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Russland - Baikalsee - 2013/2

Ein lang gehegter Traum wird Wahr

Vorbereitungen

Die Visa sind beantragt.
Internationale Zulassung und Führerschein besorgt.
Die Versicherungen für die Mobile sind auf dem neuesten Stand.
Die Fahrzeuge von der Werkstatt inspiziert.
Eventuell benötigte Ersatzteile beschafft.
Langzeit- Auslandskranken- Versicherungen abgeschlossen.
Die Route mit unseren Begleitern abgestimmt.
Kontakte mit Reisemobilfahrern geknüpft die bereits in Russland waren.
Wertvolle Tipps und Kontakt Adressen erhalten.
Kleine Präsente für Begegnungen mit der Bevölkerung sind an Bord.
Jede Menge GPS- Daten gesammelt, von möglichen Übernachtungsplätzen.
Reiseführer, Landkarten und Reiselektüre beschafft.
Die Navigationsgeräte sind auf dem neuesten Stand.
Bord Apotheke mit allen wichtigen Medikamenten aufgefüllt.

Visa für 3 Monate erteilt.
Kontakte mit Marina aus Irkutsk aufgenommen.
Kontakte mit Larissa aus Ulan Ude aufgenommen.
Einige Artikel die dort benötigt werden, sind auf unserer Beschaffungsliste
und die Liste wird täglich länger.
Für die ersten Tage haben wir uns mit Rubel eingedeckt.
Reismobil gepackt und startklar.

Es begleiten uns, unsere Freunde:
Veronika und Michel Roth
Gaby und Lutz Mürbe
Hermi und Manfred Weber



Donnerstag, 13.6. Wir sind dann mal weg!!!




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Freitag, 14.6. Glinde - Graudenz (Polen)

Donnerstag, 13.06. Glinde –Oranienburg
Es soll ein gutes Omen sein, dass wir unsere Reise schon am Donnerstag, dem 13.6., beginnen. Mittags um 14 Uhr ist im Haus und im Garten alles erledigt und wir können los. Immerhin wollen wir 3 Monate unterwegs sein.
In Oranienburg an der Havel bei Berlin treffen wir Michel und Veronika. Veronika hat viele Jahre an einer Schule Russisch unterrichtet und wird uns bei sprachlichen Problemen sicherlich eine große Hilfe sein. Ich habe mir fest vorgenommen das „ABC“ und einige Begriffe zu erlernen.
Auf dem Stellplatz am Hafen, gleich gegenüber vom Schloss, sitzen wir bei sommerlichen Temperaturen vor den Mobilen. Am Abend trinken wir im Freien noch einen Absacker und probieren das erste Mückenschutzmittel aus.
Urteil: Ballistrol wirkt bei uns hervorragend – die Mücken bleiben uns vom Leib!

Freitag, 14.6. Oranienburg – Graudenz
Der Stellplatz ist empfehlenswert: ruhig und mit einer Sanitäranlage. Gegen 9 Uhr befinden wir uns auf der Weiterfahrt Richtung Stettin. Ein Teilstück in Deutschland ist noch nicht erneuert. Mit dadonk – dadonk nähern wir uns der Grenze. Hier kaufen wir für Polen eine Mautbox, erforderlich seit einiger Zeit für Fahrzeuge über3,5 t und PKW mit Anhänger. Schon bald durchfahren wir die Pommersche Seenplatte. Eine sanfte Hügellandschaft mit wogenden Kornfeldern, Rüben und Mais. Seen blinken durch lichte Laubwälder – im Hintergrund dunkle Tannen. Der Mohn leuchtet rot am Feldrand. Ab und zu schaut die Sonne raus und Raubvögel schwingen über uns. Wir passieren kleine Dörfer mit verfallenen alten Häusern, dazwischen schmucke neue Einfamilienhäuser. In den kleinen Städten herrscht Leben: Familien erledigen ihre Einkäufe und Mütter holen ihre Kinder aus der Schule ab.
Um 17 Uhr erreichen wir den verabredeten Stellplatz an der Weichsel in Graudenz. Manfred +Hermi und Gaby + Lutz mit Hund erwarten uns bereits. Die Männer sind die nächste 1/2 Stunde mit dem Aufkleben der Landkarten und Schriftzug Baikalsee beschäftigt. Ein kleiner Spaziergang durch die Stadt schließt sich an.
Bei den Strahlen der untergehenden Sonne stoßen wir auf eine gemeinsame erfolgreiche Reise an.


   |   Tages KM: 727   |   GPS Nord: 53°29'29"   |   GPS Ost: 18°44'48"

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Samstag, 15.6. Graudenz - Klusy (Polen)

Nachts viel Lärm von Personen die sich abends noch an den Ufern der Weichsel vergnügen – die Vergnügten sind lustig und – laut.
Die Weichsel fließt träge. Die Sonne kommt hinter den Stadtmauern hervor, es verspricht ein schöner Tag zu werden. Um 8.30 Uhr verlassen wir den Platz, denn ab 9 Uhr werden Parkgebühren fällig.
Wir kommen gut voran. Mal sind die Straßenbeläge schlecht und die Straßen schmal, dann wieder sehr gut fast wie auf einer Autobahn. Noch kostet es keine Maut. Bei Sendsburg steuern wir einen Lidl-Markt an um letzte Einkäufe für das Wochenende zu tätigen. Dann geht es nach einigem „Wirr-War“ wieder ein kleines Stück zurück und dann auf der 25 Richtung Ryn.
Erlebnis des Tages: Um 9.15 Uhr überholt uns rasant auf der Landstr. ein PKW. Leider hat der nicht den vor uns fahrenden und nach links abbiegenden Traktor mit Heuwender im Blick. Der PKW muss neben uns stark abbremsen, weicht auf die unbefestigte Bankette aus und mit einer Staubwolke schert er wieder auf die Str. ein. Das Ganze hat nur wenige Sekunden gedauert, doch der Schreck steckt uns noch lange in den Knochen. Er hatte mehr Glück als Verstand und kann heute Abend in der Kirche eine Kerze anzünden, er hätte tot sein können!


   |   Tages KM: 282   |   GPS Nord: 53°47'35   |   GPS Ost: 22°08'49

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Sonntag, 16.6. Klusy Ruhetag

Vogelgezwitscher weckt uns schon zeitig. In der Nacht gab kräftige Regenschauer und gegen Morgen ein Gewitter.
Hermi hat Geburtstag und gemeinsam bringen wir ihr ein Ständchen und übermitteln ihr unsere Wünsche – vor allem Gesundheit. Um 10 Uhr schwingen Peter und ich uns auf die Räder vom Campingplatz und radeln etwa 10 km bis in den Heimatort meiner Mutter. Vor 14 Tagen war ich mit meiner Mutter, Tante und Cousine schon einmal hier. Heute wollen wir die Erinnerungsfotos abgeben. Wir werden in den Familien herzlich empfangen und zu Kaffee, Gebäck und Dessert eingeladen. 2014 sollen wir mit dem Mobil wiederkommen und bei der Nachbarin auf dem Hof übernachten. Interessant ist für uns ein Besuch bei Peter und Maria auf der anderen Seeseite. Beide sprechen deutsch und Marias Großeltern kommen von hier. 1970 sind die Großeltern nach Deutschland ausgewandert, aber ihr Herz blieb Zeitlebens in Masuren!
Zurück fahren wir den gleichen Weg und genießen die Landschaft von Masuren in vollen Zügen: Mohnblumen im Kornfeld, träge grasende Kühe, Störche klappern ihrem Nachwuchs etwas hoch oben im Nest vor, blinkende Seen laden bereits zum Baden ein, weiße Wolken am blauen Himmel, der Duft von frischem Heu auf den gemähten Wiesen und nur ab und zu rast ein Auto an uns vorbei.
Das ist Natur pur!!!
Hermi tischt am Nachmittag drei selbstgebackene Torten auf – alle „hauen“ kräftig rein. Am Abend räuchert Lutz Forellen, Hermi zaubert dazu Salate. Was kann es uns wieder einmal gut gehen!!!
Nur unsere Lehrerin Veronika findet keine willigen Schüler, das müssen wir auf morgen verschieben.


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Montag, 17.6. Klusy - Vilnius (Litauen)

Und weiter geht es Richtung Osten. Heute führen Lutz und Gaby die Gruppe an. Die Grenze nach Litauen ist bald erreicht. Wir müssen die Uhr um eine Stunde vorstellen. Unser heutiges Ziel ist ein Campingplatz in Vilnius mit einem Zwischenstopp bei der Inselburg Trakai. Die Landschaft wird hügeliger. Vereinzelt stehen Baumgruppen (Laubbäume und Kiefern), davor sattgrünes Weideland, wogende Kornfelder und auf den frisch gemähten Wiesen stolzieren Störche. Die Blumen leuchten überwiegend in den Farben blau, gelb und weiß. Über uns blauer Himmel mit weißen Wolken, die wenigen Holzhäuser sind farbig angestrichen. Heller und lichter wirken die Farben, ganz anders als die in Masuren.
Mit Michel und Veronika besichtige ich die Inselburg Traikai. Über hölzerne Fußbrücken erreichen wir diese um 1409 vom Großfürst Vytantas erbaute Festung. Erst vor 60 Jahren hat man die Ruinen prächtig renoviert. Heute ist die Wasserburg ein beliebtes Ausflugsziel.
Vilnius ist bald erreicht. Der Campingplatz befindet sich hinter einem Messegelände. Für eine Stadtbesichtigung ist es heute leider zu spät, so müssen Interessierte unserer Gruppe zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vorbeischauen.


   |   Tages KM: 285   |   GPS Nord: 54°40'49   |   GPS Ost: 25°13'31

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Dienstag, 18.6. Vilnus - Zilupes (Lettland - Russland)

Um Vilnius herum herrscht morgendlicher Berufsverkehr. Doch schon bald sind wir auf der Autobahn Richtung Grenze Lettland und machen einen kleinen Ausflug zum geographischen Mittelpunkt Europas. Überwiegend hohe Bäume säumen die Straße, der Straßenbelag lässt zu wünschen übrig - wo sind die EU-Gelder? Ein Einkauf in einem Supermarkt, wir sind über das große Warenangebot angenehm überrascht. Grenze nahtlos, ohne Kontrolle. Dieser Teil Lettlands, den wir jetzt durchfahren, scheint viel ärmer zu sein als der in Litauen. Die Häuser sehen sehr reparaturbedürftig aus. Die Landschaft: Wiesen, auf denen Felder von blauen Lupinen sich ausgebreitet haben – wir sehen nur wenig Ackerbau.
Um 16 Uhr haben wir die Grenze nach Russland erreicht. Wir dürfen an etlichen LKW vorbei nach vorne fahren. Grenzkontrolle Ausreise Lettland. Die Kontrolleure wollen es genau wissen: Wo ist die Fahrgestellnummer am Fahrzeug? Aufregung bei allen.
Jetzt kommen wir an die russische Grenze. Bei der Passkontrollstelle müssen wir Einreiseformulare ausfüllen, Veronika hilft. Dann bekommt Veronika von den Beamten die Anweisung im eigenen Mobil zu bleiben. So müssen wir uns an allen anderen Schalter ohne sie „durchwurschteln“. Zweimal werden die Innen- und Stauräume durchsucht. Wir geraten an einen unfreundlichen Zöllner (sein Gesicht ist „dienstbeflissen“). Er sucht nach Alkohol und Bier - findet bei uns aber nur Mineralwasser. Lutz und Gaby sind als erste nach 1 ¾ Std. durch die Kontrollen. Danach folgen wir. Manfred öffnet bei der Frage des Zöllners nach Alkohol sofort sein Bar Fach. Doch der Zöllner entdeckt noch mehr. Manfred erklärt, dass 4 Fl. Wein Veronika und Michel gehören, weil sie so ein kleines Mobil fahren. Und schon ist auch Manfred über die Grenze. Ganz anders sieht es bei Veronika und Michel aus. Sie sollen wieder zurück nach Lettland, weil ihr Alkoholvorrat die erlaubten Mengen überschreitet. Nun sind wir alle ratlos, denn Übermengen hier an der Grenze entsorgen darf man nicht! Erst als die Zöllner wissen wollen wer für uns das Visa beantragt hat und wir Baikal-Tours Hamburg nennen, dürfen unsere Freunde nach Russland einreisen. War Baikal-Tours das Zauberwort? Veronika, die fließend russisch spricht, musste von den Zöllnern sich einige Schimpfworte anhören.
Eines ist klar: Heute Abend wollen wir uns alle restlos besaufen – genug haben wir ja dabei!!!
Ein erster Tankstopp ist fällig. Wir erfahren von einem Kasachen aus Deutschland, dass es vor Moskau eine Baustelle von 200 km „Schotterpiste“ gibt. Das kann ja heiter werden!
Übernachtung auf einem bewachten LKW-Übernachtungsplatz für umgerechnet 3,75 Euro pro Mobil.
Das Besäufnis bleibt aber aus!


   |   Tages KM: 352   |   GPS Nord: 56°21'33"   |   GPS Ost: 28°14'28"

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Mittwoch, 19.6. Grenze - P 150km vor Moskau (Russland)

Unsere Uhr ist jetzt um 2 Stunden vorgestellt. Der LKW-Übernachtungsplatz hat sich über Nacht gefüllt. Die ganze Nacht über war ein Kommen und Gehen. Die Tage sind lang. Selbst um 23 Uhr kann ich im Mobil noch bei Tageslicht lesen. Heute wollen wir Strecke schaffen und starten früher. Tautropfen glitzern auf dem Gras, die Sonne strahlt bereits kraftvoll. Die ersten 100 km ist der Straßenbelag gut. Dann beginnen die Baustellen – teilweise fehlt der Belag gänzlich. Ganz nah begegnen wir dem Gegenverkehr, und manchmal geht es nur schrittweise vorwärts. Wir schätzen, dass wir über 100 km übelste Baustelle heute gefahren sind.
Wenn dichte Sträucher und Birkenwälder ganz nahe am Straßenrand stehen stellt sich uns die Frage: Was befindet sich dahinter? Bei Hügeln, wenn der Blick über unendliche Wiesen mit blauen Lupinen und weißen Margeriten geht, sehen wir ab und zu einsame Gehöfte. Dann ist die Landschaft interessanter. Wir sehen kaum Ackerland.
Mit etlichen Pausen kommen wir nach 460 km erst gegen 18 Uhr an unserem heutigen Stellplatz an.

Unterwegs: Händler verkaufen Walderdbeeren, Pfifferlinge, Honig, Felle und ausgestopfte Tiere.
Für das Abendessen kaufen wir alle Pfifferlinge.


   |   Tages KM: 474   |   GPS Nord: 56°02'15"   |   GPS Ost: 35°29'15"

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Donnerstag, 20.6. P 150km vor Moskau - Moskau Soloniki Stadion

Wir benötigen knapp 2 ½ Stunden um unseren Stellplatz am Eissportzentrum am Soliniki-Park zu erreichen. Lutz und Gaby schleusen uns perfekt durch den Stadtverkehr. Was haben wir bloß früher ohne Navi gemacht? Nach einer kleinen Pause machen wir uns zu sechst (Gaby und Helmi pausieren) mit der Metro auf den Weg zum „roten Platz“.
Einige U-Bahnhöfe sind kunstvoll gestaltet. In Moskau wurde bereits 1930 mit dem Bau der Metro begonnen. Wir sehen uns von außen das Bolschoj-Theater an und erreichen Fuß nah den roten Platz. Um ihn herum: Kreml, die Basilius-Kathedrale, Lenin Mausoleum und das Kaufhaus Gum – das dieses Jahr 120 Jahre alt wird. Der rote Platz ist mit seinen rund 400 m Länge und 150 m Breite einer der größten Parade- und Aufmarschplätze der Welt.
Um 16.30 Uhr reicht uns der heutige Eindruck von Moskau. Am Stellplatz wollen wir noch ein wenig relaxen und lesen, was morgen noch wichtiges zu besichtigen ist.


   |   Tages KM: 153   |   GPS Nord: 55°47'33"   |   GPS Ost: 37°40'22"

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Freitag, 21.6. Moskau

Am Vormittag sehen wir uns die wunderschönen Metro-Bahnhöfe an, eine kleine Auswahl von Lutz. Jeder Bahnhof ist für sich ein kleines Kunstwerk. Stalins Werk, denn nachdem er Kirchen und Kathedralen hatte sprengen lassen, forderte er Ingenieure auf unterirdische Paläste für das Volk zu errichten. An Material und Ausstattung wurde nicht gespart: Marmor, Granit, Bronze und Kristall wurden verwendet.
Mittags durchstreifen wir die bekannte Fußgängerzone Arbat mit ihren unzähligen Souvenirläden und Restaurants – alles was das Touristenherz begehrt. Peter und ich essen erstmals Blini, eine Art gefüllter Pfannkuchen (süß oder herzhaft) – oberlecker.
Manfred und Lutz fahren danach zum Stellplatz zurück. Wir anderen laufen die Arbat in die falsche Richtung – entfernen uns vom Kreml, den wir eigentlich besichtigen wollen. Als wir unseren Fehler bemerken, gehen wir 2 km an der Moskwa entlang bis zum „Neuen Jungfrauenkloster“. Das Nonnenkloster aus dem 16. Jh. zählt zu den wichtigsten Klöstern Russlands. Reich und einflussreich, da reiche Witwen und Töchter aus angesehenen Familien Russlands mit ihrer Mitgift zum Wohlstand des Klosters beisteuerten. Auf dem Gelände steht die Smolensker Kathedrale mit ihren wertvollen Fresken aus dem 16. Jh. Im 17. Jh. verlor das Kloster an Bedeutung und diente dann als Frauengefängnis und Waisenhaus für Mädchen. Erst seit 1994 existiert das „Neujungfrauenkloster“ wieder als Frauenkloster.
Für die Besichtigung des berühmten „neuen Friedhof“, gleich nebenan, bleibt keine Zeit. Hier liegen reiche Kaufleute, Feldherren, Künstler, Gelehrte und Ehrenbürger der Stadt begraben.
Mit dem Taxi fahren wir zum Kreml. Wer schreckte früher nicht zusammen, wenn eine Nachricht mit den Worten begann: „Moskau. Der Kreml meldet“. Bereits im Namen schwang immer etwas Mystisches, Geheimnisvolles, Drohendes mit. Leider halten uns endlose Warteschlangen an den Kassen von einer Besichtigung ab. Es ist bereits 16 Uhr und in einer Stunde schließt der Kreml.
Schweren Herzens machen wir uns auf den Heimweg. Ich denke, dass wir noch einmal nach Moskau kommen müssen!!!
Erkenntnis des heutigen Tages: Unsere Caféhauserfrischung in der Nähe vom roten Platz haut uns fast vom Hocker, denn vier Cappuccino kosten 25 Euro!
Mit Eindrücken von Moskau, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, kehren wir zum Stellplatz zurück. Morgen soll unsere Reise weitergehen.
Leider hat es mit dem Kauf eines Internet-Sticks nicht geklappt, denn dieser ist nur für Moskau zu verwenden. So wird unsere pumare-Seite leider nur unregelmäßig aktualisiert werden.


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Samstag, 22.6. Moskau - Susdal

Heute erleben wir hautnah den mörderischen Verkehr auf Moskaus Straßen. Obwohl wird bald die M 8 Richtung Osten erreicht haben, fährt es sich auf dieser keinesfalls entspannt. Da wird der Seitenstreifen zu 3. Fahrbahn und wir werden links, sowie rechts überholt. Sieht ein Fahrer/in eine Lücke, wo wird unverzüglich diese angesteuert. Es kann ja sein, man kommt so schneller 20 m vorwärts. Erst nach dem Verslassen der Autobahn fährt es sich angenehmer.
Unser erster Stopp ist das bekannteste aller Klöster Russland, das Dreifaltigkeitskloster des heiligen Sergius. Die Klosteranlage ist von einer 1370 m langen und 6 m starken Mauer umgeben. Wir betreten das Heiligtum durch das Heilige Tor. Die Fresken im Durchgang erzählen aus dem Leben des heiligen Sergej. Leider sind etliche Kirchen wegen Renovierung eingerüstet. Wir sehen uns zuerst die Dreifaltigkeit Kathedrale an. Viele Gläubige sind im Gebet vertieft und auf den Kerzenständern vor den Ikonenbildern brennen viele Kerzen. Auf einem großen Tisch sind Opfergaben (Lebensmittel aller Art) ausgebreitet. Auch hier brennen Kerzen. An besonderen Schreibpulten können Wünsche auf Zettel vermerkt und abgegeben werden. Gegen Bezahlung werden diese später im Gottesdienst vorgelesen. In der Maria Himmelfahrts-Kirche herrscht großer Besucherandrang – so verzichten wir auf eine Besichtigung. Erwähnungswert ist noch der Brunnen, an dem heiliges Wasser abgefüllt mit nach Hause genommen werden kann.
Am Klosterausgang stehen viele Souvenirstände. Im Ort sollen in zwei Fabriken die bei den Touristen so beliebten Holzfiguren hergestellt werden.
Wir fahren weiter nach Susdal. Leider erweist sich der kürzere Weg als schlechte Wegstrecke. Wir kommen durch ärmliche Dörfer und auf der Landstr. reiht sich ein Schlagloch an das andere. Der Regen hat einen Teil der unbefestigten Strecke in eine Schlammpiste verwandelt.
Endlich erreichen wir Susdal und dürfen auf dem großen Busparkplatz auch übernachten. Die ganze Stadt ist ein Museum: bestehend aus Klöstern, Kreml, Kirchen und einem Freilichtmuseum. Es sollen insgesamt 8 Kathedralen und 41 Kirchen in Susdal sein. Mir hat am besten das Freilichtmuseum gefallen. Die voll eingerichteten Holzhäuser (in der näheren Umgebung abgebaut und hier wieder aufgestellt) geben einen guten Eindruck wie man vor mehr als 150 Jahren hier in der Gegend gelebt hat.
Abends sehr ruhig und Regen bringt Abkühlung.


   |   Tages KM: 271   |   GPS Nord: 56°25'54   |   GPS Ost: 40°26'42

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Sonntag, 23.6. Susdal - Parkplatz bei Cheboksary 650 km östlich von Moskau

Am Vormittag besichtigen wir in Wladimir die Maria-Himmelfahrts-Kathedrale, die Demetrius-Kathedrale und das Goldene Tor. Großfürst Wladimir gründete 1108 diese Stadt. Seine Nachfolger bauten Kirchen und Klöster und siedelten Handwerker und Kaufleute an. Von Festungsmauern umgeben war sie nahe zu uneinnehmbar. Wahrzeichen der Stadt ist mit ihren 5 Zwiebeltürmen die Kathedrale Maria Himmelfahrt. Als wir sie betreten, findet ein Gottesdienst statt. Klangvolle tiefe Männerstimmen und hohe Frauenstimmen singen einen Choral – das hört sich sehr ergreifend an. Die Besucher stehen während des Gottesdienstes, oft bekreuzigen sie sich und verbeugen sich gen Altar.
Die Demetrius Kathedrale aus dem 12. Jh. ist wegen ihrer über 1000 Steinfiguren an der Außenfassade sehr eindrucksvoll.
Der letzte noch erhaltene Eingang vom Kreml, das Goldene Tor, liegt etwas abseits und gehört zum Weltkulturerbe der Unesco.
Dann kommt auch für Lutz und Manfred eine neue Strecke, die M 7 nach Novgorod – Richtung Osten. Der Straßenbelag wechselt von gut bis „nun reicht es“ – wir haben reichlich LKW-Verkehr.
Mittags Pause in einer einfachen Gaststätte. Die Gerichte sind schmackhaft und preiswert (3.50€ pro Pers.einschl.Kaffee). Nur die Angestellten sind mit unseren so unterschiedlichen Bestellungen etwas überfordert.
Gestärkt nehmen wir die weiteren 260 km in Angriff. Novgorod lassen wir „links“ liegen und fahren die Umgehung. Birkenwälder, flaches Land , dann wieder Hügel rauf und runter, alte Holzhäuser in zum Teil verlassenen Straßendörfern.
Unser heutiger Stellplatz befindet sich gleich hinter einer Tankstelle. Die am Straßenrand gekauften Pfifferlinge werden zubereitet und verspeist. Eine Angestellte der Tankstelle warnt vor dem heraufziehenden Unwetter, der Himmel im Osten hat sich bereits verdunkelt. Wir schaffen es noch ohne Regentropfen im Freien zu essen, dann bricht das Unwetter mit Blitz, Donner und heftigem Regen los. Aus dem Fahrzeuginneren beobachten wir die Naturgewalten. Es kühlt merklich ab.


   |   Tages KM: 458   |   GPS Nord: 55°59'27   |   GPS Ost: 46°11'05

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Montag, 24.6. Parkplatz M7 - Kasan

Bis Kasan ist es nun nicht mehr weit. Schon am frühen Vormittag haben wir um die 23°C. Wie soll das erst am Mittag in Kasan werden? Wir überqueren die Zuflüsse zur Wolga und erreichen dann das Wolgadelta vor Kasan. Die kleinen Orte am Fluss machen einen einladenden Eindruck. Der Verkehr nimmt zu, und wir müssen die Stadt durchqueren. Die Parkplätze bei den Sehenswürdigkeiten sind rar. Wir steuern einen Parkplatz bei den Messehallen an und wollen von dort ein Taxi in die Stadt nehmen. Unser Navi lenkt uns auf einen Parkplatz, doch es ist nicht der richtige. Man schickt uns auf die andere Straßenseite. Bei einem Hotel können wir erst ab 23 Uhr stehen, und bei den Sporthallen will man uns mit viel Diskussionen auch nicht (Veronika kämpft sich bis zum obersten Boss durch). Sechs Bewacher (die Chefs in den Räumen dahinter nicht mitgerechnet) für einen unbesuchten Parkplatz - so ein Personalaufgebot kann man sich nur im Ostblock leisten!
In Kasan erwartet man zur Universiade 2013 (eine Art Sportveranstaltung) in 10 Tagen viele Gäste, heute ist eine Art Generalprobe – so erklärt man uns und Parkraum ist überall knapp.
Wir fahren zum ersten Parkplatz zurück. Gaby und Hermi wollen bei den Fahrzeugen bleiben, wir anderen werden die Stadt besichtigen. Veronika kommt mit einem jungen Mann (Ilya) ins Gespräch und der ruft mit seinem Handy für uns 2 Taxis. Es dauert eine kleine Ewigkeit bis das erste Taxi erscheint. Mit dem fahren Peter, Lutz und ich zum Kreml. Der Rest der Gruppe wird von Ilya gebracht. Leider vergisst Michl beim Aussteigen im Auto seinen Sonnenhut und ist sehr betrübt.
Der Kreml, der mit seiner Festung auf einer Anhöhe liegt, wirkt imposant und die Grünanlagen Drumherum sehen sehr gepflegt aus. Wir besichtigen die Kathedrale und Moschee. In Kasan leben Moslems, Tataren und russisch-orthodoxe Bewohner zusammen, das ergibt eine interessante architektonische Mischung. Diese Stadt ist eine der wenigen Städte, die am flachen, östlichen Wolgaufer liegen. Nicht nur für die Handelsschifffahrt ist die Wolga von Bedeutung, von hier starten auch die Wolgakreuzfahrten. Die ganze Stadt wirkt aufgeräumt und sauber, überall Blumenschmuck – wegen der Universiade?
Zurück bei den Mobilen findet Michel seinen Sonnenhut unter den Scheibenwischern von seinem Mobil. Welche freudige Überraschung - er ist „ganz aus dem Häuschen“!
Die Männer klemmen sich hinter die Lenkräder und fahren noch 2 Stunden. Wieder übernachten wir auf einem bewachten Rastplatz.
Abends sitzen wir erstmals leichtbekleidet bis nach 22 Uhr vor den Mobilen – dann Mückenalarm.


   |   Tages KM: 275   |   GPS Nord: 55°43'01   |   GPS Ost: 49°29'38

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Dienstag, 25.6. Kasan - Bolshaya Sosnova

Schon wieder heizt uns die Sonne morgens kräftig ein. Heute wollen wir nur Strecke schaffen und planen keine Besichtigungen. Die Landschaft ist fürs Auge interessant: Getreidefelder in einer leicht hügeligen Landschaft mit Baumgruppen. Viele Tannen stehen kahl dazwischen, Tannensterben? Wir kommen durch viele Straßendörfer und sehen noch bewohnte alte Holzhäuser. Auf der Straße herrscht viel Verkehr, langsame LKW wollen überholt werden und erfordern hohe Konzentration.
Bei einem Kaffeestopp vor einer Kirche besichtigen wir diese. Das haben wir noch nie gesehen. Die ganze Kirche ist mit duftendem Heu ausgelegt. Veronika übersetzt uns die Erklärungen einer Frau. Anfang Juni hat man die Kirche mit Heu und grünen Birkenbüschen für ein Kirchenfest geschmückt.
Heute haben wir wieder eine Zeitumstellung – dieses Mal um 2 Stunden. Nun sind es insgesamt 4 Stunden Differenz zu Deutschland.
Um 17.30 Uhr erreichen wir einen Stellplatz. Im angrenzenden Restaurant gibt es eine reichliche Auswahl an leckeren Gerichten. So ersparen wir Frauen uns das Kochen und den Abwasch.
Wir sitzen noch ein wenig vor den Mobilen beisammen, während es drinnen abkühlt - heute bislang heißester Tag!
Erlebnis des heutigen Tages: Fahrzeugkontrolle. Wir werden alle durch einen Polizisten gestoppt. Lutz fährt als erster und muss somit die Kontrolle als erster über sich ergehen lassen. Der Polizist lässt sich die Papiere zeigen und möchte wissen wohin die Reise geht. Als Lutz auf den Schriftzug Baikal zeigt, werden wir anderen nicht weiter kontrolliert und dürfen weiterfahren.


   |   Tages KM: 557   |   GPS Nord: 57°42'12   |   GPS Ost: 54°33'18

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Mittwoch, 26.6. Bolahaya Sosnova - Kungur - Jalyn

Wie immer waren die Schlafergebnisse der Gruppe sehr unterschiedlich. Auf einem LKW-Parkplatz mit Raststätte ist die ganze Nacht ein Kommen und Gehen. Auch Busse machen hier Station.
Heute wollen wir in Kungur die berühmten Eishöhlen besichtigen. Für die 226 km benötigen wir 4 Stunden. Da immer nur 20 Pers. pro Gruppe in die Eishöhle dürfen, beeilen wir uns um an der 13 Uhr Führung mit Lasershow teilzunehmen. Wie sind doch die Besucher so unterschiedlich bekleidet. Von Winterjacke bis Sommerkleid, und nackten Beinen in Sandaletten – alles ist vertreten. Die Führung dauert 1 ¾ Std. Die 1703 durch Zufall entdeckte Eishöhle liegt 60 m unter der Erde und ist 5,6 km lang. Es gibt 58 Säle und 60 Seen. Die ersten Grotten haben 2 Grad Minus und sind über und über mit Eiskristallen bedeckt. Später liegen die Temperaturen bei 4° C. Unser Führer weist auf interessante Steinformen, und erklärt sie, Veronika übersetzt.
Recht durchfroren kommen wir wieder ans Tageslicht. Uns erwarten Gewitter und Regen.
Nach kurzer Rast und Beratung soll es noch knapp 130 km bis zum nächsten Stellplatz an einem See gehen. Für die „wenigen“ Kilometer benötigen wir 2 ½ Std – viel LKW-Verkehr mit wenig Überhohlmöglichkeiten.
Die Lage am See ist wunderschön, ruhig – nur Vogelstimmen hört man. Nach dem Abendessen machen Peter und ich einen Bummel durch den Ort. Viele der alten Holzhäuser sehen verfallen aus. Von 2 Männern werden wir auf der Str. begrüßt und zum „Trinken“ eingeladen –doch wir lehnen dankend ab.
Während wir mit unserer Gruppe noch im Spätsonnenschein beisammensitzen, spazieren zu uns 5 Frauen und schnell sind wir in interessante Gespräche verwickelt. Wir laden sie auf ein Glas Wein ein und sie bieten uns Frischmilch an. Bald sind die Frauen mit Milch, Süßwaren und Honig zurück. In geselliger Runde sorgt wieder einmal Veronika für die Verständigung, danke liebe Veronika. Zum Abschied machen wir noch Erinnerungsfotos vor den Mobilen.
Das verwundert die russischen Frauen: Wie können Rentner solche Reisen unternehmen, die doch bestimmt anstrengend (vom Alter) und teuer sind? In Russland bleibt den Rentnern, wenn sie mit 55 in Rente gehen, nicht viel zum Leben. In diesem Dorf leben nur noch überwiegend alte Leute. Die jungen (bis auf wenige Ausnahmen) sind in die Städte gezogen. Die Frauen wirken zufrieden und stolz auf uns.
Der junge Mann, der hinzugekommen ist, sieht das anders. Vielleicht hat er keine Arbeit, denn er wirkt unzufrieden und blickt voller Neid auf unsere doch so „protzigen“ Fahrzeuge.


   |   Tages KM: 357   |   GPS Nord: 56°47'18   |   GPS Ost: 58°05'41

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Donnerstag, 27.6. Jalyn am See - Tyumen Camping

Alle haben wunderbar an diesem abgelegenen See geschlafen. Heute ist die Strecke (bis auf wenige Ausnahmen in Baustellen) gut zu befahren.
Nur Manfred hat Pech: hochgeschleuderte Steine von einem vorbeirasenden PKW beschädigen seine Windschutzscheibe. Bis zum Nachmittag vergrößert sich der Sprung.
Wir passieren die Grenze Europa/Asien nach 4.350 Kilometern von zu Hause kurz vor Jekaterinburg.
Die Stadt hat außer der Blutskirche keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten und so umfahren wir Jekaterinburg. Die Landschaft ist eintönig, es gibt nur wenige Straßendörfer an der Schnellstr. Dafür sehen wir so alle 75 km mobile Krankenstationen – mit Krankenwagen und einige sogar mit Hubschrauber.
Den für heute geplanten Campingplatz finden wir erst nach etlichen Fehlversuchen. Bei dem uns bekannten Campingplatzschild kann es sich durchaus nur um einen Parkplatz zwecks Übernachtung vor einem Motel handeln. Doch unser Platz ist tatsächlich ein Campingplatz und liegt bei einem See bei Tyumen. Er besitzt ein kleines Thermalbad, das überschüssige Wasser wird in den kleinen See geleitet. Auf dem Platz zelten Einheimische so wie bei uns in der 50ziger Jahren, einfach und ohne Komfort. Es gibt keine Duschen und keine Wasserstellen für Frischwasser, die Toiletten sind Plumpsklos. Als Veronika an der Rezeption nach Waschmaschinen fragt, erntet sie nur ein verwundertes Lächeln - Waschmaschinen wofür???
Mehrheitsbeschluss am Abend: Weiterreisen am nächsten Tag, obwohl wir alle einen Ruhetag herbeigesehnt haben.
Erlebnis des Tages: Auf unserer Strecke stockt der Verkehr. Ein Rollstuhlfahrer ist auf der zweispurigen Straße zwischen all den LKW und Abgasen unterwegs. Bald wendet er und kommt uns entgegen. Ich kurbele das Seitenfenster runter und er fragt aus welchem Land wir kommen. „Deutschland“? Ich antworte: „Russland ist gut“, und überreiche ihm eine Kappe mit Mercedes-Werbung. Freudestrahlend nimmt der diese entgegen. Mercedes - eine Automarke, die in Russland Herzen höher schlagen lässt.


   |   Tages KM: 548   |   GPS Nord: 57°17'43   |   GPS Ost: 65°04'57

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Freitag, 28.6. Tyumen - Hotel P Km 159

Das Wetter zeigt sich bedeckt, heute haben wir nur eine kurze Tagesetappe zu schaffen.
Wieder ist ein Tankstopp fällig und wir hoffen an einer Tankstelle Frischwasser bunkern zu können – leider vergeblich nach zwei Anläufen. Man rät uns in das nächste Dorf zu fahren und uns an einer Wasserstelle zu bedienen. Das klappt dann auch vorzüglich. Doch bis alle 4 Fahrzeuge versorgt sind vergehen fast 2 Stunden.
Der heutige Übernachtungsplatz ist bereits am frühen Nachmittag erreicht. Es gibt tatsächlich eine Möglichkeit hier Wäsche waschen zu lassen. Veronika und ich raffen alles zusammen. Bis zum Abend will man uns die Wäsche schrankfertig ans Mobil liefern. Alles klappt mit Zeitverzögerung und ist gar nicht einmal so teuer! Die Männer stürzen sich sofort ins Internet-Café, die Frauen finden andere Beschäftigungen. Das Abendessen nehmen wir in der SB-Gaststätte ein, der Nachtisch ist besonders lecker.
Tanken in Russland: Bis auf eine Ausnahme konnten wir bisher immer mit Kreditkarte (Visa oder Master Card) bezahlen. Um an einer Zapfsäule zu tanken, muss erst von der Kasse diese freigeschaltet werden. Also zuerst mit der Kreditkarte zur Kasse, die Zapfstellennummer und den gewünschten Betrag nennen. Dann kann das Tanken beginnen. Tipp: Ich schreibe die Angaben schon vorher auf einen Zettel. Die Unterschrift auf dem Beleg mit der auf der Karte vergleicht hier niemand! Was geschieht, wenn man sich in der Mengenangabe nach oben verschätzt? Das haben wir noch nicht ausprobiert.


   |   Tages KM: 211   |   GPS Nord: 56°30'32   |   GPS Ost: 67°50'59

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Samstag, 29.6. Hotel P Km 159 - Omsk - Kalachinsk

Heute ist wieder Strecke fahren angesagt. Das Wetter hat sich abgekühlt, morgens nur um die 13° C. Wir kommen durch wenig bewohntes Gebiet. Die Wiesen und Felder mit Acker-Senf reichen endlos bis zum Horizont, drüber weiße Wolken im Himmelblau. Das Gebiet das wir durchfahren ist von vielen Seen durchzogen, unsere Straße liegt auf einem erhöhten Damm. Hier wird es zu bestimmten Jahreszeiten Überschwemmungen geben. Wir müssen unsere Uhr um eine weitere Stunde vorstellen. Der Straßenbelag ist mal so – mal so, wir kommen schnell vorwärts als gedacht. Die Stadt Omsk wird umfahren und nach weiteren 80 km erreichen wir unseren heutigen Stellplatz. Für heute heißt es nach 576 km: genug gefahren!!! Es gibt auf dem Rastplatz sogar eine Banja, doch die ist nur für Männer vorgesehen. Das nahe Restaurant hält viele Speisen bereit und ohne Zögern machen wir von dem Angebot Gebrauch. Manfred spendiert zum Nachtisch Eis.

Fortsetzung tanken in Russland: Gleich heute machen wir die Probe aufs Exempel. Bei Überzahlungen gibt es Geld zurück.


   |   Tages KM: 571   |   GPS Nord: 55°00'03   |   GPS Ost: 74°36'26

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Sonntag, 30.6. Kalachinsk - Novosibirsk/Deutsches Haus

Das Wetter ist weiterhin bedeckt als wir starten – nur so um die 15°C. Heute wollen wir Novosibirsk erreichen. Die Landschaft: Weite – soweit das Auge reicht, Wiesen und Bäume, wenig bewirtschaftete Flächen und ganz selten ein Dorf. Wir treffen erstmals auf die Linie der Transsibirischen Eisenbahn. Der Straßenbelag ist bis auf wenigen Ausnahmen überwiegend gut. Um 17.30 Uhr erreichen wir den Stellplatz „Deutsches Haus“ in Zentrumsnähe in Novosibirsk. Den Preis von 25 Euro für 24 Stunden betrachten wir als erhöht. Doch es steht uns nicht der Sinn nach einem weiteren Platz Ausschau zu halten.
Novosibirsk feiert an diesem Wochenende 120 Jahre Bestehen und hat heute 1.4 Mio. Einwohner. Diese Stadt entstand, als man 1893 für die Transsibirische Eisenbahn eine Brücke über den Ob baute. Es gibt eine 10 km lange Prachtstraße und riesige Plätze auf denen heute gefeiert wird, überall stehen Stände und spielen Musikgruppen – die Polizei ist auch präsent.
Schon bald starten wir zu einer kleinen Stadtbesichtigung, und stehen kurz danach vor dem größten Opernhaus Eurasiens. Der historische Bahnhof (1930-41) ist der größte seiner Art in Russland und hat die Form einer riesigen Lokomotive. Lt. meinem Reiseführer soll heute die Transsibirische Eisenbahn gegen 23 Uhr einlaufen. Leider Fehlanzeige, wie sich nach mehreren Nachfragen von Veronika ergibt. Der Hunger plagt. So suchen wir uns ein kleines Georgisches Restaurant. Fleischspieße, gefüllte Teigtaschen (Katschpuri) – wir werden alle satt.
Abends gibt es ein gewaltiges Feuerwerk. Doch von unserem Stellplatz hinter den Hochhäusern bekommen wir leider nur das „Geknalle“ mit.
Bahnhöfe und Informationen: Die Informationstafeln sind anders als bei uns gestaltet und weil für die Transsibirische Eisenbahn immer die Moskauer Zeit (die Abfahrzeit des Zuges) gilt, sind wir schon ein wenig irritiert. Passanten können uns nicht weiterhelfen, denn sie sprechen nur russisch. Peter und Veronika erhalten am Auskunftsschalter der Bahn nur „patzige“ Antworten von den Beamten!!!


   |   Tages KM: 570   |   GPS Nord: 55°02'02   |   GPS Ost: 82°56'03

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Montag, 1.7. Novosibirsk - Poperetschnoe

Die Anmeldeformalitäten im Deutschen Haus sind ähnlich wie die an der russischen Grenze. Veronika berichtet uns folgendes: Mit dem Formular der Sekretärin zur Obersekretärin und dann zur Chefsekretärin - alles braucht seine Zeit. Trotzdem verbleibt uns noch Zeit für einen Stadtbummel, denn wir wollen erst gegen 16 Uhr (dann sind die 24 Std. rum) abreisen. Der Verkehr am Montagvormittag brummt, aber Personen sind nur wenige unterwegs – alle bei der Arbeit? Wir schlendern ein wenig die Prachtstr. entlang und essen in einem Kellerrestaurant eine Kleinigkeit. Dann wird es Zeit zum Stellplatz zurückzukehren, unsere Gruppe will noch das Museum im Deutschen Haus besichtigen. Eine Angestellte mit guten Deutschkenntnissen erklärt uns die wenigen Ausstellungstücke die Wolgadeutsche dem Museum zur Verfügung gestellt haben.
Auf Einladung von Zarin Katherina II sind vor rund 250 Jahren viele Familien aus Deutschland an die Wolga gesiedelt und haben das Land fruchtbar gemacht. Sie haben Dörfer und Kirchen gebaut und später kamen auch Handwerker und Lehrer. Bis 1941 lebten sie hier friedlich. Nachdem Deutschland 1941 Russland den Krieg erklärte, hat Stalin viele dieser Familien nach Sibirien deportiert.
Eine kleine deutsche Minderheit pflegt bei Zusammenkünften das deutsche Brauchtum, so erklärt man uns.
Gegen 16 Uhr fahren wir weiter und schaffen außer tanken und einkaufen (dafür veranschlagen wir jeweils 30 Min.)noch 160 km. Heute finden wir kein ideales Übernachtungsplätzchen an der Straße und biegen in ein kleines Dorf (unweit der Hauptstr.) ab. Wir parken in der Nähe von einer Schule. Nach und nach kommt die neugierige Dorfbevölkerung vorbei – zuerst die Jugendlichen, dann ein älterer Herr. Sie alle begrüßen uns mit: „Guten Tag“. Der ältere Herr erklärt uns, dass noch 4 deutsche Familien im Ort leben. Der kleine Lebensmittelladen gegenüber ist gut bestückt. Außer Lebensmitteln kann man in ihm auch alles das, was man sonst noch für Haushalt, Arbeit oder Schule benötigt kaufen. Keine 100 m weiter ist eine kleine Bäckerei. Die Frauen lassen uns in ihre Backstube schauen und wir kaufen Kekse und Kuchen. Morgen ab 8 Uhr soll es frisches Brot geben.
Nachts: Die Dorfjugend sitzt im nahen Bushäuschen. Davor ein PKW der seine neuen Musikboxen ausprobiert. Die Bässe dröhnen bumm – bumm –bumm und lassen uns nicht schlafen. Aufstehen – hingehen – Bescheid sagen? Peter macht sich als einziger auf. Mit Erfolg, denn wenig später brausen die Mofas davon – es kehrt wieder Ruhe ein. Peter berichtet, dass 12 Jugendliche (8 bis 12 Jahre) um das Bushäuschen herumstehen und ihren Spaß haben. Er gibt ihnen in Zeichensprache zu verstehen, dass wir schlafen möchten. Erst lachen sie, dann verstehen sie und dann verschwinden sie –spassiba (danke).


   |   Tages KM: 186   |   GPS Nord: 55°30'23   |   GPS Ost: 84°59'11

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Dienstag, 2.7. Poperetschnoe - Kritovo

Immer noch kein Sonnenschein in Sicht, morgens so um die 11°C. Wenn das so weiter geht, dann müssen wir bald die Heizung anstellen. Nach Kemerovo wird es gebirgiger. Von den Anhöhen geht der Blick ins weite Land. Wir sehen Nadelwälder. In den Wiesen leuchten die weißen Herkulesstauden mit blauen und gelben Blumen um die Wette. Der Straßenbelag ist gut, der Verkehr außerhalb der Städte nicht mehr so dicht. Der Ort Mariinsk gefällt uns mit seinen vielen schmucken Holzhäusern sehr gut. Auf unserer Rücktour vom Baikalsee wollen wir hier einen Stopp einlegen. Wenige Kilometer vor Achinsk biegen wir zum Übernachten in das Dorf Kritovo ab. In einer kleinen Seitenstr. richten wir unser Nachtlager ein. Die Sonne kommt raus und Mücken umschwärmen uns. Während die Frauen kochen, erkunden Peter und Manfred den Ort. Hier am Ende der Sackgasse herrscht wenig Verkehr. Dafür hören wir die Züge der nahen Bahnlinie. Hoffen wir, dass es eine ruhige Nacht wird. Wieder haben wir die Uhr um eine Stunde vorgestellt, inzwischen haben wir 6 Stunden Differenz zu Deutschland.
Schmetterlinge. Sobald die Sonne scheint, flattern unzählige Schmetterlinge herum. Am Straßenrand sind an einigen Stellen tellergroße Flächen von Ihnen bevölkert. Sie sehen weiß aus und haben zarte schwarze Linien. In meinem Bestimmungsbuch sind sie nicht näher beschrieben. Leider bleiben auf unserer Windschutzscheibe auch einige Schmetterlinge hängen.


   |   Tages KM: 437   |   GPS Nord: 56°14'25   |   GPS Ost: 90°01'02

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Mittwoch, 3.7. Kritovo - Yurty

Ohne Besichtigungsstopps soll es schnell möglichst nach Irkutsk gehen. Gabys Zahnschmerzen haben sich nicht gebessert. In Irkutsk haben wir eine Ansprechpartnerin (Marina) die deutsch spricht. Sie soll dann einen Zahnarzttermin vereinbaren.
Die Landstr. M 53 ist bis auf wenige Baustellen gut zu befahren. Wir wagen die Stadt Kransk zu durchfahren, leider sind hier die Straßen katastrophal – von unzähligen Schlaglöchern übersät, die meisten Gebäude sind in einem schlechten Zustand. Es wird wärmer und die Sonne kommt raus. Bei einer Pause überholen uns zwei deutsche Mobile, die wir bei der nächsten Raststätte einholen. Die Fahrer sind Mongolen aus der Nähe von Berlin und überführen 2 Moible in die Mongolei. Seit einer Woche sind sie unterwegs und fahren jeden Tag 1.200 km. In 3 Tagen wollen sie die restlichen 3.000 km geschafft haben und in die Mongolei einreisen. Was beschwere ich mich da über unsere täglichen Fahrstrecken – heute waren es 560 km bei 8 Stunden reiner Fahrzeit!
Wieder stellen wir die Uhr um eine Stunde vor. In einem kleinen Dorf (nahe Yurty) finden wir auf dem Parkplatz von einem kleinen Supermarkt unseren Stellplatz für die Nacht.
Schon bald sind wir im Interesse der Dorfjugend – mit dem Rad oder zu Fuß, viele spazieren an uns vorbei. Ein kleiner Absacker auf der Holzterrasse hinter uns im warmen Sonnenschein ist noch nach 21 Uhr möglich.
Warum sind es immer nur die Männer, die zu viel „Wässerchen“ (Vodka) getrunken haben, die dann ein Gespräch mit uns zu beginnen? Um 24 Uhr verjagt Michel die letzten jugendlichen „Störenfriede“ mit einem Schnellspurt. Nun ist endlich Ruhe bis 2 Uhr morgens. Da fährt geräuschvoll ein Motorrad heran. Mehrere Personen unterhalten sich lautstark, endlos lange. Mit einer Ehrenrunde über unseren Platz braust das Motorrad dann davon.


   |   Tages KM: 578   |   GPS Nord: 56°04'04   |   GPS Ost: 97°37'30

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Donnerstag, 4.7. Yurty - Zalari

Die heutige Strecke ist die schlechteste seit unserer Russland-Reise. Auf der M 53 (auf der Landkarte gelbe Strecke) von Tayshet bis Turun beginnen ab Nizhnendinsk 19 Kilometer Schotterpiste – ganz übel. Zwar baut man einige 100 m weiter an der neuen Straße, doch bis Sommer 2014 müssen sich die Autofahrer noch gedulden – so sagt eine Infotafel. Wir passen unsere Geschwindigkeit, soweit es möglich ist, der Piste an. Doch leider schleudern vorbeirasende PKW und auch LKW immer wieder Steine hoch. Stellenweise ist die Sicht durch eine Staubwolke gleich null. Bei einer kleinen Pause nach der Baustelle entdeckt Peter bei uns einen defekten Reifen. Gott sei Dank gibt es eine Reifenreparatur-Werkstatt auf dem Rastplatz. Für umgerechnet 16 Euro ist der Schaden bald behoben und wir können weiterfahren. Wir werden aber noch einige Kilometer auf der M 53 kräftig durchgeschüttelt.
Erkenntnis: Da wir für die Rücktour die gleiche Strecke nehmen müssen, können wir uns schon jetzt auf diese Piste freuen!



   |   Tages KM: 525   |   GPS Nord: 53°23'20   |   GPS Ost: 102°45'29

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Freitag, 5.7. Zalari - Irkutzk

Knappe 200 km, dann wollen wir in Irkutsk sein. Marina hat für Gaby bereits einen Zahnarzttermin vereinbart. Irkutsk – man nennt die Stadt auch „das Paris Sibirens“, liegt an der Mündung des Flüsschens Iskut sowie an der Angara und ist nur 65 km vom Baikal entfernt. Es gibt guten Boden für Ackerbau, ausreichend Wasser und reiche Jagdgebiete. Die Stadt kam zu Reichtum durch den Handel mit China und der Mongolei und den begehrten Zobelfellen. Das Wappentier der Stadt ist ein Tiger (der aber wie ein Biber aussieht) mit einem Zobel im Maul.
Gegen Mittag treffen wir am Hotel Angara ein, Marina nimmt uns herzlich in Empfang.
Wir parken hinter einem Sportplatz und Gaby geht mit Marina und Hermi zum Zahnarzt, Manfred und Lutz warten derweil im Angara Hotel. Wir anderen vier verschaffen uns einen ersten Eindruck von der Stadt. Es ist warm, so um die 25°C. Wir spazieren die Angara entlang, laufen durch die Einkaufsstr., wo sich eine westliche Markenfirma an die andere reiht. Es gibt auch eine Fußgängerstr., doch wir vermissen das Flair anderer westlicher Großstädte. Es fehlen fast gänzlich die Straßencafés. Zwei große Markthallen mit einem Überangebot an frischen Waren und ein Chinamarkt schließen sich an. Etliche goldene Kirchturmspitzen blitzen hinter Häusern hervor.
An unserem Stellplatz warten wir auf die Anderen. Gaby hatte beim Zahnarzt Erfolg, soll aber morgen Vormittag nochmals vorbeikommen. So „hängen“ wir ein wenig herum und relaxen, als einige junge Frauen mit Kleinkindern erscheinen. Aus einem Geländewagen ertönt laute Musik. Zu dieser formieren sich die Frauen zum Showdance. Einige der jungen Frauen haben sich ihre Kinder vor den Bauch geschnallt und tanzen nun zu den Rhythmen, andere schieben tanzend ihre Säuglinge im Kinderwagen. Die größeren Kinder werden mit einbezogen. Veronika und ich versuchen einige Schritte nachzuahmen. Es entwickelt sich ein kleines Gespräch und die Frauen möchten gerne einen neugierigen Blick in unsere Mobile werfen – was wir ihnen auch gerne gewähren.
Sie erzählen uns: Morgen ist Familientag und zu diesem haben sie diese Tanzshow einstudiert.
Musik verbindet!


   |   Tages KM: 192   |   GPS Nord: 52°16'12   |   GPS Ost: 104°17'12

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Samstag, 6.7. Irkutsk

Stadtbesichtigung im Regen. Nach dem Zahnarzttermin von Gaby, nun ist alles gut, marschieren wir mit Marina los. Wir beginnen mit dem Denkmal Zar Alexander III. Er hat die Entscheidung zum Bau der Transsibirischen Eisenbahn getroffen, und damit die Wege nach Irkutsk an Zeit gewaltig verkürzt. Wir erreichen den Kirow-Platz. Dort haben vor 300 Jahren die Kosaken ihre erste Festung errichtet. Heute brennt hier in einer Grünanlage das sogenannte „Ewige Feuer“, die Gedenkstätte für die ca. 10.000 Gefallenen des 2. Weltkrieges aus dem Gebiet Irkutsk. Als wir erscheinen, legt just ein Brautpaar den Hochzeitsstrauß davor ab (Tradition). Während die Hochzeitsbilder fotografiert werden, sehen wir uns die nahe Erlöserkirche an und beschließen spontan dem Brautpaar ein Ständchen zu bringen. Unsere kleine Gruppe singt, später tragen wir unsere persönlichen Wünsche für das Brautpaar vor, Marina übersetzt. Die Hochzeitsgesellschaft ist sehr angetan – so etwas hat es noch nie gegeben, dass eine deutsche Touristengruppe für ein russ. Paar singt – Völkerverständigung pur! Wir werden beköstigt und trinken einen Schluck auf das Wohl des jungen Paares.
Schon bald sehen wir die Kathedrale zu Christi Erscheinen. Sie fast 300 Jahre alt und im Moskauer Barock erbaut. Dahinter befindet sich das Moskauer Tor. Hier beginnt die Karl-Marx-Str. die bis ins Zentrum führt. Wir speisen im Restaurant Snechinka (Schneewittchen) und schlendern dann durch die Fußgängerzone zum Zentralmarkt. Dort versorgen wir uns mit frischen Lebensmitteln für die nächsten 3 Tage. Morgen wollen wir einen Ausflug nach Listwjanka am Baikalsee unternehmen und dann ein paar Tage im Mündungsgebiert der Angara frei stehen.
Am Abend fahren wir Marina mit den Geschenken unserer Gruppe nach Hause. Sie zeigt uns ihre Datscha, ihren Garten mit Treibhaus und stellt uns ihren Ehemann Wlademir vor.
Marina spricht sehr gut Deutsch und arbeitet für ein kleines Reisebüro in Irkutsk. Durch ihre lebhafte und lustige Art haben wir sie sofort in unser Herz geschlossen. Sie weiß Wissenswertes über Russland und seine Bewohner zu berichten und dadurch verstehen wir nun auch die Mentalität der Russen besser. Wir können sie nur wärmstens empfehlen!


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Sonntag, 7.7. Irkutsk - Listwjanka - Irkutsk

Ausflug nach Listwjanka. Der Ort ist die „Pforte zum Baikal“ und liegt an der Angara, dem gewaltigen und einigen Ablauf zum Baikalsee, über 300 Flüsse fließen in ihn. An dieser Stelle ist die Angara 860 m breit.
Heute werden wir alle erstmals den Baikalsee sehen und sind ganz gespannt. Das Wetter ist gut – 55 Wellen (Hügel rauf und runter) führen an den Baikalsee, die Straße ist gut. Unterwegs liegt das Freilichtmuseum Talzy. Als in dieser Gegend gewaltige Staudämme errichtet wurden, versanken ganze Dörfer im Wasser. Einige Kirchen, Bauernhäuser und Wehrtürme wurden gerettet und hier, 47 km vor Irkutsk entfernt am Ufer Hang der Angara originalgetreu wieder aufgebaut - ein sehenswertes sibirisches Dorf. Schon bald erreichen wir den Baikalsee, die „Perle Sibiriens“. Die Sibirier nennen ihn das „heilige Meer“ und seine Ausmaße sind gigantisch. Er ist mit 1624 m der tiefste See der Erde, sein Wasserinhalt übertrifft den der Ostsee und er nimmt von der Fläche her die Größe Belgiens ein.
So ist auch unser Eindruck – der See ist unendlich! Marina schlägt vor mit einer Seilbahn zu einem hochgelegenen Aussichtspunkt zu fahren und von dort den Blick schweifen zu lassen, gesagt – getan.
Das Baikalmuseum in Listwjanka verschafft einen guten Überblick über Tiere, Flora und Fauna am Baikal. Besonders gut haben mir die zwei niedlichen Baikalrobben gefallen, es soll noch 600.000 davon im See geben. Wir haben noch vor den gegehrten Fisch, den Omul, zu kaufen. Doch mangels freier Parkplätze heute am Sonntag fahren wir weiter zu unserem nächsten Stopp.
Zu einem Essen in einer typisch russischen Datscha – zu Tatjana und Sergej. Das kleine Dorf liegt nur etwas abseits der Hauptstraße, doch schon nach wenigen Metern beginnt die Schotterstraße mit etlichen Schlaglöchern. Nachdem wir die Gastgeber (Marina hat das Essen arrangiert)an der Gartenpforte ihrer Datscha begrüßt haben, werden wir ins Wohnzimmer geführt. Hier hat man einen riesigen Tisch bereits für uns alle liebevoll gedeckt. Während wir auf das Essen warten, lassen wir die Blicke schweifen: helle Holzvertäfelung an den Wänden, bestickte Gardinen, Familienbilder auf dem Kaminsims, gemütliche Sofas und Sessel stehen auf einem Teppich – wohnen so die russischen Familien? Zuerst wird Wodka eingeschenkt und Trinksprüche: auf die Gastgeber, Marina, alle Frauen, die Liebe, die Mobile und zum Schluss auf die Mütter lassen etliche Schlückchen in unsere durstigen Kehlen rinnen. Der leckere Salat steht bereits angerichtet auf dem Tisch, dazu herrliches Bauernbrot. Bald danach wird die Haussuppe „Schtschi“ aufgetragen. Wie uns der Koch (Sohn Denis) verrät, wird sie aus folgenden Zutaten gekocht: Zwiebeln, gesalzener Kohl, Kartoffeln, helle Pilze, Salatstreifen und uns unbekannten Gewürzen. Ein großer Klacks Smetana gehört noch auf jeden Teller. Wir verdrücken fast den Inhalt von 2 Terrinen. Schon satt, serviert man uns das Hauptgericht: Fleischklößchen mit Kartoffeln. Wer dann noch Platz im Magen hat nimmt zum Nachtisch: Brandteiggebäck mit selbstgekochter Blaubeermarmelade, dazu trinken wir Tee.
Wir bedanken uns herzlich bei den Gastgebern für dieses köstliche Essen (besser als bisher in jedem russischen Restaurant) und finden 20 Euro pro Person im Preis für angemessen. Die Reste werden uns noch zum Mitnehmen eingepackt.
Peter und ich fahren Marina nach Irkutsk zurück, für unsere Freunde finden wir einen Stellplatz für die Nacht an der Angara.
Morgen Vormittag will Marina um 11 Uhr in ihrem Büro mit unseren Pässen eine Anmeldung bei den Behörden vornehmen. Das ist in Russland erforderlich, wenn man sich mehr als 7 Tage in einer Region aufhält. Bei Polizeikontrollen können diese Nachweise von Bedeutung sein. Bislang hatten wir nur eine Polizeikontrolle und da wollte man nur unser Reiseziel wissen.
Marina will außerdem für uns eine IVECO-Werkstatt ausfindig machen. Bei dem Mobil von Lutz gibt es ungewöhnliche Geräusche, wir verlieren ein wenig Kühlwasser.
Danke Marina für diesen schönen Ausflug!



   |   Tages KM: 187

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Montag, 8.7. Irkutzk - Platz an der Angara

Wie verabredet treffen Peter und ich Marina um 11 Uhr in ihrem Büro um die Behördenformalitäten zu erledigen. Unser Ausflug mit der Eisenbahn muss wegen der großen Nachfrage vorverlegt werden, für Mittwoch gibt es noch genügend freie Plätze. Leider kann Marina für uns keine IVECO-Werkstatt Vorort ausfindig machen, die nächste befindet sich 1070 km entfernt in Krasnojarsk. Peter schlägt vor in eine Fiat-Werkstatt zu fahren (7 ½ km vom Zentrum) und es dort zu versuchen. Wir informieren Lutz, damit er die Gruppe zur Werkstatt führt.
Gaby und Lutz sind niedergeschlagen, denn in der Nacht ist ihr Hund Nicki gestorben. Die letzten Tage ging es Nicky (15 Jahre alt) sehr schlecht, sie wollte nicht mehr fressen und war antriebslos. Nun liegt sie am Baikalsee begraben – am „heiligen Meer“.
In der Werkstatt (verschiedene Marken) wenden wir uns an den Fiat Spezialisten, da unser Motor dem der Ducato-Modelle ähnelt. Man kann uns bei unserem Kühlerproblem nicht helfen, und „Kühlerdicht“ für den Notfall kann nicht erworben werden. Bei dem Mobil von Lutz sieht es anders aus. Beim Auspuffkrümmer fehlen 2 Befestigungsmuttern. Diese müssen aufgeschraubt werden. Dabei reißt ein Monteur einen Stehlbolzen ab. Nun ist das Problem erst recht groß, denn die Schraube muss ausgebohrt werden. Doch diese Werkstatt ist leider nicht in der Lage oder willens dazu, dieses zu tun. Wir entscheiden weiter zu fahren und auf der Rückreise (in 4 Wochen) in Krasnojarsk die Reparatur durchführen zu lassen. Hoffen wir, dass beide Fahrzeuge es bis dort schaffen!!!
Da unser Ausflug mit der Eisenbahn am Mittwoch stattfinden soll, und wir erst morgen Nachmittag im Zentrum von Irkutsk eintreffen wollen, suchen wir uns ein Stellplätzchen an der Angara. Heute ist ideales Badewetter und um die kleinen Badeseen und der Angara herrscht reges Treiben. Bald haben wir eine kleine Wagenburg errichtet und die ersten neugierigen Jugendlichen treffen ein. Die Männer ruhen sich nach all den Aufregungen aus, wir Frauen spielen Rummikub. Abends wird der Grill angeworfen, wir sitzen beisammen und genießen den schönen Sommerabend.
Nachts ist es unerwartet ruhig.


   |   Tages KM: 20

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Dienstag, 9.7. Angara - Irkutsk

Ruhetag an den Badeseen und Sonnenschein pur. Am frühen Nachmittag verlassen wir den Platz und fahren auf unseren „alten“ Stellplatz, Sportplatz Zentrum. Wir erledigen einige Einkäufe und Versorgung mit Frischwasser.
Nächtliche Ruhestörung durch laute Musik in den Morgenstunden.


   |   Tages KM: 19

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Mittwoch, 10.7. Irktutsk - Alte sibirische Eisenbahn

Schon in aller Frühe treffen wir Marina um heute den Ausflug mit der „Alten Baikalbahn“ zu unternehmen. Dabei handelt es sich um keinen Museumszug, sondern vielmehr um die alte Bahnstrecke am Baikalsee. Vom Bahnhof in Irkutsk geht es um 8.20 Uhr mit der elektrischen Bahn in 2 ½ Stunden bis Sljudjanka. Marina hat für uns Karten vorbestellt, und so sitzen wir alle in der ersten Klasse in 4er-Grüppchen beisammen. In Sljudjanka wird die Lokomotive gegen eine Diesellok getauscht. In der Zwischenzeit können wir uns den Bahnhof anschauen, er wurde aus weißem Marmor 1904 erbaut.
Die Westküste des Baikalsees hat mit ihren kargen Steilküsten, ihren steinigen Ufern und der dünnen Besiedelung nur wenige touristische Höhepunkte. Einer von ihnen ist die Baikalbahn. Hier ein paar Daten der heutigen 84 km langen Strecke: 39 Tunnels, 352 große und kleine Brücken und 18 Galerien. Es gab ehemals 300 Bahngebäude an der Strecke, die 1904 in Betrieb genommen wurde. Ingenieure aus Deutschland und Italien halfen bei diesem schwierigen Teilstück. Der Zug hält jede halbe Stunde für 30 Minuten – an einigen Haltestellen müssen wir über Leitern ein- und aussteigen. Wir haben dann Zeit uns die Brücken, Tunnel und vielen seltenen Pflanzen aus der Nähe anzuschauen. Das Ufer des Baikalsees begleitet uns auf der ganzen Fahrt. Unterwegs Mittagessen bei Einheimischen – russische Küche.
In diesen entlegenen Teil führen keine Straßen, trotzdem sehen wir einige Autos. Marina erklärt: Im Winter fährt man in diesen über den zugefrorenen See zum Einkaufen in die nächstgrößeren Ortschaften, im Sommer ist man auf die Eisenbahn angewiesen. Am Port Baikal endet die Fahrt um 19 Uhr, eine Fähre bringt uns über die Mündung der Angara auf die andere Uferseite nach Listwjanka. Von hier geht es mit Bussen zurück nach Irkutsk. Wir haben Glück, denn ein Kleinbus fährt uns schon bald direkt bis an unsere Mobile.
Das war ein interessanter, aber auch anstrengender Tag.
Wir singen Marina zum Abschied ein Lied, dass wir auf der Eisenbahnfahrt für sie gedichtet haben.
Nach der Melodie: Marina, Marina, Marina
Wir kamen nach Irkutsk zu der Marina,
du bist als Reiseleitung einfach prima,
du weißt so viel vom Baikal zu berichten,
erzählen, singen, tanzen und bla bla…
Marina, Marina, Marina, du bist ja die Beste der Welt:
Haben wir Probleme, ob Stempel oder Zähne,
Marina kommt und hilft uns,
sagt immer da, da, da,
haben wir mal Sorgen, verschieben wir’s auf Morgen,
Marina komm‘ vorbei ei ei
Dawai, dawai, dawei.


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Donnerstag, 11.7. Irkutsk - Arshan

Auf unserem Weg nach Ulan-Ude machen wir einen Abstecher in das Tunka-Tal. Die M 55 bis Kultuk ist überwiegend gut zu befahren. Wir kommen durch Wälder bis auf 900 m, heute ist das Wetter bedeckt. Bei Kultuk geht es in Serpentinen abwärts und schon bald sehen wir den Baikalsee. Am Straßenrand stehen Verkaufsstände, aus Tonnen steigt Rauch auf. Hier werden die im Baikal gefangenen Omul-Fische frisch geräuchert und verkauft. Gaby kann nicht widerstehen und kauft einen kleinen Vorrat für den sofortigen Imbiss. Die A164 führt in den Tunker-Nationalpark, eingerahmt von bis zum 3.000m hohen Bergen auf denen wir noch Schneereste blitzen sehen. Sie erinnern uns an die Alpen und diese Landschaft begeistert uns alle! Wir kommen durch kleine Dörfer mit Holzhäuschen, sehen eingezäunte Weiden für Pferde, die Kühe laufen überwiegend frei herum. Am liebsten stehen die Rindviecher im Buswartehäuschen. In einem kleinen Dorf kaufen wir frischen und geräucherten Omul.
Ein weiterer Abzweig führt nach Arshan. Hier befinden sich Mineralquellen, die bei den Russen sehr beliebt sind. Wir besichtigen im Ort eine buddhistische Tempelanlage. Die Bevölkerung des Tals bestand bis ins 17. Jh. nur aus Burjaten und die Religion war schamanisch. Nach der Missionierung durch die Russen nahm der buddhistische Glauben zu. An den Gebetsstätten befinden sich Bäume, die mit bunten Bändern über und über behangen sind, meistens in der Nähe vom Wasser. Besonders viele befinden sich am Flüsschen Kyngara. Die Besucher schöpfen Wasser in mitgebrachte Gefäße. Ein beliebter Spaziergang führt zum Wasserfall. Veronika, Michel und Manfred machen sich auf den Weg. Zum Abschluss besuchen wir alle ein Jurten-Café.
Unser heutiger Stellplatz befindet sich am Fluss Irkut in idealer Lage.
Wunsch aller Frauen: Bitte hier einen weiteren Tag verweilen – es ist so wunderschön!



   |   Tages KM: 245   |   GPS Nord: 51°43'06"   |   GPS Ost: 102°35'06"

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Freitag, 12.7. Arshan - Taraurovo

Kein Ruhetag, denn der Regen am frühen Morgen bestimmt das Tagesprogramm. So heißt es: weiterfahren! Schon bald meldet Lutz, dass sein Motor ausgeht. Das heißt: er muss neu starten und dann weiterfahren. So geht das 90 km bis zur Hauptstraße, etliche Male wiederholt sich der Spuk. Für Lutz und Gaby eine Angstpartie. An der Hauptstr. suchen wir die nächste Tankstelle auf. Lutz und Gaby beschließen mit Manfred und Hermi nach Irkutsk in eine Werkstatt zu fahren und versuchenden dort den Fehler beheben zu lassen. Wir setzen mit Michel und Veronika wie geplant unsere Reise weiter fort nach Ulan-Ude. In 4 bis 5 Tagen wollen wir wieder zu den anderen stoßen.
Der Regen wird stärker. Eine Zeitlang führt unsere Straße am Südufer vom Baikalsee entlang. Wir passieren das Daban-Gebirge und streckenweise ist es gebirgig. Zwischendurch haben wir eine längere Baustelle mit Piste und vielen Schlammlöchern. Vorbeirasende Fahrzeuge spritzen uns mit Schlamm voll. In kleinen Straßendörfern gibt es Omul und Beeren zu kaufen - ansonsten wirkt alles bei Regen trostlos.
Vor dem Selenga-Delta biegt die Hauptstr. nach Süden, nach Ulan-Ude ab. Der Straßenbelag wird nun endlich besser und der Regen hört auf. 45 km vor der Stadt finden wir ein Übernachtungsplätzchen – 19 Uhr, für heute ist Schluss mit der Fahrerei.
Wir erkundigen uns am Abend bei Lutz und Gaby nach dem Stand der Dinge. Sie teilen uns mit, dass ein Boschdienst den Fehler gefunden hat. Eine Einspritzdüse wurde erneuert und der Fehler ist damit behoben. Morgen können sie die Reise fortsetzten und wollen schon nach Olchon (Insel im Baikal) voraus fahren. Wir werden in 6 Tagen folgen.
Feststellung: Heute waren die bislang übelsten Baustellen und Schlaglöcher unserer ganzen Reise!


   |   Tages KM: 404   |   GPS Nord: 52°08'10"   |   GPS Ost: 107°26'59"

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Samstag, 13.7. Taraurovo - Ulan-Ude

Ualn-Ude ist die Hauptstadt der Republik Burjatien und liegt am Zusammenfluss von Uda und Selenga.
Zu unserem östlichsten Punkt sind wir rund 9.000 km von Hamburg gefahren. Das ist so weit, wie dreimal von Zuhause bis an die Südspitze von Spanien.
In Ulan-Ude leben noch 20 % Burjaten. Viele Gesichter ähneln hier den der Mongolen, asiatisch. Es war das Land des berühmten Dchinges Khan.
Unsere Reisebegleitung heißt Larissa und wir treffen uns mit ihr in Ulan-Ude. Über Leonore Sch. (sie war bereits etliche Male in Russland) haben wir schon in Hamburg Kontakt zu Larissa und auch Marina aufgenommen.
Zuerst fahren wir in das Buddhistische Kloster Iwolginsk. Eine Gruppe von Lamas hat dieses Kloster 1945 geründet. Das kleine Kloster wuchs schnell, heute stehen auf dem Gelände mehrere Tempel. Der Haupttempel ist der Göttin Lchamo geweiht. Es gibt eine buddhistische Universität und etwa 100 Studenten studieren hier die Lehre Buddhas – überwiegend Philosophie, Astrologie und Medizin, aber auch Informatik und Fremdsprachen. Larissa erklärt uns wie wir uns in so einem Kloster verhalten müssen, denn sie ist praktizierende Buddhistin. Immer wieder setzen uns andere Religionen in Erstaunen – doch auch sie vermitteln die Glaubensgrundsätze unserer Religion. Buddhas wichtigstes Gebet: Es leben friedlich und gesund alle Lebewesen.
Das Koster ist auch noch ein Wallfahrtsort. Seit 2002 befindet sich der Körper des Lama „Daschi-Dorscho-Etigelow“ hier. 1927 gestorben und beerdigt zeigt der berühmte Gelehrte keine Spuren von Verwesung. Die Wissenschaftler stehen vor einen Rätsel. Zu seinen Ehren wurde der Tempel gebaut und nur einigen Tagen im Jahr ist er geöffnet.
Wir fahren weiter in das Freilichtmuseum für Völkerkunde. Hier wird das ganze ethische Spektrum des Baikalgebietes repräsentiert. Neben einer ewenkischen Siedlung mit Winter- und Sommerzelten, verschiedenen Behausungen nomadischer und sesshafter Burjaten, Gehöften von Altgläubigen (dazu morgen mehr) und verschiedenen russischen Wohnhäusern aus dem ländlichen und städtischen Raum. Wir finden alles ist sehr sehenswert. Heute ist auf dem Gelände ein Festival und neben Musikgruppen zeigen junge Frauen ihre schönen burjatischen Trachten. Unser Übernachtungsplatz liegt unweit des Museums in einem Picknickpark, leider gibt es kein Trinkwasser.
Larissa fährt mit uns zu Freunden, die außerhalb von Ulan.Ude ein kleines Holzhaus mit Garten besitzen. Dort können wir unseren Wasservorrat auffüllen. Es ergeben sich sehr interessante Gespräche. Wir sehen ein russisches Holzhaus von innen und sind erstaunt über die vielen Räume. Mit Kostproben aus ihrem Garten fahren wir zum Stellplatz zurück, wo uns Michel und Veronika bereits erwarten.
Hier die 8 Regeln Buddhas: rechte Rede, rechte Ansicht, rechter Entschluss, rechtes Verhalten, rechter Lebensunterhalt, rechte Achtsamkeit, rechte Anstrengung, rechte Meditation.


   |   Tages KM: 158   |   GPS Nord: 51°52'40"   |   GPS Ost: 107°39'54"

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Sonntag, 14.7. Ulan-Ude

Wieder haben wir das gute Wetter auf unserer Seite. Am Vormittag unternehmen wir mit Larissa einen Stadtrundgang. Wir beginnen am Platz der Räte. Hier steht eines der größten Lenin-Denkmäler der Welt - ein riesiger Bronze-Kopf. Schon bald stehen wir vor dem prächtigen Opernhaus. In der Opern und Ballette mit burjatisch-folkloristischen Elementen aufgeführt werden. Ein Skulptur aus Bronze davor – Tänzer, wunderbar anmutig dargestellt. Hinter der Oper befindet sich seit 2006 eine Nachbildung des Triumphbogens, der Ende des 19. Jh. die heutige Leninstr. schmückte. Danach laufen wir die Str. bergab, seitlich gesäumt von Kaufmannsvillen aus dem 19. Jh. die reichen Kaufleute und Unternehmer bauten sich prächtige Villen. Das Geld verdienten sie aus dem Handel der „Teestrasse“, die hier bis nach China und weiter führte. Schon bald befinden wir uns in der Fußgängerzone. Mit ihren gepflegten Anlagen und Blumenbeeten eine Augenweide. Am Ende befindet sich die älteste Kirche der Altstadt. Benannt ist sie nach der Ikone der Gottesmutter von Odigitrija, der Beschützerin der Reisenden. Veronika und ich zünden eine Kerze für den weiteren guten Verlauf unserer Reise an. Ob das hilft?
Nun wird es Zeit, dass wir uns zu den Mobilen begeben, um 13 Uhr werden wir im Dorf Tarbagatai bei den „Altgläubigen“ erwartet. Unsere Straße führt an dem Fluss Selenga entlang nach Süden. Die M 55 ist die längste Straße Russlands und führt fast 11.000 km von Moskau nach Wladiwostok. Sie wurde auch Straße der Tränen genannt. Hierher sind die Personen oft nicht freiwillig gefahren, sie fuhren in die „Verbannung“.
Die Altgläubigen sind eine russische Bevölkerungsgruppe, die sich im 17. Jh. von der Mehrheit der russ. Bevölkerung absonderte, weil sie nicht bereit war die Reformation des orthodoxen Glaubens (1652) anzunehmen. Sie wanderten ab nach Polen und Weißrussland. Zarin Katharina II zwang sie sich in den weiten, damals noch unerschlossenen Gebieten Südsibiriens niederzulassen.
Ihre Häuser haben farbige Fassaden und reich verzierte Hoftore, hinter denen sich oft mehrere Gebäude befinden. In Tarbagatai besuchen wir zuerst das liebevoll eingerichtete Museum. Wir werden von einem Einheimischen durch das Museum geführt (fotografieren verboten) und Larissa übersetzt. Der Priester persönlich zeigt uns die Kirche. Er blickt interessiert und offen in unsere Gesichter. Seinem Ehrgeiz ist es zu verdanken, dass hier im Ort so viel Sehenswertes entstanden ist.
Im Unterschied zu den reform. Orthodoxen, die während des 3 – 4 stündigen Gottesdienstes stehen müssen, kniet man bei den Altgläubigen auf Kissen.
In einem typischen Holzwohnaus bewirtet man uns mit Suppe, Hauptgericht und verschiedenen Nachspeisen. Dazu trinken wir Tee, Kwas und einen Selbstgebrannten (aus den Kernen der Zedernkiefer). Danach beginnt im Hof die Folklore-Veranstaltung mit Gesang und Tanz. Eine Gruppe aus Japan und Korea gesellt sich zu uns. Die Aufführung: 3 Männer und eine Frau singen mehrstimmig (in einer Art Kanon) sentimentale und fröhliche Lieder in ihrer Sprache (es gibt mehrere Dialekte). Das hört sich sehr gut an. Der Chor besteht aus insgesamt 13 Teilnehmern, die auch im Ausland auftreten. Als Höhepunkt wird eine Hochzeit gefeiert. Veronika ist die Braut und sie wird mit vielen Kleidungsstücken eingekleidet: Bluse, Unterrock, Überkleid, Gürtel, Schürze, Haube und Kopftuch. Danach wartet sie auf ihren Bräutigam – Peter erscheint mit langem Oberteil, Gürtel und Kopfbedeckung. Wir alle haben großen Spaß an dieser Vorführung. Nach unzähligen Fotos verabschieden wir uns.
Auf der Rücktour führt uns Larissa auf einen Schamanenfelsen, von hier haben wir einen herrlichen Weitblick. Zurück geht es zum gestrigen Stellplatz.
Danke Larissa für diesen erlebnisreichen Tag!


   |   Tages KM: 139

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Montag, 15.7. Ulan-Ude - Utulik Camping

Am Vormittag treffen wir uns nochmals mit Larissa, um dann den Rückweg nach Irkutsk anzutreten. Die Landschaft im Sonnenschein nochmals zu erleben hat einen ganz besonderen Reiz - der breite Fluss Selenga umgeben von bunten Blumenwiesen und Bergen, darüber blauer Himmel und weiße Wolken. Man könnte fast sagen: Wenn Engel reisen……
Doch am Nachmittag verdunkelt sich der Himmel und wir fahren im Regen. Nach Babushkin am Baikal ist es wieder sonnig und trocken. So staubt die Baustelle (8 km) uns kräftig ein. Bei Utulik haben wir auf der Hinreise Zelte am Ufer vom Baikal gesehen. Dort wollen wir übernachten. Ausschilderung ist wie immer miserabel und niemand kennt den Begriff: Camping. Wir landen in einer Art Ferienanlage. Eine autorisierte junge Frau ermöglicht uns (gegen Eintrittsgeld) bis an den Baikal zu fahren. Auf dem asphaltierten Platz stehen wir trocken. Zu Fuß erkunden wir die Gegend, einige Personen baden im See (schätzungsweise 10 – 12 °C. Wir verkriechen uns schon bald in unsere Mobile, müde und geschafft von der heutigen „Holperstrecke“.
Morgen wollen wir in Irkutsk einen Zwischenstopp einlegen, denn seit gut 6 Tagen hatten wir keinen Zugang zum Internet.


   |   Tages KM: 332   |   GPS Nord: 51°33'07   |   GPS Ost: 104°02'20

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Dienstag, 16.7. Utulik Camping - Rayon

Heute hat Michel Geburtstag und wir bringen ihm ein Ständchen. Der Rückweg nach Irkutsk ist uns bekannt. Mit viel Verkehr und schlechten Überholmöglichkeiten geht es bergauf und bergab.
In Irkutsk fahren wir den uns bekannten Stellplatz an und nutzen das Internet. Nach gut 2 ½ Stunden begeben wir uns auf die Weiterfahrt. Uns begleiten kräftige Regenschauer, dann wieder strahlender Sonnenschein. Wir passieren einige Dörfer, am Straßenrand werden eimerweise die winzig kleinen Wald-Erdbeeren verkauft.
Im Ort Bayanday lädt uns Michel zu der hiesigen Spezialität ein: Teigtaschen, Krautwickel und eine Art Pizza. Dankeschön Michel, das war sehr lecker! Wir beschließen auf einem Parkplatz zu übernachten. Bis zu unseren Freunden sind es jetzt noch 140 km.


   |   Tages KM: 290   |   GPS Nord: 53°03'08   |   GPS Ost: 105°31'08

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Mittwoch, 17.7. Rayon - Kurma (Kleines Meer)

Schon bald durchfahren wir die Steppenlandschaft Kosaya, hier wächst das Gras nur spärlich. Pferde- und Rinderherden auf Weiden, die endlos weit bis zum Horizont reichen. Die Tascheran-Steppe wurde früher von der burjatischen Bevölkerung hauptsächlich als Sommer-Weideland genutzt. Mit dem Vieh und leichten Jurten zog man für mehrere Monate an feste Standorte, die man im Herbst wieder verließ. Heute wird dies immer weniger praktiziert.
Nach dem grandiosen Ausblick zur Insel Olchon und Festland „Kleines Meer“ fahren wir zunächst in den Fährhafen, verschaffen uns einen Überblick und erledigen einige Einkäufe. Dann geht es die ca. 8 Kilometer bis zur Weggabelung zurück und weiter auf 28 km Piste bis ans „Kleine Meer“, hier erwarten uns Gaby, Lutz, Hermi und Manfred. Sie haben ein schönes Plätzchen direkt am Wasser ausgesucht. Als „Kleines Meer“ bezeichnet man den Teil des Baikalsees, der zwischen der Insel Olchon und dem Festland liegt. Das Wasser in den seichten Buchten soll deutlich wärmer als anderswo am Baikal sein, darum ist dieses Gebiet auch bei Urlaubern sehr gefragt. Von unserem Stellplatz erblicken wir Olchon und etliche kleine Inseln. Alles erinnert ein wenig an Schweden – einfach zauberhaft. Wir trinken Kaffee, dazu gibt es Michels Geburtstagskuchen – von Gaby gebacken. Abends entfachen wir ein kleines Lagerfeuer, bis uns Regenwolken ins Mobil vertreiben.
Hier wechselt das Wetter schnell.


   |   Tages KM: 164   |   GPS Nord: 53°09'57"   |   GPS Ost: 106°57'21"

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Donnerstag, 18.7. Kurma (Kleines Meer)

Heute haben Veronika und ich www: –„ Weiber-waschen-Wäsche“-Tag. Das war auch dringend erforderlich nach nunmehr 3 Wochen ohne Waschmaschine. Das Wetter ist ideal: um die 20°C und Wind. Unser Waschwasser holen unsere Männer aus dem Baikalsee (10°C) - 10Prozent des weltweiten Trinkwassers enthält der Baikalsee. Schon bald flattert die Wäsche auf der Leine. Peter macht einen separaten Ausflug und mittags spazieren wir alle in das nahegelegene Restaurant. Man zeigt uns die Ferienanlage mit rustikalen Holzhäusern. Eine 4 Bett-Wohnung mit Bad (ohne Küche) kostet 35 Euro am Tag.
Das leckere Essen macht alle satt und Veronika erklärt dem Wirt, dass in Deutschland ein Absacker (auf Kosten der Gaststätte) dazu gehört. Nach einigem Zögern rückt der Wirt seinen „Selbstgebrannten“ heraus und trinkt mit uns.
Zum Kaffee serviert Veronika Kaiserschmarrn – oberlecker.
Peter und ich machen eine Wanderung. Abends lodert das Lagerfeuer.
Besuch: Am Vormittag bekommen wir Besuch von einer einheimischen Familie. Sie (Großeltern und Enkel) waren bereits am Vortag hier. Heute überreichen sie uns süßes Kleingebäck als Gastgeschenk – wir revanchieren uns mit Duschgels und Bonbons. Man fragt uns ob wir Frischmilch benötigen – ja gerne!!! Wenig später ist die Familie wieder mit Milch zurück. Wir machen einige Erinnerungsfotos und verabreden uns für den morgigen Vormittag. Bis dahin wollen wir ihnen ein Foto ausdrucken.


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Freitag, 19.7. Kurma (Kleines Meer)

Am Vormittag bewahrheitet sich Marinas Spruch: 40 km sind keine Entfernung und 40 Min. keine Verspätung - für die Russen. Boris erscheint nicht pünktlich. Peter und ich brechen zu einer längeren Wanderung auf, denn Gaby und Lutz wollen am Mittag eine westfälische Spezialität servieren: Pickert. Eine Art dicker Pfannkuchen aus geriebenen Kartoffeln, Mehl, Hefe, Eiern und Rosinen. So bekommen wir nicht mit, dass Boris doch noch erscheint mit Fladenbrot und der Geschäftsidee uns Grundstücke zu verkaufen. Wir sollen uns diese schon einmal anschauen, er würde durch seine Beziehungen beim Hausbau helfen. Wer hat ihm diesen „Floh ins Ohr gesetzt“?
Die kleinen dicken Pfannkuchen, mit Zucker bestreut, schmecken uns nach der Wanderung sehr gut.
Leider wird es nichts mit einem Mittagsschläfchen in der Sonne, denn das Wetter ist sehr launisch – mal Regen, mal Sonne und vom See her weht ein kalter Wind (Außentemperatur 14°C).
Abends hat Hermi ihren berühmten Thunfischsalat gezaubert, ich serviere türkische rote Linsensuppe. Dazu trinken wir ein Gläschen auf die just geborene Enkeltochter von Veronika und Michel. Möge ihr ein Leben ohne Kriege beschert werden.
Was kann es uns doch wieder gutgehen!!!


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Samstag, 20.7. Kurma (Kleines Meer)

Peter unternimmt alleine eine anstrengende Wanderung in die Berge – wir anderen marschieren etwa 2 Stunden zu einer Landzunge. Der „Wettergott“ meint es heute gut mit uns – Sonne pur. Peter und Michel nehmen am Nachmittag ein Erfrischungsbad im nur 10°C kalten Baikalsee. Abends Lagerfeuer - als es kühl wird, verziehen wir uns in die Mobile.
Wie wird die heutige Nacht? Discolärm aus den Zeltlagern der Jugendlichen? Autorasen auf der nahen staubigen Durchgangsstraße? Auf alle Fälle haben wir nach der gestrigen Nacht Schlaf nachzuholen.
Diese Landschaft am Baikalsee hat einen besonderen Reiz. Von unserem Stellplatz sieht der Baikalsee und die Landschaft fast stündliche anders aus – einfach nur traumhaft.


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Sonntag, 21.7. Kurma - Tashkay Cape (Olchon)

Trotz Sonnenschein soll unsere Reise weitergehen. Nachdem unsere Wassertanks bei den zwei Gaststätten wieder randvoll gefüllt sind, machen wir uns auf die „Piste“ – 28 km auf Schotter mit Bodenwellen und viel Staub bis zur Hauptstraße. Die Kühlschränke werden gefüllt, die Supermärkte an der Fähre sind gut sortiert. Wir wollen 10 Tage auf der Insel Olchon verbringen – Wasser- und Lebensmittelversorgung sind nur im Ort Chuschir möglich.
Die Insel Olchon liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen der Süd- und der Nordspitze des Baikalsees – eine der schönsten Gegenden der Welt. Sicher besteht ihre Anziehungskraft nicht allein in den Kontrasten von hügeliger Steppenlandschaft, schroffer Steilküste, hellen Kiefernwäldern und weißen Sandstränden. Hauptattraktion ist die Schamanenhöhle, bei Chuschir ragt der Schamanenfelsen aus dem Wasser. Die meisten Einwohner sind Burjaten.
Lutz und Gaby haben Glück und kommen bereits mit der nächsten Fähre rüber. Im 2-Stunden-Takt (im Sommer öfter) pendeln zwei Fähren. Während Manfred mit Hermi und wir bereits 30 Minuten später folgen, trifft es Michel härter: denn er muss geschlagene 2 Stunden warten, da Busse und Einheimische von Olchon bevorzugt befördert werden. Die Fährbenutzung ist gratis. Dafür kostet es „Eintritt“ in den Nationalpark Olchon, Fahrzeuge einmalig 350 Rubel/Personen 60 Rubel pro Tag.
Während Peter und ich auf Michel und Veronika warten, fahren die Anderen schon einmal vor um ein Stellplätzchen zu suchen. Wir folgen später. Unser erster Eindruck: im Westen sanfte Hügel mit Steppengras, kaum Bäume und wenig besiedelt – die Straße ist eine Piste ohne Belag. So fahren wir etwa 18 km, dann begrüßen uns die anderen in einer geschützten Bucht mit Sandstrand. Es stehen bereits einige Zelte in einer Senke. Unsere Nachbarn sind Russen und es durchaus keine Seltenheit, dass 2 Familien (4 Erwachsene und 2 Kinder) in einem kleinen Zelt Urlaub machen. Etwas abseits steht oft ein Toilettenzelt, unter der sich eine kleine Grube befindet. Wenn die Familien abreisen, wird die Grube zugeschaufelt – eine saubere Angelegenheit und die Natur wird geschont.
Abends: Herrliche Ruhe – Familien leben anders!


   |   Tages KM: 58   |   GPS Nord: 53°07'35"   |   GPS Ost: 107°05'59"

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Montag, 22.7. Tashkay Cape (Olchon)

Bei Sonnenschein wandern Peter und ich über die Hügel in die nächste Bucht. Wann habe ich dieses Sommergefühl meiner Kindheit wieder so erlebt wie heute: Thymianduft, Heuschrecken zirpen, Bienen summen, unzählige Schmetterlinge flattern in dieser einsamen „Bergwelt“- es riecht nach Meer. Die Stimmen der wenigen Urlauber am Baikal hören wir aus der Ferne. Himmlisch, diese Ruhe!!!
Peter badet und nach und nach erfrischen sich fast alle im 16 °C kühlen Baikai-See. Den Nachmittag verbringen wir mit Faulenzen vor den Mobilen bei sommerlichen Temperaturen. Abends wärmt uns am Lagerfeuer Baikal-Bowle von innen.


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Dienstag, 23.7. Tashkay Cape (Olchon)

Ich habe mir einen weiteren Tag in dieser schönen Bucht gewünscht – alle sind einverstanden. Wieder unternehmen wir eine Wanderung. Dieses Mal ist eine Kieferngruppe unser Ziel. Im Osten der Insel gibt es Kiefernwälder und von unserem Berggipfel glauben wir das „große Meer“ zu erblicken. Wir durchlaufen eine längere Senke. Hier grünt und blüht es, tausende von Schmetterlingen um uns herum – so etwas habe ich noch nie erlebt!
Abends laden uns unsere Zeltnachbarn (Russen) zu ihrer Banja am Strand ein. Improvisiert aus Kunststoffbahnen um eine Art Sonnenschirm. Mit einem Lagerfeuer haben sie vorher Steine erhitzt, es dampft aus allen Ritzen. Erst gehen die Männer in die Banja, dann die Frauen. Im Baikalsee kühlen sie sich ab. Man winkt uns, wir sollen kommen – doch wir trauen uns nicht!


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Mittwoch, 24.7. Tashkay Cape - Chuschir (Olchon)

Das Wetter schlägt gegen Morgen um – ein starker Wind bringt Regen. Unseren Zeltnachbarn weht das Küchenzelt davon. Nun heißt es für sie schnell die Habseligkeiten in ihre Autos zu verstauen. Heute ist ihr Abreisetag. Irgendwie tun sie uns leid, so ohne Frühstück alles in Windeseile nass zu verstauen. Ich bringe ihnen eine Kanne mit heißem Tee vorbei, die sie dankend annehmen.
Auch wir fahren weiter, Chuschir heißt unser Ziel. Vorher fahren wir ein kleines Burjaten Dorf an, das für seine Ausstellungen und folkloristischen Vorführungen bekannt ist. Doch so früh (morgens 10 Uhr) schläft alles noch. Eine Frau eilt hastig herbei und erklärt: heute ist Ruhetag, morgen finden wieder Aufführungen statt. Der kleine Ort Chuschir lebt überwiegend von den Touristen die diesen Ort wegen des Schamanenfelsen besuchen. Als Wohnort der Götter galt (und gilt heute noch) der Schamanenfelsen bei Chuschir als heilig, die ganze Insel unterstand ihrer Macht.
Wir wollen zu Nikita, im Ort eine Persönlichkeit. Als ehemaliger Tischtennismeister hat er hier ein Touristenzentrum aufgebaut. Leider gibt es für so große Fahrzeuge wie die unsrigen keine Parkplätze auf seinem Gelände. Er empfiehlt uns auf die nahe Anhöhe auszuweichen. Von dort sind es nur wenige Meter bis zum Schamanenfelsen. Das Wetter wird besser. Am Nachmittag erkunden wir den kleinen Ort. Außer etlichen Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und Souvenirständen bietet er nicht viel. Für den nächsten Tag planen wir einen Ausflug im Allradbus in den Norden der Insel, für andere Fahrzeuge zu unwegsam. Mit Veronika und Hermi besuche ich am Abend ein Konzert in der Anlage von Nikita. Ein älterer charmanter Herr begleitet zwei Sängerinnen auf Klavier oder Akkordeon. Wir sind begeistert von den russischen und internationalen Liedern. Eine gute Einstimmung auf Russland.
Abends um 22 Uhr: Die untergehende Sonne färbt den Baikalsee um den Schamanenfelsen blutrot.


   |   Tages KM: 23   |   GPS Nord: 53°07'35   |   GPS Ost: 107°20'34

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Donnerstag, 25.7. Chuschir (Olchon)

Regen, Regen und nochmals Regen, alles versinkt im Schlamm. Um 10 Uhr finden wir uns bei Nikita ein. Der Ausflug wird nur stattfinden, wenn bis 11 Uhr der Regen aufhört. Bei Tee und netten Gesprächen vertreiben wir uns die Zeit im Aufenthaltsraum. Der Regen hört nicht auf und wir verschieben den Ausflug auf Morgen. Bei Regen den Ort zu durchstreifen ist keine wahre Freude, denn der Boden ist durchweicht und matschig und tiefen Furchen. Gegen 14 Uhr kommt die Sonne wieder raus und mit Veronika und Michel laufen wir ein Stück Richtung Norden. Wunderbarer Sandstrand – die privaten Banjas werden eingeheizt und warten auf Gäste. Wir erkundigen uns nach den Konditionen – für 4 Personen 1000 Rubel die Stunde, der Sprung in den Baikal ist gratis. Nach 2 Stunden kommen wir wieder nach Chuschir zurück.
Abends im Pavillon prosten wir mit Zedernschnaps auf Juli, die kleine Enkeltochter von Veronika und Michel. In dieser lustigen Stimmung treffen wir auf Alexej. In der Schule hat er etwas Deutsch gelernt und unsere Sprache macht ihn neugierig. Mit ihm trinken und plaudern wir (Veronika übersetzt), und so erfahren wir wieder einiges Interessantes.
Löcher in den Straßen im Ort. Um die tiefen Löcher in der Straße aufzufüllen nimmt man auch schon mal alte, unbrauchbare krumme Nägel in größerer Menge. Dass das für uns bislang so glimpflich verlaufen ist, ist uns bei den vielen Nägeln die überall herum liegen ein Rätsel!!!


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Freitag, 26.7. Chuschir (Olchon)

Nachts, 4 Uhr morgens: Laute Musik und Stimmen aus dem nahen PKW wecken uns. Schon bald steht Peter auf und bittet um Ruhe. Gekicher und „sorry“, bald darauf ist Ruhe! Nach dem Frühstück parken wir um, die anderen folgen. Nun stehen wir alle auf einem Hochplateau. Von hier haben wir einen herrlichen Rundblick: Auf den Schamanenfelsen, das Kleine Meer, das Festland gegenüber, die umliegenden Hügel und den Ort Chuschir. Manfred und Lutz haben mit ihrem Verstärker von hier aus Internetzugang.
Heute findet bei besten Wetterbedingen der Tagesausflug statt. Unser Fahrer heißt Nikola. Er kommt aus dem Elsass und spricht perfekt Französisch, Deutsch, Englisch und Russisch. Wir haben einen Geländebus (UAZ) für uns mit Fahrer allein. Schon bald geht die Fahrt los. Wir werden dermaßen kräftig durchgeschüttelt, dass die Gespräche schon bald verstummen. Im Wald kommt es noch schlimmer. Durch tiefe Schlammspuren, über Baumwurzeln und kleine Hügel, dann mal wieder knapp zwischen 2 Baumen hindurch, oft mit gefährlicher Schräglage – so quält Nikola sein Fahrzeug. Er fährt zum letzten Ausflugspunkt der Tour, nach Usury. Ein Teil der Gruppe wandert vom Aussichtspunkt über den Berg, wir anderen fahren mit ihm zum Picknickplatz am großen Meer und helfen bei den Vorbereitungen für das Mittagessen. Es soll Fischsuppe, Salat, und Tee geben. Die bereits fertigen Käsebrote lassen wir uns munden. Schon bald köchelt die Fischsuppe über dem kleinen Feuer. Der Rest der Gruppe erscheint zum Essen. Mit Appetit verzehren wir das Mittagessen. Dann fahren wir weiter zur Nordspitze, zum Cape Khoboy. Die Aussicht auf die hohen Felsvorsprünge im Meer ist grandios. Mit weiteren Stopps und kleinen Wanderungen, der Fahrt über Sandwege und durch die tiefen Furchen im Wald, beenden wir diesen erlebnisreichen Ausflug. Nicola fährt uns bis vor die Mobile. Nun müssen wir uns erst einmal von der Rüttelei erholen.
Belohnung: Abendstimmung mit Sonnenuntergang vor den Mobilen. - der Schamanenfelsen liegt vor uns.
Tipp: diesen Ausflug können wir empfehlen.


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Samstag, 27.7. Chuschir (Olchon)

Termine – Termine: Vormittags Post im Ort, um 13 Uhr sind wir im Burjaten-Dorf angemeldet – Nikita hat einen Fahrdienst, um 15 Uhr Friseurbesuch von Nicola organisiert, am Abend Klavierkonzert – so bestimmen die Termine den heutigen Tagesablauf
Besuch bei der Post. Sie ist die einzige offizielle Stelle für Post- und Bankangelegenheiten. Auch kleine Präsente und Lebensmittel werden angeboten. Die „Verkaufsgespräche“ benötigen Zeit und Veronika und ich warten bis wir an der Reihe sind. Es ergeben sich Gespräche mit den Wartenden und wir machen die Bekanntschaft von Deutsch-Kasachen, die hier ihren Urlaub verbringen. Für den Abend laden wir sie auf unseren Stellplatzhügel ein.
Besuch im Burjaten-Dorf. Frauen in Trachten begrüßen uns Gäste mit einem Getränk, mit Milch. Weiß – bedeutend für die Reinheit, so erklärt man uns. Wir werden durch das Dorf geführt. In einer Jurte, der ursprünglichen Wohnung der Burjaten, ist ein kleines Museum eingerichtet. Anhand der ausgestellten Gegenstände erklärt uns die junge Frau wie die Burjaten früher gelebt haben. Wieder einmal sind wir Veronika unendlich dankbar für die Übersetzungen. Danach bittet man uns zu Tisch. Wir essen die traditionellen Speisen wie: Smetana, Quark, Käse und Brot. Als Getränke gibt es Kräutertee und einen selbstgebrannten klaren Schnaps, der aus Butter gewonnen wird. Diesen dürfen wir erst trinken nachdem wir ein paar Tropfen der Flüssigkeit nach links, rechts und in die Mitte geschnippt haben, auch ein Spritzer hinter Ohr und an den Hals darf nicht fehlen. Erst dann wird das Glas in einem Zug auf die Gesundheit geleert. Die Gastfreundschaft der Burjaten verpflichtet ihre Gäste zu beköstigen. Eine Aufführung mit Tänzen und Gesängen zu Musik schließt sich an. Dabei hat mir besonders der Tanz einer jungen Frau im grünen Kleid gefallen. Zum Abschluss werden auch wir in die Tänze mit einbezogen. Dieser Ausflug vermittelte uns einen Einblick in das ehemalige Leben der Burjaten.
Besuch beim Friseur. Lutz, Gaby, Peter und ich haben beschlossen: Haare ab! Doch wehe man kommt 30 Min. vor dem Termin, dann heißt es: draußen warten, obwohl kein Kunde im Salon ist. Wir erscheinen mit Hermi als Begleitung zu fünft, das bringt die Angestellte aus dem Konzept, denn nur 4 Personen sind angemeldet. Sie greift zum Handy und ruft eine Bekannte an die für uns übersetzt. Ja, ja, wir sind nur 4 Personen ohne waschen, färben oder Dauerwelle – nur Haareschneiden. Die Friseurin erscheint pünktlich um 15 Uhr und Peter nimmt als erster auf dem Friseurstuhl Platz. Mit Fingerzeigen, 2 cm ab, beginnt dann das Haareschneiden. Peter ist mit dem Ergebnis zufrieden, obwohl es 4 cm geworden sind. Während bei Familie Mürbe die Haare geschnitten werden, gehen Peter und ich Eis essen. Später sind wir allesamt mit dem Ergebnis und Preis zufrieden. Männer 300 R/Frauen 350R incl. Haare waschen, das ist pro Person so viel wie 6 Kugeln Eis kosten.
Abends machen die Männer ein Feuerchen – während ein Teil der Gruppe ein Klavierkonzert besucht. Die sehr begabten Kinder spielen auch eigene komponierte Stücke. Dann singen sie einige russische Lieder, unser Beifall ist ihnen sicher. Mit ihrer Musikschule haben sie bereits auch Auftritte in anderen Ländern gehabt. Mit diesem Konzert sammeln sie Gelder für die Anschaffung neuer Instrumente.
Nikita hat für uns frischen Omul organisiert, den wollen wir morgen zubereiten, denn in Chuschir gibt es leider nur geräucherten oder gesalzenen Omul zu kaufen.
Die Deutsch-Kasachen erscheinen und berichten von ihrer abenteuerlichen Fahrt im 350 Euro teuren und 15 Jahre alten Ford, auch so kann man reisen.
Feuer- Sonnenuntergang und der Schamanenfelsen, wer möchte hier nicht länger verweilen?


   |   GPS Nord: 53°11'55   |   GPS Ost: 107°20'06

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Sonntag, 28.7. Chuschir (Olchon)

Ruhetag. Faulenzen, Fische braten, Einkaufen, Lagerfeuer.

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Montag, 29.7. Chuschir (Olchon)

Ruhetag. Banja-Tag
Der Felsen auf dem wir stehen scheint eine Art Meditationsfelsen zu sein. Schon frühmorgens kommen die ersten Gruppen und tanzen, es wird meditiert und Yoga-Übungen praktiziert. Heute liegt der Baikalsee ganz ruhig und der Schamanenfelsen spiegelt sich in ihm.
Am Nachmittag besuchen Veronika, Peter, Manfred und ich eine russische Banja am Strand. Die Benutzung kostet 500 Rubel für 30 Minuten. Unsere fahrbare Banja steht direkt am Baikalsee und bis ins Wasser sind es nur 3 Schritte. Es gibt einen kleinen Umkleideraum mit Tisch und Bänke - Handtücher, eine Zinkwanne mit Schöpfkelle und als Kopfbedeckung liegen Filzhüte bereit. Im angrenzenden Raum befindet sich die Sauna. Der Raum ist mit Holz getäfelt und auf Holzbänken können bis zu 5 Personen Platz finden. Ein Ofen beheizt Steine und einen Wassertank, durch ein kleines Fenster fällt Licht. Das Thermometer zeigt 105°C und recht bald geraten wir ins Schwitzen. Mit einer Birkenrute schlagen wir auf Beine, Arme und Rücken, so regen wir die Durchblutung der Haut an. Wir halten es nicht lange aus und springen schon bald zur Abkühlung in den Baikal. Einfach nur herrlich! So wiederholen wir den Vorgang noch zweimal. Zum Abschluss reicht man uns Tee. Wir sind so begeistert von diesem Badeerlebnis, dass wir es gerne ein weiteres Mal ausprobieren möchten. Leider konnte der Rest der Gruppe aus gesundheitlichen Problemen die Banja nicht besuchen.
Abends ist es vollkommen windstill – bei Lagerfeuer erwarten wir den Sonnenuntergang.
Morgen soll unsere Reise weitergehen.


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Dienstag, 30.7. Chuschir - Tashkay Kap

Vor der Abreise haben wir Glück, denn ein Fischer bietet uns seinen Omulfang an. Wir kaufen 12 Stück, 5 Kilogramm. Nun brauchen wir nur noch die restlichen Einkäufe für die kommenden 2 Tage erledigen. Wir fahren Richtung Fähre. Die Holperpiste kommt uns unendlich lang vor, dann parken wir wieder in der „alten Bucht“. Außer uns stehen hier noch 2 Zelte von Einheimischen. Mittags brutzelt der frische Omul in der Pfanne. Lob von allen: Das sind die leckersten Fische die wir bislang in Russland gegessen haben. Den Tag verbringen wir mit: in Sonne relaxen, baden, Rummikub spielen, lesen, plaudern und spazieren.
Mit dem Frischwasser müssen wir sorgsam umgehen, unsere Reserve beträgt 30% - das sind etwa 80 Liter. Zum Abwaschen und für die Toilettenspülung nehmen wir jetzt das Wasser aus dem Baikal.
Freilaufende Pferde und Kühe. Laut Nikola bleiben sie das ganze Jahr draußen. Selbst im Winter bei Temperaturen von 30° Minus und mehr, finden sie unter der dünnen Schneedecke noch Nahrung. Wo sollten die Bauern auch Heu machen? Die Insel ist im Norden unwegsam und bewaldet, im Süden bestimmt karge Steppe das Landschaftsbild.


   |   Tages KM: 23   |   GPS Nord: 53°07'35   |   GPS Ost: 107°05'59

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Mittwoch, 31.7. Tashkay Kap

Ruhetag: Wandern zur Sandbucht – baden bei 19°C, Lagerfeuer und Sternenhimmel.

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Donnerstag, 1.8. Tashkay Kap

Heute hat Peter Geburtstag. Diesen auf der Insel Olchon zu feiern war sein größter Wunsch. Wir bringen ihm ein Geburtstagsständchen und Hermi zaubert für den Kaffeeklatsch am Nachmittag eine Torte. Überraschung: Eine Aufführung der Gruppe mit Gesang über das Leben von Peter und unserem 44. Hochzeitstag bringt uns zum Schmunzeln. Vielen Dank Veronika, sie hat das Ganze mit der Gruppe einstudiert. Um 23 Uhr fallen wir alle in die Betten. Morgen wollen wir bereits um 7 Uhr starten, um am Nachmittag in Irkutsk einzutreffen.

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Freitag, 2.8. Tashkay Kap - Irkutsk

Abreise von Olchon. Das war eine Super-Idee von Peter schon um 7 Uhr zu starten. So bekommen wir alle einen Platz auf eine der 2 Fähren die um 8 Uhr starten. Auf dem Festland hat sich bereits eine lange Warteschlange von Fahrzeugen gebildet die nach Olchon wollen. Da die 2 Fähren nur nach Fahrplan fahren, werden sie voraussichtlich einige Stunden mit Warten zubringen.
Wir kommen bis Irkutsk rasch voran, trotz der russischen Massage. So nennen die Einheimischen scherzhaft die Rüttelei auf den schlechten Wegstrecken. Schnell sind die Einkäufe, der Geldtausch und die Frischwasserversorgung erledigt. Der Sportplatz Vesna dient uns wieder einmal als Übernachtungsplatz. Gaby begleitet uns, und wir geben bei Marina noch einige Geschenke ab. Marina hat für jedes Mobil-Ehepaar ein kleines Präsent: eine kleine Kuschel-Robbe. Diese soll uns an die schöne Zeit am Baikal erinnern. Dankeschön Marina, die Zeit am Baikal bleibt uns unvergesslich.
Abends trinken Peter und ich mit Marc (einem Arbeitskollegen unserer Tochter) in der neuen Fußgängerzone ein Bier. Marc absolviert in Irkutsk einen russischen Sprachkurs und gemeinsam betrachten wir das lebhafte Treiben. Überwiegend junge Frauen flanieren in ihrem besten Kleid auf superhohen modischen Stöckelschuhen vorbei. So modisch hatte ich mir die Russinnen nicht vorgestellt.
Anmerkung: In Russland gibt es Frauenüberschuss, denn das Durchschnittsalter der Männer liegt bei 56 Jahre. Für russische Frauen heißt es somit: Konkurrenz schläft nicht!!!


   |   Tages KM: 282   |   GPS Nord: 52°07'35   |   GPS Ost: 104°17'11

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Samstag, 3.8. Irkutsk – Sheberta

Zurück geht es nun immer gen Westen – die uns schon bekannte Strecke.
Die Landschaft hat sich innerhalb von einem Monat in einen Blumenteppich verwandelt. Am Wegesrand und auf den Wiesen leuchten die Blüten weiß, gelb, violett und blau – eine wahre Farbenpracht! Unterwegs kaufen wir frische Himbeeren und schwarze Johannisbeeren am Straßenrand. Veronika und ich wollen daraus Marmelade kochen.
Die Schotterpiste beginnt bald nach Tulun und beträgt immer noch 19 km. Heute ist sie sehr staubig. Weil wir die Lüftung ausgestellt haben, ist es sehr heiß im Mobil. Für die 19 Kilometer benötigen wir eine Stunde. Wir sind alle völlig geschafft. Abseits der M 53 finden wir in einer kleinen Ortschaft einen ruhigen Schlafplatz für die Nacht.
Reifenpanne: Am Vormittag war Manfred bereits in einer Reifenwerkstatt (Ventilverlängerung defekt) und am Nachmittag platzt ihm der Reifen hinten links, innen. Er hat Glück, dass die nahe Tankstelle das Reserverad schnell montieren kann. Hermi macht derweil eine „Schüttelkuchen“-Vorführung. Diesen wollen wir am Abend zum Dessert verspeisen.
Übrigens hat der Schüttelkuchen die Schüttelpiste gut überstanden und hat oberlecker geschmeckt.


   |   Tages KM: 460   |   GPS Nord: 54°38'29"   |   GPS Ost: 99°53'09"

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Sonntag, 4.8. Sheberta – Kansk

Bis auf eine kleine Baustelle (nur 5 km) und Straßen mit vielen Frostaufbrüchen, kommen wir gut voran. Heute am Sonntag haben wir nur wenig LKW-Verkehr.
Die Landschaft ist abwechslungsreich: sanfte Hügel, Birkenwälder, bunte Blumenwiesen, kleine Straßendörfer – das Wetter ist schwülwarm. Die Bauern sind bei der Heuernte, oftmals wie in Deutschland vor 60 Jahren wird das Heu noch von Hand gewendet und zu Bergen nach dem Trocknen aufgeschichtet. Wir kaufen frische Pfifferlinge und Blaubeeren. Überwiegend Frauen bieten am Straßenrand ihre Erzeugnisse (für wenig Rubel) aus Garten und Wald an – wie lange mögen sie hier sitzen? Mittags bereiten wir Kaiserschmarrn mit Blaubeeren „a la Veronika“ zu.
Wir übernachten 20 km nach Kansk auf einem Stellplatz am Fluss.
Erfreulich: Wir können die Uhr um eine Stunde zurückstellen.


   |   Tages KM: 421   |   GPS Nord: 56°00'44"   |   GPS Ost: 95°30'09"

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Montag, 5.8. Kansk – Krasnojarsk - Divnogorsk

Am späten Vormittag suchen wir in Krasnojarsk eine IVECO-Werkstatt auf. Seit gestern haben wir ein Klappern vorne rechts bemerkt, welches sich nach der Abfahrt am Morgen verstärkt hat. Trotz zweistündiger intensiver Suche konnte das Problem nicht ermittelt und somit auch nicht beseitigt werden. Wir beachsichtigen die Fahrt fortzusetzten und das Geräusch, sowie den Kühler, weiterhin zu beobachten. Auch bei dem Mobil von Lutz konnte der Fehler (abgerissene Schraube am Krümmer) nicht behoben werden. Man wollte dazu den Motor aus- und einbauen – sehr aufwendig, was für Lutz nicht in Frage kam.
Wir fahren Richtung Divnogorsk an den Jenissey, der 3487 km durch Sibirien fließt. Die Ausblicke von der Uferstraße aus sind grandios. In Divnogorsk befindet sich eine riesige Staumauer mit dem größten Schiffshebewerk der Welt. Wir finden einen zauberhaften Stellplatz am Fluss. Auf der gegenüber liegenden Seite ragen bewaldete Hügel mit Felsen in die Höhe. Nach so viel „Warterei“ in der Werkstatt können wir uns jetzt ausruhen und den Blick auf den rasch fließenden Jenissey genießen. Gaby möchte hier gerne einen weiteren Tag verbringen (wenn das Wetter mitspielt).
Erfreuliche Hilfe: Die Suche nach der Iveco-Werkstatt in Krasnojarsk gestaltet sich als schwierig, denn das Navi kennt zwar die Straße aber nicht die Hausnummer. Ein hilfsbereiter Russe fährt mit seinem Auto voraus und bringt uns zu IVECO-Ersatzteile. Von hier will man uns einmal durch die Stadt (900.000 EW) zur Werkstatt schicken. Wieder hilft uns ein anderer Russe (der auch etwas deutsch spricht – er war vor 25 Jahren in der DDR stationiert) und fährt mit seinem Auto voran. Dass uns in der Werkstatt nicht geholfen werden konnte – wer weiß das schon vorher?


   |   Tages KM: 294   |   GPS Nord: 55°57'38"   |   GPS Ost: 92°19'41"

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Dienstag, 6.8. Ruhetag am Jenissey

Der Fluss Nebel lichtet sich erst spät. Wir unternehmen eine Wanderung zum Staudammbrücke um uns das Schiffshebewerk aus der Nähe anzusehen. Leider dürfen wir den kleinen Wanderweg zum Staudamm nicht benutzen – 2 Kontrolleure weisen uns höflich(aber bestimmt) darauf hin.
Michel und Peter steigen über den nahen steilen Berg um das „Wunderwerk“ aus der Nähe zu betrachten. Wir anderen laufen brav zurück. Das Wetter bleibt den ganzen Tag bedeckt, trotzdem kann man sich im Freien aufhalten. Am Nachmittag wandern Veronika und ich nochmals zur Brücke. Sie fotografieren dürfen wir nicht, aber gegen ein Foto (Veronika und ich auf der Brücke) hat der „Bewacher“ nichts einzuwenden.
Veronikas ergriffenen Worte: „Meine Güte, ich kann es kaum fassen – da bin ich am Jenissey wo ich immer hin wollte!!!“
Morgen geht es weiter.


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Mittwoch, 7.8. Divnogorsk – Mariinsk

Wieder ist alles im Morgennebel verhüllt. Veronika und ich vertrauen unsere Wünsche einer Flaschenpost an und werfen sie in den Jenissey – erst der 2. Versuch klappt. Auf Olchon haben wir von Urlaubern aus Krasnojarsk folgenden Tipp erhalten: Über die Brücke fahren, dann beginnt eine neue Straße die bis zur M53 führt und die die Stadt Krasnojarsk umgeht. Die wenig befahrene Straße steigt bergan. Es geht durch Nadel- und Birkenwälder und unbewohnte Landschaft. Nach Bortsov erreichen wir die M53, fahren weiter Richtung Achinsk und Mariinsk. Dieser Ort ist uns bei der Hinfahrt durch seine schmucken Häuser und Blumenrabatten angenehm aufgefallen.
Bei einer Rast parken neben uns drei Allradmobile aus Italien. Der Reiseaustausch ist rege, zumal Veronika und Michel fließend italienisch sprechen. Die italienische Gruppe will bis in die Mongolei und dann weiter nach China und Vietnam reisen. Hut ab vor diesen unerschrockenen Italienern!
Wieder einmal sind die Angaben über den Stellplatz in Mariinsk für uns nicht zu verwenden. Doch schon bald ergibt beim Kriegerdenkmal eine Möglichkeit. Wir erkunden zu Fuß den Ort, inzwischen haben wir 27°C und es ist schwülwarm. Sehenswert: etliche schöne Holzhäuser, ein kleines Museum mit Erzeugnissen aus Birkenrinde und überlebensgroße bunte Holzfiguren am Straßenrand.
Doch dieser Ort hat nicht ein Restaurant in dem wir alle gemeinsam essen können.
Abends: Interessierte junge Mädchen führen mit uns Gespräche, während die jungen Männer in aufgemotzten Autos um diese herumstehen. Die Mädchen erzählen, dass das nahe Café am Abend rege besucht wird, vielleicht gibt es abends noch Musik – „hier“ ist immer was los.
Peter und ich nehmen das zum Anlass einen anderen Stellplatz aufzusuchen. Unsere Mitreisenden liegen mehr oder weniger schon in den Betten.
Wir haben unsere Uhren um eine weitere Stunde zurück gestellt – Zeitdifferenz zu Deutschland jetzt 5 Stunden.


   |   Tages KM: 372   |   GPS Nord: 56°12'21"   |   GPS Ost: 87°44'35"

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Donnerstag, 8.8. Mariinsk – Kemorovo - Poslednikovo

Alle haben gut und ruhig geschlafen. Heute heißt es Abschied nehmen, denn unsere Gruppe trennt sich ab Kemorovo für kurze Zeit. Wir fahren mit Veronika und Michel in das Altay-Gebirge. Lutz, Gaby, Manfred und Hermi werden die Wolga entlang fahren um dann noch ein paar Badetage an der Krim zu verbringen. Anbetracht der unerledigten Motorprobleme möchte Lutz seinem Mobil eine Gebirgstour nicht zumuten. In etwa 2 Wochen wollen wir wieder zusammentreffen.
Wir beabsichtigen von Kemorovo südlich nach Novokuznetsk und dann weiter quer nach Biysk zu fahren. Das erste Stück ist eine Autobahn und sehr gut. Die auf unserer Landkarte als Autobahn vermerkte Strecke fährt sich weniger gut. Doch im Allgemeinen kommen wir zügig voran. Die Landschaft ist hügelig mit riesigen Getreide- und Kartoffelfeldern. Nach Novokuznetsk gibt es nur noch wenig Orte. Im beschaulichen Dorf Poslednikovo (übersetzt das letzte Dorf), finden wir ein Plätzchen für die Nacht. Wir laufen durch den kleinen Ort, kaufen Honig und halten mit den Frauen einen Plausch (danke Veronika). Diese wundern sich, wie Rentner aus Deutschland sich solche Reisen erlauben können. Sie erhalten nur monatlich 10.000 Rubel Rente (etwa 250 Euro) für 15 Jahre Arbeit. Die Frauen berichten auch über die „Landflucht“ der jungen Leute. In der Stadt finden sie nicht immer einen Job und fangen an zu Trinken (Ausweglosigkeit?).
Pilzeinkäufe: Heute halten wir zweimal um einen Pilzvorrat zu kaufen, Pfifferlinge und Steinpilze. Einen Teil wollen wir einfrieren, da die Pilze immer „Eimerweise“ verkauft werden – kleine Mengen verkauft man nicht.


   |   Tages KM: 489   |   GPS Nord: 53°11'34   |   GPS Ost: 86°33'40

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Freitag, 9.8. Poslednikovo – Tuyekta

Die hügelige Landschaft besteht aus riesigen Blumenwiesen, Äcker mit Getreide und einem weißen Kraut (weiß wie Schnee), dass ich bisher noch nirgendwo gesehen habe. Mag es sich hier um Gründünger handeln?
Etliche Honigverkäufer am Straßenrand. Sie verkaufen eigene Produkte – Taigahonig.
Die gute Straße verwandelt sich recht bald in eine Schlaglochpiste, eine Ortsumleitung ist über einige Kilometer unbefestigt mit Spurrillen. Über 100 km schlechte Wegstrecke bis Biysk, dann sind wir auf der M52. Sie führt nach Süden in das Altay-Gebirge und weiter in die Mongolei. Der erste Teil der Strecke führt am Wasser entlang. Viele Tagesausflügler haben sich am Fluss unter Bäumen zum Picknicken niedergelassen. Die Temperaturen liegen um die Mittagszeit bei 27 °C. Wir kommen durch viele Orte die von Touristen bevorzugt werden. Die Berge haben hier bereits eine Höhe von 1500m, das Altay wird auch als die Russische Schweiz bezeichnet. Am Straßenrand weisen Schilder zu Übernachtungsmöglichkeiten und Banjas - Cafés und Souvenirstände gibt es reichlich. Wir kommen immer höher, bis auf 1720 m - ohne Serpentinen durch breite Täler. Oben am Seminsky- Pass herrscht reger Ausflugsverkehr. Wir lassen uns Schaschlik und süßes mit Marmelade gefülltes Hefegebäck schmecken. Ein plötzliches Gewitter und Regengüsse veranlassen uns weiterzufahren. Einige Kilometer bergab finden wir in Tuyekta am Fluss ein geeignetes Übernachtungsplätzchen. Es scheint bereits wieder die Sonne.
Kompliment: Die M52 ins Altay Gebirge ist die beste Straße die wir bislang in Russland gefahren sind, mit traumhaften Aussichten.


   |   Tages KM: 407   |   GPS Nord: 50°50'41"   |   GPS Ost: 85°51'45"

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Samstag, 10.8. Tuyekta – Kuray

Gestern war die Landschaft im Altay schon wunderschön, heute ist sie noch grandioser - die Berge werden höher. Auf den Gipfeln der über 4000 m hohen Berge liegt noch Schnee. Ein Fluss begleitet uns und am seichten Ufer zelten Urlauber. Der Fluss verbindet sich mit einem Zufluss, wird noch breiter, und fließt mit großer Geschwindigkeit. Wir sehen Rafter den Fluss hinunterfahren. Die immer noch sehr gute Straße erreicht wieder einen Pass, bei schönen Aussichtspunkten legen wir einen Stopp ein. Bei Kursay verlassen wir die Straße und fahren auf ein Plateau, unser Stellplatz liegt auf 1500m. Es gibt einiges zu tun: Wäsche waschen im Bach, Holz sammeln fürs Lagerfeuer, die Männer waschen die Mobile. Es ist gar nicht so kalt, um 18 Uhr haben wir noch 22°C.
Wenn das Wetter sich hält, wollen wir einen weiteren Tag bleiben.
Dankbarkeit. Beim Holzsammeln begegnen Veronika und ich 2 Angler. Sie fragen woher wir kommen. Auf unsere Antwort fragen sie: “Aus Deutschland? Wir sind auch Deutsche – Wolgadeutsche, die 1942 nach Sibirien deportiert wurden. Unser Familienname lautet Riegel“. Was kann ein Geburtsort doch das ganze Leben bestimmen!!!


   |   Tages KM: 220   |   GPS Nord: 50°14'49"   |   GPS Ost: 87°58'42"

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Sonntag, 11.8. Kuray

Ruhetag, Sonne genießen, Landschaft bewundern und kleine Wanderungen unternehmen.
Hier im Tal : Kein Internet – kein Telefonnetz
Auf einem Schild an der Straße wird die Legende vom Bach „roter Stein“ (am Stellplatz) beschrieben.
Die Legende sagt, dass unter dem roten Stein lebendes Wasser entspringt, es fließt aus der Seele der Menschen. Anmerkung: Dieses Wasser haben wir jetzt in unserem Frischwassertank, darf ich es benutzen?


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Montag, 12.8. Kuray – Tuyekta

Auf Regen folgt Sonne – so abwechslungsreich gestaltet sich heute das Wetter. In Aktash versuchen wir ein Internetcafé ausfindig zu machen. Fehlanzeige, denn nur die Bank hat Internet, aber mit dem Passwort klappt es nicht – so fahren wir unverrichteter Dinge fort.
Wir besichtigen ein Kriegerdenkmal zur Zeit der Khans unweit der Straße. Eine Besucherin erklärt die Bedeutung: Die Körper der Krieger ruhen unter der Erde. Die Steine oberhalb, das sind ihre Seelen.
Unser auserwählter Stellplatz (Hinfahrt)ist bereits mit einem russischen Reisemobil belegt – so fahren wir nach Tuyekta (siehe Übernachtung 9.8.). Im nahen Restaurant gehen wir essen. Es liegt an der „alten Seidenstraße“ und darauf sind die Besitzer stolz. Unser bestelltes Essen entspricht nicht ganz unseren Vorstellungen – aber das Bier schmeckt gut.
Mittagsrast an einem Wasserfall, auch zu diesem gibt es eine Legende. Zu Zeiten der Mongolenüberfälle hat sich ein verletztes Mädchen mit ihrem jüngeren Bruder von den Felsen in den Tod gestürzt. Sie wollten lieber tot sein, als in Gefangenschaft zu leben. Seitdem fließen viele kleine Tränen in den Wasserfall, der an dieser Stelle von den Felsen herabfällt.


   |   Tages KM: 238   |   GPS Nord: 50°50'41"   |   GPS Ost: 85°51'45"

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Dienstag, 13.8. Tuyekta - Chemal

Wir fahren in das Tal Ust-Sema, südlich von Gorno-Altaysk. Immer am Fluss Katun entlang reiht sich ein Touristencenter (Hütten für Urlauber) an das andere. Im Wald sind die Wege durch die vielen Regenfälle sehr aufgeweicht – nichts für uns! Nach längerem Suchen finden wir aber doch noch abseits der Straße, auf einer Stellplatzwiese, ein geeignetes Plätzchen am Fluss (350 Rubel die Nacht). Regen und Sonne wechseln sich ab. Die überdachten Picknickplätze (Tische und Bänke) laden zum Draußen sitzen ein. Wir verbrennen unser letztes Holz und schauen noch lange ins Feuer und auf den strömenden Katun. Rafting auf diesem Fluss soll eine der anspruchsvollsten Touren sein. Der Katun verbindet sich bei Biysk mit der Biya. Dort wo sie zusammentreffen entsteht der Ob, einer der größten Flüsse Russland – der ins Eismeer mündet.

   |   Tages KM: 167   |   GPS Nord: 51°21'03   |   GPS Ost: 86°01'41

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Mittwoch, 14.8. Cemal – Barnaul

Wir verlassen das Altay-Gebirge und der Himmel weint – es gießt stellenweise in Strömen. Die Berge sind wolkenverhangen. Der einzige Lichtblick sind die vielen Souvenirstände. Wir kaufen ein – für die Lieben daheim. In einem Hotel an der Durchgangsstr. endlich Internetmöglichkeit.
Erschwerte Stellplatzsuche für die Nacht, da die Seitenwege total aufgeweicht sind – Sibirien versinkt im Matsch! Wir übernachten auf Asphalt vor einem Café (100 Rubel).


   |   Tages KM: 348   |   GPS Nord: 53°22'41"   |   GPS Ost: 83°59'58"

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Donnerstag, 15.8. Barnaul – Tebis

Heute hat Veronika Geburtstag. Leider müssen wir die Geburtstagstorte alleine essen, denn Michel und Veronika verlassen uns auf Michels Wunsch. Sie treten auf dem schnellsten Weg die Heimreise an. Wir bedauern sehr, dass wir damit unsere Dolmetscherin, Veronika, verloren haben. Sie hätte uns bei weiteren Problemen am Auto (Vorderachse und Kühlmittelverlust) helfen können.
Zeitig starten auch wir – allein. Dichter Nebel und starker Berufsverkehr Richtung Novosibirsk erschweren die Fahrt. Bei Fahrbahnverengungen (sprich von drei auf eine) gibt es arge Drängeleien. Mittags heißt es: Freie Fahrt! Birkenwälder, sumpfige Wiesen, Teiche, Seen, ganz wenige Dörfer und Straßenverkäufer. Die Sonne kommt heraus und es wird wärmer. Um 18 Uhr haben wir knapp 600 km Tagesetappe hinter uns und fahren in ein kleines Dorf zum Übernachten. Die Dorfstraße ist eine einzige Matschpiste durch die Regenfälle. Nur die Gänse haben ihren Spaß daran.
Hoffentlich wird diese Nacht ruhiger als die letzte. Denn ab 22 Uhr bis 2 Uhr morgens „ging die Post ab“. Wir haben dann um geparkt – auf einen Hotelparkplatz nahe der Durchgangsstr.



   |   Tages KM: 588   |   GPS Nord: 55°18'20   |   GPS Ost: 77°30'55

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Freitag, 16.8. Tebis - Krutinka

Das Wetter ist vielversprechend und bis 11 Uhr haben wir wenig LKW-Verkehr – schlafen die Fahrer länger? Außer der Taiga mit Birkengruppen sehen wir vereinzelt Getreide- und Sonnenblumenfelder. Da wir gut in der Zeit sind, beabsichtigen wir Omsk einen kurzen Besuch abzustatten. Leider haben wir keinen Stadtplan, Peter hat gestern Abend alles Wissenswerte in gespeicherten Reiseberichten nachgelesen. Wir parken in einer belebten Straße. Das ist auch ein Vorteil, wenn man nur für ein Mobil einen Parkplatz suchen muss. Das Theater hat eine sehenswerte Dachkonstruktion (wie eine Sprungschanze), Regierungsgebäude, Kirchen und Musikhalle – alles liegt nah beieinander. Heute am Freitag wird geheiratet, vor der Kirche befinden sich etliche Hochzeitslimousinen und an allen Ecken werden die Brautpaare fotografiert. Nur in der Kirche ist niemand, kirchliche Trauungen scheinen unüblich zu sein.
Die Fahrt um 15 Uhr stadtauswärts ist sehr zähfließend. Da Jedermann auf die Kreuzung fährt (ob es weitergeht oder nicht) und den Gegenverkehr blockiert. Endlich rollen wir unserem etwa 200 km entfernten Ziel entgegen. Wieder ist eine Betankung fällig. Bei dieser bemerkt Peter einen platten Reifen – dieses Mal hinten links außen. So suchen wir eine Reifenreparatur-Werkstatt auf, die sich alsbald an die Arbeit macht. Peter hilft mit und für 1 Stunde bezahlen wir 300 Rubel (7,50 Euro). Es ist bereits 17 Uhr als wir weiterfahren und haben auf unserer Strecke zwei größere Baustellen mit Ampelregelung.
Der kleine Ort Krutinka liegt 1 km landeinwärts. Hübsche Holzhäuser mit schmucken Vorgärten grenzen an den See, ein Zaun um alles ermöglicht uns keine Zufahrt zum See. Auf einem alten stillgelegten Fabrikgelände übernachten wir mit Seeblick.
Beobachtungen in einer Reifenwerkstatt: Bei einem LKW haben die Reifen haben mehr als die Abfahrgrenze erreicht – und das bei allen 12! Das nicht noch mehr Unfälle passieren, liegt wohl an den guten Fahrern?
Viele PKW in Russland sind Rechtslenker. Daraus ergeben sich beim Überholen von größeren Fahrzeugen Probleme, da die Fahrer den entgegenkommenden Verkehr erst sehr spät erkennen können. Um einzusehen fahren sie kurz auf den Standstreifen um sich einen Überblick zu verschaffen. Und wenn das mit dem Überholen nicht gut ausgeht? (zu dem Thema schreibe ich später)


   |   Tages KM: 491   |   GPS Nord: 56°00'49   |   GPS Ost: 71°28'49

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Samstag, 17.8. Krutinka - Kurgan

Der Platz war wunderbar ruhig und morgens schlafen die Mücken noch. Schon bald sind wir on tour. Heute erwarten uns 18 km Piste ab Ishim (lt. Lutz) - Kurgan ist das Ziel. Die ersten 100 km ist der Straßenbelag wellig. In Ishim füllen wir unseren Kühlschrank auf. Danach beginnt eine kleine Irrfahrt durch den Ort, weil unser Navi die Einbahnstraßen nicht kennt. Doch auch das meistern wir. Zuerst schnurren wir auf Asphalt, aber dann urplötzlich geht es los! Die angekündigten 18 Kilometer (Fotos) über Reste von Straßendecken, Kies, Sandpisten, tiefen Schlaglöchern – die die Fahrzeuge kräftig schwanken lassen. Oft ist nur Schritttempo möglich. Bei der Mittagsrast kontrolliert Peter unsere Reifen – noch ist alles gut.
Die Landschaft besteht aus riesigen Feldern - Wiesen und Getreide bis zum Horizont, dazwischen blinken unzählige Seen. Riesige Rinderherden weiden und Mähdrescher, gleich 6 nebeneinander, bearbeiten die reifen Getreidefelder.
Kurgan aus der Ferne gibt sich groß und modern – wir umfahren die Stadt, um gegen 18 Uhr auf einer Raststätte zu übernachten.
Heute haben wir die Zeit um eine weitere Stunde zurück gestellt – jetzt 4 Stunden Zeitunterschied. Wir befinden uns noch immer hinter dem Ural – Sibirien ist unsagbar groß!!!
Vorsicht bei vorgetäuschten Pannen! Gesten sahen wir dreimal am Straßenrand zwei PKW mit ausländischen Kennzeichen parken, eine Panne vortäuschen. Die Personen winkten und gestikulierten wild um uns zum Anhalten zu bewegen. Heute hat sich das Spiel mehrmals wiederholt. Kein Russe hält an um zu helfen, wir vermuten ausländische Banden sind hier am Werk.


   |   Tages KM: 497   |   GPS Nord: 55°27'55   |   GPS Ost: 65°07'51

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Sonntag, 18.8. Kurgan - Sim

Durch die Zeitumstellung sind wir schon eine Stunde früher auf Reisen – unsere innere Uhr tickt noch anders. Noch etwa 200 km bis Chelyabinsk Zentrum. Wir wollen uns die Stadt ansehen, dort soll es am Ende einer Fußgängerzone einen Skulpturenpark geben. Doch ohne Stadtplan und Sprachkenntnisse finden wir das Gesuchte nicht – die Stadt ist riesengroß.
Bald danach erreichen wir den Ural – das Grenzgebirge zwischen Russland Europa und Asien. Wir kommen bis auf 800 m, endlose LKW-Kolonnen an den Steigungen schleppen sich hinauf. Überholen so gut wie unmöglich. Am Straßenrand (in ganz Russland)sehen wir oft Gedenkstätten der tödlich Verunglückten. Mit Bildern auf Betonsteinen und Holzkreuzen, mit einem Lenkrad, Reifen oder Kühlergrill, mit reichlich Plastikblumen dekoriert, oft mit einem Eisenzaun umrandet, manchmal mit Tisch und Bank gleich nebenan – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Wir stellen fest, dass die südliche Strecke über Kurgan, Ufa, Samara bedeutend schlechter zu fahren ist. Die nördliche Route über Kazan und Jekaterinburg haben wir in besserer Erinnerung. Nach 8 Stunden Kurverei übernachten wir am Waldrand – hinter einem LKW-Parkplatz. Wir hoffen, dass es hier bedeutend ruhiger ist.
Wetter heute: von Regen bis Sonne, Temperaturen bis 27°C.
Begegnungen: Unterwegs überholen wir ein Allrad-Reisemobil aus Deutschland. Auf der nächsten Tankstelleneinfahrt stoppen wir und sie auch. Wir laden das Paar aus Gelsenkirchen auf einen Kaffee zu uns ein und erfahren wie sie gereist sind: Kasachstan, Mongolei, Russland. Sie geben uns den wertvollen Tipp, dass sie sich bei Autowaschanlagen (Moika) mit Frischwasser versorgen. Das setzen wir alsbald in die Tat um.


   |   Tages KM: 545   |   GPS Nord: 54°59'39   |   GPS Ost: 57°44'07

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Montag, 19.8. Sim – Kracnj Yar

Nach einem Mordsgewitter mit heftigen Regengüssen schlafen wir selig weiter. Das soll sich später nicht als unser Nachteil erweisen, denn wir haben heute eine Zeitumstellung von 2 Stunden. Die Ausläufer vom Ural bescheren uns zähen Verkehr – da es oft bergan mit Überholverbot geht. Der Straßenbelag ist extrem schlecht mit vielen Bodenwellen, das ewige Klappern an der Vorderachse ist nicht zu überhören. Den ganzen Tag ist das Wetter bedeckt bis 21°C, angenehme Fahrtemperaturen. Wir kommen in das Gebiet von Tatarstan, der Dieselkraftstoff ist ungewöhnlich preiswert. Die Landschaft hügelig – wir blicken über reife Getreide- und Sonnenblumenfelder.
Die ganze Zeit halten wir nach Pilzverkäufern Ausschau, doch heute gibt es Honig – alle 500 m einen Verkaufsstand.
Am frühen Abend: Nach über 500 km „Durchschütteln“ parken wir bei einer kleinen Raststätte. Der aufmerksame Wirt tischt uns das Gewünschte zu unserer vollsten Zufriedenheit auf. Den Nachtisch, Blini (Pfannkuchen), liefert er gratis. Er erzählt uns, dass er aus Armenien kommt. Peter ist begeistert, denn dort will er die nächsten Jahre auch hin.


   |   Tages KM: 536   |   GPS Nord: 53°34'36   |   GPS Ost: 50°35'37

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Dienstag, 20.8. Kracnj Yar - Cafe P228

Wer jemals auf einem LKW-Parkplatz neben einem Kühlaggregat übernachtet hat, kann nachfühlen, dass es uns nach so einer Nacht an Schlaf mangelt. Bereits um 8 Uhr sind wir auf der Piste. Heute wollen wir Samara besichtigen.
Als zaristische Festung 1586 am rechten Wolgaufer geründet, entwickelte sich Samara ab dem 18. Jh. zu einem Zentrum der Wolgadeutschen. Ab 1935 heiß Samara Kuibyschew, nach einem Parteifunktionär. Das Gebiet und auch der Wolgastausee tragen diesen Namen noch heute. 1991 wurde aus Kuibyschew wieder Samara.
Mit dem Berufsverkehr kämpfen wir uns bis ins Zentrum. Von unserem Parkplatz sind es 2 km zu Fuß bis zu den Sehenswürdigkeiten. Leider ist der Stalin-Bunker heute nicht zur Besichtigung freigegeben. Dieser tiefste Bunker der Welt (37m) sollte Stalin während des 2. Weltkrieges als Ausweichquartier dienen. 600 Arbeiter gruben 9 Monate lang, hoben 27.000 m³ Erde aus – angeblich ohne dass die Anwohner es bemerkten. Wir schauen uns die Geschäftsstraßen an, bewundern die schönen Bürgerhäuser. Samara wurde reich durch den Handel mit Weizen, der auf den Märkten der Stadt gehandelt und von hier über die Wolga verschifft wurde. Sehenswert sind noch das Iswersky Frauenkloster, die Kathedrale und die Shiguli-Brauerei. Nach 3 Stunden sind wir Fuß müde und schlendern über die 5 km lange Wolgapromenade zurück. Hier soll man sich im Sommer zum Baden, Flirten und Biertrinken treffen. Doch so früh am Morgen schlafen die Reichen und Schönen noch.
Zum Abschluss steigen wir zum Ruhmesdenkmal mit der Kathedrale hinauf. Von hier bietet sich ein weiter Ausblick auf die Stadt und den Wolgabogen bis zu den Shiguli-Bergen.
Um die Stadt zu umfahren benötigen wir 60 km. Wir kommen bei der Autostadt Togliatti vorbei, hier wird der Lada produziert. Ein kräftiger Wolkenbruch überflutet die Straßen – nur im Schritttempo geht es über den großen Staudamm mit seinen Schleusen und dem Kraftwerk.
Wir erreichen Syzran, von hier verläuft die M5 weiter Richtung Moskau. Für uns geht es weiter Richtung Süden auf der P228. Es findet sich trotz suchen kein abgelegenes Parkplätzchen für die Nacht. So fahren wir mit Unmut ein Café mit LKW-Parkplatz an. Wir hoffen, dass wir diese Nacht von lauten Kühlaggregaten verschont bleiben! Hier in der Abgeschiedenheit gibt es keinen Strom, der Generator vom Café lärmt und für die Übernachtung will man 100 Rubel.
Heute hat Peter das Klappergeräusch vorne rechts vorläufig mit einem Küchenschwamm beseitigt.
Er hat nach tagelangem Überlegen das Geräusch lokalisiert. Ursache: Die Stoßstange hat gegen den Kotflügel geschlagen und ein starkes Klappergeräusch verursacht. Die Werkstatt in Krasnojarsk hätte die Buchsen der Achsaufhängung erneuert, wenn die Teile vorrätig gewesen wären.


   |   Tages KM: 272   |   GPS Nord: 52°59'15"   |   GPS Ost: 48°18'60"

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Mittwoch, 21.8. Café P 228 – Elshanka

Glückstreffer – unser Stellplatz war nur mit wenigen LKW belegt und darunter kein Kühlwagen!!! Bis zum heutigen Etappenziel ist es um die 200 km. Das Wetter hat sich beruhigt, die Sonne scheint. Die überwiegend gute Straße führt unweit der Wolga bergauf und bergab. Wir kommen gut voran. Im kleinen Ort Elshanka biegen wir 1.5 km zur Wolga ab. Ein kleiner Badestrand mit Grillmöglichkeiten, von großen Bäumen schattig überdacht, erwartet uns – einfach traumhaft. 23°C warm ist das Wolgawasser mit seicht abfallendem Sandstrand. Hier tummeln sich tagsüber einige Einheimische. Bis zum Einbruch der Dunkelheit (wir haben Vollmond) sind wir mit den Fledermäusen allein. Dann kommen noch einige PKW mit Männern, die ihr „Feierabendbierchen“ trinken.
Das fiel uns in Russland auf: Dem Alkohol wird reichlich zugesprochen. „Man trinkt sich seine Träume schön“!
Die traurige junge Frau. Von unserem Stellplatz können wir 3 junge Personen, zwei Frauen und einen Mann am Strand beobachten. Sie baden und sonnen sich. Nach einer Weile kommt die blonde Frau auf uns mit einer Zigarette und bittet um Feuer. Während Peter im Mobil nach Streichhölzern sucht, schaut die Frau in meine Augen, zeigt auf ihre Augen und fängt an zu weinen. Sie redet unheimlich viel auf Russisch und ich gebe ihr zu verstehen, dass ich kein Russisch spreche. Sie umfasst meine Hände, schaut mir tief in die Augen und stammelt: „Mama“. Die Situation ist mir unheimlich. Peter will sie zu den Freunden bringen, aber sie wehrt sich. Wir sind ratlos. Erst als ihre Freundin sie bei uns abholt, geht sie mit. Dieses Geschehnis beschäftigt uns noch lange.


   |   Tages KM: 233   |   GPS Nord: 51°47'57"   |   GPS Ost: 46°24'18"

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Donnerstag, 22.8. Elshanka

In der Sonne dösen, lesen und baden
Am Spätnachmittag kommen 3 Allrad-Fahrzeuge von Gasprom, sie parken in unserer Nähe. Die Männer greifen sich ihre Angeln und fischen bis zum Dunkelwerden. Die Ausbeute ist für 8 Männer spärlich. Den Fluss benutzen sie auch zum Wäschewaschen und für die Körperreinigung. Bei so vielen „starken“ Männern in der Nähe werden die „Feierabendbiertrinker“ des gestrigen Abends hoffentlich fernbleiben.
Überlegungen: Es gibt Persönlichkeiten in Deutschland die bei Gasprom im Aufsichtsrat sitzen. Sind diese jemals mit den einfachen Arbeitern in die Weiten Russlands zum Arbeiten gefahren und haben sich das Abendbrot selbst geangelt, im Mannschaftswagen in Etagenbetten übernachtet und im Fluss sich gewaschen???


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Freitag, 23.8. Elshanka - Karawainka

Keine 50 km entfernt liegt an der Wolga die Stadt Saratov. Peter hat versucht aus dem Reiseführer einige Straßen vom Zentrum ins Navi einzugeben. Es hat geklappt, wir finden ins Zentrum – nur mit den Parkplätzen hapert es.
Saratov ist eine Stadt mit deutscher Vergangenheit. Die Stadt liegt auf der rechten Seite der Wolga. Unter den Mongolen war hier die Hauptstadt der „Goldenen Horde“, unter den Russen eine Grenzbefestigung und durch die Ansiedlung der Wolgadeutschen entwickelte sich ein Zentrum deutscher Kultur in Russland. Davon profitierte sowohl Saratov als auch der gesamte Landstrich.
Im Zentrum erweist sich ein Polizist als unser Retter. Er lässt uns direkt neben einer kleinen Kapelle für 3 Stunden parken. Das reicht allemal um die Uliza Kirowa (Fußgängerzone) zu durchstreifen und Einkäufe in der Markthalle zu tätigen. Weiterhin sehen wir die „kleine Schwester“ der Moskauer Basilius-Kathedrale, das Konservatorium (sieht aus wie ein deutsches Rathaus) und einige schöne Jugendstilbauten. In der Fußgängerzone befinden sich etliche Cafés, Bars, Restaurants und exklusive Boutiquen warten auf zahlungskräftige Kunden – auch Mc Donald ist schon da.
In der größten Mittagshitze verlassen wir die Stadt. Die P228 führt uns nach Süden. Der Straßenbelag ist miserabel, wir kommen in den Genuss der russischen Massage (kräftiges Durchrütteln). Heute werden am Wegesrand Melonen von den nahen Feldern verkauft, eine 2 kg Melone kostet 50 Cent. Bei dem Hinweis zum Ort Karawainka biegen wir ab. Eine neue Teerstraße führt in den kleinen Ort an der Wolga. Nur jedes 4. Haus ist bewohnt, der Ort wirkt wie ausgestorben. Keine Menschenseele auf der Straße, kein Hund bellt. Außerhalb des Ortes stehen wir mutterseelenallein – ein Stellplatz oben am Steilufer.
Unterwegs: Steinschlagschaden an der Windschutzscheibe durch hochgeschleuderte Steinchen vom entgegenkommenden LKW. Diese fahren oft mit 2 Reifen auf der unbefestigten Bankette.
Am Abend fahren zwei Kreuzfahrschiffe die Wolga hinauf. Mit dem aufgehenden Mond ergibt das eine Traumkulisse.


   |   Tages KM: 302   |   GPS Nord: 49°43'14   |   GPS Ost: 45°14'07

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Samstag, 24.8. Karawainka – Ruhetag

Außer einer kleinen Wanderung am Vormittag liegen wir nur faul im Mobil-Schatten. Wir haben Temperaturen um 35°C, auch am Abend kühlt es nur auf 27°C herunter.

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Sonntag, 25.8. Karawainka - Wolgograd

Zarytin – Stalingrad und jetzt Wolgograd, diese Stadt hatte bereits mehrere Namen. Doch der Name Stalingrad, wie die Stadt (1925 bis 1961) hieß, weckt unweigerlich Erinnerungen an den 2. Weltkrieg.
Die höchste Erhebung Wolgograds ist der Mamajew-Hügel. Über einer Gedenkstätte erhebt sich das 85m hohe Standbild „Mutter Heimat“, das größte Standbild Europas. Zu Ehren der Gefallenen in Stalingrad (über 1 Mio. Tote), wurde hier 1967 eine Gedenkstätte errichtet. 200 Stufen führen auf den Hügel, die die 200 Tage Belagerung symbolisieren. Beeindruckend ist die Ruhmeshalle mit der ewigen Flamme und der Ehrenwache russischer Soldaten. Die Wachablösung ist sehr eindrucksvoll. Die lauten Stechstritte hallen wie Pistolenschüsse durch die große Halle. Was mag in den Köpfen der vielen (überwiegend russischen) Zuschauer vorgehen?
Nicht weit davon gibt es eine weitere eindrucksvolle Gedenkstätte, das Panorama-Museum mit einem 120x16m großen Rundbild. Es zeigt die „Schlacht von Stalingrad“.
Aber die Stadt bietet mehr als die Monumente des Krieges. Vor allem im Sommer lädt die Millionenstadt zum Prominieren am Wolgaufer ein. Wir parken am Ende der Promenade und hoffen, dass wir eine ruhige Nacht verleben.
Am Abend spazieren wir die Uferpromenade entlang, und kommen zum Portal der Freitreppe zur Heldenallee. Die Straßen sind breit angelegt mit Parkanlagen – so lässt es sich endlos schlendern: Zur „Ewigen Flamme“ und über den Lenin-Prospekt mit seinen „Edel-Geschäften“. Am Wolga Kai warten Ausflugsdampfer auf Gäste. Es herrscht überall ein reges Treiben.
Viel Leid bringen Kriege. Das wird mir heute wiederholt bewusst.
In der neuen Kathedrale auf dem Mamajew-Hügel zünden wir 2 Kerzen an. Diese sind zum Andenken der im 2. Weltkrieg in Russland gefallenen Onkel (Vinzenz und Johann) von Peter.


   |   Tages KM: 167   |   GPS Nord: 48°41'49"   |   GPS Ost: 44°30'45"

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Montag, 26.8. Wolgograd - Aiota (Kirche)

Unsere Nacht ist um 5 Uhr beendet, ein naher PKW versorgt uns etwa ½ Stunde mit lauter Musik. Vor der Weiterfahrt bringen wir im nahen Vergnügungszentrum über ein ungesichertes Internet unsere Homepage auf den aktuellen Stand. Während ich über Skype ausgiebig mit Daheim telefoniere, macht Peter schnell noch ein paar Bilder von der Stadt.
Dann geht es weiter bei hochsommerlichen Temperaturen auf der M 21 Richtung Rostov am Don. Die Straße ist sehr gut und wir schaffen Strecke. Wieder erblicken wir endlose Felder mit Sonnenblumen, Mais und Melonen, das Getreide ist bereits geerntet. An der Straße werden Melonen, Tomaten und Honig verkauft. Wir sehen nur wenige Dörfer. An der Straße steht eine junge Mutter mit Kleinkind. Sie will per Anhalter mitgenommen werden, weit und breit sehen wir keine Siedlung. Wie weit mag sie gelaufen sein?
Wir passieren einige Male den Don, der bei Rostov in das Azovske Meer mündet. Von Manfred haben wir die GPS-Daten von einem Übernachtungsplatz hinter einer Kirche. Wir finden die Kirche und der Kirchenhirte (Pope?)winkt uns freundlich auf den eingezäunten Parkplatz. Die Kirche wird zurzeit renoviert und ist verschlossen. Wir bitten uns die Kirche, die dem heiligen Nikolaus geweiht ist, zu zeigen. Der Pope weist auf Durchfeuchtungen an Decke und Wänden. Die neuen goldenen Kuppeln werden Abhilfe schaffen – nun ist alles „unter der Haube“. Wir dürfen Fotos machen und wir bedanken uns mit einer Spende für die Renovierung. Am Abend werden die Tore im Zaun verschlossen. Wir fühlen uns hier wie in „Abrahams Schoß“.
Nachts: Das lodernde ewige Feuer von der Gedenkstätte nebenan wirkt gespenstisch.


   |   Tages KM: 408   |   GPS Nord: 47°45'55   |   GPS Ost: 40°08'19

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Dienstag, 27.8. Aiota (Kirche) - Bilosarais'ka Kosa

Heute wollen wir nach Möglichkeit die Ukraine erreichen. Wir verabschieden uns von dem netten Kirchenhirten und geben ihm unsere letzten Kinderbekleidungsspenden (danke Ina). Diesen Platz können wir bestens weiterempfehlen.
Unser nächster Stopp soll die 30 km von Rostov entfernte alte Donkosaken Hauptstadt Starotscherkassk sein.
Diese Stadt wurde 1593 von Kosaken gegründet und war bis 1805 die Hauptstadt der Donkosaken und Sitz der Kosakenarmee. Die gewaltige Auferstehungskathedrale aus dem 17. Jh. besticht durch die reich verzierte Ikonostase. Wir finden den gegenüberliegenden Bilderfries interessanter, weil wir vieles aus der biblischen Geschichte wiedererkennen, z.B. Adam und Eva im Paradies. Weiterhin gibt es schöne Häuser und einige Museen anzuschauen. Dort werden u.a. Waffen und Uniformen der Donkosaken gezeigt. In einem anderen Haus befindet sich eine kleine liebevoll eingerichtete Wohnung mit Salon und Modestudio. In Vitrinen stehen elegante Damenkleider – was waren diese damals schlank in der Taille!!! Das ehemalige Anwesen des Atamanen (des obersten Anführers der Kosaken) ist heute ein Freilichtmuseum. An Sommerwochenenden werden hier Kosakenmärkte mit Liedern, Tänzen und Reiterspielen veranstaltet – so unser Reiseführer. Heute, am Dienstag, sind nur wenig Besucher in Strarotscherkassk.
Ganz nahe liegt der Don. Ständig wiederkehrende Hochwasser veranlaßten1644 die Donkosaken ihre neue Hauptstadt nach Neu-Tschdekassk (= Nowotscherkassk) zu verlegen.
Es dauert endlos lange bis wir die riesige Stadt Rostov am Don durchfahren haben. Bis zur Ukrainischen Grenze sind es noch rund 100 km. Wir „verschleudern“ unsere restlichen Rubel und stehen 16.25 Uhr an der Grenze (alles wird an der Grenze mit einem Laufzettel protokolliert). Fast 10 Wochen haben wir Russland bereist. Unsere Eindrücke sind im Anhang zu lesen.
Höflich und schnell (30 Minuten), dann sind die russischen Grenzer mit uns fertig. Wobei die zwei freundlichen Zöllner viel Schmutz mit ihren Schuhen in unser Auto tragen. Peter hätte ich dafür „seine Ohren lang gezogen“! Auf der Ukrainer Seite benötigen wir nochmals (incl. Geldumtausch) 30 Minuten.
Schon nach kurzer Zeit bekommen wir den schlechten Straßenbelag zu spüren. Die nächstgrößere Stadt ist Mariupol. Riesige Fabrikschlote stoßen schwarzen Rauch in die Luft. Viele Häuser sind stark renovierungsbedürftig. Wir müssen einmal durch die Stadt, denn wir wollen auf die Landzunge Bilosarais’ka Kosa (Tipp von Manfred). Unsere Anfahrt über enge Wege (wegen der Ferienanlagen) finden wir beschwerlich. Dann erreichen wir den Parkplatz mit Schilfgürtel und sandigen Zugängen ins Azovske Meer. Uns gegenüber in der Ferne liegt das Festland.
Es ist sommerlich warm und die kleinen fliegenden Ungeziefer wollen nachts in unser Mobil.


   |   Tages KM: 353   |   GPS Nord: 46°52'23   |   GPS Ost: 37°18'26

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Mittwoch, 28.8. - Freitag, 30.8. Bilosarais'ka Kosa

Wir sind wenige 100 m weiter umgezogen, auf einen sauberen Parkplatz gegenüber der Kait-Schule. Schon bald erkunden wir die Umgebung. Der eindeutig bessere Strand liegt auf der anderen Straßenseite. Eingezäunte Ferienanlagen und Sommerhäuser haben hier eine schöne Lage und direkten Zugang zu dem breiten Muschel-Sandstrand. Zwischen den Häusern gibt es einige Durchgänge für Tagesbesucher. Diese Landzunge mit ihrem seicht ins Meer abfallenden Sandstrand lockt viele Urlauber, das Meer ist angenehm warm (schätzungsweise 26 Grad°).
Wir verbringen die nächsten Tage mit Spaziergängen, baden, faulenzen und lesen.
Das Wetter ist sommerlich warm, das ändert selbst der stark auffrischende Wind am Donnerstag nicht. Für die Kaiter ideale Bedingungen.
Morgen wollen wir ein Stück weiter an der Küste entlang Richtung Cherson fahren. Am Montag werden wir nach 3 Wochen wieder zu Gaby, Lutz, Hermi und Manfred stoßen. Gemeinsam setzen wir dann unsere Reise durch die Ukraine fort.


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Samstag, 31.8. Bilosarais'ka Kosa - Berdiansk Steilküste

Das Wetter ist bedeckt und es stürmt – gutes Reisewetter. Schauen wir doch mal, ob sich auf der Festlandseite auch Stellplätze am Meer befinden. Wir benötigen 30 km bis zur M 14. Unser Navi nimmt natürlich den kürzesten Weg, durch die kleinen Gassen im Ort. Nach Berdians’k haben wir einen Stellplatz am Meer ausfindig gemacht. Dort befinden sich schon mehrere plattgewalzte Stellen unter Bäumen oder an der Abbruchkante vom Steilufer. Wir nehmen die Aussicht zum Meer. Ein kleiner Weg führt hinab und im Schilf liegen mehrere Boote. Unweit von uns sehen wir eine Ferienwohnung in einem ausgedienten Tank. Aber ansonsten lässt sich keine Menschenseele weit und breit erblicken. Die Sonne kommt ab und zu hinter den Wolken hervor, dann spüren wir den kühlen Wind nicht so sehr. Wir erkunden die Umgebung: riesige Ackerfelder mit gepflügter dunkler Erde. Unser Weg führt wie eine Art Rundweg wieder zur Hauptstraße.
Abends: Sternenhimmel und die schimmernden Lichter der Orte.



   |   Tages KM: 109   |   GPS Nord: 46°45'11   |   GPS Ost: 36°30'46

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Sonntag, 1.9. Berdiansk Steilküste

Ein letzter Ruhetag. Morgens um 6 Uhr Sonnenaufgang über dem Meer. Bald danach kommen mit einem PKW 3 Männer und eine Frau. Während die Männer mit den Booten zum Fischen auf Wasser fahren, hält die Frau im PKW ein Schläfchen.
Das Wetter ist bedeckt. Fürs sonnen zu kalt, aber für Spaziergänge recht angenehm. Morgen soll es weiter Richtung Cherson gehen.


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Montag, 2.9. Berdiansk Steilküste - Cherson

Endlose Ackerflächen, Baumgruppen mit Pappeln und Erlen, nur wenige Ortschaften – so sehen wir die Landschaft an uns vorbeiziehen. Die heutige Strecke beträgt 333 km. Wir schaffen aber nur 60 bis 70 km die Std, der Straßenbelag ist sehr schlecht – ein Flickenteppich!
Am Nachmittag erreichen wir das Zentrum von Cherson. Hier erwarten uns bereits Gaby und Lutz mit Hermi und Manfred. Nach der herzlichen Begrüßung gibt es viel zu berichten. Sie haben die Krim als wunderschön empfunden – eine Reise wert.
Abends gehen wir gemeinsam in einem Restaurant in der Fußgängerzone essen. Die Bedienung spricht ein wenig englisch, das „Bestellte“ ist sehr schmackhaft und über die Rechnung sind wir angenehm überrascht. Nachts bellen die herumstreunenden Hunde um die Wette und die Musikanlage auf der Restaurantterrasse vom nahen Hotel dreht um ½ 3 Uhr morgens noch einmal kräftig auf.
Das ist neu: Erstmals müssen wir fürs Frischwasser bunkern bezahlen (5 Euro).


   |   Tages KM: 333   |   GPS Nord: 46°37'51   |   GPS Ost: 32°37'21

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Dienstag, 3.9. Cherson - Odessa

Auf überwiegend guter Straße geht es nach Odessa. Lutz hat aus einem Reiseführer einen Campingplatz rausgesucht. Nach GPS-Daten landen wir inmitten einer Hochhaussiedlung. Campingplatz Fehlanzeige, was machen wir nun? An der Straße haben wir einen Hinweis „Schwimmbad“ gesehen. Das Navi zeigt unweit der Hauptstr. Wasser – wir befinden uns am Schwarzen Meer. Wir fahren weiter und erblicken ein Schild mit Camping. Um diesen zu erreichen müssen wir die 4-spurige Hauptstr. überqueren. Vor einer Parkplatzschranke kommen wir zum Halten. Campingplatz? Es ist mehr ein bewachter Parkplatz (gebührenpflichtig) ohne Sanitäranlagen. In Strandnähe sehen wir einige Zelte, aber mit unseren Mobilen können wir die Schlaglöcher nicht bewältigen. Außerdem wirbelt der Wind Unmengen von Sand über den Platz. Trotz Wagenburg ist es alles in allem ungemütlich. Die Saison ist hier vorbei. Am Strand werden die Liegen eingesammelt fürs Winterquartier und die Bierbars vernagelt und verrammelt. Nur wenige Gäste sitzen in den Restaurants und die Souvenirverkäufer blicken gelangweilt von ihren Gesprächen mit Kollegen auf, wenn sich Kaufinteressierte nähern.
Abends benötigt man zum Draußen sitzen eine dicke Flies Jacke.


   |   Tages KM: 212   |   GPS Nord: 46°32'49   |   GPS Ost: 30°45'11

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Mittwoch, 4.9. Odessa

Heute Morgen haben wir nur 16°C Außentemperatur und es sieht nach Regen aus. Wir planen Odessa zu besichtigen. Direkt gegenüber von unserem Parkplatz fahren die Minibusse „Matruschkas“ ins Zentrum. Unsere Überlegung, dass um 9 Uhr wie in Deutschland der Berufsverkehr durch ist, war falsch. Die Busse sind „rappelvoll“, in den dritten zwängen wir uns dann hinein. Wir zahlen umgerechnet 25 Cent pro Person und im Zentrum steigen wir aus. Uns fallen sofort die imposanten Jugendstilbauten, insbesondere die Oper, auf. Vor dieser stehen kleine Elektrobusse der City Tour. Für 10 Euro pro Person geht es bequem in einer Stunde zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Odessa wurde erst im 18. Jh. von Katharina II 1792 gegründet. Die Stadt erlebte ungewöhnlichen Aufschwung durch den Bürgermeister Herzog de Richelieu. Die meisten sehenswerten Bauten entstanden im 19.Jh. Wir halten vor dem Schah Palast und dem Palast des Grafen Voroncv. Die Potemkinsche Treppe (mit damals 200 Stufen) führt zum Hafen, ein Geschenk des Grafen Voroncv an seine Frau. Es gibt viel anzusehen: Parkalleen, die Fußgängerzone, die Kathedrale, alte Hotels und prächtige Hausfassaden. Wir durchstreifen nach der Rundtour zu Fuß die Stadt. Ein Genuss sind die Schokoladenerzeugnisse der weltberühmten Schokoladenfabrik in Liviv (Lemberg).
Einige Regenschauer und müde Füße veranlassen uns dann am späten Nachmittag zum Stellplatz zurückzufahren.
Alles in allem hat uns Odessa sehr gut gefallen. Wir hätten uns nur besseres Wetter gewünscht!


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Donnerstag, 5.9. Odessa - Kiew Freilichtmuseum

Heute ideale Fahrtemperaturen bei 15°C. Innen läuft beim Fahren erstmals die Heizung! Eine Autobahn führt zur Landeshauptstadt, nach Kiew. 250 km sind überwiegend gut – der Rest „na ja“. Wie immer sind Autobahnlandschaften langweilig. Eine Polizeikontrolle südlich von Uman sorgt für Abwechslung. Wir werden angehalten. Während Peter und ich dem Polizisten in das nahe Gebäude folgen, müssen unsere Freunde (auf Anordnung der Polizei) weiterfahren. Ein Polizist, der etwas deutsch spricht, erklärt uns, dass wir in der 50ziger Zone 86 km/h gefahren wären. Zu schnell ja, aber nicht so schnell. Wir folgen dem Polizisten (ohne Deutschkenntnisse) in den 1. Stock. Ich, Monika, soll im Treppenhaus warten. Wenig später kommt Peter zu mir und sagt, dass man 200 haben will. Ich gehe mit. 200 UAH (Hryvnia)? Nein, 200 Dollar. Peter gibt dem Polizisten zu verstehen, dass wir keine Dollar haben, dann will er drei 200 UAH Scheine, auch das ist Peter nicht bereit zu zahlen. Er sagt 200 UAH (umgerechnet 20 Euro) wären für eine Geschwindigkeitsüberschreitung genug – sonst soll der Polizist ein offizielles Protokoll schreiben. Ich muss wieder ins Treppenhaus. Nach einer kurzen Bedenkzeit nimmt der Polizist die 200 UAH und legt seinen Zeigefinger auf die Lippen. Aha, wir verstehen, 200 UAH „Schweigegeld“ und die Angelegenheit ist erledigt. Zwar „kochen“ wir innerlich vor Wut, aber was hätten wir anderes machen sollen? Wir verbuchen das Ganze als Entwicklungshilfe Ukraine.
Das Freilichtmuseum Pyrohiv, südlich von Kiew, finden wir relativ schnell. Da das Museum bereits um 17 Uhr schließt, verschieben wir die Besichtigung auf Morgen und übernachten auf dem Parkplatz davor.


   |   Tages KM: 488   |   GPS Nord: 50°21'11   |   GPS Ost: 30°30'15

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Freitag, 6.9. Freilichtmusem - Kiew Camping

Das 1976 im Dorf Pyrohiv errichtete Freilichtmuseum für Volksarchitektur und Alltagskultur ist eines der größten seiner Art in Osteuropa. Auf etwa 150 ha sind volkstümliche Baudenkmäler aus der ganzen Ukraine versammelt, über 300 vorwiegend hölzerne Bauten des 16.-20. Jh.: Kirchen, in denen einst Gottesdienste und Hochzeiten gefeiert wurden, Hütten, Wind- und Wassermühlen, Schulen, Schmieden, Schenken, Scheunen, Pferdestätte, Bienenstöcke und Brunnen…. Die Gebäude sind mit Möbeln und Alltagsgegenständen ausgestattet: Werkzeugen, Webteppichen, bestickten Tüchern, Trachten, sowie Holz- und Keramikgegenständen.
Wir verschaffen uns persönlich einen Eindruck. Schade, dass so wenige Häuser geöffnet sind. Für den Rundweg benötigen wir mit Stärkung in einem Restaurant 4 Stunden. Der einsetzende Regen hat die Rundtour beschleunigt.
4 km sind es bis zum Campingplatz. Von hier wollen wir morgen die Stadtbesichtigung starten. Unsere Stadtführerin heißt Alexandra und wird uns Kiew zeigen.


   |   Tages KM: 4   |   GPS Nord: 50°21'56   |   GPS Ost: 30°28'21

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Samstag, 7.9. Kiew

Manfred hat uns Olexandra vermittelt. Sie holt uns vom Campingplatz ab und mit Bus und Bahn fahren wir gemeinsam in die Innenstadt. Auf dem Besichtigungsprogramm stehen einige große Kathedralen und andere Sehenswürdigkeiten der Oberstadt. Wir besichtigen die Volodymyr Kathedrale, diese ist die Hauptkirche der Ukrainisch Orthodoxen Kirche.
Das Kloster des hl. Michael wurde 1930 zerstört und von 1997 bis 2000 originalgetrau wieder aufgebaut. Der goldene Erzengel auf der Kuppel ist ein Geschenk von V. Klitschko.
Die Sophienkathedrale (Eintritt) zählt zum UNESCO-Welterbe und ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. 13 Kuppeln streben himmelwärts, die Mosaiken und Fresken in der Kathedrale sind einmalig. Sie ist eine Namensvetterin der Hagia Sophia von Konstantinopel (Istanbul).
Mit der Funicularbahn (Standseilbahn) und Aussicht auf die Unterstadt geht’s hinab in diese. Im Puzata chata (Schnellimbisskette) stärken wir uns mit ukrainischen Spezialitäten. Dann laufen wir hinauf zur Andreaskirche. Der Andreassteig ist eine Art Kiewer Montmartre. Kunst- und Souvenirstände reihen sich aneinander. Galerien, Antiquitätenläden, Cafés und historische Häuser säumen den gepflasterten Weg. Oben erhebt sich die wunderschöne türkisfarbene Andreaskirche mit ihren 5 goldenen Kuppeln. Viele Brautpaare lassen sich vor der Kirche fotografieren. Innen findet eine Trauung statt. Das junge Brautpaar, Frau und Mann, tragen eine Krone, jeder hält eine brennende Kerze. Jeweils eine Hand des Paars ist von einem Tuch bedeckt. Der Pope führt das Paar dreimal um den Altar. Dazu singen 3 Personen mehrstimmig – die Zeremonie ist sehr beeindruckend.
Zum Abschluss wird das Tuch verknotet und dem Paar überreicht.
Weiter geht es zum Unabhängigkeitsplatz. Hier finden Kundgebungen, Feste und Konzerte statt. Hoch oben auf ihrer Säule wacht die Beschützerin der Ukraine über den Unabhängigkeitsplatz.
Von dort sind es wenige Schritte bergan zum Präsidentenpalast und dem Haus mit den Chimären. Viele schöne Jugendstilhäuser sind in diesem Stadtteil zu bewundern.
Fuß müde steigen wir in die Metro. Die berühmten Höhlenklöster werden wir heute nur aus der Ferne – aus der Metro – ansehen. Für die Besichtigung dieser Anlage benötigt man einen weiteren Tag.
Erst im Dunkeln treffen wir bei den Mobilen ein und bedanken uns bei Olexandra , Kiew ist eine schöne Stadt und es lohnt sich hier ein paar Tage zu verweilen.


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Sonntag, 8.9. Kiew - Lemberg Trabrennbahn

Unser letzter Besichtigungsstopp in der Ukraine soll Lemberg sein. Über 500 km auf guter Autobahn und Landstr., dann haben wir um 17 Uhr unseren Stellplatz an der Pferderennbahn erreicht. Die Stadt werden wir morgen ausführlich besichtigen.
Landschaft: Überwiegend flaches Ackerland mit Obstbäumen. Die Straßendörfer werden durch die Straße (auch Autobahn) oft geteilt – sie führt mittendurch.


   |   Tages KM: 565   |   GPS Nord: 49°46'41   |   GPS Ost: 24°00'57

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Montag, 9.9. Lemberg

Mit der Buslinie 3A sind wir in 30 Minuten im Stadtzentrum. Wir lernen im Bus eine deutschsprachige Dame kennen und verabreden uns für den Abend auf unserem Stellplatz.
L’viv – einst L’vov, Lwów, Lemberg oder Leopolis – diese Stadt hatte mehrere Namen. Das Kommen und Gehen der Kulturen hat diese Stadt zwischen Ostsee und Schwarzem Meer sehr geprägt. Zu ihrem einzigartigen Flair tragen atmosphärische Kunstmärkte und Innenhöfe, originelle Kneipen und stilvolle Kaffeehäuser bei.
Wir beginnen unsere Stadtbesichtigung auf dem Marktplatz. Diesen säumen historische und schön restaurierte Bürgerhäuser, in vielen sind kleine Museen eingerichtet. Wir schauen uns das Apothekenmuseum an. Die vielen Kirchen machen eine Auswahl schwer. Wir besichtigen die Maria-Himmelfahrtskirche, die Dominikanerkirche, die Armenische Kirche und die Jesuitenkirche Peter und Paul. Die letzte Kirche wurde erst im Dez. 2011 wieder eröffnet und neu geweiht. Vom Ende des 2. Weltkriegs bis vor kurzem diente die Kirche als Bibliothek.
Unendlich viele Gaststätten und Cafés laden zum Verweilen ein. Ein Muss ist die L’viver Schokoladenwerkstatt!!!
Mit dem Bus geht es auf gleichem Wege zurück.
Am Abend kommt die nette Dame aus dem Bus zu Besuch. Galiya hat 11 Jahre (von 1975 bis 1986) mit ihrem Mann und ihrer Tochter in der Nähe von Stendal in der DDR gelebt. Sie hatte (trotz Verbot) Kontakte zu deutschen Familien und liebt die deutsche Sprache, obwohl sie diese über 25 Jahre nicht mehr angewendet hat. Man merkt ihr an, dass sie sich sehr über einen Erfahrungsaustausch mit uns freut. Für uns ist dieses Gespräch außerordentlich interessant von einer Einheimischen „hautnah“ Informationen auf unsere Fragen zu erhalten. Danke Galiya – wir kommen wieder, denn in Lemberg haben wir längst noch nicht alles gesehen.


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Dienstag, 10.9. Lemberg - Krakau

Wehmut, denn mit Riesenschritten geht es nun heimwärts. Bis Krakau sind es 353 km. An der Grenze benötigen wir etwa 1 Std für die Formalitäten, dann sind wir in Polen. Unsere 2 Navis wollen uns auf die Autobahn führen – doch an dieser wird noch kräftig gebaut. Bis zur Fertigstellung wird noch viel Zeit vergehen. Trotzdem verlangt man für die Benutzung der Nationalstraße Maut – sie führt durch kleine Städte und Dörfer mit Tempo 50. Die Via Toll box für Fahrzeuge über 3,5t besitzen wir schon seit der Hinreise, Lutz und Manfred kaufen eine an der nächsten Tankstelle. Die Abwicklung ist umständlich und niemand von uns allen begreift das System. Erst ab Tarnów schnurren wir auf der Autobahn. Doch bereits kurz vor Krakau „piepen“ die Toll Boxen von Lutz und Manfred zweimal. Ist das Guthaben bereits verbraucht? Bis zur deutschen Grenze sind es immerhin noch über 400 km Autobahn. Unsere 1. Aufgabe morgen früh wird es sein, auf einer Tankstelle mit Mautabwicklung das Problem zu lösen (hoffentlich sprechen die Angestellten deutsch, bzw. englisch.
Den späten Nachmittag verbringen wir mit Kaffeetrinken und plaudern in der Sonne. Wir Frauen „zocken“ bis uns die Abendkühle in die Mobile vertreibt.
Gaby gewinnt alle Spiele. Die Männer stärken sich bei einem Bier. Danach hat niemand so rechte Lust noch in die Altstadt von Krakau zu fahren. Außerdem kennen wir alle die Stadt von früheren Besuchen bereits.


   |   Tages KM: 353   |   GPS Nord: 50°02'50   |   GPS Ost: 19°52'49

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Mittwoch, 11.9. Krakau - Cottbus

Wir starten mit Regen. Lutz und Manfred „füttern“ die Maut-Box. Auf der Strecke Krakau-Kattowice will man die Maut-geb. gleich zweimal in bar, knapp 10 Euro. Danach piepen die Toll-Boxen wieder kräftig. Wer von den Ausländern (wie wir) kann das noch begreifen?
Noch weniger begreifen wir, dass für die Rückgabe der Toll-Boxen an der letzten Tankstelle vor der dt. Grenze niemand zuständig ist. Die erste Tankstelle händigt Boxen aus, nimmt aber keine zurück. Man verweist uns 200 m weiter zur nächsten Tankstelle. Diese schickt uns 500 m bis zur Grenze, dort soll (angeblich) die Rückgabestelle sein. Reingelegt – reingefallen!!! Wir kommen an keiner Rückgabestelle vorbei und haben nun das „Ding“ an der Backe. Wie wir aus dem beigefügten Informationsblatt der Toll-Box entnehmen, ist diese Box nicht unser Eigentum und kann nach Beendigung der Nutzungsdauer an jeder Kontakt- bzw. Distributionsstelle zurückgegeben werden. Nun müssen wir uns daheim im Internet „ schlau machen“, denn eine Postanschrift für die Rückgabe ist nicht angegeben!!!
Nach 30 km ist der Stellplatz beim Tiergarten im Barnitzer Park bei Cottbus erreicht. Gaby bewirtet uns mit leckeren selbstgebackenen Pflaumenkuchen. Nach einer kleinen Verschnaufpause laufen wir durch den Park in die Altstadt. Beim Griechen Olympia am Altmarkt wollen wir diese Reise ausklingen lassen. Mit gutem Essen und Getränken lassen wir die gemeinsame Reise Revue passieren. Wir alle möchten die Eindrücke, die diese Russlandreise vermittelt hat, nicht missen und bedauern, dass Veronika nicht bei uns ist.
Morgen werden wir ab Berlin Richtung Hamburg, die anderen Richtung Braunschweig/Wolfenbüttel abbiegen.
Nette Geste: Nach dem Essen fragen wir den Restaurantbesitzer nach dem schnellsten Weg zu unseren Mobilen. Nach kurzem Zögern bietet er uns an, uns alle mit dem privaten PKW zum Stellplatz zu fahren. Und meint: „Das gehört zum Kundenservice, wenn jemand so viel verzehrt hat.“
Weiter berichtet er, dass hier im „Osten“ oft in Lokalen Familienfeiern abgehalten werden und davon profitiert er.
Hier die Adresse: Olympia , Altmarkt 21 – Cottbus


   |   Tages KM: 482   |   GPS Nord: 51°44'44   |   GPS Ost: 14°21'08

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Donnerstag, 12.9. Cottbus - Glinde

Schon bald nach dem Start vermeldet Manfred starke Geräusche im Motorraum. Wir fahren die nächste Tankstelle an. Von dort geht es in eine Mercedes-Werkstatt.
Diagnose: 2 Keilriemen sind gerissen und müssen erneuert werden. Am frühen Nachmittag kann er mit Hermi die Reise fortsetzen. Er gibt uns anderen zu verstehen, dass er hier in guten Händen ist, und wir die Heimreise fortsetzen sollen.
So verabschieden wir uns gegenseitig. Wir wollen auch nach der Reise in Verbindung bleiben.

Nach insgesamt rund 21.200 km erreichen wir nach 90 Tagen unser Zuhause. An reiner Fahrzeit haben wir 324 Stunden benötigt. Ich, Monika, hatte vor Reiseantritt Bedenken, dass wir vor lauter Fahren keine Zeit für Unternehmungen und Faulenzen haben würden, das hat sich aber als unbegründet herausgestellt.


   |   Tages KM: 444

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Hier unsere Eindrücke und Informationen in Kurzform:

Tanken: Die Kraftstoffversorgung ist kein Problem, 90% (bei uns dreimal nicht) aller Tankstellen akzeptieren Visa oder Eurocard. Leider müssen vor dem Tanken die Liter oder die Endsumme bekannt gegeben werden. Volltanken ist in den meisten Fällen nur gegen Barzahlung möglich, dann gibt es auch bei Fehleinschätzungen Geld zurück.

Straßen: Russische Autofahrer fahren oft riskant – eigene Zurückhaltung ist angebracht.

Straßenzustand: Die Straßen sind überwiegend gut zu befahren, wir hatten uns die Straßen schlechter vorgestellt. Allerdings gab es Teilstrecken im schlechten bis sehr schlechten Zustand. Überall in Russland wird an Straßen gebaut. Die obere Route zum Baikal ist deutlich besser.

Polizeikontrolle: In Russland wurden wir insgesamt 2x angehalten. Davon musste Lutz einmal die Papiere vorweisen.

Landschaften: Von eintönig (endlose Birkenwälder) bis grandios (leuchtende Blumenwiesen in Sibirien und die Insel Olchon im Baikal)

Städte: Von hochmodern bis es fehlt noch „Aufbau Ost“. Einige Häuser äußerlich in einem beklagenswerten Zustand.

Bürgersteige: Oft fehlen der Belag und tiefe Löcher. Doch für einheimischen Frauen kein Hindernis, denn sie tragen hohe Stöckelschuhe.

Bevölkerung: Zurückhaltend freundlich. Beispiel: Nachts laute Musik aus dem Autoradio. Wenn man durch Gesten um Ruhe gebeten hat, wurde sofort der Bitte entsprochen.

Geldversorgung: Es gibt überall (bis auf wenige Orte) Bankautomaten. Wir haben bei Banken Euro in Rubel getauscht.

Eintrittsgelder: Wenn, dann nur geringer Eintritt.

Banja: Ein Genuss – ein Muss

Sprachkenntnisse: Erstaunlich viele Russen haben in der Schule Deutsch als Fremdsprache gehabt.
Mangels Anwendungsmöglichkeiten reicht es nur für „guten Tag“ und „auf Wiedersehen“.
Kenntnisse im russischen Alphabet waren von Vorteil, so konnten wir auf den Straßenschildern die Orte entziffern. Aber man kommt auch ohne Kenntnisse durchs Land.

Navi: Garmin und Snooper haben sich gut ergänzt.

Trinkwasser: An Autowaschanlagen oder in Orten an der Pumpe.

Reifenreparaturen: Fast an jeder Tankstelle – preiswert und schnell.

Stellplätze: Auf Rasthöfen mit Bewachung nachts (gegen wenig Geld) oder abseits in kleinen Dörfern mit neugieriger Dorfjugend.

Einkaufen: Obst, Gemüse, Pilze und Honig am Straßenrand. Die großen Supermärkte sind gut sortiert, aber auch in kleinen wie: Magazin oder Produkte gibt es viel Auswahl.
Verhungern muss in Russland niemand!

Essen: Restaurant oder Café auf Raststätten – schnell und preiswert

Wetter: Es war nicht übermäßig heiß und bis auf wenige Ausnahmen (bei Stadtbesichtigen) Regen.

Mücken: Man kann an einer Hand die Mückenplagen-Tage abzählen. Wir hatten uns reichlich mit Mückenschutzmittel eingedeckt und so gut wie nichts benötigt.

Gruppe oder allein: Es ist kein Problem allein durch Russland zu reisen. Wir fühlten uns nie bedroht. Kontaktadressen sind von Vorteil bei Stadtbesichtigungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen (wie Zahnschmerzen).

Alles in allem war es die erwartete Traumreise.



zum Schluß noch einige Bilder zur russischen Toilettenkultur



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