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Marokko - 2014

wir sind dann mal wieder in...

Samstag, 1.2. Glinde - Polch

Auf unserer Reise Marokko 2014 werden uns 2 Fahrzeuge vom Wohnmobilstammtisch Glinde begleiten: Anke und Harald mit ihrem Frankia und Gitta und Bodo mit ihrem Knaus. Peter hat sich in den letzten 2 Monaten mit der Vorbereitung dieser Tour beschäftigt. Er hat viele Reiseberichte gelesen und die Strecke ausgearbeitet. Für uns wird es bekannte und einige unbekannte Ziele geben. Mitte April wollen wir zurück sein.
Wir starten bei frostigen Temperaturen und treffen uns auf der Raststätte Stillhorn – nun ist unsere Gruppe komplett. Das Wetter ist nebelig kalt und bald nach Bremen setzt Regen ein. Dieser begleitet uns mal mehr oder weniger bis Köln. Um 16.20 Uhr haben wir den kostenfreien Stellplatz vor dem Niesmann/Bischoff-Werk in Polch erreicht. Für heute ist nach 533 km „genug“ gefahren.


   |   Tages KM: 533   |   GPS Nord: 50°18'22   |   GPS Ost: 7°18'36

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Sonntag, 2.2. Polch - Sens (F)

Über Trier geht es nach Luxemburg, wo wir preiswert Diesel für 119,5 Cent tanken. Nach Metz (Abfahrt 28) verlassen wir die Autobahn. Durch das Landesinnere von Frankreich fahren wir bis Sens. Die kleinen Orte die wir durchfahren wirken auf uns bedrückend - viele Häuser sind stark renovierungsbedürftig. Herrscht hier die Landflucht der arbeitenden Bevölkerung? Die Sonne lässt sich blicken und die Natur ist bereits viel weiter als bei uns in Norddeutschland. Wir sehen erste Narzissen in den Vordergärten. Gegen 17 Uhr erreichen wir einen Supermarkt in der Nähe von Sens. Außer preiswert SB-tanken beschließen wir auf dem Gelände zu übernachten.
Am Abend geselliges Beisammensein mit Krimsekt und Kaviar – man gönnt sich ja sonst nichts!!!
Wir stoßen auf ein gutes Miteinander unserer Reise an – möge es gelingen!


   |   Tages KM: 520   |   GPS Nord: 48°10'18   |   GPS Ost: 3°17'19

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Montag, 3.2. Sens - Roullet Saint Este

Über Nacht wurde es frostig kalt und Raureif sorgt für Glätte auf dem Asphalt. Unser Navi führt uns auf der N 60 nach Orleans. Von dort geht es mit Maut auf der A 71 Richtung Süden bis Vierzon. Hier wechseln wir auf die mautfreie A 20, um dann über die N 145 bis Angouleme zu fahren.
Am Vormittag kommt die Sonne raus und es wird warm im Fahrerhaus. Wir durchfahren eine hügelige Landschaft mit viel Grün. Auf der N 145 herrscht viel LKW-Verkehr. Die schmale Nationalstraße führt den Verkehr durch kleine Orte, hier möchte ich nicht wohnen.
20 km nach Angouleme fahren wir im Ort Roullet auf einen Stellplatz. Ein kleiner Spaziergang durch den verschlafenen Ort für die „müden“ Beine, es gibt mehrere Bäcker und einen kleinen Supermarkt. Der Stellplatz (kostenlos) mit V+E ist empfehlenswert. Nur vermissen wir die Hinweisschilder!


   |   Tages KM: 503   |   GPS Nord: 45°34'48   |   GPS Ost: 0°02'41

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Dienstag, 4.2. Roullet Saint Este - Aranda de Duero (E)

Auf Sonne folgt Regen – heute ist der Regen unser Begleiter. Ab Bordeaux geht es überwiegend auf Mautautobahnen – und das kostet. Anke errechnet für unsere Größe 50 Cent pro Kilometer in Frankreich. In Spanien wechseln wir schon bald (ab Hernani) auf die Nationalroute. Wir kommen erst am späten Nachmittag auf unserem Stellplatz in Aranda de Duero an. Es ist ungemütlich - kräftiger Wind und Regen halten uns von einem Stadtbummel ab.
Maut in Frankreich: Die Mautzahlstellen sind „Geisterzahlstellen“. D.h., sie haben kein Personal. Die Zahlstellen erkennen „unsere“ Kategorie und zeigen die Mautsumme an. Dann heißt es Scheine einschieben und den Kleingeldbetrag in einen Trichter werfen – doch leider nehmen diese Automaten keine Münzen unter 10 Cent-Größe. Sie werfen aber z.B. bei 6,82 Euro jede Menge Cent-Stücke raus – unsere Geldbörse ist nun randvoll.


   |   Tages KM: 662   |   GPS Nord: 41°40'06   |   GPS West: 3°41'45

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Mittwoch, 5.2. Aranda de Duero - Beas de Granada

Regen und Sturm haben sich über Nacht gelegt. Dafür ist es am Morgen empfindlich kalt. Und weiter zieht unsere Karawane bis auf 1500 m Höhe vor Madrid. Schnee im Gebirge, doch die Straßen sind frei. Peter hat einen CP (Campingplatz) bei Granada zwecks Übernachtung für uns ausgesucht. Dieser liegt 1.100m hoch und total im Nebel. Hoffentlich klart das Wetter auf, dann können wir morgen die über 3000m hohen Gipfel der Sierra Nevada erblicken.
Erkenntnis des heutigen Tages: Nur Autobahnfahren ist total langweilig – Industriegebiete und schlichte Gebäude säumen unsere Strecke.


   |   Tages KM: 597   |   GPS Nord: 37°13'31   |   GPS West: 3°29'17

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Donnerstag, 6.2. Beas de Granada - Capo Negro (M)

Der Ausblick am Morgen ist grandios: Schnee auf den Gipfeln der Sierra Nevada.
Von nun an geht es bergab – Richtung Málaga und weiter bis Algeciras. Gegen Mittag erreichen wir den Parkplatz bei Lidl. Nach den letzten Einkäufen fahren wir zu Carlos. Er hat die günstigsten Fährtickets nach Marokko – zurzeit 200€ für die Hin- und Rückfahrt. Freudige Nachricht: Heute um 15 Uhr geht unsere Fähre nach Ceuta. Schlechte Nachricht im Hafen: Für uns ist erst um 18 Uhr Platz auf einer Fähre. So vertreiben wir uns die Zeit und füllen die Einreiseformulare aus. Dann plötzlich sollen wir doch schon auf die 15 Uhr Fähre einschiffen und bei uns fehlt die Bording-Card. Zurück zum Schalter – Formalitäten erledigen und hinten anschließen (wir standen an erster Stelle). Zittern. Hoffentlich kommen wir mit, denn unsere Freunde sind mit ihren Mobilen bereits im Rumpf der Fähre verschwunden. Rückwärts über eine recht steile Rampe parken wir ein. Beschwerlich, denn den rechten Seitenspiegel hat der Einweiser ans Fahrzeug geklappt. Dem Schweizer Reisemobil hinter uns ist es nicht so gut ergangen, beim Rangieren wurde die Markise beschädigt. Doch wie sich herausstellt, wird die Versicherung der Fährlinie für den Schaden aufkommen. Ob die Besitzer alle Kosten erstattet bekommen?
Die Fähre startet mit Verspätung. Etwa 1 Stunde benötigt sie bis Ceuta, der spanischen Enklave. Im Straßengewirr und den Häuserschluchten verliert unser Navi die Orientierung. Nach einer „unfreiwilligen“ Stadtbesichtigung erreichen wir die Grenze nach Marokko.
Die Uhrzeit haben wir um eine Stunde zurück gestellt, es ist hier 16.30 Uhr. Welches Gewusel bei der Grenzabwicklung! Und so viele PKW im Feierabendverkehr auf dem Weg nach Marokko. Es herrscht ein wildes Gedrängel.
Ein marokkanischer Führer bietet uns seine Hilfe gegen Bezahlung an, er spricht etwas deutsch. Peter, Harald, Bodo und Gitta gehen mit ihm. Nach etwa 80 Minuten sind sie wieder zurück und unsere Einreise nach Marokko kann beginnen. Vorher müssen noch einige PKW zur Seite fahren, da jeder dort gerade parkt wo es für ihn passt.
Freudige Begrüßung schon an der Grenze. Warum? Auf unserem Alkoven prangt der arabische Schriftzug: assalam-eleikum (Friede sei mit dir).
Um 18 Uhr wird bereits dunkel und bis zum CP am Cap Negro sind es noch22 km. An der Hauptstraße entlang stehen unzählige Ferienwohnanlagen im modernen Stil.
Beim Hotel La Ferma parken wir abseits der Hauptstr. auf einer Wiese. Der Hotelbesitzer Franck „dolmetscht“ mit Comiczeichnungen, das finden wir sehr spaßig.
Wetterumschwung: Kaum haben wir uns es häuslich eingerichtet, kommt Sturm und heftiger Regen auf. Na, hoffentlich kommen wir morgen hier vom unbefestigten Grünstreifen.


   |   Tages KM: 319   |   GPS Nord: 35°39'56   |   GPS West: 5°18'20

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Freitag, 7.2. Capo Negro (M) - Cala Iris

Unser erster Stopp ist der Marjane-Supermarkt in Tetuan. Dort erstehen wir einen Internet-Stick und eine SIM- Karte fürs Handy (z.B. 6 Stunden nach Deutschland telefonieren für etwa 30€). Der Geldumtausch in einer Bank benötigt am meisten Zeit. Heute Vormittag hat die Revision - die Bargeldbestände werden gezählt. Jetzt nur noch auf der Nachbartankstelle volltanken und unsere Reise kann fortgesetzt werden.
Auf der N 16 fahren wir auf guter Straße immer am Mittelmeer entlang – mit grandiosen Ausblicken. Im Februar liegen die wunderschönen Strände verwaist. An den Berghängen sehen wir vereinzelte Häuser – davor „pilzartige“ Strohhaufen. Die Sonne scheint kräftig. Im kleinen Fischerort El Jebha lassen wir uns im Freien gegrillte Sardinen und Fischtajine servieren – preiswert und gut.
Danach nehmen wir die 2. Etappe in Angriff. Gegen 16 Uhr erreichen wir bei Cala Iris einen kleinen Campingplatz am Meer. Die gebirgige Zufahrt über eine festgefahrene Lehmpiste ist gut zu befahren. Doch wie mag es sich bei Regen gestalten?



   |   Tages KM: 208   |   GPS Nord: 35°08'57   |   GPS West: 4°22'37

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Samstag, 8.2. Cala Iris

Heute Ruhetag. Wir erkunden die nähere Umgebung, grillen im Sonnenschein bei 21° C und lassen es uns gut gehen.

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Sonntag, 9.2. Cala Iris - Ras el Ma

Dieser CP mit schöner Aussicht auf das Mittelmeer und den Hafen ist leider für marokkanische Verhältnisse sehr teurer. Der Verwalter begründet: Strom und Wasser mussten erst hierhin verlegt werden. Wir fahren weiter. Schon nach 20 km stoppen wir in Had Rouad, heute ist Sonntagsmarkt. Am Straßenrand parken Taxis und Esel. Reges Treiben hinter Mauern: Stände mit Gemüse und Obst der Saison, Brot, Haushaltswaren, Bekleidung, Matratzen, Werkzeug – auch lebende Hühner und Küken werden angeboten. Den Einkauf übernehmen überwiegend die marokkanischen Männer. Kleine Jungen mit Schubkarren transportieren die Einkäufe zum Ausgang für ein paar Dirham.
Wir umfahren Al Hoceima – weiter geht es auf der N 16. Die schroffen Lehm- und Felswände des nahen Gebirges sehen aus wie in Falten gelegt. Diese Falten sind durch die Auswaschungen von starken Regenfällen entstanden. Die Berge werden sanfter. An vielen Hängen sind terrassenartig Felder angelegt, auf einigen leuchtet das junge Getreide hellgrün, auf anderen hat sich ein zitronengelber Bumenteppich ausgebreitet. Vereinzelt stehen größere Häuser am Hang – sie scheinen unbewohnt. Villen von Marokkanern die im Ausland zu Wohlstand gekommen sind und dort leben? Die Strände an der Steilküste sind nur schwer zugänglich. Auf der N 16 herrscht nur wenig Verkehr .Unsere Straße führt stellenweise durch Schluchten mit grandiosen Ausblicken. Vor Saidia biegen wir in den Ort Ras-el-Na ans Meer ab. Auf einem großen Parkplatz in Strandnähe richten wir es uns häuslich ein und marschieren schon bald in den nahen Ort. Die Restaurants in Hafennähe sind von einheimischen Familien gut besucht. Es duftet verführerisch nach gegrilltem Fisch und die Kellner tragen riesige Fischplatten zu ihren Gästen auf die sonnige Terrasse. Von einer Mauer hat man freien Blick aufs Meer und einige unerschrockene Felsenspringer (junge Männer)zeigen ihre Kunststücke. Wir stärken uns in einem Café mit Pfefferminztee und leckeren Hefekringeln.
Nach diesem wunderschönen Frühlingstag ziehen nachts Sturm und Regen über den Platz und wir werden kräftig durchgeschüttelt. An einen geruhsamen Schlaf ist nicht zu denken, aber Sturm und Regen vertreiben auch die vielen bellenden Hunde.


   |   Tages KM: 233   |   GPS Nord: 35°08'56   |   GPS West: 2°25'12

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Montag, 10.2. Ras el Ma - Taourirt

Wir kommen erst gegen Morgen auf die Idee unser Mobil mit der Schnauzte in Windrichtig zu parken. Es geht weiter. Schon bald erblicken wir die riesigen Ferienwohnanlagen von Saidia. Ein 17 km langer Sandstrand und angenehme Temperaturen sind im Sommer das Ferienziel vieler Marokkaner. Es gibt etliche Restaurants, Cafe´s und westliche Boutiquen. Am Strand „tobt“ tagsüber das Leben und nachts auf der Promenade. Jetzt im Winter liegt alles wie ausgestorben. Wir lassen Saidia (bei vielen Häusern bröckelt bereits die Farbe ab) links liegen und biegen ab nach Qujda. Hier befindet sich ein großer Flughafen, entstanden für die Feriengäste.
Schon bald zweigt eine Straße ab nach Jerada und weiter nach Guefait. Berühmt ist dieser kleine Ort für seine 120 Quellen (bestes Trinkwasser) und den schönen Gärten. Leider haben die letzten Regengüsse den Boden dermaßen aufgeweicht, dass wir für unsere Mobilen keinen geeigneten Stellplatz finden und heranziehende dunkle Wolken laden auch zu keiner Rast ein.
Einstimmiger Beschluss: weiter fahren! Wir durchfahren eine karge Landschaft. Nach etwas 50 km ist El-Aioun erreicht und 40 km westlich an der N6 Taourirt. Der im Stellplatzführer erwähnte Stellplatz „Aire de Repos“ ist noch geschlossen und der Parkplatzwächter winkt ab. Schade! Diese Plätze sind eigens für die Auslandsmarokkaner von den großen Fährlinien zwecks Erfrischung mit Toiletten, Duschen und Restaurants eingerichtet worden - doch wohl nur in den Sommermonaten geöffnet.
Zurück auf der Strecke nach Taourirt parken wir in einem Wäldchen zwecks Übernachtung.
Nachts schwanken über uns die Baumkronen im Sturm. Der Lärm der nahen Straße ebbt nachts ab.


   |   Tages KM: 311   |   GPS Nord: 34°24'30   |   GPS West: 2°56'15

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Dienstag, 11.2. Taourirt - Bouarfa

Heute wollen wir auf der N 19 nach Debdou, über den Djebel Nador und weiter über das Plateau du Rekkam bis Tendrara. In Bouarfa wollen wir auf einem CP übernachten, das sind ungefähr 300 km.
Nach Debdou steigt die einspurige Straße in Serpentinen bis auf 1600 m. Zuerst windet sie sich durch Baumbestand, später unbewaldet – immer wieder herrliche Ausblicke auf Debdou. Die Temperatur liegt bei 3°C, am Rande der Pfützen liegt noch eine Eisschicht. Wir durchfahren eine karge Hochebene, das Plateau Rekkam. Weit verstreut liegen die Wohngebäude aus Stein und die Berberzelte. Hirten durchstreifen mit ihren Schafherden das weitläufige Gelände – wo finden die Schafe nur Nahrung? Diese „Steinwüste“ erstreckt sich über 100 km mit nur wenig Abwechslung für das Auge. Wir kommen an Schulen vorbei, wie weit mag der Schulweg für einige Kinder sein? Ab und zu ist ein Mensch zu Fuß unterwegs – er taucht so einfach aus dem Nichts auf. Schnee auf den Gipfeln vom Atlas-Gebirge. Und - das überrascht uns, eingezäunte Gebiete mit Pinien-Anpflanzungen. Unterwegs haben wir zwei freundliche Polizeikontrollen, denen geben wir unsere bereits zu Hause vorbereiteten Formulare (Personal- und Fahrzeugdaten, woher und wohin). Ab Tendara erreichen wir die N 17 nach Bouarfa. Hinter dem Hotel Climat du Maroc befindet sich ein umzäunter Hoteleigener Stellplatz.
Erkenntnis des Tages: Dankbarkeit für unsere ärztliche Versorgung in Deutschland. Wenn wir daheim krank sind, suchen wir einen Arzt auf (oder dieser macht bei schwerer Krankheit auch Hausbesuche). Wie sieht es bei den marokkanischen Familien in den abgelegenen Orten aus, zu denen oft nicht einmal ein Auto kommt? Kranke müssen erst bis zur Straße und dann auf eine Mitfahrgelegenheit in die nächste Stadt warten.


   |   Tages KM: 307   |   GPS Nord: 32°31'33   |   GPS West: 1°57'31

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Mittwoch, 12.2. Bouarfa - Figuig

Heute erreichen wir unseren östlichsten Punkt. Figuig, eine Wüstenoase ganz nahe an der algerischen Grenze. Hier ist Endstation, denn die Grenze nach Algerien ist seit 1994 geschlossen.
Die 100 km von Bouarfa nach Figuig fahren wir auf guter Straße durch eine öde Wüstensteppe. Dabei entdecken wir eine Polsterpflanze die die Franzosen „versteinerter Blumenkohl“ nennen. Wir sind umgeben von einer Gebirgskette, die je nach Sonneneinwirkung immer wieder farblich anders erscheint. Unser CP liegt in einem Oasengarten, der Ortskern mit seinen Einkaufsmöglichkeiten ist in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Duschen, WC, Restaurant und Schwimmbad (das Wasser müsste einmal gereinigt werden) befinden sich auf dem Platz, Wi-fi ist in der Rezeption möglich.


   |   Tages KM: 121   |   GPS Nord: 32°06'23   |   GPS West: 1°13'32

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Donnerstag, 13.2. Figuig

Ruhetag – morgens 5.30 Uhr, der Muezzin weckt uns sanft mit seinem Gesang. Wir drehen uns noch einmal auf die andere Seite bis uns die Sonne mitten ins Gesicht scheint. Am Vormittag durchstreifen wir den Ort und tätigen einige Einkäufe in den kleinen Geschäften. Den Nachmittag verbringen vor den Mobilen, unter Palmen in der Sonne – herrlich!

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Freitag, 14.2. Figuig

Heute erscheint um kurz nach 9 Uhr Mohammed, unser Führer. Er soll uns die Sehenswürdigkeiten von Figuig zeigen und erklären. Mohammed spricht arabisch, französisch und englisch. Wir wollen an 2 Tagen am Vormittag jeweils 3 Stunden geführt werden. Am 2. Tag soll seine Familie traditionell für uns kochen.
Heute zeigt er uns die Palmengärten und das alte Ksar Zenaga. In den Gärten erklärt er das Bewässerungssystem und die so unterschiedlichen Berechnungen für die Wasserentnahme der einzelnen Gartenbesitzer. Wir sehen unter den Palmen blühende Mandel-, Aprikosen- und Apfelbäume. Unter den Obstbäumen gedeiht geschützt von der starken Sonne Getreide, Tierfutter und Gemüse. Die Palmen blühen im Februar. Dann werden die Blüten der weiblichen Blüten „von Hand“ bestäubt. Dazu hängt man eine männliche Blüte (gelb) in die weibliche Blüte (weiß) und umschließt diese mit einem Palmenblatt. Die starken Stämme und Zweige der Palme verwendet man zum Häuserbau, andere Teile werden Besen und Gebrauchsgegenstände.
Mohammed weist uns auf die 4 großen Probleme in Figuig hin: Wasserknappheit, Palmenkrankheit (ein Pilzbefall), die Landflucht und keine Arbeiter für die Palmengärten.
Wir kommen in den Ksar Zenaga, in alten Zeiten ein Wehr Dorf - umgeben von starken Mauern und Toren. Auch heute leben noch Menschen dort. Wir streifen durch dunkle Gänge, die nur ab und zu durch einen Lichtschacht erhellt werden. Eselkarren, Fahrrad- und Mofafahrer kommen uns entgegen, verhüllte Frauen huschen durch die Gänge. In diesem Gewusel stehen wir bald vor einem kleinen Familienhotel. Mohammed kennt die Besitzer, eine Französin mit ihrem marokkanischen Mann. Wir dürfen auf die Dachterrasse steigen und einen Blick über das Ksar werfen.
Bemerkung: Zu diesem Hotel würde ich durch das Dorf nicht rein- und nicht rausfinden.
Für heute beenden wir die Führung – Morgen Teil 2 der Führung.
Gegen Abend treffen wir auf dem CP einen deutschen Aussteiger, der seit 5 Jahren in Figuig lebt. Armin kann einiges über die Besonderheit des Ortes und die Bewohner und erklären. Diese sind zurückhaltend und nicht so aufdringlich wie in anderen Teilen Marokkos. Einige Einheimische haben es im Ausland zu erstaunlichem Reichtum gebracht und sich hier sehr komfortable Häuser gebaut. Sie zeigen ihren Reichtum nicht indem sie „protzige“ Autos fahren. Es gibt in der näheren Umgebung einige vorchristliche Steingräber und Felsgravuren. Um diese zu finden benötigt man einen Führer und ein geländetaugliches Fahrzeug.


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Samstag, 15.2. Figuig

Führung 2. Teil. Mohammed trifft mit etwas Verspätung ein. Wir folgen ihm zu den unterirdischen warmen Quellen mit 7 Personen, Gitta macht heute eine Pause. Schon bald stehen wir vor einer unscheinbaren Tür an einer kahlen Wand, hier geht es hinab zu den Quellen, 113 Stufen ohne Beleuchtung. Schon bald schlägt uns feucht warme Luft von unten entgegen. Viele Einheimische nutzen diese Möglichkeit zum warmen Reinigungsbad, doch heute Morgen ist noch niemand da.
Der 2. Stopp ist im Therapiezentrum für Rheumaerkrankungen. Hier kann man im Sommer im 60° heißen Wüstensand sich bis zum Kopf eingraben lassen. Diese Wärme soll gut gegen Rheuma sein. So eine dreitägige Anwendung mit Unterkunft und Verpflegung kostet um die 80 Euro. Bilder an den Wänden belegen, dass viele Kranke mit Erfolg das ausprobiert haben.
Mohammed bekommt einen Anruf. Schlechte Nachricht: Unser Familienessen (eine Art Brotpizza mit Hähnchen, Mandeln und Aprikosen) kann nicht serviert werden. Ob wir mit Tajine auch einverstanden wären? Na klar doch! Während Mohammeds Mutter daheim das Essen für uns zubereitet, zeigt er uns noch sein Wohnviertel El Oudaghir Es wird zurzeit renoviert – überall sind Handwerker am restaurieren. Auch die EU gibt Gelder, so belegten die aufgestellten Schilder.
Im Innenhof des Wohngebäudes von Mohammeds Familie nehmen wir auf einem ausgerollten Teppich Platz. Vorher haben wir seine Mutter, den Vater und einen Bruder begrüßt. Auch ein Freund von Mohammed kommt hinzu, dieser ist HNO-Arzt in einem Hospital in Fes. Bis das Essen serviert wird, können wir Mohammed und seinen Freund noch einige „Löcher in den Bauch“ fragen. Weil wir mit unseren Händen essen werden, geht vorher die Mutter von Person zu Person mit einem Kessel Wasser und einer Schüssel, um unsere Hände zu reinigen. Dann werden auf die 2 kleinen Tische vor uns 2 große Schüsseln mit dem Essen gesellt. Das sieht sehr appetitlich aus was wir dort sehen: Auf weißen Bohnen, Möhren und Zucchini in liegt zerkleinertes Putenfleisch. Auf kleinen Tellern liegt gesondert Paprikagemüse. Als Essbesteck bekommen wir Fladenbrot gereicht. Mit diesem tunken wir in die Gemüsesoße und greifen uns Fleisch- und Gemüse. Dazu trinken wir frisch gepressten Saft von Orangen, Äpfeln und Zitronen. Das Essen schließen frische Mandarinen und der übliche Minztee ab.
Für Erinnerungsfotos verkleiden wir uns mit der landestypischen Bekleidung für Männer und Frauen.
Mohammed und sein Freund begleiten uns zum CP, wo wir noch ein wenig beisammen sitzen und Kaffee trinken.
Tipp: Diese Führung (über 2 Tage) war sehr informativ und das Essen ein Erlebnis – danke Mohammed!

Hier seine Kontaktadresse Slimani Mohammed toubkal-tour@hotmail.com oder über den CP in Figuig


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Sonntag, 16.2. Figuig - Thomas Olivenfarm

Und es geht weiter.
Zurück geht es 100 km auf bekannter Strecke bis Bouarfa. Unterwegs kommt Sturm auf und roter Sand wirbelt durch die Luft, dieser bleibt auch auf der Fahrbahn liegen. Gleich am Süd Tor von Bouarfa liegt eine Gas -Firma. Bodo und Harald ließen letzten Mittwoch hier ihre Gas-Flaschen füllen. Zuerst wurde diese Arbeit abgelehnt. Wir waren aber hartnäckig und haben uns auf einen Hinweis in dem Buch von E. Kohlbach berufen. Heute kaufen wir auf dem kleinen Markt reichlich Lebensmittel ein, denn wir beabsichtigen etwa 3 Tage bei Thomas auf der Olivenfarm zu verbringen. Die N 10 führt durch eine Steinwüste auf 1300 m Höhe, begrenzt durch eine noch höhere Gebirgskette. Das Gebiet ist wenig besiedelt. Wir sehen die ersten Dromedar Herden. In Bouanane biegen wir Richtung Beni Tajite ab. Am Berg wird Blei abgebaut. Nach Möglichkeit wollen wir mit Thomas so eine Mine besichtigen.
In der Nähe liegt das Hammam Rechkoul. Wir könnten auf dem großen Parkplatz vor dem Thermalbad (hilft bei Rheuma und Hautkrankheiten) übernachten. Doch wir finden den Platz und das Bad nicht einladend. Heute am Sonntag sind viele Einheimische im Bad.
Nach 20 km haben wir die Olivenfarm von Thomas erreicht. Die zahlreichen Kinder von seinem Vorarbeiter Ali begrüßen uns. Der älteste Sohn Mohand ist 17 Jahre alt und spricht gut deutsch. Er berichtet, dass seine Mutter und Großmutter bei den Ziegen und der Vater auf der Plantage arbeiten. Man lebt hier überwiegend von der Olivenplantage und der Viehzucht. Thomas hat 1.000 Ziegen und Schafe, einige Bienenkästen und etwa 6000 Olivenbäum. Er gibt so vielen Menschen der Umgebung Arbeit und Brot. Die nächsten Tage soll er hier eintreffen und wir hoffen, dass er uns einiges in der näheren Umgebung zeigt.


   |   Tages KM: 338   |   GPS Nord: 32°22'39   |   GPS West: 3°39'49

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Montag, 17.2. Thomas Olivenfarm

Das Wetter ist bedeckt – so um die 15°C. Am Vormittag machen wir einen Spaziergang zum Fluss auf der anderen Straßenseite. Wir durchstreifen eine Art „Mondkraterlandschaft“. Diese ist durch die Auswaschungen der Regenfälle im Lehmboden entstanden. Einige erweisen sich als unüberbrückbar und wir müssen Umwege in Kauf nehmen. Es wachsen nur niedrige Sträucher und Dornengestrüpp auf dieser Ebene. Das tiefe, breite Flussbett ist ausgetrocknet und wir wandern ein Stück in diesem. Nach einer Biegung treibt uns der Wind feinen Sand in die Augen – wir kehren um und machen uns auf den Heimweg.
Nachmittags fahren wir mit dem Mobil in den Nachbarort. Hier kann man das Tunnelsystem einer unterirdischen Wasserversorgung aus den Bergen besichtigen. Etwas weiter liegt ein Hügel, von dem hat man einen wunderbaren Blick über das Tal (heute leider zu diesig). Anke und ich bestaunen im Ort eine Familie die große Säcke mit Tierfutter auf ihren PKW bindet. Sie sind sehr freundlich und der Mann erlaubt uns ein Foto von dieser Aktion zu machen. Zum Schluss quetschen sich die 3 Personen ins Auto und fahren weg. Ob sie die Säcke ohne Pannen bis zum Ziel transportieren konnten?
Das einfache Leben einer Berberfamilie.
Inzwischen hat Ali mit seiner Frau 7 Kinder. Der älteste, Mohand, besucht ein Internat und ist nur an den Wochenenden daheim. Die schulpflichtigen Kinder gehen in die Schule im Nachbarort. Heute, am Dienstag, hat Ali sie am Morgen mit dem Auto zur Schule gefahren. Die zwei jüngsten dürfen noch das „freie Leben“ auf dem Hof und mit den Haustieren genießen. Das schwarze Berberzelt, in dem Alis Familie in den Sommermonaten wohnt, liegt verschnürt und mit einer Plane bedeckt auf dem Hof. Im Winter lebt die Familie mit der Großmutter im Steinhaus, das Thomas für sie an sein Wohnhaus gebaut hat. Gestern war noch eine weitere junge Frau zu sehen – ein Verwandte? Sie half beim Versorgen der Tiere. Ein Wasseranschluss befindet sich auf dem Hof und es gibt Strom, aber keine Toiletten. Wir stehen mit den Mobilen etwas abseits. Ab und zu kommt eines der Kinder vorbei und überreicht uns ein selbstgemaltes Bild. Wir bedanken uns mit Keksen und Naschwerk. Ob wir den Kindern damit etwas Gutes tun? Denn Zähneputzen werden sie wohl nicht kennen. Und der nächste Zahnarzt ist 20 km entfernt. Auch wir haben Kleiderspenden für die Kleiderkammer von Thomas mitgebracht, die er dann an seine Mitarbeiter verteilt.
Anmerkung: Thomas hat Lahcan gefragt: “Wann hast du dir zuletzt deine Zähne geputzt?“ t des 12jährigen: „ 2012“. Das gibt uns zu denken.


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Dienstag, 18.2. Thomas Olivenfarm

Heute soll Thoms gegen Mittag eintreffen. Den gesamten Vormittag weht ein eisiger Wind von den Bergen. Der Spaziergang in die nähere Umgebung (Moschee) ist somit recht schnell beendet.
Thomas trifft ein und auch bald Marianne und Ulrich. Bei Tee und Kuchen können wir von Thomas viel Informatives erfahren. Leider muss er morgen in aller Frühe weiter nach Fes. Für die Besichtigung der Bleiminen gibt er uns den zweitältesten Sohn, Lahcan, von Ali mit.


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Mittwoch, 19.2. Thomas Olivenfarm - Tissirt Camping

Heute schaut wieder die Sonne raus und wärmt uns. Nachts hatten wir nur 3°C. Pünktlich um 9 Uhr steht Lahcen abfahrbereit vor unseren Mobilen. Vor der Abfahrt nimmt er mich bei der Hand und führt mich in die Wohnküche seiner Familie.
Ein kleiner Eisenofen mitten im Raum strahlt wohltuende Wärme aus. An dem Ofenrohr wärmt Ali sich stehend die Hände. Die zwei Großmütter der Familie (die Mutter der Frau ist zu Besuch) sitzen vor einer dampfenden Teekanne, die Mutter formt auf einer Decke am Boden flache Teigfladen. Auf dem Gaskocher werden diese in einer Pfanne gebacken und sofort von der Familie verzehrt. Sie schenkt mir so einen warmen Fladen. Ich frage Ali ob ich ein Foto von der Küche und den Kindern machen darf – der Vater nickt. Fünf Kinder stellen sich vor die Haustür - Mohand ist im Internat und Rkia (Nokia) schläft noch.
Die jüngsten Kinder heißen Yousof (2 Jahre) und Yamilia (1 Jahr), so erklärt mir Lahcen. Die Mädchen Fatima, Rkia und Sara haben wir bereits den letzten Besuchen kennen gelernt.
Die unterirdischen Bleiminen liegen bei Beni Tajite. Von der Tankstelle sind es 10 Min. Fußweg. Unter einer Überdachung klopfen Frauen aus den Steinen das Blei und werfen es in Eimer. Der Reinheitsgehalt des Bleis beträgt hier mehr als 90%. Trotzdem ist ein Verkauf ins Ausland nicht rentabel – das Blei wird in Marokko weiter verarbeitet. Wir schauen in die Stollen und zu den Arbeitsplätzen wo das abgebaute Gestein gesiebt und sortiert wird. Mit Wasser spülen die Arbeiter das nutzlose Gestein fort, das Gestein mit dem Blei (es ist schwerer) bleibt oben liegen. Frauen erledigen dann mit einem Hammer die Trennung Stein/Blei.
Wir Besucher fragen uns nachher, ob diese Art von Arbeit für die Frauen gesundheitsschädlich ist?
Lahcen setzten wir auf unserer Weiterfahrt bei seiner Familie ab. Für ihn beginnt erst am Nachmittag der Schulunterricht. Wir waren überrascht wie gut uns der sonst so zurückhaltende Lahcen in deutscher Sprache alles erklären konnte. Thomas hat gute Arbeit geleistet!
Vor uns liegen über 100 km bis zur Hauptstr., der N 13. Im Sonnenschein wirken die bis zu 2300 m hohen Berge interessanter – weil sie farblich immer wieder anders aussehen. Der blaue Himmel überstrahlt alles. Wir passieren nur wenige Orte. Unterwegs begegnet uns ein überladener LKW – ausweichen auf der engen Str. unmöglich. Doch es ist alles noch einmal gut gegangen.
Ab Rich verläuft unsere Fahrt durch das Tal des Qued Ziz. Eine wunderschönes Oasen Tal mit vielen Palmen. Es gibt einige Aussichtsplattformen für Fotostopps. Nach dem Tunnel der Legionäre steigt die Straße wieder bergan – schon bald glitzert der riesige Stausee Hassan Addakhil vor uns. Dieser hebt sich türkisgrün vor den braunroten Bergen ab. Das winterliche Schmelz- und Regenwasser benötigt man für die heißen Sommermonate. Er Rachidia ist die Provinzhauptstadt und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Mittlerem und Hohen Atlas. Im Stadtzentrum erledigen wir einige Einkäufe. Bald ist unser Übernachtungsplatz, CP Tissirt erreicht – sehr hübsch in einer Oase unter Palmen gelegen. Nach den kühlen Temperaturen am frühen Morgen können wir jetzt in Sommerbekleidung herumlaufen.
Wir bestellen Pizza, Lieferung frei Mobil. Die Pizza besteht aus Brotteig und ist gefüllt mit Gemüse, Ei und Hähnchen.


   |   Tages KM: 225   |   GPS Nord: 31°47'03   |   GPS West: 4°13'49

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Donnerstag, 20.2. Tissirt Camping - Merzouga

Wir verlassen schon bald das schöne Ziz-Tal und erreichen Erfoud. Hier macht sich bereits der Touristenrummel bemerkbar -unzählige Geschäfte mit Souvenirs. Riesige Hotelanlagen hinter hohen Mauern (äußerlich in Form einer Kasbah) – hier sind die Rundreisetouristen untergebracht. Damit auch diese ein „Wüstengefühl“ bekommen, kurvt man sie mit Geländewagen zum Sonnenaufgang bzw. –Untergang zu den großen Sanddünen des Erg Chebbi.
Wir wollen direkt an den hohen Dünen stehen und machen uns so auf den Weg nach Merzouga. In Rissani versuchen etliche Polizisten dem Ansturm der R4-Fahrzeuge Herr zu werden. Aus Richtung Merzouga strömen diese in die Stadt. Vor 2 Jahren haben wir bereits so ein R4-Treffen erlebt – es herrscht ein wildes Gehupe und die jungen Leute wirken sehr fröhlich und unbeschwert. An der einzigen Tankstelle warten über 50 Fahrzeuge auf Kraftstoff für die Weiterfahrt.
Wir fahren zur Herberge Blue Gazelle. Leider hat diese heute eine größere Voranmeldung von Reisemobilen und keinen Stellplatz für uns drei. Der uns bekannte „Chef“ Mohammed ist heute mit dem Jeep und Gästen unterwegs. So fahren wir weiter zur Herberge La Traditon – direkt an den Dünen. Um uns und vor uns (soweit das Auge reicht) nur Sand! Am späten Nachmittag, als die Kraft der Sonne nachlässt, marschieren wir in die Dünen. Peter und Harald wollen es wissen und steigen auf die höchste Erhebung des Erg Chebbi. „Fix und foxi“ kommen sie zurück – geschafft, aber glücklich.
Morgen wollen Peter und ich mit Anke und Harald am Nachmittag eine Jeep Tour in die Wüste unternehmen.
Nachts - Sternenhimmel über der Wüste
Die nahe Kasbah wirft noch Licht, vor dem Zelt der Kamelwächter brennt ein Feuer, die Kamele ruhen abseits vor den großen Dünen an ihren Futterstellen. Wenn ich den Blick zum Erg Chebbi werfe, ist alles finster und nur die Abermillionen Sterne funkeln am großen Himmelszelt. Über mir das „Kreuz des Südens“ und der „große Wagen“ ist auf die Deichsel gestellt. Alles ist so friedlich. Man spürt keinen Unfrieden und keine Not in der weiten Welt – man spürt nur sich selbst.


   |   Tages KM: 111   |   GPS Nord: 31°04'51   |   GPS West: 4°00'22

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Freitag, 21.2. Merzouga Camping Le Tradition

Ruhetag. Am Mittag braten wir gemeinsam „Pickert“, ein Rezept von Gaby. Träge lassen wir es uns in der Sonne gut gehen. Gegen 15 Uhr beginnt unsere Jeep-Tour, der Fahrer heißt Ahmet. Die Sanddünen des Erg Chebbi dehnen sich über 37 km aus und bis zu 9 km breit. Die höchste Erhebung hat etwa 180 m. Außen herum liegt die überwiegend dunkle Steinwüste. Ahmet fährt mal durch Sandpisten, dann wieder über steiniges Gelände. An Stellen für gute Fotomotive stoppen wir. Wir besichtigen den Abbau von Blei und Gestein. Auch hier wird unter einfachsten Bedingungen gearbeitet, die Arbeiter tun mir leid. Ahmet erklärt uns, dass aus Bleistaub ein einfaches Kosmetikmittel (Kol) hergestellt wird, mit dem sich die Berberfrauen die Augen schwarz umranden. Wir fahren zu verlassenen Garnisonsstädten und sammeln in einem ehemaligen Riff Versteinerungen. In geschützten Dünenmulden sehen wir Zelte, diese stehen für die Touristenübernachtungen in der Wüste bereit. Heute ist hier niemand zu sehen. Zum Sonnenuntergang steuert Ahmet seinen Jeep über eine niedrige Dünenkette. Dann stoppt er und mit „vite, vite“ laufen die Männer bereits los – ich hinterher. Erst über einen Dünenkamm, dann höher. Es ist gar nicht so schwer vorwärts zu kommen, denn der Untergrund ist recht fest. Von der Anhöhe ist der Blick phantastisch – gleißend erstrahlt das Licht der untergehenden Sonne. Die Konturen der Sanddünen sehen durch die nun entstehenden Schatten äußerst interessant aus.
Nach 20 Min. Fahrt sind wir wieder bei unseren Mobilen angelangt. Weitere 30 Min. später serviert man uns im Restaurant eine Harira-Suppe, danach eine Hähnchen-Tajine mit Gemüse – alles verspeisen wir mit großem Appetit.
Dieser Ausflug mit Essen und 2 Übernachtungen inklusive (4 Personen mit Fahrer) hat umgerechnet 30 € pro Person gekostet.
Harald sagt: Das war ein schöner Tag – der Ausflug in die Wüste und die leckere Tajine im Restaurant.


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Samstag, 22.2. Merzouga Le Tradition

Peter und Harald unternehmen eine Rollertour nach Taouz. Außer einem „nichtssagenden“ Dorf und einer Umlade Station für Gesteine auf große LKW, gibt es dort nichts „umwerfendes“ zu sehen. Es gibt dort zwar Felsenzeichnungen, doch die sind ohne ortskundigen Führer nicht zu finden. Peter besucht Mohammed in der Blue Gazelle. Er hat sich sehr über den Besuch gefreut und konnte sich sogar noch an unsere Namen erinnern – dreimal haben wir bereits in seiner Herberge übernachtet. Er rät uns das nächste Mal vorher per Mail zu reservieren.
Bodo und Gitta erkunden mit dem Mobil die nähere Umgebung – Anke und ich spazieren zu Fuß in den Ort Merzouga, kaufen Postkarten und Briefmarken und besichtigen einige Stellplätze auf dem Rückweg.
Abends: Eine große Kamelkarawane (25 Tiere) zieht mit Touristen zum Übernachten in die Wüste. Morgen früh werden sie zum Frühstück wieder hier eintreffen. Von einer kleinen Anhöhe blicke ich dieser Karawane nach – bis sie am Horizont verschwunden ist.


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Sonntag, 23.2. Merzouga Tradition - Goulmima

Auf unserem Weg zur Todhra-Schlucht biegen wir in Erfoud auf die R 702. Sehenswert sind auf dieser Strecke die unterirdischen Wasserleitungen. Schon von der Straße erblickt man die vielen Erdhaufen. Einheimische haben bei diesen Parkplätze und Cafés errichtet und führen die Touristen zu dieser Attraktion. Ab Touroug nehmen wir die Nebenstrecke nach Goulmima. Es geht mitten durch die Oasenfelder und kleine beschauliche Dörfer. In Goulmima fahren wir auf den CP Les Tamaris – mitten in der Stadt, aber herrlich ruhig hinter Mauern und beschattet von Bäumen.
Wagenwäsche: Unterwegs stoppen wir an einer Tankstelle und lassen den rotbraunen Wüstenstaub abspülen. Sauber (für wie lange?) setzten wir unsere Fahrt fort.



   |   Tages KM: 145   |   GPS Nord: 31°04`11   |   GPS West: 4°57'36

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Montag, 24.2. Goulmima - Todhra Schlucht

Heute wollen wir eine landschaftlich sehr schöne Strecke fahren. Durch das Gebiet des Ait Morrhad mit seinen tiefen Schluchten in den Ausläufern des Altas-Gebirges. Wir sind diese Strecke noch nicht gefahren – sie soll aber auch für große Mobile zu schaffen sein. Schon bald lassen wir Goulmima hinter uns und auf guter Teerstraße mit wenig Verkehr kommen wir schon bald in eine fruchtbare Oase. Mit wenig Steigungen geht es auf 1400 m. Felswände rahmen die wunderschöne Rheris-Schlucht ein –atemberaubend. Unsere Str. führt mitten durch die kleinen Dörfer, einige Häuser kleben wie Bienenwaben an den Felsen. Kommt größerer Gegenverkehr, dann heißt es schon einmal nach einer Ausweichmöglichkeit Ausschau zu halten. Die erwachsenen Einheimischen winken uns freundlich zu – die Kinder wollen Bonbon, Stilo oder sie weisen auf ihren Pullover und die nackten Füße. Einige kommen bei Fotostopps aus den Felsenhöhlen ins Tal gerannt. Das Oasen Tal ist nun breiter mit Obstbäumen und Getreidefeldern. Nach Tamtattouchte geht es von 2000 m Höhe abwärts, die Felswände (300 m hoch)rücken wieder näher – die Todhra-Schlucht (1500m) ist erreicht. Es strömen uns Scharen von Touristen und einheimischen Ausflüglern in PKW entgegen.
An der engsten Stelle der Schlucht entspringt eine Quelle, die den Todhra ab hier ganzjährig mit Wasser versorgt. Es wächst reichlich Oleander. In den Felsen kann man Kletterern zuschauen, Spaziergänge durch die Schlucht und die Palmenoase unternehmen oder es sich auf den vielen kleinen schattigen Campingplätzen gut gehen lassen.
Wir stehen auf dem CP Le Solaris, weil der auch für größere Mobile gut anzufahren ist. Anke schwimmt morgens eine Runde im eiskalten Piscine.


   |   Tages KM: 162   |   GPS Nord: 31°32'51   |   GPS West: 5°35'26

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Dienstag, 25.2. Todhra Schlucht - Dades Tal

Viel zu seltenes Vogelgezwitscher weckt uns. Es geht weiter. In Tinerhir finden wir für uns keine Parkmöglichkeit im Stadtzentrum – wir wollen noch einige Einkäufe erledigen. Es gibt die Hauptstr. entlang nur Cafés, Restaurants und Agenturen für Touristenausflüge – aber weit und breit keinen Bäcker! Da sieht es in Boumalne-du-Dades wesentlich besser aus. Auf dem Markt im Zentrum verkauft man Obst und Gemüse in guter Auswahl. In einem Straßencafé verschnaufen wir ein wenig bei Tee und Schmalzkringeln auf der schönen Terrasse. Von dieser können wir schauen was sich so alles durch den Ort bewegt.
Die Felswände im Dades-Tal leuchten in allen Schattierungen. Diese Straße windet sich hoch bis auf 1600m. Es gibt unzählige Herbergen für Übernachtungsgäste. Wir fahren auf den CP bei den Affenfußfelsen. Bis zum Abend füllt sich der Platz, der Besitzer ist sehr nett.
Mit Anke und Harald wandere ich am Nachmittag ins Tal - durch die Oasengärten mit den blühenden Mandelbäumen, an den schroffen Felsen vorbei bis zur alten Kasbah. Ein junger Mann will uns diese zeigen. Doch wie wir feststellen, haben wir allesamt kein Geld eingesteckt. Somit ist eine Führung nicht möglich. Auf dem Rückweg hören wir viele Kinderstimmen aus einem Raum – eine Schule. Eine Lehrerin winkt uns in den recht dunklen Klassenraum. Wir erfahren, dass nachmittags die kleineren Kinder (3 bis 5 Jahre) in einer Art Vorschule in Arabisch unterrichtet werden. Wir überlegen ob wir morgen die Schule noch einmal besuchen sollten und Geschenke mitnehmen.


   |   Tages KM: 80   |   GPS Nord: 31°36'58   |   GPS West: 5°58'14

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Mittwoch, 26.2. Dades - Msemrir - Dades

Heute fahren wir weiter in das Tal, nach Msemrir und kommen bis auf 2000m. Wir steigen zu Anke und Harald ins Mobil. Nach einigen Kilometern geht es bergan in engen Serpentinen, da das Tal für eine Straße entlang des Dades zu schmal ist. Routiniert lenkt Harald Kurve für Kurve bis wir beim Restaurant Tiznzzillite angelangt sind. Von hier hat man den schönsten Ausblick auf die atemberaubenden Serpentinen – grandios! Dann geht es weniger spektakulär abwärts zur engsten Stelle der Schlucht – wir sind mit dem Dades auf einer Höhe. Und wieder geht es bergan, tief im Tal fruchtbarer Ackerboden. Die interessanten Felsformen laden immer wieder zu Fotopausen ein. Bald beginnt die Strecke für „unerschrockene“ Fahrer. Nur einspurig über 500m, begrenzt auf der einen Seite von den Felsen und auf der anderen hart am Abgrund entlang. Geschafft, machen wir Fotos von zwei Mobilen auf dieser Strecke. Als sie näher kommen entdecken wir Yvonne und Alois. Ihre Eindrücke von Marokko kann man nachlesen unter: www.womo-nomaden.com
Nach wenigen Kilometern erreichen wir Msemrir. Hier lebt man vom Apfel- und Kartoffelanbau. Auch können mehrtägige Trekkingtouren zur den über 3000m hohen Bergen gebucht werden. Auf dem Soukplatz gibt es eine Möglichkeit sich mit Kraftsoff aus Tonnen zu versorgen.
Wir kehren ein bei Ait Atta. Sein Berber Omelett ist vorzüglich. Der Gastwirt zeigt uns sein Gästebuch und siehe da, wir finden unseren Eintrag vom 27.2.2012. Damals bedankten wir uns für sein gutes Essen und verabschiedeten uns mit den Worten: inschallah, vielleicht kommen wir wieder. Gestärkt treten wir die Heimfahrt zum CP an.
Danke an die Fahrer: Harald „gut gekurvt““ und Anke „super“ durch die engste Stelle der Schlucht.
Am Nachmittag liefern Anke und ich in der Schule unsere Geschenke ab. Als Dank singen uns die Kinder ein Lied. Wie gerne hätten wir zugesehen, wenn die zwei Lehrerinnen die Plüschtiere (danke an Klaus) an ihre 20 Schüler verteilen.


   |   Tages KM: 87

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Donnerstag, 27.2. Dades Tal - Quarzazate

Die Straße der Kasbahs führt uns nach Quarzazate. Wir sehen viele Kasbahs, von denen die renovierten als Hotels umfunktioniert wurden. In El-Kelaa wird das begehrte Rosenwasser verkauft. Im Tal der Rosen, hinter dem Ort, sollen sich 4.200 km Rosenhecken befinden. Für 1 Liter Rosenwasser benötigt man über 3.000 kg Rosenblätter – unvorstellbar. An der Straße kann ich auch Rosensträucher entdecken – im Mai werden sie blühen.
In weiter Ferne erblicken wir die schneebedeckten Gipfel (über 3.000m) vom Hohen Atlas. Mal fahren wir durch Steinwüste, dann wieder durch sattgrüne Oasen. 20 km vor Quarzazate liegt der Stausee El Mansour Eddahbi. Hier suchen wir uns einen schönen Stellplatz. Von unserer Anhöhe blicken wir auf das blauschimmernde Wasser. So wunderschön – hier müssen wir bleiben!
Unsere Mitreisenden machen einen Ausflug nach Quarzazate um sich dort die Kasbah Taourirt anzusehen – leider sind wegen Restaurierung nicht alle Räume zu besichtigen.
Am Nachmittag machen wir es uns vor den Mobilen gemütlich. Ein Hirte führt seine Ziegen- und Schafherde ans Wasser, einige PKW kommen für einen Abstecher
Das hat mir gefallen: Der Duft von Rosenwasser auf der Haut und dieser Stellplatz am See!
vorbei und verschwinden wieder. Weiter unten, direkt am Stausee, entdecken wir noch 6 weitere Mobile. Ab 18 Uhr frischt der Wind auf und scheucht uns in die Fahrzeuge, innen 25°C (ohne Heizung) außen 19°C.


   |   Tages KM: 115   |   GPS Nord: 30°57'40   |   GPS West: 6°45'25

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Freitag, 28.2. Quarzazate - Agzd

Diese Stille, diese Einsamkeit, der Stausee und die Umgebung - traumhaft schön!
Wir werden erst gegen Mittag abreisen. Gitta und Bodo fahren in die Stadt und machen noch einige Besorgungen, wir anderen wandern zu der exklusiven Wohnanlage (ehemaliger Royal Golf Platz) auf dem nahen Hügel. Wie kleine Kasbahs sehen diese Häuser aus. Einige stehen in wunderschönen Grünanlagen mit Swimmingpools (der Stausee liegt nah). Ein Hund (Wachhund?) schließt sich unserem Rundgang an und begleitet uns zurück bis zu unseren Mobilen. Gitta und Bodo kommen mit neuen Eindrücken zurück – unsere Reise geht weiter. Die N 9 führt über Agdz nach Zagora. Schon bald geht es mit Steigungen über einen Pass (1.660m), mit Ausblicken auf schroffe Felsen und tiefe Schluchten. Am Nachmittag haben wir Agdz erreicht. Wir fahren auf den CP Kasbah Palmeraie. Schon bei der Anmeldung erkundigen wir uns nach einer Führung durch die Kasbah Asslim, die sich in Familienbesitz befindet. Die französische Frau des jüngsten Sohnes führt uns durch den Palmengarten und die Kasbah. Sie spricht mehrere Sprachen fließend, auch deutsch. Zuerst erklärt sie uns die Bewirtschaftung von Oasengärten, dann geht es in die Kasbah. In früheren Zeiten war sie der Sitz eines Kaid. Dieser war Repräsentant einer Region und übte auch die Regierungsgewalt aus. Durch ein Tor erreichen wir einen von Arkaden gesäumten Innenhof. In der Mitte befindet sich ein Brunnen. Früher sollen um diesen 20 Orangenbäume gestanden haben, bevor eine große Trockenheit (über mehrere Jahre) diese Bäume eingehen ließ.
Wir werden zunächst in die Gästezimmer geführt, denn ein Kaid hatte oft Gäste. In der Regel blieben sie 3 Tage. Ich bin überrascht durch die angenehme Kühle und das Licht, welches sich durch die verschnörkelten Eisengitter der Fenster bricht. Es gab auch noch größere Übernachtungsplätze, getrennt nach Geschlechtern. Dem Komplex schließt sich ein weiterer Innenhof an, dem der Familie. Früher lebten in so einer Kasbah über 70 Familienangehörige mit Bediensteten und Sklaven. Auch hier gibt es einen Brunnen. Das Hammam lag zentral und die hohen Innenhofwände warfen je nach Tageszeit Schatten. Das war für die Arbeiten im Freien (sommers wie winters) angenehm. Außer um die Mittagzeit, da ruhte alles. Über dem Hammam waren im 1. Stock die Tiere untergebracht, 2 Kühe und etliche Schafe und Ziegen. Sie wurden hier mit Futter versorgt und kamen nie ans Tageslicht. In den Oasengärten hätten sie womöglich alles Grüne sofort vertilgt. Und weil es hier das ganze Jahr über sehr warm und trocken ist, riecht der Mist auch nicht. So gab es „Frischfleisch“ für die große Familie und die Besucher, denn Gefrierschränke waren unbekannt.
Durch eine Art Treppenhaus steigen wir zu den ehemaligen Familienräumen. Im ersten Stock lagen die Schlafräume. Die Zimmer waren unterschiedlich groß und wurden je nach Größe der Familie (Anzahl der Kinder war bestimmend) bewohnt. Die größeren Kinder (7 bis 12 Jahre) schliefen gemeinsam in einem Raum, danach trennte man Mädchen und Jungen. Die Mädchen halfen dann bei den häuslichen Arbeiten. Weil ein Kaid oft mehre Frauen hatte, war eine gerechte Arbeitsverteilung nötig. Diese wechselte wochenweise – so hatte jede Frau mal leichte oder schwere Arbeiten zu verrichten. Die Frauen verließen so gut wie nie die Kasbah. Nur hinter den mit Holzgittern verzierten Fenstern konnten sie unbemerkt dem Treiben der Gäste im Hof zuschauen. Im 2. Stock befand sich das Büro des Kaid, an den Wänden befinden sich noch die schönen Fliesen aus Portugal.
Aber das schönste ist die Dachterrasse mit den überdachten Sitzplätzen – von hier geht der Blick über die Oase und den Ort Agdz bis weit in das Draa-Tal.
Doch wie bei uns, bei den alten Burgen und Schlössern, sind auch einer alten Kasbah immer wieder Renovierungsarbeiten fällig. Eine große kostenloste Hilfe gibt es, denn im Frühling kommen Studenten aus Deutschland und üben sich in der Praxis bei den Lehmbauten.
Auch wenn wir schon einige Kasbahs besichtigt haben, so war dieser Rundgang sehr informativ und vieles wurde anschaulich erklärt. Ein Tee schließt diese Besichtigung ab. Danke nochmals an unsere Gastgeberin.


   |   Tages KM: 92   |   GPS Nord: 30°42'43   |   GPS West: 6°26'45

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Samstag, 1.3. Agzd - Zagora

Wir durchfahren das wunderschöne Draa-Tal mit seinen fruchtbaren Dattelpalmen, den vielen alten Kasbahs und Ksour. Nach knapp 100 km ist Zagora erreicht, früher eine wichtige Karawanenstation. Wir fahren auf den uns bekannten CP Les Jardins de Zagora. Oh Schreck, er ist total überfüllt. Nur mit Mühe finden wir allesamt einen Stellplatz, wenn auch nicht beisammen. Mit viel Glück werden morgen einige Mobile abreisen. Doch mit Sicherheit kann der Angestellte es uns nicht garantieren.
Nachmittags spazieren wir durch den Ort. In der Hauptgeschäftsstraße befinden sich die Souvenirshops, Restaurants und Cafés. Von hier starten auch die Allradtouren in die Wüste bei Mhamid. Es herrscht reger Trubel, Touristen sitzen an der Promenade bei Kaffee, Tee oder frisch gepressten Fruchtsäften.
Erstmals können am Abend lange draußen sitzen, wir haben angenehme 21°C.


   |   Tages KM: 96   |   GPS Nord: 30°19'43   |   GPS West: 5°49'57

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Sonntag, 2.3. Zagora

Peter entdeckt eine leere Ecke, und sogleich parken wir alle um. Dann marschieren wir zum großen Sonntags-Souk. Außer Gemüse und Obst in reichlicher Auswahl gibt es Stände mit Haushaltswaren, Bekleidung, Gewürzen, Fleisch und Fisch. Garküchen bieten preisgünstige Gerichte an. Schwer bepackt verlassen wir den Souk, inzwischen ist es sehr warm geworden. Wir gönnen uns eine kleine Pause bei erfrischenden Säften.
Nachmittags besuchen uns Yvonne und Alois (sie stehen auf dem Nachbarplatz) auf ein Schwätzchen. Wir fühlen uns super gut in diesem schattigen Eckchen vom CP – zentrumsnah.



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Montag, 3.3. u. Dienstag, 4.3. Zagora

Ruhetag

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Mittwoch, 5.3. Zagora - Taliouine

Heute heißt es Abschied nehmen von Zagora. Es geht die uns bekannte Strecke nach Agdz zurück. Hier wechseln wir auf die R 108. Diese führt über einen Pass weiter nach Tazenakht. Einige Streckenabschnitte haben wir nur Steinschotter unter den Reifen – aber immer noch gut zu befahren. An vielen Stellen ist man mit dem Straßenbau beschäftigt.
Tazenakht ist bekannt für seine Teppicharbeiten –etliche Kooperativen zeigen ihre Waren. In der Stadt herrscht lebhaftes Treiben – Händler, Imbiss- und Taxistände, da Tazenakht an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt liegt. Auf der N 10 bis Taliouine kommen wir bis auf 1850m – 2 Pässe müssen überquert werden. Die schönste Strecke beginnt nach dem 2. Pass kurz vor Taliouine. Immer abwärts in Serpentinen, die rotbraunen Berge und grünen Oasen vor uns – einfach zauberhaft. Leider gibt es zu wenige Haltebuchten für Fotostopps. Kurz vor dem Ort fahren wir auf den CP Toubkal. Er ist gut von Mobilen besucht und hat ein Schwimmbad.
Heute: Polizeikontrolle – Peter überholt an verbotener Stelle ein langsames Reisemobil. Prompt werden wir von einem Polizeiposten zum Halten aufgefordert. Der freundliche Polizist macht uns in französisch und englisch auf unseren Fehler aufmerksam. Wir tun so, als ob wir ihn überhaupt nicht verstehen. Wir behaupten, dass wir Deutsche sind und nur deutsch verstehen. Entnervt winkt der Polizist - wir sollen weiter fahren. Noch einmal Glück gehabt!!!


   |   Tages KM: 265   |   GPS Nord: 30°31'22"   |   GPS West: 7°53'39"

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Donnerstag, 6.3. Taliouine - Taghazoute

Unser Navi wählt die P1706 als kürzesten Weg nach Agadir. Die Gebirgs-Landschaft wird bestimmt durch viele Arganienbäume. Das Flusstal des Qued Sous ist sehr fruchtbar. Wir sehen Orangen- u. Mandarinenbäume, Kürbisfelder und unter Flies Frühkulturen, das Getreide hat bereits Ähren und die Olivenpantagen sind umgeben von viel Grün. Bald rücken die Vororte von Agadir näher. Autofirmen, Industrie- und mehrstöckige Wohnanlagen – der Verkehr nimmt zu.
Schon bald lassen wir die Stadt in westlicher Richtung hinter uns. Die Straße führt bergan, unten liegt der Hafen mit den Fischfabriken – bald ist Taghazoute erreicht. Auf einem Stellplatz direkt am Meer erwarten uns Freunde - Gisela+Günter und Karin+Martin. Auf diesem freien Platz mit wenig Schatten stehen schätzungsweise 300 Mobile, überwiegend Franzosen. Es gibt keine Einkaufsmöglichkeiten. Aber viele mobile Händler bringen frisches Brot, Wasser, Obst, Gemüse und Fisch bis ans Mobil. Man kann auch seine Schmutzwäsche abgeben und bekommt sie gewaschen und gebügelt zurück.
Es sollen zurzeit 40.000 Mobile in Marokko unterwegs sein. Eine kleine Wirtschaftsmacht. Wenn ich hochrechne was wir so am Tag ausgeben, komme ich auf 1.4 Mio Euro pro Tag.
Wetter: Leider haben wir heute Nebel und es ist recht kühl, so um die 20°C. Nur die Begrüßungsgetränke heizen uns ein.


   |   Tages KM: 212   |   GPS Nord: 30°32'20   |   GPS West: 9°41'56

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Freitag, 7.3. Taghazoute - Agadir - Taghazoute

Noch immer Nebel und recht frisch. Wir fahren mit Martin zum Urologen nach Agadir. Peter hat seit 3 Wochen eine schmerzhafte Blasenentzündung und die „Mittelchen“ aus der Apotheke haben nicht geholfen. Ein Abklärung und Behandlung für den weiteren Reiseverlauf halten wir für notwendig.
Dr. Abouelfadel spricht englisch und eine seiner Arzthelferinnen (Nathalie) sehr gut deutsch. Peters Behandlung macht eine Reiseunterbrechung in Agadir für 7 Tage notwendig. Er bekommt Medikamente und jeden Tag eine Spritze in der Praxis. Morgen werden wir auf den CP Atlantic-Parc umziehen und täglich die etwa 26 km mit dem Roller nach Agadir fahren.
Nachmittags vertreibt die Sonne den Nebel und wir können endlich die Wärme genießen. Der Friseur kommt direkt vors Mobil. Lilo aus Bayern schneidet Peter und mir die Haare. Da Karin und Martin hier auf dem Stellplatz schon einige Zeit stehen, haben sie viele Kontakte geknüpft – für uns sehr praktisch. Nachts bekommen wir Wind aus dem Binnenland und es wird sehr warm – um die 28°C. Wenn wir die Fenster aufreißen, verteilt der Wind den Sand überall im Mobil.


Samstag, 8.3. Taghazoute - Atlantic Park

Der heiße Wüstenwind bereitet meinem Kreislauf Probleme. Peter und ich fahren zum Urologen, unsere Freunde zum Einkaufen in den Marjane Supermarkt. Wir Frauen freuen uns schon mächtig auf den Einkaufsbummel. Nach über 4 Wochen haben wir Entzugserscheinungen, denn so lange haben wir keinen großen Supermarkt gesehen!!! Nachdem wir alle unsere Kühlschränke gefüllt haben, steuern wir den CP Atlantic-Parc an. Schon bald sind 3 zusammenliegende Plätze gefunden und „schlapp“ hängen wir in der größten Mittagshitze in unseren Sesseln. Der Sturm wird am späten Nachmittag stärker und treibt feinen Sand über den Platz. Wir verkriechen uns in die Mobile mit weit geöffneten Türen und Fenstern. Draußen sitzen ist unmöglich! Nachts wälzen wir uns schlaflos auf den Matratzen – wir haben noch immer 28°C. Dann endlich, gegen Morgen kühlt es etwas ab.
Noch vor 4 Wochen standen die Reismobile hier vor der Tür Schlange und wollten auf den Platz. Nun hat sich die Lage entspannt und es gibt wieder viele freie Plätze hier. Die Franzosen begeben sich bereits wieder auf den Heimweg.
Pech: Wir hatten so sehr auf ein paar ruhige und sonnige Tage gehofft.
Heute ist Weltfrauentag und auch in Agadir man diesen mit Ansprachen, Musik und Ausstellungen über die Frauen.


   |   Tages KM: 9   |   GPS Nord: 30°35'24   |   GPS West: 9°44'53

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Sonntag, 9.3. Atlantic Park

Morgens ist der Spuck vorbei. Peter und ich fahren mit dem Roller nach Agadir. Die ersten Wellenreiter stürzen sich in die Brandung, es verspricht ein schöner Tag zu werden. Den Nachmittag verbringen wir in der Sonne und schwimmen eine kleine Runde im Schwimmbad (20°C fühlen sich recht kalt an). Es ist Sonntag und Anke hat einen Kuchen für uns gebacken – danke Anke!

Montag, 10.3. Atlantic Park

Peter macht den Arztbesuch mit dem Roller, während ich fällige Hausarbeiten erledige. Das Wetter wird schlechter, Nebel zieht auf. Fällt etwa der mit Anke und Harald geplante Ausflug zu den Wasserfällen aus? Wir spazieren zu den Fischern am Strand und sehen uns ihren Fang an. Inzwischen klart das Wetter und auf, unser Ausflug kann gegen Mittag beginnen. Peter und ich mit dem Roller, Anke und Harald folgen uns mit dem Mobil. Unsere Strecke führt ein Stück die N 1 Richtung Essaouira immer am Meer entlang. Hohe Wellen brechen sich an den vorgelagerten Felsen und Gischt spritzt hoch. Im Bananendorf Tamri (Bananen wohin man sieht) biegen wir nach Taba ab. Eine gute einspurige Teerstraße führt mit Serpentinen ins Gebirge. Der Tourismus hat hier noch keinen Einzug gehalten und es herrscht wenig Verkehr. Die Aussicht ist sagenhaft: Bananenplantagen in geschützten Lagen im Tal, kleine Ortschaften – oft nur ein paar zusammengewürfelte Häuser, Palmen und üppig blühende Bougainvillea. An einigen Stellen haben Geröllmassen die Straße verengt. Bagger sind dabei den Schaden zu beheben. Doch auch für Mobile ist diese Strecke gut zu schaffen. Nach etlichen Fotostopps haben wir nach 3 ½ Stunden den Wasserfall von Imouzzer erreicht. Vom Parkplatz sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Der Weg ist gesäumt von Souvenirständen. Die Händler nerven mit: „billig wie bei Aldi“ oder „heute kaufen, morgen bezahlen“. Leider führt der Wasserfall mangels Regenfälle in der letzten Zeit nur sehr wenig Wasser – so haben die „Klippenspringer“ eine Zwangsruhepause.
Nach einer kleinen Tee Pause nehmen wir den 2. Teil unserer Rundtour in Angriff. Es ist bereits 16.30 Uhr und merklich kühler, so steige ich zu Anke und Harald ins Mobil. Peter fährt voran. Kurvenreich geht es auf und ab durch das Paradies Valley. Ein breites Qued führt durch die imposante Schlucht und Oleanderbüsche wachsen am ausgetrockneten Fluss. Eine Farbenpracht, wenn diese im Mai blühen. Es kommen kleine Ortschaften und der Verkehr nimmt zu. Bald ist bei Aourir die N 1 erreicht, nun ist der CP nicht mehr weit.
Einstimmiges Urteil: Das war eine Super-Tour die man sich nicht entgehen lassen sollte – unberührte Natur mit unvergesslichen Ausblicken! Für diese etwa 150 km sollte man besser einen ganzen Tag einplanen. Bedingung ist gutes Wetter.


   |   Tages KM: 150

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Dienstag, 11.3. Atlantic Park - Taghazoute

Wir beschließen noch einen Tag auf dem freien Stellplatz am Meer, nach Taghazoute zu fahren. Gisela und Günter haben bereits die Heimreise angetreten, Karin und Martin werden ihnen am Mittwoch folgen. Wieder haben wir Pech mit dem Wetter, denn am Nachmittag ziehen dunkle Wolken auf. Es wird nichts mit dem Baden im Atlantik!
Abends feiern wir Abschied, Damen und Herren in getrennten Mobilen. Wir Damen haben das Motto: Kommt alle blau, gemeint ist die Kleidung!


   |   Tages KM: 9   |   GPS Nord: 30°32'20   |   GPS West: 9°41'56

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Mittwoch, 12.3. Taghazoute - Sidi Ifni

Heute heißt es Abschied nehmen von Karin und Martin. In Aourir ist Souk. Obwohl wir nichts benötigen, kommen wir mit vollen Taschen zurück. Alles frisch und preiswert – wir konnten nicht wiederstehen. Für diese Menge zahlten wir weniger als 5 Euro: 1,5 kg Bananen, 2kg Kartoffeln, 2kg Äpfel, 2kg Orangen, 2Bd. Radis, 3 Zitronen, 1 Baguette und 250g gebrannte Mandeln.
Für uns ein letzter Besuch beim Urologen. Danke Dr. Abouelfadel und seinem Team. Die Behandlung hat geholfen und guter Dinge reisen wir weiter.
Tanken und einkaufen bei Marjane. Die N 1 bis Tiznit ist landschaftlich nicht abwechslungsreich. Da unser heutiges Ziel Sidi Ifni ist, und wir Tiznit bereits kennen, fahren wir nach Aglou ans Meer. Die reizvolle Nebenstrecke (R104) ermöglicht Ausblicke aufs Meer. Etliche Ferienanlagen befinden sich im Bau. Um 15 Uhr haben wir den CP El Barco erreicht. Eine Mauer trennt den CP von der Strandpromenade. Die Stadt selbst liegt oberhalb. Der mit Grünpflanzen bewachsene steile Hang hüllt bis zum späten Vormittag unseren CP in Schatten. Leider können wir keine nistenden Sperber mehr in der Wand entdecken. Mögen die Paragleiter die Ursache sein? Diese schweben am Hang entlang zum Strand, um dann wieder aufwärts zu steigen. Fürs Auge phantastisch.
Der Aufstieg ins Stadtzentrum ist etwas beschwerlich, doch Schmalzkringel und Minze-Tee entschädigen uns. Gitta hat für alle zwei Portionen bestellt.
Bis 1969 war Sidi Ifni spanisches Protektorat, die blauweißen Gebäude und Häuser sind ein Rückbleibsel aus der Kolonialzeit.
Es gefällt uns sehr gut in dieser Stadt und wir wollen noch einen weiteren Tag hier verweilen.


   |   Tages KM: 198   |   GPS Nord: 29°22'57   |   GPS West: 10°10'33

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Donnerstag, 13.3. Sidi Ifni

Postkarten schreiben und Orangenmarmelade kochen und 1-2-3- ist der Vormittag vorbei.
Mittags kochen unsere Männer. Sie laden uns in ein kleines Fischrestaurant in der Nähe vom Fischmarkt ein – superlecker und preiswert. Allen hat es geschmeckt (Foto nach dem Essen). Von der Promenade oben schauen wir den Paragleitern bei ihren Kunststücken zu. Fast schwerelos schweben sie über dem Steilhang und drehen ihre Kurven – das sieht sehr meisterhaft aus.
Nachmittags laufen wir mit Anke zu „unserem“ kleinen Café und kaufen einen Vorrat von den leckeren Keksen. Der Milchshake (Avocado-Banane) schmeckt verdammt gut.
Morgen fahren wir weiter zum Plage Blanche.
Abends: Happy hour auf der Mauer. Wir haben immer noch Vorräte!


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Freitag, 14.3. Sidi Ifni - Plage Blanch

Bei jeder Marokkorundtour ist für uns ein mehrtägiger Abstecher am Plage Blanche fällig. Wir lieben dieses Dünengelände mit seinen endlosen, weißen Sandstränden. Nur ein paar Fischer leben hier. Oft kommen sie vorbei und bieten den Touristen ihren Fang an. Vor 2 Jahren sind wir am Strand eine längere Strecke mit dem Roller abgefahren und haben sehr schöne Muschelexemplare gefunden (filigran und zerbrechlich).
Von Sidi-Ifni nach Guelmim führt die Straße zunächst weg vom Meer in die Berge. Es geht wieder bergauf und die Hänge sind bewachsen von Kakteen – später sehen wir sogar eingegrenzte Plantagen. Was mag man aus diesen Pflanzen herstellen? Am Wegesrand blühen Teppiche von gelben und lila Blumen, auch roter Mohn leuchtet uns entgegen – eine Farbenpracht.
Hinter den Bergen wird die Landschaft wieder öde. Vor Guelmim biegt eine gute Teerstr. zum Plage Blanche ab. Nach 60 km erreichen wir den Strand. Bei all unseren Besuchen war es uns nur möglich oberhalb der Sanddünen zu parken. Der Weg hinunter zur unteren Plattform war nur eine Piste und für größere Fahrzeuge nicht zu schaffen. Jetzt sind die Piste und die Zufahrt zum Strand planiert. Mühelos erreichen wir den unteren Stellplatz. Geländefahrzeuge und Quads fahren über den Sandstrand die 125 km bis Tan-Tan, wir nicht! Dann hier ist der südlichste Punkt unserer Marokkorundreise erreicht.
Einfach nur 2 bis 3 Tage relaxen, in der seichten Brandung baden und Muscheln sammeln.


   |   Tages KM: 117   |   GPS Nord: 28°57'39   |   GPS West: 10°36'25

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Samstag, 15.3. Plage Blanch

Am Morgen kommen die Fischer und verkaufen uns ihren Fang, den wir am Mittag auf dem Grill zubereiten. Am späten Nachmittag fährt Peter mit dem Roller ein Stück den Sandstrand entlang – auf Muschelsuche. Das ist nur bei Ebbe (frühmorgens oder am späten Nachmittag) möglich, wenn der Boden fest ist.
Spaziergänge am Meer – doch niemand traut sich in die Brandung!


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Sonntag, 16.3. Plage Blanch

Wieder kaufen wir frischen Fisch. Der Wind hat in der Nacht gedreht und weht aus dem Binnenland. Er treibt den Dünensand über den Platz. Draußen sitzen ist nicht möglich, so ziehen wir auf den oberen Stellplatz um. Von hier hat man einen noch schöneren Blick auf die Küste. Der warme Wind (um die 30°C), macht uns schläfrig. Doch innen im Mobil ist es noch viel wärmer!
Am Nachmittag fahren Peter und ich mit dem Roller 20 km in Richtung Tan-Tan – und finden nur eine kleine Ausgabe der besonderen Muschel. Gegen Abend dreht dann endlich der Wind und bring vom Meer Abkühlung.


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Montag, 17.3. Plage Blanch - Oase Tighmart

Wieder Wind mit Sand, wir beschließen weiterzufahren. Doch vorher baden Anke und ich in der Brandung, schätzungsweise 17°C. Zuerst kostet uns das sehr viel Überwindung. Doch nachdem wir dreimal untergetaucht sind, macht uns die Temperatur gar nichts mehr aus. Im Gegenteil, es prickelt so herrlich auf der Haut, dass wir noch einige Male übermütig in die Brandung laufen. Mit Bedauern (das Baden war so schön) fahren wir weiter.
Unser erster Stopp ist bei der Schule. Vor 2 Jahren hatten Peter und ich bereits dort Hefte und Stifte abgeben. Als wir vor dem Gebäude parken, winken einige Schüler uns bereits aus den Fenstern zu. Der Lehrer begrüßt uns an der Pforte und führt uns in ein Klassenzimmer. 5 Schüler/innen drücken die Schulbänke. Sie sind 9 bis 12 Jahre alt und kommen überwiegend aus dem Dorf auf der anderen Flussseite -eine halbe Stunde Fußmarsch, oder mit dem Esel etwas schneller und bequemer. In der anderen Klasse befinden sich 6 Schüler/innen, sie sind 12 bis 14 Jahre alt. Unterricht ist für alle bis Mittag. Am Nachmittag werden die Kinder 6 bis 9 Jahre unterrichtet. Ob unsere Lehrer in Deutschland mit diesem Lehrer tauschen würden?
Nun geht es den gleichen Weg zurück nach Guelmim. Eigentlich wollten wir unsere Mobile waschen lassen. Doch auf der einzigen Tankstelle im Ort ist man just dabei einen Feuerlöscher zum Stillstand zu bringen. Vergeblich, denn die ganze Tankstelle ist eingenebelt. Nach einigen Einkäufen fahren wir weiter in die Oase Tighmart – ein Tipp von Karin und Martin Richter.
Der erste Eindruck ist enttäuschend, denn wir hatten uns einen sehr schattigen Platz unter Palmen vorgestellt. Doch dort wo wir stehen gibt es nur wenig Schatten und es ist drückend heiß.
Schon bald stellt sich der Besitzer vor. Hassan spricht etwas deutsch und ist sehr nett. Vor 7 Tagen wurde seine zweite Tochter geboren und morgen gibt er ein großes Fest. Das Fest der „Namensgebung“. 100 Gäste hat er eingeladen und wir sollen unbedingt daran teilnehmen. Hassan zeigt uns die Lebensmittel für das Fest und malt alles in den schönsten Farben aus. Er hat extra eine Kochfrau angestellt, die schon heute mit den Vorbereitungen beschäftigt ist.
Sollen wir bleiben? So ein Fest wie dieses werden wir kein 2. Mal erleben!!!


   |   Tages KM: 84   |   GPS Nord: 28°56'43   |   GPS West: 9°56'41

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Dienstag, 18.3. Oase Tighmart

Heute ist der große Tag. Drei Hammel wurden geschlachtet und das Fleisch von den Köchinnen sogleich zubereitet.
Um 14 Uhr werden die Männer zum Fest erwartet, ihre Frauen kommen später. Denn Frauen und Männer feiern in arabischen Ländern getrennt. Nach und nach treffen die einheimischen Männer ein – gekleidet in ihren besten Gewändern, den blauen Gandoras. Europäer sollten (trotz Hitze) nicht den Fehler begehen und in kurzen Hosen und Unterhemd erscheinen.
Hassan fordert uns auf auch allesamt zu kommen. Wir geben ihm zu verstehen: Unsere Männer ja, aber wir Frauen wollen später traditionell mit den Frauen feiern – wenn die Männer das Fest verlassen haben. Nach etwa 2 Stunden sind unsere Männer zurück und berichten: Vor dem Zelt wurden ihnen die Hände gewaschen, denn es wurde von Platten, auf denen das Essen lag, direkt mit den Fingern gegessen. Mit 10 Personen saß man an runden Tischen.
Speisenfolge auf so einer Feier: Milchfruchtsaftgetränk, Teller mit Mandeln, Erdnüssen, Feigen und Keksen, dazu stark gesüßter Tee in kleinen Gläsern, Fladenbrot, gebratene Leberspieße, ganze Hähnchen, Hammelstücke mit Backpflaumen und zum Nachtisch Obstplatte. Unsere Männer saßen mit den Imanen an einem Tisch. Diese haben mehrmals gesungen – später eine Art Gebetgesang mit den anderen Männern. Gleich nachdem das Fleisch aufgetragen wurde, rissen sich die einheimischen Männer mit den bloßen Händen Fleischbrocken vom Hähnchen, bzw. Hammel ab. In Windeseile waren die Platten leer. Reichlich Fleisch bei einem Essen ist eine Besonderheit und so griffen die Männer beherzt zu. Gemüse wurde nicht serviert. Nach 2 Stunden verließen alle Männer die Feier.
Jetzt wurde für uns Frauen gekocht und gebraten. Die einheimischen Frauen treffen kurz nach 17 Uhr ein. Wir, Gitta, Anke und ich setzen uns an einen separaten Tisch, einheimische Frauen (in bunte Gewänder gehüllt) vervollständigen bald unsere Runde. Gespräche waren nur mit „Händen und Füßen“ in franz. Sprache möglich. Beim Fotografieren haben wir vorher gefragt, leider ließen sich viele Frauen nicht fotografieren.
Bei uns wurden auch zuerst Fruchtsaftgetränke und Milch serviert, dazu trommelten einige Frauen auf Waschschüsseln, und sangen eine Art Wechsel-Sing-Sang. Stark gesüßter Tee wurde gereicht und eine „süße Tüte“ für jede Frau. Darin befanden sich Mandeln, Erdnüsse und Kekse.
Zum Essen wurden wir drei Deutschen aufgefordert uns zu den Französinnen zu setzen. Bis auf eine, die ein paar Brocken deutsch sprach, konnten wir uns nur auf Französisch verständigen. Es erstaunt mich immer wieder, dass franz. Frauen in meinem Alter selten eine Fremdsprache sprechen. Verbringen sie deshalb ihre Urlaube in Marokko und überwintern hier? Auch uns serviert man Hähnchen, Hammel und Früchte. Das Essen ging rasant schnell und nach 2 1/2 Stunden war die Feier beendet. Wir hören nur noch die Töpfe klappern, die Köchinnen machen den Abwasch.
Gegen 21 Uhr dann Trommeln und Gesang. Hassan klopft an unsere Tür und ruft freudig: „ Kommt, die jungen Leute tanzen Guedra“. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und mit Anke und Harald sitzen wir schon bald im Zelt.
„Guedra ist der bekannteste Tanz aus dem marokkanischen Süden. Bei diesem Tanz folgt eine tief verschleierte Frau auf den Knien mit rhythmischen Bewegungen des Oberkörpers und der Arme der immer rascher werdenden Folge von Trommelschlägen, bis sie schließlich völlig erschöpft abbricht und eine neue Tänzerin an ihre Stelle tritt.“
Bei diesem Fest trommeln junge Männer. Sie knien im Halbkreis, wiegen ihre Oberkörper und fordern mit Gesang die jungen Frauen auf zu tanzen. Jeweils zwei treten hervor und tanzen vor den Männern den Guedra. Es herrscht eine ganz tolle Stimmung – auch ohne Alkohol.
Gegen 23 Uhr ziehen sich die meisten Gäste zurück – auch wir. Vom Zeltabbau und Abtransport der Stühle und Teppiche haben wir nichts mehr mitgekommen, dazu waren wir von den Ereignissen viel zu müde.
Hassan hat sich diese Feier eine „Kleinigkeit“ kosten lassen. Nur das Baby, das den Namen Ayshe bekam, hat die Feierlichkeiten im Haus verschlafen. Morgen wollen wir Fotos machen – Hassan ist damit einverstanden.


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Mittwoch, 19.3. Oase Tighmart - Amtoudi

Danke Hassan, dass du uns zum Bleiben aufgefordert hast – es war eine tolle Feier.
Wir müssen zurück nach Guelmim, gönnen den Fahrzeugen eine Wäsche und fahren weiter zum Agadir Id Aissa in Amtoudi.
Agadire sind Speicherburgen. Oft liegen sie an schwer zugänglichen Stellen, meistens auf einer Anhöhe. Dort hat man früher Lebensmittel, wertvollen Familienbesitz und Urkunden der Dorfbewohner aufbewahrt, auch waren sie ein Zufluchtsort bei Angriffen. Ein Mann aus dem Dorf war für die Bewachung verantwortlich und hatte auch den Schlüssel. Der Agadir Id Aissa stammt aus dem 12. Jh.
Schon von weitem sehen wir eine Gebirgskette aufragen und erkennen beim Näherkommen auf einem Gipfel die Speicherburg. Vor dem Ort Amtoudi befindet sich in 800 m Höhe der CP. Nach einer kurzen Rast brechen Anke, Harald und Bodo auf um den Agadir zu besichtigen. Peter und ich haben ihn uns bereits mehrmals angesehen.
Nach der Besichtigung meint Anke: Der Weg ist auch für Ungeübte in 40 Min. ohne Anstrengung zu schaffen. Die interessante Führung durch den Agadir und der Rundumblick von oben entschädigt den Aufstieg allemal.


   |   Tages KM: 133   |   GPS Nord: 29°14'34"   |   GPS West: 9°11'32"

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Donnerstag, 20.3. Amtoudi - Tafraoute

Ein gutes Stück Strecke müssen wir wieder Richtung Bou Izakarn zurück. Dann zweigt eine schmale Teerstraße über Ifrane de Anti-Atlas nach Tafraoute ab. Um Ifrane gibt es einige Oasen und die schmucken Häuser haben über Fenster und Türen aparte Verzierungen. Bald kommen wir auf 1800m. Wir sind überrascht über das viele Grün in der überwiegend steinigen Landschaft. Es gibt Getreidefelder, die Mandelbäume tragen bereits kleine Früchte und die Feigenbäume sind begrünt. Auf der R 104 erreichen wir Ida Oussemlal. Am Ortseingang deuten wir ein Verkehrsschild falsch und fahren in den Ort. Ein netter Herr macht uns darauf aufmerksam, dass sich auf dieser kürzeren Strecke nach Tafraoute (40km) eine große Baustelle befindet und wir nicht passieren können. Wir sollen vor der Stadt nach Tafraoute (60km) abbiegen. Der längere Weg entschädigt uns durch eine wunderschöne Landschaft. Die 1 ½ spurige Straße windet sich ins Gebirge, durch zauberhafte kleine Orte. Bei LKW-Gegenverkehr muss zum Passieren schon rechtzeitig eine Ausweichstelle gesucht werden. Zum Glück herrscht nicht viel Verkehr und wir können diese Strecke im geruhsamen Tempo zurücklegen. Auf den Fotos ist es unmöglich den Zauber dieser Strecke einzufangen. Bei den „bemalten Steinen“ treffen wir wieder auf die R 104 und schon bald ist Tafraoute erreicht. Hinter dem CP Les trois Palmiers befindet sich ein Plateau – hier ist Freistehen (ohne Strom) für 10 DH die Nacht möglich.
Schon bald treffen Marianne und Ulli ein. Zusammen wollen 1 bis 2 Tage verbringen und unsere Erlebnisse austauschen.
Tafraoute liegt in einem Talkessel des Antiatlas, umringt von bizarren Felsformationen und Granitfelsen aus rosarotem Gestein. Prachtvoll ist im Februar das Blütenmeer der Mandelbäume.
Am Nachmittag spazieren wir in den nahen Ort. Tafraoute ist berühmt für ihre Lederschuhe. In den kleinen Läden sitzen die Schumacher und man kann ihnen beim Arbeiten zuschauen. Auch Produkte aus Arganienöl gibt es in reichlicher Auswahl.
Oberlecker: „Schfinsch“, in Fett gebackene Hefekringel für 1 Dirham das Stück.



   |   Tages KM: 180   |   GPS Nord: 29°43'20"   |   GPS West: 8°59'02"

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Freitag, 21.3. Tafraoute

Um 9.30 Uhr (für den wer will) eine große Wanderung auf einen Berg. Wir wollen eine Anhöhe erklimmen und von dort den Blick schweifen lassen – nach Tafraoute, das Ammelntal und den Stellplatz unserer Reisemobile.
Im Zick-Zack suchen wir den Weg zum Gipfel, immer die Sonne im Nacken mit wenig Schatten, über Steine, schrammen uns die Beine an Dornensträuchern und stacheligen Arganienbäumchen. Um 11 Uhr ist der Gipfel noch nicht erreicht. Anke, Bode und ich beschließen umzukehren. Peter, Harald, Marianne und Ulli klettern weiter. Gegen 12 Uhr haben sie den höchsten Punkt erreicht. Wir können sie auf unserem Rückweg vom Tal aus mit bloßem Auge erkennen.
Kurz nach 13 Uhr treffen sie bei den Mobilen ein. Den Nachmittag verbringen wir vor den Mobilen und verschnaufen. Später laufen wir in den Ort um einige Einkäufe zu erledigen. Leider wurde der für Morgen gebuchte Ausflug vom Veranstalter kurzfristig abgesagt. So wollen wir uns gemeinsam einen Alternativ-Ausflug überlegen.
Gitta und Bodo sind für 2 Übernachtungen auf einen Campingplatz gefahren, sie wollen am Sonntagmorgen wieder zu uns stoßen.


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Samstag, 22.3. Tafraoute

Ausflug zu den bunten Steinen und nach Ait Mansour. Peter und ich nehmen den Roller - Marianne, Ulli, Anke und Harald bilden eine Fahrgemeinschaft. Das Zebra-Geländemobil ist für diesen Ausflug bestens geeignet. Unser erstes Ziel sind die bunten Steine.
In einer Hochebene liegen verstreut bunte Felsbrocken, andere farbige liegen auf Granitfelsen. Ein belgischer Künstler hat 1984 etliche Steine farbig bemalt und dafür über 18t Farbe benötigt – ein Kunstobjekt.
Bis zur schönen Palmenoase Ait Mansour sind es 30 km. Eine schmale Teerstr. führt zunächst in Serpentinen stetig bergan, mit schönen Ausblicken. Wir erreichen ein Plateau. Die Straße bringt uns bergab in einen Canyon. Schroffe Felsen ragen auf, nur im Flusstal sehen wir Bewuchs von Oleander, Arganien- und Mandelbäumen. Weiter geht es in engen Serpentinen hinab in das wunderschöne Oasendorf Ait Mansour. Die schmale Straße wird begrenzt von Palmen die in den Weg hineinragen – wie gut, dass wir die großen Mobile in Tafraoute gelassen haben! Nach einer kleinen Rast fahren wir weiter. Die steinige 8 km lange Zufahrt zu den Felszeichnungen ist nur mit Geländefahrzeugen zu schaffen – und die 4 Personen im „Wohnzimmer“ von Marianne und Ulli würden überstrapaziert werden. So drehen wir um.
Harald und ich tauschen die Plätze. Er fährt auf dem Roller mit Peter zurück – ich im Mobil.
Abends gönnen wir uns ein gemeinsames Essen im Restaurant Kasbah. Leckere Menüs in schöner Atmosphäre – auch Wein und Bier können bestellt werden.
Mit einem Verdauungsschnaps vor den Mobilen lassen wir den schönen Tag ausklingen. Abschied von Marianne und Ulli, wir anderen fahren morgen weiter nach Taroudant.


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Sonntag, 23.3. Tafraoute - Taroudannt

Diese Strecke sind Peter und ich schon 2012 in umgekehrter Richtung gefahren und sie hat uns begeistert. Wir verlassen Tafraoute in Richtung Agadir und sehen noch einige schöne Dörfer im Ammelntal. Sobald wir uns auf der R 106 befinden, geht es stetig höher ins Gebirge - wir kommen auf 1.800m. Die Straße ist etwas breiter als einspurig und an den Rändern stark ausgefranst – aber immer noch breit genug um an LKW vorbei zu kommen. In den Tälern wachsen Mandelbäume, weiter oben ist es karg. Auf den Terrassenfeldern mag was angebaut werden?
Nach Ait Abdallah durchfahren wir nur noch kleinere Ortschaften und alte verlassene Dörfer. Die farbigen Felsen nehmen immer schroffere Formen an. Es geht in Serpentinen um die Berge mit interessanten Ausblicken – doch wir kommen nur langsam voran.
Bei Igherm wechseln wir auf die R 109, endlich bergab. Nach soviel Kurverei nehmen wir Fahrt auf und geraten prompt in eine Polizeikontrolle. In der 60ziger Zone sollen wir 78 km gefahren sein, ein Videofilm belegt alles. 300 Dirham will man von uns haben. Das Schild haben wir überhaupt nicht bemerkt. Auch unsere Freunde nicht, die nun etwas weiter vor uns am Straßenrand stoppen. Die Polizisten wollen Peters Führerschein, die Fahrzeugpapiere und den Pass sehen. Als Peter meint: „Das ist viel zu viel und die geforderte Summe bezahle ich nicht“. Entgegnen die Polizisten mit einem Lächeln: „Dann behalten wir ihren Führerschein“. Zähneknirschend bezahlen wir den geforderten Betrag und bekommen sogar eine Quittung. Zumindest dürfen wir sicher sein, dass die zwei Polizisten sich den Betrag nicht privat eingesteckt haben. Unsere Freunde sagen: Geteiltes Leid ist halbes Leid und beteiligen sich an der Strafe – weil die Polizei immer nur das erste Fahrzeug in einer Kolonne erwischt.
In Taroudant parken wir vor dem Hotel Salam – gegen eine geringe Gebühr ist hier übernachten möglich. Vor dem Hotel parken Pferdekutschen. Für eine einstündige Rundfahrt zu sechst in der Kutsche möchte man 120 Dirham. Zum Herumlaufen ist uns viel zu heiß und schon bald sitzen wir in der Kutsche. Im gemächlichen Trapp geht es um die alte Stadtmauer, dann durch eines der Stadttore mitten in die Altstadt. Welch‘ ein Leben und Treiben an einem Sonntag – es scheint ganz Taroudant auf den Beinen zu sein!!! Kurz vor Beendigung der Fahrt sehen wir im Kreisverkehr Susanne mit ihren Concorde herumkurven. Susanne ist seit Januar Mitglied in unserem Glinder Reisemobil Stammtisch – das ist eine Überraschung! Wie wir wissen, ist sie mit einer kleinen Gruppe seit 2 Wochen in Marokko unterwegs. Schnell erzählt sie die Erlebnisse der letzten Tage: Pech mit dem Fahrzeug und Fotoapparat - doch nun ist alles im grünen Bereich. Ihre Gruppe ist 20 km von hier auf einem CP. Schon bald macht sich Susanne auf die Weiterfahrt. Wir anderen laufen nochmals in die Stadt, zum großen und kleinen überdachten Berbermarkt. Hier finden die Einheimischen: Bekleidung, Haushaltswaren, Kosmetik, Gewürze und Gebäck zu äußerst günstigen Preisen.
Ab 22 Uhr wird der Verkehrslärm leiser. Ob wir eine ruhige Nacht verbringen werden?


   |   Tages KM: 183   |   GPS Nord: 30°28'25   |   GPS West: 8°52'15

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Montag, 24.3. Taroudannt - Marrakech - Koutoubia Moschee

Heute wollen wir über den Hohen Atlas nach Marrakech. Die gesamte Strecke über den Tizi-n-Test beträgt etwa 230 km. Wir fahren etwa 50 km auf der N10 durch Orangen- und Zitronenplantagen und gewinnen, kaum merkbar, an Höhe. Dann beginnt die im Reiseführer erwähnte schmale R 203 (37 km bis zum Pass), die wir bereits zweimal mit unserem Fahrzeug bewältigt haben. Susanne hatte uns vor Baustellen auf dieser Strecke vorgewarnt, doch so schlimm hatten wir uns das nicht vorgestellt. Baufahrzeuge versperren oft den Weg. Zwar versuchen sie immer wieder „auf die Seite“ zu rücken, doch es ist verdammt eng – oft am Abgrund für uns. Über mehrere Kilometer wird die Straße verbreitert und es werden Betonrohre für den Abfluss von Schmelzwasser verlegt, denn immer wieder soll das Wasser mit Geröll die Straße versperrt und auch beschädigt haben. Unser Glück: Über einige 100 m ist die Straße einzusehen, so können wir den Gegenverkehr abschätzen und rechtzeitig nach Ausweichstellen suchen. Nicht auszumalen: Auf dieser Strecke mit einer Panne liegenzubleiben!!! Doch die herrlichen Aussichten entschädigen für den ganzen Stress. Vor kleinen Restaurants gibt es ausreichend Parkbuchten. Dort treffen wir auf eine organisierte Fahrradgruppe aus Holland, die auf der anderen Seite vom Pass die Abfahrt Richtung Marrakech mit ihren Rädern plant.
So fahren wir ohne Stopp am Pass (2.100m) bis Tinmal. Dieser kleine Ort ist der Ursprungsort der Almohadendynastie und besitzt eine sehenswerte Moschee, die 1993 aufwendig restauriert wurde. Nach Besichtigung und Rast nehmen wir die letzten Kilometer bis Marrakech in Angriff. Auch diese Strecke belohnt durch Ausblicke. Wir entdeckten kleine Dörfer auf der anderen Flussseite, die förmlich am Hang „kleben“ – oft nur über schmale Hängebrücken zu erreichen. Farblich sind diese Bergdörfer den Gesteinen angepasst, nur die SAT-Antennen und bunte Wäsche auf Leinen verraten Leben.
Dann ein großer Stausee der nur wenig Wasser enthält. Immer mehr Stauseen müssen gebaut werden, da die große Stadt Marrakech immer mehr Trinkwasser benötigt.
Bei Asni führt eine Straße in das Wander- und Skigebiet des Djebel Toubkal. Er ist der höchste Berg im Hohen Atlas(4.167m). Doch es gibt noch mehrere Gipfel die um die 4.000 m hoch sind.
Erst kurz vor Marrakech haben wir die Gebirgsstrecke hinter uns gelassen – nun geht es zügiger voran. Ganz nahe der Medina, hinter der Koutoubia Moschee, befindet sich ein großer Parkplatz – auf diesem können auch Wohnmobile über Nacht stehen. Nach einer kleinen Ruhepause strömen wir in die Stadt und spazieren über den Djemaa-el-Fna (Platz der Gehängten). Gruppen von Musikanten, Gauklern, Schlangenbeschwörern, Zahnärzten und Medizinmännern zeigen ihr Können. Sobald man etwas länger beim Zuschauen verweilt, tritt jemand aus der Gruppe und sammelt Geld ein. Stände mit frischgepressten Säften, Trockenobst und Essen in reichlicher Auswahl. Es ist ein wahres Spießrutenlaufen, wenn man nur schauen und nichts verzehren möchte. Auch viele Einheimische sind unter den Besuchern. Ein kleiner Bummel durch die umliegenden Gassen schließt sich an. Für heute haben wir genug gesehen und nach einem kleinen Absacker verziehen wir uns in unsere (abgekühlten) Mobile.
Erster Eindruck von Anke und Harald über Marrakech: Eine sehr lebhafte Stadt.


   |   Tages KM: 231   |   GPS Nord: 31°37'26   |   GPS West: 7°59'46

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Dienstag, 25.3. Marrakech

Am Vormittag: Ein Besuch durch die Souks. Da Peter und ich schon einige Male allein durch diesen gelaufen sind, benötigen wir auch keinen Führer. Die Gassen sind nach den verschiedenen Gewerbezweigen unterteilt, z.B., Lederwaren, Holzschnitzarbeiten, Silber, Messing, Textilien und Wollfärber, dazwischen befinden sich die Souvenirverkäufer. Morgens um 10 Uhr kommen wir rasch voran. Uns interessieren in erster Linie die Handwerksgassen der Metallarbeiter. Unter ganz einfachen Arbeitsbedingen entstehen hier kleine Kunstwerke zu erschwinglichen Preisen. Nach 3 Stunden haben wir „runde Füße“ und laufen zu den Mobilen zurück.
Am Nachmittag gehen wir „getrennte Wege“. Unsere Freunde sehen sich das jüdische Viertel an. Die Saddier Gräber und der Bahia Palast waren bereits um 16.30 Uhr geschlossen (nur im Sommer ist länger geöffnet). Peter und ich durchstreifen noch einmal die Souks und erledigen einige Einkäufe.
Abends auf dem Stellplatz: Eine geführte Gruppe mit 12 Mobilen aus Italien ist eingetroffen. Die Mobile stehen dicht an dicht, auch vor uns – rangieren unmöglich.


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Mittwoch, 26.3. Marrakech - Chez Ali

Peter erledigt Fleißarbeiten (Bilder bearbeiten) am PC. Wir anderen fahren mit einem Grande Taxi zum Jardin Majorelle. Der Fahrer und die 2 Männer vorn, wir 3 Frauen auf der hinteren Sitzbank. Der sympathische Fahrer macht uns folgendes Angebot: 200 Dirham für die Fahrt zum Jardin Majorelle, Besichtigung von uns, Weiterfahrt zu den Menara Gärten und zurück zur Koutoubia. Das scheint uns ein akzeptables Angebot. Gegen Mittag wollen wir zurück sein und weiterfahren.
Der exotische Garten des franz. Malers J. Majorelle ist sehenswert. Der Maler kaufte 1924 das Gelände und stattete es mit Pflanzen aller 5 Kontinente aus. Es wachsen Bananenstauden, Bambus, Bougainvilleas, Kakteen, Palmen und es gibt Goldfischteiche. Vögel zwitschern in den Bäumen und Schmetterlinge fliegen umher – ein kleines Paradies mit Fotomotiven ohne Ende.
Nachdem der Maler verstarb und der Garten verwilderte, kaufte der Modeschöpfer Yves Saint Laurent das Anwesen und machte es wieder der Öffentlichkeit zugänglich (Eintritt 50 Dirham, Museum extra).
Kommentar unserer Gruppe: Wer das nicht gesehen hat, hat was verpasst.
Unser Taxifahrer bringt uns zu den Menara-Gärten - ein beliebtes Ausflugsziel. Berühmtes Fotomotiv ist der Lustpavillon der Sultane an dem großen Wasserbecken, von dem die Gärten durch unterirdische Kanäle bewässert wurden. Heute um die Mittagszeit haben wir keine idealen Fotobedingungen um die schneebedeckten Gipfel vom Hohen Atlas zu fotografieren.
Gegen 13 Uhr fahren wir zum Einkaufen nach Marjane und von dort weiter in den Palmenhain zu Chez Ali. Hier findet jeden Abend ein Showprogramm statt. Eine orientalische Nacht mit Essen und Folklore (Tänzen, Musik und Reiterspielen). Das wollen wir heute Abend erleben!
Anke, Harald, Peter und ich haben das „volle“ Programm: Essen und Folklore –Getränkeverzehr extra (450 DH p.P.), Gitta und Bodo das „abgespeckte“ Programm: Folklore und Getränke (150 DH p.P.) Das Spektakel beginnt um 20.30 Uhr, aber schon vorher besteht die Möglichkeit sich den Veranstaltungsort etwas genauer anzuschauen: Ausstellung Ali Baba Grotte, Arena der Reiterspiele, Zelte in denen gegessen wird und nicht zu vergessen die Backöfen, in denen die Hammel gegrillt werden.
Ofenanlage: In einem gemauerten Podest sind mehrere Backöfen eingelassen. In diesen stehen an die Außenwände aufgereiht jeweils 25 Hammel, unten brennt ein Holzkohlefeuer. Etwas mehr als 3 Stunden dauert so eine Garung (so erzählt ein Angestellter). Angeblich sollen bei 3.000 Besuchern 100 Hammel, 400 Hähnchen und 300kg Couscous verspeist werden.
Es ist bereits dunkel, als wir uns dem Veranstaltungsort nähern. Durch ein Reiterspalier betreten wir den Innenhof. Etliche Musikgruppen (in Trachten aus den verschiedenen Landesteilen Marokkos) musizieren, Frauen und Tänzerinnen in schönen Gewändern stehen für Fotos (gegen Bezahlung) daneben. Nachdem wir uns alles angeschaut haben, werden wir in ein Zelt geführt. Da wir nur eine kleine Gruppe sind, sitzen wir mit Einheimischen im VIP-Zelt. Bis zu 3.000 Gäste können an so einem Abend teilnehmen, heute sind es schätzungsweise nur 1.000 Personen.
Schon bald werden die Speisen aufgetragen: Harirasuppe, Hammel, Cousous mit Gemüse und Hähnchen, Pastilla (eine gefüllte Blätterteigsüßspeise, deren Zubereitung sehr aufwendig ist) und eine Obstplatte. Die einzelnen Gänge sind so üppig, sie hätten auch gut und gerne für 8 Personen gereicht. Als Untermalung treten die Musikgruppen und Tänzerinnen auf. Leider verweilen sie an unserem Tisch nur kurz (weil wir Europäer sind?). Kaum sind die Getränke abkassiert, strömen die alle Besucher ins Freie – die Reiterspiele beginnen.
Zuerst durchschreiten die Musikgruppen musizierend mit den Frauen die Arena, sehr farbenprächtig.
Dann preschen Reiter mit erhobenen Gewehren auf ihren Pferden über den Platz und stoppen schlagartig vor der Tribüne – sie feuern mehrere Salven ab. Junge Männer führen mit ihren Pferden akrobatische Übungen vor – und eine Bauchtänzerin zeigt auf einem fahrbaren Podest ihr Können.
Anmerkung: Bei so viel verhüllten Frauen (mit Kopftuch und langärmligen Gewändern) auf dieser Veranstaltung – so viel Haut bei einer Bauchtänzerin. Was mögen die marokkanischen Frauen denken und was ihre Männer, die überwiegend europäisch gekleidet sind. Ob sie ihren Frauen „vorschreiben“ was sie zu tragen haben?
Noch mehrere Male wiederholt sich das Schauspiel der Reiter. Ein mit 2 Personen „fliegender“ Teppich schwebt über den Platz. Wir fühlen uns wie in 1001 Nacht .Zum Abschluss der Veranstaltung ziehen alle Gruppen und Reiter an den Zuschauern vorbei. Ein farbenfrohes Feuerwerk beendet die Show. Wieviel helfende Hände und Teilnehmer mögen so jeden Abend bezahlte Arbeit haben? Wobei uns auffiel, dass viele recht lustlos ihre Arbeit verrichten. Nach 30 Jahren –Abend für Abend- da kann einem schon die Lust vergehen!
Als wir unsere Mobile erreichen, fahren bereits die ersten vollbesetzen Busse ab. Nach weiteren 30 Min. ist der Parkplatz leer. Nachts nerven die vielen bellenden herrenlosen Hunde.
Unser Eindruck: Show ja, aber das Essen war die 300 Dirham p.P. nicht wert.


   |   Tages KM: 18   |   GPS Nord: 31°42'10   |   GPS West: 8°01'14

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Donnerstag, 27.3. Marrakech - Ouzoud Wasserfälle

Wir verlassen Marrakech und der Verkehr wird geringer. Über die N 8 fahren wir durch eine sehr fruchtbare Ebene mit Olivenplantagen, Getreide und Gemüse. Die R 208 Richtung Azilal ist gut zu befahren und es wird gebirgiger, doch immer noch sehr grün. Gegen Mittag ist unser Ziel, der CP Zebra von Renate und Paul erreicht. Hier wollen wir ein paar Tage wandern und ausspannen. Die Zwei haben auf diesem Fleckchen ein kleines Paradies geschaffen, auf dem nicht nur wir uns wohlfühlen. Für unsere drei Mobile ist eine kleine Ecke reserviert, denn es passen nur 25 Mobile auf diesen beliebten CP Platz. Es gibt Tee zur Begrüßung. Danach sucht sich jeder seine Beschäftigung: in der Sonne relaxen oder notwendige Hausarbeiten verrichten.
Abends Büfett mit Gerichten die (außer Taijine und Couscous) in nordafrikanischen Familien gegessen werden – das dürfen wir uns nicht entgehen lassen.
Um 19 Uhr betreten wir das inzwischen erweiterte Zelt. Hier haben problemlos 30 Personen platz und ein wärmendes Feuer im offenen Kamin empfängt uns. Abends wird es in dieser Jahreszeit recht kühl. Paul serviert Suppe am Tisch – die anderen Speisen erklärt er (länderweise) am Büfett. Wir sind angenehm überrascht – große Auswahl und superlecker. Krönung ist die Zebra-Torte zum Dessert. Wein und Bier dürfen mitgebracht werden. So verbringen wir einen geselligen Abend.



   |   Tages KM: 168   |   GPS Nord: 32°00'19   |   GPS West: 6°43'13

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Freitag, 28.3. Ouzoud Wasserfälle

Gitta hat Schnupfen und Bodo umsorgt sie. So wandern wir nur zu viert über den Berg zu den Wasserfällen – die Attraktion des kleinen Ortes Ouzoud. Wir laufen den Rundweg – durch die Olivenhaine und dann hinab in die Schlucht. Von etlichen Stellen aus kann man den Wasserfall erblicken. Auch die am Hang lebenden Affen bekommen wir zu Gesicht, diese trauen sich recht nah an uns heran. Hinüber auf die andere Flussseite geht es über zwei einfache Stege. Das machen die Männer, doch mir ist das zu wackelig. Ich möchte mit einem Ruderboot bis an den Wasserfall heran und auf der anderen Seite dann abgesetzt werden. Anke ist so nett und begleitet mich. Über unzählige Treppenstufen geht auf der anderen Seite hinauf, vorbei an kleinen Restaurants und etlichen Souvenirständen. Noch ein weiterer kleiner Aufstieg und haben wir den CP Zebra erreicht. Mit dem Wetter hatten wir bei unserer Wanderung Glück, denn am Nachmittag fängt es an zu regnen. Renate hatte uns schon gestern den Regen prophezeit.

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Samstag, 29.3. Ouzoud Wasserfälle

Zwangsruhetag – es regnet den ganzen Tag. Wir lesen und faulenzen.

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Sonntag, 30.3. Ouzoud Wasserfälle

Hurra, es scheint wieder die Sonne! Wir unternehmen eine kleine Wanderung zur Quelle. Der lehmige Boden ist noch feucht von den gestrigen Regenfällen und an einigen Stellen recht rutschig. Die Quelle des Ouzoud läuft unaufhaltsam. Das kristallklare Wasser entstammt dem Schmelzwasser aus dem Hohen Atlas. Interessanter Anblick, wenn sich das klare Quellwasser mit dem braunen Regenwasser aus dem Tal vermengt.
Abends Abschiedsessen im Restaurantzelt auf dem Platz. Begeistert essen wir folgende Gerichte: Berber Tajine mit Ziegenfleisch - Hühnchen Exotik mit Aprikosen, Pflaumen und Nüssen - Hühnchen süß-sauer und I´ftat (ein Partygericht) aus kleingeschnittenen Pfannkuchen mit Hühnchen und Linsensoße. Unbedingt probieren sollte man auch Missimen (frisch zubereiteter Pfannkuchen mit Marmelade gefüllt). Zum Essen spendiert Bodo marokkanischen Rotwein. Das war super!!!


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Montag, 31.3. Ouzoud Wasserfälle - Aguelmane Azigzal

Erstmalig in Marokko erleben wir eine Sommerzeitumstellung (um 1 Stunde vor wie in Europa).
Heute heißt es Abschied nehmen, denn wir wollen eine landschaftlich schöne Nebenstrecke durch den Mittleren Atlas bis Azrou fahren. Das Wetter ist ideal: Sonnenschein und blauer Himmel.
Nach etwa 8,5 km erreichen wir den Ausgangspunkt zu einer Flussbettwanderung (6km). Die müssen wir unbedingt beim nächsten Besuch in Ouzoud unternehmen!
Durch die Regenfälle der letzten Tage ist die Luft gereinigt und wir haben eine hervorragende Sicht auf die Schneegipfel vom Hohen Atlas. Nach Azilal geht es bergan. Schon bald können wir von oben den riesigen Stausee Bin el-Quiane erblicken, dahinter Schneeberge – ein tolles Panorama. Wegen des hier angenehmen Klimas haben reiche Marokkaner Ferienhäuser und Hotels gebaut. Es gibt Bootsanleger und Badeinseln. Doch Ende März liegt alles noch verwaist. Nach dem Stausee biegen wir auf die R306, der nächstgrößere Ort auf unserer Strecke heißt Tagleft. Eine schmale, aber gute Teerstr. führt bis auf 1.800m. Es herrscht nur wenig Verkehr. Wir sehen sehr viel Grün und farbige Blumenteppiche. Die Menschen am Straßenrand grüßen uns mit einem Lächeln. Mag es daran liegen, dass wir auf unserem Fahrzeug den arabischen Schriftzug Salam aleikum (Friede sei mit dir)haben?
Im Ort Tagleft wissen wir nicht so recht wie es weitergeht, denn eine Ausschilderung fehlt. Wir stoppen einen Autofahrer und siehe da, nach nur 100 m kommt ein Wegweiser der nach El Ksiba weist. Nun windet sich unsere Straße (einspurig und ausgefranst an den Rändern) mal auf mal ab durchs Gebirge. Stellenweise fehlt der Straßenbelag ganz und tiefe Schlammlöcher müssen umfahren werden. Dafür werden wir mit grandiosen Ausblicken belohnt. Berge in vielen Farbabschattierungen, dazwischen Grünflächen, Wohnhäuser einsam und sehr abgelegen an den Berghängen und immer wieder leuchten Schneegipfel in der Ferne. Hirten ziehen mit ihren Schafen und Ziegen durch die Landschaft. So kurven wir unerschrocken umher, nicht ein Wohnmobil (außer uns) ist hier unterwegs.
Wir kommen in bewaldetes Gebiet und sehen Zedern und Eichen. 6 km vor El Ksiba ist unsere Straße wieder zweispurig und wir kommen schneller voran. Für die 175 km bis El-Ksiba haben wir knappe 5 Stunden reine Fahrzeit benötigt. Die N 8 führt kurvenreich nach Khenitra. Auf den Feldern ist man (die Frauen) bei der Erbsenernte. Während die Männer die Ernte auf dem Markt an die Großhändler verkaufen, warten die Frauen am Straßenrand auf Mitfahrgelegenheiten in ihre Dörfer.
Vor Khenifra biegen wir zu den Quellen Oum er Rbia ab. Wir sind auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht, denn es ist bereits später Nachmittag. Es wird wieder gebirgig, die Straße schmaler und wir kommen durch Zedernwälder. Nach 30 km ist ein kleiner Gebirgssee erreicht, Aguelmane Azigza. Einfache kleine Imbissstände befinden sich links und rechts des Weges. Im Sommer soll das hier in 1.500m Höhe ein begehrtes Ausflugsziel sein. Vor einem einfachen Haus entdecken wir ein geparktes Wohnmobil. Die Frau des Hauses kommt uns entgegen und lädt uns ein hier zu übernachten – mit Seeblick.
Ein kleiner Absacker vor den Mobilen belohnt die Fahrer und Beifahrerinnen für die anstrengende heutige Kurverei.


   |   Tages KM: 292   |   GPS Nord: 32°58'43   |   GPS West: 5°27'09

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Dienstag, 1.4. Aguelmane Azigzal - Ain Leu - Fes

Und des Nachts: „Weißt du wieviel Sternlein stehen….“ So einen Sternenhimmel ohne fremde Lichteinwirkungen habe ich lange nicht gesehen!
Schon früh am Morgen hackt Fatima Holz und feuert den Ofen an um frisches Brot zu backen. Man verabschiedet uns herzlich mit heißem Tee und frischem Brot. Für die Übernachtung geben wir 20 Dirham pro Mobil und einige Kleiderspenden.
Unser erster Stopp soll nach 20 km bei den Quellen Oum-er-Rhiba sein. Die Wiesen leuchten im frischen maiengrün, unsere Straße geht weiter bergan. Wir kommen durch Eichenwälder und sehen einfache Wohnhäuser. An der Flussbrücke parken wir. Zu Fuß geht es in 10 Minuten den Stufenweg zur Quelle und Wasserfall hinauf. Das Wasser schießt mit Getöse über Steine hinab. Am Weg schattige Picknickplätze und Imbissläden. Noch halten die Verkäufer Winterschlaf, alles ist geschlossen.
Wieder im Mobil geht es bergan. Eine hügelige Landschaft mit grünen Almwiesen und wenigen Häusern. Hier pflügt der Bauer noch mit dem Holzpflug – wie vor 1000 Jahren. Das Weideland ist eingezäunt. Die Frauen winken uns freundlich zu und verhüllen nicht ihr Gesicht. Der Straßenbelag nach dem CP Ouiwane am gleichnamigen See ist neu und sehr gut zu befahren. Wir kommen durch Zedernwälder und sehen die ersten scheuen Affen. Es liegen in Schattenlagen noch Schneereste. Als wir am 29.3. starke Regenfälle hatten, muss es hier geschneit haben.
Bald ist der bei Sommerfrischlern beliebte Ort Ain Leuh im Zedernwald erreicht. Wir verbinden die Einkäufe mit einem Stadtbummel, 1 kg frische Erdbeeren für umgerechnet 1 Euro.
Um den Weg zur N 13 zu fahren, müssen wir ein gutes Stück zurück. Wieder steigt unsere Straße einspurig bergan, durch Zedernwälder mit Schneeresten – aber gut zu befahren. Wir erreichen eine Hochebene und Gitta ruf über Funk: „ Anhalten, bei uns ist was kaputt!“ Harald und Peter setzen ihre Mobile zurück um sich den Schaden anzusehen. Der Abwassertank ist nach unten auf die Fahrbahn gestürzt, weil ein Halteband gerissen ist. Peter kramt seinen Arbeitsanzug, die Werkzeugkiste und einen alten marokkanischen Teppich hervor. Mit einem Lochband befestigt er den Tank. Unsere Fahrt können wir nun fortsetzten. Bodo und Gitta sind erleichtert – der Schreck steckt noch in den Gliedern. Wir erreichen die N 13. An der Stelle, an der wir bislang immer die Affen angetroffen haben sind jetzt ein modernes Gebäude und ein großer Parkplatz mit Verkaufsbuden entstanden. Aber die Affen sind weg. Enttäuscht fahren wir weiter. Aber siehe da, nach wenigen 100 m entdecken wir am Straßenrand 2 Horden. Sofort halten wir an und locken sie mit Essbarem wie: Mandarinen, Bananen und Popcorn zu uns heran. Erst als unsere Vorräte verfüttert sind fahren wir weiter.
Wir kommen durch den wunderschönen Ort Ifrane, der so gar nicht marokkanisch aussieht. Reiche Einheimische haben hier ihre Ferienhäuser für Wintersport und Sommerfrische in 1.600m Höhe. Obst gedeiht prächtig, wir sehen viele rosa und weiß blühende Plantagen.
Noch knappe 80 km und wir haben Fes erreicht. Der CP Diamant Vert hat seit unserem letzten Besuch sich sehr verändert. Der Eingang ist verlegt und die Sani Anlagen komplett erneuert.
Morgen wollen wir eine geführte 1/2Tagestour in Fes unternehmen.



   |   Tages KM: 191   |   GPS Nord: 33°59'13   |   GPS West: 5°01'07

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Mittwoch, 2.4. Fes

Durch Zufall haben wir gestern Abend Wafi getroffen. Dieser sympathische junge Mann (der sehr gut deutsch spricht) hat uns bereits 2008 durch Fes geführt.
Mit 2 Paaren aus Österreich bilden wir eine Gruppe von 10 Personen und starten um 9 Uhr. Leider hat sich der für heute angekündigte Regen eingestellt. Der Campingplatz hat einen Shuttlebus nach Fes - 30 Dirham p.P. die Fahrt. Zuerst sehen wir uns das jüdische Viertel, die Mellah, an. Diese einst wohlhabenden Häuser unterscheiden sich von denen der Muslime. Sie haben Balkone und Fenster an der Außenfront. Diese Mellah ist die älteste des Landes. Unweit liegt der königliche Palast mit seinen 7 prächtigen goldenen Toren – für jeden Tag der Woche eines. Leider weilt der König nur an 17 Tagen im Jahr in diesem Palast – seine Ehefrau kommt aus Fes.
Wafi führt uns zu einem erhöhten Aussichtspunkt auf das alte und neue Fes. Das alte Fes ist von einer 26 km langen Stadtmauer umgeben. Alsbald tauchen wir in das Gassengewimmel der Medina ein. Ein Erlebnis ist das Gerberviertel. Von der Dachterrasse eines Ledergeschäfts hat man den besten Blick auf die runden, in die Erde eingemauerten Bottiche. In diesen werden die Felle von Ziegen, Schafen und Kamelen gegerbt und gefärbt –ein übel riechende Arbeit. Alles wirkt ein wenig trostlos. Bei Sonnenschein würden die Farben in den Bottichen viel intensiver leuchten. Die Verkäufer in dem Ledergeschäft können es so gar nicht verstehen, dass wir weder Lederjacken noch Handtaschen oder Geldbörsen benötigen. Im weiteren Verlauf der Stadtführung sehen wir interessante Tore, Brunnen und Moscheen. Doch am sehenswertesten finden wir die Handwerkergassen. In denen wird gehämmert, geklopft, gezimmert und geschneidert. Viele Handwerker leisten unter einfachen Bedingungen erstaunlich gute Arbeiten. Natürlich darf kein Teppichgeschäft fehlen. Die Angestellten rollen einen nach dem anderen Teppich vor uns aus und möchten dann gerne wissen welcher uns am besten gefällt. Wie sollen wir dem Verkäufer klar machen, dass wir keinen Teppich benötigen? Denken die Teppichhändler, dass wir auf jeder Reise 1 bis 2 Exemplare für unsere Wohnung kaufen? Die Pause und das Essen in einem alten Dar war so ganz nach unserem Geschmack. Die Menüauswahl konnte jeder selbst bestimmen.
Wir durchstreifen noch einige Gassen und Wafi meint: „Man benötigt 3 Tage um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Fes zu besichtigen und allein in der Medina gibt es 8.000 bis 9.000 Gassen!“ Uns reicht es für heute, denn unsere Jacken, Hosen und Schuhe sind vom Regen völlig durchweicht. Wir hatten auf einen Schirm wegen der Enge in den schmalen Gassen verzichtet.
Um 16.30 Uhr bringt uns der Shuttlebus zum CP Diamant Vert zurück. Das war ein erlebnisreicher Tag und müde verschwinden wir alle in unseren Mobilen.
Wissenswertes berichtet von unserem Reiseführer:
Sieht man in Marokko eine total in weiß verhüllte Frau dann bedeutet das Trauer, diese Frau ist seit kurzem Witwe. Die Berberfrauen markieren ihr Kinn mit einem senkrechten dunklen Strich. Haben die Frauen dann noch zusätzlich einen markierten Punkt zwischen den Augen, dann wollen diese Frauen keinen Mann mehr kennenlernen – diese Frauen sind für andere Männer tabu.
Die Frauen tragen 4 Monate und 10 Tage weiß, dann wusste man früher, ob eine Frau schwanger ist. Witwen mussten sich selbst „durchbringen“, denn Rente und andere finanzielle Versorgungen gab es nicht. Gut, wenn sie zur Hochzeit Goldschmuck geschenkt bekamen. Diesen konnten sie dann zu Bargeld machen.
In der Medina sind offene Feuerstellen im Haushalt verboten. So tragen die Frauen ihre Teiglaibe zum Bäcker, der es dann für wenig Geld mit Holzfeuer backt. Mit Feuer muss sorgsam umgegangen werden, denn brennt es in der engen Medina ist das für alle Bewohner fatal – eine Feuerwehr passt nicht durch die engen Gassen.
Ich liebe diese kleinen Geschichten der Reiseführer – sie machen für mich ein Land „verständlicher“. Wer an Wafi interessiert ist fragt an der Rezeption nach: Elouafi Hanaf (Tel +212672040156)



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Donnerstag, 3.4. Fes - Chefchaouen

Es ist gar nicht so einfach (auch mit dem Navi) den Weg zur R 501 zu finden. Nach Irrfahrten in der Neustadt befinden wir uns in den Müllsortieranlagen von Fes. Nicht gefunden haben wir den Weg zur Burg und den Mosaikstein-Handwerkern. Seit den frühen Morgenstunden regnet es wieder und es ist sehr ungemütlich. Ein schmales Sträßchen ist die R 501 und führt durch die Berge, es geht bergauf und bergab durch eine hügelige grüne Landschaft. Die Erde ist fruchtbar, es gedeihen zurzeit Bohnen und Erbsen, die von den Bauern am Wegesrand verkauft werden.
Nach einem Hinweis über Straßenarbeiten mit EU-Schild wird die Straße noch schlechter. Wir kommen nur im Schritttempo voran - Schlaglöcher reihen sich dicht an dicht und teils fahren wir nur auf Schotter. Wann will man hier mit der Arbeit beginnen? In 2 Jahren wird sicherlich alles picobello sein.
Die R 501 wechselt auf die R 408 (vom Belag auch nicht besser).So kurven wir insgesamt 70 km übelste Piste. Bei dem Mobil von Harald fällt der Bordcomputer aus.
Endlich ist die R 13 erreicht und wir kommen trotz Gebirgsstrecke gut voran. Gegen 16 Uhr ist der CP-in Chefchaouen (oberhalb der Stadt)erreicht. Morgen wollen wir die schöne Medina von Chefchaouen besichtigen.
Doch es kommt alles anders: Harald hat keinen Fernsehempfang und will sein Mobil einen Meter zurücksetzen. Aber es springt nicht an! Was nun? Ein Kabel los? Batterie ist voll und er kann trotzdem nicht starten. Guter Rat ist teuer: wir rufen beim ADAC in Deutschland an. Der will sich in Marokko um einen Werkstattservice bemühen und diesen zum CP schicken. Doch 2 Stunden später ist noch nichts passiert und wir rufen nochmals an. Aussage: Heute ist es für einen Werkstattservice zu spät man erreicht niemand in Marokko – es ist nach unserer Zeit 20 Uhr. Morgen früh will man weiter sehen – inschallah.



   |   Tages KM: 227   |   GPS Nord: 35°10'34   |   GPS West: 5°16'01

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Freitag, 4.4. Chefchaouen - Tanger

Wir haben alle nicht gut geschlafen – eine Durchfallgeschichte hat einigen von uns den Schlaf geraubt. Es ist später Vormittag als wir die Nachricht vom ADAC erhalten: Erst gegen Mittag wird ein Abschleppwagen aus Tanger Vorort sein. Können wir Anke und Harald helfen? Nein, aber zumindest moralischen Beistand leisten. Gitta und Bodo fahren gegen Mittag Richtung Fähre, sie hätten sich ohnehin in Algeciras von der Gruppe verabschiedet. Als dann endlich der Abschleppwagen auf dem CP hält, dauert es noch eine geraume Zeit bis das Mobil aufgeladen ist. Harald fährt mit dem Abschleppdienst, Anke bei uns im Mobil.
Bei jeder Bodenwelle schwankt Haralds Mobil gefährlich hin und her – doch alles geht gut und wir nehmen die Verfolgung auf. Nur die bezaubernde Landschaft – inzwischen scheint die Sonne, können wir so gar nicht genießen. Als wir dann endlich vor der Werkstatt stehen, haben wir uns eine größere vorgestellt. Diese besteht lediglich aus 2 Garagenplätzen und größere Fahrzeuge müssen davor parken. Doch die freundlichen jungen Männer sind sehr geschickt. Der Fehler ist bald gefunden: Die defekte Lichtmaschine hat einen Kurzschluss verursacht. Man erneuert die Lichtmaschine und vorsichtshalber auch den Keilrippenriemen – Endsumme 150 Euro.
Um 21 Uhr stehen wir auf dem bereits geschlossenen Marjane-Parkplatz in Tanger und hoffen auf eine ruhige Nacht.


   |   Tages KM: 118   |   GPS Nord: 35°43'38   |   GPS West: 5°45'24

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Samstag, 5.4. Tanger - Malaga

Nachts um 1 Uhr hören wir ein Klopfen. Der Wachdienst macht sich an Haralds Mobil bemerkbar. Faselt etwas von Kamera. Harald blickt aus dem Fenster und gibt ihm zu verstehen: 'Wir wollen etwas zum Essen einkaufen'. Der Wächter zieht ab. Was der sich wohl gedacht hat: 'Nachts einkaufen' Diese Europäer sind doch verrückt!? Den Rest der Nacht haben wir dann noch recht gut geschlafen.
Auf der Strecke nach Tetouan Fahnenschmuck und Straßenkehrer am Werk. Hat der König seinen Besuch angekündigt? Einkauf in Tetouan und tanken für die letzten Dirham und weiter geht es zur Führe nach Ceuta. Für die reine Grenzabwicklung benötigen wir 1 Stunden, aber unsere Fähre geht erst um 15.30 Uhr. Wie immer quetschen sich vier Spuren zu einer und keiner gönnt dem anderen den Vortritt, das nervt!
Im Hafen dann klettern 2 junge Marokkaner über den recht hohen Zaun und wollen sich unter unserem Mobil festkrallen. Ein Rollerfahrer verscheucht sie.
Die Überfahrt dauert 1 Stunden, dann ist Algeciras erreicht. Nun sind wir in Europa und stellen die Uhrzeit um eine Stunde vor. Wir fahren mit der Sonne im Rücken bis Malaga auf einen bewachten Parkplatz.
Die Männer waschen noch rasch den letzten rotbraunen Sand vom Mobil.


   |   Tages KM: 233   |   GPS Nord: 36°40'51''   |   GPS West: 4°32'09''

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6.4. - 13.4. Malaga - Glinde

Was war für wen das schönste Erlebnis?
Anke und Harald:
Das Namensfest der kleinen Tochter von Hassan,
der Sand und die so unterschiedlichen Gesteine auf der Wüstentour mit dem Jeep,
Tour mit dem Mobil durch das Paradiesvalley bei Agadir
Gitta und Bodo:
Passüberquerung Hoher Atlas mit den vielen Baustellen,
Namensfest der kleinen Tochter von Hassan,
bei den Berbern am See Aguelmane Azigza
Monika:
Neue Strecken und Begegnungen mit Frauen, die so ganz „unbekümmert“ etwas zeigten und erzählten – oft mit Händen und Füßen. Bislang hatte ich gedacht, dass Marokko eine reine Männerwelt ist.
Peter:
Die wunderschönen und so unterschiedlichen Landschaften und die überaus freundlichen Marokkaner.




   |   Tages KM: 3017

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