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- 2012/2

Montag, 20.8. - 30.8. Glinde - Ulcinj

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, man kann es kaum glauben, geht am Sonntag, dem 19.8., unsere große Reise los. Drei Monate stand das Mobil ungenutzt vor unserer Haustür. Peter hat es nur für Reparaturen hin und her bewegt.
Da die Autobahnen um Hamburg herum zur Ferienzeit häufig überlastet sind, wählt Peter die Strecke über Lüneburg, Uelzen, Salzwedel, Magdeburg und Leipzig - Übernachtung auf dem Stellplatz in Eisenberg. Heute soll, so sagt der Wetterbericht, es der heißeste Tag des Sommers werden. Mittags zeigt das Thermometer 35°C, die Klimaanlage im Mobil macht die Fahrt erträglich. Wir haben einen längeren Stau hinter Leipzig. Eisenberg ist am Sonntag wie ausgestorben – durch die Hitze? Am Abend kühlt es angenehm ab.
Montag machen wir einen Zwischenstopp beim Fernsehhersteller bei Nürnberg. Wir entscheiden uns für ein neueres Modell und hoffen, dass nun nach dem achten Reparaturversuch, unser Problem gelöst ist.
Nun sind es nur noch 260 km bis Walchsee, unserem heutigen Übernachtungsplatz. Abends zieht mit Blitz und Donner ein Unwetter herauf. Es stürmt gewaltig. Wir werden verschont, denn die Regenmassen gehen in Bayern und bei Innsbruck nieder.
Am Dienstag fahren wir bergauf und bergab über den Pass Thurn, Felbertauerntunnel, Gailbergsattel und Plöckenpass nach Italien. Eine super Fernsicht belohnt uns, doch die kurvenreiche Strecke hat es in sich. Da wir die Autobahn in Österreich vermeiden, sparen wir die umgerechnet 20 Cent Schwerverkehrsabgabe (Go-Box) pro Kilometer – unser Mobil ist über 3,5 t schwer. In Italien benutzen wir die Autobahn über Triest bis zur Grenze von Slowenien. Über die mautfreie Landstr. erreichen wir Kroatien. In der Nähe von Umag fahren wir auf einen Campingplatz. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen unter Bäumen und verbringen den Mittwoch und Donnerstag mit baden und faulenzen.
Freitag Weiterfahrt auf unseren Lieblingsplatz in der Nähe von Rovinj. Der Platz ist mittlerweile riesengroß geworden, mit dem Roller fahren wir auf Stellplatzsuche. Dann die erste Panne, unsere Trittbrettstufe lässt sich nicht ausfahren. Peter legt sich in der größten Mittagshitze unter das Mobil. Ursache: der Kerbstift ist gebrochen. Der Entriegelungsknopf bewegt sich nicht einen Millimeter. Peter baut die Mechanik auseinander. Wir rufen im Werk an – Betriebsferien. Wir rufen beim Händler an und bitten um Rückruf der Werkstatt. Inzwischen erinnert Peter sich, dass in der Betriebsanleitung 2 Kerbstifte und diverse Sicherungen liegen. Doch keiner dieser Stifte passt. Notlösung: Peter fertigt aus einer 5mm Schraube selbst einen Stift, baut alles wieder zusammen und: simalabim ….. die Stufe lässt sich aus- und wieder einfahren. Auf einen Rückruf der Werkstatt haben wir vergeblich gewartet.
Erkenntnis des Tages: Selbst ist der Mann!!!
Samstag bis einschließlich Montag Ruhetage. Wir besichtigen Rovinj mit dem Roller, wandern über das große Gelände und sehen uns auf dem Platz weitere Stellplätze an, über 2600 sollen es lt. Plan sein. Es gibt etliche kleine Bars, einige Restaurants und einen Busshuttle nach Rovinj. Dafür bezahlen wir aber auch fast 37 Euro pro Tag.
Jeden Morgen: Kampf um die freien Liegen mit Sonnenschirm am Strand. Zwar steht auf großen Schildern: Reservieren nicht erlaubt. Doch bereits um 9 Uhr gibt so gut wie keine freien Liegen mehr, auf allen liegen Handtücher – die Benutzer kommen erst gegen 11 Uhr.
Am Dienstag Weitereise über die Mautautobahn bis Split. 21 km dahinter, bei der kleinen Stadt Omis Übernachtung auf dem Campingplatz Galib. Dieser stadtnahe Platz hat unterschiedliche Preisbereiche. Der preiswerteste für 28 Euro liegt unmittelbar an der Hauptverkehrsstraße. Die Altstadt von Omis mit ihren engen Gassen begeistert uns. Kleine Gaststätten haben Tische und Bänke in die Fußgängerzonen gestellt und verlockende Speisedüfte ziehen aus den Lokalen. Es gibt unzählige Stände mit Schmuck und Souvenirs, die ganze Altstadt ist ein riesiger Basar.
Am nächsten Morgen wachen wir völlig gerädert auf. Die ganze Nacht sind LKW über die nahe Straße gebraust – etwa auch über unsere Bettdecke? Weg, weg - es ist einfach nur laut.
Die Küstenstraße durch die kleinen Dörfer nimmt viel Zeit in Anspruch. Dafür wird man mit wunderschönen Ausblicken belohnt. Blautürkis schimmerndes Meer mit kleinen Sand- und Kiesstränden, Boote die auf den Wellen schaukeln, kleine Häuser die sich an die Berghänge schmiegen, Palmen, kleine Gärten mit üppigem Blumenschmuck – und über alles strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Pensionen bieten auf Schildern an der Straße noch freie Zimmer an – ein kleines Paradies. Doch dann auch wieder Buchten mit großen Hotels, Parkhäusern, Geschäftspassagen und Strände mit aufgereihten Liegen in mehreren Reihen. In russischer Sprache wir um Kaufkunden der Appartements geworben.
Wir durchfahren wenige Kilometer Bosnien Herzegowina, um dann wieder 80 km durch Kroatien zu fahren. In den Niederungen und Tälern werden Gemüse und Obst angebaut und am Straßenrand direkt an die Urlauber verkauft. Von der Küstenstraße, die sich nun am Berg hoch windet, erblicken wir die Altstadt von Dubrovnik – Fotomotive ohne Ende. Vor 2 Jahren haben wir bereits uns die Stadt ausgiebig angeschaut.
Bald erreichen wir Montenegro. An der Küstenstr. macht das Land seinem Namen alle Ehre. Dunkle Berge die bis zum Meer hinabstürzen, davor einsame sehr schwerzugängliche Kiesstrände, vereinzelt sehen wir überlaufende Badeorte. Auch dort stehen Liegen und Sonnenschirme in Reih und Glied. Wir nehmen die Fähre über die Bucht von Kotor und kürzen so die Strecke gewaltig ab. Am späten Nachmittag erreichen wir bei Ulcinj einen Campingplatz am Meer. Nicht weit vom Bojana, dem Grenzfluss zu Albanien.


   |   Tages KM: 2209

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31.8. - 1.9. Ulcinj

Berühmt ist Ulcinj wegen seines langen Sandstrandes. Man kann kilometerlange Wanderungen unternehmen, und je näher man dem Grenzfluss Bojana kommt, umso einsamer wird es. Es liegt viel angeschwemmtes Strandgut am Strand: alte Baumreste, vor allem aber Plastikmüll wie: Flaschen, alte Badelatschen, Joghurtbecher und ausrangierte Küchengeräte. Aus den Baumresten haben sich kreative Leute kleine schilfgedeckte Hütten gebaut. Hier gibt es Abenteuer pur für jüngere Kinder, doch leider viel zu weit von den Parkplätzen entfernt. Der gut besuchte Strand ist etwa 30m breit und liegt unweit vom Eingangsbereich der Appartements und des Campingplatzes, dort wo die Sonnenschirme und Holzliegen für 6 Euro am Tag zu mieten sind. Der Sand ist dunkel und es geht seicht abfallend ins Wasser.
Wer Rummel liebt kann der nahen Stadt Ulcinj mit dem Bus einen Besuch abstatten. Wir fahren am Spätnachmittag mit dem Roller in die Stadt - mitten im stockenden stinkenden Rückreiseverkehr der Strandbesucher. Aufgefallen sind uns schon auf der Hinfahrt die vielen Appartements entlang der Straße. Dazwischen Verkaufsbuden und Schnellrestaurants, die überwiegend alle das gleiche anbieten: Pizza und Fastfood. Die Stadt Ulcinj ist voll mit Autos und Touristen, einige kommen vom Strand zurück - andere wollen einkaufen oder Essengehen. Es ist ein Gewusel und auch um 21 Uhr ebbt der Strom nicht ab. Am Meer thront oberhalb die alte Burg, in unmittelbarer Nachbarschaft Restaurants mit Panoramafenster. Aufgefallen sind uns die vielen Moscheen, Frauen mit verhülltem Kopfhaar, aber auch Frauen die sehr westlich gekleidet sind. Von dieser Bekleidung sind die Geschäfte in den Einkaufsgassen voll.
Abends: Feuchtigkeit vom Meer und Fluss ziehen herauf – es kühlt merklich ab. Tagsüber haben wir 30°C und mehr.


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Sonntag, 2.9. Ulcinj – Albanien bis zur Grenze von Griechenland

Gestern haben wir die Strecke durch Albanien noch einmal überplant. Vorgesehen war die Strecke über Shkoder, Kukes, den Kosovo nach Skopje in Mazedonien und weiter durch Bulgarien in die Türkei zu fahren. Der Kosovo, und dann noch auf gelben Straßen, das ist mir nicht geheuer. Ich möchte lieber über Griechenland in die Türkei reisen. So steht am Abend die Strecke für den morgigen Tag folgendermaßen fest: Shkoder, Tirane, Elbasan bis zum Ohrid-See, den entlang bis Pogradec, weiter bis Korce, bis Griechenland ist es dann nur noch ein Klacks. Nach unseren Berechnungen sind es etwa 380 km, davon 50 km in Montenegro.
Die Grenzabwicklungen gehen zügig vonstatten, und schon sind wir in Albanien. Wir versuchen ohne Geldumtausch durchs Land zu kommen, tanken wollen wir wie immer mit der Kreditkarte. Die ersten Tankstellen hinter der Grenze haben die Preise noch in Euro angeschrieben, etwa 3 Cent günstiger als in Montenegro. Als wir uns weiter im Binnenland entscheiden zu tanken, geht an der Tankstelle der Kreditkartenleser nicht – Euros werden aber gerne akzeptiert. Während in Kroatien Wassermangel herrscht und Autowaschen bei Geldstrafe verboten ist, werden in Albanien alle 200m Wagenwäschen von Hand angeboten.
Heute wird in Albanien Hochzeit gefeiert. Schon von weitem erkennen wir die geschmückten Autos, vor denen ein Kamerateam aus einem fahrenden Fahrzeug alles filmt. Bei den fröhlich lauten Hupkonzerten drücken wir auch schon mal kräftig auf unsere Hupe.
Um die Mittagszeit erreichen wir die Landeshauptstadt Tirane. Farbenprächtige Hochhäuser säumen die Einfallstraßen, auf denen auch am Sonntag viel Verkehr herrscht. Die Geschäfte haben geöffnet und die Tiraner sind im Sonntagsstaat unterwegs.
Bald nach Tirane windet sich die schmale Straße in Serpentinen auf 900m. Leider ist es diesig, so sind die grandiosen Ausblicke nicht für Fotos geeignet. Hier in luftiger Höhe ist es etwas kühler und die vielen Ausflugslokale warten auf Gäste. Der Fahrstiel der Albaner lässt zu wünschen übrig, sie fahren wie die „Sonntagsfahrer“ und überholen in nicht einsehbaren Kurven wie der „Teufel“. Doch alles geht gut und wir erreichen die fruchtbare Ebene von Elbasan. Zurzeit ist Zwiebelernte und die Bauern stehen mit ihren Erzeugnissen am Straßenrand. Die Straße wird nun breiter, nochmals müssen wir ein Gebirge bezwingen. Dann haben wir freien Blick auf den Ohrid-See, dem tiefsten See Europas. Die Grenze zu Mazedonien verläuft einmal durch den See. In kleinen Fischerdörfern haben Restaurants romantische Picknickterrassen in den See gebaut – zauberhaft. Nur der Straßenbelag ist schlecht – Peter findet kein Plätzchen zum Halten, wo es hier doch so schön ist! Es gibt Hinweise auf Camping, doch wir können uns nicht so recht für eine Übernachtung entschließen. Wieder geht es bergauf. Die Strecke zieht sich, mittlerweile ist es 18 Uhr. Kurz vor der griechischen Grenze fahren wir ein Restaurant an. Für 20 Euro erhalten wir schmackhafte Grillkoteletts mit Beilagen und Getränken. Auf dem Parkplatz vor der Tür können wir übernachten. Was wollen wir mehr?


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Montag, 3. 9. Grenze Griechenland - Alexandropoli

530 km, überwiegend Autobahn, liegen vor uns bis zu unserem heutigen Übernachtungsplatz in Alexandropoli.
An der Grenze Albanien/Griechenland werden wir bevorzugt abgefertigt. Es kommt allerdings eine griechische Grenzbeamtin ins Mobil. Sie öffnet ein paar Schranktüren und schnuppert in den Raum. Fragt: „Haben sie Minze dabei, Tee?“ Ach ja, ich zeige ihr den Hustentee, den ich morgens für Peter zubereite. Sie riecht daran, alles ist o.k. und wir können weiterreisen.
Maut auf Griechenlands Autobahnen 20,20 Euro, Dieselpreise 1,68 der Liter.
Auf dem Campingplatz ist alles „beim Alten“. Den heutigen Abend wir mit Reisebericht schreiben und Bilder bearbeiten zubringen.


   |   Tages KM: 534   |   GPS Nord: 40°50'46"   |   GPS Ost: 25°51'19"

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Dienstag, 4. 9. Alexandropoli – Istanbul

Wir haben uns entschlossen einen Zwischenstopp in Istanbul einzulegen – es sind nur 300 km bis dort. Weil wir die uns bekannte Schnellstr. 100 um Istanbul und nicht die Autobahn nehmen, verbringen wir selbst am frühen Nachmittag Stunden bis wir am Hafen bei Kumpaki ankommen. Der neue Stellplatz ist dermaßen überfüllt, dass die Mobile in Dreierreihen hintereinander stehen - anfahren ist zwecklos. Es findet sich für uns ein bewachter Parkplatz auf dem wir auch übernachten können (10 Euro). Der Parkplatzwächter hat Bedenken wegen unseres Rollers hinten auf der Stoßstange. Um 23 Uhr hat er Feierabend und im nahen Park treiben sich so allerhand „Gestalten“ herum, gibt er uns zu verstehen. Wir können den Wächter beruhigen, denn den Roller haben wir mehrfach gesichert. Mit dem Taxi fahren wir zur Sultan-Ahmet-Moschee und lassen uns treiben. Es weht ein leichter Wind vom Wasser und macht den Stadtbummel angenehm. Die Stadt ist uns so vertraut, wir waren bereits etliche Male hier, und doch immer wieder neu. Plätze wurden gepflastert, Bänke für müde Touristen aufgestellt, Brücken farbig gestrichen und am Abend werden viele Gebäude wirkungsvoll angestrahlt. Neu für uns: Auch in Istanbul sind die Sightseeing-Touren von Hop On – Hop Off möglich, zu Land und auf dem Wasser. Heute ist es um 17 Uhr dafür zu spät. Diese Möglichkeit der Stadtbesichtigung werden wir uns bei einem späteren Besuch vornehmen.
Die knapp 6 km bis zum Reisemobil legen wir zu Fuß zurück. Ein wenig Fuß lahm kommen wir beim Stellplatz an. Der nahe laute Straßenlärm ebbt erst weit nach Mitternacht ab. Die „Saufkumpanen“ im Park werden durch den automatischen Rasensprenger um 1 Uhr nachts vertrieben.
Das fiel uns auf: Das Fahrverhalten der Istanbuler. Auf 3spurigen Straßen fährt man grundsätzlich 4spurig und drängelt mal links, mal rechts in eine Lücke. Kleine Auffahrstreifen zu Gebäuden werden als Überholspur genutzt, um dann wieder einzuscheren – der ohnehin stockende Verkehr wird dadurch noch langsamer. Gehupt wird überall und immer.


   |   Tages KM: 306   |   GPS Nord: 40°59'55   |   GPS Ost: 28°55'58

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Mittwoch, 5. 9. Istanbul – Ankara

Um 5 Uhr werden wir wach. Das passt, denn ohnehin hatten wir vorzeitig diese quirlige Stadt (bevor der Berufsverkehr einsetzt) zu verlassen. Wir überqueren das Goldene Horn, den Bosporus und befinden uns bald in den Industrievorstädten von Istanbul. Diese ziehen sich fast nahtlos bis zur Stadt Derince am Ende des Marmara-Meeres. Die Strecke ist uns vertraut, leider halten Autobahnstrecken selten interessante Ausblicke bereit. Stetig geht es bergan bis auf 1800m. Zu sehen sind karge braune Berge, abgeerntete Getreidefelder, ab und zu kleine Orte, dann wieder eine größere Stadt. Auf Höhe des Bayindir Stausees halten wir zur Mittagsrast und bewundern das einzigartige Panorama. Vor Ankara „verfranzen“ wir uns etwas auf der Autobahn. Es gibt gleich mehrere Flughäfen um Ankara herum. Welcher bitteschön, ist mit der Ausschilderung Havalimani gemeint? Der im Reiseführer empfohlene Hotelstellplatz gibt uns Rätsel auf. Erst nach mehrmaligem Nachfragen erreichen wir ziemlich entnervt das Airport Hotel. Auf dem Hotelparkplatz, umgeben von Rosen und schützenden Hecken, mache ich ein Nickerchen, während Peter ein zweites Mal unsere elektrische Treppenstufe repariert. Wieder ist der Stift gebrochen. Aber nun hat Peter schon Übung darin. Der Stellplatz soll 19 Euro die Nacht kosten. Wie steht es mit Schwimmbad, Duschen, Toiletten, Versorgung und Entsorgung? Gegen Abend reger Flugverkehr – hoffentlich wird diese Nacht bedeutend ruhiger als die letzte.

   |   Tages KM: 468   |   GPS Nord: 40°04'23   |   GPS Ost: 32°56'20

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Donnerstag, 6.9. Ankara

Stadtbesichtigung – Mit dem Dolmus geht es nach Ulus, die Altstadt von Ankara. Das Airport-Hotel hatte leider keinen Stadtplan für uns. So müssen wir uns mit dem kleinen aus unserem Reiseführer behelfen auf dem viele Straßen nicht beschriftet sind. Es braucht eine Weile bis wir uns zurechtfinden. Das Anatolische Museum (mit den wichtigsten archäologischen Funden aus dieser Region) steht auf unserem Besichtigungsprogramm. Doch zuerst schlendern wir über den überdachten Gemüsemarkt hier werden wir später einkaufen. Dann geht es immer bergan durch Straßen in denen die Einheimischen überwiegend Bekleidung einkaufen – Touristen sind kaum anzutreffen. Im Museum wird die Ausstellung der großen Skulpturen zurzeit renoviert. Zwei Museumssäle sind voll mit Funden bis zurück in die Zeit der Hethiter (über 2000 Jahre v. Chr.). Da wir uns schon fast auf dem Burg Berg befinden, laufen wir die restlichen 100m hinauf. Die engen Gassen sind gesäumt mit schön restaurierten alten osmanischen Fachwerkhäusern in denen Handwerkskunst angeboten wird. Von der Burg hat man einen fantastischen Blick über Ankara bis weit in die Neustadt. Es gibt noch weitere Museen anzuschauen und das Atatürk Mausoleum, doch uns reicht es für heute und mit den Einkäufen vom Gemüsemarkt fahren wir mit dem Dolmus zurück zum Stellplatz. Im Hotel Schwimmbad nehmen wir ein erfrischendes Bad.
Das fiel uns auf: Während bei früheren Türkeireisen im Dolmus sofort für ältere Personen ein Sitzplatz freigemacht wurde (sogar Jugendliche vom Busfahrer aufgefordert wurden aufzustehen), verdrücken sich die Schüler von heute mit Kopfhörern und teilnahmslosen Blicken tief in die Sitzpolster – grad so wie bei uns in Deutschland.


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Freitag, 7.9. Ankara –Cogari Baraj

So was Dummes! Die gestern in Ankara gekaufte Sim-Card für den Internetzugang in der gesamten Türkei funktioniert nicht. Peter hat schon alles ausprobiert. So fahren wir nochmals (schon morgens gegen 8 Uhr) in die Stadt. Das Notebook nehmen wir mit. Auch im Vodafone-Shop kann man uns nicht helfen und verweist uns an ein Telekommunikationsbüro, die sollen den Stick überprüfen. Da uns die Fahrt mit dem Bus als zu umständlich erscheint, nehmen wir ein Taxi. Im Büro ist man uns behilflich und prüft den von uns vor 2 Jahren in der Türkei gekauften Stick, alles o.k. Der Angestellte jedoch vermutet, dass die Sim-Card einen Fehler hat. Mit einem Taxi geht es zum Vodafone-Shop zurück. Auf unseren Vorschlag uns einen neuen Stick mit Sim-Card zu verkaufen schütteln die Angestellten nur verneinend den Kopf. Sie könnten nur türkischen Staatsbürgern einen Stick verkaufen und es tut ihnen leid, dass sie uns nicht weiterhelfen können. Die 20 Euro für eine nicht funktionierende Sim-Card und 10 Euro fürs Taxifahren verbuchen wir als „Entwicklungshilfe“. Dabei hätte man uns in Istanbul ohne weiteres einen Stick verkauft, leider hatten wir unseren Pass nicht dabei. Jeder Vodafone-Shop scheint seine eigenen Geschäftsbedingungen zu haben. Vielleicht scheint es sich zu bewahrheiten was unserer Reiseführer über Ankara schreibt:“ Das Beste an Ankara ist die Autobahn nach Istanbul“.
Wir haben für „nichts“ den ganzen Vormittag verplempert und verlassen erst um 11.30 Uhr unseren Stellplatz beim Airport-Hotel. Die 5 Sterne mögen für die Zimmer gelten – der Stellplatz war nur 1 Stern wert. Von Vorteil ist die gute und günstige Stellplatzanbindung mit dem Bus in die Stadt.
Wir umrunden auf der Ringautobahn Ankara um dann den Abzweig Richtung Konya/Adana zu nehmen. Bald zweigt eine „grünmarkierte“ Nebenstrecke über Bala, Kaman nach Kirshehir ab. Riesige Getreidefelde bestimmen die Landschaft, in der Ferne sehen wir Hügelketten die in den Farben braun, orange und gelb leuchten. Außer etlichen LKW fahren nur wenige PKW auf unserer Strecke. Am Nachmittag suchen wir einen Übernachtungsplatz und fahren dem Hinweis Göl-Restaurant nach. Nach einigen Kilometern erreichen wir das ausgeschilderte Restaurant. Der Besitzer und seine Tochter bemühen sich rührig um uns, jedoch erweist sich der große Parkplatz als zu schräg. So viele Unterlegkeile haben wir nicht dabei. Wir geben dem Wirt zu verstehen, dass wir nach einem Spaziergang am nahen Stausee bei ihm Fisch essen werden. Von oben sieht der Stausee klein aus und ein Spaziergang um ihn herum erscheint uns wie ein „Klacks“. Doch nach einer Stunde stramm marschieren haben wir den Cogari-Baraj noch nicht einmal bis zur Hälfte umrundet.
Zurück bestellen wir beim Wirt Forelle mit Beilagen. Zwei Essen kosten so viel wie eine Nacht parken vor dem Airport-Hotel. Nach dem Essen parken wir das Mobil um, der Platz vor dem Parkplatztor erscheint uns als geeigneter. Der Wirt hat Bedenken, er ist sehr fürsorglich.
Nachts: Sternenhimmel und Fischerboote mit Beleuchtung auf dem See.


   |   Tages KM: 210   |   GPS Nord: 39°19'17"   |   GPS Ost: 34°06'40"

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Samstag, 8.9. Cogari-Baraj - Ihlara

Auf Nebenstrecke über Ortaköy und Aksaray erreichen wir das Ihlara Tal. Auch hier hat der Ascheregen des längst erloschenen Vulkans Hasan Dagi eine durch Wind und Regen geformte Tuffsteinlandschaft hinterlassen. Bei Selime besichtigen wir die Reste einer Klosteranlage aus dem 8. Jh., in einigen sind die Fresken noch gut zu erkennen. Wir kommen mit einer türkischen Großfamilie ins Gespräch. Sie wohnen nur 200 km von hier entfernt in Adana und haben diese Landschaft zum ersten Mal gesehen – sogar die Großmutter ist zu den Klosteranlagen hinaufgekraxelt.
Ein Sträßchen führt hinunter zu dem alten Belisirma. Unten am Fluss stehen Picknickterrassen im Wasser und bei angenehmer Kühle verbringen Touristen und Einheimische hier gleichermaßen den Tag. Am nördlichen Ende von Ihlara befindet sich der Haupteingang in die Schlucht. Man kann man über Treppenstufen aus Holz bequem hinabsteigen. Gleich mehrere Reste von Kirchen können hier besichtigt werden. Im 8. Jh. wurde dieses abgeschiedene Tal zum Rückzugsgebiet byzantinischer Mönche. Die etwa 15 km lange und 150 m hohe Schlucht kann durchwandert werden, man bezeichnet sie als den „Grand Canyon der Türkei“.
Wir übernachten auf dem großen Parkplatz zum Eingang der Schlucht, und mit uns noch vier andere Reisemobile.



   |   Tages KM: 176   |   GPS Nord: 38°15'06"   |   GPS Ost: 34°18'13"

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Sonntag, 9.9. Ihlara – Kamsi

In Ihlara ist Wochenmarkt, günstig füllen wir unsere Obst- und Gemüsevorräte auf. Mit 10% Steigung fahren wir Richtung Güzelyurt. Auf dem Weg liegt die „Hohe Kirche“, eine kleine Straße führt geradewegs dorthin. Der Ort Güzelyurt liegt von Touristen verwaist. Wir schlendern durch fast „mittelalterliche“ Gassen. In einem einfachen Restaurant an der Durchgangsstr. nehmen wir Platz und lassen wir uns türkische Köstlichkeiten schmecken. Uns gegenüber hat ein „Wanderschneider“ seine Werkstatt aufgebaut, und ein paar Dorfschönheiten schlendern die Straße auf und ab.
Gleich nach dem Ortsausgang statten wir der „roten Kirche“ (älteste byzant. Kirche Kappadokiens) einen Besuch ab. Weiter führt unser Weg mit wenig Verkehr über Ciftlik durch eine dünn besiedelte Landschaft. Die Straße ist schmal und zieht sich durchs Gebirge mit vielen Steigungen und wunderschönen Ausblicken. Wir erreichen die Stadt Nigde und biegen nach Norden Richtung Kayseri ab. Schon bald zweigt nach Süden eine Straße ab. Durch das Ala Daglar Gebirge mit seinen über 3000 m hohen Bergen wollen wir nach Adana ans Mittelmeer fahren. Das Gebirge ähnelt vom weitem mit seinen hohen Gipfeln den Alpen, auch ist im Winter Skilaufen möglich. Wir fahren durch ein Tal auf 1500m Höhe, die Luft ist klar und die Temperatur angenehm. Doch das ändert sich schlagartig, als der feste Straßenbelag aufhört. Die staubige Schotterpiste hüllt uns schätzungsweise über 30 km mit ihrem Staub ein. Auch die Apfelpantagen sind von einer dicken Staubschicht überzogen. Hier wird in den nächsten Jahren eine 4spurige Str. entstehen. Etwa 23 km vor Pozanti haben wir wieder Asphalt unter den Reifen. Hinter einem Obststand parken wir, am liebsten würden wir die Fahrt abbrechen und hier übernachten. Die Händler vom Obststand sind einverstanden. Während wir uns die Füße vertreten, erscheinen die Besitzer vom nahen Wohnhaus, schenken uns Obst aus ihrem Garten und laden uns zum Tee ein. Die Verständigung erfolgt mit dem Wörterbuch und mit „Händen und Füßen“. Die Frauen des Hauses zeigen sich sehr interessiert an unserm Mobil und so zeige ich ihnen mein “kücük Ev“, mein kleines Haus. Nachts ebbt der nahe Straßenlärm ab und umgeben von netten Dorfbewohnern und den hohen Bergen schlafen wir wie in „Abrahams Schoß“.
Doch dann, ein Geräusch lässt uns aufschrecken. Wir hören Stimmen. Vorsichtig öffnen wir die Jalousien. Hinter uns ist ein VW-Bus ein Stück die Böschung hinab gestützt, der Fahrer hat wohl den Weg verfehlt. Autos halten an, ein Trecker mit unbeleuchtetem Anhänger erscheint. Dieser zieht den VW-Bus die Böschung hinauf. Noch lange palavern die vielen Personen die drum herum stehen. Dann endlich steigen alle ein und setzen ihre Fahrt fort.


   |   Tages KM: 176   |   GPS Nord: 37°30'27"   |   GPS Ost: 34°58'10"

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Montag, 10.9. Kamsi - Nähe Kiz Kalesi

Die restliche Nacht nach dem Zwischenfall verlief dann ruhig. Heute treibt uns nichts. Wenn es klappt, dann wollen wir uns mit Reiner und Gülay (einer Camper-Bekanntschaft aus dem letzten Jahr) in der Nähe von Kizkalesi treffen. Peter bemerkt vor dem Abfahren, dass der eine hintere Reifen etwas Luft verloren hat. An einer der nächsten Tankstellen Richtung Potzani wollen wir den Reifendruck prüfen. Es stellt sich sehr schnell heraus, dass der Reifen hinten links innen so gut wie platt ist. Gemeinsam erledigen Peter und ein Monteur der Tankstelle den Radwechsel. Ich bekomme einstweilen einen türkischen Tee. Wie heißt es doch so schön: „Abwarten und Tee trinken“. Bald ist der Reifen repariert und wieder montiert – eine Spax-Schraube war die Ursache. Reparaturkosten 20 Euro incl. Trinkgeld. Auf dem nahen Waschplatz lassen wir den Schotterpistenstaub entfernen – und schon sind wir wieder on tour. Die Autobahn von Potzani über Adana bis zu ihrem Ende bei Erdemli ist die schnellste Variante um ans Mittelmeer zu kommen. Es geht immer bergab, das spart Kraftstoff. Preisunterschiede von 0,40 TL pro Liter sind von Tankstelle zu Tankstelle keine Seltenheit.
Wir erreichen den uns bekannten (etwas lauten) Stellplatz am Meer, unweit einer Ausgrabungsstelle. 10 TL Park Gebühr werden fällig – erst ab dem 22.9. ist der Platz kostenfrei. Viele türkische Familien sind zum Baden und Picknicken hierhergekommen. Großfamilien von 11 Personen in einem Mini-Van sind keine Seltenheit. Der Sandstrand in dieser geschützten Bucht fällt über 100m sanft ins Meer ab. Die moslemischen Frauen baden in einer Art Sportanzug: lange Hose, darüber ein längeres Oberteil und auch der Kopf ist farblich passend bekleidet. Das Wasser ist „pi-warm“ (um die 29 °C). So warm haben wir im Mittelmeer noch nie gebadet. Noch am Abend bauen einige Familien ein Zelt zum Übernachten auf. Auch hier heißt es auf engstem Raum zusammenrücken. Wir kommen uns nur zu zweit in unserem Reisemobil schon fast wie in einem Schloss vor.


   |   Tages KM: 196   |   GPS Nord: 36°28'50   |   GPS Ost: 34°10'27

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Dienstag, 11.9. Nähe Kiz Kalesi - Tasucu Fähre

Es ist ein Ruhetag geplant. Peter fährt mit Reiner (den wir inzwischen telefonisch erreicht haben) mittags nach Silifke in die Stadt. Gemeinsam wollen sie das mit dem Internet-Stick im Vodafone-Shop persönlich klären. Nach 4 Stunden kommt Peter mit einem Dolmus zurück. Sein Kommentar: „alles für die Katz“. Ich hatte inzwischen einen geruhsamen Nachmittag am Mobil. Lesen im Schatten, den türkischen Familien beim Picknick zuschauen und ein wenig reden mit den Nachbarn, in Englisch. Die Gastfreundschaft wird sprichwörtlich „GROSS“ geschrieben. Man reicht mir türkische Köstlichkeiten.
Gegen 18 Uhr fahren wir die wenigen Kilometer nach Silifke. In Tasucu fährt die Fähre nach Zypern ab. Im Hafen erfahren wir, dass das Ticket in der Innenstadt von Tusucu gekauft werden muss. Mit dem Namen des Ticketbüros machen wir uns auf die Suche, inzwischen ist es stockdunkel. Auf einer Tankstelle fragen wir nach. Wahrscheinlich machen wir „dumme Gesichter“ und man gibt uns einen kompetenten „Beifahrer“ mit. Wir erreichen das Büro, das wir allein niemals im Dunkeln gefunden hätten. Das Ticket ist bald gekauft, 220 Euro hin- und zurück. Wir buchen keine Kabine, denn Übernachtung im Camper ist erlaubt. Zurück im Hafen werden nochmals 30 Euro Hafengebühr fällig. Die Formalitäten an den verschiedenen Schaltern sind sehr zeitaufwendig, und als Beifahrerin hätte ich in einem anderen Hafeneingang einchecken müssen. Doch man drückt für uns „ein Auge“ zu.
Dann endlich um 24 Uhr kann mit dem Beladen der Fähre begonnen werden. Zuerst die PKW, die mit einer Art Fahrstuhl (immer drei auf einmal) in das obere Stockwerk transportiert werden. Auch wir werden so hinauf befördert – und nach uns noch etliche LKW. Der Rest der vielen LKW verschwindet unten im Schiffsrumpf. Nach einigem hin und her dürfen wir unter freiem Himmel parken – weit weg von den PKW. Das hat viele Vorteile. Ein kühler Wind pfeift durch die weit geöffneten Fenster und das Geräusch der empfindlichen PKW-Alarmanlagen (ausgelöst durch das Meeresschaukeln) hören wir jetzt aus der Ferne. Schon bald fallen wir in die Betten und erleben das Auslaufen der Fähre nur in unseren Träumen.


   |   Tages KM: 48

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Mittwoch,12.9. Zypern Hafenstadt Girne

Die Fähre kommt gegen 8 Uhr im Hafen von Girne an. Doch bis wir von Bord kommen, ist es bereits 10 Uhr. Die Einreiseformalitäten sind an nur 2 Schaltern etwas schneller als bei der Abreise in Tusucu. Wir müssen noch eine Haftpflichtversicherung für das Mobil und den Roller abschließen, umgerechnet 100 Euro werden fällig. Diese gilt dann für 1 Monat.
Nun endlich kann das Abenteuer Zypern beginnen – mit Linksverkehr eine Herausforderung. Wir wollen zuerst Nordzypern (türkischer Teil) und dann den Süden (griechischer Teil) erkunden. Ein kleiner Stopp in Girne (zum Eingewöhnen) kommt uns gerade recht, und wir parken auf dem großen kostenpflichtigen Parkplatz im Zentrum. Von dort sind alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen.
Wir beginnen mit der Festung, sie ist das besterhaltene Kastell Zyperns. Im 8. Jh. begonnen, bekam sie im 16. Jh. unter den Venezianern ihr heutiges Gesicht. Die gesamte Burg lässt sich auf der Mauerkrone umrunden, die Aussicht ist herrlich. In dem Kastell sind noch ein Schiffsmuseum und ein Archäologisches Museum zu besichtigen. In weiteren Räumen wurden mit lebensgroßen naturgetreuen Puppen Szenen des Soldatenlebens und einer Folterwerkstatt mit Kerker dargestellt. Gleich hinter dem Kastell beginnt der alte Hafen, um ihn herum liegen unzählige Restaurants und Bars. Von denen kann man den Ausflugs-, Fischer und Sportbooten im Hafen zuschauen. Um die Mittagszeit geht es geruhsam zu. Englisch ist die Touristensprache und viele Lokale locken mit dem was die Engländer mögen: Fußballübertragungen und Bier. Wir streifen noch ein wenig durch die Gassen um dann auf der Küstenstrecke Richtung Güzelyurt bei Lapta an einen Strand zu fahren. Es gibt nur wenige unbebaute Strandabschnitte und die sind dann total vermüllt, mit überwiegend leeren Bierdosen und –Flaschen. Wir schauen ein wenig den einheimischen Anglern zu – die Fische wollen nicht anbeißen. Als es dunkel wird, leert sich der Strand und wir verbringen eine ruhige Nacht.


   |   Tages KM: 22   |   GPS Nord: 35°21'08"   |   GPS Ost: 33°09'59"

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Donnerstag, 13.9. Lapta – Taoutis

Die Entfernungen auf der Insel sind kurz. Unser erster Stopp ist in Güzelyurt. Wir sehen uns die Ausstellung im kleinen Museum an. Interessant sind die archäologischen Funde aus der näheren Umgebung. In der Agios Mamas Kirche aus dem 18. Jh. beeindrucken vor allem die Ikonen, unter Anderem ist auch die Legende um den heiligen Mamas dargestellt.
Die Reste des Palastes von Vouni (450 v. Chr.- abgebrannt 400 n.Chr.) liegen auf einem über 200m hohen Hügel. Die Ausgrabungen lassen vermuten, dass die persischen Stadthalter sich einen Palast mit allen Finessen gebaut haben. Nicht die Ruinenreste sind der Anziehungspunkt, sondern die grandiose Aussicht. Wir werden nicht enttäuscht.
Ein weiteres Highlight für Besichtigungen ist die Ritterburg St. Hilarion in der Nähe von Girne. Hat man erst das militärische Gebiet durchfahren, sieht man alsbald die Mauerreste der Burg auf schroffen Kalksandsteinfelsen liegen. Die Besichtigungen der 3 Burgteile (höher und immer höher) sind schweißtreibend. Wir haben Glück, denn heute Nachmittag ist der Himmel bewölkt.
Nun benötigen wir nur noch ein Plätzchen für die Nacht. Hinter Girne bei Taoutis finden wir einen Übernachtungsplatz in einer schönen Bucht. Weil hier die bedrohte Schildkrötenart „Caretta – Caretta“ im Sommer ihre Eier zum Ausbrüten ablegt, ist Licht jeglicher Art nach Sonnenuntergang verboten. Ein Ranger macht uns darauf aufmerksam. Wir leisten Folge und sitzen nach Einbruch der Dunkelheit (trotz sommerlicher Temperaturen) im abgedunkelten Mobil.


   |   Tages KM: 164   |   GPS Nord: 35°20'04"   |   GPS Ost: 33°29'16"

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Freitag, 14.9. Taoutis (Schildkrötenbucht) – Karpaz-Halbinsel

Den Vormittag verbringen wir mit Stranderkundigungen (2 große Buchten) und baden. Gegen Mittag reisen wir weiter entlang der Küstenstr. – unser Ziel die Burg Kantara. An der Küste stehen viele schöne Ferienanlagen aber auch Bauruinen – den Bau abgebrochen wegen Geldmangel? Wir blicken auf das türkisfarbene Meer, einsame Badebuchten – die Ortschaften sind eher unbedeutend. Oberhalb des Kantara Forrest liegt die gleichnamige Burg in 700m Höhe. Sie lässt sich schon von weitem erblicken. Eine gute zweispurige Teerstr. führt bis in den Ort Kantara, von dort sind es nur noch 3 km bis zur Burg. Der Weg wird schmaler, hat aber keine Gewichts- und Längenbegrenzungen. Trotzdem möchte ich, dass Peter auf halber Wegstrecke einen Picknickplatz anfährt – hier ist Wenden möglich. Zu Fuß marschieren wir die restlichen 2 km bergauf, in sengender Mittagshitze. Oben müssen wir feststellen, dass auch größere Fahrzeuge ohne weiteres hinauffahren und parken können. Das Burggelände zu besichtigen erfordert ein wenig Anstrengung, denn es geht mit vielen Stufen bergauf. Der grandiose Ausblick über die Karpaz-Halbinsel entschädigt allemal.
Auf gleichem Weg fahren wir zurück. Schon bald verlassen wir die Küste und biegen nach Büyükkonuk ab. Wir folgen der Hauptstr. über die Halbinsel bis Dipkarpaz – dann wird die Wegstrecke schlechter. Immer am Meer entlang, mit viel Rückreiseverkehr von Touristen (auch in Bussen), erreichen wir den angeblich schönsten Strand Zyperns: Golden Beach. Dieser ist über 3 km lang und 100 m breit, er zieht sich bis zum Eingang des Nationalparks. Von der Hauptstr. führen einige Wege zu Strandrestaurants, dort ist auch parken und übernachten möglich. Wir fahren weiter zum Kloster Agios Andreas und besichtigen dieses. Es könnte alles ein wenig freundlicher erscheinen, wenn man die Schlaglochpiste etwas ausbessern würde. Die Auslagen der vielen Souvenirstände sind von einer dicken Staubschicht bedeckt. In Pferchen hält man die „wilden“ Esel, für die dieser Teil Zyperns berühmt ist. Kaum halten wir für einen Fotostopp an, kommen die Esel und betteln um Futter. Von hier kann man bis zum Kap Zafer – dem Ende der Welt – schauen.
Wir fahren zum Übernachten auf den Strandparkplatz bei Hasan. Über einen Holzbohlenweg erreichen wir zu Fuß einen idealen Badestrand. Der Parkplatz ist weniger angenehm, er ist eine einzige Staubpiste und wir trauen uns kaum die Fenster weit zu öffnen. Selbst um 19 Uhr hat es immerhin noch 28°C. Eine Stunde später springt bei Hasan der Generator an und lärmt bis 24 Uhr. Seine Gäste (er hat einige Bungalows) scheint das nicht zu stören.
Nachts im Mobil 28°C, draußen 24°C.


   |   Tages KM: 154   |   GPS Nord: 35°38'33   |   GPS Ost: 34°32'43

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Samstag, 15.9. Golden Beach –Mocamp Beach bei Iskele

Der Tag beginnt ideal, mit einem Bad im Meer. Um 8 Uhr schreckt der Generator Hasans Gäste aus den Betten. Wir sitzen bereits beim Frühstück und verlassen bald diesen “schönsten“ Strand Zyperns. Eigentlich hatten wir vor irgendwo 2 Strandtage zu verbringen, doch wo finden wir ein schönes Plätzchen am Meer? Wir sehen uns etliche an, doch immer gefällt uns etwas nicht. Schließlich fahren wir 16km vor Famagusta auf den Mocamp Beach – direkt am Meer. Unter schattigen Eukalyptusbäumen und einem kühlen Lüftchen vom Wasser lässt es sich gut aushalten, die Badetemperatur beträgt 30°C! Am späten Nachmittag erkunden wir mit dem Roller die Umgebung. Bis Salamis sehen wir 2 Campingplätze, die jedoch nur von Caravan-Stammgästen belegt sind (Touristen nicht erwünscht). Nach einigen größeren Hotels, Strandbars und Restaurants kommt der Hinweis zur Ausgrabungsstätte in Salamis. Diese heben wir uns für Morgen auf. Zurück an unserem Stellplatz kommen nur noch ein Zelt Gast und einige Liebespaare mit PKW.
Nachts ist es ruhig – nur das Meer rauscht.


   |   Tages KM: 88   |   GPS Nord: 35°16'21   |   GPS Ost: 33°55'05

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Sonntag, 16.9. Mocamp Beach

Ein wichtiger Besichtigungsstopp sind die Ruinenreste von Salamis. Infolge der Versandung des Hafens und wiederholter Überfälle der Araber, wurde Salamis im 7. Jh. aufgegeben. Das Gelände ist weitläufig, aber die wichtigsten Ruinen wie: Gymnasium, Thermen und Theater liegen nahe des Eingangs. Wir laufen noch bis zur Basilika und können wunderschöne Bodenmosaiken bewundern. Das Theater wurde restauriert und gilt als eines der größten im gesamten Mittelmeerraum. Um die Mittagszeit scheint die Sonne gnadenlos auf uns herab – nix wie zurück zum Platz! Der ist inzwischen von Sonntagsausflüglern die Picknick machen bevölkert. Überall steigen die Rauchwolken der Grills auf. Eine Großfamilie hat es sich hinter unserer Stoßstange gemütlich gemacht. Doch die Zyprioten sind scheinbar zurückhaltend und lieber unter sich, spontane Kostproben wie in der Türkei gibt es hier nicht. Gegen Abend leert sich der Platz, nur eine Familie mit Caravan steht unweit von uns.
Wir sitzen vor dem Mobil, denn dort ist am Erträglichsten. Da ertönt auf einmal aus der Dunkelheit: „Good Evening“, und ein freundliches Männergesicht taucht auf. Auf dem Arm trägt der Mann ein kleines Kind. Er bittet uns auf ein Glas türkischen Tee zu seinem Caravan. Vor diesem sitzen seine Ehefrau, die 18 jährige Tochter und der vierzehnjährige Sohn. Vater und Tochter sprechen sehr gut Englisch, so erfolgt ein lebhaftes Gespräch mit Übersetzungen in Türkisch für den Rest der Familie. Wenig später kommt Besuch. Der Bruder mit Ehefrau, 3 Kindern und Schiegermutter. Wie praktisch: Sie haben ihre Gartenstühle gleich mitgebracht und den Nachtisch – gefüllte Apfeltaschen, sehr lecker. Es wird frischer Tee gekocht und fleißig Fragen beantwortet.
Überlegungen: Wie erkennt man, dass Camper Nachbarn einem wohlgesonnen sind? Man lädt sie zum Tee ein und nimmt sie in Augenschein. So uns geschehen – unser Gastgeber ist Polizeichef. Ganz schön schlau!
Über Salamis: Hier soll die Salami ihren Ursprung haben und über Italien und Ungarn den Siegeszug in die ganze Welt verbreitet haben.


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Montag, 17.9. Mocamp-Beach

Der Polizeichef hat in seinem Dorf zu tun, seine Familie bleibt am Platz. Am Nachmittag will er wieder zurück sein. Mit dem Roller fahren wir in das 20km entfernte Famagusta, die Stadt hat einiges zu bieten. Wir brettern bis in die Altstadt, durch das alte Stadttor passen keine Mobile. Da etliche Touristen in den Hotels um Famagusta ihren Urlaub verbringen, haben sich die Geschäftsleute der Stadt ganz auf das was Touristen suchen eingestellt: Schmuck und modische Bekleidung. Mir sind bislang in noch keiner Stadt so viele Juweliere aufgefallen. Um wenn das Geld ausgeht? Keine Sorge, alle paar Meter steht ein Bankautomat.
Wir schauen uns die Kathedrale St. Nikolaus an - jetzt eine Moschee, steigen auf die alte Befestigungsmauer und werfen so einen Blick über die Stadt. Sie hat viele Herren gehabt, die Venezianer haben als ihr Zeichen den Markuslöwen hinterlassen.
Auf dem Rückweg kommen wir an unendlichen vielen Shops und Fast-Food Läden vorbei. Wir würden gerne etwas typisch Türkisches essen, doch alle Abbildungen ähneln „Hamburgern“. Ist es das, was Touristen in einem fremden Land erwarten? Wird in ein paar Jahren das Essen in allen Ländern gleich sein?
Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher zum „ Barnabas Kloster“, die Ikonen anzuschauen sind lohnenswert und auch die Ausstellungsstücke im kleinen Museum nebenan geben eine gute Übersicht von Grabbeigaben. In der näheren Umgebung ließen sich um 300 n.Chr. reiche Bürger von Salamis bestatten.
Die türkische Familie am Platz bittet zum Tee, Peter schlägt mit Schwung die Aufbautür zu. Sie rastet ein und verschließt sich automatisch. Seit ein paar Tagen haben wir mit dem Schloss Probleme. Nun haben wir den „Salat“, die Schlüssel liegen im Mobil. Bei Tee beratschlagen wir einen Einbruch in unser eigenes Auto. Einige Fenster sind geöffnet, doch das Fliegengitter verhindert den Einstieg. Peter holt seine Leiter aus der Garage und klettert aufs Dach, das Fliegengitter an der Dachluke über den Betten lässt sich öffnen – doch Peter passt nicht durch die Öffnung. Aber die schlanke Tochter vom Polizeichef schafft es ohne weiteres und öffnet uns die Tür von innen. Für die Zukunft müssen wir uns etwas einfallen lassen oder - abnehmen!!!!
Abends heißt es Abschied nehmen, die türkische Familie fährt nach Haus. Vorher überreichen sie uns noch Gastgeschenke – das hat uns sehr berührt. Tesekkür ederim, vielen Dank.


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Dienstag, 18.9. Mocamp-Beach – Forrest Beach bei Larnaka

Die Grenzübergänge in den griechischen Teil Zyperns sind anscheinend ein Geheimnis, denn sie sind nicht ausgeschildert. Beim ersten Versuch scheitern wir und müssen zurück. Mit ein wenig Nachfragen haben wir es dann doch geschafft. Die Briten machen die Grenzabfertigung auf der anderen Seite und geben uns ein Formular mit, das wir bei der Ausreise wieder abgeben sollen. Wir umrunden das Kap Greco. Es gibt ausgewiesene Picknickplätze, Wander- und Radfahrwege. Bald danach erreichen wir den Haupttouristenort: Agia Nappa. Der Ort ist nicht nur für seinen schönen Strand berühmt, sondern auch für Party bis zum Frühstück! Die auf unserer Landkarte eingezeichneten Campingplätze sind Fehlanzeige – selbst der bei Larnaka wurde vor 5 Jahren aufgegeben. Die Nachfrage war sehr schwierig, da in unserem Reiseführer lediglich eine Telefonnummer und keine Adresse angegeben sind (überarbeitet 2012). Viele Badebuchten sind privat und die Parkplätze nur für Hotel- und Appartement Gäste vorgesehen. Die Strandabschnitte sind mit Liegen und Schirmen zugepflastert. Wir haben aber Glück, dann man schickt uns zu einem „freien“ Strandabschnitt. Den Müll hier ignorieren wir und das „Abreißhotel“ stört nicht weiter. Eine kühle Brise vom Meer weht durch die weit geöffneten Fenster und kühlt auch ein wenig mein erhitztes Gemüt - Campingplatzsuche um die Mittagszeit ist nicht mein Ding. Wir lesen ein wenig was uns am morgigen Tag an Sehenswürdigkeiten erwartet, spazieren dann zu den Hotelstränden und studieren die Freizeitangebote. Motorboot mieten ½ Stunde 80 €, 2 Std. 240 €, Bananenreiten, Surfen, Segeln, Tauchen und Anderes haben ähnlich „gepfefferte“ Preise. Im Urlaub sitzt das Geld locker! Überhaupt erschrecken uns die Preise. Im Supermarkt soll 1 Kilo Weintrauben (jetzt zur Erntezeit) 5 € kosten. In Deutschland per Flug oder LKW die Hälfte. 1 Kilo Gurken kostet 4 € und auch die „Softgetränke“ sind im oberen Bereich. Können sich die Einheimischen diese Preise leisten?
Hätte, wäre, wenn: Wäre ich der Einladung von den netten Türken am Platz gefolgt, dann hätte ich heute meine Wäsche mit der Maschine gewaschen, und der Frischwassertank im Mobil wäre gefüllt, wenn man doch mehr auf sein Bauchgefühl hören würde!


   |   Tages KM: 118   |   GPS Nord: 34°58'31"   |   GPS Ost: 33°41'10"

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Mittwoch, 19.9. Forrest Beach - Governor`s Beach Camping

Heute ist eine kleine Besichtigungstour geplant. Gleich hinter Larnaka liegt ein großer Salzsee. An vielen Stellen sind Bänke aufgestellt. Von diesen kann man im Winter Flamingos, Reiher und Höckerschwäne beobachten. Wir sehen nur die Wasserspiegelungen von Larnaka. Unmittelbar am See liegt die wichtigste muslimische Wallfahrtsstätte Zyperns, die Hala Sultan Tekkesi Moschee. Am Parkplatz befindet sich ein „Wunschbaum“, viele bunte Tücher (auch Tempotücher) sind an ihm befestigt - für jedes Tuch ein Wunsch. Es ist überliefert, wenn einer der Fetzen verrottet ist, gehe der damit verbundene Wunsch in Erfüllung. Auch ich wickle auch ein kleines Tuch, ein Geschenk aus einem Syrienurlaub, um einen Zweig. Es soll symbolisch für Frieden, Hoffnung und Liebe in der Welt im Wind wehen.
In Kiti kann ein noch gut erhaltenes Mosaikbild der Jungfrau Maria aus dem 6. Jh. bewundert werden. Die Kirche in der es sich befindet ist über 1400 Jahre alt. Wir fragen uns, ob die Gebäude heutiger Bauzeit auch so lange überdauern? Unser Haus ist gerade mal 50 Jahre alt und es bröckelt der Putz.
Wir fahren weiter nach Lefkara und nehmen den Rundweg durchs Gebirge über: Kornos, Pano Lefkara, Kato Lefkara nach Skarinou. Lefkara ist für seine feinen Spitzen und Stickereien bekannt, die die Frauen schon seit venezianischer Zeit anfertigen. Die Männer stellen filigranen Silberschmuck her. Spitzen und Schmuck werden in den vielen Geschäften des Ortes angeboten, die Frauen sitzen davor und handarbeiten. Heute sind nur wenige Ausflugbusse unterwegs, so wirkt alles beschaulich. Der Ort Kato Lefkara ist noch ursprünglicher mit seinen engen Gassen und alten Häusern.
Wir statten der neolithischen Siedlung Choirokoita einen Besuch ab. Die Reste der Rundhütten liegen an einem Berghang und sind mehr als 10.000 Jahre alt. Bereits 3800 v. Chr. wurde Choirokoita aufgegeben. Einige Bauten hat man rekonstruiert, so dass man einen guten Eindruck erhält. Die Toten wurden unter dem Hüttenboden begraben.
In der Governor’s Beach fahren wir auf einen Campingplatz der außer den Stammgästen auch Tagesgäste aufnimmt. Für uns ist das Einfahrtstor nicht hoch genug. Doch es gibt noch einen Seiteneingang den man für uns öffnet. Außer einer Steilküste mit sandigen Badebuchten verfügt der Platz auch über Internet (im Restaurant) und Waschmaschine (ohne Schleudergang). Was wollen wir mehr?


   |   Tages KM: 114   |   GPS Nord: 34°43'09   |   GPS Ost: 33°16'26

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Donnerstag, 20.9. Governor’s Beach

Den heutigen Ruhetag verbringen wir mit Hausarbeit, Baden und lesen. Am Abend essen wir im Camping-Restaurant Wolfsbarsch -ausgezeichnet. Das einheimische Bier Kea schmeckt uns dazu. Um 20 Uhr sind wir die einzigen Gäste.

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Freitag, 21.9. Governor’s Beach – Pissouri Beach

Heute machen wir eine Tour durch das Troodos-Gebirge. Mit seiner höchsten Erhebung, dem 1951m hohen Olympos, ähnelt es mehr einem Mittelgebirge. Die Höhen sind bewaldet. Wir wollen die schöne Landschaft genießen und den ursprünglichen Bergdörfern wie: Fikardou und Omodos einen Besuch abstatten. Bei Abfahrt 21 verlassen wir die Autobahn, der nächstgrößere Ort ist Parekklisia. Es geht ständig bergan. Je weiter und höher wir ins Gebirge kommen, umso fruchtbarer wird die Landschaft. Wir sehen Tomaten, Kohl, Bohnen und Obstbäume. Die Straße ist gut zu befahren. Nur in den Ortschaften wird es eng und wir sind froh, dass uns in Famakas kein größeres Fahrzeug entgegen kommt. Die Entfernungen sind nicht groß, aber es zieht sich. Dann ist endlich Fikardou erreicht. Der Ort besteht aus 40 alten Häusern, von denen als einziges das Restaurant mit 2 Personen bewohnt wird – so erzählt uns die Dame vom Heimatmuseum. Über 500 Jahre alt ist das alte Bauernhaus, in dem sich jetzt das Heimatmuseum befindet. Im Obergeschoß befindet sich der Wohnraum, im Keller der Stall, die Lagerräume und eine Kochstelle. Die Einrichtungsgegenstände der Räume lassen vermuten, dass die Leute damals sehr einfach gelebt haben. Man ist dabei noch ein zweites Haus für Museumszwecke zu restaurieren.
Weiter geht es quer durchs Gebirge nach Westen. Einmal verfahren wir uns, doch ein netter Zypriot bringt uns auf den richtigen Weg – danke. Ortschaften wie Agros, Pelendri und Pera Pedi liegen auf unserer Strecke. Dann endlich ist Omodos erreicht. Der Ort liegt inmitten einer Weinlandschaft. Hier auf hellem Kalkstein gedeiht der Wein vorzüglich, die Weingüter ringsherum laden zu Weinproben ein. Omodos soll zu den schönsten Dörfern Zyperns gehören, so unser Reiseführer - gepflegte Häuschen mit Blumenschmuck. In den Gassen sitzen Frauen und handarbeiten Deckchen, die in vielen Läden zum Kauf angeboten werden. Weil viele Touristen den Ort (etliche Busladungen täglich) besuchen, gibt es auch noch eine große Anzahl an Cafés, Weinbodegas und Souvenirshops. Wir probieren uns durch die gebrannten Mandeln.
Voller Eindrücke brausen wir immer bergab bis ans Meer zur Pissouri Beach. Unser Parkplatz liegt unmittelbar am Kiesstrand in einer geschützten Bucht, einige kleine Hotels und Appartements befinden sich in der Nähe.
Überraschung: Es kommen noch zwei Französische Reisemobile zwecks Übernachtung.


   |   Tages KM: 172   |   GPS Nord: 34°39'01"   |   GPS Ost: 32°43'31"

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Samstag, 22.9. Pissouri Beach – Coral Beach

Überall begegnen uns Stätten, die sich um Aphrodite ranken. Auf dem Weg nach Paphos ist es der Strand von Aphrodite, ihr Geburtsort. Ein schöner Badestrand mit vorgelagerten Felsen.
In Geroskipou, einem Vorort von Paphos, steht eine der ältesten Kirchen Zyperns, die Agia Paraskevi. Der Grundriss entspricht einem Kreuz, fünf Kuppeln bilden ein Dach. Unter den schönen Fresken des 12. und 15. Jh. wurden Wandmalereien entdeckt, die weitaus älter sind.
Um die berühmten Mosaiken in Paphos zu besichtigen, parken wir am Hafen. Erst 1962 hat man durch Zufall die antiken Bodenmosaiken entdeckt und frei gelegt, sie gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Auf dem Gelände gibt es vieles anzuschauen. Das Haus des Theseus, vermutlich eines röm. Stadthalters, muss riesengroß und sehr komfortabel gewesen sein. Die Überreste lassen das erkennen. Die Bodenmosaiken im Haus des Dionysos sind am besten erhalten und deshalb überdacht. Man vermutet, dass die Mosaiken im 3. und 4. Jh. in Alexandria vorbereitet und dann mit dem Schiff nach Paphos gebracht und hier aus Tausenden winziger Steinchen zusammengesetzt wurden. Die vielen internationalen Touristengruppen (mit ihren redegewandten Reiseleitern) machen es Einzelreisenden fast unmöglich an die Bilderbeschreibungen heran zu gelangen. Und vor allen Säulen und Mauern auf dem weiteren Außengelände posieren sich junge Frauen vor der Kamera – neue Bilder für Facebook?
Wir haben längst nicht alles gesehen, dafür reicht ein Tag nicht aus.
Wir entfliehen der Mittagshitze und fahren auf den recht trostlosen Campingplatz an der Coral Bay, unweit der Stadt Pegeia. Der einfache Kiesstrand liegt bergab entfernt, mit einem schlechten Einstieg ins Meer. Die großen Hotels und Appartements stehen am Hang und haben Swimmingpools.
Die Flaniermeile Coral Beach erwacht erst am Abend zum Leben. Die Restaurants und Bars sind dann proppenvoll, das Leben spielt sich draußen ab. Den größten Besucheranteil haben die Japanischen Restaurants, am Eingang läuft ein Video über die Koch Show. Auch versuchen Karaoke-Veranstaltungen ihr Publikum in die Lokale zu ziehen – der Alkohol fließt reichlich. In den Shops zwischen den Restaurants gibt es alle bekannten Schnäpse und Weine zu kaufen – „Schnick-Schnack“ spielt nur eine Nebenrolle.
Abends: Wir können bis Mitternacht draußen sitzen und probieren Filfar – einen einheimischen Orangenlikör. Der dumpfe Musik-Rhythmus entfernter Diskotheken begleitet uns in unsere Träume.


   |   Tages KM: 53   |   GPS Süd: 34°51'08   |   GPS West: 32°22'45

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Sonntag, 23.9. Coral Beach – Polis

Heute nehmen wir den Roller und fahren zur Avgas-Schlucht. Immer an der Küste entlang – durch Feriensiedlungen und es wird immer noch gebaut. Kostenpunkt für Wohnungen mit 2-3 Betträumen hier 120.000 € (werben die Tafeln der Immobilienmakler am Straßenrand), auf der türkischen Seite Zyperns nur 1/5 der Summe.
Noch ein schneller Stopp bei der Wallfahrtskirche Agios Georgis. Sie soll unvermählten, denen noch der Partner oder Partnerin fehlt, helfen. Außer uns stehen heute Morgen um 9 Uhr noch 3 junge Männer in der Kapelle. Sie zünden Kerzen an und hauchen Küsse auf die Ikonenbilder. Für Liebesglück oder, dass sich der „Kater“ von der Party des gestrigen Abends verzieht?
Das letzte Stückchen bis zum Wanderparkplatz der Avgas-Schlucht ist eine Holperpiste. Gut das wir mit dem Roller unterwegs sind. Die Jeep Touristen sind noch nicht eingetroffen. So wandern wir vorerst allein durch diese steile und schmale Klamm, durch die ein kleiner Bach führt. Hüpfend und über Steine im Flussbett springend, geht es mal auf der einen dann auf der anderen Seite durch die Klamm. Erst auf dem Rückweg begegnet uns eine Gruppe. Zurück am Wanderparkplatz ist dieser voller Jeeps. Die Besucher der Schlucht strömen uns entgegen. Die meisten tragen Flip-Flops an den Füßen, für so eine Tour nicht das richtige Schuhwerk.
Auf der Rücktour macht unser Roller Probleme – eine rote Kontrollleuchte leuchtet. Hoffentlich kein größeres Problem. Am Platz füllt Peter Motoröl nach und wir verstauen den Roller. Am Nachmittag wollen wir die Bedienungsanleitung studieren.
Ein kleiner Einkaufsstopp bei einem Supermarkt, dann nehmen wir die restlichen 50 km bis Polis in Angriff. Der Campingplatz liegt abgelegen, aber schattig unter hohen Bäumen. Zum Meer sind es 100m. Der Platz ist einfach und noch ruhig.


   |   Tages KM: 54   |   GPS Nord: 35°02'31   |   GPS Ost: 32°25'07

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Montag, 24.9. Polis – Bucht bei Agios Rafael

Die rote Leuchte hat nur auf den fälligen Ölservice hingewiesen. Peter hat die Ölserviceleuchte beim Roller zurückgestellt, so brauchen wir keine Bedenken bei den nächsten Rollertouren zu haben. Gleich nach dem Frühstück brausen wir los auf die Akamas-Halbinsel. Vorbei an den Tavernen und hübschen Ferienhäusern in Latsi erreichen wir bald den Parkplatz beim “Bad der Aphrodite“. Das Baden im Quellwasser (verboten) soll Schönheit verleihen. Dort soll sich der Legende nach Aphrodite mit ihrem Liebhaber Akamas getroffen haben. Viele Wanderwege (z.B. nach Aphrodite und Adonis benannt) führen teils bergan, dann wieder oberhalb der Küste entlang. Bei besonders schönen Aussichtspunkten stehen Ruhebänke. Wir wählen den Adonisweg bis zur Burgruine Pargos tis Rigainas. Da wir um die Mittagszeit im felsigen Gelände unterwegs sind, steht uns bald der Schweiß auf der Stirn.
Tipp: Früher losmarschieren und für reichlich Getränke sorgen, dann sind auch die Wanderwege nicht so überlaufen. Die Touristenbusse kommen erst am späten Vormittag.
Der Ort Polis ist fest in Touristenhand - Restaurants werben mit: Hamburger, Sandwich und englischem Frühstück auch am Mittag.
Nachdem wir am Platz den Roller verstaut haben, fahren wir weiter an der Küste bis zur türkisch-nordzypriotischen Enklave Erenköy. Sie darf nicht betreten werden und wird über den Seeweg versorgt, 250 Bewohner. Kurz davor, unterhalb der 1989 neu errichteten Kirche Agios Rafael, finden wir einen schönen Stellplatz am Meer. Dieser Küstenstreifen ist nur dünn besiedelt.
SMS: Ulla, und Horst schreiben, dass sie nach einigen Ärgernissen am Zoll und Tierarztbesuch mit Eddy nun auf Zypern sind. Wir wollen uns morgen treffen.


   |   Tages KM: 27   |   GPS Nord: 35°10'23"   |   GPS Ost: 32°35'03"

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Dienstag, 25.9. Bucht St. Rafael – Troodos-Gebirge

Den Vormittag verbringen wir mit einem ausgedehnten Spaziergang durch den Ort und Besichtigung der Kirche. Über die Wandbilder in der Kirche muss sich jeder ein eigenes Urteil bilden.
Es ist Mittag und Ulla, Horst und Eddy sind immer noch nicht eingetroffen. Wir schreiben eine SMS. Gegen Mittag erreicht uns die Nachricht, dass sie mit Hund nicht in den griech. zypriotischen Teil einreisen dürfen. So werden sie nur den türkisch-zypriotischen Teil besichtigen und nach einer Woche wieder ausreisen.
Wir werden nun wie eigentlich geplant, ins Troodos-Gebirge fahren und das Kloster Kykko anschauen. Die Straße von St. Rafael nach Stavros ist sehr kurvenreich, aber gut zu befahren. Die Ausblicke in alle Himmelsrichtungen sind grandios. Zedern und Pinien wachsen bis an die Berggipfel, alles ist grün. Nach 57 km und 2 Stunden Kurverei erreichen wir Kykko, Zyperns mächtigstes und reichstes Kloster abgeschieden auf 1140m Höhe. Nach mehreren Bränden wurde es in kürzester Zeit (zuletzt 1813) immer wieder errichtet. Die Klosterkirche aus dem 18. Jh. ist sehr prunkvoll. Mir gefallen besonders die farbenfrohen Mosaikbilder auf den Gängen des Klosters, Szenen von Kreuzzügen und dem Leben Christi. Nach der Besichtigung nur noch eine Tasse Kaffee im Mobil, dann soll es weiter in den Ort Troodos gehen. Es kommt anders, denn der nächste Reifenwechsel ist fällig! Bis Peter die mit einem Schlagschrauber angezogenen 6 Schrauben gelöst hat vergeht Zeit. Das Bordwerkzeug “verformt“ sich, gut dass er mit einer Brechstange vorgesorgt hat. Auch hat er Schwierigkeiten erstmals nach 2 Jahren das Reserverad (unter dem Fahrzeug montiert) zu lösen – alles sitzt bombenfest. Wir besehen uns den kaputten Reifen. Wahrscheinlich hat ein spitzer Stein (jede Menge Steinschlag auf der Straße) den Reifen beschädigt. Morgen werden wir zwecks Reparatur eine Reifenwerkstatt aufsuchen. Nach gut einer Stunde können wir unsere Fahrt fortsetzen.
In Predoulas gibt es eine alte „Scheunenkirche“ zu besichtigen. Da wir die Ausschilderung nicht finden, und der Gebirgsort nur enge Gassen hat, parken wir das Mobil auf einem Parkplatz im Zentrum. Zu Fuß machen wir uns auf die Suche. Gott sei Dank, denn um die nächste Straßenecke wären wir mit dem Mobil nicht gekommen. Leider hat die Kirche nur bis 17 Uhr geöffnet, und ist seit einer halben Stunde geschlossen. Ihr Anblick von außen gefällt uns auch gut. Das Scheunendach ist für die Kirchen des Troodos typisch, es wurde wie eine zweite Haut über das Tonnengewölbe und die Kuppeln gebaut.
Ab 18 Uhr wird es Zeit ein Schlafplätzchen zu suchen, bald wird es dunkel. Abseits der Straße, in 1400 m Höhe und Schräglage übernachten wir.
Außenthermometer zeigt 18°C und es kühlt nachts auf 12°C herunter.


   |   Tages KM: 80   |   GPS Nord: 34°57'39"   |   GPS Ost: 32°50'17"

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Mittwoch, 26.9. Troodos-Gebirge – Girne

Früh brechen wir auf, denn heute haben wir ein großes Besichtigungsprogramm vor uns. Unsere Straße führt über den 1802m hohen Pass des Olympos, hier liegt das Skigebiet Zyperns.
Nun geht es ständig bergab. Das Troodos-Gebirge bietet so früh am Morgen eine sehr gute Fernsicht, so hat sich das Frühaufstehen gelohnt. Das historische Kakopetria liegt auf dem Weg. Empfehlenswert ein kleiner Rundgang durch den Denkmal geschützten Ort mit seinen engen Gassen, beliebt bei den Einheimischen als Sommerfrische.
Gleich hinter dem Ort stehen zwei Scheunenkirchen. Die kleinere ist geschlossen und die größere Panagia tis Podithou wird zurzeit restauriert. Besichtigung nur mit einem schnellen Blick von der Eingangsschwelle, das Aufsichtspersonal ist streng.
Die bekannteste aller Scheunenkirchen steht in Asinou. Unsere Anfahrt durch den kleinen Ort Nikitari ist an etlichen Stellen eng. Durch die am Straßenrand geparkten PKW meistert Peter mit viel Fingerspitzengefühl die Engpässe. Der Rückweg führt um den Ort herum.
Der Innenraum der Kirche ist lückenlos ausgemalt, in unserem Reiseführer sind die wichtigsten Bilder erklärt. Eine Aufsichtsperson überwacht alles. Verständlich, denn oft sind „Kritzeleien“ auch an historischen Gebäuden vorhanden.
Bald ist über die Autobahn Nicosia erreicht. Seit 1963 schneidet die „grüne Linie“ mitten durch Nicosias Altstadt und trennt das Griechische Lefkosia vom Türkischen Lefkosa. Erst mit dem 2008 geöffneten Übergang Ledra Street ist die Grenze auch in der Altstadt durchlässig geworden, nur für Fußgänger geöffnet. Wir haben beschlossen nur den türkischen Stadtteil zu besichtigen und fahren am Stadtrand über die Grenze. Die Abwicklung dauert 10 Min – schneller als die Einreise in den griech. Teil vor 10 Tagen. Die meiste Zeit hat die Mobilbesichtigung der Grenzbeamten in Anspruch genommen. Sie fragten interessiert und freundlich ob sie mal unser Auto von innen besichtigen dürften – ja gerne! Wir parken beim Girne Tor und besorgen uns bei der Tourist-Info einen Stadtplan. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind in 2 ½ Std abgelaufen (ohne Museum).
Bis Girne sind es knapp 20 km. Im Hafen reserviert die Fähragentur uns für morgen Mittag eine Überfahrt nach Tasucu. Dann versuchen wir bei einem Reifenhandel unser Glück – der „platte“ Reifen wird repariert und außerdem können wir uns mit Fischwasser versorgen. Die nächste Tankstelle wird angefahren und preisgünstig vollgetankt (umgerechnet 1,33€ der Liter). Der Tankwart „schläft“ und füllt in den Reservekanister Benzin. Peter merkt es rechtzeitig – noch einmal Glück gehabt!
Wir fahren zum Baden und Übernachten die nicht weit entfernte Schildkrötenbucht an. Die Badetemperaturen sind noch immer angenehm.


   |   Tages KM: 157   |   GPS Nord: 35°19'56"   |   GPS Ost: 33°28'40"

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Donnerstag, 27.9. Schildkrötenstrand - Fähre

Wir haben wunderbar geschlafen. Rechtzeitig sind wir im Hafen – 12 Uhr Einschiffung oder Abfahrt? So recht werden wir aus den Angaben nicht schlau. Doch zuerst müssen die Ausreiseformalitäten erledigt werden – dann sollen wir ab 11 Uhr in den Hafen eingelassen werden. Es kommt ein weiteres Reisemobil aus Deutschland. Eifrig werden Reiseerlebnisse ausgetauscht – auch sie waren 14 Tage auf Rundreise und hatten sich Zypern etwas anders vorgestellt. Begeistert waren sie von den kleinen Bergdörfern im Troodos-Gebirge. Wir haben unterschiedliche Fährlinien gebucht, ihre Fähre ist bereits um 14 Uhr startklar. Wir müssen noch einige Zeit warten. Unsere Fähre Ro Ro Mersin ist ein „Seelenverkäufer“, hoffentlich geht alles gut. Wir müssen wieder mit einer Art Fahrstuhl auf das Oberdeck. Dieses Mal befinden sich außer einem PKW und uns nur LKW an Bord. Warum wir so haarscharf an den einen LKW heranfahren müssen stellt sich erst später heraus. Ein Kleinlastwagen bringt eine Ladung Proviant für die Fähre. Da stellt sich uns die Frage: Sind wir auf der richtigen Fähre nach Tasuco (6 Std. Überfahrt), oder geht es nach Amerika? In der kleinen Kantine der LKW-Fahrer bekommen wir ein schmackhaftes Gratismittagessen und türkischen Tee. Die Überfahrt verläuft ruhig. Bis die Fähre endgültig festgemacht hat dauert es, sofort beginnt die Ausschiffung. Zuerst die LKW auf dem Unterdeck. Dann sind schon bald wir dran, wieder geht es rückwärts auf den Fahrstuhl. Es erscheint uns alles noch abenteuerlicher als beim ersten Mal. Die Formalitäten für die Einreise, wieder werden Gebühren fällig, nehmen eine weitere Stunde in Anspruch. An einer Hafenmole verbringen wir eine ruhige Nacht.

   |   Tages KM: 21

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Freitag, 28.8. Tasucu - Sariveliler im Gebirge

Peter macht für die Weiterfahrt folgenden Vorschlag: Über das Orta Toroslar-Gebirge und dann weiter an die Küste bei Manavgat zu fahren. Doch zuerst benötigen wir Bargeld. An den Bankautomaten stehen Menschen in „Warteschlangen“, heute Zahltag? Keine Bank will uns ohne türkische Identifikation Euro in Lira umtauschen. Doch ein Juwelier tauscht bereitwillig zum guten Kurs. Wir füllen den Kühlschrank, kaufen bei Gemüseständen an der Straße einen guten Vorrat. Dann geht es in die Schluchten des Göksu-Canyon. Stetig bergan, umgeben von steilen Felsen, genießen wir von etlichen Aussichtspunkten den Blick auf den tief unten fließenden Fluss Göksu Nehri – an vielen Stellen reißend. Eine Gedenktafel erinnert (auch in deutscher Sprache) daran, dass Kaiser Friedrich Barbarossa im Juli 1190 auf einem Kreuzzug nach Palästina in seinen Fluten ertrank. Grüne Pinienwälder -die Strecke ist sagenhaft. Wer von der Südküste nach Konya will, sollte sie unbedingt fahren. Wir erreichen den Ort Mut und nehmen den Abzweig nach Ermenek. Um uns herum grüßen die kahlen Gipfel der bis zu 2000 m hohen Berge. Schon vor Ermenek trifft der Blick auf den tief unten liegenden Stausee Gezende Barajt. Dieses grüne Wasser, umgeben von Bergen – einfach sagenhaft. Nach einigen Kilometern führt die gute Str. in ein Tal, um dann wieder auf 1800m anzusteigen. Gegen 17 Uhr ist für heute Schluss mit der Kurverei. Auf einem Parkplatz übernachten wir.
Ärger des Tages: Durch eine falsche Einstellung im Fotoapparat sind die vielen Bilder dieser Tagestour leider nicht zu verwenden – das ist schade. So wollen wir diese Strecke bei einem der nächsten Türkeiurlaube noch einmal fahren.


   |   Tages KM: 229   |   GPS Nord: 36°42'57   |   GPS Ost: 32°37'56

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Samstag, 29.9. Sariveliler - Geyek-Dagi - Nostalgie Camping Kizi Lot

Morgens haben wir um die 11°C. Die Sonne kommt hinter den Bergen hervor, es verspricht ein heißer Tag zu werden.
Heute wollen wir die restliche Strecke durchs Gebirge bis ans Mittelmeer zurücklegen. Schon bald nach dem nächsten Pass erreichen wir Taskent. Ein noch sehr ursprünglicher Ort. Mit vielen alten Häusern, die sich um die kleine Durchgangsstr. schmiegen. Es herrscht hier ein reges Treiben. Männer sitzen in Cafés und plaudern. Wir werden mit Blicken bestaunt, hier fährt wohl selten ein Reisemobil durch. Vor und nach dem Ort entdecken wir viele Picknickplätze in Bach nähe. Stöcke markieren den Straßenrand für Schneeräumfahrzeuge.
Vor Hadim zweigt unser Weg nach Boskir ab. In den fruchtbaren Tälern wird Obst und Gemüse angebaut. Die Teerstr. ist 1 ½ spurig, aber gut zu befahren. Die „gelbe“ Str. Richtung Aksedi ist die ersten 20 km neu ausgebaut und breit. Erst nach einer Baustelle beginnt eine ausgewaschene Gebirgsstr. Es kommt uns ein LKW mit Anhänger entgegen. Wenn der das schafft, dann wird es auch für uns gehen – denken wir. Problemzonen gibt es nur in den kleinen Durchgangsorten. Die Berge sind mit Kiefern bewachsen und wir sehen gepflegte Obstplantagen – alles ist grün. Wieder bergan und dann bergab, kommen wir in ein kleines Tal mit Almhütten. Wir stoppen. Die ältesten Hütten sind aus Feldsteinen erbaut und das Dach ist begrünt. Die neueren Hütten ringherum werden wohl die Sommerhäuser der Städter sein. Wir haben angenehme 24°C – hier lässt es sich aushalten. Schon bald wird unsere „gelbe“ Straße (bei Yarpuz) zur Schnellstr. Wir biegen auf die 695 und erreichen nach 80 km das Mittelmeer. Stände mit Obstverkäufen am Straßenrand laden ein zum Einkaufen.
Bei Kizilot, ein kleiner Ort auf der Strecke nach Alanya, erreichen wir den uns bekannten Nostalgie-Camping. Chris und Gaby erwarten uns schon. Es ist schwül-warm. Nach zwei Tagen mit angenehmen Temperaturen im Gebirge lässt sich die plötzliche Wärme nur schwer ertragen.
Das fiel uns auf: Kurz vor den Almen stehen Honigverkäufer am Straßenrand. Wir würden gerne einen kleinen Vorrat kaufen, doch umgerechnet 22 € für 1 Kilo sind uns nun wirklich zu teuer.


   |   Tages KM: 237   |   GPS Nord: 36°42'26   |   GPS Ost: 31°34'22

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Sonntag, 30.9. Nostalgie Camping

Ruhetag - Faulenzen - Lesen - nette Gespräche - Baden. Wenn uns nur nicht die laute Disco-Musik vom Nachbarplatz so „nerven“ würde. Auch Verenas Nerven, Pächterin vom Nostalgie-Camping – liegen blank. Die Besitzer der Häuser links und rechts machen ihr das Leben schon seit geraumer Zeit schwer. Ein Familien-Clan, der mit „unschönen“ Methoden gegen „Andere“ vorgeht. Wie lange wird Verena noch aushalten?

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Montag, 1.10. Nostalgie Camping - Cirali

Heute wollen wir Gaby und Chris „unseren“ Traumstrand zeigen. Doch zuerst ist in Antalya ein Großeinkauf fällig. Im klimatisierten Shoppingcenter 5M Migros bekommen wir nicht mit, dass draußen ein Unwetter wütet. Ein Gewitter entlädt sich mit heftigen Regenfällen und kühlt die schwülen Temperaturen etwas herunter.
Cirali – am Ende einer abgelegenen Bucht, dort wo die Camper frei stehen, sehen wir nur 2 Mobile. Erika und Reinhard „alte Bekannte“, sind bereits seit 2 Wochen hier. Sie verbringen seit Jahren den Frühling und Herbst in dieser so schönen Ecke der Türkei. Doch schon bald sollen die kleinen, ohne Baugenehmigung errichteten Pensionen, abgerissen werden. Man munkelt, dass ein Hotelinvestor Interesse angemeldet hat. Wie schade, dann wäre die Türkei wieder um einen schönen Strand für „Jedermann“ ärmer.
In der Dunkelheit lassen sich mit bloßem Auge die ewigen Flammen am Berghang von Chimaira/Yanartas erkennen. Wir hören Donnergrollen und grelle Blitze zucken über die westlichen Bergketten. Es fängt an zu tröpfeln. Schnell verstauen wir die Campingstühle und schließen die Fenster. Da - ein gewaltiger Blitz, gefolgt von einem Donnerknall, lässt auf eine kurze Entfernung schließen. Es regnet etwa 10 Min., dann ist der Spuck vorbei. Auch der starke Wind verabschiedet sich.
Ein weiteres Mobil kommt spätabends und fährt sich beim Um Parken im weichen Sand fest.


   |   Tages KM: 182   |   GPS Nord: 36°25'05   |   GPS Ost: 30°28'60

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Dienstag, 2.10. Cirali

Baden, lesen, faulenzen, lesen und klönen.
Das tschechische Reisemobil wird von einem Traktor aus dem Sand gezogen, der Besitzer nimmt es gelassen. Abends wollen wir grillen. Während die Männer sich um den Grill kümmern, gehen wir Frauen shoppen. Es gibt durchaus einige nette kleine Geschäfte. Um 18 Uhr müssen wir zurück sein, dann soll der Grill die richtige Temperatur haben. Alles klappt wie am Schnürchen und wir beobachten beim Essen das Wetterleuchten östlich der Badebucht. Beim Absacker warnt Reinhard uns: „ Wenn der Sturm losbricht, dann geht es ganz schnell“. Wir fahren schon mal die Markisen rein und bringen alle „losen“ Gegenstände in Sicherheit. Dann auf einmal: Eine Windböe – die Gläser fliegen vom Tisch und das Metalltablett segelt durch die Luft, die Klappstühle klappen von allein zusammen. Fluchtartig wird alles weggeräumt und die Fenster verriegelt. Die Party ist beendet. Gaby und ich erledigen den Abwasch im Mobil, unsere Männer trinken entspannt Espresso. Dann verdrückt sich jeder in sein Mobil – morgen wollen wir gegen 8 Uhr wandern. Während ich noch ein wenig im Mobil aufräume und Peter liest, klopft es heftig an die Tür. Der Besitzer vom türkischen Reisemobil will uns auf etwas aufmerksam machen. Mit Taschenlampen tappen wir durch den Sandsturm in die Dunkelheit. Ach du Schreck! Die Markise vom tschechischen Mobil hat sich selbstständig gemacht, die Besitzer sind nicht da. Die Gelenkarme hängen aus der Halterung, der Stoff ist abgerissen und liegt auf dem Dach. Chris klettert aufs Dach und Peter holt „Strapse“ zum Befestigen. Die Besitzer treffen ein. Die Reste der Markise werden notdürftig befestigt, damit sie keinen weiteren Schaden anrichten können. Wie werden wir wohl die Nacht überstehen???


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Mittwoch, 3.10. Cirali

Für den heutigen Tag haben vor mit Gaby und Chris ein Stück des lykischen Wanderwegs zu laufen. Schon vor 8 Uhr brechen wir auf. Von früheren Wanderungen wissen wir, dass es um die Mittagszeit sehr warm auf dieser Tour werden kann. Das erste Teilstück verläuft immer bergan. Schon bald haben wir den Bergsattel erreicht. Überwiegend schattig (durch struppige Sträucher und einigen hohen Pinien) verläuft der steinige Weg mal bergab und dann wieder bergauf um einige Buchten. Schon bald erkennen wir von oben drei Buchten die zum Baden einladen. Das Wasser leuchtet türkisblau und in der zweiten Bucht dümpelt ein Ausflugsboot, ansonsten sehen wir keine Menschenseele. Wir Frauen bilden den Schluss, bleiben öfter stehen um auszuruhen und den Ausblick zu genießen. Endlich, nach einer Stunde 10 Min., ist die erste Bucht erreicht. Wir springen übermütig in die erfrischenden Fluten. Lästig sind die vielen kleinen Steinchen die unter den Füssen kleben bleiben. Mühsam, auf Steinen sitzend, entfernen wir diese mit viel Meerwasser, damit wir uns in den Wanderstiefeln keine Blasen laufen. Die zweite Bucht (wieder bergan und über diesen) liegt bald vor uns. Außer einem Zelt (von Robinson?) und einigen frei herumlaufenden Hühnern ist hier niemand. Den nächsten Badestopp wollen wir in der dritten Bucht einlegen. Nach weiteren 30 Minuten haben wir diese erreicht. Ein Fischer hat hier seine Hütte, ein Auto parkt im Schatten und sein Boot liegt in der Bucht. Eine Brotzeit haben wir uns redlich verdient. Während wir Frauen im Schatten es uns gut gehen lassen, erkunden die Männer den weiteren Wanderweg. Eine Stunde später berichten sie uns von einer stillgelegten Fabrik und einem breiten Wanderweg der zu weiteren Buchten führt.
Es besteht die Möglichkeit sich aus der 3. Bucht mit einem Boot nach Cirali zurück zu fahren lassen, so erzählt der inzwischen aufgetauchte Fischer unseren Männern. Doch wir wollen noch ein wenig wandern.
Die Rücktour verläuft anstrengend, denn die Sonne steht inzwischen hoch am Himmel. In der letzten Bucht naht ein Ausflugsschiff. Chris winkt mit einem Handtuch – wie ein Schiffsbrüchiger, vielleicht nehmen sie uns ja mit zurück. Einige Männer springen ins Wasser, starten nach mehreren Anläufen den Motor vom Schlauchboot und – fahren fort.
Es gibt zwei Möglichkeiten. 1.) Die Männer wandern allein nach Cirali zurück und schicken uns ein Boot um uns abzuholen oder 2.) Wir Frauen müssen die Zähne zusammenbeißen und laufen. Der 2. Vorschlag wird angenommen. Rechtschaffen müde erreichen wir gegen 16 Uhr die Mobile –durstig und nassgeschwitzt. Wir freuen uns auf kühle Getränke und eine Dusche.
Abends kleiner Umtrunk mit Reinhard und Erika, dieses Mal vertreibt uns kein Unwetter vorzeitig in die Mobile.


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Donnerstag, 4.10. Cirali

Ruhetag – das Wetter und das Wasser sind so angenehm.
Am späten Vormittag trifft Reiner ein, eine Reisebekanntschaft aus dem letzten Jahr. Gülay ist leider in Mersin geblieben. Mit seinem Internet-Stick können wir unsere „pumare-seite“ aktualisieren.
Abends gönnen wir uns etwas Besonderes: Wir schlemmen in der Rüya-Pension. Reiner, Gaby und Chris begleiten uns. Allein das Vorspeisenbüffet besteht aus mehr als 30 verschiedenen Gerichten. Außerdem gibt es Suppe, und aus 3 Hauptgerichten können wir uns eines aussuchen. Auch für „Naschkatzen“ ist gesorgt: Gebäck, Pudding, Obst, Tee und Kaffee. Das Essen ist super – unbedingt ausprobieren.


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Freitag, 5.10. Cirali

Reiner ist unser Dolmetscher, da er seit langem mit einer Türkin verheiratet ist. Wir laden zu einer gemeinsamen Kaffeetafel ein und bitten das nette türkische Ehepaar aus dem Reisemobil hinzu. Sie bringen den Bruder mit, der in einem Hotel in Kemer arbeitet. Außer türkisch spricht dieser Bruder auch englisch und russisch. In seinem Hotel mit 1200 Betten, sind überwiegend deutsche, türkische und russische Urlauber untergebracht. Es ergeben sich interessante Gespräche. Ein wenig später treffen Ulla und Horst mit Eddy ein. Nachdem wir vor ein paar Tagen das türkische Reisemobil im Selbstausbau bewundert haben, schauen sich heute unsere Gäste den PhoeniX und den Laika von innen an. Mit viel „oh“ und „ah“ werden die Ergebnisse der deutschen Mobilhersteller bewundert.
Abends wollen wir mit Gaby und Chris zu „Yanartas“, den brennenden Steinen, wandern. Die erdgasgespeisten Flammen züngeln an vielen Stellen aus kleinen Felsspalten an einem Berghang. Sie brennen seit Jahrhunderten. Um 17.30 Uhr stiefeln wir los. Von unserem Stellplatz sind es 30 Min. bis zum Parkplatz mit Kassenhäuschen. Der steinige Weg nach oben ist nach 30 weiteren Min. geschafft. Schon bald wird es dunkel und wir packen unsere Pfannen und Eier aus. Über dem offenen Feuer braten wir Spiegeleier. Diese lassen wir uns noch aus der Pfanne schmecken. Einige Familien braten Würstchen über dem Feuer – für ihre Kinder ein Erlebnis. Die Flammen leuchten viel heller als am Tag. Über uns strahlen die Sterne mit Halbmond am Himmel. Mit Stirn- und Taschenlampen beleuchten wir Rückweg durch die Dunkelheit.
Tipp des Tages: Die brennenden Steine –Ausflugsdauer mit Eierbraten 3 Stunden- sind bei Dunkelheit ein Erlebnis.


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Samstag, 6.10. Cirali

Reiner kann uns viel über „Gemisch Beziehungen“ berichten. Dadurch bekommen wir so ein ganz anderes Bild vom Leben in der Türkei. Wichtig sind für mich auch die „zwischenmenschlichen“ Eindrücke in einem fremden Land.
Abends grillen wir gemeinsam. Die Runde wird größer. Es gesellen sich die nächsten Nachbarn: Belgier und Schweizer hinzu – jetzt sind wir international. Und so sind auch die Getränke. Um 21 Uhr sorgen Blitze, Sturm und einsetzender Regen für den Abbruch dieser geselligen Runde.
Wir bedauern schon jetzt, dass Gaby und Chris uns morgen verlassen werden. Sie haben am Montag einen Werkstatt-Termin in Antalya und wollen dort Freunde treffen.


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Sonntag, 7.10. Cirali

Ruhetag - baden, lesen, faulenzen. Das Wetter bedeckt. Peter und ich machen einen Spaziergang durch den Ort.

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Montag, 8.10. Cirali

Frühmorgens jeden Tag das gleiche Theater: In aller „herrgottsfrühe“ ab 3 Uhr krähen die ersten Hähne. Dabei wird es erst um 6.30 Uhr hell. Wir hören auch den Muezzin rufen, doch der ist weit weg. 8 Tage, so lange haben wir in der Türkei noch nie an einem Platz gestanden. Es wird knapp mit Strom und Frischwasser. Das hängt alles mit meinem Flug am 11.10. von Antalya nach Zürich zusammen. Unsere Enkelkinder haben Ferien im Kindergarten und die Eltern müssen arbeiten. Ich, Monika, werde Ende Oktober wieder daheim sein und Peter muss die Rückreise allein antreten. Für noch fällige Garantiearbeiten am Mobil muss er Anfang November in Schlüsselfeld/Nürnberg sein.
Heute unternehmen wir eine Wanderung zur anderen Seite der Bucht. In der Nacht sehen wir am Endpunkt Lichter. Wir umgehen die Ausgrabungsstätte von Olympos, bei der ein kleiner Fluss ins Meer mündet. Über den Kiesstrand der Badebucht geht es weiter, bis wir die Reste einer mittelalterlichen Burg und Stadtmauer am Hang entdecken. Der Aufstieg ist ein wenig beschwerlich, erst oberhalb wird der Weg besser und zweigt bald nach links ab. Vorbei an steilen Felswänden, an denen Kletterer Haken befestigt haben. Danach wird das Gestrüpp dichter – hierher verirren sich wohl selten Wanderer. Der Weg ist selbst mit gutem Schuhwerk schwer zu laufen – Felsbrocken und umgestürzte Bäume versperren den Weg – wir kehren um.
Am Kiesstrand sind die Sonnenliegen der Pensionen gut belegt. Kleine schattige Gartenlokale bieten allerlei Speisen auf bebilderten Menükarten an. Auch uns steht der Sinn nach einer Stärkung. Bis zu unserem Stellplatz ist es nicht mehr weit, nach und nach treffen weitere Mobile ein. Abends in geselliger Runde zählen wir 12 Mobile. Die Abende werden frischer – die Zeit der kurzen Hosen und Hemden ist vorbei.


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Dienstag, 9.10. Cirali

Ver- und Entsorgung am Stellplatz ist für uns nicht möglich, dazu müssen wir den Platz verlassen. Reinhard besorgt frische Forellen, die wollen wir am Abend grillen. Das Wetter bewölkt sich, Wind kommt auf. „Monsterwellen“ rollen an den Strand.
Zum Abschied gemeinsame Kaffeetafel mit Obstkuchen – doch wo bleibt die Sahne???
Die gegrillten Forellen munden uns vorzüglich – pro Stück haben wir 2.50 türk. Lira bezahlt.
Ich bin ein wenig nachdenklich, heute ist mein letzter Tag in Cirali.


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Mittwoch, 10.10. Cirali – Antalya Airport

Das Wetter ist bedeckt. Ein letztes Mal im Meer baden. Ulla und Horst verlassen uns heute, sie wollen bis Fethiye fahren. Wir wünschen ihnen eine gute Heimreise.
Peter und ich werden am Nachmittag bis Antalya zum Flughafen fahren und noch bei Tageslicht einen Stellplatz für die Nacht suchen. Mein Flugzeug geht morgen um 7 Uhr, bereits um 5 Uhr muss ich einchecken.
Unseren geplanten Ausflug mit der Seilbahn auf die Bergspitze des Tahtalidagi werden wir ein anderes Mal unternehmen.
Hier endet mein Reisebericht nach 53 Tagen. Wir haben ein neues Land, Zypern, kennen gelernt, alte und neue Pfade der Türkei bereist. Wir hatten viele nette Begegnungen zu anderen Reisemobilfahrern und zu Einheimischen. Das Wetter, bis auf die letzten Tage, war hochsommerlich warm und die Badetemperaturen sehr angenehm. Das türkische Essen begeistert uns immer wieder. Sicherlich sind wir nicht das letzte Mal in der Türkei gewesen. -Inschallah.


Donnerstag, 11.10. Antalya Airport - Cirali

Kurz bevor wir gestern zum Flughafen aufbrechen wollen, bricht auf einmal ein Sturm über uns herein. Eine mehrere Meter hohe Sandwand rollt auf uns zu. Reinhard und Erika schaffen es nicht mehr ihre Dachluken zu schließen und schon segelt eine durch die Luft. So schnell wie der Spuk gekommen ist, so schnell ist er auch wieder vorüber. Anschließend setzt Dauerregen ein, der bis in die Abendstunden dauert.
Die Nacht haben wir auf dem Parkplatz am Flughafen verbracht, sehr laut, Nachtflugverbot kennt man hier wohl nicht.
Punkt 5 Uhr stehen wir beim Einchecken am Schalter. Es wundert mich wie voll das hier schon ist Menschenmassen stehen vor den Kontrollen. Doch es geht ganz zügig voran. Pünktlich um 7.00 Uhr startet die Maschine nach Zürich mit Monika an Bord. (:-( :`-(
Heute ist die Luft klar und die Temperaturen bei angenehmen 26° C. Die Wassertemperatur beträgt noch genau 27,1°C und das Mitte Oktober.
Am Abend ist es schon eine liebe Gewohnheit mit vielen netten „Campern“ draußen in gemütlicher Runde zusammen zu sitzen.


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Freitag, 12.10. Cirali

Die Forellen vor einigen Tagen waren einfach zu lecker und so bitten wir Reinhard noch einmal mit dem Roller nach Ulupinar zu fahren und uns mit Forellen zu versorgen. Kurzerhand nehme ich den Roller vom Träger und begleite ihn. Die Forellenzuchtanlage ist beeindruckend. In sehr vielen Zuchtbecken tummeln sich die Fische und manche Becken scheinen zu brodeln. Am Abend wieder gemeinsames Fische braten.
Die vielen Reparaturversuche an der Treppe waren nicht vom Erfolg gekrönt. Immer wieder schert der Stift nach einigen Tagen ab. So habe ich den Motor nun ausgebaut. Leider muss ich nun jedes Mal halb unter das Mobil krabbeln um die Treppe von Hand ver- und entriegeln. Für den 12. November habe ich schon einen Werkstatt Termin.


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Samstag,13.10. Cirali

Schon früh am Morgen zieht es mich in die Berge. Gestern sind wir mit dem Roller 11 km nach Ulupinar gefahren, heute will ich das zu Fuß über die Berge machen. Zuerst geht es wieder zu den Feuern Yanartas, dann steil den Hang hinauf zu den weiter oben liegenden Feuerstellen. Der Weg führt von hier wieder tief ins Tal durch ein ausgetrocknetes Flussbett und dann weiter nach Ulupinar. Auf dem Rückweg nehme ich ein erfrischendes Bad in einem „Felsenpool“.
Gegen Mittag treffe ich wieder am Stellplatz ein, gerade rechtzeitig um mich von Gabi und Chris zu verabschieden. Sie wollen weiter, es gibt noch viel zu sehen und ihr Mobil braucht wieder mal eine Steckdose.


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Sonntag, 14.10. Cirali – Sülüklü Strand

Heute Morgen heißt es auch für mich Abschied nehmen. Es war eine schöne Zeit hier in Cirali. Wer unsere Reiseberichte verfolgt weiß dass wir selten länger als ein paar Tage irgendwo bleiben. Aber der Platz hier hat was! Meine geplante Route führt mich an der Küstenstraße entlang über teils schlechte Straßen nach Cavuscöy, Karaöz nach Mavikent. Zwischen Karaöz und Mavikent schau ich mir einen Stellplatz, schön gelegen unter Hohen Bäumen an. Prompt werde ich von Einheimischen zum Tee eingeladen. Nach einer etwas mühevollen Unterhaltung (mangels Sprachkenntnissen) setze ich die Fahrt fort. Die gut ausgebaute Küstenstraße windet sich kurvenreich aber wunderschön bis Demre. Hier am Stand von Sülüklü werde ich 2 Nächte bleiben.

   |   Tages KM: 110   |   GPS Nord: 36°13'18"   |   GPS Ost: 29°58'25"

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Montag, 15.10. Sülüklü Strand

Gerne will ich mir noch mal die Untergegangene Stadt (oder ist es doch nur ein Steinbruch) ansehen. So mach ich mich an der Küste entlang auf den Weg. Unterwegs bewegt sich gemächlich eine Schildkröte über den Weg. Sie sind hier häufig anzutreffen, man muss beim Autofahren gut aufpassen damit man nicht eine unter die Räder bekommt.
Am Vormittag geht die Fahrt mit dem Fahrrad zu den Gräbern von Myra. Auch an der Nikolauskirche reicht die Zeit für ein Foto. Einige Einkäufe sind fällig. Hier gibt es leckere Tomaten, sie werden 3mal im Jahr geerntet. Alle Treibhäuser sind voll damit.
Anschließend zurück zum Strand und hinein in die Fluten. Der Strand ist ganz flach und so ist das Wasser wieder wärmer (27.6°C).
Gegen Mittag treffen Anette und Andreas hier ein und so ergeben sich wieder nette Gespräche.


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Dienstag, 16.10. Sülüklü – Fethie/Calis

Heute geht die Fahrt weiter Richtung Fethiye. Als ersten Stopp habe ich mir die antike Stadt Andriake vorgenommen. Hier besichtige ich einen gut erhaltenen Kornspeicher, erbaut 129 n. Chr. vom Kaiser Hadrian. Im Speicher konnten in 9 Räumen insgesamt 6000 Kubikmeter Korn gespeichert werden. Im alten Hafen (heute verlandet), soll der Apostel Paulus im Jahr 59 das Schiff auf seinem Weg nach Rom gewechselt haben.
Nächster Stopp ist Kas. Hier ist ein kleiner Stadtbummel fällig. Durch die mir bekannten Gassen führt mein Weg zielstrebig zu unserem Lieblingslokal in Kas. Im Hanimeli Restaurant gibt es zu Mittag „Cigaret Börek“. Oberlecker!
Der letzte Stopp vor Fethiye soll Kalkan sein. Der Ort überrascht mich, zu Unrecht haben wir in bis jetzt immer links liegen gelassen. Kalkan ist ein Ort mit Charme und ist sicher wieder mal einen Besuch wert.
Zur Kaffeezeit erreiche ich den Strand von Calis, aber leider sind Fabienne und Frey aus Belgien nicht zu finden, die hier eigentlich sein sollen. Heute ist wieder mal ein heißer Tag (unglaubliche 34°C Mitte Oktober) und so ist ein „kühles Bad“ im Meer unumgänglich.
Am Abend treffen Gabi und Chris hier ein, welch eine Überraschung!


   |   Tages KM: 173   |   GPS Nord: 36°40'45"   |   GPS Ost: 29°05'30"

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Mittwoch, 17.10. Calis - Ekincik

Mit dem Roller werde ich heute die Bucht um Fethiye erkunden. Zuerst an der Werft vorbei, hier werden gewaltige Schiffe noch ganz aus Holz erbaut. Noch echte Handwerkskunst. Im weiteren Verlauf gibt es tolle Buchten und Picknickplätze. Allerdings für unsere Mobilgröße ein wenig schwierig zu erreichen. Im weiteren Verlauf schau ich mir noch einmal die verlassene Stadt Kayaköyü an. Anschließend geht es in die Gemiler Bucht, sie ist aber als Stellplatz nicht sonderlich gut geeignet. Mein Mittagessen hole ich mir auf dem Fischmarkt und lasse es gleich in einem der umliegenden Restaurants zubereiten. Dann zurück zum Mobil, den Roller aufladen und weiter geht es. Mein Ziel soll die Bucht von Ekincik sein. Es geht wunderschön am Köycegiz See entlang. Am Campingplatz müssen erst mal Bäume gefällt und ausgelichtet werden. Der Platz ist für größere Mobile nur bedingt geeignet.
Anmerkung: Der Reiseführer vom Womo Verlag sollte gekennzeichnet werden, dass er nur für VW- Busse geschrieben ist aber nicht für Wohnmobile!


   |   Tages KM: 112   |   GPS Nord: 36°49'56   |   GPS Ost: 28°33'07

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Donnerstag, 18.10. Ekincik - Akbük

Die Bucht von Ekincik ist ganz nett, aber die Stellplatzmöglichkeiten (einschl. Campingplätzen) sind nicht berauschend. Der Ausflug lohnt nur wegen der Straße entlang des Köycegiz See. Die Ausblicke sind grandios und ich muss immer wieder anhalten um die Aussicht zu genießen. Kaunos haben wir bereits gesehen aber das Thermalbad Sultaniye werde ich mir ansehen. Ich bin total erstaunt was hier los ist. Kaum PKW aber Ausflugsboote jede Menge. Wir mir scheint sprechen die Besucher überwiegend russisch. Man kann hier im 38-40 Grad warmen Wasser baden oder ein Schlammbad nehmen. Wer es mag kann sich auch von kleinen Fischen eine Pediküre verpassen lassen.
Bald ist der Abzweig Richtung Akbük erreicht. Im Wald wimmelt es von Bienen. Ich habe das Gefühl, der Scheibenwischer muss eingeschaltet werden. Weit über 1000 Bienenstöcke stehen hier in der Gegend im Pinienwald. Da muss man anhalten und Bienenhonig kaufen.
In Akbük ist das Kassenhäuschen noch besetzt und so wird pro Pers. 2,5TL kassiert. Der Strand ist sauber, das Wasser klar, doch die Wassertemperatur ist nur noch 24.6° C. Es liegt aber auch am Zufluss des klaren Baches aus den Bergen. Am Ufer liegen viele ertrunkene Bienen und so sollte man Aufpassen und nicht dort reintreten. Auch tote Bienen könnten noch stechen.


   |   Tages KM: 96   |   GPS Nord: 37°01'57"   |   GPS Ost: 28°05'54"

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19.10. – 22.10. Akbük

Ruhetage, Baden, Lesen, Wandern, Wagenpflege.

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Dienstag, 23.10. Akbük – Bafa Gölü

Gestern Nachmittag sind überraschend Gabi und Chris aufgetaucht. Da gab es natürlich viel zu erzählen. Wir haben Erfahrungen ausgetauscht und Chris hat für uns am Abend gegrillt. Dafür ein herzliches Tesekkür edirim!
Nachdem Gestern ein etwas stürmischer Tag war scheint heute Morgen wieder die Sonne. Es hat allerdings etwas abgekühlt. Ich entschließe mich noch bis Mittag zu bleiben und das schöne Wetter zu genießen. Gegen Mittag will ich zum Bafa See aufbrechen. Und siehe da urplötzlich fahren Anette und Andreas mit ihrem Mobil vor. Die Freude ist groß, ist doch die Runde aus Cirali fast wieder komplett. Aber es nützt nichts, ich verabschiede mich und fahre zum Bafa Gölü. Morgen habe ich es dann nicht mehr soweit zum Flughafen nach Izmir. Dort werde ich Monika wieder in Empfang nehmen.   


   |   Tages KM: 108   |   GPS Nord: 37°29'56"   |   GPS Ost: 27°31'28"

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Mittwoch, 24.10. Bafa Gölü –Karaburun Halbinsel

Peter erwartet mich am Flughafenausgang. Wie schön sich nach 14 Tagen wieder in die Arme zu schließen. Fast 40 Min. habe ich auf mein Gepäck gewartet. Als wir das Flughafengebäude verlassen, prasselt just ein kräftiger Gewitterregen nieder - ist das eine Begrüßung. Ich hatte mich auf einige Tage Sonne gefreut. Die nächsten zwei Tage sind Feiertage in der Türkei, man feiert das Opferfest. Ein Tier, meist ein Schaf, wird geschlachtet und ein Teil vom Fleisch wird an Arme verteilt. Familien besuchen sich um die Feiertage gemeinsam zu verbringen.
Peter macht den Vorschlag die Karaburun-Halbinsel, westlich von Izmir, zu umrunden. Über die Autobahn geht es rasch voran, schon bald biegen wir auf die Küstenstr. ab. Fischrestaurants am Meer, doch am Nachmittag liegt noch alles recht verwaist. Auf einem kleinen Fischmarkt kaufen wir frische Makrelen und Salat, auch besorgen wir Brot und Obst für die nächsten Tage. Wir sind uns nicht sicher, ob an Feiertagen auch die Geschäfte geöffnet haben. Die Halbinsel Karaburun ist karg und gebirgig und war bis 1923 (dem Völkeraustausch von Atatürk) vor allem von Griechen bewohnt. Ihre Häuser sind jetzt nur noch Ruinen. Wir fahren zunächst die Ostküste entlang. Nach Gülbahce reiht sich eine Feriensiedlung an die andere. Hinter Karapinar verlassen wir die Hauptstr. und fahren auf einen Stellplatz am Meer. Jetzt in der Nachsaison stehen hier nur noch wenige Zelte von einheimischen Dauercampern – die Saison ist vorbei.


   |   Tages KM: 228   |   GPS Nord: 38°24'40"   |   GPS Ost: 26°36'49"

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Donnerstag, 25.10. Karapinar – Karareis

Wir fahren die Ostküste ab bis zum Ort Karaburun, dann führt der weitere Weg durchs Binnenland an die Westküste. Heute beginnt das Opferfest. Unweit der Straße liegen die getöteten Tiere, oder sie hängen zum Ausbluten an Bäumen. Kein schöner Anblick, etliche Männer stehen um die Tiere herum. Peter meint: Bei so viel Blut könnte zum Vegetarier werden. Wie viele Tiere werden heute zum Opferfest in der Türkei „geopfert“, 3 Mio., 5 Mio. oder mehr? Pro Großfamilie ein Tier?
Die Westküste gefällt uns landschaftlich sehr gut, nur die schönen Badebuchten können wir mit unserem Mobil nicht erreichen. Unterhalb der Hauptstr. entdecken wir die Feriensiedlung Karareis und fahren auf den Strandparkplatz. Nur wenige Ferienhäuser sind belegt, die Fensterläden geschlossen. Um 14 Uhr klart das Wetter auf, es wird wärmer. Wir beschließen hier über Nacht zu bleiben und unternehmen noch einen Spaziergang durch die Ferienanlage. Vor der Küste liegen viele Fischzuchtanlagen, zu denen Schiffe rausfahren.
In der Dunkelheit erblicken wir die Lichter der griechischen Insel Chios.


   |   Tages KM: 90   |   GPS Nord: 38°28'41"   |   GPS Ost: 26°25'48"

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Freitag, 26.10. Karareis – Altinkum-Strand

Am frühen Morgen kommt ein PKW mit Boot, parkt direkt neben uns und lässt das Boot ins Wasser – Angler. Wir haben Zeit, erst um 9.30 Uhr verlassen wir den Platz. Die Straße führt immer am Meer entlang – an vielen Feriensiedlungen vorbei. Dann ein kurzes Stück durchs Binnenland. In Balikliova merken wir, dass wir den richtigen Abzweig nach Ildir verpasst haben, und fahren 4 km zurück. Im malerischen Ildir mit seinen kleinen Gassen herrscht viel Treiben. Auf den übrigen Wegen ist wenig Verkehr. Für uns geht es weiter am Meer entlang bis zum langen Sandstrand von Ilica, mit einigen größeren Hotelanlagen. Bis Cesme ist es nicht weit. Kurz vor dem Centrum biegen wir nach Ciftlik ab. Von dort führt eine schmale Teerstr. zu etlichen Parkplätzen Restaurants am langen Goldstrand von Altinkum – alles geschlossen und abgesperrt. Wir finden auch nicht den im Reiseführer erwähnten Campingplatz. Der einzige für uns geeignete Parkplatz befindet sich an einer Bushaltestelle.
Nach einer anderen geeigneten Parkmöglichkeit suchend fahren wir die Teerstr zurück. Direkt vor einer Ferienanlage führt ein kleines Sträßchen in eine Badebucht. Außer uns ist nur eine Familie mit Kind und Großeltern am Picknicken. Wir beschließen den Tag und die Nacht hier zu verbringen. Das Wasser ist schon deutlich kühler, das Wetter noch sonnig warm. In Badekleidung können wir am Strand sitzen.
Allah sei Dank – das „Schlachtfest“ ist beendet.


   |   Tages KM: 78   |   GPS Nord: 38°16'05"   |   GPS Ost: 26°14'45"

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Samstag, 27.10. Altinkum – Pirlanta-Strand

In der Nacht kommt Sturm auf und unser Mobil wird kräftig hin- und her geschüttelt. Wir stehen volle Breitseite zum Meer. Gestern haben wir überlegt noch bis einschl. Sonntag hier zu bleiben und am Montag einen Stadtbummel in Izmir zu unternehmen – dann haben alle Geschäfte wieder geöffnet. Doch was unternehmen wir bei Sturm? Roller raus, Gegend erkunden, Abstecher nach Cesme unternehmen, vor 10 Jahren waren wir zuletzt dort. Zuerst fahren wir die Strände der näheren Umgebung ab . Der Pirlanta-Strand hat gegenüber auf der anderen Straßenseite einen Picknickplatz. Der Wind weht zwischen den Bäumen weniger heftig und das türkisfarbene Meer blitzt hinter den Sandverwehungen hervor. Wenn der Wind bis zum Nachmittag sich nicht gelegt hat, werden wir hierher um parken.
Die Straße nach Cesme führt durch den kleinen Ort Ciftlicköy. Es gibt zwei Hotels und schöne Häuser, an vielen steht „zu verkaufen“. In Cesme parken wir den Roller auf dem Marktplatz, ab hier beginnt die Fußgängerzone. Um 10 Uhr öffnen schleppend die ersten Geschäfte und Restaurants – noch fehlen die Besucher. Wir steigen auf die Burg (1770 erbaut), von der man über die Stadt, den Hafen und bis weit ins Binnenlang blicken kann. Ein kleines Museum zeigt Sammlungen von Münzen und einigen Skulpturen aus röm. Zeit.
Jetzt ist Leben in der Stadt, über alles wehen türk. Fähnchen. Die Stadt wird geschmückt für den Nationalfeiertag am 29. Oktober.
Wir verspüren Hunger und gehen in einen Pide-Salon. Frisch zubereitet und aus der Hand gegessen schmecken sie mir besser als jede Pizza.
Zurück am Stellplatz packen wir unsere Sachen und fahren in die Pirlanta-Bucht. Auf dem Picknickplatz sind wir die einzigen Gäste. Der herrliche, seichte und sandige Badestrand liegt menschenleer. Der Sturm peitscht hier die Wellen weniger stark. Trotzdem kostet es einige Überwindung ins Wasser zu gehen. Und siehe da, es ist gar nicht einmal so kalt und beim Rausgehen prickelt es auf der Haut.
Abends wird es früh dunkel – heute Nacht wird die Zeit umgestellt.


   |   Tages KM: 6

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Sonntag, 28.10. Pirlanta-Bucht

Immer noch Sturm, aber die Sonne kommt hinter den Wolken hervor. Wir unternehmen einen langen Spaziergang ins Hinterland. Sehen einen hohen Turm, dessen Bedeutung uns nicht klar ist und können auch die stacheligen Sträucher die überall stehen nicht benennen. Ab Mittag bewölkt es sich wieder, wir baden bei 21,5°C, lesen und faulenzen.
Überlegung des Tages: Wann wird dieser verwahrloste Picknickplatz einer Hotelanlage weichen müssen? Hoffentlich nicht so schnell, denn der Traumstrand davor ist einfach nur schön!


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Montag, 29.10. Pirlanta Bucht - Salzlica

Der Sturm hat sich immer noch nicht gelegt, heftig braust er über die Cesme-Halbinsel. Vielleicht schafft ein Bummel in Izmir Abhilfe? Heute am Nationalfeiertag der Türkei herrscht am frühen Vormittag nur wenig Verkehr auf den Straßen – überall weht die türkische Fahne. In Izmir finden wir unweit vom Zentrum einen Parkplatz am Meer – das ist wie ein Gewinn im Lotto. Im Basarviertel herrscht emsiges Treiben und von etlichen „Schleppern“ werden wir angesprochen. Heute sind Touristen hier Mangelware. Wir bummeln und schauen hier und schauen dort, bevor wir um 14 Uhr uns an die Weiterfahrt machen. Heutiges Ziel ist die Badebucht Salzlica hinter Foca.
Der Platz ist neu unterteilt – mehr Picknickplätze mit festen Tischen im Eingangsbereich, abseits auf einem neuen Gelände der Camper Bereich. Ein Werbeschild an der Straße zeigt an: Seit 2011 im ADAC-Campingführer eingetragen. Zwei frei herumlaufende große Hunde (Mutter und Sohn) bewachen den Platz. Sie sind aber gut erzogen und gehorchen den Besitzern aufs Wort – nur die kleine schwarze Katze betrachten sie als ihren Feind. Schüchtern hat sie sich auf unseren rechten Vorderreifen verkrochen. Sie bettelt um Futter und ist für einige Streicheleinheiten sehr dankbar.
Lustige Begebenheit auf einem Fischmarkt vor Izmir: Peter und ich beschließen auf dem Fischmarkt Scampi zu kaufen. Wir erfragen die Preise, als just ein deutschsprechender Türke neben uns steht und fragt ob wir aus Bad Oldesloe kommen. Verdattert schauen wir ihn an, er kommt aus Lübeck, hat unser geparktes Mobil am Straßenrand gesehen und angehalten. Beim Preisverhandeln ist er uns behilflich. Als wir etwas später in unser Mobil steigen, fährt er mit seinen Freunden im PKW davon.


   |   Tages KM: 189   |   GPS Nord: 38°44'10   |   GPS Ost: 26°46'49

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Dienstag, 30.10. Salzlica

Nach einem Gewitterregen in der Nacht legt sich endlich der Sturm. Doch wir können trotzdem nicht schlafen, Mückenalarm! Morgens scheint die Sonne, angenehme 24 Grad. Wir unternehmen einen längeren Spaziergang ins Hinterland. Eine Straße führt zu einer Feriensiedlung mit Tor, dann noch weiter bergan stehen sechs weitere Häuser, noch weiter auf dem Bergrücken Bauruinen. Wer möchte hier wohnen in völliger Abgeschiedenheit? Es geht ein stetiger Wind – im Sommer sicherlich sehr angenehm.
Wir baden ein allerletztes Mal im Meer, es hat noch 21.5°C. Morgen fahren wir nach Bergama um letzte Besorgungen zu erledigen. Danach geht es in „großen Schritten“ Richtung Fähre in Griechenland.


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Mittwoch, 31.10. Salzlica - Hamdibey

Wir versorgen ein letztes Mal die kleine Katze mit Futter und kommen mit der Besitzerin ins Gespräch. Sie erzählt uns, dass wir die Katze gerne mitnehmen können, ihre Hunde wollen mit der Katze keine Freundschaft schließen. Sie fressen auch den Katzenteller leer. Ich mag gar nicht daran denken wie es hier mit der Katze im Winter bestellt ist, wenn keine Touristen mehr kommen.
Die Weiterfahrt nach Bergama führt an Feriendörfern am Meer und bei Aliaga an Eisenhütten, die die Luft verpesten, vorbei. Wir verbringen einige Stunden in Bergama, beim Friseur und erledigen Einkäufe.
Schon bald geht es weiter, die Nebenstrecke über Kozak finden wir im Ort nicht. So bleibt uns nichts anderes übrig, als über die uns schon bekannte Küstenstr. nach Edremit zu fahren. Hier ist für uns ein Stopp beim Antiquitätenhändler am Ortsausgang ein Muss!!! Voller Überraschung stellen wir fest, dass aufgeräumt wurde. Viele Gegenstände stehen hübsch arrangiert und staubfrei in den Regalen, doch vieles „gammelt“ noch vor sich hin. Wir kommen mit einem Türken aus Berlin ins Gespräch. Er besucht hier seinen Neffen und macht uns mit seiner Antiquität bekannt. Vor dem Laden steht sein 45 Jahre alter Ford Taunus, den er 1974 in die Türkei eingeführt hat, ein wahres „Schätzchen“.
Von Edremit wählen wir eine für uns neue Strecke durchs Binnenland Richtung Yenice. Die Ausschilderung in der Stadt fehlt völlig – wir müssen einige Male nachfragen. Die als landschaftlich schön markierte Strecke führt bergan durch dichte Laub- und Nadelwälder mit vielen Picknickplätzen. Uns kommen mit roten Paprikaschoten hoch beladene LKW entgegen, und alle paar Meter liegt eine Schote auf der Fahrbahn. Wir passieren nur wenige Orte, dann geht es bergab an den riesigen Anbauflächen von Paprika vorbei. Überall auf den Feldern ist man bei der Ernte. Um 17 Uhr machen wir uns auf Stellplatzsuche, bald wird es dunkel. Neben einer Abgabestelle für Paprikaschoten finden wir ein Plätzchen für die Nacht. Bis weit in die Dunkelheit sind die Bauern mit ihren Traktoren mit dem Abladen beschäftigt. Dann kehrt Ruhe ein und wir gehen früh schlafen.
Um 22 Uhr klopft es mehrmals an unser Mobil. Verschlafen öffnet Peter ein Alkoven Fenster und schaut raus. Eine männlich Stimme fragt aus der Dunkelheit: „ Kommt ihr aus Deutschland?“ Begeistert berichtet der Türke: Seit 20 Jahren ist er zurück aus Deutschland in die Türkei, und sein Dorf liegt etwa 6 km von hier entfernt. In Dortmund hat er mehr als 8 Jahre gelebt und auch dort die Schule besucht. Wir sind erstaunt über seine guten Sprachkenntnisse, obwohl er sich häufig entschuldigt wie schlecht er deutsch spricht. Immer wieder betont er wie gut es ihm in Deutschland gefallen hat. Mit 3 Freunden war er ein Bier trinken und hat unser Mobil auf dem Parkplatz stehen sehen. Er hat seinen ganzen Mut zusammengenommen (oder unter Bierlaune) und uns auf dem Schlaf geklopft. Zum Abschied schenkt er uns einen großen Beutel mit Paprikaschoten, wünscht uns eine gute Nacht und braust mit seinen Freunden im Auto davon.
Zum Nachdenken: Wir sind immer wieder erstaunt mit welcher Freude Türken über ihr Leben in Deutschland berichten. Dabei verhalten Deutsche sich gegenüber Türken nicht immer gastfreundlich in unserem Land.


   |   Tages KM: 244   |   GPS Nord: 39°50'28   |   GPS Ost: 27°16'41

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Donnerstag, 1.11. Hamdibey - Alexandroupoli

Der Morgen beginnt mit Nebel, der sich aber lichtet, sobald die Sonne höher steht. Unser Weg führt weiter durch den Paprikaanbau über Yenice, Can und Biga nach Lapseki. Vor hier nehmen wir die Fähre über die Dardanellen nach Gelibolu. In der Stadt geben wir unsere letzte türkische Lira aus. Ein schmackhaftes Essen in einer einfachen Lokanta (fertige Speisen werden im Schaufenster angeboten) stärkt uns für die Weiterfahrt. Nach weiteren 100 km erreichen wir die türkische Staatsgrenze. Die Abwicklung dauert keine 15 Min, dann befinden wir uns in Griechenland. Wir fahren auf den Campingplatz in Alexandroupoli. Außer uns befindet sich nur eine franz. Reisegruppe mit 10 Mobilen auf dem Platz.
Leichter Regen, alles grau in grau. So wird es bleiben bis wir in Norddeutschland sind.
Türkei, wir vermissen dich, deinen Sonnenschein und die überaus gastfreundlichen Bewohner schon jetzt!


   |   Tages KM: 299   |   GPS Nord: 40°50'48   |   GPS Ost: 25°51'15

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Freitag, 2.11. Alexandroupoli - Vergina

Nun geht es zügig Richtung Fähre über die Maut-Autobahn. Die Sonne kommt raus und die heftigen Regenwolken der letzten Nacht haben sich verzogen. Autobahnstrecken sind langweilig und nach 380 km haben wir für heute genug und fahren bei Vera/Vergina ab. Vor den Königsgräbern in Vergina übernachten wir auf einem Parkplatz für Busse und Reisemobile. Das Kassenhäuschen ist nicht besetzt. Doch schon bald eilt eine Kassiererin herbei. Sie ist Deutsche und lebt schon seit 22 Jahren mit ihrer Familie in diesem Ort. Abends wird das Tor zur Straße geschlossen – so bleiben die Straßenhunde fern. Bis auf einen „heiseren“ Hund ist es nachts verhältnismäßig ruhig.

   |   Tages KM: 380

Samstag, 3.11. Vergina - Fähre Igoumenitsa

Schon um 8 Uhr öffnet das nahe Museum der Königsgräber. Erst 1993 wurde das Museum hier, wo man die Gräber und die Grabbeigaben gefunden hat, neu eröffnet. Vorher waren die Funde in Thessaloniki ausgestellt. Erklärungen nur in Griechisch und Englisch. Die Gräber sind aus der Zeit 300 Jahre vor Christi.
Um 16 Uhr erreichen wir den Fährhafen von Igoumenitsa. In diesem Jahr kostet für uns die Überfahrt (Camping all inklusive) 65 Euro mehr als im Vorjahr. Die Fähre trifft mit 1 Stunde Verspätung von Patras ein und verlässt erst um 1 Uhr morgens mit uns den Hafen.


   |   Tages KM: 282

4. - 8.Nov. Ancona - Glinde

Wir hatten eine ruhige Überfahrt mit der Fähre nach Italien. Am Brenner lag Schnee und es war eiskalt -3° Grad. Nach einigen Besuchen von Verwandten in Tirol sind wir nun auf dem Weg Richtung Heimat.

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