Strecke.
Tipp für Motorbiker: Diese 87km (hin und zurück) unbedingt fahren – die Aussicht ohne Seitenwände und Dach Kfz‘s ist einfach grandios.


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Dienstag, 28.2. Dades Tal - Stellplatz vor Quarzazate

In Boumalne du Dades ist heute Markttag. Im Zentrum befindet sich ein von Mauern umgebener Platz. Außer Gemüse werden Bekleidung und Haushaltswaren angeboten. Berge von Second-Hand-Bekleidung (Kleiderspenden aus Europa?) liegen dazwischen aufgetürmt.
Die Straße der Kasbahs führt uns nach Quarzazate. Wir sehen viele Kasbahs - alte verfallene und neue, in einigen hat man Hotels eingerichtet. Wir passieren Oasendörfer mit viel Grün, dann wieder nur Steinwüste. Ganz in der Ferne grüßen die schneebedeckten Gipfel vom Hohen Atlas. Quarzazate empfängt uns am Mittag mit viel Wärme. Der städtische Campingplatz ist überfüllt. Gitta und Wolfgang sind noch nicht eingetroffen. Wir haben uns hier verabredet und warten vor dem Eingang auf ihr Eintreffen. Schon bald gibt es ein freudiges Begrüßen. Gemeinsam beratschlagen wir den Stellplatz für die heutige Nacht und fahren an den Stausee vor der Stadt. Mit dem Navi von Gitta und Wolfgang landen wir auf einem freien steinigen Platz, etwa 400m entfernt von der Straße. Ein Reisemobil aus Chemnitz steht bereits hier. In einiger Entfernung erblicken wir den blau schimmernden Stausee. Zu Fuß marschieren wir den Reifenspuren nach zu einem anderen ebenen Platz. Dieser wird zurzeit für die Filmarbeiten „Der Prophet“ vorbereitet. In 9 Tagen sollen die Filmarbeiten beginnen, so erzählen uns die einheimischen Arbeiter. Wir schauen uns um: Vor uns der Stausee, hinter uns karge Berge mit Geröllsteinen, kaum Baumbewuchs, keine Gebäude, keine Stromleitungen soweit das Auge reicht – ideal für einen Bibelfilm.


   |   Tages KM: 153   |   GPS Nord: 30°58'28   |   GPS West: 6°46'22

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Mittwoch, 29.2. Quarzazate - Ouzoud Wasserfälle

In Höhe des Stausees führt eine auf unserer Karte gelb eingezeichnete Straße durch den Hohen Atlas nach Demnate - 135km, so zeigt uns der Meilenstein am Wegesrand an. Zwei Pässe bis zu 2150m Höhe sind auf der Karte eingezeichnet. Eine uns unbekannte Strecke. Na, dann mal los! Gitta und Wolfgang wollen uns bis Marrakech begleiten. Die ersten 30km gibt es noch Ortschaften am Wegesrand. Bald werden diese spärlicher und liegen oft abseits an den Berghängen – wie Schwalbennester, nur Trampelpfade führen hinauf. Was ist, wenn eine Person schwerkrank einen Arzt oder Hospital benötigt? Unsere einspurige Straße ist ausgewaschen, teilweise fehlt sie, dann geht es über Steine und Erde vom letzten starken Regen weiter – meistens bergan. Da, wo Platz zum Parken ist machen wir Fotostopps. Wir überholen zwei franz. Reisemobile. „Na, wenn die hier fahren, kann die Strecke nicht so schlecht sein“, stellen wir fest. Ich bin ja auf solchen Strecken der „Angsthase“. Wenn was passiert, wer kann dann Hilfe holen? Nach einer längeren Strecke bergauf folgen auf einmal Gitta und Wolfgang uns nicht mehr. Für einen Fotostopp dauert es zu lange. An geeigneter Stelle parken wir, Jürgen etwa 300 m hinter uns. Von einem Felsvorsprung aus kann Peter das Mobil von Gitta u. Wolfgang parken sehen. Ein einheimischer PKW steht daneben. Die zwei anderen Reisemobile sind inzwischen auch dort angekommen. „Da muss etwas passiert sein“, grübeln wir. Es gibt keinen Handyempfang und so machen Ilona und ich uns zu Fuß auf den Weg. Jürgen will mit dem Roller zu Gitta und Wolfgang fahren und macht sich alsbald an die Arbeit seinen Roller auszuladen. Unterwegs begegnen uns die anderen Reisemobile und berichten, dass das liegengebliebene Mobil vorne rechts einen Plattfuß hat. Angekommen bietet uns folgendes Bild: Zwei einheimische Männer liegen unter dem Mobil und versuchen das Reserverad zu lösen – vergeblich. Wolfgang studiert die Betriebsanleitung, und Jürgen trifft mit dem Roller ein. Auch er kann das Reserverad nicht lösen. Wir Frauen stehen tatenlos herum, und mehrere Dorfkinder haben sich zu uns gesellt. Peter wird geholt und Jürgen findet das passende Bordwerkzeug. Damit kann das Reserverad aus der Halterung unter dem Mobil gelöst werden. Der eigentliche Radwechsel ist mit vereinten Kräften 1-2-3 erledigt. Wir setzen gemeinsam die letzten 70 km bis Demnate fort. Die Straße wird schlechter, schmalspurig und vom letzten Erdrutsch liegen noch die Geröllsteine am Wegesrand. Wir erreichen die Schneegrenze – recht hoch liegt der Schnee an den Nordhängen. Unsere Mobile kurven immer weiter bergauf, in Windungen um die Berghänge. Es wird grüner: Wälder mit Bergzedern, in günstigen Lagen die bestellten Felder der Bauern mit Getreide - umgeben von Olivenbäumen. Wir fahren auch durch Ortschaften. Dann laufen Kinder neben den Mobilen, halten die Hände auf und wollen Bonbons. An einigen Stellen spielt die Dorfjugend Ball – schnell unterbrechen sie das Spiel und spielen mit uns „Ali Baba“. Wenn die Fanfare von Jürgens Mobil ertönt, springen sie erschrocken fort. Erst gegen 18 Uhr erreichen wir Demnate. Die „Mehrheit“ möchte nicht auf dem schmutzigen Parkplatz vor der Natursteinbrücke übernachten, sondern weiter die 65km bis Ouzoud fahren. Es erwarten uns 2 Ruhetage, einfach nur wandern und faulenzen, auf dem Zebra-Camping von Renate und Paul.
Erkenntnis des heutigen Tages: Das wir für 140km 9 Stunden benötigen würden, daran hätten wir im Traum nicht gedacht.


   |   Tages KM: 209   |   GPS Nord: 32°00'19   |   GPS West: 6°43'13

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Donnerstag, 1.3. Ouzoud Wasserfälle

Wir orientieren uns auf dem schönen Campingplatz und führen einige Gespräche mit den überwiegend deutsch sprechenden Gästen. Franzosen sind hier in der Minderheit. Gemeinsam unternehmen wir eine leichte Wanderung zu den Quellen des Ouzoud. Alles ist grün, unter den Olivenbäumen und auf den Feldern rundherum. Wer hat bloß Wolfgang vor einer Woche den Quatsch erzählt, dass der Ouzoud kaum Wasser führt? Wir Frauen besichtigen auf dem Rückweg die Anlage mit dem Kasbah-Hotel nebenan. Dann gönnen wir eine Ruhepause, bevor wir am Nachmittag zu den Wasserfällen wandern. Wir steigen 630 Treppenstufen hinab, von etlichen Steinterrassen schaut man auf den zweitgrößten Wasserfall Afrikas. Unten angekommen, kann man mit Booten übers Wasser setzen. Beschwerlich geht es auf der anderen Seite bergan weiter. Wir haben Glück und können am Affenfelsen eine Affenfamilie beobachten. Die Kleintiere klammern sich auf dem Rücken ihrer Mütter fest und behände springen diese über die Felsen. Der Weg führt bis an den oberen Rand vom Wasserfall-Canyon und endet im Dorf. Wir nehmen die Abkürzung über den Berg und sind bald auf dem Stellplatz.
Abends kocht Wolfgang. Im Zeltrestaurant des Campingplatzes genießen wir schmackhafte marokkanische Gerichte. Gitta und Wolfgang haben uns eingeladen. Ein Dankeschön für die Pannenhilfe im Hohen Atlas.


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Freitag, 2.3. Ouzoud Wasserfälle

Mit einem etwa zweistündigen Marsch von hier liegt das sogenannte „mexikanische Dorf“. Peter und ich haben bereits im letzten Jahr eine Wanderung dorthin unternommen. Zu fünft, und Hund Rica an der Leine, marschieren wir los. Gitta gönnt ihrem Knie heute eine Ruhepause. Obwohl der Weg an einigen Stellen recht beschwerlich ist, erreichen wir nach 1 ½ Stunden den abgelegenen Ort. Mit Straßen wie im Mittelalter und mit einfachen Wohnhäusern, viele sind verfallen. Seitdem der Ort Strom hat, ist auch hier die „große weite Welt“ einzogen. Die vielen SAT-Antennen auf den Dächern lassen uns das vermuten. Die Dorf-Kinder folgen uns auf Schritt und Tritt. Nur ein angedeutetes Fotografieren schreckt sie zurück. In der Mittagssonne lassen wir uns einen Minz-Tee im einzigen Café munden. Der Ausblick von hier ist grandios.
Zurück geht es auf bekannten Pfaden. Eine spannende Stelle ist das Flussbett. Über große und kleine Steine muss dieses überquert werden. An der nächsten Fußwegkreuzung trennt sich Peter von uns, er will eine andere Strecke entlang der Ouzoud-Schlucht laufen. Wir anderen nehmen den Hinweg zurück. Kaum sind wir am Stellplatz zurück, trifft auch Peter ein.
Gitta war nicht untätig und hat für alle einen Fischtopf zubereitet. Am Abend lassen wir uns diesen auf der Terrasse im Schein der späten Nachmittagssonne schmecken. Einstimmiges Urteil: Oberlecker hast Du für uns gekocht Gitta!


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Samstag, 3.3. Ouzoud Wasserfälle

Heute keine Wanderung, keine Kraftanstrengung - einfach nur faulenzen! Ilona und ich nutzen die zwei Hängematten hinter dem Zeltrestaurant ausgiebig. Morgen werden Ilona und Jürgen uns verlassen. Ilonas Mutter ist ernsthaft erkrankt und Ilona möchte ihr zur Seite stehen.
Am Abend gönnen wir uns gemeinsam ein Abschied Essen im Restaurant am Platz. Wir lassen die letzten drei Wochen Revue passieren und haben viel Schönes erlebt und gesehen.


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Sonntag, 4.3. Ouzoud Wasserfälle - Marrakech

Wir nehmen Abschied vom kleinen Paradies, dem Campingplatz Zebra. Wie schon die Jahre zuvor hat es uns hier super gefallen. Er wird familiär geführt von Renate und Paul, und sie wollen sich trotz großem Andrang von Mobilen und Caravans nicht vergrößern. Wir loben: Die sauberen Sanitäranlagen, das vorzügliche Essen und das herzliche Miteinander von Betreibern, Angestellten und Gästen. Auch wer mit anderen Gästen wieder einmal deutsch sprechen möchte ist hier richtig.
Mehr unter: renate@campingzebra.com
Unser Weg nach Marrakech führt durch die Ouzoud-el-Abid-Schlucht. Auf 1 1/2spuriger Teerstr. mit wenig Gegenverkehr geht es zunächst bergauf, tief unten fließt der Ouzoud – umgeben von schroffen rotbraunen Felsen, viel grünem Bewuchs und über uns leuchtet der blaue Himmel. Ein letztes Abenteuer müssen wir bestehen, die klapprige Brücke über den Ouzoud (Herzklopfen, da keine Gewichtsangabe). Weiter immer bergab, an Kakteenhängen vorbei, bis die fruchtbare Ebene und die Kreuzung (N 8) Richtung Marrakech oder Azrou erreicht ist. Hier trennen sich unsere Wege. Abschied von Jürgen und Ilona, zu viert geht es weiter nach Marrakech.
Wir kommen um die Mittagszeit, mitten im größten Trubel, im Zentrum auf dem Parkplatz Koutoubia an. Der Parkplatzwärter winkt ab: Kein freier Platz für Mobile! Umständlich müssen wir auf engstem Raum wenden. Für die Übernachtung bleibt uns jetzt nur der Campingplatz „Le Relais de Marrakech“, er liegt außerhalb der Stadt. Vorher machen wir noch einen Einkaufsstopp beim Supermarkt Marjane. Waren wir Europäer sonst fast die einzigen Kunden, tummeln sich heute am Sonntag auch viele einheimische Familien zwischen den Verkaufsregalen. Nach einer guten Stunde geht’s weiter. Der Campingplatz ist gut besucht. Ein Schwimmbad mit Liegen auf grünem Rasen, Sitzgruppen unter schattenspendenden Bäumen, ein Restaurant – das ist schon ein Campingplatz der besseren Kategorie. Mit Taxis oder Bussen kann man in die Medina von Marrakech fahren – alles Sehenswerte ist von dort zu erreichen. Wir heben uns Marrakech für Morgen auf, da wir bereits öfter in Marrakech gewesen sind und auch Gitta und Wolfgang waren bereits dort.
Anmerkung: Es ist erstaunlich, dass wir auf unseren Reisen Personen begegnen die unsere Reiseberichte gelesen haben.


   |   Tages KM: 214   |   GPS Nord: 31°42'27   |   GPS West: 7°59'19

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Montag, 5.3. Marrakech

Erst ab Mittag hat man für uns ein freies Taxi vom Campingplatz in die Stadt zur Verfügung. Vormittags fahren Gitta und Wolfgang mit ihrem Mobil in die Stadt. Sie benötigen einen neuen Reservereifen, der defekte lässt sich nicht mehr reparieren.
Leider nimmt unser Taxifahrer – auch nicht gegen Aufpreis – Hund Rico mit. Da kann man nichts machen, so bleiben Gitta und Rico am Platz zurück. Wir anderen drei steigen beim Kunstgewerbe-Centrum aus, und wollen dort um 20 Uhr wieder abgeholt werden. Schon bald stürzen wir uns ins Souk-Getümmel. Wer sich noch nie in solchen überdachten Einkaufsstr. befunden hat, wird schier von den Angeboten erschlagen. Teppiche, Lederwaren, Schmuck, Bekleidung, Deko- und Keramikwaren, Holzgegenstände – das alles wollen die Verkäufer an den Mann oder Frau bringen. Wehe, man hat sein Auge auf einen Gegenstand geworfen, sofort machen die Händler ein Preisangebot. Mit „zu teuer“ kommt man nicht weiter. Der Verkäufer erwartet, dass der Kunde sein Preisangebot macht. Lässt sich der Verkäufer nach einigem Hin- und Hergefeilsche auf den Preis des Kunden ein, dann ist der Handel perfekt und man muss die Ware nehmen und bezahlen. Wir durchlaufen viele Gassen, ruhen in einem Café unsere Füße aus, laufen zum Bahia Palast und durchstreifen den Gewürzbasar. Gegen 18 Uhr verspüren wir Hunger und entschließen uns in einer der unzähligen Garküchen auf dem Platz Djamaa el-Fna eine Kleinigkeit zu essen. Die Kellner vor den Garküchen (jeder Küchenstand hat eine Nummer) werben lautstark und mit Beifall Geklatsche um Kundschaft. Sie zeigen auf die kunstvoll aufgeschichteten Speisen und zerren am Ärmel. Wir lassen uns auf das Abenteuer: Essen in einer Garküche ein. „Schmackhaft aber zu wenig“, lautet Peters Kommentar. Inzwischen ist es dunkel geworden. Über den ganzen Platz zieht eine große Rauchwolke. Gaukler, Märchenerzähler, Schlangenbeschwörer, Medizinmänner und Wasserträger warten auf Publikum. Nicht nur Touristen drängeln, schubsen und fotografieren, dazwischen stehen immer wieder Menschentrauben von Einheimischen. Das muss man gesehen und erlebt haben!
Achtung: Kurz bevor unser bestelltes Taxi eintrifft, kommt ein anderes Taxi vorgefahren und will uns zum Campingplatz zurückbringen. Doch im Gespräch stellt sich heraus, dass der Fahrer nicht weiß von welchem Platz wir sind und sein Fahrpreis ist völlig überhöht. Wir haben Glück, denn wenig später kommt das bestellte Taxi und bringt uns und einen weiteren Campinggast zum Platz zurück.


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Dienstag, 6.3. Marrakech - Tizi n-Test - Stellplatz unter Arganienbäumen

Wir wollen es nach 4 Jahren wieder einmal wissen: Wie ist dieses Jahr die Strecke über den Tizi n-Test von Marrakech nach Taroudant? Die ersten 10 km haben wir Baustelle. Auf Sand und Schotter geht es eng an Straßenbaufahrzeugen vorbei. Mit uns in unsere Richtung fahren überwiegend Geländefahrzeuge. In Tahanaoute ist Markttag. Ein aufdringlicher Kaftan Verkäufer läuft uns lange Zeit hinterher. 150 – 100 – 70 Dirham, aber wir wollen nicht kaufen und landen im Marktviertel der Friseure. Diese übernehmen gerne auch die Arbeit vom Zahnarzt. Mit einer Zange hält uns einer einen Backenzahn vor die Nase und winkt, dass wir auf seinem Stuhl Platz nehmen sollen – nein danke! Einfache Garküchen in denen gegrillt und gebrutzelt wird, zu uns herüber zieht ein verführerischer Duft. An einfachen Tischen sitzen bereits Einheimische und lassen es sich schmecken. Beleidung, Haushaltswaren, Gemüse und Obst – die Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern findet hier alles in großer Auswahl. Beispiel: 1 kg Orangen oder Bananen kosten umgerechnet 50 Cent, Gemüse ist noch preiswerter. Wie bisher auf allen anderen Märkten ist der Verkauf Männersache.
Mit Blick auf die Viertausender Gipfel vom Hohen Atlas geht es auf zweispuriger Teerstr. bis Asni. Bald danach beginnt die einspurige Strecke. Immer in Windungen oberhalb der Schlucht entlang gewinnen wir an Höhe, Passhöhe 2140m. In den geschützten Tälern sehen wir das erste Birken- und Pappelgrün. Es gibt auch Gegenverkehr. Für uns bedenklich, da wir Ausweichstellen auf der Abgrundseite suchen müssen. Doch alles verläuft gut. Größere Fahrzeuge wie LKW, Busse und Kleintransporter fahren besonnen. Nur die PKW brausen schon mal rasant um den nicht einsehbaren Berghang. Die größte Sehenswürdigkeit, die alte Almohadenmoschee von Tin Mal,. sie liegt direkt am Weg und wurde 1993 von Deutschen restauriert. Besichtigung ist auch für Nicht-Muslime gestattet. Auf der anderen Passseite ist die Straße nicht besser. Wir können aber schon von weitem unseren Gegenverkehr erkennen und nach einer geeigneten Ausweichstelle suchen. Selbst in dieser Bergeinsamkeit sehen wir noch entlegene Bergdörfer zu denen nur ein etwas breiterer Trampelpfad führt. Endlich haben wir nach 7 Stunden Fahrzeit (mit Pausen) das Tal erreicht. Die Serpentinenstr. war nervenaufreibend, aber grandios – so hatten wir sie nicht in Erinnerung. Wir beschließen: Für heute ist genug gefahren und parken zwecks Übernachtung abseits der Straße unter Arganienbäumen.


   |   Tages KM: 183   |   GPS Nord: 30°43'60   |   GPS West: 8°25'54

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Mittwoch, 7.3. Stellplatz - Agadir Tasguent - Tafraoute

Das war wirklich ein ruhiges Übernachtungsplätzchen. Wir nehmen die N 10 Richtung Taroudant – Hochnebel empfängt uns. In den riesigen Orangenplantagen ist man bei der Ernte, aber es gibt keinen Direktverkauf an der Straße. Etwa 10 km vor Taroudant zweigt bei Ait Yazza eine Straße nach Igherm und dann weiter nach Tafraoute ab. Auf guter Wegstrecke geht es durch kleine Straßendörfer auf 1000 m Höhe, die Sonne ist nun unser Begleiter. Mandelbäume blühen und die Arganienbäume tragen bereits kleine Früchte. Zwischen kargen Felsen sehen wir bestellte Felder. Wir nehmen an, dass hier Getreide angebaut wird, denn in den Dörfern sehen wir viele runde gepflasterte Plätze. Auf diesen werden nach der Ernte die Getreidehalme ausgebreitet und gedroschen – oft mit Maultieren. Nach Igherm wird die Str. etwas schlechter, aber immer noch gut für Reisemobile zu befahren. Im Ort Tiguermine führt ein Sträßchen – erst Teer, dann Schotter – zum fast 1000 Jahre alten Agadir Tasguent. Wir parken unser Mobil dort, wo der Schotterweg beginnt und machen uns zu Fuß auf den Weg. In der Ferne sehen wir schon die Speicherburg auf einem riesigen Felsen thronen.
Dieser Agadir hat lt. Reiseführer 270 Kammern, in denen das Eigentum der Dorfbewohner lagert (oder lagerte). Mit Türen und Schlössern sind die Kammern verschlossen. Früher zogen sich die Dorfbewohner bei einem kriegerischen Überfall auf die Speicherburg zum Schutz zurück.
Da, wo der Aufstieg zum Agadir beginnt erscheint ein Mann. Er zeigt einen Zettel vor, auf dem steht in mehreren Sprachen zu lesen: „Ich bin ein armer Mann und bitte um eine Spende“. Eine Spende für eine Führung ist o.k. und so laufen wir los. Der Mann klettert trotz seiner Gehbehinderung rasch bergan. Ein etwa 10jähriger Junge gesellt sich zu uns. Oben angekommen müssen wir feststellen, dass niemand einen Schlüssel für den Agadir dabei hat. Der Mann zeigt uns eine Telefonnummer, die vom Wächter? Doch wir haben kein Telefon dabei. Nun wird der Junge losgeschickt, leichtfüßig springt er über Felsen ins nächste Dorf. Bald erscheint ein PKW auf dem unteren Schotterweg und ein junger Mann steigt aus. Oben angekommen begrüßt er uns und schließt den Agadir auf. Er zeigt und erklärt uns die Räume: Wache, Küche, Speicherkammern – auf den verschlossenen Türen stehen Nummern und einige befinden sich, nur über kleine Trittstufen zu erreichen, in den oberen Stockwerken. Heute nur noch Museum, früher aber mussten hierhin die Erntevorräte mühevoll heraufgetragen werden. Ein offener Rundweg läuft einmal um den Speicher. Nach Beendigung der Führung sollen wir 100 Dirham zahlen, pro Pers. 50 Dirham, so gibt er uns zu verstehen. Diskutieren bringt nichts, denn wir haben keine kleinen Scheine dabei. Aber er soll dem gehbehinderten Mann, der am Eingang auf uns gewartet hat, etwas abgeben – so geben wir ihm zu verstehen. Auf dem Weg zum Schotterweg kommt uns ein anderer Mann entgegen und eine hitzige Diskussion zwischen den drei Männern entbrannt sich. Vielleicht war der dritte Mann der offizielle Führer, aber woher sollen wir das wissen? Wir sind jedenfalls sind froh, als wir den Schotterweg erreichen und die Männer ihrer Wege gehen. Nur eine kleine Schaar Dorfkinder begleitet mit den Worten: Dirham, Bonbon, Stylo bis zum Reisemobil.
Weiter mit dem Mobil zur Hauptstr., auf dieser kommen wir bis auf 1790m und genießen die spannenden Ausblicke auf Berge und Dörfer. In Tafraoute suchen wir auf dem „Freien Stellplatz“ im Tal uns ein Plätzchen. Wir schätzen hier stehen um die 100 Mobile. Gleich nebenan auf dem Campingplatz haben es sich unsere Freunde Michael und Brigitte bequem gemacht. Sie erwarten uns mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen – hm lecker! Brigitte und Michael wissen viel zu berichten, sind sie doch schon seit Anfang Dezember in Marokko.


   |   Tages KM: 255   |   GPS Nord: 29°43'22   |   GPS West: 8°58'50

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Donnerstag, 8.3. Tafraoute

Mit Brigitte und Michel unternehmen wir eine gemeinsame Rollertour zu den „painted Rocks“. Im Gelände geht es über Pisten zu den bemalten Steinen. Inzwischen sind die 1984 von einem belgischen Maler bunt bemalten Granitfelsen farblich aufgefrischt worden. Eine Rundfahrt durch das Tal der Ammeln schließt sich an. Wir bewundern die schmucken Wohnhäuser, die reiche Ammeln (einem Berbervolk die vorwiegend im Ausland lieben), von ihrem ersparten Geld bauen ließen.
Abends haben uns Brigitte und Michael zum Tajine-Essen in der Stadt eingeladen. Der spaßige dunkelhäutige Kellner ist ein Servierkünstler. Er stellt sich ein leeres Teeglas auf seinen Schuh, hebt diesen und schenkt Tee ein.
Heute ist Weltfrauentag. Um den zentralen Platz bieten in Zelten Frauen ihre selbstproduzierten Waren an: Teppiche, Arganienöl-Produkte, Mode und Dekogegenstände. Die Attraktion ist eine Modenschau. Junge unverschleierte Frauen führen traditionelle Folkorebekleidung der Region vor. In den ersten Stuhlreihen sitzen nur Männer. Erst dahinter stehen die einheimischen Frauen mit ihren schwarzen Übergewändern – die Haare und das Gesicht verhüllt (außer den Augen schaut nichts raus). Eine Welt wie sie krasser nicht sein kann!
Anmerkung: Liebe Marokkaner, ihr verkauft so interessante Gewürze auf euren Märkten. Warum verwendet ihr sie nicht beim Kochen?


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Freitag.9.3. Tafraoute

Heute führen wir unsere Freunde mit dem Roller in den Ort Oumesnat. Dort gibt es ein sehr sehenswertes traditionelles Haus, eine Art Museum. Es gehört einem alten blinden Mann, der Interessierte durch dieses Haus führt. Inzwischen hat sein Sohn die Führungen übernommen und erklärt auch in deutscher Sprache die Gerätschaften und deren Funktion, sowie die Raumanordnung in so einem Haus. Ein Tee im Gästezimmer beendet diese interessante Besichtigung. Das Museum liegt etwas abseits der Straße, ist aber gut ausgeschildert.
In Tafraoute kann man seine Freizeit sehr unterschiedlich gestalten: Wandern, Ausflüge in die Umgebung machen, mit einem guten Buch unter Palmen sitzen, im Ort Einkäufe erledigen oder im Café mit anderen Touristen ins Gespräch kommen. Viele die hierher kommen bleiben ein paar Tage, weil es so schön in diesem 1000m hoch gelegenen Tal ist.


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Samstag, 10.3. Tafraoute - Sidi Ifni

Über die R 104 geht es auf 1240m hoch weiter ins Gebirge. Wir bewundern die wunderschönen mit hohen Mauern umgebenen Wohnhäuser. Hinter den Mauern erblicken wir Bäume in den Gärten – alles erscheint unbewohnt. Wer mag hier wohnen, sind das hier die Ferienhäuser von reichen Marokkanern? Auch gibt es an den Berghängen alte Dörfer aus Lehm und Stein. In Serpentinen geht’s mit grandiosen Ausblicken in die Ebene. Bald ist Tiznit erreicht. Die Stadt ist uns heute keinen Stopp wert, wir haben sie bereits mehrere Male angefahren. Bei Sidi-Moussa á Aglou erreichen wir den Atlantik. Sofort fällt ein großer Campingplatz ins Auge. Er ist gut besucht und von hohen Mauern wegen der hier starken Winde geschützt. Bis Sidi-Ifni, unserem heutigen Ziel, ist es nicht mehr weit. Wir fahren auf den neuen Campingplatz „Solymar“ am Ortseingang. Bald erkunden wir den uns bekannten Platz „El Barco“. Er liegt direkt am Meer. Die Mobile stehen dicht beieinander, kaum eine Markisenbreite Platz dazwischen. Fest in der Hand der Franzosen. Um in den Ort zu gelangen, müssen wir bergauf laufen. Sidi Ifni war bis 1969 in „spanischer Hand“, viele ältere Bauten lassen das erkennen. Es gibt gepflegte Parkanlagen mit reichlich blühenden Pflanzen. Aber dann auch wieder Müll, so einfach den Abhang hinunter geworfen. Nach dem Motto: Vor meiner Tür ist alles sauber! Ein kleines Marktviertel befindet sich im Ortskern. Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst, Brot und Souvenirs – die Touristen finden alles was sie für einen längeren Aufenthalt benötigen. Kleine Cafés am Straßenrand laden zum Verweilen ein. Hier treffen sich Touristen und auch Einheimische auf ein Schwätzchen.

   |   Tages KM: 200   |   GPS Nord: 29°23'07   |   GPS West: 10°10'35

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Sonntag, 11.3. Sidi Ifni - Blage Blanch

Wir benötigen ausreichend Wasser, denn die nächsten 5 Tage wollen wir an einem schönen Strandabschnitt frei stehen. Das Wasserfassen, über die einzige Möglichkeit am Waschhaus, dauert schier unendlich. Die anderen aufgedrehten Hähne (zum Abwaschen und Wäschewaschen) mindern den Druck. Endlich können wir weiter.
Auf der Strecke nach Guelmim sehen wir nur wenige Dörfer. Es wachsen Arganien und Kakteen auf riesigen Plantagen. Diese können doch nicht nur wegen der Kaktusfeigen angebaut werden? Ansonsten gibt es wenig Bewuchs, nur in den Tälern gibt es gepflügte Äcker. Kurz vor Guelmim zweigt eine neue Teerstr. ab zum Thermalbad Abaynou. Heute am Sonntag gibt es dorthin einen regen Ausflugsverkehr. An einer Mauer links, gibt es noch 2 Möglichkeiten Wasser zu fassen. Doch das dauert, denn auch die Einheimischen kommen hierher mit ihren PKW und etlichen Wasserbehältern. Peter läuft 10-mal mit unserer Wasserkanne. Das müsste für die nächsten 5 Tage reichen.
Nochmal 60 km, dann ist Plage Blanche erreicht. Unterhalb der Steilküste, hinter einer langen Dünenkette, liegt der endlos weite Atlantik. Hier gibt es Natur pur und außer zwei Militärposten nichts! Wir sind erstaunt, wie sich die Landschaft nach einem Jahr verändert hat. Die Flussmündung ist nicht mehr offen zum Meer und dadurch hat sich eine riesige Seenlandschaft gebildet. Um ans Meer zu gelangen muss diese durchwandert werden. Heute am Sonntag haben viele Einheimische einen Ausflug hierher unternommen. Zelte stehen in den Dünen, Fußballspier am Strand, viele picknicken (der Müll wird natürlich liegen gelassen) und angeln. Es herrscht ein reges Treiben. Wir finden ein Plätzchen in der ersten Reihe und zählen 13 Mobile hier oben auf der Platte.
Besonders schön: Sonnenuntergänge aus der ersten Reihe. Wenn die Sonne langsam im Meer versinkt und ein Licht von orange bis blauviolett Stimmungen zaubert und nur das Rauschen der Brandung zu hören ist.


   |   Tages KM: 119   |   GPS Nord: 28°57'50   |   GPS West: 10°36'13

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Montag, 12.3. bis Freitag 16.3. Plage Blanch

Für Personen die endlos lange Spaziergänge an diesem herrlich weißen Strand lieben ist dieser Stellplatz ideal. Nur ab und zu stehen Fischer mit Hochseeangeln am Strand und einige haben Netze ausgelegt. Wir haben auf „Fischreiche“ Speisen gehofft und werden enttäuscht. Man erzählt uns, dass die Fischer nicht alle Tage einen reichen Fang haben und so kommt kein Fischverkäufer am Stellplatz vorbei. Von unserem Platz ganz vorn lässt sich vieles beobachten.
Wir sehen Jeep Fahrer die nach einem Weg zur anderen Seite suchen – sie müssen nun weiter unten eine Furt suchen und eine Umleitung durch das Fischerdorf nehmen. Wie gut, wenn man einen einheimischen Führer bei sich hat. Morgens stehen über 40 Flamingos in der Bucht, leider vertreiben die ersten Strandläufer sie. Ein Fischer paddelt in seinem selbstgebauten Schlauchboot über die Seenplatte. Der Schlauch von einem LKW-Reifen wurde zu einem Schlauchboot umfunktioniert und die Paddel hat er sich aus einem Topfdeckel und einer Plastikschaufel gebastelt.
Auf einer langen Wanderung haben wir Glück. Ein Fischer kommt mit seinem just eingeholten Fang vorbei. Aus seiner Kiepe kaufen wir Fische, die reichen für mehrere Tage. Wir haben schwer zu schleppen. Es kommt noch besser, denn am Stellplatz zurück erscheint der Fischverkäufer vom letzten Jahr. Er weiß noch, dass wir Kleidung und Bier gegen Fisch tauschen. Wir kaufen Seezungen bei ihm. Er nimmt uns die Fische aus und wir können noch etliche einfrieren.
Wir holen den Roller raus und Peter sucht Flussabwärts eine Furt zur anderen Seite. Ich wate durch die Seenlandschaft. Auf festem Untergrund brausen wir in die eine und dann in die andere Richtung. Über 30 Kilometer kann man so bequem Richtung Tan Tan fahren. Nur ab und zu begegnen wir Fischern, sonst keiner Menschenseele. Der starke Wind hat eine Dünenlandschaft entlang der Steilküste entstehen lassen. Gelegentlich vertreten wir uns die Beine und halten nach den zarten Muschel-Gehäusen Ausschau. Am Ende unserer Touren haben wir über 6 Stück gefunden. Sie sind sehr zerbrechlich. Abends leuchten die Lichter der Fischfangflotten auf dem Meer, „Kapitän Iglo“ ist unterwegs.
Von unseren Nachbarn nebenan erfahren wir, dass sich unweit vom Stellplatz eine kleine Grundschule befindet. Wir packen unsere letzten Bekleidungsspenden für die Kinder, stecken noch ein paar Kuscheltiere, Kugelschreiber und Bonbons dazu. Der junge Lehrer unterbricht seinen Unterricht und bittet uns in den Klassenraum. 6 Jungen und vier Mädchen (10 bis 14 Jahre) schauen uns mit freudigen Gesichtern erwartungsvoll an. Der Lehrer spricht ein wenig englisch und so kann ich ihm erklären, dass dieses Geschenke von deutschen Kindern sind und er sie an seine Schüler/innen verteilen soll.
Ein Dankeschön an Ina, die uns vor der Abreise noch mit Kinderkleiderspenden versorgt hat. „Hier sind deine Spenden gut angekommen!“


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Samstag, 17.3. Plage Blanch - Atlantic Park Agadir

Wir verlassen den schönen, noch kostenlosen Stellplatz. In Guelmim verlängern wir den Internet-Stick um weitere 4 Wochen. Die Temperaturen im Binnenland sind schwülwarm und wir vermissen bald den kühlen Seewind. Unsere Richtung geht nach Bou-Izakarn, vorbei an einigen Picknickplätzen und Hühnerfarmen. In Bou-Izakarn biegen wir nach Tiznit ab – knapp 100 Kilometer liegen vor uns. Die gute Straße führt bis auf 1000m. Die Landschaft ist überwiegend karg mit wenig Bewuchs. Wir passieren einige Straßendörfer in denen die Männer lustlos vor den Cafés herumhängen. Es herrscht viel Gegenverkehr und oft müssen wir überladenen LKW seitlich ausweichen – turmhoch und in Überbreite wurden die Heuballen gestapelt.
Wir nähern uns Agadir. Die größeren Vororte gehen nahtlos in die Stadt über, an der Meerseite liegen die Hotels und exklusiven Wohnanlagen. Besonders prächtig ist der Park um den Royal Palast.
Uns verlockt Agadir nicht zu einem Abstecher und wir fahren schnurstracks bis Taghazoute. Hier stehen auf einem Parkplatz direkt am Meer Freunde von uns mit ihrem Mobil (und 50 weitere Fahrzeuge aller Nationalitäten). Einmal mussten sie bereits auf Anordnung der Polizei den Parkplatz räumen, doch nach 2 bis 3 Tagen sind alle wieder da. Die Parkgebühren sind supergünstig und der Strand befindet sich direkt davor. Wir sitzen noch beim Begrüßungsgetränk, als die Polizei erscheint. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht: „Der Platz muss bis zum Abend geräumt werden“. Hecktisch wird alles zusammengepackt und schon bald verlassen die ersten Mobile den Platz. Wir fahren auf den nahen Campingplatz Atlantica-parc. Hier kostet die Übernachtung 90 Dirham. Dafür sind die Sanitäranlagen top, die Duschen haben immer Warmwasser und ein Schwimmbad kann kostenlos genutzt werden. Nur der Strand liegt etwa 20 Min. Fußmarsch entfernt.
Zum ersten Mal während unserer Zeit in Marokko ist es möglich in leichter Bekleidung nachts lange draußen zu sitzen.
Wir fragen uns: Ob wohl die Campingplatzbetreiber die Polizei zu den freistehenden Mobilen schicken? Vorstellen können wir uns das.


   |   Tages KM: 298   |   GPS Nord: 30°35'23   |   GPS West: 9°44'52

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Sonntag, 18.3. Atlantic Park

Eigentlich haben wir heute am Sonntag vor mit Karin und Martin nach Agadir zu fahren. Weil aber am Sonntag der Souk geschlossen hat und somit die Lebendigkeit des Einkaufens fehlt, verschieben wir den Stadtbummel auf Montag.
Peter und ich leiden unter der Hitze. Für uns kam die Hitzewelle überraschend - 33 Grad um die Mittagszeit


Montag, 19.3. Atlantic Park

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (die Busfahrt kostet 90 Cent pro Person) fahren wir 30 km bis ins Zentrum von Agadir.
Einkaufsshopping bei Uniprix. Von Bekleidung, Modeschmuck, Schuhen, Taschen, Badetücher, Souvenirs, Ansichtskarten, Säften und Wasser – hier ist fast alles zu bekommen was so ein Touristenherz erfreut. Ein kleiner Souk schließt sich an. Das Angebot ist ähnlich wie in anderen marokkanischen Städten auch.
Martin und Karin führen uns zu ihrem Lieblingsrestaurant „Chez Akhssay Brahim“. Ein komplettes, sehr schmackhaftes 3 Gänge-Menü kostet 40 bis 45 Dirham. Außer Tajine und Couscous stehen auch Fleisch- und Fischspeisen auf der Karte. Das Essen hat mind. 5 „marokkanische“ Sterne verdient.
Mit kleinen Taxis lassen wir uns zur Strandpromenade bringen. Es ist uns um die Mittagszeit einfach zu heiß zum Laufen. Die Strandpromenade ist endlos lang. An ihr reihen sich unzählige, von Palmen und Blumenschmuck umgebene Cafés und Restaurants. Abends soll hier der „Teufel“ los sein. Jetzt zieht es die Touristen vor allem an den Strand. Für den Rückweg zum Camping gönnen wir uns ein Taxi.


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Dienstag, 20.3. Atlantic Park

Karin und Martin fahren weiter. Beim Abschied vor unserem Mobil meint Martin: „Euer Mobil sieht wirklich beschissen aus“, und zeigt auf die Taubenscheiße auf der Mobilrückwand. „So eine Scheiße“, können wir nur feststellen – das Auto ist seit vorgestern frisch gewaschen
Heute ist Strandtag. Liegen und Schirme können gemietet werden. Es sind nur wenige Personen am Strand, die meisten halten sich am Campingplatz auf. Ist denen der Weg zu weit? Bei den Fischern kann direkt fangfrischer Fisch vom Boot gekauft werden. Wenn das Wetter sich hält, dann ist gegen ein paar Strandtage nichts einzuwenden.


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Mittwoch, 21.3. Atlantic Park - Imessouane

Wir fahren zu einem „angeblich“ der schönsten freien Stellplätze, nach Taghazout. Und siehe da, trotz Öfteren Räumens durch die Polizei, wieder stehen hier an die 30 Mobile. Die schönsten Plätze an der Wasserseite sind alle belegt und die zum Hang benötigen mehrere Keile. Wir parken gegenüber dem Toilettenhäuschen. Kaum sind wir ausgestiegen, bemerken wir einen eigenartigen Geruch. Direkt hinter der Mauer zum Strand stinkt es erbärmlich. „Haben hier üble Zeitgenossen ihre Toiletten über die Mauer entsorgt“? Mit Nasen zu wagen wir uns trotzdem zum Strand. Den kann man endlos entlang spazieren und im flachen Wasser der Brandung baden. Mag sein, dass wenn man weiter hinten parkt, die Gerüche nicht mehr wahrzunehmen sind. Wir verweilen noch einige Zeit am Auto. „Fliegende Händler“ kommen jede naslang vorbei und bieten sehr aufdringlich ihre Waren an. Sagen wir freundlich: „nein“, weil wir Sonnenbrillen, Uhren und auch genügend Ketten besitzen, dann wirft man uns Worte wie: „Scheißmann, Scheißfrau“ hinterher. Da gibt es nur eine Möglichkeit, weiterfahren.
Die Badestelle mit großem Parkplatz vor dem Atlantic-Parc kann tagsüber gegen geringe Parkgebühr genutzt werden – übernachten ist nicht erlaubt. Um 17 Uhr haben wir „Sonne genug“ und fahren die 50 km bis Imessouane. Zuerst können wir noch das Meer sehen, dann windet sich die Straße bergauf durchs Binnenland. Bei Tamri kommen wir wieder ins Tal. Nun wissen wir auch, warum Tamri den Beinamen „Bananendorf“ hat. Überall wachsen frei die schmackhaften kleinen kanarischen Bananen. Wir kaufen sogleich einen größeren Vorrat. Der Abzweig nach Imessouane ist auf unserer Landkarte nicht so recht auszumachen – haben wir etwa die Kreuzung verpasst? Wir fragen einen älteren Herrn. Dieser macht uns mit Handzeichen den Weg begreiflich. Und schon bald geht es einspurig an weißen und sandsteinfarbigen Felsen hinab zur Küste. Zuerst erblicken wir vom Ort nur die neuen Betongebäude, viele sind noch im Rohbau. Im Ort gibt es einen Hinweis zum Campingplatz. Eine schmale, staubige Holperpiste führt dorthin. Wir vermuten die einzigen Gäste zu sein, haben uns aber getäuscht. Denn auf dieses Hochplateau haben 17 weitere Mobile auch den Weg gefunden. Die Sonne steht schon ganz tief, und so verschieben wir den Erkundungsgang auf morgen.


   |   Tages KM: 88   |   GPS Nord: 30°50'47   |   GPS West: 9°49'19

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Donnerstag,22.3. Imessouane - Sidi-Kaouki

Der alte Fischerort ist noch sehr ursprünglich. Bei den neueren Gebäuden handelt es sich (bei näherer Betrachtung) um unbewohnte Ferienhäuser. Den besten Blick auf das Fischerdorf hat man von einer Anhöhe, dem Abgrund von Imoucha. Unterhalb breitet sich ein riesiger Sandstrand aus, man sieht den Ort, die Fischereianlage und den Campingplatz. Wir haben den Betreiber vom Campingplatz gefragt und erfahren, dass die Querverbindung zum Cap Tafelney später in eine Piste endet und die Weiterfahrt für Caravans ungeeignet ist. 8 Kilometer sind es bis zur Hauptstr. zurück.In Tamanar ist heute Markt. In den Gassen und auf allen Plätzen stehen Stände, es wimmelt von Käufern und Verkäufern. Ich habe außer mir nur eine Frau beim Einkaufen getroffen. Ist Einkaufen nur Männersache?
An der weiteren Strecke sehen wir Arganienbäume und dazwischen Getreidefelder. Auf denen wächst das Getreide kurz und spärlich. Keine wogenden Ährenfelder wie bei uns in Norddeutschland.
Der Abstecher zum Cap Tafelney beträgt 12 km und ist auch für große Mobile gut zu befahren. Nur das letzte Stück zum Fischerort muss man einspurig mit 2 Serpentinen hinab. Unten angekommen, müssen wir uns einen Weg durch die auf dem Trockenen liegenden Fischerboote bahnen. Nach und nach treffen die Holzboote vom Fischfang ein. Pferdegespanne ziehen die Boote aus dem seichten Wasser ans Ufer, mehrere Männer schieben. Überwiegend Sardinen haben sie gefangen und gleich in Salz eingelagert. Die großen Kisten tragen junge Burschen zu einer Sammelstelle. Von einem kleinen Café aus können wir beobachten, dass ein Kühlwagen den Fang aufkauft. Ein Kühlhaus befindet sich in Bau. Vielleicht lassen sich bei fachgerechter Kühlung höhere Preise für die Fische erzielen? Die kleinen Cafés breiten auch frischen Fisch zu, für die wenigen sich hierher verirrenden Touristen aus Essaouira. Der Strand ist breit und weit. Außer uns parkt nur ein weiteres Mobil auf dem festen Kies in Strandnähe. Fragt sich, wann die Reisemobilfahrer diesen Strand für sich entdecken?
Unser heutiges Ziel ist der Strand von Sidi Kaouki – Tipp von Gitta und Wolfgang. Nach dem Ort Smimou biegen wir links ab. Die rund 30 km Nebenstrecke führt bald ans Meer. Schon bald ist der verschlafene Ort Sidi Kaouki erreicht. Es gibt zwei Campingplätze zwischen Bauruinen. Der komfortablere ist Kaouki Beach, auf diesen fahren wir. Es gibt noch etliche freie Plätze zur Auswahl, auch mit Schatten. Am frühen Nachmittag steht die Sonne hoch, wir haben über 30° C und der Wind vom nahen Atlantik bringt nur wenig Kühlung. Erst am späten Nachmittag besehen wir uns den Strand. Er ist breit und wir schätzen 4 bis 5 km lang. Bis auf wenige Strandläufer mit Hunden, ist der Strand leer. Für die Touristen werden Kamele, Pferde, Surfboards und Quads angeboten. Und fürs leibliche Wohl sorgen einige Hotels und Restaurants im Ort.
Wir sind gespannt ob sich am Wochenende dieser, noch relativ wenig besuchte Strandort mit Besuchern füllt.


   |   Tages KM: 115   |   GPS Nord: 31°21'03   |   GPS West: 9°47'40

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Freitag, 23.3. Sidi-Kaouki

Strandtag - das Wetter ist bedeckt, aber trotzdem haben wir 25° C. Gut eine Stunde spaziert man bis zum Felsvorsprung im Meer. Wir können Fischer beobachten die in einem Gummireifen sitzen, mit ihren Flossen sich vorwärtsbewegen und so ihr Glück beim Fischen versuchen. Eine hoch beladene Kamelkarawane von 3 Kamelen kommt uns über die Dünen entgegen, die Kameltreiber schreiten leichtfüßig nebenher. Eine Touristengruppe mit Führer (8 Personen mit Rücksäcken) wandern den Strand entlang. Einige gehen sehr schleppend, wer weiß wie lange sie schon unterwegs sind? Nur wenige Spaziergänger kommen uns auf dem Rückweg entgegen.
Zurück am Platz schauen wir uns die Campinggäste an. Die meisten relaxen in Liegestühlen. Wir hören Geschirrgeklapper, Mittagszeit – Essenszeit. Einige machen Frühschoppen mit einem Gläschen Wein, andere sind mit Nachbarn im Gespräch.
Am Nachmittag laufen wir die Straße entlang und biegen bald in ein Qued ab. Ein LKW wird von Hand mit Sand aus dem Flussbett beladen, Kühe und Kamele laufen frei umher. Weiter zur Straße stehen einige Häuser. Ein schönes mit Schwimmbad soll verkauft werden. Es gibt nur eine Telefonnummer, Preis Verhandlungssache? Wir müssen uns schon sehr auf die Zehenspitzen strecken, damit wir über die hohen Mauern in die grüne Gartenanlage blicken können.
Um 19 Uhr geht die Sonne unter – es kühlt merklich ab (20°C) und wird schnell dunkel. Auf dem Platz ist es nun totenstill. Alle sind in ihren Mobilen verschwunden. In Europa ist es 20 Uhr – Fernsehzeit!
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Samstag, 24.3. Sidi-Kaouki

Wir holen den Roller raus und fahren die 25 km bis Essaouira. Diese kleine „blaue“ Stadt am Meer ist bei Touristen heiß geliebt. Der große Parkplatz befindet sich außerhalb der Stadtmauer, nahe am Hafen und Fischmarkt. Was für ein Treiben! Gleich nebenan bereiten die zahlreichen offenen Restaurants den fangfrischen Fisch zu. Hinter dem Fischmarkt schießt sich der Hafen an. Hier liegt eine große Anzahl von Booten und auf den Werften werden die hölzernen Schiffe nach alter Tradition gebaut. Über alles spannt sich ein blauer Himmel und kreischende Möwen spähen nach Fischabfällen. Die alte Bastion aus dem 16. Jh. kann bestiegen werden, von hier hat man die schönsten Fotomotive. Eine hohe Stadtmauer umgibt die Medina. In ihr wohnen noch viele Einheimische und kleine Riads haben Unterkünfte für Touristen eingerichtet. In den Gassen herrscht ein emsiges Gewusel. Unzählige Geschäfte bieten Touristen ihre Waren an. Bekannt sind vor allem die Intarsien Arbeiten der Kunstschreiner. In das braune Holz der Thuja werden Einlegearbeiten aus hellem und dunklerem Holz vorgenommen. Wir können einem Schreiner bei seiner Arbeit zusehen. Er schneidet mit einer Laubsäge feinste Ornamente aus und füllt die Zwischenräume dann mit Zitronenholz aus. Wir suchen alte und neue Ecken auf –so könnte man sich stundenlang treiben lassen! Zahlreiche kleine Cafés, mit Sitzplätzen im Freien, laden zum Verweilen ein.
Auf dem Rückweg zu unserem Stellplatz stoppen wir auf der Nebenstrecke und helfen einer Schildkröte schnell auf die andere Straßenseite.
Die Eindrücke von Essaouira sind in Worten kaum zu schildern, man muss sie selbst erleben!


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Sonntag, 25.3. Sidi-Kaouki

Ruhetag am Platz. Wir schauen uns die Anhängervorrichtungen für PKW zum Nachziehen an und kommen mit einem solchen Fahrzeugbesitzer ins Gespräch. Es ist auch in Deutschland möglich, was wir bis heute für unmöglich gehalten haben.
Peter macht am Nachmittag einen Rollerausflug, ich schaue mir am Strand die gewaltige Brandung an.
So was Dummes: Martin schreibt, dass beim Tanken, der Tankdeckel von der Zapfsäule auf den Boden gefallen ist. Der Zündschlüssel ist abgebrochen. Der Reserveschlüssel kam ihm bereits am Anfang der Reise abhanden. Nun musste er sich als „Autoknacker“ betätigen und sein Mobil kurzschließen. In Casablanca will er eine IVECO-Werkstatt zwecks Reparatur aufsuchen.


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Montag, 26.3. Sidi-Kaouki - Oualidia

Auf der Strecke von Agadir nach Safi befinden sich die meisten Arganienöl-Cooperativen. In diesen wird überwiegend von Frauen das wertvolle Arganienöl hergestellt. Ob immer die Frauen am Verkauf auch mit profitieren? Auf alle Fälle ist es eine mühevolle Handarbeit.
Wir nehmen die N1 durchs Binnenland Richtung Safi. Die Landschaft ist durch das fruchtbare Ackerland sehr grün. Das Getreide steht bereits auf gelben Halmen und an einigen Stellen ist man bei der Ernte - Handarbeit mit Sicheln, versteht sich. Für die Nahverkehrsverbindungen fahren kleine Kutschen. Auf der Hauptstr. müssen wir solche oft überholen. Nach einigen Kilometern kommt eine Querverbindung zur Küstenstraße. 20 km nur auf einspuriger ausgefranster Teerdecke – wir werden kräftig durchgeschüttelt. Endlich ist die bessere Küstenstr. erreicht. Die Steilküste lockt mit grandiosen Ausblicken auf die Sandstände und das tosende Meer. Dann plötzlich an einer Steigung ein verdächtiges Geräusch: pfftt - so als ob Luft entweicht. Wir stoppen und erschrocken steigen wir aus. Das hörte sich nach Plattfuß an! Wir laufen einmal um unser Mobil – alle Reifen sind ok. Peter öffnet die Motohaube und schaut nach. Diagnose: Der Schlauch vom Turbolader hat sich gelöst. Nachdem der Motor etwas abgekühlt ist, zieht Peter die Schelle fest und wir können unsere Fahrt nach Safi fortsetzen.
Um die Mittagszeit erreichen wir das Töpferviertel in Safi. Wie bei jedem Besuch kaufen wir Keramikwaren für Daheim. Auf eine Führung durch die Töpfereien: töpfern, brennen und bemalen verzichten wir in diesem Jahr. Wie immer feilschen wir beim Kaufen „wie die Berber“!
Unser heutiges Übernachtungsziel Oualidia ist nicht mehr weit und so können wir uns für die Fahrt Zeit lassen. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Links die steinige Steilküste mit ihren oberhalb schräg angelegten Gemüsefeldern. Der Boden muss sehr fruchtbar sein, denn alles ist grün. Gegen den starken Wind vom Meer schützen Rohrgeflecht Zäune. Rechts der Straße erblicken wir bestellte Äcker. Am Straßenrand warten Kinder und Jugendliche auf kaufwillige Touristen. In ihren Händen halten sie wunderschöne große Muscheln und Muschelketten. Für wenig Geld und Bekleidung wechseln 3 Muscheln den Besitzer. Es gibt auf der Strecke Sandverwehungen und immer wieder spannende Ausblicke aufs Meer. In Oualidia, einem gehobenen Ferienort für Einheimische, fahren wir auf einen Parkplatz in Strandnähe. Für 25 Dirham ist übernachten möglich. Etliche Mobile stehen bereits hier als wir ankommen. Zu Fuß bergan sind es 15 Min. bis ins Zentrum. Von oben hat man den besten Blick auf die Lagune, den Strand und die „netten“ Ferienhäuser am Hang. Alles wirkt sehr gepflegt. Liegt es daran, dass der König hier seinen Sommersitz hat?


   |   Tages KM: 228   |   GPS Nord: 32°43'54   |   GPS West: 9°02'37

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Dienstag, 27.3. Oualidia - Mohammedia

Entlang der Küstenstr. R 301 Richtung El-Jadida befindet sich das Hauptgemüseanbaugebiet Marokkos. Bei den Straßenverkäufern bekommen wir erntefrische Ware. Wir sehen uns eine Karottenwaschanlage an. Zwischen der Lagune und der Straße liegen die Felder. Es gibt auch Salinen für die Salzgewinnung. Dann verlangt ein Steinwurf eines Schülers Peters sportlichen Einsatz. Er lässt unser Mobil kurzerhand auf der Straße stehen und spurtet dem Übeltäter hinterher. Dieser versteckt sich hinter Büschen. Der Steinwurf ist noch einmal glimpflich abgegangen – keine Lackbeschädigung.
Wir machen einen Abstecher in den Ort Azemmour. Schon im Mittelalter von den Portugiesen gegründet besitzt der Ort eine noch bewohnte Medina, die von einem Festungsring umgeben ist. Hinter diesen Mauern spielt sich das Leben ab. Wir durchstreifen die schmalen Gassen und bewundern die unterschiedlich farblich gestrichenen Fassaden und die alten Holztüren. Die Türen zu den Webern stehen weit offen und man kann ihnen bei ihrer Arbeit zuschauen. Ein kleines Riad wird just renoviert, die Handwerker können mit Recht stolz auf ihre Arbeit sein. Zur Straße ist die Fassade mit ihren 3 kleinen vergitterten Fenstern schlicht, und die Schönheit der Innenräume lässt sich nicht vermuten.
Weiter geht es auf der Küstenstr. R 320 Richtung Casablanca. Die Straße wird viel befahren. Wir finden am Straßenrand einen schattigen Parkplatz. Schon bald stehen wie aus dem Nichts 3 junge Mädchen um uns herum und kichern. Dann fassen sie Mut und reichen uns zur Begrüßung die Hand. Sie bringen mir einen Glücksbringer – Fatimas Hand. Ich krame Lippenstifte, Taschenspiegel und Mascara hervor. Sie bringen 8 Eier – ich schenke ihnen Schokoladenkekse. Dann stehen sie auf der Treppe vom Wohnmobil und schauen sich neugierig unser kleines Haus auf Rädern an. Bald wird es Zeit zum Weiterfahren. Mit shukran (danke) und beslama (auf Wiedersehen) verabschieden wir uns von diesen netten Mädchen.
Wir nähern uns Casablanca. Außer der größten Moschee (Hassan II) Marokkos, direkt am Wasser, ist diese Großstadt für Touristen eher weniger interessant. Die Moschee, 1993 fertigstellt, darf besichtigt werden. Wir haben sie uns bereits 2008 angesehen. Vor der Stadt liegt Sidi-Abd-er-Rahmane, das winzige Örtchen kann nur bei Ebbe betreten werden. Am Straßenrand parken die PKW der vielen Ausflugsgäste. Peter will einmal quer durch die Stadt – immer am Wasser entlang. Wir sind überrascht über die wenigen Ampelanlagen durch die Großstadt Casablanca – viel wird durch Kreisverkehre geregelt. Nach dem Industriehafen beginnt der Badeort Mohammedia. Unzählige Ferienwohnanlagen und Hotels bestimmen das Bild. Für die Einheimischen ist in der Vorsaison noch „tote Hose“. In unseren Reiseführern sind 2 Campingplätze verzeichnet. Wir können sie trotz mehrmaligen Nachfragen nicht finden. Wir fragen in einer Apotheke nach, die Angestellte kennt die Plätze nicht, aber eine marokkanische Kundin ist so freundlich und führt uns mit dem PKW dorthin. Das hätten wir nie und nimmer selbst gefunden! An der Straße gibt es keine Ausschilderung. Hinter der Schranke landen wir nach gut 200 Metern vor einer Mauer mit verschlossenem Tor. Seitlich parkt ein Schweizer Reisemobil. Ein junger Mann kommt angelaufen und einige Männer sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Wir erfahren, dass der Campingplatz aufgegeben wurde, man aber davor übernachten darf. Die Schweizer stehen hier bereits seit 4 Wochen – alles wunderbar! Wasser bekommen sie vom Verwalter der Campinganlage.


   |   Tages KM: 224   |   GPS Nord: 33°42'25   |   GPS West: 7°22'07

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Mittwoch, 28.3. Mohamedia - Rommani - Kenitra

Heute soll es quer durchs Binnenland gehe, grobe Richtung Meknes. Die R313 führt uns bald in den schönen Ort Ben-Slimane. Eine Umleitung entlang einer Golfanlage bringt uns in Zentrum. Leider fehlt hier für die Weiterfahrt die Ausschilderung gänzlich. Und als wir einem Polizisten unsere Landkarte hinhalten und auf den nächsten Ort unserer Strecke zeigen, muss er die Karte einige Male hin und her drehen. Dann erhellt sich sein Gesicht und er gibt genaue Anweisung: Wenden und dann immer geradeaus. Jetzt sind wir auf dem richtigen Weg. Bald nach dieser schmucken Stadt sehen wir schon von weitem eine riesige Zeltstadt. Es herrscht ein reges Treiben. Parkende Fahrzeuge und Eselskarren am Straßenrand. Heute ist Souk. Es ist nicht einfach für uns einen geeigneten Parkplatz am Straßenrand zu finden. Schon bald schlängeln wir uns durch die staubigen Marktgassen. Da gibt es: Schuster, Näher, einen Gebiss-Sofortdienst, Imbiss-Stände, Bekleidung, Gewürze, Obst, Gemüse, lebende Tiere, Fleisch, Fisch, rostige Nägel, Teppiche, Geschirr, alles ums Fahrrad (auch die Reparatur). Über die meisten Stände sind Zeltplanen gegen die Sonnenbestrahlung gespannt. Heute sehe ich auch viele Frauen, mit Kleinkindern auf dem Rücken, bei ihren Einkäufen.
Die Strecke Richtung Rommani führt durch eine gebirgige grüne Landschaft. Wir sehen riesige Felder mit Getreide und Linsen, auch Wein wird hier angebaut. Einige Gebäude liegen auf Hügeln und sind von Zypressen und viel Grün umgeben – fast so wie die Weingüter in der Toskana. Bei unseren Fotostopps schlägt uns eine gewaltige Hitzewelle entgegen. Das Thermometer zeigt 31°C, und auch der Wind bringt keine Abkühlung. Alles in allem eine sehr interessante Landschaft mit Schluchten die umfahren werden muss, die Straße ist sehr gut. In Khemisset schlagen wir den Weg zum Barrage El Kansera ein. Hier hoffen wir ein schönes Stellplätzchen für die Übernachtung zu entdecken. Doch leider finden wir den Stausee nicht. So geht es weiter durch keine Dörfer bis zur Hauptstr. nach Sidi-Slimane. Die N4 Richtung Kenitra ist sehr stark befahren und es gibt kaum eine Möglichkeit zum Überholen. Ist es bereits 17 Uhr, und wir haben bei der großen Hitze überhaupt keine Lust mehr weiter zu fahren. Wir wollen einfach nur irgendwo ankommen. In einem Neubaugebiet vor Kenitra suchen wir am Ende einer erschlossenen Straße unseren Übernachtungsplatz. Außer einigen Schafherden mit Hirten, und 2 Männern die uns ihren Wachdienst anbieten stehen wir total einsam. Nur die Züge der nahen Eisenbahnlinie rattern alle 30 Min. an uns vorbei. Ein starker Wind frischt auf und gegen Morgen setzt Regen ein.
Stellplatz: Wir schlafen wie in „Abrahams Schoß“.


   |   Tages KM: 304   |   GPS Nord: 34°17'15   |   GPS West: 6°32'13

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Donnerstag, 29.3. Kenitra - Moulay Bousselham

Fast den ganzen Vormittag regnet es kräftig. Da es bis zu unserem heutigen Ziel Moulay-Bousselham nicht mehr weit ist, entschließen wir uns Nebenstrecken zu fahren. Zuerst die N1 Richtung Norden. Die Landschaft Al-Gharb ist flach und sehr grün. Ackerbau kann hier mit Traktoren betrieben werden. Aber wir sehen auch Bauern, die mühsam alles von Hand erledigen. Kühe und Schafe weiden am Straßenrand. Auch heute fahren wir wieder an einem Markt vorbei. Doch bei dem Wetter und Matsch: nein danke! Das Markterlebnis von gestern ist nicht zu toppen! Heute bleibt der Himmel bedeckt und wir haben um die 17 Grad. Bei einem Orangenverkäufer an der Straße handeln wir etliche Kilos Orangen. Ob die sich bis Deutschland halten?
Bei Arbaoua nehmen wir den Abzweig nach Moulay-Bousselham. Die schmale Teerstr. wird bald eine üble Schlaglochpiste. „Armes Womo“, was muten wir dir zu! Auf die Landkarte können wir uns nicht verlassen, es gibt so gut wie keine weiteren Ausschilderungen und wir fragen vorsichtshalber Passanten. Trotz Piste und Abgeschiedenheit leben hier viele Menschen, etliche sind zu Fuß unterwegs. Diese Wegstrecke war nicht empfehlenswert. Erst kurz vor Moulay-Bousselham wird die Straße besser.
Wir steuern vor dem Ort den ersten Campingplatz: Flamants Loisirs an. Beim Rundgang über den Platz treffen wir Gitta und Wolfgang. Welche Überraschung! Sie sind gestern auch über die „Nerv tötende“ Strecke gefahren. Gemeinsam klönen, spazieren durch den Ort, kochen und Wein trinken. Sie und wir lassen die Zeit in Marokko Revue passieren. Es wird spät, als wir in unseren Mobilen verschwinden.
Erlebnis des Tages: Ein Wiedersehen mit Freunden.


   |   Tages KM: 145   |   GPS Nord: 34°17'15   |   GPS West: 6°16'49

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Freitag, 30.3. Moulay Bousselham-Ceuta

Eigentlich hatten beide Parteien vor noch einen Strandtag hier zu verbringen. Doch Allah schickt uns bedeckten Himmel und Regen. Das ist ideales Reisewetter und so verabschieden wir uns am späten Vormittag voneinander.
Gitta und Wolfgang werden nach Chefchaouen fahren und wir nach Tetouan.
Wir wollen noch am Abend, aber spätestens morgen früh, eine Fähre von Ceuta nach Spanien nehmen. Da wir Zeit haben, machen wir einen Abstecher zu den Steinkreisen „Cromlech de Msoura“.Diese befinden sich unweit der Hauptstr. R 417 in einem eingezäunten Gelände beim Dorf Msoura. Die zwei Steinkreise umgeben einen Grabhügel und sollen angeblich 7000 Jahre alt sein. Ein Wärter führt uns herum und zeigt auf einen 6m hohen Monolithen. Wir machen reichlich Fotos und fahren weiter. Regen setzt ein und der Straßenbelag wird schmierig. Es hat lange Zeit nicht geregnet. Wir müssen auf unserer Strecke über Berg und Tal höllisch aufpassen – einige LKW haben Lenkungsprobleme. Am Straßenrand gibt es einige Töpfereiwaren-Stände. Doch das was wir suchen haben sie leider nicht! In Tetouan ein letzter Supermarktbesuch – die letzten Dirham wollen ausgegeben sein.
Wir schaffen die letzte Fähre um 21.30 Uhr auf das europäische Festland. Um Mitternacht nach spanischer Zeit erreichen wir den Parkplatz bei Carlos und legen uns recht müde ins Bett.


   |   Tages KM: 209

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Rückreise 31.3. - 13.4. Algeciras - Glinde

Die zwei Stunden-Zeitumstellung treffen uns hart. Noch etwas müde starten wir Richtung Sevilla. Den Hinweis einiger Reisemobilfahrer diese fast mautfreie und wenig befahrene Autobahnstrecke bis Frankreichs Atlantikküste zu nehmen, ist ein guter Tipp. Nach 380 km erreichen wir Meriva und übernachten zentrumsnah auf einem Parkplatz. Wir verschaffen uns Bewegung und durchstreifen nach der Fahrt den schönen Ort.
Am nächsten Tag ist die Etappe länger. 680 km sind es über Valladolid und Burgos nach Vitoria Gasteiz. Der kostenfreie Stellplatz (reservierte Ecke auf einem großen Parkplatz) ist gut belegt. Der Weg in die reizvolle Innenstadt beträgt zu Fuß 30 Minuten. Wir erreichen die Fußgängerzone um 20 Uhr und es herrscht noch viel Trubel. Etwa eine Stunde später ist es dunkel und wir treten den Heimweg an.
Bereits am frühen Nachmittag erreichen wir einen Campingplatz nördlich von Bordeaux an der Atlantikküste. Dort haben wir mit unseren Kindern vor mehr als 25 Jahren einige Urlaube verbracht. Wir wollen hier einige Tage bleiben, denn die Gegend gefällt uns ausgesprochen gut. Das Meer ist nah und in den weitläufigen Pinienwäldern stehen außerhalb der abgegrenzten Campingbereiche etliche Ferienbungalows. Schon im April gibt es überraschend viele Urlauber. Nach 5 Tagen Ruhepause fahren wir einmal quer durch Frankreich, auch hier vermeiden wir Mautstrecken. In Perigueux und Le Creusot fahren wir Stellplätze zwecks Übernachtung an.
Mit einigen Besucherstopps in Freiburg, Stuttgart und Hanau erreichen wir am Freitag, dem 13. April, unser Zuhause in Glinde.


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Zusammenfassung unserer Marokkoreise 2012

Das hat uns gefallen:
Wie schon in den Jahren vorher begeistern uns die so unterschiedlichen Landschaften. Da wir überwiegend Landstraßen gefahren sind, war es nie langweilig.
Der Straßenzustand: Die einen sagen so und die anderen so – wir empfanden die Straßen nicht als gravierend schlecht (bereits sechsmal haben wir seit 1999 das Land mit dem Mobil bereist). Aber man sollte die Straßen nicht mit denen in Deutschland vergleichen.
Die preiswerten Lebenshaltungskosten für uns Europäer. Zum Beispiel kostet 1 Liter Dieselkraftstoff kostet unter 70 Cent, bei einer Rundreise von 4000 km eine erfreuliche Ersparnis.
Das angenehme Wetter: Von 45 Tagen in Marokko hat es nur die letzten 2 Tage geregnet.

Das war weniger gut:
Die Menschen sind freundlich, aber wir vermissen die Herzlichkeit. Man hat das Gefühl, dass sich hinter jeder Freundlichkeit ein „Hintergedanke“ verbirgt.
Die Kinder in diesem Jahr: Viele winken freundlich und sind einfach nur neugierig. Aber immer wieder trifft man auch aggressive Kinder in Gruppen die Steine werfen. Wir haben versucht an Gruppen ganz langsam vorbei zu fahren um notfalls anzuhalten und den Übeltäter stellen. Einige Male hat auch eine auf die Kinder gerichtete Kamera (mit Finger am Auslöser) geholfen, sie haben uns dann nicht weiter behelligt.
Das marokkanische Essen trifft nicht unseren Geschmackssinn – wir sind von der türkischen Küche verwöhnt.

Allgemeines:
Camping- und Stellplätze: Einige Campingplätze bieten durchaus europäischen Standard. Andere wiederum verdienen das Wort Campingplatz nicht. Sie bieten trotzdem mehr als mancher Stellplatz in Deutschland, der gut und gerne das Fünffache kostet.
Internet: Wir haben uns gleich bei der Einreise für 4 Wochen einen Internet-Stick von Maroc-Telecom besorgt (Kostenpunkt 20 Euro – Verlängerung um weitere 4 Wochen nochmals 10 Euro), und haben damit im ganzen Land sehr gute Erfahrungen gemacht.

Fähre/Maut. Wir haben unterwegs Leute getroffen, die die Fähre von Genua für die An- und Abreise genommen haben, Kosten rund 1250 Euro bei 2 Tagen Überfahrt. Wenn man die heutigen Kraftstoff- und Mautkosten in Frankreich und Spanien gegenrechnet (nicht zu vergessen die Zeit für die Fahrstrecke), ist Genua eine Alternative.

Polizei: Es gibt viele Kontrollen, aber Touristen werden meistens „durchgewinkt“. Wir haben Polizisten oft nach dem Weg oder Campingplatz gefragt, denn Ausschilderungen fehlten oft ganz. Die Ordnungshüter waren freundlich und hilfsbereit. Trotzdem sollte man die Verkehrsregeln (besonders die Geschwindigkeitsbegrenzungen) beherzigen. Es gibt viele mobile Radarkontrollen.

Welche Touristen sind unterwegs? Zu 80% Franzosen, ein kleiner Teil Niederländer, Belgier, Deutsche und nur ganz wenige Österreicher, Skandinavier und Spanier.

Sprachliche Verständigung: Die Umgangssprache ist arabisch mit vielen Dialekten, Amtssprache französisch – die aber von der einfachen, oft abgelegen wohnenden Bevölkerung, nicht gesprochen wird. Deutsch und englisch wird nur von ganz wenigen Einheimischen verstanden. Selbst Lehrer beherrschen keine weiteren Fremdsprachen. Wir sind aber überall hingekommen - sprachlich notfalls mit „Händen und Füßen“.


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