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Italien Kalabrien - Apulien - 2015

Einmal unten um den Stiefel

Donnerstag, 27. 8. - Sonntag 30.8. Glinde - Düsseldorf

Donnerstag, 27.8. bis Sonntag 30.8.
Mit einem Besuch der Caravan Messe in Düsseldorf beginnt in diesem Jahr unsere „Herbstreise“. Peter hat uns Karten für Fachbesucher am Freitag besorgt. Großer Vorteil: Die Stände sind nicht übermäßig „belagert“ und so können wir die von uns gewünschten Informationen zügig beschaffen. Außerdem wollen wir von früheren Reisen Bekannte treffen und uns austauschen. Am Samstag stöbern wir durch die Zubehörhalle und schauen wir uns zwei interessante Filmvorträge des Reiseabenteurers Konstantin Albert an. Eine seiner Aussagen bestärkt uns: „ Mobil packen und losfahren – alles andere findet sich unterwegs“.


   |   Tages KM: 415   |   GPS Nord: 51°16'15"   |   GPS Ost: 6°43'02"

Sonntag, 30.8. Düsseldorf – Freiburg

Wir fahren bis zu meiner Cousine nach Freiburg. Sommerliche 35°C geben einen kleinen Vorgeschmack auf Italien.


   |   Tages KM: 487

Montag, 31.8. Freiburg – Fontanellato/Italien

Verhältnismäßig spät machen wir uns auf die Weiterfahrt. Heute wollen wir durch die Schweiz bis Parma/Italien. Wir passieren Basel, Luzern, St. Gotthard Tunnel, Bellinzona, Como und erreichen am Spätnachmittag unseren Stellplatz Fontanellato in der Nähe von Parma. Gerne hätten wir unterwegs wegen der schönen Aussicht und den sommerlichen Temperaturen eine Pause am Vierwaldstätter See gemacht, doch leider waren keine Parkplätze in See nähe vorhanden.
Stellplatz Fontanellato - 10 € für 24 Stunden, Toiletten und V-E am Platz. Der Lärm der nahen Autobahn nervt - noch mehr die vielen Mückenschwärme aus dem Sumpfgebiet die es auf Peters Blut abgesehen haben.


   |   Tages KM: 531   |   GPS Nord: 44°52'40"   |   GPS Ost: 10°10'11"

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Dienstag, 1.9. Fontanellato - Bolsena

Schon morgens erschrecken uns ungewöhnlich laute Geräusche – Fluglärm? Des Rätsels Lösung ist ein Tunnel für Schnellzüge direkt neben dem Stellplatz.
Nach Bologna Richtung Firenze wird die Landschaft gebirgiger. Wir passieren etliche Tunnel und Brücken. Nach Firenze wollen wir die „Straße des Chianti“ fahren. Doch leider nehmen wir eine Ausfahrt zu früh und landen in einer Vorstadt von Florenz. Das Navi führt uns durch kleine Straßen bis zu einem Aussichtspunkt – einem großen Parkplatz. Dieser liegt auf einem Hügel. Von hier können wir über ganz Florenz blicken. Die Stadt liegt uns sprichwörtlich „zu Füßen“.
Die Schnellstr. nach Siena gibt nur selten einen Blick auf die schöne Landschaft der Toskana frei. Hohe Bäume am Straßenrand versperren die Aussicht. Auch die Parkplätze unmittelbar am Seitenstreifen laden nicht zum Verweilen ein. Da wir Siena bereits von vorherigen Besuchen kennen, umfahren wir die Stadt und nehmen die SS 2 Richtung Süden.
Nun entdecken wir die typischen Toskana Merkmale: Vereinzelte villenartige Häuser auf Bergkuppen, zu denen eine Zypressenallee führt, Sonnenblumen- und Getreidefelder (bereits abgeerntet) - vereinzelt Weinanbau. Kleine rustikale Ortschaften tauchen auf, die schmale Straße windet sich um Hügel. Viele braune Töne – die Farben „Siena und Umbra“ bestimmen das Bild, darüber blauer Himmel – Motive zum Malen.
Am Spätnachmittag erreichen wir unser Ziel, den Lago di Bolsena – einen ehemaligen Vulkankratersee. Unweit der keinen Stadt Bolsena befindet sich am See ein kleiner Womo Stellplatz. Der Besitzer erscheint abends und kassiert 15 € für die Übernachtung. Außer V+E gibt es warme Duschen und eine kleine Küche, morgens kommt ein Bäcker zum Platz. Die vielen Feigen-, Linden- und Olivenbäume spenden Schatten. Der See hat angenehme Temperaturen, der Strand grauen körnigen Sand.
Wir wollen einen weiteren Tag hier verbringen und uns morgen die Stadt bei Tag ansehen. Abends unternehmen wir einen kleinen Bummel in die Fuß nahe Altstadt für einen ersten Eindruck. In den kleinen Gassen haben Restaurants ihre Tische und Stühle an die Hauswände gerückt – so sehen die vorbeispazierenden Touristen die Köstlichkeiten auf den Tellern. Die Burg thront über der Altstadt und wird angestrahlt. Die meisten Geschäfte haben bereits geschlossen.
Nachts ist der Stellplatz verhältnismäßig ruhig. Nur in der Ferne „unterhalten“ sich einige Hunde kläffend – wie so oft in südlichen Ländern.


   |   Tages KM: 424   |   GPS Nord: 42°38'11   |   GPS Ost: 11°59'14

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Mittwoch, 2.9. Bolsena Ruhetag

Gegen 10 Uhr starten wir zur Stadtbesichtigung, denn ab Mittag ist Ruhepause für die Geschäfte und das Castell-Museum. Kopfsteinpflasterstufen führen hinauf zur Burg. Oben gibt es weiterhin eine schmucklose Kirche und enge Gassen die zu alten Wohnhäusern führen. Da die Häuser hier keine Gärten besitzen, haben die Bewohner Blumenkästen vor ihren Wohnungen aufgestellt und bunt bepflanzt. Viele Gassen enden als Sackgasse mit einer wunderschönen Aussicht.
Unten gönnen wir uns nach der Anstrengung einen Cappuccino – 1,10 € die Tasse, wir sind angenehm überrascht. Wir finden dank Auskunft in der Touristen-info auch einen Bücherladen zwecks Kauf eines Lexikons – das meine hab ich Daheim vergessen. Was nützen einem die langen „Packlisten“ für die Reise, wenn man nicht hineinschaut?
Zurück am Platz trudeln schon mittags die ersten Reisemobile ein. Zwei italienische Großfamilien schicken ihre Kinder auf den Spielplatz hinter unserem Mobil – ein größeres Kind übt sich in Trompete blasen. Aus ist es mit der Mittagsruhe!!! Ein beherzter ital. Nachbar macht dem musikalischen Knaben klar: nicht jetzt und nicht hier – aber die Kleinkinder auf dem Spielplatz haben weiterhin ihren Spaß. Am späten Nachmittag erscheint der Platzbesitzer um zu kassieren. Den Großfamilien ist wohl der Übernachtungspreis zu hoch – sie packen und fahren weg.
Das Wasser im See ist heute sehr bewegt und nur wenige Personen baden.
Das Internet will am Abend nicht funktionieren, hat der Betreiber es nach 20 Uhr ausgeschaltet?


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Donnerstag, 3.9. Bolsena - Vesuv

Bevor wir den Stellplatz verlassen, kaufen wir noch beim „Wanderbäcker“ frisches Brot. Unser erster Stopp gilt der alten Stadt Vitorchiano. Direkt vor dem Stadttor gibt es einen größeren Parkplatz. Fast alle älteren Gebäude in dieser Stadt stammen aus dem 13. Jh. Die Häuser stehen Wand an Wand, es gibt kaum Lücken. Wir fühlen uns um 100 Jahre zurückversetzt. Wie in dieser Stadt die Besitzer für ihre Autos einen geeigneten Parkplatz finden ist uns ein Rätsel.
Zügig geht es über die Autobahn Richtung Rom, dann weitläufig dran vorbei nach Neapel. Unser Ziel ist der Vesuv. Dieser Vulkan kann bis zu seinem Kraterrand in 1.281 m Höhe bestiegen werden. Fahrzeuge müssen unterhalb auf ausgewiesenen Parkflächen parken – den Rest muss man zu Fuß bewältigen. Wir fahren mit unserem Mobil kurvenreich bis zum letzten Parkbereich (6€) für Busse auf dem wir wenden dürfen. Nun noch am Seitensteifen parken, in die Wanderschuhe und los. Beim Eingang zum Krateraufstieg verlangt man eine Eintrittskarte. Diese hätten wir beim Anfang der Parkstreifen kaufen müssen. Doch das abseits gelegene Haus mit dem Ticket Verkauf haben wir nicht bemerkt und müssen noch einmal zurück. 10 € pro Person werden fällig. Für den Aufstieg zum Kraterrand, dem Rundweg und seiner Endstation benötigen wir knappe 30 Min. Mit uns auf dem staubigen, körnigen Lavageröll steigen viele Touristen hinauf und hinab. Der Blick in den Krater enttäuscht. Keine Feuerzungen, brodelnde Lava oder Rauchwölkchen erwarten uns, nicht einmal Schwefelgeruch liegt in der Luft. Das hatten wir von unserem letzten Besuch vor 35 Jahren anders in Erinnerung. Von oben kann man bis nach Pompeji blicken. Diese Stadt wurde bei einem Vulkanausbruch 79 n Chr. von dem Ascheregen verschüttet und konserviert. Die Ausgrabungen und Funde sind sagenhaft.
Zwecks Übernachtung fahren wir zu dem Panorama-Parkplatz. Von hier führte vor vielen Jahren eine Seilbahn auf den Vesuv. Sie wurde aus Altersgründen stillgelegt. Ein Neubau wurde von Umweltschützern bis heute verhindert – so erzählt uns die Kioskbetreiberin, eine Tochter des letzten Seilbahnwärters auf dem Panorama-Parkplatz.


   |   Tages KM: 356   |   GPS Nord: 40°49'06   |   GPS Ost: 14°24'50

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Freitag, 4.9. Vesuv - Foce del Sole

Hinab fahren wir schon in aller Herrgottsfrühe – bevor die ersten Touristenbusse sich nach oben bewegen. Wir entdecken eine breitere und weniger kurvenreiche Durchfahrt hinab und schon bald befinden wir uns auf der Autobahn in den Süden.
Nach Salerno nehmen wir die zweite Ausfahrt Richtung Pontecagnano und haben nach Einkäufen in einem kleinen Supermarkt bald den Strand erreicht. Auf dem Sosta Camper Foce del Sele stehen wir mit Meeresblick und genießen das sonnige Wetter und die erstklassigen Badetemperaturen (um die 27 °C). Am Spätnachmittag warnt ein Gast vor einem heranziehenden Gewitter und seinen Folgen – die ersten Blitze sind bereits zu sehen. Die Wellen sollen dann, so sagt er: „ meterhoch über das steinbefestigte Ufer schlagen“. Alle die dort stehen ignorieren die Warnung. Wir fahren die Markise rein und stellen die Stühle in die Garage. Um 5.30 Uhr in der Früh erleuchten die Blitze alles taghell und Regen setzt ein. Fenster schließen, Tisch forträumen, Teppich einrollen und - noch einmal umdrehen.


   |   Tages KM: 356   |   GPS Nord: 40°28'52   |   GPS Ost: 14°56'35

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Samstag, 5.9. Foce del Sole Ruhetag

Nochmals am Morgen kleines Gewitter. Um 10 Uhr holen wir den Roller raus. Wir wollen auf Büffeljagd, vielmehr Büffel fotografieren und den leckeren Büffel-Mozzarella kaufen. Den kaufen wir in Martinella in einer kleinen Fabrik. Weiter geht es nach Cerelli. Die hügelige Landschaft ist sehr fruchtbar. Es gedeihen Gemüse, Salat, Wein und auch Kiwi. Manchmal fehlt die Ausschilderung und wir „verfranzen“ uns. Müssen nochmals genau nachlesen – Brille auf, Brille ab. Cerro Cupo, Alta Villa, eine schmale Straße mit Ampelregelung führt uns in die Stadt. Oh, oh, die tiefen Balkone, da sind schone viele „hängen“ geblieben. Wir sehen uns die kleinen Gassen an und nehmen dann auf der Piazza vor einem Café Platz. Hier sitzt auch die Bevölkerung – sehen und gesehen werden.
Am Vormittag ist das Wetter bedeckt, dann nach Sonnenschein. Kommt die Sonne raus, dann strahlt der Asphalt viel Wärme ab – der Helm ist bei der Hitze hinderlich. Straßenschäden, unsere Rücken leiden. Bedauerlich: Auf unserer ganzen Tour haben wir nicht einen Büffel zu Gesicht bekommen.
Um 14 Uhr sind wir am Platz zurück – auf unserer Terrasse ist es voll geworden. Das Meer ist sehr bewegt und spritzt über die Uferbefestigung. Die ersten Reisemobile fahren von der Kante fort – so stehen mit uns in der 2. Reihe die Mobile dicht an dicht. Wir rücken mit den Österreichern zusammen und tauschen uns über Reisen aus. Die Gischt spritzt bis zu unseren Tischen.
Und Morgen - schaut alles anders aus!


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Sonntag, 6.9. Foce del Sole - Praia a Mare

Das Meer ist ruhiger. Wir verlassen den Platz und spülen noch vorher das Meersalz vom Mobil. Bald schwenken wir zum Parken auf das Ausgrabungsgelände von Paestum. Oh Schreck. Peter stellt fest, dass der Reifen hinten rechts innen Luft verloren hat – der Morgen fängt ja gut an!!!
Doch zuerst wollen wir die Ausgrabungen und das Museum besichtigen. Jetzt um 9 Uhr sind noch nicht so viele Touristen da. Erfreulich, am Sonntag ist für alle der Eintritt frei. Zuerst schauen wir uns im Museum die Wandbilder von Gräbern und Grabbeigaben an. Alles ist sehr gut erhalten, weil die unter Erdhügeln versteckten Gräber erst wesentlich später entdeckt wurden. Sehr anschaulich zeigt ein Film wie man in der Zeit um Chr. gemalt hat. Die Farbmischungen bestanden damals überwiegend aus weiß, schwarz, rotbraun und gelb – nur wenig blau und grün. Figuren und Einzelheiten sind sehr detailgetreu dargestellt.
„Paestum wurde um 600 v. Chr. von den Griechen als Poseidonia gegründet. Die antike Stadt ist von einer mächtigen, 4,8 km langen Stadtmauer mit vier Toren und vielen Türmen umgeben, drei gut erhaltene Tempel symbolisieren Reichtum und Macht der Stadt. Die Römer nannten die Stadt später Paestum. Kriegerische Sarazenen verwüsteten die Stadt. Später wurden etliche Säulen zum Bau von Kirchen und Kathedralen weggeschafft. Ein Sumpfwald überwucherte die Trümmer, die man erst im 18. Jh. durch den Bau einer Str. wieder entdeckte.“
Am Sonntag eine geöffnete Reifenwerkstatt zu finden erscheint uns wie ein Lottogewinn. Doch wir haben Glück. In 20 Minuten ist der Reifen repariert, eine Schraube war die Ursache.
Wir haben heute beschossen den Weg nach Süden auf der Küstenstr. fortzusetzen – wegen der schönen Aussicht auf das blaue Meer und die grüne Landschaft. Das klappt auch bis nach den Ausgrabungen bei Velia. Und weil Pisciotta auf einem Schild nach links ausgeschildert ist, fahren wir auch brav diesem nach. Kurvig geht es auf engen Straßen ins Gebirge, das Auge kann weit blicken. Nach dem Gebirgsstädtchen Ascea-Velia fahren wir in Serpentinen abwärts bis wir zu dem Hinweis gelangen: in 1.200 m Straße gesperrt. Das kann doch nicht wahr sein? Wie soll es nun weitergehen? Zu eng zum Wenden, also weiter. Auf dem weiteren Straßenverlauf können wir schon die Wegsperrung anhand von Straßenschildern erkennen. Endlich, vor einer Brücke gibt es für uns eine Wendemöglichkeit und wir stoppen den nächsten Autofahrer der an uns vorbeikommt. Wir fragen nach Möglichkeiten einer Weiterfahrt. Der Fahrer schüttelt den Kopf und sagt „No“. Schweren Herzens wenden wir und fahren den gleichen Weg zurück, die 30 Kilometer hätten wir uns sparen können. Weiter auf der Küstenstr., doch nach Marina di Asceta ist Ende mit der Fahrt. Wir müssen auch hier zurück und fahren der Ausschilderung Sapri nach. Die Schnellstr. 430 führt uns durchs Binnenland und wir kommen rasch voran. Bei Policastro Bussentino schimmert das türkisblaue Meer vor uns, der Golfo di Policastro. Die schmale Straße windet sich kurvenreich oberhalb vom Meer, begrenzt durch den Steinhang links und kleinen Mauern rechts, mit traumhaften Ausblicken. So etwas „bezauberndes“ sind wir schon lange nicht mehr gefahren! Leider gibt es nur wenige Haltebuchten für größere Fahrzeuge. Hinter Cercuta sehen wir schon von weitem eine überlebensgroße Christusfigur auf einem Bergvorsprung. Man kann in Serpentinen hinauffahren und den Blick von oben genießen – so unser Reiseführer. Wir aber fahren weiter, an Stränden ohne Park- und Übernachtungsmöglichkeiten für uns vorbei. Erst gegen 18 Uhr, in Praia a Mare, finden wir einen Sosta Camper nach einem Wasserpark. Schattig unter Bäumen stehen schon einige Mobile. Wir gesellen uns dazu und lassen die Wärme aus dem Mobil entweichen. Später wollen wir uns den Strand ansehen. Oh je, der kann nur durch „bewachte“ Eingänge passiert werden. Man muss wohl einen Liegestuhl in den endlosen Reihen (wie im Kino) buchen – ansonsten ist kein Platz für eigene Decken und Schirm. So ein Strand ist ganz und gar nicht unser Fall. Neben dem Sosta Camper befindet sich eine Kartbahn – bis in die späten Abendstunden rattert und knattert es dort. Da finden wir selbst die 6 € für den Parkplatz als unangemessen.


   |   Tages KM: 198   |   GPS Nord: 39°52'27   |   GPS Ost: 15°47'13

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Montag, 7.9. Praia a Mare - Cirella

Keine 20 km weiter entfernt befindet sich der nächste Womo Stellplatz – Area Attrezzata Ulisse. Unter Eukalyptus-Bäumen ist reichlich Platz, auch für große Mobile. Wir richten es uns häuslich ein und verbringen einen Faulenzertag nach den Anstrengungen des gestrigen Tages.
Sonne, Schatten, Strand und ein gutes Buch – alles gut.


   |   Tages KM: 20   |   GPS Nord: 39°43'22   |   GPS Ost: 15°48'37

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Dienstag, 8.9. Cirella Ruhetag Ausflug nach Grisolia

Heute ist wieder einmal ein Rollerausflug fällig. Wenn man vom Platz in die nahen Berge schaut, entdeckt man etliche kleine Orte die nahezu auf einen Besuch warten. Unser Ziel ist Grisolia in 465 m Höhe. Kurvenreich geht es hinauf und mit dem Roller können wir „fast“ überall parken. Gassen rauf und runter, durch kleine Tunnel unter den bewohnten Häusern, und schon steht man auf einem anderen Platz. Frauen sitzen beieinander, früher bei Handarbeiten – heute mit dem Handy. Ältere Männer hocken an Tischen vor den Cafés und spielen Karten – um die Mittagszeit herrscht hier Ruhepause. Wenn nur nicht die eiligen Autofahrer so schnell durch die engen Gassen preschen würden, oft müssen wir mit einem Satz auf die Seite springen! Die Aussicht ist grandios – „lasst Bilder sprechen“.
In Cirella machen wir einen Einkaufsstopp. Peter fotografiert noch schnell die Wandbilder.
Nachmittags am Platz welch eine Überraschung: die Österreicher treffen ein. Wir hatten sie viel weiter südlich vermutet. Abends netter gemeinsamer Plausch und wir überlegen noch einen weiteren Tag hier am Platz zu bleiben. Im Nachbarort Diamante soll das jährliche Peperoni-Fest stattfinden – fünf Tage lang.


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Mittwoch, 9.9. Cirella - Lago di Cecita

Das Wetter entscheidet es anders, denn es regnet. Und wie uns andere deutsch sprechende Gäste mitteilen, soll es weiter im Süden noch mehr regnen. Hier erwartet man ab Morgen wieder Sonne. Doch wir haben uns bereits anders entschieden und wollen weiter, alles ist verstaut. Auch die Österreicher sagen ade.
Die weiten Strände am Mittelmeer liegen verwaist. Nach Páola biegen wir auf die 107 Richtung Cosenza in das Sila-Gebirge. Schon bald hüllt uns Nebel ein, nichts ist es mit schöner Aussicht. In Cosenza finden wir hinter dem Gemäldemuseum einen geeigneten Parkplatz. Mit Schirmen bewaffnet machen wir einen Spaziergang durch die Altstadt. Schauen in den Dom, laufen zum Theater, dann über kleine Treppengänge hinauf und hinab. Sehen vielen alte Gebäude und bei so viel Regen lässt ein schönes Café nicht lange auf sich warten. Das muss man den Italienern schon lassen: Kaffee kochen können sie fabelhaft! Jetzt noch schnell einen Blick in die Gemäldegalerie werfen und dann weiter in den Nationalpark des Sila-Gebirges.
Völlig im Nebel geht es über Brücken und durch Tunnel bis auf 1.435 m. Den Campi da Sci hinauf bis zur Seilbahn – heute bei Regen „tote Hose“. Vielleicht regnet es im Wald der „Giganten“, das sind über 100 Jahre alte Bäume mit gewaltigen Durchmessern, weniger. Aber hier hat der Kassierer das Tor zum Park verschlossen und um die Mittagszeit Feierabend gemacht. Durch den hohen Zaun, überklettern zwecklos, machen wir einige Fotos. Unsere Navis suchen den kürzesten Weg zum „Lago Cecita“. Der führt einspurig, mit tief hängenden Ästen, an unser Ziel. Am See viele Park- und Picknick-Plätze für Ausflügler. Doch durch den vielen Regen ist der Boden sehr aufgeweicht. Wir übernachten auf dem Stellplatz für Busse und hoffen, dass Morgen wieder die Sonne scheint. Was sonst?
Das fiel uns auf: Anscheinend sind die Italiener ein sehr sauberes Volk, denn sie halten auf jedem Rastplatz und werfen ihren Müll aus dem Auto.


   |   Tages KM: 147   |   GPS Nord: 39°23'07   |   GPS Ost: 16°32'40

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Donnerstag, 10.9. Lago di Cecita - Laguna Blue

Immer noch Regen. Doch vielleicht klart es die nächsten Stunden auf. Wir machen Büroarbeit und ich backe einen Kuchen. Wer weiß, vielleicht treffen wir heute noch die Österreicher? Ich hatte ihnen beim nächsten Treffen einen Kuchen versprochen.
Als es um 11 Uhr noch immer regnet, beschließen wir die Tour durch das Sila-Gebirge abzubrechen. Wir fahren auf dem gleichem Wege zurück.
Wohin mit den Toten in einer ital. Großstadt? Wegen Platzmangel gibt es dort keine Friedhöfe wie bei uns, sondern mehrstöckige Gebäude mit Gängen und an den Wänden befinden sich übereinander die Urnengräber. Ähnlich wie in einem Wohnblock.
Am Meer scheint die Sonne und wir brausen auf Stellplatzsuche weiter gen Süden. Einige Stellplätze sind für uns nicht anzufahren, da die Zufahrten oft zu steil und es in engen Kurven hinab geht. Bei Lamezia Terme kommen wir bequem an den Strand „Blue Lagune“. Beim Surfer Camp möchte man 15 € die Nacht, trotz Nachsaison. Morgen wollen wir über den Preis verhandeln und dann 3 Tage bleiben. Bei gutem Wetter Rollerausflüge in die nähere Umgebung unternehmen. Der Wetterbericht zeigt für die nächste Woche: Sonnenschein bei Temperaturen um die 30°C.


   |   Tages KM: 132   |   GPS Nord: 38°56'06   |   GPS Ost: 16°11'32

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Freitag, 11.9. Laguna Blue -Máida-Manna Mare

Da an den Stellplatzgebühren in der Nachsaison nichts zu rütteln ist, fahren wir weiter. Die Thermen von Lamezia Terme erwarten uns. In der Terme Carona gibt es unweit von einem großen Parkplatz (auf dem man auch übernachten könnte) ein kostenfreies Außenbecken. Mit uns sitzen im 39°C warmen Schwefelwasser einige Einheimische. Einer von ihnen der eine einfache Umkleidekabine aufgestellt hat, verlangt für die Benutzung eine „kleine Spende“ und verdient sich so sein Taschengeld. Mittags zieht er mit der „Spendenbox“ von dannen – genug verdient für heute?
Unser Stellplatzführer benennt einen Strandparkplatz ganz in der Nähe. Wir finden auch ein nettes Plätzchen. Na ja, über den Müll um uns herum müssen wir hinwegsehen.
Am Spätnachmittag kommen 3 junge Leute und bauen in Strandnähe ein Zelt auf. Die 2 Männer ziehen mit Äxten in den nahen Wald und schon bald schleifen sie einen abgestorbenen Baum in übermann Größe zum Lagerplatz. Zwei dicke Baustämme folgen. Die Frau macht Kleinholz zum Anzünden. Als es dunkel wird schauen wir erwartungsvoll auf den Holzstapel – doch nichts geschieht. Lediglich ein kleines Feuer flackert und erlischt dann bald. Pech – aus mit der Lagerfeuerromantik!


   |   Tages KM: 36   |   GPS Nord: 38°50'28   |   GPS Ost: 16°13'18

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Samstag, 12.9. Máida-Manna Mare Ruhetag

Bereits morgens treffen die Angler mit ihren Booten ein, ein paar Frauen joggen. Peter wäscht das Mobil – ein Wasseranschluss befindet sich 40 m von uns. Ich koche Marmelade. Baden. Sonnen, Lesen und Faulenzen.
Bei Dunkelheit gehen wir nochmals schwimmen. Wenn wir uns im Wasser bewegen, dann tanzen kleine goldene Perlen um uns herum. Was ist das??? (Funkensprühen im Wasser?)
Natürlich wird so ein ruhiger Standabschnitt des Nachts von Einheimischen in PKW aufgesucht. Junge Leute in Partylaune, Liebespärchen und Spanner.


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Sonntag, 13.9. Máida-Manna Mare Ruhetag

Morgens um 7 Uhr weckt uns „Geknalle“. Es wird wie verrückt geschossen, im Wald und im Gebirge hallt es wider. So viel Wild kann es hier doch gar nicht geben. Erst gegen 9 Uhr legt sich der Lärm. Die ersten Strandbesucher und Angler erscheinen – gegen Mittag dann heilige Ruhe! Erst am Spätnachmittag wird es wieder lebhafter.
So eine Frechheit: Schirmklauer! Peter hat in Strandnähe seinen Schirm aufgespannt stehen lassen, denn er will nach dem Mittagessen wiederkommen. Als ich mit meinem Schirm am Strand auftauche, sehe ich wie neben mir ein Mann Peters Schirm fortschafft und über seinem Sonnenstühlchen ausbreitet. Ich mache ihn freundlich darauf aufmerksam, aber der Mann räkelt sich weiterhin unter Peters Schirm. Peter kommt zum Strand und schreitet zur Tat. Er nimmt seinen Schirm und spannt ihn über sein Badetuch. Dumm gelaufen!


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Montag, 14.9. Máida-Manna Mare - Tropea

Nach einem morgendlichen Bad im Meer nehmen wir Abschied von diesem schönen Strand. Wir denken, dass er wochentags in der Nach/Vorsaison sehr ruhig ist. Heute planen wir ein wenig Kultur.
Schon nach einigen Kilometern ist ein wichtiger Stopp bei der Grotte „Chiesa di Piedigrotta“ fällig. Eine Legende berichtet, dass im 17. Jh. Seeleute Schiffbruch erlitten und aus Angst vor dem Ertrinken versprachen sie der Madonna eine Kirche zu erbauen – falls ihr Leben gerettet würde. So stellten sie nach der Rettung in einer Tuffsteinhöhle ein Madonnenbild auf. Andere Künstler erschufen später eine Vielzahl von Figuren aus Tuffstein in dieser Grotte. Heute ist schon einiges sehr verwittert.
Dann statten wir der kleinen Stadt Pizzo einen Besuch ab. Wir parken oberhalb und steigen durch die engen Altstadtgassen abwärts ins Centrum, zum Piazza della Republika. Unzählige Cafés bieten die Eisköstlichkeit „Tartuffo“ an - eine große Kugel Nuss Eis mit einer Schokoladencremefüllung und außen mit Kakaopulver umhüllt. Das ganze schmeckt sehr süß und ist überaus sättigend.
Von Tropea haben wir schon sehr viel gelesen und gehört. Die wunderschöne Altstadt liegt auf einem Hügel, davor auf einem Felsen die Wallfahrtskirche „Santa Maria dell‘ Isola“. Die Wallfahrtskirche liegt längst nicht mehr (wie der Name besagt) auf einer Insel, sondern ist durch den großen Parkplatz und die Sandstrände davor mit dem Festland verbunden. Um hinauf in die Altstadt zu gelangen muss man Treppensteigen.
Doch bis wir das alles finden, kurven wir über schmale Brücken Richtung Zentrum und müssen, bevor es noch enger wird, wenden. Einfacher ist die Zufahrt über den ausgeschilderten Hafen und um den Felsen mit seinen Stränden herum (Einbahnstr. mit Parkstreifen für PKW). Gleich unterhalb des Treppenaufstiegs zur Altstadt fahren wir auf einen Sosta Camper – schattig und in Strandnähe. Auch liegt der Aufstieg zur Wallfahrtskirche nur ein paar Schritte entfernt. Wenn man oben bei der Kirche ankommt, wird man durch einen schönen Ausblick belohnt. Die Kirche ist eine begehrte Hochzeitskulisse.
Danach steigen wir über 100 Stufen in die Altstadt von Tropea und lassen uns treiben. In den engen Gassen erwarten uns außer altem „Gemäuer“: Hotels, Cafés, Restaurants, Boutiquen auch unzählige Souvenirshops und sehr viele Touristen. Tropea ist ja auch eine wahrhaft schöne Stadt mit grandiosen Ausblicken. Man kann bis zur Vulkaninsel Stromboli schauen und organisierte Ausflüge dahin unternehmen.
Unten am Platz haben wir Internetzugang in einer Pizzeria. Ich probiere die Delikatesse dieser Stadt: Pizza mit roten süßen Zwiebeln (Cipolle) und Peperoni.
Um 22 Uhr herrschen noch immer hochsommerliche Temperaturen und wir sitzen bei 26 °C vor dem Mobil und warten vergeblich auf Abkühlung.


   |   Tages KM: 55   |   GPS Nord: 38°40'42   |   GPS Ost: 15°53'40

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Dienstag, 15.9. Tropea - Pietrenere

Das war bislang unsere „heißeste Nacht“- alle Fenster auf und doch keine Kühlung. Die Betonbefestigungen der Felsen strahlen eine Wahnsinnshitze ab.
Auf dem Weg zum äußersten Punkt, dem Capo Vaticano müssen wir auf halber Strecke wenden. Denn die angezeigte Tunneldurchfahrt von 2.60 m ist für uns entschieden zu niedrig. Doch wie soll es für „Dickschiffe“ aus der Altstadt von Tropea, mit ihren überaus engen Gassen, hinausgehen? Die zwei Navis sind sich heute Morgen auch nicht einig. Und wie wir so rätseln, kommt ein Polizeiauto herangefahren. Peter fragt nach: „Autostrada“, und die Polizisten deuten uns hinter ihnen herzufahren. Bei einer weiteren Untertunnelung von 2.80 m denken wir, dass es für uns nicht passt. Seitlich nein, aber mittig ja. Wenn es die entgegenkommenden Italiener in ihren PKW nur nicht so eilig hätten – sie drängen uns auf die Außenseite. Da hilft auch hupen nichts – sie begreifen es einfach nicht!!!
Doch wie werden wir die hilfsbereiten Polizisten nur wieder los, denn wir wollen ja zum Capo und der Abzweig war schon vor etlichen Kilometern. Wir wenden kurzerhand auf einer Tankstelle und geben dann Gas, und zwar in die andere Richtung. Was sich wohl die Polizisten gedacht haben???
Das Capo Vaticano ist nach 10 km erreicht und wir sind enttäuscht. Zwar ist die Aussicht grandios, doch der schmale Fußweg um das Capo herum wurde leider gesperrt.
Peter möchte sich die Felsenhöhlen von Zungri im Binnenland ansehen. Wir halten uns an die Beschreibung im Reiseführer. Kommen auf dem Weg an einem alten Aquädukt vorbei und erreichen alsbald Zungri. Gott sei Dank haben wir uns schon abseits einen Parkplatz gesucht, denn der Parkplatz vor den Höhlen wäre nicht geeignet gewesen. Eintritt ist fällig, doch das kleine Museum hat um 10.30 Uhr noch nicht geöffnet. Die EU (besagt ein Schild) hat sich das Ganze etwas kosten lassen und nun sind die Höhlenwohnungen aus dem 12. Jh. teilweise über Stahltreppen zu erreichen. Bei Überfällen von räuberischen Kriegern zogen sich die Bewohner der Küste ins Binnenland zurück. Der weiche Tuffstein machte es den Wohnungsbauern leicht. So eine Wohnung bestand oft nur aus 1- bis 2 Räumen. Zurück beim Eingang ist jetzt das kleine Museum geöffnet – es lohnt sich einen Blick hinein zu werfen.
Durch den Ort nehmen wir einen anderen Weg und kommen an einem „fahrenden Händler“ vorbei. Seine Ware hat er auf dem Autodach und rund herum drapiert. Auf dem Platz vor der Kirche sitzen ältere Männer vor einem Café, daneben gibt es einen kleinen Laden mit Bioerzeugnissen. Ich probiere mich durch alle Sorten Olivenöl und kaufe dann meinen Favoriten und selbstgemachte Nudeln aus Kalabrien. Auch das Brot der Nonna (Oma) wandert in meine Einkaufstasche. Zum Schluss dekoriere ich meine Einkäufe im Laden und mache ein Foto. Es ist Erntezeit der Peperoni und die Hausfrauen fädeln diese zum Trocknen auf.
Weil inzwischen die Hitze zugenommen hat, wollen wir nur noch zum Strand. Doch erst einmal müssen wir in Serpentinen zur Küste hinab. Wir fahren durch das Städtchen Jóppólo und an einer Stelle, wo ein Baufahrzeug die Straße versperrt, geht es nur einspurig dran vorbei. Und ausgerechnet dort müssen wir scharf nach rechts abbiegen. Lange sehen wir keine Chance, denn der entgegenkommende Verkehr fährt und fährt – hinter uns schon eine lange Autoschlange. Doch dann stoppt ein beherzter Einheimischer die Autos und wir können passieren – die tief hängenden Balkone dabei immer im Blick. Doch an der nächsten Abbiegung nach 50 m wird es wieder brenzlig. Dieses Mal steige ich aus und stoppe die anderen Verkehrsteilnehmer. Peter muss weit ausholen um die enge Kurve zu meistern. Bei so viel Aufregung haben es natürlich versäumt Fotos zu machen. Die weitere Fahrt verläuft dann ohne Vorkommnisse und wir erreichen den Strand von Pietrenere. Zwischen PKW finden wir einen herrlichen Stellplatz mit Meeresblick. An uns vorbei ziehen riesige Containerschiffe in den nahen Hafen mit Eisenbahnanbindung.
Es ist ein ständiges Kommen und Gehen am Strand. Mal sehen, wie sich es mit dem Lärm nachts verhält.


   |   Tages KM: 92   |   GPS Nord: 38°24'16   |   GPS Ost: 15°52'03

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Mittwoch, 16.9. Pietrenere - San Lorenzo

Der Übernachtungsplatz war ruhig, aber am Morgen verbrennt jemand seinen Plastikmüll – die ganze Gegend stinkt fürchterlich, nichts wie weg hier!!! Noch ein erfrischendes Bad im Meer und schon fahren wir weiter auf der SS 18. Sie führt überwiegend am Meer entlang – manchmal durch die engen Gassen der kleinen Orte. Die Straßen sind durch die parkenden PKW am Straßenrand sehr eingeschränkt. Nun ist uns begreiflich, warum die Italiener überwiegend „kleine“ Autos fahren. Bald ist die Meeresenge, die Straße von Messina, erreicht und Sizilien liegt nur einen Katzensprung entfernt.
Oberhalb von dem Städtchen Scilla finden wir für unser Mobil eine geeignete Parkbucht und steigen alsbald hinab in den wunderschönen Fischerort. Die Bebauung reicht bis ans Wasser und zwischen den Häusern führen immer wieder schmale Wege zu kleinen Badeplattformen am Wasser. Doch leider haben wir unsere Badesachen nicht dabei. Wir sehen auch Grün, immer wieder haben die Bewohner bepflanzte Töpfe an die Hauswand gestellt. Die Hauptstr. von Scilla ist einspurig und endet im Hafen auf einem kleinen Parkplatz. Oberhalb befindet sich das Castell, hier gab es schon immer eine beliebte „Kontrollstelle“ der Meeresenge. Im Hafen liegen einige Spezialboote für den Schwertfischfang. Die Schwertfische ziehen von Mai bis August zum laichen im Tyrrhenischen Meer hier vorbei. Die Boote haben einen etwa 20 m hohen Ausguckmast. Auf dem sitzt eine Person und hält Ausschau nach den bis zu 5 m langen und 600 kg schweren Schwertfischen. Ist ein Fisch gesichtet, dann nimmt das Boot Kurs auf diesen und ein 15 m langer Bugausläufer mit dem Harpunierer drauf wird ausgefahren. Dieser versucht den Schwerfisch zu „erlegen“. Überwiegend starten die Boote aus den Häfen von Scilla und Bagnara, auch Touristen können an dieser Tour teilnehmen.
Scilla ist wirklich sehenswert, doch schon bald sitzen wir wieder im Mobil. Da wir auf der Suche nach einem Supermarkt sind, (natürlich steuern wir einen Lidl Markt an) fahren wir ohne Umwege direkt nach Reggio. Wir parken im Centrum an der schönen Strandpromenade. Das Archäologische Museum liegt fuß nah. Hier sind die sensationellen Funde von 1972 ausgestellt – 2 überlebensgroße Bronzekrieger in einem bemerkenswerten guten Zustand und über 2000 Jahre alt. Doch heute steht uns der Sinn nicht nach Museum und wir begnügen uns mit einer Postkarte.
Bei den sommerlichen Temperaturen sind wir auf der Suche nach einem schönen Stellplatz am Meer. Da wir morgen das verlassene Bergdorf Pentedattilo besuchen wollen, schauen wir an der Küste bei Sant‘ Elia. Doch alle Bahnunterführungen erweisen sich für uns als zu niedrig. Peter hat ein neuartiges Messgerät, dieses zeigt die exakte Höhe von 3,51 m an der einen und 3,53 m an der anderen Unterführung an. Doch wir sind 3,45 m hoch, die Zufahrt schräg abwärts, so lassen wir dieses Unternehmen lieber!
In Marina di San Lorenzo geht es über die Schienen zum Wasser. Separat finden wir einen geeigneten Platz und springen auch schon bald ins 28°C warme Wasser. Leider ist der Einstieg ins Meer sehr steinig und die Sonne wärmt unser Mobil dermaßen auf, dass wir uns nachts wie im Backofen fühlen. Es kühlt einfach nicht ab!
Doch bezaubernd ist der Blick in der Abendstimmung auf den rauchenden Ätna.


   |   Tages KM: 103   |   GPS Nord: 37°55'09   |   GPS Ost: 15°49'36

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Donnerstag, 17.9. San Lorenzo Ruhetag

Schon in aller Frühe fahren wir mit dem Roller ins Bergdorf Pentedattilo. Das ehemalige griech. Dorf unter dem 5 Finger Felsen wurden von den ital. Behörden Ende 1960 umgesiedelt. Da bei Erdbeben eine Gefahr von dem Felsen ausging. Seitdem gab es viele Erdbeben und Felsrutsche in Italien, aber Pentedattilo blieb verschont. Man ist dabei einige Häuser zu restaurieren und die Kirche und ein kleines Museum können angeschaut werden. Natürlich fehlen auch die kleinen Souvenirgeschäfte nicht. In diesen werden Produkte aus Bergamotte angeboten. Diese zitronenähnliche Frucht wächst vorwiegend in dieser Region und man gewinnt aus ihr ein Öl, das überwiegend für die Parfümherstellung benötigt wird.
Am Stellplatz zurück, fahren wir dem Mobil auf einen beschatteten Platz am Ende der Promenade. Wir stehen in naher Nachbarschaft von schönen Sommerhäusern, mit schattigen Gärten hinter Eisenzäunen - doch bereits „winterfest“ gemacht. Bei diesen sommerlichen Temperaturen von über 30 °C unvorstellbar!!!


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Freitag, 18.9. San Lorenzo - Marina di Giolosa

Zu wenig Sonne am Tag (Schattenplatz), bedeutet zu wenig Strom in den Aufbaubatterien. Wir sollten an eine Steckdose! Wir benötigen für unser Problem entweder einen Campingplatz oder eine längere Fahrt. Das mit der längeren Fahrt lässt sich wohl kaum bewerkstelligen, da schon nach 50 km unser nächstes Ziel Lorci ist. Wir fahren bis zum heutigen Ziel einige Stellplätze (vermüllt und staubig) und einen aufgegebenen Campingplatz an. Dabei sehen wir von der Straße aus viele schöne Strände. Doch die Eisenbahnlinie davor und die damit verbundenen niedrigen Unterführungen zum Strand machen das Unternehmen zwecklos. Manchmal stehen wir vor 1,30 m Durchfahrthöhe, gerade mal was für Zwerge! Erst hinter Lorci, bei Siderno Marina finden wir am Ende der Promenade ein geeignetes Plätzchen. Mobil in der Sonne (wegen der Solarpanele) wir im Schatten der Eukalyptusbäume. Erst einmal verschnaufen - so schwer hatten wir uns die Stellplatzsuche in Italien nicht vorgestellt.
Das saubere und warme Wasser lädt zum Baden ein. Am Nachmittag warnt ein Einheimischer vor Quallen. Wenn das Wetter im September längere Zeit warm ist, dann treten vermehrt Quallen auf. So macht das Baden heute keinen Spaß!!!


   |   Tages KM: 84   |   GPS Nord: 38°18'20   |   GPS Ost: 16°21'00

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Samstag, 19.9. Marina di Giolosa - Monasterace Mari

Der Vormittag eignet sich gut für eine Rollertour. Wir wollen die alte Stadt Gerace, 330 m hoch auf einem Felsstock, besichtigen. Von Locri sollen es nur 8 km sein, doch es erscheint uns über die vielen Serpentinen viel weiter. Unterwegs belohnen uns die vielen Ausblicke aufs Meer und das hügelige Hinterland. Weil diese Stadt in den Bergen für Krieger schwer erreichbar war, findet sich noch viel Altes was es anzuschauen lohnt. Ein Bummel durch die Kopfsteingassen mit den blumengeschmückten alten Häusern versetzt uns ins Mittelalter. Wir besichtigen den Dom. In der Krypta ist außer der „Höhlenmadonna“ noch der Domschatz ausgestellt. Es gibt beim Eintritt eine deutsche Erklärung und so kann man sich gut durch die ausgestellten Gegenstände lesen. Über Treppenstufen erreicht man die darüber liegende Kathedrale, die Säulen sollen aus dem antiken Locri stammen. Auch die Kirche San Francesco ist geöffnet. Der barocke Hochaltar besticht durch seine verschieden eingefärbten Marmoreinlegearbeiten. Cafés und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl der Besucher.
Zurück am Stellplatz steht mir so gar nicht der Sinn nach einer Weiterfahrt und Stellplatzsuche um die Mittagszeit -mehr nach baden und im Schatten relaxen. Doch heute müssen wir unbedingt an eine Steckdose, wir haben nur noch 65% Kapazität. Erfreulich, dass heute die Quallen Reißaus genommen haben und ganz in der Nähe sich eine Stelle für Frischwasser befindet.
Um 17 Uhr geht es dann weiter – 40 km entfernt sollen sich einige CP befinden. Wir rollen zunächst in den Hafen von Roccella und fahren der Ausschilderung Sosta Camper nach. Langwierig über eine Waschbrettpiste, durch einen Pinienwald erreichen wir diesen und er ist bereits geschlossen!
Bei Monasterace Marina ein kleines Hinweisschild zu einem Sosta Camper direkt an der Straße. Das passt, direkt am Meer und Strom – was wollen wir mehr? Mit einem ital. Camper sind wir die einzigen Gäste.
Abends kommt Wind auf und kühlt zumindest im Fahrzeug die Temperaturen auf 29°C herunter. Zum Schlafen benötigen wir doch tatsächlich eine Decke. So haben wir uns bereits an die Wärme gewöhnt!


   |   Tages KM: 32   |   GPS Nord: 38°25'51   |   GPS Ost: 16°34'20

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Sonntag, 20.9. Monasterace Mari Ruhetag

Dunkle Wolken ziehen auf und das Wetter ändert sich. Büro- und Hausarbeiten wollen erledigt werden. Mittags setzt Regen ein und abends Wetterleuchten über dem Meer. Ein Spaziergang über die Promenade in den Ort bestätigt uns: Hier herrscht in der Nachsaison „tote Hose“. Die Pizzeria im Ort öffnet auch erst um 19 Uhr, dann hat der Backofen die richtige Temperatur – alle anderen Lokale haben bereits geschlossen.
Nachts müssen wir die Dachfenster schließen, das Gewitter bringt Regen.


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Montag, 21.9. Monasterace Mari - Catanzaro

Weil das Wetter sich noch nicht gebessert hat, beschließen wir unsere Tour fortzusetzen. Wir besichtigen zunächst das Bergstädtchen Stilo. Hier soll das schönste Bauwerk Kalabriens stehen, die Cattolica aus dem 11. Jh. Wir parken wegen der engen Gassen schon außerhalb auf einem Busparkplatz. Dann geht es zu Fuß durch die Gassen aufwärts bis zur kleinen, aus roten Ziegeln erbauten Kreuzkuppelkirche. Innen bedecken noch gut erhaltene Fresken Wände, Decken und Gewölbe. Lohnenswert ist auch ein Besuch der etwas abseits gelegenen Grottenkappelle, Madonna della Pastorella.
Auf gleichem Wege geht es mit dem Mobil ins Tal und weiter nach Catanzaro. Seit 1971 Hauptstadt Kalabriens. Nach zwei schweren Erdbeben und der Bombardierung im II Weltkrieg sollen nur noch wenige historische Gebäude zu sehen sein. Unser Reiseführer rät bei der Standseilbahn Funiculare zu parken und mit dieser in die Altstadt zu fahren. Leider Fehlanzeige, die Seilbahn fährt nicht mehr. Dafür verkehren Busse. Doch das Mobil hier so abgelegen parken? Das ist uns nicht geheuer und beschließen weiter Richtung Altstadt eine Parkmöglichkeit zu suchen. In Serpentinen geht es aufwärts und auf dem Parkstreifen stehen die PKW dicht an dicht. Wer weiß, ob im Zentrum sich überhaupt etwas findet und wir parken schon bald in der nächstgrößeren Lücke. Dann machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Nach etwa 300 m kommt auf der rechten Seite ein großer Parkplatz (mit reichlich Platz für Mobile) – aber wir haben keine Lust noch einmal zurück zu gehen. Immer weiter bergauf bis wir die ersten alten Gebäude und Kirchen erreicht haben. Leider haben wir keinen Stadtplan und lassen uns durch die Gassen treiben. Wir schauen in einige Kirchen und gucken uns die modischen Bekleidungsstücke in den Schaufenstern an. Fuß müde sitzen wir bald in einem kleinen Café und schlemmen uns durch die Spezialitäten. Köstlich schmeckt „Crema Caffe“, ein brauner, dicker Milchschaum mit Kaffeegeschmack im Glas serviert. Wir beschließen zwecks Übernachtung auf den Parkplatz vom Funiculare zu fahren.
Das fiel uns auf: Die Italienerinnen in der Stadt sind perfekt gekleidet und frisiert –wie aus einem Modejournal „entsprungen“. Doch springen können sie wahrlich nicht mit ihren superhohen Absätzen.


   |   Tages KM: 99   |   GPS Nord: 38°54'02   |   GPS Ost: 16°36'04

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Dienstag, 22.9. Catanzaro - Pizzo Greco

Wir beabsichtigen, da das Wetter wieder schön ist, eine Woche auf einem Campingplatz zu verbringen. Unser Ziel ist das Capo Rizzuto (70 km von Catanzaro entfernt) dort soll es Sandstrände geben. Doch zunächst ist ein Stopp beim berühmten Kastell von Le Castella fällig. Das Kastell aus dem 13. Jh. liegt auf einer kleinen Insel, diese ist durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Das Kastell wurde immer wieder erweitert und die Mauern verstärkt.
Unweit vom Kastell steht die Büste von einem „einheimischen Seeräuber“. Giovan Dionigi Galeni wurde einst von den Türken als Galeerensklave verschleppt. Er machte dann beim Sultan Karriere und wurde Admiral der türkischen Flotte. Als Uludsch Ali versetzte er die Kalabresen an der Küste in Angst und Schrecken. In einer Seeschlacht 1571 unterlag er den „Christen“. La Castella hat ihm 1989 ein Denkmal gesetzt.
Schon bald ist das Capo Rizzuto erreicht. Die Zufahrt zu dem von uns ausgewählten CP führt durch die fruchtbare Landschaft. Äcker werden just bestellt, hier im sonnigen Süden sind mehrere Ernten möglich. Unter Eukalyptusbäumen stehen wir schattig oberhalb der Steilküste. Der flache Sandstrand hält was er verspricht, ist aber nur über einen steilen Weg zu erreichen.
Wie mag es um den schmalen Sandstrand in der Hauptsaison bestellt sein, wenn der CP voll belegt ist?


   |   Tages KM: 70   |   GPS Nord: 38°55'27   |   GPS Ost: 17°07'31

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Mittwoch, 23.9. bis Montag, 28.9. - Pizzo Greco

Baden, sonnen, lesen – faulenzen und es sich gut gehen lassen! Das Wetter ist überwiegend sonnig. Am Donnerstag fahren wir mit dem Roller zum Capo Rizzuto und anschließend füllen wir unsere Vorräte bei Lidl auf. Am Samstag unternehmen wir einen Ausflug zum Capo Colonna – östlichste Landspitze Kalabriens. Dort gibt außer einer grandiosen Aussicht noch Reste von einem Hera Tempel zu bestaunen. Das kleine Kirchlein am Capo wird heute für eine Hochzeit geschmückt. Das berühmte Madonnenbild von hier steht im Dom von Crotone. Es soll die Bevölkerung ehemals vor Sarazenen-Überfällen geschützt haben. Doch einmal im Jahr kehrt das Madonnenbild für eine Nacht an seinen alten Standort am Capo Colonna zurück.
Schon 1541 hat man um Crotone eine starke Mauer und ein Castell errichtet, um die Überfälle der Türken abzuwehren. Für den Bau wurden Steine antiker Bauten verwendet.
Wir lassen uns durch die kleinen Gassen hinauf zum Castell treiben und genießen den Rundblick. In der Altstadt kann außer dem Dom und etlichen Kirchen noch ein Archäologisches Museum besichtigt werden. Ein Abstecher auf den Piazza Mercato ist lohnenswert. Hier werden am Vormittag die Erzeugnisse der Bauern angeboten – alles verlockend frisch. Es gibt auch eine autofreie Fußgängerzone mit unzähligen Geschäften für Mode und Schmuck.
In Crotone lebte um 532 v. Chr. ein berühmter Gelehrter: Pythagoras. Der nicht nur Mathematik lehrte, sondern auch als Philosoph und Staatsmann weniger gute Taten vollbrachte.


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Dienstag, 29.9. Pizzo Greco - Crosia

Nach einer Woche Ruhepause fahren wir weiter auf Entdeckungstour....
Kleine Bergtour mit dem Mobil gefällig? Grüne Markierung auf der Landkarte bedeutet schöne Aussicht - und davon gibt es reichlich. Schon bald kurven hinauf nach Strongoli. Die Häuser des alten Städtchens kleben förmlich am Berghang. Nachdem wir einen Parkplatz zentrumsnah gefunden haben, laufen wir hinauf zum Castell. Von hier wandert der Blick zum Meer, wir sehen das Capo Colonna in der Ferne- und landeinwärts erblicken wir die Hügel der Sila. Im Binnenland bestimmen Olivenbäume das Bild. Heute bei Wind und Sonne ist es kühl, aber dafür werden wir mit Weitblick belohnt. In Strongoli schauen wir in etliche Kirchen und die dreisprachigen Erklärungen an den Eingängen (auch in deutscher Sprache) überraschen uns angenehm.
Weiter geht es nach Melissa. Wir sind froh, dass wir bei Tageslicht fahren, denn stellenweise ist die Fahrbahndecke abgesackt – so ganz ohne Hinweis. Um Melissa wendet sich die Straße um die Altstadt und danach geht es durch Gässchen bergab in das Weinanbaugebiet des Ciró. Schon in der Antike hatten diese Weine einen guten Ruf. Wir folgen unserem Reiseführer zur ältesten Weinkellerei Kalabriens – Ippolito 1845. Ich (Peter muss ja noch fahren) probiere mich durch einige Sorten. „Berauscht“ kaufe ich ein und schon bald treten wir die Weiterreise bis Mirto Crosia an.
Hier parken wir an der Strandstraße und machen noch einen längeren Spaziergang an der Promenade entlang. Nur Sportler sind unterwegs, die Bars und Restaurants halten bereits Winterschlaf. Am Meer ist es zwar auch windig, aber wesentlich wärmer als im Gebirge.


   |   Tages KM: 123   |   GPS Nord: 39°36'09   |   GPS Ost: 16°47'38

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Mittwoch, 30.9. Mirto Crosia – Licota Grande

Unser Reiseführer schlägt eine Rundtour durchs Gebirge vor, da sind wir sofort begeistert. Doch zuerst noch einen Sarazenenturm aus dem 16. Jh. fotografiert und auf dem Weg nach Rossano Einkäufe bei der bekannten Lakritz-Fabrik von „Giorgio Amarelli“ getätigt. Schon seit 1731 wurde hier aus „Süßholz“ Lakritz hergestellt. Man sagt, dass heilkundige byzantinische Mönche diese Pflanze im 6. Jh. aus ihrer Heimat mitgebracht hätten. Die Pflanze wächst in der Umgebung von Rossano und die im Winter geernteten Wurzeln werden stundenlang eingeköchelt. Anschließend wird die schwarze, sirupartige Lakritzmasse in Formen gegossen und getrocknet. Ich liebe Lakritz – Peter verabscheut diese Süßigkeit.
In Serpentinen führt die Straße bis vor die Altstadt von Rossano. Schon bei der Anfahrt bietet sich eine fantastische Aussicht. Ein großer Parkplatz vor der Stadt eignet sich als Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Zahlreiche gut erhaltene Bauwerke und Kunstschätze aus byzantinischer Zeit verdankt die Stadt den Beinamen „Ravenna des Südens“. Auf unserem Rundweg blicken wir in die Kirchen. Uns hat das Altarbild der Muttergottes aus dem 8. Jh. in der Kathedrale am besten gefallen. Es soll nach Überlieferung nicht von Menschenhand geschaffen sein – unvorstellbar! Das Diözesanmuseum nebenan zeigt eine Sammlung von den ältesten Büchern der Welt aus dem 6. Jh, den Codex purpureus rossansis. Von den ursprünglich vier Evangelien haben sich das Matthäus- und Teile des Markusevangeliums erhalten.
Nach so viel „Geschichte“ fahren wir weiter hoch ins Gebirge, zu den „Giganten der Sila“. Von einem beschilderten Wanderparkplatz in 1183m Höhe geht es zu den riesigen Edelkastanien. Etliche von ihnen haben einen Umfang von über 10 Metern.
Als letzten Besichtigungsstopp zurück Richtung Küste rollen wir auf den Parkplatz des ehemaligen Klosters Santa Maria del Patire. Im Inneren gibt es ein einmaliges, noch gut erhaltenes Bodenmosaik zu bewundern (siehe Fotos).
Bald danach ist die Küste erreicht und wir halten nach einem Übernachtungsplatz Ausschau.
Wir parken unweit eines Sandstrandes neben einem Restaurant. Hoffentlich wird es heute Nacht nicht zu laut.


   |   Tages KM: 75   |   GPS Nord: 39°42'05"   |   GPS Ost: 16°31'32"

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Donnerstag, 1.10. Licota Grande – Nova Siri

Na ja. Ruhig wurde es erst, nachdem die letzten Gäste um 2 Uhr morgens gingen. Vielleicht eine Familienfeier. Die Gäste mit Kindern kamen erst um 21 Uhr. Für deutsche Verhältnisse recht spät, zumal auch hier die Schulferien zu Ende sind.
Die Ausgrabungen von Sibari liegen nah. Doch leider ist das Gelände wegen Bauarbeiten für Besichtigungen geschlossen. Man verweist uns auf das Museum, wenige Kilometer von hier entfernt.
Griechen haben diese Stadt um 720 v. Chr. Gegründet und Sibari wurde schnell durch Handel eine der reichsten Städte Süditaliens. Antike Autoren haben berichtet von dem luxuriösen Lebenswandel der Sibariten. So wurden vornehme Frauen auf ein Jahr im Voraus zu Banketten geladen, damit sie Zeit hatten, ihre aufwendige Garderobe vorzubereiten und auf Festen tanzten abgerichtete Rosse zur Flötenmusik. So machten um 510 v. Chr. Die neidischen Nachbarn aus Crotone machten Sibari dem Erdboden gleich, Pythagoras veranlasste diesen Krieg.
Im Museum sind nicht nur Tongefäße, Schmuck und Grabbeigaben aus Sibari, sondern der ganzen Umgebung ausgestellt.
Da das Wetter bedeckt ist, fahren wir zu den Thermalquellen von Cerchiara. Das 32° C warme Schwefelwasser fließt aus einer Grotte in ein komfortables Schwimmbad. Unser Reiseführer rät wegen der wenigen Parkmöglichkeiten bei einem Restaurant zu parken. Wir rollen mit unseren 8.45m hinab und kommen nicht um die Ecke, also alles wieder zurück. Dazu muss Peter rückwärts steil bergan bis zu einer Wendemöglichkeit fahren – die Kupplung (Agile) nimmt uns so etwas sehr übel.
Dann marschieren wir mit unseren Badesachen los. Als wir im Restaurant nach dem Eingang zum Bad fragen, bedauert der junge Mann, dass seit heute, dem 1.10., das Thermalbad geschlossen ist. Wir laufen dennoch bis zur Grotte und schauen auf das umzäunte Gelände, im Schwimmbad ist bereits das Wasser abgelassen – so ein Ärger!
Doch wir haben nun Sonnenschein pur und der nächste Sandstrand am Meer liegt nicht weit. Den Nachmittag genießen wir am Meer.


   |   Tages KM: 92   |   GPS Nord: 40°07'13"   |   GPS Ost: 16°38'39"

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Freitag, 2.10. Nova Siri – Terzo Cavone

Heute dunkle Wolken und ab und zu Regen. Es wird nichts mit dem geplanten Rollerausflug nach Rocca Imperiale. Wir nehmen das Mobil. Hoch über der Altstadt von Rocca Imperiale thront das Staufercastell aus dem 12. Jh. Die Burg wurde von Friedrich II von Hohenstaufen 1225 zur Kontrolle der ionischen Küste erbaut.
Doch um die Burg zu besichtigen, müssen wir schweißtreibend die engen Gassen sehr steil bergan steigen. Oben angekommen, ist die Burg verschlossen. Doch eine Besucherin telefoniert bereits nach dem Kassierer. Die Burg ist von einer starken Mauer und einem breiten, 8m tiefen Graben umgeben. Über eine Zugbrücke erreichen wir die Bastei. In dem oberen Teil befinden sich die Küche mit den Zisternen und darüber die Prunksäle. Alles ist über „gläserne“ Treppenstufen bequem zu besichtigen. Oben auf der Wehrmauer belohnt uns ein Rundumblick. Aus dieser Gegend sollen die berühmten „Amalfi-Zitronen“ importiert werden.
Beim Absteigen zum Parkplatz fällt unser Blick immer wieder auf schöne Kachelbilder an Hauswänden. Diese sind von Zitronenranken umgeben und mit Texten und Gedichten versehen. Schade, dass wir der ital. Sprache nicht mächtig sind.
Der Himmel war uns bei der Besichtigung gnädig, doch jetzt ziehen wieder sehr dunkle Wolken herauf. Auf dem Stellplatz bei Terzo Cavone angekommen, schüttet es wie aus Eimern. Dann klart es aber nach einer Stunde auf und längere Spaziergänge am Wasser führen uns an einen sehr ursprünglichen Strandabschnitt. Hier gibt es noch keine Strandbar und Liegestühle mit Sonnenschirmen zu mieten.


   |   Tages KM: 44   |   GPS Nord: 40°17'06   |   GPS Ost: 16°46'28

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Samstag. 3.10. Terzo Cavone Ruhetag

Strandwandern, sonnen und lesen. Strandbesucher sind überwiegend männlich. Sie kommen mit ihrem Auto, sitzen drin und schauen auf was? Einige parken direkt vor unserer „Haustür“ und starren unentwegt ins Mobil.

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Sonntag, 4.10. Terzo Cavone – Matera

Heute am Sonntag überlassen wir den Einheimischen ihren Strand und rollen nach Matera. Diese berühmte „Stadt der Sassi“ gehört seit 1993 zum UNESCO Weltkulturerbe.
In den weichen Kalksandstein hat man schon vor langer Zeit Höhlenwohnungen und Kirchen errichtet. Es soll über 150 Felskirchen in der Umgebung von Matera geben.
Matera ist eine der ältesten Städte der Welt. Ab dem 11. Jh. wuchs die Stadt über die Mauern der Civita hinaus. In die Felshänge wurden über der Garvina (dem Flusstal) einfache Wohnungen, Werkstätten, Ställe und Kirchen in den weichen Kalkstein geschlagen. Das Material, das beim Ausschachten der Grotten anfiel, wurde verwendet, um vor den Höhlen weitere Räume auf zumauern. So entstanden die Sassi: Sasso Caveoso und Sasso Barisano. Als im 17. Jh. Matera Hauptstadt von Basilikata wurde, und der Adel und das reiche Bürgertum Kirchen und Palazzi auf der Hochebene errichteten, blieben in Sassi die Armen, Bauern, Hirten und Tagelöhner wohnen. Mit der starken Bevölkerungszunahme (Familien waren sehr kinderreich) verschlechterten sich die Lebensbedingungen in den Sassi dramatisch. So lebten 1950 etwa 18.000 Menschen (2/3 der Stadtbevölkerung) dort in feuchten Höhlenwohnungen 1952 wurde von der ital. Regierung ein Sondergesetz erlassen und man begann mit der Evakuierung der Bevölkerung in moderne Stadtviertel. Die verlassenen Wohnungen verfielen. Ein neues Gesetz legte den Grundstein und ab 1993 begann man mit dem Wiederaufbau der Sassi. Heute ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt.
Doch zunächst wollen wir Wanderung unternehmen. Auf einem Felsensporn (gegenüber der Stadt) liegt der „Parco della Murgia Materana“. Hier führt ein bequemer Wanderweg an einigen Höhlen und Höhlenkirchen vorbei zu Aussichtspunkten mit Blick auf Matera. Leider wird heute am Sonntag die Zufahrtsstr. zum Wanderparkplatz von der Polizei gesperrt. Die Polizisten verweisen uns auf den Parkplatz beim Friedhof und die Benutzung eines Busses zum „Belvedere“. Schon bald stehen wir, eingeklemmt zwischen einheimischen Familien mit ihren Kindern, im Zubringerbus. Oben ist heute „Kinderfest“, daher die Sperrung. Auf einer Wiese lassen die Kinder Drachen steigen und an einigen Tischen sind Spiele aufgebaut. Wir lassen den bunten Trubel hinter uns und laufen den Wanderweg, vorbei an Höhlen und Kirchen in denen es einige schöne Fresken anzuschauen gibt. Eine Schlucht mit Fluss, die Garvina di Matera, trennt den Felsensporn hier mit Matera.
Wir suchen nach einem geeigneten Parkplatz für unser Mobil und wollen dann mit dem Roller die Altstadt von Matera entdecken. Der Panoramaparkplatz, Madonna delle Vigini, ist dafür geradezu ideal.
Mit dem Roller fahren wir dem Hinweis Sassi nach und landen direkt auf dem Piazza San Pietro. Von hier beginnen wir die Besichtigung von Sasso Caveoso. Außer einigen Felskirchen besichtigen wir zwei noch eingerichtete Höhlenwohnungen. Diese Wohnungen wurden 1950 verlassen und sind nun als Museum zu besichtigen. Vollständig eingerichtet geben sie einen Einblick in das Leben von damals. Die Familien lebten mit ihren Tieren (Maulesel, Schweine, Hühner) in einer Wohngemeinschaft. Die Eintrittsgebühr beinhaltet auch eine Erklärung in deutscher Sprache über eine Lautsprechanlage – sehr informativ und hochinteressant.
Fuß müde, weil treppauf und treppab, suchen wir nach einer Fortbewegung durch Sasso Barisano. Unterwegs sind uns kleine, dreirädrige, motorisierte Rikschas aufgefallen. Diese kurven Touristen durch die Sassi. Wir sind „Feuer und Flamme“ und werden uns auch über den Preis schnell einig. Für 35 € fährt uns ein junger Student etwa eine Stunde umher, seine Erklärungen gibt er in Englisch ab. Wo wir einen Besichtigungs- oder Fotostopp wünschen, hält er kurz an.
Doch morgen wollen wir am Vormittag zu Fuß nochmals in das Sasso Barisano eintauchen.
Abends auf dem Panoramaparkplatz: Ein Fesselballon liegt ausgebreitet auf der Wiese. Ein Brautpaar möchte gerne „in die Luft gehen“. Doch mangels Thermik fällt die Ballonfahrt aus. Abends haben wir einen traumhaften Blick auf das beleuchtete alte Matera und ein Feuerwerk krönt das Ganze um 22 Uhr.
Hier sagen sich Hase und Fuchs gute Nacht. Da läuft doch in der Dämmerung seelenruhig ein Fuchs über den Platz und setzt sich zum Fotografieren in Positur. Es treffen noch zwei weitere Mobile (Engländer) ein.


   |   Tages KM: 78   |   GPS Nord: 40°40'14"   |   GPS Ost: 16°37'06"

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Montag, 5.10. Matera – Strand bei Massafra

Schon morgens werden wir um 6.40 Uhr durch Motorengeräusche geweckt und verschlafen schauen wir aus dem Fenster. Zuerst kommt ein PKW mit drei jungen Leuten, dann der Kleinbus vom Ballonfahrtunternehmen. Die Sonne kommt bereits hinter den Hügeln hervor. In Windeseile wird der Ballon startklar gemacht und schon bald entschweben die Ballonfahrer. Ich erkundige mich beim „Bodenpersonal“ über die Preise so einer Fahrt. 129 € p.Pers. aber alles ist ausgebucht. Nächstes Wochenende findet ein Ballonfestival statt, mit Ballonfahrern vieler Nationalitäten.
Vormittags fahren wir nach Matera, nach Sasso Barisano. Wir durchstreifen nochmals zu Fuß diesen Stadtteil und wundern uns über die selbst um 10 Uhr noch geschlossenen Geschäfte. In Barisano gibt es Flaniermeilen mit exklusiven Bekleidungsgeschäften.
Gut gefallen hat uns auch die Kirche St. Giovanni Battista. Ohne barocken Putz, da kommt das Kreuzgratgewölbe mit den reich ornamentierten Kapitellen und den kleinen Seitenaltären gut zur Geltung.
Im Palazzo Lanfranchi ist das Nationalmuseum untergebracht mit Gemälden bekannter ital. Maler. Anziehungspunkt ist das Riesengemälde von Carlo Levi, das in einer Sonderausstellung gezeigt wird. Levi hat die sozialen Zustände in den Sassi der 30er Jahre gemalt. An der gegenüber liegenden Wand hängen die SW Fotos der Personen, die er auf das Gemälde gebannt hat. In den anschließenden Räumen können noch weitere Fotos aus der Zeit betrachtet werden. Dieses Gemälde muss man betrachtet haben, so viel Trostlosigkeit!
Doch für heute haben wir genug gesehen und fahren zum Stellplatz zurück. Verladen den Roller und fahren zurück ans Meer. Um einen geeigneten Stellplatz für die Nacht zu finden nehmen wir vier Anläufe. In der Nachsaison haben einige Plätze bereits geschlossen, oder sind Anglertreffpunkt. Der einzige CP (ohne Internetzugang)will für die Benutzung seiner sehr schmutzigen Sanitärräume 15 € die Nacht. Nein danke, da stehen wir lieber frei!


   |   Tages KM: 111   |   GPS Nord: 40°31'16"   |   GPS Ost: 17°05'09"

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Dienstag, 6.10. Massafra Strand - Grottaglie

Der hier flach ins Meer abfallende, menschenleere Sandstrand gefällt uns ausgesprochen gut. Ihn genießen wir, bis am späten Nachmittag dunkle Wolken heraufziehen. Wir beschließen der Töpferstadt Grottaglie einen Besuch abzustatten. Einen geeigneten großen Parkplatz finden wir leicht, indem wir dem Hinweis „Quartiere delle Ceramiche“ nachfahren. Auf dem zentrumnahen, bewachten Parkplatz wollen wir auch übernachten. Alsbald marschieren wir los zu den Töpferwerkstätten die sich am Hang befinden. Doch längst steigt kein Rauch mehr aus den Brennöfen, heute geht alles elektrisch. Fast alle Töpfereien tragen den Namen „Fasano“. Neben den Werkstätten befinden sich die Verkaufsläden mit einer großen Auswahl an Figuren, Tellern, Schalen, Bechern und Weihgefäßen. Von klassisch über kitschig – für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. Da hätten meine selbstgetöpferten Tonfiguren, die ich unlängst wegen Hässlichkeit in den Müll geworfen habe, auch Liebhaber gefunden!
In der Dämmerung bummeln wir nochmals durch die Gassen, die alten Kandelaber verbreiten ein stimmungsvolles Licht. Bei sommerlichen Temperaturen sitzen wir draußen bei Pizza und Wein – so soll es in Italien sein!!!
Nun ist der Parkplatzwächter auch am Platz, kassiert 5 € für die Übernachtung und veranlasst, dass wir um parken – so hat er uns besser im Blick. Morgens könnte es etwas Störendes geben. Was, das können wir seinen ital. Worten nicht entnehmen. Vielleicht wachen wir morgens umgeben von Marktständen auf!


   |   Tages KM: 35   |   GPS Nord: 40°31'58   |   GPS Ost: 17°25'38

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Mittwoch, 7.10. Grottaglie - Sant Isidore

Um 5 Uhr versammeln sich die Mitarbeiter der Müllabfuhr unterhalb von unserem Parkplatz. Doch schon bald sind sie mit ihren Fahrzeugen on tour und wir können getrost noch ein wenig weiterschlafen. Beim Verlassen des Parkplatzes winkt uns der Parkplatzwächter freundlich hinterher.
Peter hat als nächsten Stopp die Drehbücke in Taranto ins Navi eingegeben. Taranto empfängt uns mit einer riesigen Dunstglocke. „Haarsträubend“ fahren wir an den parkenden Fahrzeugen in 2. Reihe vorbei. Wo sind bloß die Fahrer, mal schnell einen Kaffee trinken? Punktgenau führt uns das Navi an die Brücke und welch ein Glück, eine Parkmöglichkeit ist für uns am Straßenrand vorhanden. Wir lösen 2 Stunden am Parkautomaten und machen eine Stadtbesichtigung – ohne Museen. Laufen durch das alte Taranto auf der Castellseite bis zur Kathedrale. Durchstreifen enge Gassen mit reichlich renovierungsbedürftigen Palazzi aus einer „besseren“ Zeit. Manche Gassen sind so eng, dass grad mal ein Roller passieren kann. Mit dem Plan der Touristeninfo geht es jetzt zum Platz Garibaldi, weiter durch eine prächtige Fußgängerstr. bis zu einem Brunnen, dann wenden wir uns dem Meer zu und haben bald unser Mobil am Lungomare Emanuele II erreicht.
Mühsam führt der Weg aus Taranto heraus zur Küstenstraße. Wir kurven an einer felsigen Küste entlang, dazwischen kleine Sandbuchten. Aber auch hier ist trotz 25 °C die Badesaison vorbei. Nur die Bootbesitzer fahren noch zum Angeln raus. Bewölkter Himmel, dann ist ein Abstecher nach Manduria fällig. Hier gibt es eine kleine Besonderheit, einen Kalvarienberg. Der Künstler hat aus Tonfiguren und Scherben von Keramikgegenständen und Spiegeln ein kleines Kunstwerk geschaffen. Wir kaufen noch einen größeren Vorrat an Brot, denn die nächsten Tage wollen wir frei am Strand stehen – Einkaufsmöglichkeiten wahrscheinlich nicht vorhanden.
Beim Torre Squillace steht schon ein Camper in einer einsamen Bucht. Obwohl Schilder besagen, dass seit dem Aug. 2014 das Parken hier vom 1.3. bis 31.10. nicht erlaubt ist, wollen wir auf dem Platz übernachten. Ob Ordnungshüter uns von hier vertreiben werden?


   |   Tages KM: 126   |   GPS Nord: 40°14'08   |   GPS Ost: 17°54'46

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Donnerstag, 8.10. Sant Isidoro Ruhetag

Reger Gedankenaustausch mit netten Mobilfahrern aus Österreich. Weil die Bucht so traumhaft ist und die Wetteraussichten sehr gut, beschließen wir noch einen weiteren Tag – trotz Verbotsschilder- zu bleiben. Abends gehen wir gemeinsam mit den Österreichern in die kleine Trattoria „Da Rocca“ essen. Das Risotto mit Meeresfrüchten schmeckt oberlecker und nach ein paar Gläsern Rotwein sind wir mit Hans und Beatrix per Du.
Diese Nacht schlafe ich „traumhaft gut“ (höre keine Hunde und Meeresrauschen) – lag das vielleicht am Rotwein?


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Freitag, 9.10. Sant Isidoro Ruhetag

Bewölkter Himmel, aber trocken. So erkunden wir zu Fuß, entlang des kleinen Fahrwegs an der Küste, die Gegend. Alle paar Meter entdecken wir Hirtenhütten, kleine mit Feldsteinen errichtete Hütten. Diese sorgten im Sommer für Kühle in der Mittagsglut und bei Regen Schutz vor Nässe. Der Himmel klart auf und wir beschließen einen weiteren Tag zu bleiben. Ich backe einen Kuchen und unsere sportlichen Nachbarn haben in Porto Cesáreo einen Fischmarkt ausfindig gemacht. Sie fahren mit dem Roller Fische kaufen, ich koche Kaffee und decke den Kaffeetisch für unsere Gäste. Während Peter und Hans mit zwei Italienern eine Runde Boccia spielen, gehe ich schwimmen – Badetemperaturen heute immerhin noch 22,5°C.
Gegen Abend werden die Fische im Freien gebraten. Sie müssen aber im Mobil verzehrt werden, da inzwischen der Wind zunimmt und Regenwolken herantreibt.


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Samstag, 10.10. Sant Isidoro - Gallipoli

Heute wollen wir weiter. Die niederländischen Mobilfahrer, die vorgestern hier eintrafen, gaben uns einen CP Tipp vor Gallipoli – mit Internetzugang!!! Seit gut 10 Tagen sind wir mit unserem Reisebericht nicht auf dem Laufenden. Italien hinkt, was die Internetmöglichkeiten auf CP und in Restaurants betrifft, immer noch nach. Marokko „ein Entwicklungsland“, ist da schon viel weiter!
Auf dem Weg nach Gallipoli fallen uns bei Santa Maria al Bagno die palastartigen Ferienhäuser auf. Sie liegen hinter schmiedeeisernen Toren, Kamera überwacht, in kleinen Parklandschaften – hier wohnen die Reichen und Schönen?
Wir erreichen den CP „La Masseria“ bevor sich der Himmel „ausschüttet“. Es regnet kräftig, mit heftigem Gewitter, über Stunden. Eine Waschanlage ist ein Witz dagegen, leider fehlt die Seife. Aber wir sitzen im Trockenen und machen Büroarbeit. Nach dem Regen müssen erst einmal vom CP-Personal die Plätze „trocken gelegt“ werden.
Der CP bietet einen kostenlosen Shuttledienst in die Altstadt von Gallipoli an. Doch der Himmel schaut nach dem Regen immer noch nicht gut aus – so verschieben wir den Ausflug auf morgen Vormittag.
Wissenswertes: Wer hat nicht schon einmal den Ausspruch gehört: „Du bist wohl von der Tarantel gestochen“, wenn Jemand sich überaus lebhaft aufführt.
Die Tarantella – ein lebhafter ital. Volkstanz entstand aus dem Tarantismus – der Hysterie die in Italien vom 15. – 17. Jh. auftrat. Angelblich sollten Opfer eines Tarantel Bisses sich heilen können, indem sie so heftig tanzten, dass sie das Gift ausschwitzten. Die Tarantella wird in dieser Gegend noch getanzt.



   |   Tages KM: 33   |   GPS Nord: 40°04'30   |   GPS Ost: 18°00'30

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Sonntag, 11.10. Gallipoli - Lido Marini

Mit dem Shuttlebus fahren wir für 2 Stunden in die Altstadt von Gallipoli. Die Sonne scheint wieder vom blauen Himmel, so als wäre nichts gewesen! Ein Altstadtbummel selbst am Sonntag ist ein Erlebnis, denn alle Geschäfte haben geöffnet. Außer den Restaurants und Cafés wartet auch der Fischmarkt auf Kunden. Einheimische flanieren in ihrem Sonntagsstaat durch die Gassen.
Am Spätnachmittag (Formel 1) fahren wir weiter zu unserem nächsten Übernachtungsplatz. Die Einheimischen nutzen die „Mordsbrandung“ nach dem Gewitter von gestern für einen Sonntagsausflug.


   |   Tages KM: 38   |   GPS Nord: 39°51'05   |   GPS Ost: 18°10'28

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Montag, 12.10. Lido Marini - Santa Cesarea

Heute wieder bestes Strandwetter – das Meer hat sich beruhigt. Die Sonne strahlt und das Meer hat noch 21°C. Es kommen doch tatsächlich noch einige Badegäste. Am Nachmittag geht’s weiter. Das erste Stücken auf unserer Weiterfahrt sehen wir noch Sandstrände, dann wird die Küste felsiger. Wir machen einen Stopp bei der Teufelshöhle, der „Grotta Diavolo“. Bei Capo Santa Maria di Leuca endet das Ionische Meer, nun ist die Adria erreicht. Doch am Capo ist die Zufahrt für Busse und Reisemobile gesperrt, so fällt für uns der Besichtigungsstopp aus. Wir durchqueren kleine Orte, und einmal über die Promenade von Castro – immer oberhalb am Meer entlang. Schmale, sehr steile Fahrwege führen zu den Wohnhäusern am Hang hinab. Wir trauen uns nicht, einen der unten liegenden Orte anzufahren. Wie das in der Hauptsaison gehen soll, wenn auf den markierten Parkstreifen PKW stehen – einspurig mit Gegenverkehr? Kurz vor unserem Übernachtungsplatz gibt es noch eine Tropfsteinhöhle anzuschauen – die Grotte Zinzulusa. Doch in der Nachsaison ist diese bereits um 16 Uhr geschlossen.
Am Torre di Miggiano stehen wir ruhig über Nacht. Nur die Autos der Angler kommen vorbei.
Sport der ital. Männer: Sie stehen stundenlang am Wasser und werfen ihre Angel aus. Doch meistens fangen sie nur ganz kleine Fischlein.


   |   Tages KM: 58   |   GPS Nord: 40°01'52   |   GPS Ost: 18°27'01

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Dienstag, 13.10. Santa Cesarea - San Cataldo

Schon um 8 Uhr fallen uns die vielen Busse auf, die Richtung Santa Cesárea Terme kurven. Auf unserer Weiterfahrt streifen wir den Ort und am Ortsausgang stehen sie dann, die Busse. Heute Kurtag für die Italiener! Besonderes Fotomotiv im Ort ist das Restauranthotel im maurischen Stil auf einem Felsen.
Unser nächster Stopp gilt der Altstadt von Otranto. Eine mächtige Burg überragt den Hafen. Im Altertum war für Rom diese Stadt wichtig, für den Handel mit Kleinasien. Nach den Römern kamen 1070 die Normannen, dann 1480 die Türken. Sie ermordeten die Einwohner, die ihren christlichen Glauben beibehalten wollten. Im Dom sind die Knochen der Märtyrer in einer kleinen Kappe hinter Glas aufbewahrt. Am sehenswertesten ist aber das Fußbodenmosaik auf dem Kirchenboden. Szenen aus der biblischen Geschichte hat „Bruder Pantaleouis“ von 1163 bis 1165 in mühevoller Puzzlearbeit geschaffen. Wie mögen ihm abends die Knie wehgetan haben?
Weiter entlang der Küste gelangen wir am frühen Nachmittag zu unserem heutigen Übernachtungsplatz am Meer, einem Strand vor San Cataldo. Morgen wollen wir uns Lecce ansehen, bekannt als „Florenz des Barocks“ in Süditalien.


   |   Tages KM: 60   |   GPS Nord: 40°22'28   |   GPS Ost: 18°18'51

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Mittwoch, 14.10. San Cataldo - Ostuni

Heute Morgen großes Aufgebot der „Müllmänner“ - am Strand des nahen Naturschutzparks große Reinigungsaktion. Es packt sie nicht die „Arbeitswut“, sie gehen es ganz gemächlich an - den ganzen Picknickmüll ihrer Landsleute zu beseitigen.
Über eine Schnellstraße ist Lecce schnell erreicht. Im Umland von Lecce wird weicher Tuffstein abgebaut, aus ihm sind zahlreiche Bauwerke in der Stadtmitte zu bewundern. Wirtschaftliche und künstlerische Blütezeit erlebte die Altstadt zwischen 1550 und 1750. Damals erhielt die Altstadt auch ihr heutiges barockes Aussehen. Durch das alte 20 m hohe Stadttor „Porta Napoli“ betreten wir die Altstadt. Schlendern an Adelspalästen vorbei und werfen einen Blick auf die verschnörkelten Fassaden. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind ausgeschildert, so kann man nichts verpassen. Der Schutzheilige der Stadt Lecce, Sant‘ Oronzo blickt von seinem Sockel auf die Reste des röm. Amphitheaters.
Ein Anziehungspunkt ist auch die Straße der Cartapesta, der Pappmasché Künstler. Früher wurden hier die Krippenfiguren der „armen Leute“ gefertigt, die für aus Holz geschnitzte Figuren nicht das nötige Kleingeld besaßen. Die Figuren sind detailgetreu aus ganz einfachem Material hergestellt. Ein Drahtgestell in Form eines Körpers wird mit Stroh umwickelt. Kopf, Hände und Füße sind aus Ton. Zum Schluss wird die Bekleidung aus Pappmasché um den Körper geformt, in feinsten Formen und Falten modelliert. Nach dem Trocknen werden die Figuren angemalt und leicht gebrannt, was den Figuren den typischen Lecceser Glanz verleiht.
Die Stadt lebt durch die vielen kleinen Geschäfte. Weil wir am Friedhof parken, machen wir noch einen Besuch und bewundern die Grabkapellen, die wie kleine Paläste ausschauen.
Da es heute außerordentlich stürmisch ist, beschließen wir nicht am Meer, sondern in Ostuni zu übernachten. Von Lecce führt eine Autobahn um Brindisi herum, dann weiter an der Küste entlang nach Bari. Wir verlassen diese bei Torre Pozella. Der Weg nach Ostuni führt durch riesige Olivenhaine – die Ernte kann beginnen, die Netze unter den Bäumen sind ausgebreitet.
Unser Parkplatz (ohne Gebühr ab 15.9.) bietet sich für eine Stadtbesichtigung und Übernachtung an. Ostuni wirkt durch die Touristen sehr belebt, denn um 16 Uhr haben alle Geschäfte geöffnet. Wir streifen die kleinen Gassen hinauf zur Kathedrale. Dort hat mir am besten die große Fensterrose über dem Eingangsportal gefallen. Die barocke Verzierung der Fensterrose symbolisiert die Zeit. 24 Strahlen mit 24 Außenbögen für die 24 Stunden des Tages, 12 Innenbögen für die Monate, die Christusfigur im Zentrum ist von 7 Engelsköpfen umgeben, entsprechend der Zahl der Wochentage.
Schön ist ein Bummel durch die Gassen in den Abendstunden, bergauf und bergab.



   |   Tages KM: 122   |   GPS Nord: 40°43'57   |   GPS Ost: 17°34'54

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Donnerstag, 15.10. Ostuni - Alberobello

Der starke Wind hat nicht nachgelassen und treibt dunkle Wolken vor sich her. Bei Regen ist es an der Küste weniger interessant. So fahren wir ins „Trulli-Land“, nach Alberobello.
Es geht bergan, durch Oliven- und Weinberge. Schon unterwegs fallen uns diese ulkigen Trulli-Häuser auf.
Unseren ersten Stopp wollen wir in Martina Franca machen, doch leider finden wir wieder einmal keinen geeigneten Parkplatz. In Locorotondo (es ist Mittagszeit) haben wir es leichter und parken nahe der Altstadt in einer Seitengasse. Mit Schirm spazieren wir durch die schön gepflasterten Gassen mit den weiß getünchten Häusern. Alles im Schnelldurchlauf, denn der Regen wird immer heftiger. In einem Café verschnaufen wir.
Bis Alberobello ist es nicht mehr weit, wir fahren auf einen Sosta-Camper. Von hier sind es nur wenige Schritte in das Zentrum der Trulli-Häuser. Wer hat sie als Italien-Tourist noch nicht gesehen, diese Rundhäuser, mit ihren kegelförmigen Dächern? Erbaut aus hier gebrochenen Kalk ohne Mörtel. Die Mauern und Öffnungen sind meist weiß getüncht, die steinernen Dachziegel entweder roh, oder mit religiösen, heidnischen oder magischen Symbolen bemalt. Anlegen ließ sie im 17. Jh. ein Graf, um die Steuern zu sparen, die sein Lehnsherr für gemauerte Häuser verlangte.
In vielen dieser Gebäude befinden sich heute Souvenirläden. Und die vielen Touristen die kommen sorgen für Umsatz.


   |   Tages KM: 72   |   GPS Nord: 40°46'59   |   GPS Ost: 17°14'02

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Freitag, 16.10. Alberobello - Polignano

In den frühen Morgenstunden zieht ein heftiges Gewitter mit langanhaltenden Regengüssen über Alberobello hinweg, es ist schwülwarm – wir können keinen Schlaf finden. Unsere größte Sorge: Hoffentlich „säuft“ unsere Kabeltrommel unter dem Mobil nicht ab. Wir stehen unten am Hang, eine kleine Mauer staut die Regenmassen. Es dämmert bereits als das Gewitter endlich abzieht. Wir öffnen die Fenster, lassen frische Luft hinein und fallen in einen Tiefschlaf.
So starten wir erst um 10 Uhr zu unserer Weiterfahrt. Es regnet inzwischen wieder. Bei Fasano gibt es Höhlenwohnungen und eine Höhlenkirche anzuschauen. Doch der Park Lama d´Antico ist nur nach vorheriger Anmeldung geöffnet. Dafür lohnt ein Museumsbesuch mit den Sammlungen der antiken Stadt Egnazia. Die Besiedlung dieser Stadt reicht bis in die Bronzezeit (XII Jh. v. Chr.) zurück. In Vitrinen sind Tonschalen, Glasgefäße, Schmuck und Münzen ausgestellt. Das „Schmuckstück“ aber ist der Rest von einem schönen Mosaikboden, es zeigt die „ 3 Grazien“. Bilder an den Wänden erklären auch ohne Sprachkenntnisse der ausgestellten Fundgegenstände.
Um die Mittagszeit gönnen wir uns eine längere Pause – die Regenwolken verziehen sich. Monopoli ist nicht weit und wir parken am Hafen für einen Altstadtbummel. Viele Fischer beladen ihre Boote, sie wollen zum Fischfang raus. Wir streifen durch die Gassen, eine interessanter als die andere, und schauen in die Kathedrale Madonna della Madia. Innen überrascht uns ein Hochaltar, der über eine Treppe zu erreichen ist. Das Altarbild zeigt Maria mit dem Jesuskind.
Die Legende: Mit einem Floß soll das Bild vor langer Zeit nach Monopoli gekommen sein - ein „Wink vom Himmel“? Eine Kathedrale wurde für das Bild gebaut. Beim Treppenaufgang ist auf alten Gemälden diese Geschichte dargestellt.
Weiter geht es zu unserem heutigen Übernachtungsplatz nach Polignano. Wir parken beim Stadion an der Promenade. Über die schön angelegte Promenade oberhalb der Klippen, gelangt man in die Altstadt. Die wollen wir uns morgen Vormittag anschauen. Abends kommen etliche PKW und parken, die Insassen schauen aufs Meer. Um 24 Uhr tritt dann Ruhe ein.


   |   Tages KM: 56   |   GPS Nord: 40°59'33   |   GPS Ost: 17°13'57

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Samstag, 17.10. Polignano - Cala del Pantano

Walkertreff der sportlichen Stadtbewohner und auch die Hundebesitzer haben die Promenade zu ihrem Revier erklärt.
Nach dem Frühstück spazieren wir über die Promenade in die schöne Altstadt. Noch liegen die engen Gassen verwaist, nur wenige Touristen streifen wie wir umher. Die ersten Cafés öffnen, einige haben ihre Terrassen direkt auf die Klippen oder in den Grotten darunter angelegt. Leider haben wir keinen Stadtplan. Sonst hätten wir bemerkt, dass sich hinter dem alten Stadttor, am Ende der Altstadt, das schönste Fotomotiv befindet: Alte Häuser auf dem Klippenrand, darunter das tiefblaue Meer.
Zurück am Mobil – parkt ein Polizeifahrzeug neben uns. Einheimische sind mit den zwei Polizisten (Mann und Frau) im Gespräch. Ein Einbruch? Nein, so erläutert man uns, wir haben unerlaubterweise an der Promenade geparkt. Doch wo ist das Parkverbotsschild? Aha, 50 m weiter links um die Ecke – bei der Zufahrt am Station nicht zu sehen. Die Polizisten verweisen uns auf die Parkplätze am Stadion, keine 20 m von uns entfernt – dort ist parken erlaubt. Doch alles Reden hilft nichts. Es werden bei Zahlung binnen 5 Tagen 60 €, danach 85 € fällig. Zu zahlen bei der Polizeiverwaltung, die von Polignano liegt 20 Min. Fußmarsch von hier in der engen Altstadt. Wir lassen uns den Weg beschreiben, denn mitnehmen wollen uns die „netten“ Polizisten nicht. Doch erst einmal heißt es um parken. Auf unserem Fußmarsch in die Altstadt sehen wir unzählige PKW die im absoluten Halteverbot parken. Wo bleiben da die Ordnungshüter? In der Polizeiwache nimmt die gleiche Dame, die uns den Strafzettel verpasst hat, unsere Zahlung entgegen – welch ein Hohn!!! Wir traben zurück, von dieser Stadt haben wir vorerst die „Nase“ voll. Und wer steht auf unserem alten Parkplatz? Ein einheimischer PKW – ob der auch einen Strafzettel erhält?
Auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz am Meer werden wir erst nach einigen Anläufen fündig. Nicht so richtig zum Baden geeignet, denn große Steine am Strand und im Wasser sind mehr was für Angler.


   |   Tages KM: 75   |   GPS Nord: 41°13'58   |   GPS Ost: 16°32'11

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Sonntag, 18.10. Cala del Pantano - Torre Pietra

Schon vor Sonnenaufgang (7 Uhr) kommen die Fischer. Peter zählt 23 Boote auf dem Meer.
Wir fahren ins Binnenland, zum Castel del Monte. Das Navi führt uns durch eine sehr fruchtbare Landschaft. Wir sehen Gemüseanpflanzungen, dann wieder Wein- und Olivenplantagen. Schon von weitem leuchtet uns die Krone Apuliens, das Castel del Monte, entgegen. Ein achteckiges Schloss des Stauferkaisers Friedrich II (1194-1250). Die Acht als Zeichen der Unendlichkeit, der Verbindung zwischen Himmel und Erde? Im Inneren gibt es zwei Stockwerke mit je 8 Sälen mit Rippengewölbe, einige mit Marmor ausgelegt. Nur 10 Jahre konnte sich Friedrich II an seinem schönen Schloss erfreuen, denn 1250 stirbt er. Später siegt Karl von Anjou gegen Friedrichs Sohn Manfred, dieser stirbt in der Schlacht. Seine Söhne, Friedrichs Enkel, lässt Karl von Anjou, der spätere Karl I, lebenslänglich im Castel del Monte einsperren.
Sonntag und Sonnenschein, so wollen wir schnell an einen Strand. Hinter der Stadt Barletta sollen sich Sandstrände befinden. Der Weg führt mitten durch Barletta und heute am Sonntag ist der „Teufel“ los – Jung und Alt sind auf den Beinen. Natürlich hält sich niemand an die Parkverbotsschilder – man ist froh, einen Parkplatz im Zentrum ergattert zu haben. Mit Gegenverkehr, an Falschparkern vorbei, passieren wir diese Engstellen. Nach dem Hafen erblicken wir den kilometerlangen Sandstrand, mit einer von Palmen gesäumten Promenade. Wer von den Barlettanern nicht in der Stadt ist, fährt hier Inliner oder Fahrrad. Auch weiter hinten ist der Strand zugeparkt, heute großer Anglerwettbewerb? Als wir endlich etwas finden, ist es uns am Strand zu windig – es reicht nur für einen langen Spaziergang. So geht die Stellplatzsuche weiter. Gegenüber den Salinen bei Margherita di Savoia sollen sich einige Sosta Camper befinden. Doch die haben bereits geschlossen – Wintersaison. Endlich, bei Torre Pietra parken wir hinter einem kleinen Kirchlein und stehen frei. Der Strand hat zwischen Molen einige sandige Badebuchten, doch bei nur 19°C ist uns nicht nach baden.


   |   Tages KM: 111   |   GPS Nord: 41°25'13   |   GPS Ost: 16°02'26

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Montag, 19.10. Torre Pietra - San Govanni

Wir fahren auf die Halbinsel Gagano. Nicht die Küstenorte sind unser heutiges Ziel, sondern Städte an der alten Pilgerstraße. In Serpentinen schraubt sich unsere Straße auf 590 m in das Städtchen Rignano. Der Weitblick von hier am Belvedere belohnt den Besucher. Die Landschaft hier oben ist „steinreich“, wer mag die Steine zu Steinmauern aufgeschichtet haben?
Über San Marco in Lamis erreichen wir San Giovanni Rotondo, Heimatstadt von Pater Pio (1887-1968). Dieser einfache Kapuzinermönch wurde durch zahlreiche Wunderheilungen weltbekannt. Seine Bilder und Segenssprüche finden sich in Italien überall – zwischen Brenner und Palermo in Taxis und Supermärkten, Wohnzimmern und Tankstellen, Restaurants und Büros. Pater Pio wurde 1999 durch den Papst selig gesprochen. Über 7 Mio. Pilger besuchen jährlich die Basilika Santa Maria delle Grazie mit dem Grab des Paters. Beeindruckt haben mich Pilgergruppen, die mit Liedern und Gebeten in ihren Landessprachen die Kirche belebten – sehr berührend. Nur wenige Schritte entfernt liegt die neue Basilika San Pio da Pietrelcina, Enzo Piano baute diese riesige Kirche. Die Ausmaße sind gewaltig, wie wir es bereits von anderen Wallfahrtskirchen kennen. Auf dem Weg zur unteren Kapelle haben mir an den Wänden die überlebensgroßen Mosaikbilder mit Szenen aus der biblischen Geschichte ausgesprochen gut gefallen – Gesamteindruck freundlich und hell.
Der Sohn vom Sosta Camper „Coppa Cicuta“ (unten im Ort) berichtet, dass die riesigen Gebäude in San Giovanni Krankenhäuser sind, diese sind weit über die Grenzen des Gargano für ihren „guten Ruf“ bekannt. Der Sosta Camper bietet gegen eine geringe Gebühr einen Shuttledienst zu den Kirchen an.


   |   Tages KM: 85   |   GPS Nord: 41°41'43   |   GPS Ost: 15°42'16

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Dienstag, 20.10. San Govanni Ruhetag

Wir haben schlechtes Wetter: Regen, Nebel und Sturm – so legen wir einen Büro Tag ein. Das Internet funktioniert an diesem Platz und so wird der Reisebericht der letzten 10 Tage aktualisiert.
Gestern haben wir Hannelore, eine Einzelfahrerin aus Hannover kennengelernt. Sie wartet hier schon seit einigen Tagen auf die Lieferung eines Alkoven Fensters, das ihr der ADAC aus Deutschland schicken will. Kommt es heute, dann will Peter ihr beim Einbau behilflich sein.
Hannelore hat Glück, mittags kommt das Fenster und am Nachmittag hat sie wieder „Durchblick“. Wir vertreiben uns die Zeit im Mobil mit Lesen, denn es wird immer kälter – inzwischen nur noch Außentemperatur 12°C, wie in Deutschland


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Mittwoch, 21.10. San Govanni - Vieste

Es war eine gute Entscheidung gestern einen Ruhetag einzulegen, denn heute haben sich Wolken und Regen verzogen. So ist die Aussicht von hier oben genial. Der erste Stopp gilt heute dem Erzengel Michael in Monte Sant‘ Angelo. Der Legende nach erschien der Erzengel Michael im 5. Jh. dreimal, um den Bau einer Kirche zu fordern. Unter dem Hauptaltar der Grottenkirche (86 Stufen hinab) ist sein Fußabdruck zu sehen. Jedes Jahr kommen über 5 Mio. Pilger. Just als wir die Grotte betreten, wird eine Messe in unserer Landessprache gehalten, so können wir Wort für Wort verstehen. Die Messen werden rund um die Uhr in den Sprachen der Pilger abgehalten. Außer mehreren Altären und dem reliefverzierten Bischofsthron befinden sich eine Marmorstatue des Erzengels und eine heilige Quelle in der Erscheinungsgrotte.
Interessant fand ich eine Ausstellung im angrenzenden Votiv-Museum. An den Wänden hängen die Votivgaben, darunter viele naive Bilder, die von gesundeten Kranken gemalt und gespendet wurden.
In Serpentinen geht es nun vom großen Parkplatz hinab nach Mattinata. Am Südrand von Monte Sant‘ Angelo grüßen winzige Reihenhäuser, in denen schon im 16. Und 17. Jh. Menschen wohnten.
Wir wollen auf der Küstenstraße weiter nach Vieste. Ausblicke auf die schroffen Felsen mit ihren Grotten und kleinen Sandstränden dazwischen und das blaue Meer belohnen unsere kurvenreiche Fahrt. Das Wahrzeichen von Vieste ist der Pizzomunno (Spitze der Welt), ein weißer Riesenfels, der am gleichnamigen Strand vor der Steilküste aus dem Sand aufragt. Wir finden einen Parkplatz Fuß nah der Altstadt. Treppauf und Treppab schlängeln sich die Wege. So viele Restaurants und Cafés habe ich bisher in noch keiner Stadt in Italien gesehen. Die Touristen der Hotels und Campingplätze an den langen Sandstränden vor und hinter Vieste lassen in der Hauptsaison die „Kassen klingeln“. Doch jetzt, Ende Oktober, ist um die Mittagszeit fast alles geschlossen.
Unser Übernachtungsplatz liegt an einer Felsenküste 3 km hinter Vieste.



   |   Tages KM: 97   |   GPS Nord: 41°54'18   |   GPS Ost: 16°09'02

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Donnerstag, 22.10. Vieste - Lanciano

In der Nacht setzt wieder heftiger Regen ein und erst gegen Morgen regnet es weniger. Keine schönen Aussichten für eine Küstenfahrt.
Péschici liegt auf einen Felsensporn und soll eine sehr schöne Altstadt besitzen. Doch wo parken? Es gibt eine Umgehungsstraße, die wir und unser Navi „verpassen“. So werden die Straßen ins Zentrum immer schmaler und die Ausschilderung spärlicher. Dann endlich, ein Wegweiser der uns aus dem Gassengewirr rausführt. Zwar wieder zurück, doch bald über die Umgehungsstraße von Péschici steil hinab zu einem riesigen Sandstrand. Dort parken und in die Stadt hinauf steigen? Oder mit dem Roller bei leichtem Nieselregen? Nein, Péschici werden wir uns ein anderes Mal ansehen!
Die Landschaft wird flacher und fruchtbarer. Wir kommen an einem Binnensee vorbei, dem Lago di Varano. Hier sollen viele Vögel ihre Brutplätze haben. Die SS 16 führt uns neben der Autobahn am Meer entlang. Durch den heftigen starken Wind herrscht eine mächtige Brandung – kein Strandwetter. Wir machen einen Abstecher nach Lanciano. Dort gibt es ein Wunder zu bestaunen.
Hier kurz die Geschichte. Im 8. Jh. n. Chr. zelebrierte ein Mönch in der kleinen Kirche des St. Legonziano die heilige Messe. Er hegte Zweifel an der wirklichen Gegenwart des Leibes und Blutes Christi, in Form von Wein und Brot. Da geschah das Wunder in den Händen des Priesters - die Hostie wurde zu lebendigem Fleisch und der Wein verwandelte sich in lebendiges Blut – zu der Größe einer Hostie. Noch heute ist dieses „Heiligtum“ in einer Vitrine am Marmoraltar zu besichtigen. Es wurden verschiedene Gutachten über die Echtheit der Reliquien erstellt, das letzte 1970. Darin heißt es: Das Fleisch ist wirklich Fleisch, das Blut ist wirkliches Blut.
Wir übernachten auf dem großen Parkplatz unterhalb der Altstadt, von wo man mit einem Fahrstuhl bequem die Altstadt erreicht.
Ärgerlich sind nur die hohen Bogenlampen, die den Parkplatz bei Dunkelheit taghell erstrahlen lassen – wir kommen uns vor wie auf einem OP-Tisch.


   |   Tages KM: 228   |   GPS Nord: 42°14'03   |   GPS Ost: 14°23'30

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Freitag, 23.10. Lanciano - Montefiore

Eigentlich wollen wir auf unseren Touren die Autobahnmaut vermeiden und nehmen die SS 16 Richtung Norden. Doch nachdem eine Großstadt die andere ohne Übergang ablöst, wir uns nur durch die Städte mit viel Verkehr und Ampeln quälen, wechseln wir nach 1 ½ Stunden Fahrzeit auf die Autobahn. Das Meer war ohnehin nur an wenigen Stellen durch die Häuserfluchten zu sehen.
Da heute die Sonne scheint, unternehmen wir eine Tour durch das gebirgige Binnenland. Bei Pedaso fahren wir ins Landesinnere. Fast auf jedem Hügel befindet sich eine kleine alte Stadt, die es zu entdecken gilt. Besichtigungsstopps in Altidona, Moresco, Monterubbiano, Petritoli und Montefiore dell’Aso (siehe Bilder). Im letzten Ort fahren wir zum Übernachten auf einen kleinen Stellplatz bei einer Sportanlage.
Straßen in Italien: Sehr selten haben wir in einem Land so schlechte Straßen angetroffen wie in Italien. Urplötzlich ist ein Teil der Straße weggebrochen, ohne einen Hinweis darauf. Schlaglöcher waren oft bis zum 15 cm tief. Man muss ständig wachsam sein, damit am Fahrzeug nicht größere Schäden entstehen.


   |   Tages KM: 180   |   GPS Nord: 43°03'05   |   GPS Ost: 13°44'55

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Samstag, 24.10. Montefiore - Fano

Trotz Sonne ist es für einen Strandtag viel zu ungemütlich und wir starten durch bis Fano. Diesen Stellplatz kennen wir bereits von vorherigen Übernachtungen. Doch was ist heute am Samstag los in Fano? Die PKW parken an allen erdenklichen Stellen, sogar auf dem Reisemobilstellplatz. Ganz Fano scheint auf „den Beinen“ zu sein. Wäre nicht ein kleineres ital. Mobil für uns in eine kleinere Parklücke gefahren, es hätte schlecht um einen Stellplatz für uns ausgeschaut. Um 13 Uhr löst sich „alles auf“, die Insassen der PKW kehren schwerbepackt zurück und fahren fort. Denn fast alle Geschäfte sind über die Mittagszeit geschlossen.
Wir führen nette Gespräche mit Inge und Peter aus Pfaffenhofen, ihr Freund ist fleißiger Leser unserer Homepage.
Gegen 16 Uhr zieht es die Einheimischen wieder in die Stadt. Alle Geschäfte sind bis spät in die Abendstunden geöffnet – man ist unterwegs mit „Kind und Kegel“. Leben pur in Italien!!!


   |   Tages KM: 143   |   GPS Nord: 43°50'45   |   GPS Ost: 13°00'38

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Sonntag, 25.10. Fano - Ravenna

Die netten Bayern aus Pfaffenhofen verabschieden sich und auch wir sind bald on Tour. Der erste Stopp soll in San Marino sein. Eine Schnellstraße führt nach San Marino, dieser „Zwergen Staat“ liegt auf einem Berg. Von dem großen Parkplatz P 13 (Wohnmobile können da auch übernachten) sind es nur wenige Schritte bis zu einer Seilbahn. Diese bringt uns direkt in die Altstadt auf dem Gipfel.
Wichtigste Stätte ist die Basilika di San Marino, in der die Gebeine des Staatsgründers, dem Heiligen Marinus aufbewahrt werden. Der Steinmetz Marinus aus Brindisi flüchtete im IV Jh. vor der Christenverfolgung in die Felseinsamkeit. Seine Gläubigkeit zog weitere Christen an.
Die ersten Urkunden San Marinos stammen aus dem Jahre 885. Im 13. Jh. wurde San Marino unabhängig und schuf sich seine noch heute geltende demokratische Verfassung.
In der Altstadt schlängeln sich die Fußgängerstraßen bergan, in den Auslagen der Geschäfte werden Schmuck, Parfüm, Bekleidung, Handtaschen und Souvenirs präsentiert. Käufer sind genug unterwegs.
Schon bald stehen wir vor der ersten Burg – drei Felsspitzen werden je von einer Burg gekrönt und können erwandert werden.
Mit der Seilbahn geht es bequem zum Parkplatz zurück, und dann steil hinab zur Hauptstraße. Wir nehmen ab Rimini die Autobahn nach Ravenna. Der Stellplatz liegt Stadt nah, aber der Straßenlärm nervt. Hoffentlich wird es nachts ruhiger.


   |   Tages KM: 155   |   GPS Nord: 44°25'24   |   GPS Ost: 12°12'36

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Montag, 26.10. Ravenna - Modena

Von Mitternacht bis 7 Uhr morgens herrscht Ruhe. Am Vormittag wollen wir uns die Sehenswürdigkeiten anschauen.
Ravenna wurde nach dem Niedergang Roms Hauptstadt des weströmischen Reiches (402 n.Chr.) und behielt diese Stellung auch während der gotischen und byzantinischen Herrschaft im 5. u. 6. Jh. Aus dieser Zeit stammen auch die überaus sehenswerten frühchristlichen Mosaiken – heute 1.500 Jahre alt und so gut erhalten. Ein Stadtplan aus dem Reiseführer dient als Orientierung.
Gleich in die erste gewaltige Kirche huschen wir hinein. Sie gehört nicht zu den „Sehenswürdigkeiten“, aber beim Rundgang entdecken wir eine Neapolitanische Krippe – Ausmaß 25 qm. Wer so etwas noch nicht gesehen hat, dem sei erklärt, dass in diesen Krippen nicht nur die Geburt Christi, sondern Handwerker bei der Arbeit, Festlichkeiten und das ganze Dorfleben in vielen kleinen Einzelheiten dargestellt ist. Betätigt man bei dieser Krippe einen Schalter, dann ertönt ital. Musik und nach und nach werden die Figuren, Häuser und der Hintergrund beleuchtet. Das Ganze dauert etwa 10 Min und ist nicht nur für Kinder ein Schauspiel.
San Vitale, die Basilika aus dem 6. Jh. hat wohl die berühmtesten Mosaiken in dieser Stadt. Wir haben das Glück, dass just eine deutsche Schulklasse alles anschaulich erklärt bekommt und wir davon profitieren – die 15 jährigen Schüler/innen scheint es weniger zu interessieren. Was ihre Eltern wohl für diese Klassenreise bezahlen mussten? Auch das Mausoleum dahinter zeigt großartige Mosaiken.
Der Dom, im 5. Jh. erbaut, wurde 1730 im barocken Stil umgestaltet. Interessanter ist das angrenzende Battistero Neoniano. Einstmals ein römisches Bad, mit einem Mosaik von der Taufe Christi im Deckengewölbe. Natürlich werfen wir noch einen Blick auf das Grabmal Dantes, bevor wir San‘ Apollinare Nuovo aus dem 6. Jh. besichtigen. Auch hier bestechen die riesigen sehr schönen Mosaikbilder, beginnend in 4 m Höhe aufwärts. Heute wird das Gebäude für Konzerte genutzt. Den Abschluss bildet ein Kuppelmosaik (5. Jh.) in einer kleinen Kirche (Baptisterium der Arianer). Es handelt von der Taufe Christi mit den kreisförmig angeordneten Aposteln.
Nach so vielen Kunstschätzen stärken wir uns mit einer hier bekannten Köstlichkeit – Piadina. Ein flaches Brot, das wie ein Pfannkuchen aussieht und mit Salat, Käse, Schinken oder ähnlichem gefüllt wird. Gestärkt fahren wir weiter nach Modena. Die Eindrücke von heute wollen verarbeitet werden, für heute keine weiteren Kunstwerke bitte!


   |   Tages KM: 134   |   GPS Nord: 44°39'10   |   GPS Ost: 10°54'38

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Dienstag, 27.10. Modena - Lazise

Heute Morgen wurde die zweistellige Temperatur unterschritten – wir haben nur 8°C Außentemperatur. Vom Stellplatz sind wir in 20 Minuten zu Fuß in der Altstadt.
500 Jahre regierten in Modena die Herzöge d’Este und hinterließen Gemälde und wertvolle Bücher – anzuschauen im Palazzo die Musei. Die Piazza Grande vor den Arkaden des Palazzo Comunale gehört zum UNESCO Weltkulturerbe, zusammen mit dem 88 m hohen Glockenturm. Sehenswert an der Außenwand vom Dom sind die in Stein gemeißelten vier Friese mit Szenen aus dem 12. Jh. Wir machen den Rundweg (wie auf dem Stadtplan empfohlen) und kommen so an allen Sehenswürdigkeiten vorbei. Die Arkadengänge, mit Rundsteinen gepflasterte Wege und Plätze, farblich unterschiedlich angestrichene Häuser mit Fensterläden, Modegeschäfte, Cafés runden das Bild ab – es herrscht ein reges Treiben. Man muss nur aufpassen, dass die allgegenwärtigen Radfahrer einen nicht umfahren. Die Gemäldegalerie der „alten Meister“ hat uns weniger begeistert. Mehr die Markthalle, in der an jedem Wochentag die Marktbeschicker alles Frische fürs Essen appetitlich anbieten.
Wir fahren weiter bis zum Gardasee. Auf einem kleinen Weingut in der Nähe von Lazise wollen wir übernachten. Wir sind überrascht, so viele deutsche Wohnmobile wie hier haben wir seit Wochen nicht auf „einem Haufen“ erlebt.


   |   Tages KM: 118   |   GPS Nord: 45°28'12   |   GPS Ost: 10°45'03

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Mittwoch, 28.10. Lazise (Gardasee) - Sirmione

Bei Regen bietet sich Büroarbeit an, danach ein längerer Spaziergang durch den Ort. Ein Thermalbad in einem großen Park wartet auf Gäste. Auf einem Prospekt kann man mehrere Außenbecken, zwei natürliche Seen (einer davon mit Grotte), eine Wellnessanlage für Massagen und ein Innenthermalbecken erkennen. Was soll der Eintritt kosten? Es gibt nur die Tageskarte: 24 € für die Außenanlagen und 5 € extra für die Innenräume. 29 € pro Person sind uns entschieden zu hoch, zumal die Außentemperaturen heute bei 15 °C nicht zum Aufenthalt im Freien (mit Badebekleidung) verlocken.
So fahren wir weiter, am Gardasee entlang südlich nach Sirmione. Außer Spaziergänge am See (mit Blick auf die Landzunge) und durch den Ort kann man bei dem Wetter wenig unternehmen. Es ist alles grau in grau verhangen – eben Herbst. Traurig denken wir an die vielen schönen Sonnenstunden, die wir in Italien verlebt haben zurück.


   |   Tages KM: 14   |   GPS Nord: 45°27'38   |   GPS Ost: 10°38'01

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Donnerstag, 29.10. Sirmione - Sartinana

Von hier wären wir schnell über den Brenner in Österreich und dann in zwei weiteren Tagen daheim. Aber wir wollen ja noch einen Abstecher zu unseren Kindern und Enkelkindern in die Schweiz unternehmen - und so müssen wir uns Richtung St. Gotthard Tunnel fortbewegen. Wetteraussichten für heute: weiterhin Regen.
Auch heute nur wenige Kilometer. Was mag uns auf dem Stellplatz in Satrirana unweit von Monza erwarten? Der Parkplatzautomat will
15 € für die Übernachtung, es gibt V+E und der Stellplatz liegt relativ ruhig. Der Ort hat sonst nichts zu bieten. Als bleibt als Beschäftigung bei ungemütlichen 15°C nur das Lesen und aus dem Fenster schauen. Um 16 Uhr füllt sich der nahe PKW Parkplatz und auch auf unserem Stellplatz stehen die PKW dicht an dicht (obwohl nur für Womo erlaubt). Die Schule und der nahe Kindergarten haben für heute Schluss. Überwiegend Mütter holen ihre Kinder ab. Diese werden von den Lehrern an die von der Polizei gesicherte Straße begleitet. Auf der anderen Seite nehmen die Eltern die Kinder in Empfang. Nach gut 15 Minuten ist der Spuck vorbei und der Parkplatz leert sich. Einige Mütter benötigen für das Ein- und Ausparken dringend Nachhilfe!
Tipp: Diesen Stellplatz von Montag bis Freitag gegen 16 Uhr nicht ansteuern, Probleme bei der engen Zufahrt durch parkende PKW.
Abends gesellt sich noch ein weiteres Reisemobil zu uns.


   |   Tages KM: 126   |   GPS Nord: 45°42'47   |   GPS Ost: 9°25'08

Freitag, 30.10. Sartinana - Zürich

Heute herrscht Bilderbuchwetter – strahlender Sonnenschein, erst am Mittag wollen wir in Zürich sein.
Wir nehmen die Landstraße bis Como und haben die schönsten Fotomotive am Comer See, doch leider keine Parkmöglichkeit! Beim St. Gotthard entscheiden wir uns für die Passstraße – bei dem Wetter!!! Die relativ neue Passstraße fährt sich hervorragend und belohnt uns mit einer Superaussicht.
Pünktlich erreichen wir den Myhtenquai am Zürichsee um 14 Uhr.
In Zürich wollen wir 6 Tage verbringen und unsere Kinder und Enkelkinder treffen.


   |   Tages KM: 296   |   GPS Nord: 47°42'47   |   GPS Ost: 8°32'10

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31.10. - 6.11. Zürich - Glinde

Über Freiburg und Frankfurt geht es dann mit kurzen Besucherstopps heim, wo wir dann am 6. November eintreffen. Nun hat nach 73 Tagen im Reisemobil der Alltag wieder.

   |   Tages KM: 1014

Zusammenfassung

Das hat uns in Italien gefallen:
Die alten Städte im Binnenland auf Bergrücken und an der Küste – Häuser dicht aneinander gedrückt, dazwischen schmale Gassen.
Wir haben viele schöne Strände entdeckt, die in der Nachsaison fast menschenleer waren.
Das Wetter war im September noch sehr warm (Luft oft über 30°C, Wasser anfangs bei 28°C, dann langsam kälter. Im Oktober nach einigen Regentagen merklich kühler, Luft und Wasser.
Lebensmittel preiswerter als in Deutschland.
In einfachen Restaurants und Pizzeria ist preiswert essen noch möglich, im Café Kaffee und kleines Gebäck sehr günstig.

Das weniger:
Die Straßen waren oft in einem sehr schlechten Zustand, nur die Mautautobahnen waren anstandslos zu befahren.
Um die Mittagszeit ruht alles – auch in den Städten ist „tote Hose“.
In der Nachsaison sind in kleinen Städten und Orten die Restaurants mittags geschlossen (außer am Sonntag, da gehen die Familien essen), Abendessen erst ab 20 Uhr möglich und dann erwartet der Kellner eine Menübestellung. Drei Gänge waren für uns so spät am Abend viel zu viel.
Die Eisenbahn entlang der Küste „schneidet“ für Mobile die Zufahrt zum Strand ab - oft ist die Untertunnelung nur 2.30 m hoch und ist dann auch erst am Tunnel vermerkt.
Die Strände und Picknickplätze sind total vermüllt.
Camping- und Sosta Camper Plätze überwiegend ab Oktober geschlossen, Feriendörfer verwaist und dann auch keine Einkaufsmöglichkeiten mehr. Selbst einfache CP kosten 20 € in der Nachsaison.
Oft keine Parkmöglichkeiten für Mobile in den alten Städten. Bei außerhalb parken benötigt man einen Roller oder Fahrrad.


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