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Iran - 2014 Teil 2

ab 26.Sept.

Freitag, 26.9. Kajaran - Grenze - Marand (Iran)

Die Fahrt zum Pass verlief wesentlich angenehmer als gedacht, vielleicht lag es an den niedrigen Temperaturen (nur 6 °C)in den Morgenstunden? 2.554 m hoch liegt der Mehgri-Pass – die Berggipfel in der Ferne gehören schon zum Iran. Bald ist die Grenze erreicht.
Die Armenier wollen von uns noch umgerechnet 16 € Zollgebühren haben und das Fahrzeug wird von einigen wichtigen Personen (auch von innen) inspiziert. Redine und ich müssen durch eine separate Passkontrolle, die Männer mit den Fahrzeugen an anderer Stelle die Grenze passieren. Das Ganze hat etwa 1 Stunde in Anspruch genommen.
Auf der iranischen Seite werden Pässe und Fahrzeugpapiere überprüft. Geldwechsel ist im gleichen Gebäude möglich. Wir tauschen vorerst 100 €, das sind rund 4 Mio. Rial. Nun sind wir Millionäre! Die Moblile müssen noch durch ein Desinfektionsbad fahren (2 Euro) und zuletzt wird das Carnet de Passage überprüft. Dann sind auch hier in einer Stunde die Formalitäten erledigt.
An der Grenze treffen wir zwei junge Leute aus Frankreich, die mit ihrem Tandem-Fahrrad unterwegs sind. Sie sind nach Tibilisi geflogen und haben sich vorgenommen es bis in den Oman zu schaffen. Von dort fliegen sie Weihnachten nach Frankreich zurück. Wie sie zu zweit diese gebirgigen Strecken gemeistert haben? Da kann man nur sagen: „Hut ab“!
Bei unserer nächsten fälligen Pause haben sie uns eingeholt. Wir laden sie zu einem kleinen Picknick ein – was sie auch gerne annehmen. Wir wünschen Anne und Pierre eine gute Reise.
Seit der iranischen Grenze kämpfen Redine und ich mit den Bekleidungsvorschriften im Iran. Nun tragen wir Kopftuch, langärmlige Oberteile, lange Hosen oder Röcke, auch nackte Füße werden nicht gerne gesehen.
Tanken wird fällig, 71 Liter kosten 9 €, da macht das tanken Spaß! Allerdings müssen wir uns erst mit der fremden Währung vertraut machen. Heute am Freitag ist im Iran Feiertag. Überall wo sich ein schattiges Plätzchen ergibt, sind die Familien am Picknicken. So etwas haben wir noch nie gesehen – Massenpicknick.
Bei Marand treffen wir Marianne und Ulli. Voraussichtlich wollen wir etwa 10 Tage gemeinsam reisen. Die Männer fassen Wasser auf dem nahen Friedhof. Die iranischen Männer wollen unseren Männern helfen und stoßen auf sehr viel Hilfsbereitschaft. Abends gemeinsames Kochen und Essen unter dem Sternenhimmel Irans.


   |   Tages KM: 189   |   GPS Nord: 38°27'31   |   GPS Ost: 45°46'32

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Samstag, 27.9. Marand - Tabriz El Goli Park

Mit lebhaftem Verkehr nähern wir uns der Großstadt Tabriz mit ihren 1,4 Mio. Einwohnern. Peter führt uns über eine Umgehungsstr. Zum El Goli-Park. Von hier wollen wir mit Taxis in die Innenstadt und die Tourist-Info aufsuchen. Nasser Kahn, der Leiter des Büros, gibt uns seinen Bruder als Stadtführer mit auf den Weg. Zunächst benötigen wir alle Sim-Karten zum Telefonieren und den Internetzugang. Das gestaltet sich als sehr langwierig. Peter und Jann-Habbo entscheiden sich dann noch zum Kauf eines Internet-Sticks. Alles bedarf vieler Wege und Zeit.
Am frühen Nachmittag können wir dann mit dem Stadtrundgang beginnen. Die blaue Moschee besticht durch ihre Fayencemosaiken in allen Blau- und Türkistönen. Durch ein starkes Erdbeben im 18. Jh. wurde außen und innen viel beschädigt – aber inzwischen umfangreich renoviert.
Danach zieht es uns in den Basar. Einige Teile bestehen aus dem 16. Jh, der überwiegende Teile aus dem 19. Jh. Wir kommen vorbei an: Textil- und Schmuckgeschäften, Trockenfürchten und Nüssen, Obstständen und nicht zu vergessen die unzähligen Teppichgeschäfte. Die Wandteppiche haben mir am besten gefallen. Eingerahmt wirken diese Teppiche wie gemalte Bilder, gestochen scharf. Alle Stilrichtungen sind vertreten - Koransprüche neben leicht bekleideten Mädchen.
Wir laufen bis uns die Füße schmerzen und wir Hunger verspüren. Ein kleines Imbiss-Restaurant erfüllt all unsere Wünsche und über den günstigen Preis sind wir alle angenehm überrascht. So zahlen wir für 2 Getränke und Essen im Fladenbrot umgerechnet 2,50€. Ob sich der nette Chef da nicht verrechnet hat?
Mit Taxis geht es zurück zum Parkplatz. Zu unserem Leidwesen öffnet der Vergnügungspark um 19 Uhr und bis weit nach Mitternacht rattern die Wagen und kreischen die Besucher der Achterbahn.
Der El-Gori-Park hat auch noch eine Parkanlage mit See zum Flanieren und Picknicken. Selbst um 22 Uhr herrscht dort noch reges Treiben, junge Leuten und Familien mit Kleinkindern.
Abends um 23.30 Uhr klopft bei uns der Parkplatzwächter. Er will für jedes Fahrzeug umgerechnet 0,75 Euro - das zahlen wir doch gerne!!!


   |   Tages KM: 90   |   GPS Nord: 38°01'22   |   GPS Ost: 46°21'48

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Sonntag, 28.9. Tabriz - Kandovan - Tabriz

Der Tag fängt ja gut an! Wir können den Parkplatz nicht verlassen. Die Ausfahrt ist mit PKW zugeparkt. Sonntagmorgen trifft man sich im Park zum Frühsport. Ein Schattenparkplatz ist „Gold wert“, so denken die einheimischen. So mal eben quetschen wir uns an den „wild parkenden“ PKW und einem großen Eisenträger vorbei. Für Jann-Habbo (das Mobil ist 10 cm breiter als wir) sieht es schlecht aus. Warten bis die Personen erscheinen und mit ihrem PKW davon fahren? Oder es versuchen und ggf. eine Beule riskieren? Als Jann-Habbo es dann doch mit unserer aller Hilfe schafft, kommt die Dame des betreffenden PKW und fährt fort. Was sagt man dazu?
Heute wollen wir einen Ausflug nach Kandovan unternehmen. Auf dem Weg dorthin entdecken wir eine Reifenwerkstatt. Ulli hat einen platten Reifen zu reparieren. Kosten für Radwechsel und Reparatur 5 €.
Das idyllische Felsendorf Kandovan südlich von Tabriz ist einen Ausflug wert. In Tuffstein-Felswänden haben sich die Einheimischen Wohnungen geschaffen. Diese sind in mehreren Stockwerken übereinander angelegt. Die Frauen im Dorf tragen nicht den üblichen schwarzen Tschador, sondern farbig gemusterte Umhänge. Es gibt auch eine Möglichkeit in so einem Tuffstein-Hotel ein Zimmer zu mieten.
Mehrheitsbeschluss: Übernachtung auf dem zweiten Parkplatz im El Goli Park. Dieser liegt am See und nicht am Vergnügungspark. 1. Internetmöglichkeiten 2. Morgen Weiterfahrt an das Kaspische Meer.
Wir Frauen beschließen, dass heute unsere Männer kochen. Sie laden uns in das nahe Restaurant ein.


   |   Tages KM: 136   |   GPS Nord: 38°01'32   |   GPS Ost: 46°22'06

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Montag, 29.9. Tabriz - Ardabil

Wir sind vom Regen in die Traufe gekommen, denn auf diesem Parkplatz war es noch unruhiger und lauter als in der Nacht vor dem Vergnügungspark. Bis in die frühen Morgenstunden war es ein Kommen und Gehen. Allesamt haben wir schlecht geschlafen. Neben dem Fahrzeug von Ulli hat Jemand sein Zelt aufgeschlagen, so dass Marianne nur über die Fahrertür das Mobil verlassen kann. Auf einem breitem Bürgersteig stehen annähernd 16 Zelte dicht an dicht. Diese müssen gestern Nacht noch aufgebaut worden sein, davor parken die PKW der Zeltenden. In unserem Stadtplan von Tabriz ist dieser Parkplatz als Campingplatz ausgewiesen.
Mit insgesamt 5 Mobilen aus Deutschland haben wir hier übernachtet und sind für die Frühsportler die Attraktion.
Mit Redine und Jann-Habbo fahren wir zu unserem 260 km entfernten Ziel, nach Ardebil. Marianne und Ulli wollen später nachkommen.
Wir kommen an den Ausläufern des Sabalan – Gebirges entlang und der Boden ist sehr fruchtbar. Es werden Getreide, Obst und Kartoffeln angebaut. Die kahlen Berge schimmern in allen Schattierungen. In der Ferne ist Wolken verhangen der 4.811 m hohe Kuh-e Sabalan zu sehen. Heute ist der Himmel bedeckt und wir haben ideales Reisewetter. Bis zum Zentrum von Ardebil schlagen wir uns tapfer durch und parken direkt vor dem Sheikh-Safe-Heiligtum. Doch das ist leider heute am Montag geschlossen. Und der Fuß nahe Parkplatz ist für unsere großen Mobile ungeeignet. Wir machen Bekanntschaft mit zwei netten deutschen Touristen. Ihr iranischer Freund weiß Rat und führt uns zu einem 8 km entfernten See. Hier bleiben wir über Nacht und machen im nahen Shopping-Center einen Großeinkauf.
Am Abend rufen Marianne und Ulli an. Sie stehen auf dem Parkplatz am Heiligtum – dort wollen wir uns morgen treffen.


   |   Tages KM: 279   |   GPS Nord: 38°13'0/2   |   GPS Ost: 48°17'25"

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Dienstag, 30.9. Ardebil - Hashtpar

Mit dem Taxi fahren wir am Morgen in die Stadt, für die 8km lange Strecke bezahlen wir gemeinsam 1 Euro. Da kann man doch nicht meckern. Gemeinsam mit Ulli und Marianne besichtigen wir das Sheikh-Safi-Heiligtum. Dieser Komplex gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist außerordentlich sehenswert. Schon der Haupthof ist eine Augenweide, von hier geht es zu den wichtigsten Gebäuden. Das Lampenhaus Qandil Khaneh war Andachtsstätte für Verstorbene und enthielt kostbare Korane, Teppiche, Kandelaber, Lampen und Vorhänge. Kammern gehen von hier zu den bedeutendsten Gräbern. Das Chini-Khaneh (Porzellanhaus) hat mir am besten gefallen. In den reich verzierten Wandnischen waren Porzellan, Korane und Manuskripte untergebracht, die zum überwiegenden Teil 1828 von der russischen Besatzung mitgenommen wurden und sich jetzt in St. Petersburg befinden. Ein kleiner Besuch durch den Basar beendet unseren Stadtbummel in Ardebil.
Ohne Marianne und Ulli geht es weiter ans Kaspische Meer. Bergauf kommen wir auf 1522 m. Die Straße führt entlang der aserbaidschanischen Grenze hinab in die Schluchten des Astara Chay. Von diesen erblicken wir nur wenig, denn wir haben reichlich Nebel und Regen. Die Sichtweite beträgt maximal 40 Meter und trotzdem kommt uns die Hälfte aller Fahrzeuge ohne Licht entgegen (fahren wie im Blindflug).
Als wir bei Astara das Kaspische Meer erreichen, befinden wir uns auf 25 m unter dem Meeresspiegel. Der Regen lässt nach. Auf den Feldern wird Reis angebaut. Auch gedeihen hier Kiwis, die Plantagen kann man von der Straße aus gut erkennen. Bei Hashtpar biegen wir ab ans Meer. Etwa 7 km von der Hauptstraße entfernt befindet sich eine große Ferienanlage mit allem Drum und Dran. Jetzt in der Nebensaison hat lediglich der Bäcker geöffnet und die Bewohner des nahen Dorfes holen sich frisch gebackenes Brot in größeren Mengen. Auf dem Parkstreifen vor dem Gelände dürfen wir übernachten und Jann-Habbo bekommt Strom. Endlich zeigen seine Batterien wieder 100%. Seit Tagen werden diese nicht mehr richtig aufgeladen. Morgen wollen wir hier einen Ruhetag einlegen. Die Männer reparieren Kleinigkeiten und wir Frauen erledigen fällige Hausarbeiten.
Frage: Bleibt noch genügend Zeit zum Faulenzen?


   |   Tages KM: 169   |   GPS Nord: 37°50'18   |   GPS Ost: 48°58'21

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Mittwoch, 1.10. Hashtpar

Während wir Frauen waschen und putzen, reparieren die Männer den Kabelbruch an der Lichtmaschine von Jann-Habbo. Diese liefert den Strom für den Aufbau. Einen Anschluss besorgen sie mit dem Taxi in der nahen Stadt. Hoffen wir, dass diese Reparatur stets für volle Batterien bei Jann-Habbo sorgt.
Marianne und Ulli treffen am frühen Nachmittag ein. Unterhaltsames Kaffeetrinken mit lästigem Fliegenbesuch, später kochen wir Frauen gemeinsam. Für die einheimischen Besucher dieser Ferienanlage sind wir die Attraktion. Immer wieder heißt es: „Willkommen im Iran“ – und Erinnerungsfotos werden geschossen.
Bekanntschaften: Eine junge Iranerin aus Köln ist mit Ehemann und Freunden hier auf Urlaub. Sie bietet uns bei Problemen ihre Hilfe an. Da fällt uns die Internet-Simcard fürs Handy ein. Der eine junge Mann hat ein ähnliches Handy wie Peter und er probiert einiges aus. Später können wir im Mobil erstmals auf dem Handy E-Mails lesen.
Danke! Wir waren wohl doch nur etwas zu dumm es selbst hinzubekommen.
Bei Jann-Habbo sieht es anders aus, er hat ein Apple-Smart-Phon und damit kennt sich der junge Mann nicht aus.
Der Hochzeitsumzug. Den ganzen Nachmittag schon hören wir Musik aus dem nahen Dorf. Dann, gegen Abend, fährt auf der Straße das geschmückte Brautauto an uns vorbei. Dahinter hupend einige PKW, ein vollbesetzter Kleinbus und drei Pickups beladen mit Wohnzimmervitrine, Spiegelkonsole, Kommoden und Sofagarnitur. Wird jetzt die Braut mit Aussteuer in ihr künftiges Zuhause gefahren?


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Donnerstag, 2.10. Hashtpar - Nationalpark Saravan

Schon früh am Morgen scheint die Sonne, ein idealer Strandtag. Peter und ich wollen, bevor wir heute weiterfahren, zumindest unsere Füße im Meer baden. Männer und Frauen baden im Iran getrennt. Die Frauen durch einen Vorhang abgegrenzt zu den Männern. Oft tragen die Frauen einen Ganzkörperbadeanzug, aber der „normale“ Badeanzug ist im Kommen. Hier ist die Saison vorbei, niemand badet im noch angenehm warmen Meer.
Unser Ausflugsort Masuleh liegt in 1000 m Höhe in den Bergen. Die flache Landschaft ist geprägt von Reisfeldern. In Fuman kaufen wir alle einen Vorrat von den leckeren Koluche Keksen, diese sind gefüllt mit Hasel- und Walnüssen. Gleich nach dem Ort beginnt eine gut zu befahrene Teerstraße. Es geht bergan am Fluss entlang - mit Ausflugslokalen und Picknickplätzen unter schattigen Bäumen. Nach 33 km ist der kleine Ort Masuleh erreicht. Der Parkplatz im Zentrum ist gut mit PKW belegt und wir rangieren beim Einparken fast über die Picknickdecke einer Familie auf dem Seitenstreifen. Doch diese ist gar nicht böse, sondern bietet uns an von ihren mitgebrachten Speisen zu kosten. Ein kleiner Gegenbesuch in den Mobilen ist fällig.
Masuleh besteht überwiegend aus Lehmziegelhäusern, die in Terrassenbauweise sich an einem Gebirgshang hinaufziehen. Über angelegte Stufenwege und die Flachdächer einiger Häuser spaziert man durch den Ort. Teehäuser, Restaurants und Souvenirgeschäfte erwarten die Besucher. Etliche Fotografen stecken die Besucher in Folklorekleidung und machen Fotos. Dabei zeigen die Frauen auffallend viel von ihren Haaren, und ihre Lippen sind rot geschminkt. Überhaupt fielen uns in Masuleh die vielen modernen Iranerinnen angenehm auf.
Mehrheitsbeschluss: Nicht hier, sondern auf dem Parkplatz beim Freilichtmuseum zu übernachten, 70 km von Masuleh entfernt. Angekommen, ist die nahe Schnellstr. ist allen zu laut. So machen wir uns auf eine erneute Übernachtungsplatzsuche. Wir starten mehrere Anläufe und es wird bereits dunkel.
Endlich stehen wir - mitten im Saravan Nationalpark, seitlich einer ausgewaschenen Teerstraße. Der Regen fällt sacht auf die Mobile und in der Nähe rauscht ein Bach. Morgen wollen wir uns das Freilichtmuseum mit den Bauernhäusern ansehen.
Nachts ungewöhnliche Laute – keiner kann sie deuten. Waren das Hunde, Wölfe oder „dumme“ Jungenstimmen die uns einfach nur ärgern wollten?


   |   Tages KM: 204   |   GPS Nord: 37°06'18   |   GPS Ost: 49°38'55

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Freitag, 3.10. Nationalpark Saravan - Bauernhaus Museum - Karaj

Am Morgen regnet es immer noch.
Das Bauernhaus-Museum soll um 10 Uhr öffnen. Als wir mit Redine und Jann-Habbo zwecks Besichtigung eintreffen, ist es 9 Uhr. 1 Stunde Zeitumstellung, wann war das? Marianne und Ulli fahren schon mal ein Stückchen Richtung Teheran vor.
Aus der Region Gilan (Hauptanbaugebiet von Reis) hat man auf 300 ha einige alte Bauernhäuser wieder aufgebaut. In den etwa 30 Gebäuden befinden sich auch Restaurants, Cafés und eine Schule. Vor den Bauernhäusern sitzen junge Frauen in bunten Trachten. Einige sprechen englisch und können unsere Fragen nach Inventar, Familienstand (arm, reich, Personenanzahl) beantworten. Oft lebten in mittelgroßen Familien mehr als 10 Personen, denn diese wurden für die umfangreichen Farmarbeiten benötigt. Im „Smok“ Raum im Erdgeschoß wurde auf offenem Feuer gekocht und gleichzeitig die Wärme zum Trocknen von Reis (auf den oberen Holzgestellen) genutzt. Im „Smok“ Raum schlief im Winter auch die ganze Familie. Die Räume in den oberen Etagen waren für die Gäste, die überdachte Terrasse davor für die Familie zum Essen und Schlafen im Sommer bestimmt. Die Häuser sind vorwiegend mit Reisstroh gedeckt und einige ähneln unseren Schwarzwaldhäusern, Dächer nach vorne überstehend mit Balkonen und Geranien. Die Lehmwände hatten im unteren Bereich nur Türöffnungen und kleine Fenster, oben reichten die Fenster oft bis auf den Boden. Die Holzbalkone waren verziert und bemalt.
Für den Rundgang im strömenden Regen benötigten wir 2 Stunden.
Der starke Regen ist unser Begleiter – uns erreicht eine SMS von Marianne und Ulli: „Wir sind in Qazvin“. Nach einem Pass wird das Wetter besser, der Regen hört kurzfristig auf. Wir beschließen die restlichen 150 km bis Teheran zu fahren. Doch plötzlich kommt Sturm auf und treibt Sand über die Landschaft und Autobahn. Stimmung wie bei einem Weltuntergang. Dann setzt starker Regen ein. Die Straße wirkt wie ein Seifenbad, es ist sehr rutschig - erste Unfälle. Wir kommen nur zögerlich voran. Immer wieder wechseln sich Sandsturm und Regen ab. Wir beschließen in Karaj zu übernachten, noch ist es hell. Mit GPS und Glück finden wir mitten in Karaj den Parkplatz an einem Park und schreiben sofort Marianne und Ulli eine SMS, denn sie befinden sich etwa 30 Kilometer hinter uns. Etwas später treffen sie ein und berichten: Massenkarambolagen auf der Autobahn, die Fahrer gingen mit „Schlägern“ aufeinander los. Wird im Iran so mit Unfallgegnern vorgegangen?
Wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend, denn heute kochen die Männer. Wir vertilgen gegrillte Hähnchen- und Champignonspieße. Mit Brot und Getränken bezahlen wir umgerechnet 3 € pro Person. Im nahen Parkrestaurant bei den Mobilen haben wir Wi-fi – hurra!!!
So, nun schnell ins Bett. Morgen wollen wir um 5 Uhr aufbrechen und die restlichen 60 Kilometer bis Teheran schaffen. Wir hoffen auf wenig Verkehr! Nachts bekommen wir kein Auge zu, denn der nahe Straßenverkehr nervt enorm!
Wie unser Mobil aussieht! Der braune Sand hat sich gleichmäßig an den Seitenwänden verteilt – wie sollen wir das nur abbekommen?


   |   Tages KM: 290   |   GPS Nord: 35°50'08   |   GPS Ost: 51°01'05

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Samstag, 4.10. Karaj - Teheran

Um 5 Uhr ist es noch stockfinster. Jann-Habbo und Peter sitzen bereit hinter den Lenkrädern. Ulli und Marianne wollen ausschlafen und später nachkommen. Unser Navi findet sich mal wieder zwischen den hohen Häusern nicht zurecht – wir irren ein wenig umher. Dann auf der Autobahn Richtung Teheran (60 km) schon so früh viel Verkehr. In Teheran treibt das Navi mit uns „böse“ Spiele. Denn durch eine 3 m hohe Unterführung passen wir nun wirklich nicht hindurch! Das nahe Ziel vor Augen geht es über eine halbe Stunde die Straßen hinab und wieder hinauf. Endlich lesen wir den Hinweis: Tochal Telekabin. Diesen Parkplatz hat Peter für die Stadtbesichtigung und Übernachtung ausgesucht. 1 Stunde 45 Min. haben wir für die Anfahrt und Suche benötigt - und wie lange brauchen Marianne und Ulli? Jann-Habbo und Peter waschen die Stauklappen. Die Sonne kommt raus und tut so, als wäre gestern nichts gewesen! Ulli und Marianne kurven schon seit geraumer Zeit in unserer Nähe, finden aber nicht die Zufahrt zum Parkplatz. Ein Taxi schafft Abhilfe, aber dafür 10 € ist ein stolzer Preis. Gemeinsam beratschlagen wir, was wir uns in Teheran ansehen wollen. Basar, Golestan-Palast und das Juwelenmuseum stehen auf der Wunschliste ganz oben. Ein Taxi ist schnell gefunden, aber ein zweites lässt lange auf sich warten. Dann kommt ein grünes Taxi, ein Frauentaxi: Frauen fahren für Frauen. Nun müssen alle Frauen in das grüne Taxi, die Männer in das gelbe Taxi und das Wettrennen beginnt. Während unsere Fahrerin (sie spricht englisch) super schnell die Strecke zum Basareingang meistert, nimmt der männliche Fahrer eine weite Anfahrt und lässt die Männer 4 km vor dem Ziel aussteigen. In der Mittagshitze laufen sie zum verabredeten Treffpunkt. Durchgeschwitzt kommen sie an, während die Frauen bereits seit 45 Min. auf sie warten.
Der Basar ist am Samstag dermaßen gut besucht, dass wir uns nur ein kleines Stück hineinwagen. Wir hätten uns unweigerlich aus den Augen verloren. Der Golestan-Palast, Regierungssitz der damaligen Könige, liegt gegenüber vom großen Basar. Wir stehen vor den verschiedenen Palästen der Anlage und sind über den Prunk der Ausstattung sehr überrascht. Wir wollen die Paläste (heute Museum) nicht von innen besichtigen. Werfen dennoch einen Blick in den Spiegelsaal, Glasmosaike glitzern und funkeln. Die Außenfassaden der Paläste besitzen schöne Keramikbilder aus Fliesen.
Eine kleine Stärkung wird fällig – preiswert und gut. Aber das Beste in dem Laden ist die Klimaanlage!
Wir Frauen würden uns heute gerne die Kopftücher vom Kopf reißen – uns ist einfach zu heiß. Das Juwelenmuseum zeigt eine der bedeutendsten Juwelensammlungen der Welt. Es handelt sich um die ehemaligen Kronjuwelen der persischen Könige. Die Sicherheitsvorkehrungen für den Besucheransturm sind enorm. Wir arbeiten uns von Vitrine zu Vitrine vor und bestaunen Diamanten, Smaragde und Rubine – die sich auf Säbeln, Dolchen, Kronen und Kopfschmuck befinden. Welche unvorstellbare „Verschwendung“. Mit Taxis geht es zurück zu den Mobilen. Die Abkühlung in den Mobilen nach Sonnenuntergang erfolgt in dieser Höhe (1.900m) schnell. Der große Parkplatz füllt sich in den nächsten Stunden mit PKW, denn von hier ob en ist der Blick über Teheran grandios.
Heute nehmen wir Abschied von Marianne und Ulli. Wir anderen wollen rasch in den Süden, Marianne und Ulli noch etwas das Elbruz-Gebirge erforschen.


   |   Tages KM: 80   |   GPS Nord: 35°48'51   |   GPS Ost: 51°23'57

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Sonntag, 5.10. Teheran - Khomeini Mausoleum - Kashan

Manchmal muss man ganz einfach Glück haben – morgens um 6 Uhr haben wir freie Fahrt durch Teheran. An der Autobahn Richtung Qom liegt das Imam Khomeini-Mausoleum. Zuerst fallen uns die vielen Zelte auf dem Parkplatz auf. Alles Gläubige die über Nacht geblieben sind? Auch wir als Ungläubige dürfen in das Zentrum betreten. Wobei uns die Schlichtheit des Innenraums überrascht. Diese Anlage soll zu einem gewaltigen islamischen Zentrum in den nächsten Jahren ausgebaut werden.
Unsere Autobahn nach Süden führt durch eine wenig abwechslungsreiche Landschaft. Qom lassen wir „links“ liegen und machen auf meinen Wunsch einen Abstecher nach Kashan. Wir parken zentrumsnah. Der Basar soll unser erster Stopp sein. Doch alles wirkt verlassen, die meisten Geschäfte sind geschlossen. Schade. Wir erfahren, dass heute „Opferfest“ ist und die meisten Iraner seit Freitag frei haben.
In der größten Mittagshitze laufen wir zum Viertel mit den historischen Gebäuden und schauen uns ein gut erhaltenes über 400 Jahre altes Hamam an. Ganz in der Nähe lässt sich ein schönes Kaufmannshaus aus dem 19. Jh. besichtigen. Von außen eher schlicht, innen prächtig mit Stuckarbeiten und farbigen Glasfenstern. Das Schönste aber ist die Kuppel über den Empfangsräumen. Dieser wird von einem Windfänger überwölbt. Hier ist es angenehm kühl – eine Art „Klimaanlage“ aus alter Zeit. Im Innenhof befindet sich ein Wasserbassin und an den Seiten die Wohngebäude. So gäbe es in der näheren Umgebung noch einiges anzusehen. Doch uns steht der Sinn nach einer Erfrischung. Im kühlen Untergeschoß eines altertümlichen Hauses kann man auf althergebrachten Podesten oder an Tischen speisen.
In der Umgebung von Kashan wird die Mohammadi Rose angebaut. Aus ihren Blütenblättern wird nach traditionellen Methoden das Rosenwasser gewonnen. Im Fin-Garten suchen wir ein ruhiges Plätzchen für die Nacht. Doch heute am Sonntag sind so viele Ausflügler unterwegs, dass wir für uns nichts finden. Nach einigem Suchen gelingt es uns an geschützter Stelle (wieder braust ein Sandsturm durch das Land) zu parken. Endlich können wir lüften.
Besuch: Am Abend bekommen wir Überraschungsbesuch. Ein junges Pärchen hält neben unserem Mobil. Wir kommen ins Gespräch und bitten sie in unser Mobil. Er ist von Beruf Computerspezialist, sie Englischlehrerin. Sie sind sehr interessiert und wollen einiges von uns wissen. Vor allem: Solch ein Haus auf Rädern haben sie noch nie gesehen. Alles wird für die Familie und Freunde mit unserem Einverständnis mit dem Handy gefilmt.
Heute ist absolut der heißeste Tag unserer Reise. Ich möchte mir sämtliche Kleidung vom Leib reißen und mich unter einen Wassersprenger in einer Gartenanlage legen.


   |   Tages KM: 285   |   GPS Nord: 33°56'02   |   GPS Ost: 51°22'02

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Montag, 6.10. Kashan - Isfahan

Unsere Männer nutzen am Park einen Wasserhahn um den Schmutz (Anreise nach Teheran) abzuspülen. Dann nehmen wir die letzten 200 km bis Isfahan in Angriff. Je höher wir kommen, je mehr klart es auf. Die Berge liegen nicht mehr im Dunst und über alles leuchtet der blaue Himmel mit weißen Wolken. Die Maut-Autobahn bietet Straßenbelag von sehr gut bis extrem wellig – alles ist vorhanden. Gegen 14 Uhr erreichen wir Isfahan. Peter fährt mit dem Mobil direkt ins Zentrum um am Park des Palastes Hasht Behesht zu parken. Aber der Aufseher will uns nicht haben und verweist uns auf einen anderen Parkplatz, den des 5 Sterne Hotels Abassi. Doch auch hier stellt sich er Aufseher stur. Zwei zufällig vorbeikommende österreichische Touristen mit einem einheimischen Führer setzten sich für uns ein – doch alles bringt nichts. Sie geben uns aber den Tipp, beim Hotelmanager um eine Parkerlaubnis nachzufragen. Einstweilen parken die Mobile auf der Straße in 2. Reihe, das behagt einigen einheimischen Autofahrern überhaupt nicht. Wir haben das Glück, einem deutsch sprechenden Angestellten an der Rezeption unser Anliegen vorzutragen. Dieser informiert seinen Vorgesetzten und dieser wiederum fragt beim Hotelmanager nach. Man möchte lediglich unsere Pässe (zwecks Fotokopie) und man notiert sich unsere Kennzeichen. Während wir zu den Mobilen zurück laufen, wird der Parkplatzaufseher informiert und „sim-sala-bim“ öffnen sich für uns die Tore und wir können auf dem bewachten Platz zwei Nächte bleiben.
Schon bald brechen wir zur Stadtbesichtigung auf. Der Imam-Platz wurde im Jahre 1602 von Schah Abbas I angelegt und seine Ausmaße sind enorm. Der gesamte Platz ist von Arkadengängen umgeben, in denen sich Geschäfte und Werkstätten befinden. Wir schauen uns die Imam-Moschee an. Diese gilt als eines der Meisterwerke der islamischen Baukunst. Die Fliesen sind mit Blumenmotiven in Blau-, Türkis- und Gelbtönen bemalt und sollen zu den schönsten im Iran zählen. Zwei Geistliche im Garten sind sehr aufgeschlossen und beantworten gerne unsere Fragen.
Wir schlendern an den Arkadengeschäften entlang und begeben uns in den sich dahinter befindenden Basar. Isfahan ist für seine Kupferarbeiten, Miniaturmalereien, Stoffdruck und speziellen Süßwaren bekannt. Selbst am späten Abend herrscht hier und auf dem Platz noch reges Treiben. Für heute reicht uns der erste Eindruck von dieser so schönen Stadt.


   |   Tages KM: 215   |   GPS Nord: 32°39'08   |   GPS Ost: 51°40'17

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Dienstag, 7.10. Isfahan

Wir laufen durch den schönen Hasht Behesht Park. Erste Gruppen treiben Frühsport. Zuerst schauen wir uns die Lotfullah-Moschee an, sie ist über 400 Jahre alt. Da sie auch für die Damen des königlichen Gefolges zugelassen war, wird sie auch als Frauenmoschee bezeichnet. Beeindruckend ist die hohe Kuppel, die mit Blumenmuster und Ranken verziert ist.
Heute Vormittag machen wir einen Basarbummel. Die vielen Gänge sind schon verwirrend so ohne Plan. Souvenirs werden gekauft, und ein Ladenbesitzer hat seine Geschäftsidee auch nach Deutschland vermarktet. Er erklärt uns, dass die Miniaturmalereien auf Kamelknochen mit einem Katzenhaarpinsel gemalt werden. Für eine Vasenbemalung benötigt die Künstlerin je nach Größe 2 Tage. Wir schauen den Stoffdruckern über die Schulter. Leider haben Redine und ich unsere Tischmaße nicht dabei. So wird es nichts mit dem Deckenkauf dieser äußerst schönen Exemplare.
In einer kleinen Teeküche trinken wir Tee aus Untertassen – das macht man hier so wenn der Tee zu heiß ist. Die heiße Mittagszeit nutzen wir zu einer ausgiebigen Pause bei den Mobilen. Peter hat Internetzugang über das Hotel und versucht die Bilder hochzuladen.
Am späten Nachmittag bringt uns ein Taxi zu den Brücken des Zayandehrud-Flusses. Die doppelstöckige Khaju-Brücke wurde 1650 erbaut und ist 132 lang und 12 m breit. Sie hat die Funktion eines Dammes und besitzt Schleusen unterhalb der Bögen. Leider ist das Flussbett im Spätsommer ohne Wasser. Über eine schön angelegte Promenade laufen wir am Flussufer entlang bis zur Si-o-se Pol Brücke. Sie ist von den Einheimischen nach ihren 33 Bögen so benannt und misst 360 Meter. Besonders schön wirkt sie mit Beleuchtung in der Abenddämmerung.
Im stimmungsvoll beleuchteten Innenhof des Abassi Hotels trinken wir Tee. Dieses kleine Paradies ist vom Straßenlärm verschont, Wasserfontänen plätschern, Obstbäume tragen Früchte, dezente Musik versetzt uns in „1001 Nacht“. Wunderschön hier den Tag zu beenden.


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Mittwoch, 8.10. Isfahan - Na'in - Karavansaray

Den heutigen Vormittag wollen wir mit Museumsbesuchen verbringen und gegen Mittag ein Stück gen Osten weiterreisen. Wir nehmen ein Taxi zum Badehaus-Museum Ali Qoli Aqa. Doch unser Taxifahrer ist so begriffsstutzig, dass Peter ihm den Weg weisen muss. Es hätte nicht viel gefehlt und Peter hätte sich selbst hinter das Lenkrad gesetzt.
Dieses Badehaus aus dem 18. Jh. umfasst zwei unterschiedlich große Baderäume. Es hatte sogar ein Heißwassertauchbecken und ein Schwimmbad mit kaltem Wasser. Lebensgroße Wachsmodelle im Inneren zeigen anschaulich wie es damals im Hamam zuging. An den Wänden befinden sich einige schöne Wandbilder und Fliesen. Das Sheikh-al-Islam-Haus liegt nur wenige Schritte entfernt und soll eines der schönsten traditionellen Herrenhäuser Isfahans sein. Doch heute ist es leider verschlossen.
Schon gestern sind wir am Chehel-Sotun-Palast, dem 40 Säulen-Palast vorbeigekommen. Da sich die 20 Säulen aus Zedernholz der Palastterrasse im langen Wasserbad spiegeln, hat dieser Palast seinen Namen bekommen. Um 1650 von Schah Abbas erbaut, übertreffen die Fresken der Haupthalle und die eines Vorraumes alle unsere Erwartungen – sehr sehenswert. Die meisten Wandbilder sind nur deshalb so gut erhalten, weil sie in der Zeit der afghanischen Herrschaft mit einer Gipsschicht überzogen wurden. Die Restaurierungsarbeiten dauern noch an.
Mittags verabschieden wir uns beim netten Hotelempfangschef für die freundliche Geste der kostenfreien Parkplatzbenutzung. Dadurch konnten wir fuß nah die meisten Sehenswürdigkeiten erreichen.
Mit viel Verkehr, 7 Fahrzeuge auf 3 Spuren nebeneinander, verlassen wir Isfahan. Die Hupe ist in diesen Ländern die wichtigste Beschaffenheit am Fahrzeug. Stetig geht es bergan, wir kommen bis auf etwa 2500 m und es wird merklich kühler. Bislang hatten wir tagsüber 32°C, abends kühlt es auf 18°C herunter.
Wir machen einen Stopp in Na’in. Sehenswert ist hier die über 1200 Jahre alte Moschee mit einem schönen Minarett. Das Besondere an der Moschee ist die unterirdische Gebetshalle die ihr Licht durch die in die Decke eingelassenen Alabaster-Platten erhält. Gegenüber der Moschee befindet sich ein Herrenhaus. Das 450 Jahre alte Haus kann besichtigt werden. Der nette Führer weist auf Geräte und Einrichtungsgegenstände hin und erklärt, dass man in diesem Haus in den vier Jahreszeiten die Wohnräume wechselte. So lebte man im Sommer wegen der Hitze in den tiefer gelegenen schattigen Räumen. Ein ummauerter Garten mit Pistazien-Bäumen schließt sich an. Auf dem Parkplatz vor dem Herrenhaus gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit. Doch herumbrausende Mofas und Fußballspielende Kinder veranlassen uns noch 30 km bis zu einer alten Karawanserei zu fahren. Hinter dieser suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen für die Nacht.


   |   Tages KM: 180   |   GPS Nord: 32°40'57   |   GPS Ost: 53°19'25

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Donnerstag, 9.10. Karavasaray - Chac Chac - Yazd

Auf schnurgerader Strecke mit viel LKW-Verkehr nähern wir uns der Stadt Ardakan. Wir kommen wieder bis auf 2.500m Höhe und wieder hinab auf 1.400m. Um uns herum Wüste, eingerahmt von kargen Bergen in rötlichen Schattierungen. Wir erkennen einige Bergbau- und Stahlverarbeitungsbetriebe.
Der kleine Ort Chack-Chack ist unser Ziel, 5 km von der Hauptstraße entfernt. Diese Zarathustische Pilgerstätte ist alljährlich im Juni das Ziel vieler Zarathustrier (eine Glaubensrichtung) aus aller Welt. Die übrige Zeit strahlt der Ort in seiner Abgeschiedenheit Ruhe und Harmonie aus.
Wieder auf der Hauptstr., ist nach etwa 20 km Kharanaq erreicht. Ein Tankstopp ist fällig. Doch der Tankwart möchte uns nur Diesel gegen „Tankkarte“ geben - die wir leider nicht besitzen. Die Männer streiten in allen Sprachen. Ein zufällig vorbeikommender kleiner Reisebus hilft uns aus der Patsche. Mit der Tankkarte des Busfahrers erhalten wir 71 Liter. Geldscheine wechseln die Besitzer und der vorher so unfreundliche Tankwart kann auf einmal lächeln! Weil wir jetzt schon im Ort sind, besichtigen wir ihn sogleich. Der alte Ortsteil hat noch viele verlassene Lehmbauten und eine renovierte Karawanserei. In dieser befindet sich ein kleines Restaurant. In der Kühle der überdachten Räume lassen wir uns Tee servieren.
75 km sind es noch bis Yazd. Die Stadt liegt in der Provinz mit den geringsten Niederschlägen und höchsten Temperaturen. Unterirdische Wasserleitungen speisen die Oasenorte. Es werden Obst, Melonen, Granatäpfel und Pistazien angebaut. In Yazd gibt unter anderem zu sehen: Moscheen, Wassermuseum, Basar, Dowlatbad-Garten, Feuertempel und Schweigetürme.
Wir parken auf dem hinteren Parkplatz des Tourist-Inn-Hotels. Für die 2 Übernachtungen zahlen wir pro Mobil 20€. Mit dem Taxi fahren wir am späten Nachmittag ins Zentrum und verschaffen uns einen ersten Eindruck von der Stadt. Morgen wollen wir mehr entdecken.


   |   Tages KM: 257   |   GPS Nord: 31°52'00   |   GPS Ost: 54°21'19

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Freitag, 10.10. Yazd

Wieder nehmen wir ein Taxi ins Zentrum. Bei den Windtürmen steigen wir aus. Unter diesen befindet sich ein Wasserreservoir. Wie wir vor der geschlossenen Anlage erfahren, ist diese Anlage nur im Monat August zu besichtigen. Wir suchen die Tourist Info und wollen uns um einen Führer mit Englischkenntnissen bemühen. Da läuft uns Amir Sharafat über den Weg. Er ist ein „Tour Leader“ und bereit uns für ½ Tag zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu führen. Sein PKW ist für uns von Vorteil, denn so liegen z.B. die Schweigetürme weit außerhalb. Über den Preis sind wir uns schnell einig, er will für 4 Stunden 30 Euro. Wir waren über 5 Stunden mit ihm unterwegs, haben ihn zum Essen eingeladen und die vereinbarte Summe großzügig aufgerundet.
Den ersten Stopp legen wir bei dem zarathustrischen Feuertempel ein. Amir erklärt uns den Glauben der Zarathustrier, von denen noch 50.000 im Iran leben. Das ewig brennende Feuer ist ein Symbol für die Anwesenheit Gottes. Das Feuer stammt aus der Provinz Fars und soll dort schon um 500 n.Chr. gebrannt haben. Der Glaube selbst ist über 3.000 Jahre alt. In einem Nebenraum befinden sich Gegenstände und Abbildungen, die den Glauben näher erklären.
2. Stopp sind die Schweigetürme, sie liegen außerhalb auf zwei Hügeln. Hier wurden die Toten der Zarathustrier bestattet. Weil ihr Glaube vorschreibt, dass Erde, Feuer, Wasser und Luft rein gehalten werden müssen, wurden die Verstorbenen früher auf den zwei Türmen niedergelegt. Für uns klingt es grausam, dass die Geier schon auf den Türmen auf die Toten warteten und nur noch die Knochen übrig ließen. Diese wurden in einer Vertiefung der Turmplattform gesammelt. Seit Ende 1960 werden die Türme nicht mehr benützt. Unterhalb der Hügel befinden sich Gebäude, in dem die Trauerfeiern und Waschungen der Toten stattfanden.
3. Stopp der Dowlatabad-Garten, ehemaliges Amtsgebäude des Gouverneurs von Yazd. Das „Sommerbüro“ hat einen 33 m hohen Windturm und steht man unter ihm, ist die Kühlung gut auszumachen. Es gab Ställe für Pferde und Kamele, Räume für die Bewacher und Personen, die beim Gouverneur eine Audienz erhalten wollten.
4. Stopp die Jame-Moschee, eine der schönsten Moscheen in Yazd. Amir erklärt uns die Unterschiede der Glaubensrichtungen von Schiiten und Sunniten. Findet man am Eingang kleine Gebetssteine, so handelt es sich um eine Moschee für Schiiten, 89 % der Iraner sind gläubige Schiiten. Die Informationen über den islamischen Glauben fand ich sehr interessant.
In der Nähe liegt das Silk-Road-Hotel. Zum ersten Mal genießen wir die Auswahl eines „Tourist-Büffets“ – leckere Speisen mit Beilagen und Softgetränk für einen „Spottpreis“ und super gut!!!
4. Stopp das Alexander-Gefängnis, hierbei handelt es sich um eine alte islamische Schule mit Moschee und einem tiefer gelegenen Raum mit Springbrunnen. Und nicht wie irrtümlich angekommen, dass Alexander der Große hier Personen des Adels gefangen hielt – so unser Reiseleiter.
Danach bringt uns Amir zu den Mobilen zurück. Wir danken ihm für diesen informativen Ausflug.
Der Basar ist leider am Freitag, da Feiertag, geschlossen.
Abends lärmt es gewaltig auf unserem Parkplatz. Eine Hochzeitsfeier in dem Hotel, Männer und Frauen feiern in getrennten Räumen. Während die männlichen Hochzeitsgäste um die Mobile streifen und unsere Männer in ein Gespräch verwickeln, vergnügen sich die vielen Kinder auf dem nahen Spielplatz. Redine und ich rätseln: sollen wir zu den Frauen gehen???
Seltene Begegnungen: Heute im Silk-Road-Hotel läuft mir Meike, eine Bekannte aus Hamburg-Bergedorf, über den Weg. Wir sind Beide so überrascht, dass in so einem großen Land wir uns ohne Absprache treffen.
Anmerkung: Die Probleme von Jann-Habbo mit seiner Lichtmaschine sind behoben.


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Samstag, 11.10. Yazd - Pasargade

Morgens, wir bunkern gerade Fischwasser, bittet uns ein Angestellter ins Büro zu kommen. Das was man von uns verlangt, verschlägt uns fast die Sprache: 800.000 Rial (20 €) für die 2. Nacht. Dabei hatten wir vorgestern bei der Anmeldung bereits die gleiche Summe gezahlt und gesagt, dass wir 2 Tage übernachten wollen. Nun beginnt eine hitzige Debatte, denn so viel wollen wir auf keinen Fall bezahlen! Ein einfaches Hotelzimmer kostet 40 € die Nacht, und wir sollen für den Parkplatz 20 € entrichten. Der Hotelmanager wird geholt, und auch er bleibt bei der Forderung. Peter holt aus dem Mobil unsere Info von anderen Iranreisenden die hier übernachtet haben. Vor 3 Jahren haben sie 255.000 Rial die Nacht bezahlt, wir haben eine Steigerung um 200%. Ob die Gehälter auch so erhöht wurden in dem Zeitraum? Erst als Peter mit der Polizei droht kommt man uns preislich entgegen - 200.000 Rial pro Mobil werden fällig. Unser Tipp: Dieses Hotel meiden, oder vorher alles schriftlich klären.
Schon bald nach der Stadt geht es ständig bergan, von 1.400 auf 2.640 m – ohne dass wir es richtig mitbekommen. Dann wieder hinab durch eine Steinwüste bis nach Abarkuh. Wir finden sofort am Ortseingang auf einer Anhöhe den Turm eines alten Mihrab von 1057. Hier sollte wohl einmal ein kleiner Erholungspark entstehen – doch alles wirkt ein wenig heruntergekommen.
Leider ist in unserem Reiseführer die Beschreibung zu den anderen Sehenswürdigkeiten sehr dürftig. Die über 2.500 Jahre alte Zeder ist im Ortszentrum ausgeschildert. Zu dem Aqazadeh-Haus führt uns dann ein Einheimischer, der den Museumswärter per Handy informiert. Nach dem obligatorischen Eintritt werden wir durch das renovierte Haus geführt. Zurück auf dem Parkplatz beschließen wir eine Mittagsrast. Während Peter und ich uns stärken, klopft Redine an unsere Tür und berichtet: Eine Iranische Familie hat uns alle zum Tee eingeladen und wir sollen schnell kommen.
Als wenig später Peter und ich den ummauerten Innenhof betreten, winkt man uns ins Wohnzimmer. Redine trägt ein Outfit der Gastgeberin und alle sitzen bereits auf dem Perserteppich. Der Hausherr serviert den Tee, der 8jährige Sohn hört interessiert zu, die Frau spricht ein paar „Brocken“ englisch und der Fernseher zeigt „leichtbekleidete“ Mädchen zu moderner Musik. Früchte werden aufgetragen und eine zweite Kanne Tee. Nach 45 Minuten werden wir unruhig, denn es ist bereits 15 Uhr und wir müssen noch 130 km bis zum heutigen Ziel fahren. Die Familie knipst einige Erinnerungsfotos und wir laden sie ein, unsere „Häuser“ zu besichtigen. Auch hier machen sie einige Fotos mit dem Handy. Nach der herzlichen Verabschiedung winken sie uns hinterher. Das war nach der unschönen Hotelgeschichte doch mal etwas Erfreuliches!
Wir müssen wieder über einen Pass mit 2.571 m. Danach beeilen wir uns das Ausgrabungsgelände von Pasargadae noch vor Dunkelheit zu erreichen. Der Parkplatz befindet sich auf dem Gelände und man darf dort nicht übernachten. Wir parken an einer staubigen Straßenecke, mal sehen was uns heute Nacht erwartet.
Lastwagen „fahren“ über unsere Bettdecken, nur Peter verschläft den Rummel.


   |   Tages KM: 325   |   GPS Nord: 30°11'31"   |   GPS Ost: 53°10'12"

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Sonntag, 12.10. Pasergade - Persepolis

An diesem Ort siegten 550 v. Chr. die Perser über die Meder und Kyrus der Große ließ daraufhin hier eine Residenzstadt errichten. Das Kyrus-Grab, Reste vom Residenzpalast und Adienzhalle gibt es hier zu besichtigen. Auch befanden sich hier die oft nachgeahmten Persischen Gärten in vierteiligem Grundriss, mit Wasserläufen und Pavillons. Von Mauern umgeben heißen diese im Persischen Paradaisos, die Griechen haben davon den Namen Paradies abgeleitet. Heute sind von den ehemaligen Gärten nur noch Wasserrinnen zu sehen.
Die Felsengräber von Naqshe-e-Rostam. Unweit von Persepolis befinden sich in einem Talkessel Felsengräber und einige gut erhaltene Felsenrelief. Das einzige, bisher eindeutig festgestellte Felsengrab ist das von König Darius I.
Nach einer Ruhepause im Schatten, fahren wir nach Persepolis.
König Darius I gründete um 518 v. Chr. die Repräsentationshauptstadt Parsa, um den zeremoniellen Festlichkeiten des achämenidischen Weltreichs, das von Ägypten bis zum heutigen Pakistan reichte, einen angemessenen Rahmen zu geben. Griechische Geschichtsschreiber nannten sie Persepolis, Stadt der Perser. Die gewaltige Anlage mit seinen Palastbauten erstreckt sich über eine Fläche von 455x300m. Für die Besichtigung von den vielen Reliefs, Überresten von Palastbauten, Freitreppen, Felsengräbern und vielem mehr sollte man sich Zeit nehmen. Bis zur Plünderung durch Alexander und seine Truppen (330 v.Chr.) wurden im Schatzhaus Tribute, Kriegsbeute und Steuereinnahmen aufbewahrt. Eine Aufzeichnung besagt, dass Alexander 3000 Kamele und Maultiere benötigte um die Schätze fortzuschaffen. Die gesamte Anlage ist sehr sehenswert.
Wir übernachten auf dem Parkplatz (5€) vor dem Gelände.
Begegnung - eine Beerdigung. Als wir gegen 10 Uhr das Gelände von Pasargadae verlassen wollen, sehen wir auf unserem gestrigen Übernachtungsplatz eine große Menschenmenge im Halbkreis um einen leeren Sarg stehen, Männer und Frauen getrennt. Wir können die Ausgrabungsstätte nicht verlassen, weil heranbrausende PKW und Mofas die ganze Straßenbreite für sich beanspruchen. Ein mit Blumen und dem Bild des Verstorbenen geschmückter Ambulanzwagen fährt mittendrin. Auf den Ladeflächen von Kleinlastern hocken Frauen im Schador und wehklagen lautstark. Wo die unzähligen Fahrzeuge am nahen Friedhof parken wollen ist uns ein Rätsel.


   |   Tages KM: 90   |   GPS Nord: 29°56'09   |   GPS Ost: 52°53'00

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Montag, 13.10. Persepolis - Shiraz

In einer knappen Stunde haben wir das Koran-Tor am Ortseingang erreicht. Es enthält in seinem mittleren Bogen einen Koran, der die Reisenden segnen soll. Unser Parkplatz für die Stadtbesichtigung und Übernachtung liegt zentrumsnah. Die Besichtigung der Festung von Karim Khan nehmen wir uns für den Nachmittag vor. Da heute ein religiöser Feiertag ist und der Basar bereits um 14 Uhr schließt, wollen wir uns am Vormittag den Basar und einige andere Sehenswürdigkeiten ansehen. Unser Weg führt in die Vakil Moschee. Sie wurde von Karim Khan in Auftrag gegeben und 1773 vollendet. Schon am Portal fallen uns die realistisch abgebildeten farbigen Pflanzen auf. In der südlichen Gebetshalle stehen 48 Marmorsäulen und auch die 14-stufige Mimbar ist aus Marmor. Der Marmor soll mit Elefanten aus den Marmorbrüchen im Nordiran (nahe der armenischen Grenze) herangeschafft worden sein. Das Vakil-Badehaus liegt gleich nebenan und ist heute Museum. Auch der große Basar wurde zur gleichen Zeit von Karim Khan gebaut. Gewürze, Teppiche, Haushaltswaren, Bekleidung, Schmuck und Antiquitäten – es gibt viel anzuschauen. Mein Besichtigungswunsch: Das Hafi Mausoleum und ein schöner Garten. Mit dem Taxi erreichen wir das Gewünschte schnell. Der Dichter Hafi wird von den Einheimischen sehr verehrt. Als er 1389 starb, hat er ein universales Lebenswerk hinterlassen. Auf dem schön angelegten Gelände ertönen seine Gedichte musikalisch untermalt. Wir schlendern durch den nahen Naranjestan-Garten. Hier sollen nachts die Nachtigallen singen und im Frühling die vielen Orangenbäume blühen. Unser Stadtführer meint, dass der Frühling (März/April) die schönste Zeit für einen Shiraz-Besuch ist. Fuß müde wollen zu den Mobilen zurück und verabschieden uns von unserem Stadtführer.
Am Spätnachmittag besichtigen wir die Festung von Karim Khan. Die Anlage wurde 1766 errichtet. Im Innenhof befinden sich Grünanlagen, Wasserbecken und die damaligen Residenzgebäude. Ausgestattet mit Fliesenschmuck und Holzschiebefenstern mit bunten Gläsern. Ein kleiner Teil, auch das Hamam, kann besichtigt werden. In einem gesonderten Teil kann man Handwerkern bei ihrer Arbeit „auf die Finger“ schauen und die Gegenstände käuflich erwerben.
Wir schlendern noch ein wenig durch die Stadt. Gegen Abend öffnen die meisten Geschäfte und einheimische Familien beleben die Gassen. Dabei verblüfft mich es immer wieder, dass in typischen Damenoberbekleidungsgeschäften nur Männer bedienen.


   |   Tages KM: 57   |   GPS Nord: 29°37'03"   |   GPS Ost: 52°32'51"

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Dienstag, 14.10. Shiraz - Lost Paradies

Nach so viel Stadt steht uns der Sinn nach Natur – wir fahren in das 120 km entfernte „verlorene Paradies“. Wieder fahren wir in dem uns nun bekannten „Gewusel“ aus der Stadt heraus. Zwischen zwei Anhöhen liegen sehr fruchtbare Täler. Wir kaufen am Straßenrand die leckeren Shiraz-Trauben, ernten Tomaten bei den Pflückern direkt auf dem Feld und Peter betätigt sich als Fischer. Bei einer Forellenzuchtanlage dürfen wir die Forellen selbst mit dem Kescher fangen – drei gehen Peter ins Netz, unser Abendessen ist gesichert.
Das „verlorene Paradies“ befindet sich in einer Schlucht, durch diese fließt ein kleiner Fluss. Gute 1 ½ km sind es bis bergan zu einem großen Parkplatz. Danach muss man zu Fuß weiterlaufen. Ein gepflasterter Weg führt zu einem Wasserfall. Eine Brücke überquert das Wasser zu weiteren Picknickplätzen auf kleinen Terrassen, beschattet von Bäumen. Um die Baumwurzeln rauscht das Wasser in kleinen Kanälen – so lieben es die Iraner! Peter steigt weiter und kann kleine Almen oben am Hang entdecken.
Wir fahren zurück. Auf halber Strecke finden wir einen Übernachtungsplatz, braten die Forellen und verspeisen sie in dieser Bergeinsamkeit. Wie lange wird es noch das „Lost Paradise“ geben?


   |   Tages KM: 122   |   GPS Nord: 30°20'19"   |   GPS Ost: 52°09'47"

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Mittwoch, 15.10. Lost Paradies - Yasuj

Heute wollen wir zu den von hier nur 80 km entfernten Margan-Wasserfällen. Doch leider ist schon nach 40 km in einem kleinen Dorf die Fahrt beendet, denn hier hört urplötzlich die Teerstr. auf. Beginnt nun die Piste? Da niemand uns versteht und schon gar nicht unsere Frage: „Wo befindet sich der Margan Wasserfall?“ beantworten kann, wenden wir und fahren zur Teerstr. zurück. Diese folgend kommen wir an Reisfeldern vorbei, die Erntehelfer winken uns freundlich zu. Am Straßenrand, auf Hausdächern und in Hinterhöfen wird der Reis getrocknet. Einige Personen sind dabei ihn mit Harken und Schaufeln zu bearbeiten, andere laufen über den Reis – der noch nicht geschält ist. Wir fragen uns wieviel Reis ein Iraner täglich verzehrt – und wieviel in einem Jahr?
Nachdem in dieser schönen Landschaft auch unser zweiter Versuch auf einer Pistenstr. endet, und wir wieder ratlos herumstehen, folgen wir dem Rat eines Einheimischen mit PKW und drehen um. Für heute lassen wir den Wasserfall, Wasserfall sein! 100 km Irrweg sind genug! Wir müssen bis zur Hauptstr. zurück, wo der Weg nach Sepidan abzweigt.
Das Zagros-Gebirge will überwunden werden und wir kommen auf einige Pässe mit über 2.500 m. Die Berge leuchten in den unterschiedlichsten Farben, in fruchtbaren Tälern wird Obst angebaut – man ist bei der Apfelernte. Wir kommen gut voran. Hinter Yasuj biegen wir nach Süden ab. Wir suchen heute zeitig einen Übernachtungsplatz und parken unweit der Hauptstr. auf einem ummauerten Platz. Morgen wollen wir eine längere Strecke schaffen, denn für die verbleibenden 9 Tage im Iran müssen wir noch 2.100 km bis zur türkischen Grenze zurücklegen.
Abends kommt der Parkplatzwächter vorbei, er bewacht Bürogebäude. Um 20 Uhr sind wir seine einzigen Gäste.


   |   Tages KM: 320   |   GPS Nord: 30°32'24"   |   GPS Ost: 51°33'20"

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Donnerstag, 16.10. Yasuj - Haft Tepe

Auf dem Betriebshof einer Zementfabrik haben wir gut geschlafen, bis um 6.30 Uhr die ersten LKW anrollen. Schon bald fühlen wir uns „umstellt“ und wir parken um. Derweil muss Jann-Habbo Rede und Antwort stehen. Die LKW-Fahrer sind sehr interessiert und krabbeln sogar unter sein Mobil. Und wofür benötigt man bitte einen Staubsauger?
Wir haben in 2.200 m Höhe übernachtet und morgens hatten wir außen 8°C. Unsere Straße führt uns noch höher ins Zagros Gebirge. Dann geht es mit grandiosen Ausblicken und durch etliche Tunnel bergab. Wir treffen auf die 86 die nach Ahvaz führt. Im Tal wird Landwirtschaft betrieben und auf den abgeernteten Feldern weiden die Schaf- und Ziegenherden der Nomaden. Die Jungtiere und ihr „Hab und Gut“ haben sie auf Kleinlastern am Straßenrand abgestellt. Die Frauen tragen bunte Röcke und farbige Kopftücher.
Bei Gachsaran kommen wir auf 700 m und sehen die ersten Ölbohrtürme. Schon von weitem lodern die Gasflammen. Mit unserer Straße läuft parallel eine Pipeline – vom Persischen Golf zur Raffinerie in Gachsaran.
Hier in der Ebene haben wir draußen bei leichtem Wind um die 37°C. Es fühlt sich an wie unter einem heißen Föhn. Bei Ahvaz nimmt der Wind zu und treibt Sand vor sich her. Um der Hitze und dem Sandsturm zu entfliehen fahren wir weiter zu einem Ausgrabungsgelände in Haft Tape. Einige Regentropfen fallen auf unsere Windschutzscheibe. Noch 160 km bis zu unserem neuen Ziel. Heute sind wir mit Abstand die längste Strecke im Iran gefahren.
Abends kühlt es auf 27 °C ab, ob die Hunde nachts uns in Ruhe schlafen lassen?
Verkehrsunfälle: Obwohl die Iraner oft einen „eigenwilligen“ Fahrstil haben, sehen wir selten Verkehrsunfälle. Die Motorradfahrer und Mitfahrer tragen keinen Helm. Heute sind wir an einer auf dem Boden liegenden Frau vorbei gekommen, das Motorrad und etliche Pkw standen um sie herum. Oft sitzen ganze Familien (Vater, Kleinkind, Mutter mit Säugling) auf einem Motorrad. Nicht auszudenken, wenn so eine Familie stürzt.



   |   Tages KM: 510   |   GPS Nord: 32°04'51"   |   GPS Ost: 48°19'46"

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Freitag, 17.10. Haft Tepe - Nurabad

In Haft Tepe befand sich einst eine städtische elamische Siedlung, im 15. Jh. vor Chr. angelegt. Vor 50 Jahren ist man bei Straßenarbeiten auf zwei Grüfte mit gebrannten Ziegeln gestoßen. Es gibt noch ein ehemalige Grabkammer zu besichtigen. Doch nachts hat es stark geregnet und der weiche Lehmboden verhindert die Besichtigung. Im hiesigen Museum sind hauptsächlich Funde der Ausgrabungsstätte Chogha Zanbil ausgestellt.
Leider ist der Weg zu unserem nächsten Ziel Chogha Zanbil nicht ausgeschildert und wir müssen zweimal nachfragen. Der letztgefragte Einheimische führt uns mit seinem PKW direkt zur Tempelanlage – danke. Hier in der Gegend wird Zuckerrohr angebaut und wir kommen an einigen Fabriken vorbei, der Geruch ist unerträglich.
In Chogha Zanbil wurde 1250 v. Chr. eine gewaltige Tempelanlage aus Millionen gebrannten Ziegeln errichtet. Sie war von einer mehr als 4 km langen Mauer umgeben. Die Seiten des Tempels waren 105 m lang, und die Gesamthöhe betrug 52 m. Um 64 v. Chr. wurde die Tempelanlage von den Assyrern zerstört.
Die Sonne kommt raus und es ist fast Mittag, als wir die Hauptstr. erreichen und Richtung Khorramabad weiterfahren. Nach Andimeshk wechseln wir auf eine mautpflichtige Autobahn, sie ist auf unserer Landkarte noch nicht verzeichnet. Diese Strecke zu fahren ist wirklich lohnenswert. Wir sehen schroffe Felsen, tiefe Schluchten und kommen durch etliche Tunnel. Selbst auf 1760m ist der Boden noch sehr fruchtbar und es wird Ackerbau betrieben. Ab Khorramabad gibt es eine Querverbindung nach Kermanshan. Das Wetter ändert sich schlagartig, starker Gewitterregen und die Straße ist kaum noch wahrzunehmen. Die Seitenstreifen sind nicht mehr befahrbar. Wir suchen seit 17 Uhr krampfhaft nach einem Stellplatz für die Nacht – doch es findet sich keiner. In höheren Lagen befinden sich Schneereste am Hang, es ist empfindlich kühl geworden. Bei Nurabad entdeckt Peter auf der anderen Straßenseite ein kleines Betriebsgelände mit einem Schotterparkplatz davor. Ein PKW parkt vor dem Gebäude und der Besitzer schaut vom Balkon herunter. Peter steigt aus und fragt nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Der Besitzer heißt uns willkommen und bittet uns noch näher am Gebäude zu parken. Dann lädt er uns zu sich nach Hause zum Kebab Essen ein. Rasch packen wir ein paar Geschenke ein und schon brausen wir mit seinem Geländewagen los. Unterwegs ruft ihn seine Frau an und wir müssen noch einige Einkäufe tätigen. Redine und ich fragen uns, wie wir reagieren würden, wenn unsere Männer urplötzlich 4 Gäste zum Abendessen heranschleppen.
Die Gastfamilie wohnt in einem komfortablen Einfamilienhaus. Im Erdgeschoss befinden sich 2 Garagenplätze. Auf der Treppe empfängt uns seine 8 jährige Tochter Yasmin und öffnet uns die Wohnungstür. Seine Frau kocht Tee und schon bald sitzen wir im Wohnzimmer in geselliger Runde- Frauen und Männer zusammen. Wir knabbern zum Tee Granatapfelkerne, Walnüsse und Datteln. Der Hausherr Habib betreibt eine kleine Spedition und seine Ehefrau Fatemeh arbeitet 4 Tage die Woche als Computerlehrerin an der Uni.
Es klingt an der Haustür, der ältere Bruder mit Ehefrau und Tochter kommen zu Besuch. Die Frauen beginnen in der modernen Einbauküche mit den Vorbereitungen der Grillspieße (Hackfleisch und Hähnchen). Dabei sitzen sie auf einem Teppich über den eine Plastikdecke ausgebreitet ist. Auf dem Herd köchelt bereits ein großer Topf Reis. Die Spieße werden auf dem Balkon von den Männern gerillt. Bald ist das Essen fertig und wir nehmen alle am 10 Personentisch Platz. Zu den Grillspießen gibt es außer Reis noch Salat und gegrillte Tomaten, dazu trinken wir alkoholfreies Bier und Ayran.
Dann klingelt es wieder an der Haustür. Zwei junge Männer (einer ist der Sohn des älteren Bruders) und zwei junge Frauen (Schwägerinnen) mit ihren Kindern treten ein. Uns fällt auf, dass die Männer nur die Männer mit Handschlag und die Frauen nur die Frauen mit 3 Küsschen begrüßen. Es bilden sich zwei Tischrunden, Frauen und Männer getrennt – daher die zwei Sitzgruppen im Wohnzimmer. Die Gespräche verlaufen in englischer Sprache, oder mit Händen und Füßen. Während die Männer schon bald ins politische wechseln, sprechen die Frauen über Familie, Beruf und Kinder. Die Frauen bedauern es, dass sie so wenige Möglichkeiten haben ihre Hochschul-Englischkenntnisse anzuwenden. Yasmin lernt bereits seit der 3. Klasse englisch und zeigt mir stolz ihr Schulbuch. Sie ist ganz aufgeregt als wir einige Lektionen lesen, doch es macht ihr sichtlich Spaß. Zwischendurch spielen wir die üblichen Kinderspiele, wie Stein, Papier, Schere – die auch ohne Sprachkenntnisse funktionieren.
Alle fotografieren wir uns gegenseitig und tauschen unsere E-Mail Adressen aus.
Gegen 24 Uhr verabschieden wir uns von der Großfamilie, denn sie sollen noch unsere Mobile besichtigen. In unseren Mobilen herrscht großer Besucheransturm. Die Frauen begeistert vor allem das Bad und reichlich Handy-Fotos für die lieben Nachbarn werden „geschossen“.
Wir sind eigentlich von den Anstrengungen des Tages todmüde, doch viel zu aufgekratzt von den tollen Erlebnissen mit der Familie um gleich schlafen zu gehen. Das war Gastfreundschaft pur!!!


   |   Tages KM: 371   |   GPS Nord: 34°01'14   |   GPS Ost: 48°00'58

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Samstag, 18.10. Nurabad - Sanandaj

Während Peter noch schnell zwei Erinnerungsfotos druckt, schreibe ich ein paar Zeilen dazu. Das alles geben wir einem Angestellten unseres Gastgebers, mit den besten Grüßen, in die Hand. Dann brausen wir unserem nächsten Ziel entgegen. Das Wetter hat sich etwas beruhigt und in Bisotum scheint bereits die Sonne. Trotzdem tragen wir wärmende Jacken und steigen zum Ort der Götter empor. Über den Felsbildern und Inschriften ragen die schroffen Felsen steil bis zu 2600m hinauf. Das bedeutendste Relief ist das von König Darius I, und ist um 520 v. Chr. hier in 75 m Höhe in den Fels gemeißelt worden. Leider ist das Relief eingerüstet und nur aus der Ferne zu betrachten. Die eingemeißelten Texte wurden erst 1839 von einem Engländer entziffert. Anzuschauen gibt es noch eine vor kurzem renovierte Karawanserei aus dem 17. Jh. Hier entlang verlief die damalige Karawanenroute.
Unser Weg führt weiter nach Norden. Wir kommen in eine Gebirgslandschaft in der hauptsächlich Landwirtschaft betrieben wird. Die Ackerflächen reichen bis weit an die Gebirgshänge. Die Straße ist zweispurig und gut zu befahren. Am Spätnachmittag ist Sanandaj erreicht und wieder halten wir alle nach einem geeigneten Übernachtungsplatz Ausschau. In der Stadt folgen wir dem Hinweis zu einem Park. Es ist ein Vergnügungspark und liegt oberhalb der Stadt. In der Dunkelheit liegt uns das funkelnde Sanandaj zu Füßen.


   |   Tages KM: 275   |   GPS Nord: 35°17'56   |   GPS Ost: 46°58'48

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Sonntag, 19.10. Sanandaj - Takht-e Soleyman

Wieder einmal war der Stellplatz durch die nahe Straße bis weit nach Mitternacht sehr laut. Schon bald nach Sanandaj hätte sich, mit Sicht auf einen Stausee, eine bessere Übernachtungsmöglichkeit ergeben. Das Wetter ist bedeckt und kühl. Wir fahren Richtung Norden und legen in Divanderreh einen Stopp ein. Die ganze Stadt ist ein Markt – überall am Straßenrand befinden sich mobile Verkaufsstände – doch leider keine Parkmöglichkeit für uns. Man parkt hier ohnehin schon in zweiter Reihe. Als wir vor einem Militärgebäude einparken wollen gibt man uns zu verstehen: Hier nicht! Ein junger Mann ist sehr hilfsbereit und hilft uns einen geeigneten Platz in einer Nebenstraße zu finden. Er begleitet uns in die Stadt und will uns bei allem behilflich sein – auch sollen wir bei ihm zu Hause Tee trinken. Doch wir haben nur einen kurzen Zwischenstopp eingeplant – denn wir wollen heute noch nach Takht-e-Soleymann – einer Ausgrabungsstätte hinter Takab. Würden wir die Einladung annehmen, so wären wir frühestens in 2 ½ Stunden wieder on tour.
Wir erreichen Takab und „wuseln“ uns durch die Stadt. Kurz vor unserem Ziel ist ein Campingplatz erwähnt, den wir auch finden. Fast ein wenig missmutig lassen uns die Bewacher auf den Campingplatz fahren. Als Peter in Erfahrung bringt, dass man umgerechnet 6,50€ pro Mobil (ohne Frischwasserversorgung und Sanitäreinrichtung) für die Übernachtung haben möchte, fahren wir kurzerhand fort. Nur 5 Km weiter stehen wir gratis auf dem Parkplatz unterhalb vom Ausgrabungsgelände - und ein Wasseranschluss ist direkt neben dem Toilettenhaus.
Kurden: Sind sehr stolz auf ihre Herkunft und wollen mit den „Arabern“ nichts zu tun haben. Die Provinz Kordestan liegt nördlich von Kermanshah und grenzt im Westen an den Irak. Hier leben 1,5 Mio. der 4.5 Mio. Kurden im Iran. Die Frauen tragen nicht den schwarzen Schador, sondern farbenfrohe Röcke und bunte Kopftücher, die Männer(auch die ganz jungen) tragen überwiegend schwarze Pluderhosen.


   |   Tages KM: 235   |   GPS Nord: 36°36'07   |   GPS Ost: 47°14'13°

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Montag, 20.10. Takht-e Soleyman - Bonab

Unser Stellplatz liegt auf 2200m Höhe und erstmals lief gestern Abend die Heizung. Der heutige Wetterbericht für diese Region : 90% Regen. Der Wunsch nach einer Wagenwäsche von Jann-Habbo muss leider vertagt werden. Peter und ich steigen gleich nach dem Frühstück auf einen Hügel. Von hier hat man den besten Überblick über die Anlage, die wir im Anschluss besichtigen wollen. Die 300x380m große Anlage liegt auf einem Kalksinterplateau. In der Mitte befindet sich ein warmer Quell See von 80 m Durchmesser und 60 m Tiefe. Mitte des 5. Jh. n. Chr. entstand diese Feuertempelanlage und wurde ständig weiter ausgebaut. Trotz heftigem Regen sehen wir uns die Reste dieser Anlage an und bestaunen die Ausmaße. Man ist dabei die Anlage zu restaurieren. Am Südtor werden die zarathustrischen 7 Glaubensgrundlagen symbolisiert: Gott Ahura Mazda, gute Gedanken, wahre Worte, gute Taten, Demut, Frömmigkeit und Unsterblichkeit.
Auf der Weiterfahrt ist der Regen unser ständiger Begleiter. Wir nehmen eine Querverbindung nach Miyandoab und müssen einen Pass und einige Anhöhen überqueren. Nebel kommt auf und die Temperatur sinkt auf 1°C. Weiter unten im Tal ist unsere Straße stellenweise überflutet – der Boden kann den vielen Regen nicht aufnehmen. Braune Bäche fließen mal links, mal rechts der Straße. Unser heutiges Ziel sind die Grabtürme von Maragheh - von Bonab sind es noch 17 km. So groß, 150.000 Einwohner, hatten wir uns Maragheh nicht vorgestellt. Wo sollen wir parken und dann noch die Türme finden? Unser kleiner Stadtplan im Reiseführer hat nicht alle Straßen verzeichnet. Mit viel Glück finden wir den Turm Gonbad e Ghafariyeh. Er wurde 1328 fertig gestellt in ihm befindet sich das Grab eines Mameluken Emirs. Prächtig sind der blau glasierte Sternenschmuck und eine Stalaktitennische. Wir beschließen die anderen Türme nicht zu suchen und fahren nach Bonab zurück. Dieser Ort ist bekannt für seine guten Kebab. Da sich ein Imbiss Lokal an das andere reiht, fällt die Auswahl schwer. Nachdem für 2 Mobile ein Parkplatz gefunden ist, bestellen wir die Spezialität der Stadt. Diese wird im Fladenbrot mit Grilltomate und Zwiebeln serviert. Man bietet uns nach dem Essen an, auf dem Parkplatz hinter dem Lokal zu übernachten. Nicht schön, aber einigermaßen trocken und ruhig. Wenig später klopft die Polizei und möchte unsere Pässe sehen. Falls wir Probleme haben, sollen wir uns bei ihnen melden. Das ist aber nett von ihnen, doch bislang hatten wir im Iran nie Probleme!
Brotbeschaffung: Brot heißt im Iran Nun. Dieses gibt es meistens nur als sehr dünnes Fladenbrot – dann heißt es Lavasch. Fingerdickes Fladenbrot heißt Barbari. Wir mögen das Baguette aus den „Fast Food“ Läden, dass es nur sehr selten im Lebensmittelladen zu kaufen gibt. Einmal haben wir den gesamten Bestand, 15 Brote als Vorrat gekauft.


   |   Tages KM: 258   |   GPS Nord: 37°21'25   |   GPS Ost: 46°03'27

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Dienstag, 21.10. Bonab - Khoy

Alle haben recht gut geschlafen auf diesem Hinterhof, aber das Beste warl die Internetbenutzung vom Büro Reza im Reisemobil. Nun ist unser Reisebericht wieder aktuell.
Heute ist unser letzter Reisetag im Iran, morgen soll es über die Grenze in die Türkei gehen. Peter wünscht sich einen letzten Basarbummel im Iran, in Orumiyeh. Der Regen hat in der Nacht aufgehört, der Himmel zeigt sich bedeckt. Wir kommen durch eine sehr fruchtbare Landschaft. Leider sind viele Felder durch die letzten starken Regenfälle überflutet. Die Stadt Orumiyeh liegt unweit vom großen Orumiyeh-See. Er ist das größte Binnengewässer des Irans und hat einen Salzgehalt von 38%. Durch die steigende Wasserentnahme aus den Zuflüssen, sank der Wasserspiegel in den letzten Jahren um 4 m. Der See, der fast sechsmal so groß wie der Bodensee ist, kann über einen 15 km langen Damm überquert werden. Eine 1,3 km lange Brücke am östlichen Ende ermöglicht, das sich die Wassermassen nördlich und südlich austauschen können.
Unser Navi führt uns punktgenau zum Basar. Doch leider, wie so oft in den Innenstädten, herrscht Parkplatzmangel. Etwas abseits ignorieren wir ein Parkverbot und parken am Seitenstreifen. „Was soll uns schon als Ausländer in 2 Stunden passieren?“, denken wir und stiefeln wir los. Der Basar liegt fuß nah und ist einer der größten überdeckten Basare des Irans aus dem 17. Jh. Wir sehen keine ausländischen Touristen, hier kaufen die Einheimischen ein. Er ist getrennt nach Bereichen wie: Herren- und Damenbekleidung, Stoffe, Haushaltswaren, Schuhe, Gewürze und Schmuck. Auch gibt es frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Wir erledigen noch einige Einkäufe und fahren dann Richtung Türkei, Grenzübergang Razi.
Links und rechts leuchten in der Ferne die schneebedeckten Berge. Als wir auf 1800 m kommen, liegt auch hier Schnee. Den ganzen Tag steigt die Außentemperatur nicht höher als 7°C. Wir freuen uns, dass wir schon gestern die Nebenstrecke nach Miyandoab gefahren sind. Bei 0°C um die Mittagszeit auf 2200 m Höhe mit Regen, hat es dort gestern sicherlich am Abend geschneit. Ob auch Nebenstrecken im Iran schnell vom Schnee befreit werden? Und wie sieht es mit dem Reifenprofil bei den einheimischen Fahrzeugen aus?
Wir erreichen Khoy und tanken wir noch einmal voll, 70 Liter für 10 €. Das wird in der Türkei beim Tanken ein „böses“ Erwachen für uns geben! Unterwegs entdecken wir ein kleines Toilettenhaus mit Parkplatz – hier bleiben wir über Nacht.
Dieseltanken: Bis auf zwei vergebliche Versuche ohne Tankkarte Diesel zu erhalten, hat es an den anderen Tankstellen immer geklappt. Entweder hat der Tankwart seine Karte benutzt, oder von Hand auf 5000 Rial umgestellt. Das sind 12,5 Cent pro Liter. Selbst im näheren Grenzbereich Irak oder Türkei (eventueller Kraftstoffschmuggel) hatten wir keine Probleme.
Märtyrer: Im Irak-Irankrieg (1980-1988) sind viele Männer für ihr Vaterland gestorben. Sie gelten hier im Iran als Märtyrer. In jeder Stadt und größerem Ort sind in der Straßenmitte oder am Straßenrand ihre Gesichter abgebildet – einige sehen sehr jung aus.


   |   Tages KM: 333   |   GPS Nord: 38°29'58   |   GPS Ost: 44°51'59

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Mittwoch, 22.10. Khoy - Van See (Türkei)

Super Übernachtungsplatz – überpünktlich fahren wir zum Grenzübergang Razi, Iran/Türkei. Die anfangs gute Straße führt durch die Berge mit wenig Besiedelung. Wir sehen die Eisenbahnlinie Teheran-Istanbul mit ihren Tunneln und Brücken. Dann sind erste Straßenteile weggespült, seitlich gibt es eine Notfahrbahn. Doch es soll noch schlimmer kommen. Bei einer Brückenunterführung sind gut ¾ der Straßenbreite nicht zu sehen – Wasser steht in der Vertiefung auf etwa 20 Meter. Das soll unser Weg sein? Für die PKW-Fahrer hat man den Weg auf Fahrzeugbreite aufgeschüttet. Alle steigen wir aus und beratschlagen die Situation. Ich bin für: Gummistiefel an und durch das Wasser laufen um die Tiefe zu prüfen. Vorbeikommende PKW deuten uns per Handzeichen: durchfahren! „Augen zu und durch“, Peter fährt als erster. Dann ist es doch tiefer als gedacht und wir schieben eine riesige Bugwelle vor uns her. Jetzt bloß nicht anhalten…..Peter gibt Gas und wir erreichen die trockene Straße. Puh – das ging noch einmal gut! Jann-Habbo hat inzwischen seine Luftfederung hochgefahren und liegt somit hinten etwas höher. Doch auch bei ihm (Foto!) ist die Bugwelle beachtlich. Hoffentlich war das die einzige Furt die wir zu bewältigen haben! Ein Zurückfahren und den Grenzübertritt bei Dogubayazit zu nehmen, hätte mindestens 2 Tage Umweg bedeutet. Oder das Wasser aus der Vertiefung schöpfen, einen Tag mit anschließendem Muskelkater.
Vor der Grenze steht auf schmaler Straße mit Abbruchkante ein Minibus mit Plattfuß, vom Fahrer keine Spur. Wir quetschen mit an geklappten Seitenspiegeln vorbei. An der Grenze vor mannhohen Eisengittern und Toren, sehe ich nur Männer. Wo sind die Abfertigungsschalter? „Allah sei Dank“, der Zöllner spricht ein wenig englisch. Er erklärt uns: Für unseren Tankinhalt 70 Liter (Peter hat bei der Angabe etwas geschummelt) wird eine Dieselsteuer bei der Ausreise erhoben. Wir müssen für 50 Liter (20 Liter sind erlassen) umgerechnet 1,37 € pro Liter zahlen. Das schockt uns sehr, denn so hoch sind nicht einmal die Preise in Europa. Da hilft kein Jammern, für 50 Liter werden 70 Euro fällig. Als der Beamte fragt, ob auch der Tank von Jann-Habbo 70 Liter fasst, nicken wir sofort alle zustimmend.
Zuerst müssen wir bei der Wechselstube Geld tauschen und dann bei einer Bank Vorort 2.750 000 Rial einzahlen. Der Grenzbeamte hat uns einen jungen Mann als Hilfe mit auf den Weg gegeben. Wie hätten wir sonst auch den Einzahlbeleg in arabischen Ziffern ausfüllen sollen? So laufen wir zu mindestens 20 verschiedenen Stellen mit dem jungen Mann bis alle Formalitäten (auch das Carnet) erledigt sind und wir die Grenze endlich passieren können. Für seine Arbeit geben wir dem jungen Mann 5 € pro Mobil. Die Summe war wohl angemessen, denn er bedankt sich freundlich.
PS: Bei Jann-Habbo wären bei 180 l Tankmenge eine Dieselsteuer von über 200 E fällig geworden.
Auf der türkischen Grenze sind Peter und ich verhältnismäßig schnell fertig. Nur bei Jann-Habbo bemerkt man, dass bei der Einreise in die Türkei am 5.9. sein Mobil nicht in den Pass eingetragen, aber bei der Ausreise am 11.9. ausgetragen wurde. Welcher Trottel an der Grenze hat da gepennt??? Nach langem Hin und Her und dank Computer ist dann alles perfekt und wir können alle unsere Fahrt zum Van-See fortsetzten. Für die Grenzabfertigung haben wir insgesamt 2 ½ Stunden benötigt.
Redine singt: Oh wie wohl ist mir am Kopfe, mit am Kopfe - ohne Kopftuch …… und schüttelt sich die Haare. In der Türkei wollen wir Frauen eine Kopftuchverbrennung durchführen.
Gegen 15 Uhr erreichen wir den uns bekannten Stellplatz am Van-See. Doch leider hat der nette Besitzer von 2009 den Platz aufgegeben. Eine Zufahrt führt uns auf den verlassenen Platz. Uns reicht das für heute und wir beschließen hier zu übernachten.
Die Männer waschen mit dem sodahaltigen Wasser des Sees den letzten Schmutz Irans vom Mobil. Wir Frauen sind nicht untätig, denn innen sieht es auch nach Arbeit aus!


   |   Tages KM: 223   |   GPS Nord: 38°18'28   |   GPS Ost: 43°01'56

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Unsere Eindrücke vom Iran

Redine und Jann-Habbo: ein tolles Land, besonders die Gebirge in den unterschiedlichen Formen (bewachsen oder karg) und die Farben, die Freundlichkeit der Bevölkerung, Offenheit, Hilfsbereitschaft – ohne eine Gegenleistung zu erwarten, Isfahan ist die schönste Stadt, Besuch einer Moschee - die Gebetsräume der Frauen, bei alten Gebäuden die Fliesenvielfalt - bunte Ornamente, die Windtürme in Yazd
Weniger gut: die Grenzübergänge
Monika und Peter: die unglaubliche Freundlichkeit der Iraner/innen – überall hieß es: „welcome to Iran“, Herzlichkeit und Gastfreundschaft bei Besuchen, das hohe Bildungsniveau der jungen Frauen, Sittenwächter und Mullah hatte ich mir „schlimmer“ vorgestellt, die phantastische Landschaft, die schöne Stadt Isfahan, die Reliefs in Persepolis, in Yazd unser Reiseführer – der so viel von der Kultur und den Glauben der Zarathustrier zu berichten wusste – einfach stimmig
Weniger gut: das Tourist-Inn Hotel in Yazd – einfach nur Abzocke, Anreise in den Iran ist so weit – mehr als 8.000 km, in den Straßen so viele „Jumps“- in jeder Stadt und Ortschaft, oft nicht markiert.
Und wir Frauen: die Bekleidungsvorschriften!!!!

Straßenzustand: wir haben im ganzen Land gute bis sehr gute Straßen vorgefunden. Sehr oft 4spurig. Wo es noch nicht so ist, wird im ganzen Land daran gearbeitet.
Ein absoluter Horror sind die immer und überall anzutreffenden Jump’s. Oft sind sie sehr schlecht zu erkennen und die Inhalte der Schränke machen jedes Mal einen Salto.
Sprache: sehr viele junge Leute sprechen englisch, unser Eindruck das Bildungsniveau ist sehr hoch.
Menschen: die Freundlichkeit der Menschen im Iran ist umwerfend und mit keinem bisher von uns bereisten Land zu vergleichen.
Grenzen: wir sind über Armenien eingereist und es ging alles ganz entspannt und gesittet zu. Wir benötigten keinerlei Hilfe. Nach etwa 5 Stationen war alles erledigt, weder Versicherung noch Dieselkarte oder anderes wurde benötigt.
Ganz anders die Ausreise in die Türkei über Razi. Hier herrschte das reinste Chaos, ohne Hilfe ist es nicht zu schaffen - etwa 20 Stationen mussten bewältigt werden ehe wir den Iran verlassen konnten.
Geld: haben wir erst an der Grenze und dann in Wechselstuben getauscht. Den schlechtesten Kurs erhielten wir mit Hilfe der Tourist Info in Tabriz (Mauschelei)! Hilfreich sind auf jeden Fall die arabischen Zahlen zu erlernen (leicht).
Essen: meist haben wir gegrillte Kebabs (Hack, Hähnchen, Leber) im Schnellrestaurant verspeist. Das absolute Highlight war ein Selbstbedienungs Büffet in einem Restaurant in Yadz.
Diesel: es war bis auf 2 Ausnahmen (faule Tankwarte) kein Problem Diesel auch ohne Karte zu erhalten. Meistens wurde der Preis an der Zapfsäule auf den Touristenpreis verdoppelt. Das waren dann 12,5 Cent. Oder die Tankwarte haben den Preis gelassen aber das Doppelte kassiert. Auch bei der Wechselgeldrückgabe wurde sehr großzügig zu ihren Gunsten aufgerundet.
Eintrittspreise: zwischen2.50 bis 3,75€ bewegen sich die Eintrittspreise. Wir finden es aber nicht in Ordnung, dass Einheimische nur 50 Cent bezahlen. Die Differenz ist zu hoch!
Stellplätze: wir haben sehr oft frei gestanden. Hin und wieder bei einem Hotel (sehr gute bis sehr schlechte Erfahrungen).
Navigation: wir haben uns eine Karte für Georgien, Armenien und Iran bei Afrika-Expedition besorgt für unser Garmin-Gerät. Das hat zu 98% sehr gut funktioniert.
Landkarte: die Karte von Reise Know-How hat das Navi gut ergänzt.
Reiseführer: der Reiseführer von Trescher ist noch verbesserungsfähig und hat uns oft enttäuscht (Individualreisende ohne Gruppe).
Lebensmittel: waren für uns sehr günstig, allerdings war das Gemüse für unsere Verhältnisse oft 2. Wahl.
Rettungsdienste: an allen Landstraßen und Autobahnen sind im Abstand von 40 bis 50 km Rettungsstationen vom „Roten Halbmond“ vorhanden – Rufnummer 115
Internet: wir haben uns mit Hilfe der Tourist Info in Tabriz einen Internet-Stick besorgt – 30 Euro, hat aber so gut wie nie geklappt. So haben wir immer freie Wi-Fi Dienste in Anspruch genommen.
Telefonieren: für unser Handy haben wir eine Simkarte besorgt. Der Kauf war sehr kompliziert, aber das Telefonieren (auch nach Deutschland) hat gut damit geklappt, das Internet aber ebenso wenig wie am PC:
Kleidung: man sollte sich dem Land entsprechend kleiden. So gehört bei Frauen das Kopftuch absolut dazu -die Beine sollten ganz und die Ärmel zu 2/3 bedeckt sein. Bei Männern lange Hosen und kurze Ärmel. Wir hatten auf der ganzen Reise keine Probleme.
Polizei: war stets freundlich und um unsere Sicherheit bemüht. Niemals haben sie uns nachts gestört.


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