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Russland - 2016

Wir sind dann mal auf dem Weg in die Mongolei Teil 1

Reise Route

In Planung ist: Fähre nach Lettland - Russland - Mongolei - Russland - Kasachstan - Kirgistan - Russland - Georgien - Türkei - Griechenland - Albanien - Montenegro - Bosnien-Herzegowina - Kroatien - Slowenien - Österreich

Alternativ: Griechenland - Italien - Österreich


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Vorbereitungen

Langzeitvisum Russland 90 Tage mit mehrfacher Ein- und Ausreise bei "Visum.net" beantragt.
Für die Mongolei, Kasachstan, Kirgistan und Georgien benötigen wir kein Visum.
Zollerklärungen in Deutsch und Englisch aus dem Internet in ausreichender Anzahl herunter geladen.
Internationaler Führerschein und Internationale Zulassung besorgt.
Langzeit- Auslandskranken- Vers. abgeschlossen (HUK Coburg 174,20 € pro Pers. für diese Reise).
Bestätigung der Nürnberger Vers. über die Voll- und Teilkasko für unsere Reise durch Jahn und Partner.
Grüne Versicherungskarte geordert.
Reiseführer und Landkarten besorgt.
Route mit GPS- Daten für die gesamte Reise ausgearbeitet.
Fähre nach Lettland gebucht bei Stena Line (Travemünde - Liepaja). Vorsaison 219.-€ incl. Kabine und Mahlzeiten.
Damit sparen wir 2 Tage Anfahrt und die Via Toll Box in Polen.
Kontakte zu Reisemobil Fahrern hergestellt, die vor kurzem in Russland und in der Mongolei waren.
Wertvolle Tipps erhalten und Kontakt Adressen gesammelt.
Karte für das Navi (Garmin) Russland - Mongolei – Kasachstan – Kirgistan – Georgien besorgt.
Kontrolle über erforderliche Impfungen durchführen.
Beim Zahnarzt eine gründliche Kontrolle durchführen, nichts ist schlimmer als Zahnschmerzen unterwegs!
Bordapotheke überprüft, wichtige Medikamente für die Reise bevorraten.
Einige Rubel für die ersten Tage besorgen.
Weltkarte für die Rückseite des Mobils anfertigen lassen.
Mit Marina aus Irkutzsk die Stadtführungen planen, Moskau, Kasan, Omsk, Novosibirsk, Krasnojarsk, Irkutsk, Tagesausflug mit der transsibirischen Eisenbahn und einen Ausflug nach Listvanka.
Mit Larissa aus Ulan Ude unser Programm abstimmen, Stadtführung Ulan Ude, Freilicht- Museum,
Besuch bei den Alt-Gläubigen, Besichtigung Kloster Ivolginsk.
Flyer von der Gruppe drucken lassen, deutsch – russisch für unterwegs zum Verteilen.
Alle Mobile von der Werkstatt gründlich inspizieren lassen.
Ein zweites Mobil Telefon mitnehmen für eine russische Telefonkarte.
Funkgeräte durchchecken für ein Problemlose Verständigung unterwegs.
Gas und Wassertank bis an den Rand füllen!
Bord Werkzeug kontrollieren und ausreichend kleine Ersatzteile mitnehmen.
Zwei Reifen Decken mitnehmen, auf der letzten Reise hatten wir 2 mal Plattfuß.
Kleidung für Temperaturen von-5° bis +45° gehören an Bord!
Präsente und Kleidung sammeln für Leute die uns bei Problemen behilflich sind
und sofort…

Aktuelle Reiseberichte findet ihr auch hier: http://www.wirsindunterwegs.com/ die Webseite von Marianne und Uli, sie sind schon seit dem 10. Mai unterwegs und wir werden uns am Baikalsee treffen.

und http://www.susanne-maass-hamburg.de/ die Webseite von Susanne, sie wird uns begleiten.



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29.5. - 31.5. Glinde - Liepaja

Sonntag, 29.5. Glinde – Travemünde
Kaum zu glauben, wir haben alle Vorbereitungen für unsere große Reise in die Mongolei geschafft!
Eine spannende Reise durch Russland, Mongolei, Kasachstan, Kirgisien, Georgien und Türkei liegen vor uns. In gut 4 Monaten wollen wir im Oktober wieder daheim sein.
Nun stehen wir mit Susanne, Harald, Rosemarie und deren Hund Ronja in Travemünde im Hafen und warten auf unser Fährschiff, das uns nach Liepaja (Lettland) bringen soll.
Ich freue mich auf abwechslungsreiche Landschaften, interessante Begegnungen und kennenlernen fremder Kulturen, auch das so unterschiedliche Essen gehört für mich dazu.
2013 waren Peter und ich bereits in Russland und der Ukraine. Bis in die Mongolei, dem Land von Dschingis Khan, haben wir es damals aus Zeitgründen leider nicht geschafft. Das soll in diesem Jahr nachgeholt werden. Bereits seit November ist Peter intensiv mit den Reisevorbereitungen beschäftigt.
Unsere kleine Reisegruppe besteht aus 3 Reisemobilen. Die ich so nach und nach vorstellen werde. Am Baikalsee treffen wir dann auf Marianne und Ulli, sie sind bereits seit gut 2 Wochen uns vorausgefahren.
Die Fähre lässt sich mit dem Entladen Zeit, erst um 20 Uhr können wir an Bord. Für die Überfahrt haben wir 212 Euro bezahlt – einschließlich Außenkabine und Vollverpflegung.
Unsere Kabine befindet sich an Deck 5, vom Oberdeck beobachten wir das Auslaufen der Fähre. Dann stürzen wir uns hungrig in das SB-Restaurant und werden von den reichlichen Angeboten nicht enttäuscht. Sogar Säfte, Kaffee und Tee werden gratis angeboten.
Bei netten Gesprächen vergeht die Zeit bis Mitternacht wie im Fluge.
Wohlig strecke ich mich in unserer 2-Bett-Kabine aus. Nur die Nebengeräusche sind etwas gewöhnungsbedürftig: Es hört sich so an wie in einer Waschmaschine – nur der Schleudergang fehlt!!!

Montag, 30.5. Fährschiff
Sonnenschein weckt uns. Es ist noch zu zeitig fürs Frühstück, so gehen wir schon mal ans Oberdeck „Luft schnappen“. Gemeinsam treffen wir uns zu den Mahlzeiten, die gut und reichlich sind. Während der Zwischenzeiten gestaltet Jeder den Tag nach Belieben mit schlafen, lesen und Gesprächen. Es gibt so viel zu erzählen!
Um 24 Uhr nach deutscher Zeit, oder 1 Uhr Ortszeit erreichen wir Liepaja. Zeitig dürfen wir in unsere Reisemobile, doch vor uns stehen etliche neue Traktoren und von dem einen findet man nicht den richtigen Zündschlüssel.
Endlich geht es von Bord und ein stiller Parkplatz ist nach einigen Kilometern gefunden.
Jetzt wollen wir nur noch schlafen. Ob die Aufregung und die ungewohnte Umgebung das zulassen?


   |   Tages KM: 100   |   GPS Nord: 56°30'43   |   GPS Ost: 21°00'32

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Dienstag, 31.5. Liepaja - Bauernhof in Grenznähe

Obwohl der Platz so ruhig war, haben Rosemarie und ich schlecht geschlafen. Schon um 9 Uhr sind wir alle bereits „on Tour“. Der erste Abschnitt der A 9 fährt sich mittelmäßig. Ab Riga haben wir dann guten Belag unter den Reifen. Es herrscht Sommerwetter, bereits um 11 Uhr haben wir 27°C. Wir durchfahren eine hügelige Landschaft mit grünen Wiesen und Blumen am Straßenrand. Wiesen Kerbel, Hahnenfuß und Barbarakraut bestimmen das Bild. Über alles breitet sich ein blauer Himmel, hin und wieder schimmert durch Mischwald ein blauer See. In Dörfern arbeiten die Bewohner in ihren Gärten – junge Frauen sind mit ihren Kindern zu den Badeseen unterwegs. Auf vielen Masten nisten Störche oder stolzieren auf den abgemähten Wiesen auf Futtersuche umher.
Wir unterbrechen die lange Fahrt (7 Stunden Fahrzeit sind trotz Pausen reichlich) und suchen in Grenznähe einen Übernachtungsplatz. Von der Hauptstr. biegen wir auf einen Fahrweg. Peter fragt einen Bauern nach einer Übernachtungsmöglichkeit vor seiner Scheune. Er ist einverstanden und mit einer Flasche Wein bedanken wir uns bei ihm. Wir Frauen unternehmen mit Ronja einen längeren Spaziergang über die Felder. Bei sommerlichen Temperaturen können wir bis 22 Uhr draußen sitzen. Abends bekommen wir Besuch von einem Motorradfahrer aus Italien. Nachdem er beim Bauern sich eine Übernachtungserlaubnis geholt hat, übernachtet er im Zelt unweit unserer Mobile.
Danke an den Bauern für diesen Super Stellplatz!!!


   |   Tages KM: 513   |   GPS Nord: 56°29'10   |   GPS Ost: 27°46'57

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Mittwoch, 1.6. Bauernhof - Chakhovskaya / Russland

Was mag die nahe Grenze bringen? Noch in Lettland will man alle Dokumente sehen, auch Peters Führerschein. Ein Griff in die Geldbörse – doch das Fach ist leer! Alles Suchen hilft nichts, der Führerschein ist unauffindbar. Ob ich auch meinen Führerschein vorlegen darf? Ja! So können wir schon bald die Grenze passieren, mit Peter als Fahrer.
An dem ersten Kontrollposten an der russischen Grenze haben wir Harald und Rosemarie aus den Augen verloren – sie kommen einfach nicht. Probleme? Inzwischen werden wir ungeduldig. Die Grenzbeamtin fordert uns zum Einsteigen in die Mobile auf. So rücken wir Schritt um Schritt vor. Ich unternehme einen letzten Versuch zu Fuß Richtung Lettischer Grenze zu gehen. Vielleicht entdecke ich das Reisemobil von Harald und Rosemarie. Doch schon nach 50 m ertönt ein schriller Pfiff aus einer Trillerpfeife. Oh Schreck! Ich blicke mich vorsichtig um – man winkt mich zurück. Hoffentlich bekomme ich wegen dieser „Tat“ keine Unannehmlichkeiten bei der weiteren Grenzabwicklung!
Passkontrolle – die Personen werden erfasst. Vorher mussten Ein- und Ausreisezettel aufgefüllt werden. Für das Mobil sind andere Formulare auszuschreiben. Unsere bereits vorbereiten Formulare sind nicht korrekt – so machen wir uns erneut an die Arbeit.
Dann steigen zwei Personen vom Zoll mit Peter ins Mobil, etliche Staufächer und Schränke müssen von ihm geöffnet werden. Dann ist die Garage dran. Oben auf den Kartons mit den Kleiderspenden liegen die Blumenkübel für Marina. Die Beamtin will wissen was das ist. Den Begriff für Blumenpflanzen kenne ich auf Russisch nicht. Doch als Peter die Gefäße aufstellt, fällt auf der anderen Seite „der Groschen“.
Inzwischen treffen Harald und Rosemarie ein. Bald halten Peter und ich alle Dokumente in den Händen – die Reise durch Russland kann für uns beginnen. Für alle Formalitäten benötigten wir etwa 2 Stunden.
Während wir noch auf unsere Freunde warten, schaut Peter nochmals in alle Fächer seiner Geldbörse. Und schon bald hält er mir freudestrahlend seinen Führerschein entgegen. Ich hätte schwören können, dass wir beide alles mehrmals durchgesehen und ihn nicht entdeckt haben.
An der russischen Grenze wurde nicht nach dem Führerschein gefragt!!!
Nach 45 Minuten wird es Zeit für den ersten Tankstopp. Umgerechnet kostet 1 Liter Diesel etwa 50 Cent. Die Tankstelle ist sehr modern eingerichtet mit Kaffeeshop – Visazahlung kein Problem.
Nach kleiner Stärkung geht es weiter Richtung Moskau. Sommerliche 23 °C, das Landschaftsbild ist ähnlich wie in Lettland – doch Ackerbau fehlt gänzlich. Auch gibt es so gut wie keine Dörfer entlang der M9. Mal ist der Straßenbelag wellig, dann wieder gut. Wir kommen gut voran, benötigen dennoch heute 7 Stunden Fahrzeit.
Wir fahren auf den gleichen Übernachtungsplatz wie vor 3 Jahren – 150 km vor Moskau. Heute haben wir die Uhr um eine weitere Stunde vorgestellt. Doch wie sich am nächsten Tag herausstellt, hat Russland seit 2 Jahren die Sommerzeitumstellung abgeschafft.
Übernachtung auf dem LKW-Rastplatz kostet 100 Rubel – das sind umgerechnet 1,33 €.
Es ist nachts überraschend ruhig – keine An- und Abfahrten von LKW.


   |   Tages KM: 512   |   GPS Nord: 56°02'14   |   GPS Ost: 35°29'12

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Donnerstag, 2.6. Chakhovskaya - Moskau Camping

8.55 Uhr, Moskau wir kommen!!! Je mehr wir uns Moskau nähern, umso dichter wird der Verkehr. Jeder Fahrer ist auf schnelles Vorankommen bedacht. So wechseln sie blitzschnell die Spuren von rechts nach links außen und umgekehrt. Unsere Mobilfahrer müssen höllisch aufpassen.
Gegen Mittag erreichen wir den CP im Sokolniki-Park. Hier wollen wir 3 Nächte bleiben. Schon bald sitzen wir in der Tram die uns zur nächsten Metro-Station bringt. Wir wollen „auf eigene Faust“ Moskau erkunden. Mehrmals steigen wir an den Metro-Bahnhöfen aus um die schönen Mosaikbilder, Figuren und Stuckverzierungen zu bewundern.
Anmerkung: Viele der unterirdischen Stationen sind Paläste der Kunst. Die Skulpturen, Wandreliefs und Mosaiken wurden von führenden sowjetischen Meistern erschaffen.
Zum Abschluss fahren wir zum „Roten Platz“. Erblicken sehenswerte Gebäude wie: das Bolschoi-Theater, das Kaufhaus GUM, die Basilius Kathedrale und den Kreml.
Beeindruckt hat uns der Wechselgesang von Frauen und einem Mann während eines Gottesdienstes in der Kasan Kathedrale, unweit vom „Roten Platz“.
Fuß müde kehren wir zum CP zurück.
Tipp: Für alle Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Moskau eine 3 Tageskarte (400 Rubel) in der Metrostation lösen. Wir benötigten lediglich für die Tram eine Einzelkarte (50 Rubel zu lösen beim Schaffner) vom CP bis zur Metro.


   |   Tages KM: 156   |   GPS Nord: 55°48'57   |   GPS Ost: 37°40'34

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Freitag, 3.6. Moskau Camping

Heute ist Nadja unsere deutsche Reiseleitung für Moskau. Übers Internet haben wir Kontakt aufgenommen und sie hat uns über ihre Reiseagentur Eintrittskarten für den Kreml besorgt. Seit kurzem hat jede Reiseagentur in Moskau nur ein geringes Kontingent an Eintrittskarten. Wie verabredet holt Nadia uns kurz nach 9 Uhr am CP ab. Mit der Tram fahren wir zum Raumfahrt-Museum und bewundern die gewaltigen Außenanlagen. U.a. befindet sich im Museum der erste Sputnik, der 1957 in die Umlaufbahn geschossen wurde. Im Park wurde eine Büste von Jurij Gagarin aufgestellt, er absolvierte 1961 den ersten bemannten Raumflug. Mit der Metro fahren wir zum „Roten Platz“. Hier stehen unterirdisch lebensgroße Bronzefiguren aus den Bereichen: Arbeit, Sport, Forschung und Verteidigung Vaterland.
Auf dem Stadtrundgang führt Nadja uns an etlichen alten Gebäuden vorbei und erklärt anhand von diesen die Geschichte Moskaus. Beeindruckend ist die Basilius-Kathedrale. Sie wurde von Zar „Iwan des Schrecklichen“ nach der Eroberung der Tataren-Hauptstadt Kasan errichtet.
Nun wird es Zeit für die Kreml-Besichtigung.
Der Kreml ist die wichtigste und beliebteste Touristenattraktion der Stadt, rund 80.000 Besucher pro Tag lassen sich von seinen Sehenswürdigkeiten verzaubern.
Nach einer strengen Kontrolle betreten wir den Kreml. Die wichtigste Kathedrale ist die Maria–Himmelfahrts-Kathedrale. Der prunkvolle Innenraum ist mit Fresken aus der biblischen Geschichte und wertvollen alten Ikonen ausgestattet. Diese Kathedrale war wichtiger Schauplatz von Krönungszeremonien, Begräbnissen und Siegesfeiern. Wir schauen uns noch die Erzengel Michael Kathedrale an. Außer einer riesigen Zarenkanone gibt es noch die Zarenglocke, größte Glocke der Welt und 202 Tonnen schwer, auf dem Gelände zu bewundern. Der Platz vor dem Regierungspalast von W. Putin ist abgesperrt. Als wir gegen Mittag das Kreml-Gelände verlassen, fahren etliche verdunkelte Staatslimousinen von diesem Platz.
Wir essen im GUM. In der obersten Etage gibt es mehrere SB Restaurants. Die Gerichte kommen schnell und preiswert auf den Tisch und WC-Benutzung kostet nix. Mussten wir doch gestern im Tiefgeschoß des GUM den „Rubel rollen“ lassen.
Mit der Metro fahren wir zur größten Kathedrale Moskaus, der Christi-Erlöser-Kathedrale. Die alte Kathedrale ließ Stalin 1931 sprengen, um an ihrer Stelle einen gigantischen Palast zu bauen. Doch technische und finanzielle Probleme vereitelten die Pläne. 1990 fing man an mit privaten Spenden(150 Mio. Dollar) diese Kathedrale originalgetreu wieder aufzubauen. Sie liegt auf einem Hügel.
Wenige Schritte von dort erblickt man die Moskwa. Von einer Brücke ergeben sich gute Fotomotive. Auf der einen Seite liegt der Kreml auf der anderen Seite ein übergroßes Schiffdenkmal, welches Zar Peter dem Großen gewidmet ist.
Mit einem Kaffeehausbesuch beenden wir für heute unsere Tour. Wir bedanken uns bei Nadia, die uns über ihre Stadt so viel Wissenswertes zu berichten wusste.
Heute haben wir SIM-Karten für Telefon und Internet gekauft und einen größeren Betrag in Rubel umgetauscht – Kurs 1 € = 74,80 Rubel
Unsere Reiseführerin Nadja (Nadezhda Krasikova) führt gerne Touristen durch ihre Stadt. Kontakte unter: krasikova@gmail.com.


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Samstag, 4.6. Moskau Camping

Heute kann Jeder machen was er will! Susanne möchte in die Gemäldegalerie „Neuer Meister“. Wir anderen machen einen Besuch im Jelissejewskij Magasin – ein Delikatessengeschäft, in dem schon zu Zar Zeiten eingekauft wurde. Der Petersburger Grigorij Jelissejewskij eröffnete Ende des 19. Jh. in Moskau einen Feinkostladen. Die Innenausstattung ist prächtig – vom Jugendstil bis zum Moskauer Barock.
Um den Ismailowsskij-Park zu erreichen müssen wir mehrmals die Metro wechseln. Als wir den Bahnhof verlassen ziehen sehr dunkle Gewitterwolken auf und es fängt an zu regnen. Wir alle haben weder Regenjacken noch Schirme eingepackt. In einem Kaufhaus finden wir Unterschlupf. Ab und zu vergewissern wir uns, ob es noch regnet – ja.
Harald kleidet uns ein. Mit grünen und blauen Plastikregenmäntel bekleidet machen wir den Parkbesuch. Diese Mäntel leisten uns gute Dienste, den sie schützen auch vor kaltem Wind. Mehrmals noch werden sie am Nachmittag aus- und angezogen.
Im Ismailowsskij-Park tummeln sich nicht nur Touristen, sondern auch viele Einheimische. Inmitten der nachgebauten Kreml-Kulisse befinden sich eine alte Holzkirche, drei Museen, etliche Restaurants und hunderte von Souvenirkiosken mit jeder Menge Kunst und Kitsch. Ein riesiger Flohmarkt - an einem Nachmittag kann man unmöglich alles gesehen haben!
Heute wird geheiratet, Braupaare flanieren mit ihren Gästen über das weitläufige Gelände.
Erst gegen 18 Uhr kommen wir zum Platz zurück – reichlich müde. Eigentlich war beabsichtigt um 21 Uhr uns „Moskau bei Nacht“ anzuschauen. Doch bei diesem wechselhaften Wetter ziehen wir es vor den Abend im Mobil zu verbringen.


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Sonntag, 5.6. Moskau - Susdal

Schon zeitig um 7.30 Uhr verlassen wir Moskau - haben keinen Fahrstress und kommen zügig voran. Wir wollen das bekannteste aller Klöster Russlands, das Kloster Sergijew Posad besichtigen. Schon von weitem leuchten uns die goldenen und blauen Türme des Klosters entgegen.
Im 17. Jh. war das Kloster neben dem Zaren der reichste Grundherr Russlands. Zaren und Bojaren machen dem Kloster kostbare Geschenke, so dass das Kloster die weltgrößte Sammlung von Meisterwerken altrussischer Kunst haben soll.
Die Klosteranlage ist von einer starken Mauer umgeben und rundum durch Wehranlagen gesichert. Man betritt die Anlage durch das Heilige Tor. Die Fresken im Durchgang erzählen aus dem Leben des heiligen Sergej. Heute am Sonntag sind viele Pilger und Besucher unterwegs. In den Kirchen finden Gottesdienste statt. Die Gläubigen bekreuzigen und verneigen sich oftmals gen Altar. So ein Gottesdienst kann gut 4 bis 5 Stunden dauern – stehend.
Gewaltige Männerstimmen stimmen Gesänge an. Wir sind alle beeindruckt von der Frömmigkeit der Gläubigen – darunter auch der sehr jungen Besucher.
Wer seinen Lieben daheim etwas mitbringen will, kann aus der Brunnenkapelle das heilige Wasser abfüllen.
Nur 120 km sind es bis Susdal. Obwohl wir diese Strecke schon einmal gefahren sind, hatten wir sie nicht in so schlechter Erinnerung – 80 km davon sind wellig mit vielen Schlaglöchern. Eine einsame Landschaft mit nur wenigen Straßendörfern. Wovon mag die Bevölkerung hier leben? Wenig Ackerland, dafür riesige Ställe. Da, wo es hügeliger wird geht unser Blick weit ins Land – drüber ein blauer Himmel mit weißen Wolken.
Um 15 Uhr ist Susdal erreicht. Dieser Ort wird auch als „Hauptstadt des Goldenen Rings“ bezeichnet und steht mit seinen über 100 historischen Bauwerken unter Denkmalschutz. Auf einem Rundgang kann alles bewundert und einige Klöster besichtigt werden.
Tipp: Das kleine Freilichtmuseum auf der anderen Flussseite. Mit einer Sammlung von Kirchen, volleingerichteten Bauernhäusern, Speichern und Windmühlen aus der näheren Umgebung abgebaut und hier wieder aufgestellt. Alles aus Holz und über 150 Jahre alt geben einen guten Eindruck wie man damals gelebt hat.
Abends sitzen wir noch bei Susanne auf „ein Gläschen“ beisammen. Wir trinken auf die „Schlafmütze“ und den „Pechvogel“ des Tages. Wein lässt uns die schlechten Straßen vom heutigen Tag vergessen.
Regen trommelt leise auf unser Dach. Es ist 22 Uhr – gute Nacht!


   |   Tages KM: 270   |   GPS Nord: 56°25'53   |   GPS Ost: 40°26'42

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Montag, 6.6. Susdal - Gorohovels / Nikolaus Kloster

Ein Glück, dass wir schon gestern alles besichtigt haben, denn der starke Regen lädt nicht zu Besichtigungsspaziergängen ein. Nach einer guten Stunde habe wir Wladimir erreicht.
Mit den Mobilen umrunden wir das „Goldene Tor“. Der letzte erhaltene Eingang vom Kreml und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und liegt etwas abseits.
Großfürst Wladimir gründete 1108 diese Stadt. Seine Nachfolger bauten Kirchen und Klöster und siedelten Handwerker und Kaufleute an. Von Festungsmauern umgeben war sie nahe zu uneinnehmbar. Wahrzeichen der Stadt ist mit ihren 5 Zwiebeltürmen die Kathedrale Maria Himmelfahrt. Die Demetrius Kathedrale aus den 12. Jh. ist wegen ihrer über 1000 Steinfiguren an der Außenfassade sehr eindrucksvoll.
Heute können die Maria-Himmelfahrts-Kathedrale und die Demetrius-Kathedrale von außen besichtigt werden – montags Ruhetag.
Dann folgt ein Einkaufserlebnis im Supermarkt Globus. Die Ausmaße und Angebote sind riesengroß, sogar Leberkäse gibt es an der Wursttheke. Etwas Ähnliches (mit 72 Kassen) habe ich in Europa noch nicht gesehen. Es gibt einfach alles!!!
Mit gut gefüllten Kühlschränken treten wir die Weiterfahrt gen Osten über die M 7 an.
Trotz Regen hat die Landschaft ihren Reiz. Überwiegend flache Landschaft mit Birkenwäldern, hübsche farbige Holzhäuser mit Verzierungen um Fenster und Türen in den Straßendörfern – dann wieder Hügel rauf und runter.
Für heute ist in Gorokhovels Schluss mit der Fahrerei. Wir parken vor einem Frauenkloster und starten alsbald unsere Besichtigungstour. Im Frauenkloster müssen wir Frauen uns außer dem Kopftuch noch einen Wickelrock umbinden. Das Nikolauskloster liegt auf einem Hügel, auch hier ist Besichtigung möglich.
Der Regen hat aufgehört, die Sonne kommt raus und auch die Mücken.


   |   Tages KM: 201   |   GPS Nord: 56°12'23   |   GPS Ost: 42°40'42

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Dienstag, 7.6. Nikolaus Kloster - Rabotka an der Wolga

In der Nacht sind wir alle um 22 Uhr vom Dorfplatz auf einen Firmenparkplatz an der Klyazma umgezogen. Die Dorfjugend von Gorokhovels trifft sich anscheinend abends auf dem Dorfplatz vor dem Frauenkloster um laut Musik zu hören.
Bereits um 5 Uhr ist es taghell. Ein Parkplatzwärter fegt den Platz, die ersten Arbeiter treffen mit ihren PKW um 7.30 Uhr ein. Zeitig verlassen wir den schönen ruhigen Stellplatz.
Es ist trocken. Heute wollen wir knapp 200 km fahren, dann ist eine Übernachtung an der Wolga geplant. Wir freuen uns auf einen freien Nachmittag. Doch der LKW-Verkehr hindert uns am raschen Fortkommen. Das Navi führt uns auf die Umgehung der großen Industriestadt Nizhniy Novgorod. Eine Baustelle mit einspuriger Verkehrsführung bringt den Verkehr fast zum Erliegen. Es geht „Auge um Auge“ und „Zahn um Zahn“. Etliche Male spinnen die Navis – sollte man sich doch mehr auf die Ausschilderung von Kasan verlassen?
Peter erinnert sich an den Ort Rabotka und schon zweigen wir von der M 7 ab. Erst geht es durch den verschlafenen Ort, dann ein kleiner Erkundigungsfußmarsch und schon stehen wir auf festem Untergrund direkt an der Wolga. Sie ist der mächtigste Strom Europas und 3.530 km lang, wichtigste Wasserstraße für Touristenverkehr und Gütertransport und auch für ihren Fischreichtum bekannt.
Wir haben ein zauberhaftes Plätzchen mit Blick auf den Fluss – hoffentlich bleibt es auch am Abend so ruhig.


   |   Tages KM: 175   |   GPS Nord: 56°02'40   |   GPS Ost: 44°37'26

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Mittwoch, 8.6. Rabotka - Tsivilsk

Wetter am Morgen: Himmel bedeckt, 8° außen und 17° innen – kein richtiges Sommerwetter!
Der heutige Vormittag ist frei: Ausschlafen, ein langes Frühstück und aufs Wasser schauen.
Die Männer reparieren „Pechvogels“ Reisemobil. Harald und Rosemarie machen Womo-Reisen seit vielen Jahren. Sie waren u.a. schon in Mauretanien, Senegal, USA und Mexico unterwegs. Mit diesem Allrad MAN erfüllten sie sich einen langersehnten Traum. Zurzeit mehr „Frust als Lust“ – es ist die erste längere Reise mit ihrem „Traummobil“.
Seit Sonntag lässt sich die Besteckschublade mit dem Magnetverschluß nicht öffnen. Alle bisherigen Versuche verliefen zwecklos. Heute Vormittag machen Harald und Peter sich an die Arbeit die Reparatur vorzunehmen. Der Backofen wird ausgebaut, die Schulblade provisorisch repariert. Der Rest soll beim Hersteller erfolgen. Nun funktioniert wieder alles – schauen wir mal wie es nach der nächsten „Rüttelstrecke“ aussieht!
Start der Weiterreise um 13 Uhr. Die Landschaft ist bezaubernd: Birkenwälder in sattem Grün mit blauen Lupinen davor. Leider rauscht bei Tempo 90 so ziemlich alles an uns vorbei. An einer Polizeikontrolle werden wir angehalten. Harald, der als letzter fährt, wird gebeten seine Pässe vorzuzeigen. Das ist leider nicht möglich, denn die Schublade lässt sich schon wieder nicht öffnen. Und der Tresorschlüssel für die Pässe liegt in der verschlossenen Besteckschublade. Susanne, die russisch schon richtig gut drauf hat, kommt ihnen zu Hilfe. Sie zeigen den Polizisten unseren Flyer und Susanne zeigt auf ihr Bild – die Polizisten schmunzeln. Nach langer Diskussion werfen die Polizisten noch einen bewundernden Blick in den MAN, verzichten auf die Pässe und geben sich mit unserem Flyer zufrieden. Dann kann die Fahrt weitergehen.
Weil sich auch am Nachmittag die reparierte Schublade nicht öffnen lässt, denken die Männer die ganze Fahrt über eine weitere Reparaturmöglichkeit nach. Nun fehlt nur noch ein geeigneter Rastplatz für das Vorhaben und die Nacht. Wir alle können uns über Funk verständigen. Von weitem erblicken wir eine Stadt mit größeren Kirchtürmen. Vielleicht ein Kloster mit Parkmöglichkeiten davor? Wir finden das Kloster in einer ruhigen Seitenstraße und parken ist auch möglich. Während die Männer reparieren, besichtigen wir Frauen die Klosteranlage. Schon bald ist uns klar, dass es sich hier um ein Frauenkloster handelt. Den Gottesdienst in der kleinen Holzkirche dürfen wir nicht besuchen, man weist uns ab. Fehlen die Röcke oder die Frömmigkeit? Die Männer haben die Reparatur erfolgreich zum zweiten Mal abgeschlossen. Rosemarie wird mit dem Einräumen beauftragt. Draußen hält ein kleiner Lieferwagen, der Fahrer spricht ein paar Brocken deutsch. Nach dem Abendessen schließt sich ein kleiner Spaziergang durch den Ort an. Im Schutze der Klostermauern schlafen wir behütet ein.


   |   Tages KM: 219   |   GPS Nord: 55°52'35   |   GPS Ost: 47°28'26

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Donnerstag, 9.6. Tsivilk - Kasan - Nizhnie Yaki

Wir versorgen unsere Mobile mit Trinkwasser. Dann statten wir dem Kloster noch einen weiteren Besuch ab, lauschen von außen dem schönen Gottesdienstgesang und verabschieden uns von dem deutschsprachigen Einheimischen, der uns schon gestern in ein Gespräch verwickelte. Wir denken, dass er in der DDR seinen Militärdienst abgeleistet hat.
Im Sonnenschein geht die Fahrt weiter nach Kasan. Wir parken bei der großen Sportarena – gegenüber vom Kreml. Marsel, unser Stadtführer, erscheint pünktlich um 13 Uhr.
Kasan blickt auf eine über1000 jährige Geschichte zurück. In der Stadt leben 1,1 Mio. Menschen: Tataren, Russen und Moslems. Das erklärt auch den Baustil.
Wir gehen zunächst in den Kreml. Marsel erläutert uns die wichtigsten Gebäude. Anlässlich der 1000-Jahr-Feier 2005 wurde die Kul-Scharif-Moschee nach 9 Jahren Bauzeit fertiggestellt, auch Touristen dürfen sie betreten. Sehr schön, besonders von innen, ist die Maria-Verkündigung Kathedrale. Über den „Schiefen“ Turm weiß unser Stadtführer einige Legenden zu berichten. In der Kremlstr. befinden sich weitere sehenswerte Gebäude, dann schließt sich ein Bummel durch die Hauptgeschäftstraße an. Markengeschäfte, Souvenirläden, Cafés und Restaurants reihen sich dicht an dicht. Es gibt noch ein altes Tatarenviertel, welches sehr interessant ist – mit vielen restaurierten Gebäuden. Während der 3 Stunden Stadtführung kann man nur einen kleinen Eindruck von Kasan erhalten. Ein Tag reicht unmöglich aus, um alles in dieser schönen und sauberen Stadt gesehen zu haben.
Wir empfehlen hiermit unseren Stadtführer Marsel Urazaev gerne weiter: Marsel-82@mail.ru
Heute wollen wir noch ein gutes Stück Strecke schaffen und fahren 130 km, bis 19 Uhr. Dann biegen wir von der M 7 in den kleinen Ort Nizhnie Yaki ab. Am Dorfplatz finden wir drei geeignete Stellplätze. Die Dorfjugend und etliche Personen laufen an unseren Mobilen vorbei und „bestaunen“ uns. Verständigung ist so gut wie nicht möglich. Da Susanne mit offener Tür zum Dorfplatz steht, ist sie „Ansprechperson“ für alle Interessierten.
Von der nahen Moschee ruft der Muezzin abends zum Gebet. Einige Stunden später ertönt über den gleichen „rauschenden“ Lautsprecher Tatarengesang. Gesangseinlage extra für uns?


   |   Tages KM: 272   |   GPS Nord: 55°38'13   |   GPS Ost: 51°03'22

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Freitag, 10.6. Nizhnie Yaki - Malakhovo

Wir parken vor einem Kriegerdenkmal. Und was ich sehe stimmt mich nachdenklich. Auf der einen Tafel ist anschaulich anhand einer Landkarte erklärt, von wo im 2. Weltkrieg die Verstärkung der russ. Truppen zum Kampf vor Moskau kam – nämlich von hier. Wie viele Mütter, Frauen und Kinder mögen in diesen Dörfern um die Gefallen geweint haben?
Rosemarie berichtet: Gestern Abend klopfte es an ihre Tür. Ein junges Mädchen mit Vater stand davor.
Das Mädchen hat in der Schule Englisch gelernt und möchte ihre Kenntnisse nun anwenden. Das Gespräch klappte recht gut, wie Rosemarie berichtet. Der Vater war sicherlich sehr stolz auf seine Tochter. Ja, Sprachen können verbinden!
Als ein „Brot Auto“ vorbeifährt, halten wir es kurzerhand an. Der Fahrer will uns kein Brot verkaufen. Weist aber mit der einen Hand die Dorfstr. hinunter und sagt: „Magazin“. Alsbald machen wir uns auf den Weg. Das Magazin, ein kleiner Einkaufsladen, besteht aus einem etwa 20qm großen Raum. Hinter der Theke steht eine Verkäuferin, davor drei ältere Frauen. Nach einem Gruß fragt man nach unseren Wünschen. Wir möchten ein Brot bitte - das können Susanne und ich schon auf Russisch sagen. Auf dem Abakus zeigt sie mir den Betrag. Da muss ich passen, denn mit so einer Rechenmaschine kenne ich mich nicht aus. So schütte ich sämtliches Kleingeld auf den Tresen. Die Verkäuferin nimmt sich 25 Rubel, das sind 35 Cent. Außer gekühlten Getränken, Suppen, Tomaten, Gurken, Wurst und Käse kann man auch Nägel und halbhohe Gummistiefel kaufen. Diese tragen im Ort alle Frauen. Mir sind sie leider zu groß – es fehlen die dicken Socken.
Heute sind die Außentemperaturen im zweistelligen Bereich und die Sonne zeigt sich von der besten Seite. Zügig starten wir die Weiterfahrt, für heute sind keine Besichtigungen geplant. Mittags halten wir auf einer Raststätte. Wir bestellen „Lackmann“, eine Art Eintopf und für Harald Schaschlik. Für 200 Rubel (2,70 €) pro Person werden wir satt.
Die Landschaft ist leicht hügelig wie im Allgäu. Äcker werden bestellt, schwarzbunte Kühe weiden auf sattem Grün, Schäfer ziehen mit ihren Ziegen- und Schafherden umher, erstmals Tannenwälder und viele Blumen leuchten in den Farben: weiß, blau und gelb. Wir haben viel LKW-Verkehr und auf der einspurigen Straße müssen unsere Fahrer beim Überholen höllisch aufpassen. Die letzten 20 km vor unserem heutigen Übernachtungsplatz haben wir viele Bodenwellen, manchmal fehlt der Belag gänzlich. Der aufgesuchte Übernachtungsplatz einer Autobahnraststätte überzeugt uns nicht und so fahren wir noch weitere 15 km. Glücksgriff - Stellplatz in einer Seenlandschaft. Angler, Vogelgeschrei, traumhafter Blick über die Seen, Quarkspeise mit Walderdbeeren – was kann es uns doch wieder gut gehen!!!
Heute haben wir 2 Zeitzonen durchfahren – Differenz zu Deutschland jetzt 3 Stunden.


   |   Tages KM: 486   |   GPS Nord: 57°51'55   |   GPS Ost: 54°46'58

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Samstag, 11.6. Malakhovo - Gulag Perm36 - Kungur

Heute haben wir viel Ausflugverkehr – alle Großstädter wollen ins Grüne. Morgens um 10 Uhr haben wir schon 21°C. Am Straßenrand werden Pflanzen für Gärten verkauft. Wir quälen uns durch Perm und passieren etliche Brücken über einen Stausee. Einige Angler sitzen in Schlauchbooten und hoffen auf einen guten Fischfang, Holz wird getreidelt. Die Landschaft wird hügeliger, wir befinden uns in den Ausläufern des Urals. Aus 200 m Höhe geht der Blick weit ins Land – ein bisschen wie im Schwarzwald mit Tannen, Wiesen und Seen.
Mittags erreichen wird das Gulag-Museum Perm 36. Angeblich eines der letzten Arbeitslager (im Sprachgebrauch Arbeitsbesserungsanstalt) - 1943 errichtet und 1987 geschlossen. Man konnte schnell in so einem Lager ohne Gerichtsverhandlung landen, es genügte unentschuldigt dem Arbeitsplatz fernbleiben oder mehrmaliges Zuspätkommen. In diesem Lager waren bis zu 500 Häftlinge untergebracht. Diese wurden zum Bau eines Kanals und Holzfällerarbeiten eingesetzt. Unter schweren Voraussetzungen hatte jeder Häftling 3 cbm am Tag zu schaffen. Die Unterbringung erfolgte in einfachen Baracken mit nur 14 Toiletten für 500 Personen. Gesichert war die Anlage durch etliche Zäune (auch mit Strom) und Wachtürme. Beim Übergang vom Arbeits- in den Wohnbereich erfolgte eine genaue Untersuchung der Häftlinge am Kontrollpunkt – mehrmals täglich. Es gab hier 2 Lager. Im Lager 2 hatte man für den „Freigang“ nur 4 qm Fläche als Auslauf, umgeben von 3 m hohen Zäunen und Stacheldrahtabdeckungen. Nach Stalins Tod 1953 saßen hochrangige Mitglieder staatlicher Organe (Polizei, Geheimdienst, Richter) ein. Besuche der Angehörigen waren nur einmal jährlich 3 Stunden bis 3 Tage möglich. Bei der längeren Möglichkeit gab es Zimmer und eine Küche für die Verpflegung). 1972 verschärfte man die Alarmsysteme für politische Häftlinge.
Mit einem Audioführer in deutscher Sprache wurden uns umfangreiche Informationen übermittelt.
Die ganze Führung hat eine gute Stunde in Anspruch genommen. Wie ein Häftling über 38 Jahre das überleben konnte ist mir ein Rätsel!
Das Wetter ist sehr wechselhaft, Sonne und dann wieder starke Regenfälle. Die Stadt Chusovov hat katastrophale Straßen, es reiht sich ein Schlagloch an das andere. Auch die Weiterfahrt zu den Eishöhlen von Kungur ist beschwerlich. Der Parkplatz ist gut von einheimischen Fahrzeugen belegt. Rosemarie und Susanne haben Glück und können noch an einer Besichtigung der Eishöhle um 18 Uhr teilnehmen. Die Touren für Morgen sind bereits alle ausverkauft – so heißt es an der Kasse.
Die zwei kommen nach 1 ½ Stunden enttäuscht zurück, denn in der Eishöhle gab es kein Eis. Peter und ich hatten bereits 2013 die Eishöhle (mit Eis) besichtigt.


   |   Tages KM: 365   |   GPS Nord: 57°26'22   |   GPS Ost: 57°00'27

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Sonntag, 12.6. Kungur - Jalyn am See

Sonntags wird länger geschlafen und erst um 10 Uhr ruft Peter zur Weiterfahrt. Heute ist Nationalfeiertag in Russland – Tankstellen und Supermärkte haben dennoch geöffnet. Die heutige Tankstelle will die Literangabe oder den genauen Betrag wissen, bevor man die Tanksäule zum Tanken freigeschaltet. Wie genau gehen die Tankanzeigen und wieviel passt noch in den Tank? Wir bezahlen alle mit Visa-Card und Unterschrift. Nur bei Susanne will man den PIN wissen. Schlechte Erfahrung bei kleinen Beträgen? Dabei hat sie mit ihrem Mobil für nur umgerechnet 10 € getankt.
Wir kaufen in einem kleinen Supermarkt ein und sind überrascht wie gut selbst die kleinsten Geschäfte ausgestattet sind. Verhungern müssen wir in Russland nicht!!!
Gegen Mittag erreichen wir unseren Traumplatz (von 2013) am See – ruhig und idyllisch gelegen.
Heute haben wir frei. Rosemarie verwöhnt uns mit leckerer Obsttorte. Ein kleines Mädchen verkauft uns einen Becher Walderdbeeren, später kommt noch ihr älterer Bruder hinzu. Mit „Händen und Füßen“ ergeben sich die Gespräche – die Kinder sind sehr anhänglich.
Abendstimmung am See: Angler versuchen im nahen Fluss ihr Glück, Schwalben gehen auf Mückenjagd, ein junges Pärchen macht Zukunftspläne. Nicht nur bei Sonnenuntergang ein sehr romantischer Ort.
Während wir an unseren Reiseberichten arbeiten, streift das junge Pärchen um unser Mobil. Wir winken ihnen zu und bitten sie herein. Vera 15 Jahre und Nikita 14 Jahre, haben ein kleines Gastgeschenk dabei. Sie sprechen etwa 20 Worte Englisch. Von unserem „Dom“ sind sie begeistert – nur ungern verlassen sie gegen Mitternacht unser Mobil. –Mückenplage-


   |   Tages KM: 128   |   GPS Nord: 56°47'18   |   GPS Ost: 58°05'42

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Montag, 13.6. Jalyn am See - Jekaterinenburg - Kurtaguz (See)

Schon morgens um 7.30 Uhr stehen Vera und Nikita vor den Mobilen, überreichen auch unseren Freunden Gastgeschenke und verabschieden uns.
Wir durchqueren den Ural und kommen bis auf 450 m. Hier, 4.300 km (Landweg) von Zuhause, verläuft die Grenze zu Europa/Asien. Die vielen Mücken im kleinen Waldweg zum Denkmal sind „blutrünstig“. Schnell haben wir die Fotos gemacht und weiter geht die Fahrt.
Im Nordwesten von Jekaterinburg liegt in einem Wald liegt das Kloster Ganina Jama. Hier ist die Zarenfamilie nach ihrer Ermordung 1918 beigesetzt worden. In 4 Holzkirchen laden wunderschöne Ikonen zum Betrachten ein. Kopftuch allein bei den Frauen genügt nicht, am Eingang reicht man uns Wickelröcke. So schauen wir nun aus wie Babuschkas. Es herrscht großer Besucheransturm auch am Montag. Eine Besichtigung ist lohnenswert.
Das Navi führt uns durch ein Industriegebiet mit vielen schlammigen Schlaglöchern, nach 9 km ist der Parkplatz bei der Blutskirche erreicht. Im Untergeschoß befindet sich eine Kapelle, die dem letzten Zaren Nikolaus II und seiner Familie gewidmet ist. An diesem Platz stand ehemals ein Kaufmannshaus, in dem die Zarenfamilie ermordet wurde. Erst 1998 begann man mit dem Bau einer Kathedrale, die 2003 eingeweiht wurde. Auch hier beeindruckt uns die Frömmigkeit der Gläubigen. Sie verneigen und bekreuzigen sich und küssen die Ikonenbilder.
Ein Stadtrundgang schließt sich an. In der Lenin-Str. befinden sich viele historische Gebäude und Modegeschäfte. Wir ruhen unsere müden Füße in einem schönen Café aus und genießen das umfangreiche Kuchenangebot. Als wir zu den Mobilen zurückkommen, parken 3 Reisemobile aus China neben der Blutskirche. Sie planen eine Europatour und wollen (so die Aufkleber) alle europäischen Länder bereisen. Wir fahren weiter gen Osten. Heute kochen die Männer, in einer kleinen Raststätte an der Schnellstr. serviert man uns Fisch, Salat und Schaschlik. Dann wird es Zeit den Übernachtungsplatz zu suchen. Im kleinen Ort Kurtaguz finden wir einen befestigten Platz in Straßennähe. Als wir einparken, kommt ein weiteres Allrad- Reisemobil auf den Platz. Norbert aus Stuttgart, ihn trafen wir zuletzt bei den Eishöhlen von Kungur. Er kommt just von einer Stellplatzsuche am See zurück und hat sich beinahe „festgefahren“. Für uns sind die Plätze nicht anzufahren, selbst für Allrad schwer möglich.
Abends haben wir Sonnenschein, tagsüber oft Nieselregen. Die Mobile sind wieder eingedreckt, die gestrige Wagenwäsche ist „für die Katz“.


   |   Tages KM: 285   |   GPS Nord: 56°47'15   |   GPS Ost: 61°52'01

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Dienstag, 14.6. Kurtaguz - Bogandinskoye Freizeitpark

Diesen Übernachtungsplatz können wir empfehlen, wenn nur nicht die Mückenplage wäre!
Vor der Weiterfahrt eine kleine Besichtigung in Norberts Selbstausbau Mobil. So gut durchdacht und praktisch – besser als von manchem Profihersteller!
Schon bald sind wir bei schönstem Sommerwetter on tour. Die Landschaft ist flacher mit riesigen Ackerflächen bis zum Horizont – Getreide- und Kartoffelanbau. Um die Mittagszeit ist Tyumen erreicht. Eine moderne Stadt, jede Menge bunte Hochhäuser begrüßen uns. Ein riesiger Supermarkt verlockt zum Großeinkauf. Wir fahren noch ein gutes Stündchen und biegen zu einem Freizeitpark ab – mitten im Wald an einem Fluss. Mücken und kleine Fliegen empfangen uns. Mit Mückennetzkopfbedeckungen spazieren wir in die nahe Anlage. Tiergehege, Schwimmbad und Minikarussells erwarten die Besucher. Vieles wird erst noch aus dem „Winterschlaf“ geholt. Es hat ein wenig den „DDR-Charme“ vor der Wende.
Es wird erst um 24 Uhr dunkel und bereits um 3 Uhr wieder hell.


   |   Tages KM: 283   |   GPS Nord: 56°58'40   |   GPS Ost: 65°52'58

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Mittwoch, 15.6. Bogandinskoye - Krutinka

Heute haben wir uns als Tagesetappe 400 km vorgenommen, da keine besonderen Besichtigungen anliegen. Wir sind gut in der Zeit und Peter nimmt Kontakt mit unserer Reiseleitung in Novosibirsk auf. Wir wollen einen Tag früher anreisen.
Unsere Straße führt uns über einen Damm durch ein großes Überschwemmungsgebiet, die Flüsse sind kaum zu erkennen. Über 3 Mio. Flüsse und Bäche durchziehen Russland, mit reichlich Fischen. Beliebteste Sportart in Russland soll das Angeln sein.
Gegen Mittag ist wieder ein Tank-Stopp erforderlich. Es findet sich auch die Möglichkeit Wasser aufzutanken. Bis 3 Fahrzeuge das erledigt haben, vergeht reichlich Zeit. Wir verlegen die Mittagspause in das kleine Restaurant der Raststätte – alles ist geschmacklich gut und preiswert – unsere Küche bleibt sauber.
Wir durchfahren eine sehr fruchtbare Landschaft, Äcker soweit das Auge reicht. Der Straßenbelag wechselt von sehr gut bis mangelhaft. Unser heutiger Schlafplatz liegt im Ort Krutinka an einem See. Auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt gibt es reichlich Platz. Susanne und ich haben „kleine“ Wäsche, die auch schon bald im Wind flattert. Ein kleiner Erkundigungsgang durch den Ort, wir benötigen Bewegung. Außer den typischen kleinen Holzwohnhäusern sehen wir ein Kriegerdenkmal, etliche Supermärkte, eine Sportanlage und einen Bade Steg in den See. Jugendliche sind bereits beim Baden, Erwachsene erledigen Gartenarbeit - Kartoffeln, Zwiebeln und Salat können bald geerntet werden.
Heute haben wir die Uhrzeit um eine weitere Stunde vorgestellt – nun zu Deutschland 4 Stunden Differenz.


   |   Tages KM: 428   |   GPS Nord: 56°00'42   |   GPS Ost: 71°30'43

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Donnerstag, 16.6. Krutinka - Omsk - Lvovka

Und weiter geht es Richtung Osten. Wir durchfahren ein Seenreiches Gebiet. Ob diese jemals alle gezählt wurden? Wir nähern uns Omsk, ein Abstecher muss sein. Überholt werden wir wo es gerade passt – in Baustellen und auch rechts, wir müssen höllisch aufpassen! Omsk liegt am Irtysh. Fußläufig zum Zentrum haben wir am Fluss für alle Mobile einen Parkplatz gefunden. Ins Auge springt sofort das ungewöhnliche Dach von einem Theater – rot und es sieht aus wie eine Sprungschanze. Die Haupteinkaufsstraße ist zurzeit eine einzige Baustelle, die Promenade wird neu gestaltet. Fast alle alten Gebäude sind von außen restauriert und schön anzusehen. Unser Ziel ist eine besonders schöne Kathedrale mit goldenen und türkisfarbenen Zwiebeltürmen, die wir bereits bei der Anfahrt zum Parkplatz passiert haben. Als wir näherkommen bemerken wir eine lange „Menschenschlange“. Die alle wollen in die Kirche? Wir schleichen uns seitlich vorbei um ins Innere zu gelangen. Die Menschen aus der „Schlange“ stehen an um am Altar ein Ikonenbild zu küssen. Für uns ist diese Religion unbegreiflich. Die vielen Gläubigen stehen im Sonnenschein und warten geduldig bis sie in der Kirche den Altar erreicht haben.
Zurück geht es durch gepflegte Parkanlagen. Eine Eisdiele sorgt für Erfrischung – Joghurteis mit Früchten (leider aus der Konservendose, das ist ungewohnt für unsere Gaumen).
Wieder stellt die schlechte Beschaffenheit der Ausfahrstraßen von Omsk große Anforderungen an unsere Fahrzeuge. Auf einer Tankstelle treffen wir zwei Allradfahrzeuge aus Deutschland. Auch sie sind in die Mongolei, Kasachstan und Kirgisien unterwegs, allerdings wollen sie auch durch Usbekistan reisen. Für alles haben sie 3 Monate eingeplant. Bislang täglich 500 km, da sind kaum Besichtigungsstopps drin! Sie wollen heute noch bis 19 Uhr fahren und dann übernachten, wir planen in etwa 30 km zum kleinen Ort Lvovka abzweigen. Schon nach dem Abbiegen geht der Fahrweg über in festgefahrene Erde. Wir ziehen eine Staubwolke hinter uns her. Vor einem Birkenwäldchen parken wir inmitten der sibirischen Natur. Wir probieren das Bier aus der Brauereigaststätte – oberlecker - und bedauern, dass wir nicht mehr eingekauft haben.
Tipp von einem Reisenden: Vor Omsk liegt eine Brauereigaststätte, in der man Bier Literweise abgefüllt mitnehmen kann.
Heute schmeißt Harald seine Waschmaschine an. Das Ergebnis können wir erst um 23 Uhr erfahren.
Doch da liegen wir schon im Bett. Abends hindern uns die Mücken am Sitzen vor den Mobilen.
Meine Befürchtungen: Hoffentlich schlägt das Wetter nicht um, denn bei Regen wird der Boden sich in eine Schlammpiste verwandeln!!!


   |   Tages KM: 321   |   GPS Nord: 55°03'47   |   GPS Ost: 75°02'39

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Freitag, 17.6. Lvovka - Ermolaevka

Und weiter geht es Richtung Osten. Wir durchfahren ein Seenreiches Gebiet. Ob diese jemals alle gezählt wurden? Wir nähern uns Omsk, ein Abstecher muss sein. Überholt werden wir wo es gerade passt – in Baustellen und auch rechts, wir müssen höllisch aufpassen! Omsk liegt am Irtysh. Fußläufig zum Zentrum haben wir am Fluss für alle Mobile einen Parkplatz gefunden. Ins Auge springt sofort das ungewöhnliche Dach von einem Theater – rot und es sieht aus wie eine Sprungschanze. Die Haupteinkaufsstraße ist zurzeit eine einzige Baustelle, die Promenade wird neu gestaltet. Fast alle alten Gebäude sind von außen restauriert und schön anzusehen. Unser Ziel ist eine besonders schöne Kathedrale mit goldenen und türkisfarbenen Zwiebeltürmen, die wir bereits bei der Anfahrt zum Parkplatz passiert haben. Als wir näherkommen bemerken wir eine lange „Menschenschlange“. Die alle wollen in die Kirche? Wir schleichen uns seitlich vorbei um ins Innere zu gelangen. Die Menschen aus der „Schlange“ stehen an um am Altar ein Ikonenbild zu küssen. Für uns ist diese Religion unbegreiflich. Die vielen Gläubigen stehen im Sonnenschein und warten geduldig bis sie in der Kirche den Altar erreicht haben.
Zurück geht es durch gepflegte Parkanlagen. Eine Eisdiele sorgt für Erfrischung – Joghurteis mit Früchten (leider aus der Konservendose, das ist ungewohnt für unsere Gaumen).
Wieder stellt die schlechte Beschaffenheit der Ausfahrstraßen von Omsk große Anforderungen an unsere Fahrzeuge. Auf einer Tankstelle treffen wir zwei Allradfahrzeuge aus Deutschland. Auch sie sind in die Mongolei, Kasachstan und Kirgisien unterwegs, allerdings wollen sie auch durch Usbekistan reisen. Für alles haben sie 3 Monate eingeplant. Bislang täglich 500 km, da sind kaum Besichtigungsstopps drin! Sie wollen heute noch bis 19 Uhr fahren und dann übernachten, wir planen in etwa 30 km zum kleinen Ort Lvovka abzweigen. Schon nach dem Abbiegen geht der Fahrweg über in festgefahrene Erde. Wir ziehen eine Staubwolke hinter uns her. Vor einem Birkenwäldchen parken wir inmitten der sibirischen Natur. Wir probieren das Bier aus der Brauereigaststätte – oberlecker - und bedauern, dass wir nicht mehr eingekauft haben.
Tipp von einem Reisenden: Vor Omsk liegt eine Brauereigaststätte, in der man Bier Literweise abgefüllt mitnehmen kann.
Heute schmeißt Harald seine Waschmaschine an. Das Ergebnis können wir erst um 23 Uhr erfahren.
Doch da liegen wir schon im Bett. Abends hindern uns die Mücken am Sitzen vor den Mobilen.
Meine Befürchtungen: Hoffentlich schlägt das Wetter nicht um, denn bei Regen wird der Boden sich in eine Schlammpiste verwandeln!!!



   |   Tages KM: 321   |   GPS Nord: 55°19'02   |   GPS Ost: 79°54'12

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Samstag, 18.6. Ermolaevka - Novosibirsk

Gegen Mittag wollen wir in Novosibirsk ankommen, so können wir uns für die etwa 200 km Fahrstrecke Zeit nehmen. Die sibirische Tundra ist sehr weitläufig. In einem sibirischen Sprichwort heißt es:
100 Rubel ist kein Geld, 100 Jahre kein Alter und 100 km keine Entfernung. Wir sind jetzt 5.200 km von Zuhause entfernt.
Dieses Jahr finden wir auf Anhieb den Stellplatz beim Deutschen Haus in Zentrumsnähe. Der Pförtner begrüßt uns mit „Guten Tag“ und zeigt uns die sanitären Einrichtungen. Wir sind die einzigen Gäste und bestücken schon mal eine Waschmaschine – welch ein Luxus!
Ein kleiner Stadtspaziergang schließt sich an. Novosibirsk ist eine verhältnismäßig junge Stadt und hat 1,5 Mio. Einwohner. Diese Stadt entstand, als man 1893 für die Transsibirische Eisenbahn eine Brücke über den Ob baute. Der Bahnhof ist die größte Sehenswürdigkeit und wurde 1941 nach 11 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Er hat die Form einer riesigen Lokomotive. Von außen gewaltig, von innen sehr prunkvoll mit riesigen Wartesälen der 1. Und 2. Klasse. Vor dem größten Opernhaus Eurasiens treffen wir frohgelaunte junge Leute und sprechen sie an. Sie sind mit Farben „gepudert“, heute hat man das „Farbenfest“ in dieser Stadt gefeiert.
Auf uns macht die Stadt einen modernen Eindruck. Auch haben die jungen Leute das gleiche Outfit wie bei uns: T-Shirt und zerrissene Jeans. Aber auch Frauen in Top-Bekleidung begegnen uns, da stimmt einfach alles: Kleid, Schuhe, Handtasche und Frisur.
Am Stellplatz besucht uns Olga mit ihrer Familie. Sie fragt ob alles bei uns in Ordnung ist. Morgen kann sie uns leider nicht durch die Stadt führen, und schickt uns Natascha als Stadtführerin.



   |   Tages KM: 221   |   GPS Nord: 55°02'01   |   GPS Ost: 82°56'02

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Sonntag, 19.6. Novosibirsk - Shabanovo

Nachts heftiger Regen – der auch am Morgen anhält. Oh je, keine guten Voraussetzungen für eine Stadtbesichtigung. Natascha erscheint pünktlich um 9 Uhr und fragt was wir sehen möchten. Da wir uns gestern schon einen ersten Eindruck verschafft haben, führt sie uns auf anderen Wegen durch die Stadt und berichtet allerhand Wissenswertes. So liegt Novosibirsk an einem Hauptverkehrsknotenpunkt an dem der Handel ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Früher wurden alle Waren in Russland (mangels Straßen) auf Flüssen oder mit der Eisenbahn befördert. Eine Fahrkarte kostet heute mit der Transib (egal in welche Richtung) 3000 Rubel.
Ein Besuch in einer alten Kirche darf nicht fehlen. Heute, am Pfingstsonntag, ist in der Kirche kein freies Plätzchen, die Gläubigen stehen vor den geöffneten Türen. Aus diesen ertönt der Wechselgesang von Männer und Frauenstimmen – wieder sind wir beeindruckt.
Andere Sehenswürdigkeiten: Im Heimatmuseum befindet sich ein vollständig erhaltenes Skelett von einem Mammut, hier in der Gegend gefunden und über 20.000 Jahre alt. Natascha weist auf alte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und auch sehr moderne der heutigen Zeit auf unserem Weg zum Fluss. Hier steht ein Teil von der alten Brücke als Denkmal – der Ob ist hier 1 km breit. Eine Promenade führt am Fluss entlang und wird im Sommer gerne von den Einwohnern für Spaziergänge und Musikbeiträge genutzt.
Mit dem Bus fahren wir bis zur Markthalle. Für uns neu: Fahrkarten werden im Bus bei einer Schaffnerin die herumgeht gelöst. Die Markthalle bietet eine große Auswahl an Obst, Gemüse, Milchprodukten, Fleisch, Wurst, Fisch und Trockenfrüchten. Alles sehr appetitlich und frisch.
Nun wird es Zeit für den Rückweg, 3 Stunden waren für die Stadtbesichtigung vorgesehen. In einem Café beantwortet Natascha bereitwillig unsere Fragen. Was arbeiten, was verdienen und wie leben die Menschen in Novosibirsk?
Nowosibirsk hat nur wenig Arbeitslose und wirtschaftlich steht die Stadt sehr gut da. Es gibt sehr viele Hochschulen und Studenten. Diese leben in Wohnheimen oder teilen sich eine Wohnung. Wenn beide Ehepartner arbeiten (und das ist der Normalfall) kann man sich eine kleine Eigentumswohnung leisten. Auch besitzen die meisten auf dem Lande eine kleine Datscha. Natascha ist schon oft in Europa gewesen, beruflich und Urlaub. Aber leben möchte sie in Russland, da wo man ihre Sprache spricht und sie Freunde und Familie hat – sie sich verstanden fühlt. Hier ihre Mail-Adresse: Natalia Hoppe
natascha.goppe@yandex.ru und die Adresse von Olga Tkachenko novosibirskperevod@gmail.com
Wir können Natascha und sicher auch Olga sehr als Stadtführerinen empfehlen.
Als wir auf unserem Stellplatz eintreffen, sind bereits mehre Mobile einer geführten Tour eingetroffen. Von uns will man als Stellplatzgebühr für 1 Tag umgerechnet 20 € haben, das ist weit mehr als in Moskau. Da Natascha uns erklärt hat, dass das Deutsche Haus auch mit Geldern von der Deutschen Regierung unterstützt wird, halten wir den geforderten Betrag als ungebührend hoch – sind wir doch Deutsche! Dafür war die Waschmaschinenbenutzung gratis!
Wir nehmen die Nebenstrecke Richtung Kemorovo. Eine wunderschöne, hügelige Landschaft mit wenig Verkehr. Der Blick geht weit über Seen, Wälder mit wenigen Ortschaften.
Dann kurz vor 19 Uhr – wir haben wieder 1 Stunde Zeitumstellung -, finden wir abseits der Hauptstraße auf einer kleinen Anhöhe einen schönen Stellplatz. Auch hier schaut die Polizei nach dem Rechten, doch übernachten ist genehmigt.
Pferde- und Kuhherden werden von berittenen Hütern am Abend ins Dorf getrieben. Es kommen noch ein Traktor und das Milchauto vorbei – dann ist alles still.


   |   Tages KM: 201   |   GPS Nord: 54°39'30   |   GPS Ost: 85°37'18

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Montag, 20.6. Shabanovo - Kritovo

Ideales Fahrwetter – bedeckter Himmel. Fast alle haben wunderbar auf diesem so ruhigen Platz geschlafen. Die Polizei erkundigt sich bei unserer Abfahrt noch nach unserem Befinden: alles characho (gut) – ein „good bye“ vom Ordnungshüter und schon geht es weiter.
Heute keine geplanten Besichtigungsstopps. Es gibt ein Teilstück von 50 km guter Autobahn vor Kemerovo. Wir erblicken endlose Getreide- und Kartoffeläcker. Die gebirgige Landschaft mit Tannenwäldern mutet ein wenig an wie im Schwarzwald. Wir genehmigen uns reichlich Pausen. Harald gerät in eine Polizeikontrolle, soll sein Fahrzeug gewogen werden? Wir anderen sind schon einige 100m weiter. Harald stellt sich „dumm“, denn er spricht nur deutsch und der Polizist spricht nur russisch. Schon bald folgt Harald uns.
Unseren Stellplatz vor 3 Jahren erreichen wir gegen 17 Uhr. Wenig später erkunden wir gemeinsam den Ort. Es hat sich nichts verändert. Überwiegend kleine Holzhäuschen hinter Holzzäunen, die von bellenden Hunden bewacht werden. Die Dorfstraßen sind unbefestigt und Pfützen reich. In den kleinen Supermärkten kann bis 20Uhr eingekauft werden. Kinder spielen draußen – Dorfleben pur!
Krankenversorgung: Alle 300 bis 400 km befinden sich „Erste-Hilfe-Stationen“ direkt an der Landstraße – sie sind mit Krankenwagen ausgestattet und manchmal sogar mit Hubschrauber. Wir hoffen, dass wir auf unserer Reise nicht davon Gebrauch machen müssen.



   |   Tages KM: 461   |   GPS Nord: 56°14'25   |   GPS Ost: 90°01'03

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Dienstag, 21.6. Kritovo - Krasnojarsk

Heute erwischt uns die Polizeikontrolle. Außer Fahrzeugpapiere und Führerschein will man nichts von uns sehen. Weiterfahrt ohne nennenswerte Probleme nach Krasnojarsk.
Unser Stellplatz befindet sich auf einer Flussinsel vor einem großen Sportstadium – mitten im Jenissej.
Die Stadtbesichtigung unternehmen wir auf eigene Faust. Nur über die Brücke und schon sind wir im Zentrum. Die App „here“ auf Peters Handy ist uns hilfreich. Zwei Haupteinkaufsstraßen, hier befinden sich die wichtigsten Regierungsgebäude (nach dem Fahnenschmuck zu urteilen) und die exklusiven Modegeschäfte. Rieker Schuhe sind z.B. wesentlich günstiger als in Deutschland. Einige Skulpturen, eine alte Apotheke, etliche schöne Hausfassaden – ansonsten hat vieles noch den Chic der Sowjetzeit.
Es ist Sommer in der Stadt, wir haben 24° C. Schön anzuschauen sind die Frauen in Sommerbekleidung.
Am Stellplatz relaxen wir im Schatten vor den Mobilen mit Blick auf Jugendliche die Fußball trainieren.


   |   Tages KM: 220   |   GPS Nord: 55°59'54   |   GPS Ost: 92°52'50

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Mittwoch, 22.6. Krasnojarsk - Yurty

Heute möchten wir noch in der Stadt einen größeren Supermarkt aufsuchen. Wir sehen einen Chinesenmarkt (fast ein kleines Viertel für sich), Baumärkte und Märkte für Gartenzubehör – doch einen Supermarkt finden wir nicht.
Der Straßenbelag ist perfekt und wir kommen gut voran. Hochsommerliche Temperaturen - die Landschaft ist sehr abwechslungsreich.
Mittags erreichen wir Kansk und entschließen uns für die Stadtumfahrung. Falsch entschieden, denn schon bald haben wir katastrophale Straßenverhältnisse: ohne Belag, nur Schotter, tiefe Bodenwellen, es geht auf und ab, aufgewirbelter Staub von den Fahrzeugen hüllt uns ein. Die LKW schwanken bedrohlich – ein jeder sucht sich seine geeignete Fahrspur. Harald zieht an uns vorbei, mit seinem Allradmobil hat er keine Probleme und fühlt sich sichtlich wohl! Endlich ist diese Strecke geschafft, für schätzungsweise 7 Kilometer haben wir 45 Min benötigt. Eine Pause zum Durchatmen ist fällig.
Reststrecke bis zu dem uns bekannten Stellplatz in einem kleinen Dorf (unweit von Yurty) ist bis zur Kaffeepause geschafft. Wir stehen auf einer kleinen Wiese, haben wir die Kreuzung und den Supermarkt im Blickfeld. Die ersten neugierigen Kinder treffen ein und wir verteilen kleine Geschenke.
Ein Abendspaziergang durch das Dorf. Überall blüht vor den kleinen Holzhäusern der Flieder, nur sind die Blühten kleiner als bei uns in Deutschland, dafür duften sie umso mehr. Die Bewohner stehen vor ihren Häuschen oder am Straßenrand und grüßen uns freundlich zurück. Tanja, eine mutige junge Frau, lädt uns spontan in ihr Haus ein. Hinter dem hohen Bretterzaun bellt der Hofhund zerrt an der Kette, Ronja ist nicht zu halten. So sitzen nur Susanne, Harald und ich im Innenhof. Wir werfen noch einen Blick in die kleine sehr einfache Küche und bitten Tanja auf einen Wein zu uns. Doch auf der Dorfstraße verabschiedet sie sich herzlich von uns. Waren wir ihr nicht ganz geheuer? Am Platz spendiert uns Susanne Wein aus Russland. Gar nicht einmal so schlecht.
Die Mücken kommen aus ihrem Versteck – Spray und Mückenspirale helfen nicht wirklich.
Heute haben wir eine weitere Stunde Zeitumstellung, nun 6 Stunden zu Deutschland.
Tipp: Wasser gibt es ganz in der Nähe, im kleinen Brunnenhaus (grün/weiß) beim Supermarkt an der Straße.


   |   Tages KM: 385   |   GPS Nord: 56°03'57   |   GPS Ost: 97°37'17

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Donnerstag, 23.6. Yurty - Kimiltey

Auf russischen Baustellen wird noch fleißig gearbeitet, ganz anders als in Deutschland. Da sieht man oft nur eine Person bei der Arbeit und hat vorher lange Staus. Wir hatten bislang auf allen Autobahnen und Schnellstraßen in Russland keinen Stau, nur in den Städten hat es sich gestaut.
Heute wieder Sonnenschein, um 10 Uhr schon 20°C. Die Straße führt bis auf 500 m und wir können weit blicken: Nadelwälder, Birkengruppen, Blumen in violett und gelb (ganze Wiesen voll), dann wieder Sümpfe und Ackerland. Wir durchfahren wenige Dörfer, weil man viele Straßen neu angelegt hat. Peters Navi ist noch auf dem Stand von 2013 und hat die neuen Straßen nicht „drauf“.
Nach der Kaffeepause führt Harald die Reisegruppe an, er findet den idealen Stellplatz an einem kleinen Fluss. Alles wirkt sehr beschaulich. Im Fluss baden Kinder, Enten und Kühe. Auch Harald „taucht“ unter.
Sommerabend: Mit einem Gläschen Wein am Fluss sitzen und mit Freunden über „Gott und die Welt“ reden. Es kommen Einheimische vorbei – die Gespräche ersterben mangels Sprachkenntnisse sehr schnell. Uns fällt auf, dass junge Männer um die 30 sehr viel älter aussehen, oft haben sie große Zahnlücken.


   |   Tages KM: 419   |   GPS Nord: 54°07'54   |   GPS Ost: 101°58'25

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Freitag, 24.6. Kimiltey - Irkutsk

Gegen Mittag wollen wir Irkutsk erreichen – etwa 300 km liegen vor uns. Die wenigen Baustellen sind schnell und fast Staub los überwunden und schon sehen wir die Kulisse von Irkutsk.
Irkutsk – man nennt auch die Stadt „das Paris Sibiriens“, liegt an der Mündung des Flüsschens Iskut sowie an der Angara und ist nur 65 km vom Baikal entfernt. Es gibt guten Boden für Ackerbau, ausreichend Wasser und reiche Jagdgebiete. Die Stadt kam zu Reichtum durch den Handel mit China und der Mongolei und den begehrten Zobelfellen. Das Wappentier der Stadt ist ein Tiger mit einem Zobel im Maul.
Wir passieren den Iskut und wenig später die Angara. In unser Navi haben wir als Ziel den neuen Supermarkt im Stadtzentrum angegeben – gleich dahinter soll muss sich unser Stellplatz von 2103 befinden. Mal schauen was sich verändert hat. Auf dem Parkplatz stehen bereits zwei große Mobile – ob auch hier übernachten möglich ist? Die Einkäufe sind schnell getätigt. Neu: Für Sonderangebote benötigt man hier eine Kundenkarte – die haben wir nicht!
Gleich nach dem einkaufen erkundet Peter den Stellplatz von 2013. Oh weh, die Plätze sind stark geschrumpft. Eine neue Straße wurde gebaut und diese ist viel befahren. Wir haben einen weiteren Stellplatz aufgelistet, den beim Eisenbahnmuseum. Die Männer mit Susanne fahren im kleinen Womo auf Erkundigungsfahrt. Schon bald kommt unser Späher Trupp mit guten Nachrichten zurück. Der Platz ist perfekt.
Inzwischen sind die Besitzer von den zwei großen Reisemobilen eingetroffen. Die 5 jungen Leute kommen aus Frankreich und sind auf Weltreise. Sie leben nur im Mobil und arbeiten kurze Zeit um Geld für weitere Reisen zu verdienen. Beneidenswert? Ich denke, dass kann man nur in jungen Jahren!
Wir parken die Fahrzeuge um und stehen nun unter Bäumen und relaxen bei den hochsommerlichen 30°C. Wenig später treffen Marianne und Uli mit ihrem Zebra ein. Sie waren gute 10 Tage auf der Insel Olchon im Baikalsee und haben viel zu berichten. Wir anderen machen am Abend noch einen Bummel durch die Stadt.
Freitagabend: Wer Zeit hat flaniert über die neu an angelegte „Barmeile“ – weiblich = hochhackig in den schönsten Kleidern. Entlang der Angara Promenade herrscht lebhaftes Treiben, auf einer Bühne spielt ein Orchester Klassikmusik. Ein lauer Sommerabend, es wird viel gefeiert – später lautstark im Park und nachts mit Musik und Stimmengewirr auf unserem Parkplatz. Viele Pärchen fahren mit ihren PKW ans nahe Flussufer – von hier ist der Blick über die Angara besonders schön.


   |   Tages KM: 298   |   GPS Nord: 52°16'11   |   GPS Ost: 104°16'55

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Samstag, 25.6. Irkutsk

Auf dem Parkplatz passiert so allerhand. So gegen 9 Uhr rollt ein Geländewagen rückwärts in den Fluss, aus eigener Kraft schafft er es nicht raus. Wir sollen helfen. Harald klemmt sich mit seinem MAN davor und zieht, das Abschleppseil reißt. Auch ein zweiter Versuch endet ohne Erfolg, das Seil reißt zum zweiten Mal. Jetzt soll er sich gefälligst Hilfe von seinen Landsleuten holen! Die Polizei fährt vom Platz und auch wir begeben uns in die Innenstadt. Bummeln durch das moderne Einkaufszentrum, den Chinamarkt und die Markthallen. Nach 3 Stunden kehren wir zum Stellplatz zurück.
Der in der Angara „versunkene“ Geländewagen ist fort. Um unsere Fahrzeuge riecht es sehr stark nach Diesel. Bei Marianne und Uli wurden die zwei leeren Reservekanister von der Rückwand entwendet und bei Susanne und Harald die Tankschlösser aufgebrochen und jeweils 20l Diesel in die Kanister abgezapft. Zwei Campingstühle von Harald sind weg und Susanne vermisst einen Stuhl, Tisch, Teppich und Funkantenne. Bei uns fehlt lediglich die Fußmatte.
Während wir debattieren, kommt uns ein englisch sprechender Russe zu Hilfe. Die Polizei wird gerufen und er übersetzt. Die Geschädigten: Uli, Rosemarie und Susanne erstatten Anzeige und müssen wegen des Protokolls mit aufs Revier. Auch der junge Mann fährt zum Dolmetschen mit. Nach vier Stunden kommen sie völlig geschafft zurück. Susanne erzählt wie es auf dem Revier zuging. Jeder Geschädigte wurde einzeln verhört. Es wurde nicht nur nach den entwendeten Gegenständen, sondern auch das Monatseinkommen in Deutschland, der Preis vom Fahrzeug und Familienstand abgefragt. Auf dem Polizeirevier waren gleichzeitig die Besitzer des „versunkenen“ Geländewagens. Marianne konnte der Polizei so gute Fotos von dem Vorgang am Morgen liefern, das Kennzeichen war eindeutig zu entziffern.
Wir alle haben nach diesem Ereignis ein ungutes Gefühl auf diesem Stellplatz und wollen um parken. Der große neue Supermarkt ist nun unser Stellplatz. Peter und ich fahren mit Susanne und ihrem Mobil zu Marina auf die Datscha – Geschenke und die bestellte Ware bringen. Endlich gibt es Platz in unserer Garage!
Früh gehen wir schlafen, morgen wollen wir einen Ausflug mit der Baikalbahn auf der „alten Bahnstrecke“ unternehmen. Bereits um 7.15 müssen wir abmarschbereit sein.
Erkenntnis des heutigen Tages: In großen Städten sind sowohl in Russland wie auch in Deutschland die Ganoven zu Hause. Leider war die Dummheit auf unserer Seite, selbst in Deutschland würden wir in der Stadt nicht Tisch und Stühle draußen stehen lassen. Das zeugt wie gut und sicher wir uns bisher gefühlt haben.


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Sonntag, 26.6. Irkutsk - Ausflug mit der transibirischen Eisenbahn

Marina holt uns um 7.15 Uhr mit dem Taxi ab. Peter bleibt wegen Halsschmerzen bei den Mobilen und führt Ronja aus. Heute machen wir einen Ausflug mit der alten „Baikalbahn“. Dabei handelt es sich um keinen Museumszug, sondern vielmehr um die alte Bahnstrecke am Baikalsee. Mit der elektrischen Bahn geht es um 8.00 Uhr in 2 ½ Stunden von Irkutsk nach Sljudjanka. Marina hat für uns Karten vorbestellt, und so sitzen wir alle in der 1. Klasse. Im Zug befinden sich viele chinesische Reisegruppen. Es gibt für Pauschal-Touristen ein Direktlinie Peking/Irktusk, so berichtet Marina. In Sljudjanka wird die Lokomotive gegen eine Diesellok getauscht. In der Zwischenzeit können wir uns den kleinen Ort und den Bahnhof anschauen, er wurde aus weißem Marmor 1904 erbaut. Dieser Stopp reicht noch für die Besichtigung der kleinen Kirche und einen Blick auf den Baikal. Dann setzen wir die Fahrt fort.
Die Westküste des Baikalsees hat mit ihren kargen Steilküsten, ihren steinigen Ufern und der dünnen Besiedelung nur wenige touristische Höhepunkte. Einer von ihnen ist die Baikalbahn. Hier ein paar Daten der heutigen 84 km langen Strecke: 39 Tunnel, 352 große und kleine Brücken und 18 Galerien. Es gab ehemals 300 Bahngebäude an der Strecke, die 1904 in Betrieb genommen wurde. Ingenieure aus Deutschland, Italien und Österreich halfen bei diesem schwierigen Teilstück. Der Zug hält 5-mal auf dieser Strecke für etwa 30 bis 45 Min., an einigen Haltestellen müssen wir über Leitern ein- und aussteigen. Wir haben dann Gelegenheit uns die Brücken, Tunnel und vielen seltenen Pflanzen aus der Nähe anzuschauen. Das Ufer des Baikalsees begleitet uns auf der ganzen Fahrt.
Unterwegs Wechselgesang eines chinesischen Frauenchors und unserer Gruppe, das ist Völkerverständigung pur! Früher wurde die Strecke wegen Sabotage auch bewacht, heute sind die bewaffneten „Aufpasser“ nur für Fotos mit Touristen anwesend. Schnelles Mittagessen bei Einheimischen – russische Küche.
Am Port Baikal endet die Fahrt mit der Eisenbahn. Eine Folkloregruppe begrüßt uns mit Gesang. Doch wir müssen dawai dawai (schnell) auf die erste Fähre, die uns über die Mündung der Angara auf die andere Uferseite nach Listwjanka bringt. Von hier geht es mit Bussen zurück nach Irkutsk.
Das war ein interessanter, aber auch anstrengender Tag.


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Montag, 27.6. Irkutsk

Um 11 Uhr marschieren wir mit Marina vom Supermarktgelände los. Sie erzählt nicht nur über wichtige Gebäude und Persönlichkeiten, sondern weiß auch so mach interessantes aus dem Leben der Russen zu berichten. Vor 100 Jahren waren noch alle Häuser aus Holz. Heute sind nur noch 50% aus Holz, davon 30% verfallen. Es muss eine Menge getan werden, damit die noch stehenden Holzhäuser erhalten bleiben. Mittagseinkehr in einem netten russ. Restaurant mit preiswertem Mittagstisch – reichlich und sehr gut.
Am Nachmittag kommen wir erst zum Stellplatz zurück und die Zeit vergeht schnell mit Wasserfassen, Einkaufen und einen neuen Stellplatz suchen. Den Peter und ich finden den Supermarktstellplatz nachts zu laut. Wir finden einen Platz an der Angara – hinter uns nur Hochhäuser. Wir können bis 22 Uhr draußen sitzen, danach vertreiben uns die Mücken.
Nachts das „böse Erwachen“, denn auf der Schotterpiste unserer Flussinsel herrscht reger Verkehr bis Mitternacht. Wenig später beginnt eine Baumaschine Löcher einer anderen Schotterpiste zu begradigen – mit einem Höllenkrach. Peter und ich finden keinen Schlaf, gerädert stehen wir am nächsten Morgen um 7 Uhr auf.


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Dienstag, 28.6. Irkutsk - Listwjanka - Irkutsk

Marina holt uns um 9 Uhr ab, gemeinsam fahren wir nach Listwjanka. Der Ort ist die „Pforte zum Baikal“ und liegt an der Angara, dem gewaltigen und einzigen Abfluss vom Baikalsee – über 360 Flüsse fließen in ihn. An dieser Stelle ist die Angara 860 m breit.
Das Wetter ist bedeckt – 55 Wellen (Hügel rauf und runter) führen an den Baikalsee. Die Straße hat viele Schlaglöcher, lässt sich dennoch gut gefahren. Nach knapp 65 km ist der Baikalsee, die „Perle Sibiriens“ erreicht. Die Burjaten nennen ihn „das heilige Meer“ und seine Ausmaße sind gigantisch. Er ist mit 1624 m der tiefste See der Erde, sein Wasserinhalt übertrifft den der Ostsee und er nimmt von der Fläche her die Größe Belgiens ein. Wir erreichen Listwjanka, 7 km lang und 2 Straßenzüge breit - von hier geht es nur noch zu Fuß oder mit dem Schiff weiter. Der Ort hat unzählige Souvenir- und Imbissstände. Man bekommt hier den Omul, das ist eine Fischart aus dem Baikal, geräuchert oder gesalzen serviert. Wir tauchen unsere Hände in den Baikal, das Wasser ist noch eiskalt, so um die 7°C. Nach diesem langen Winter ist der See erst seit Ende April eisfrei.
Das Baikalmuseum in Listwjanka verschafft einen guten Überblick über Tier, Flora und Fauna am See. Anziehungspunkt sind die zwei niedlichen Robben im Aquarium, es soll noch 100.000 davon im See geben.
Unser nächster Stopp ist das Freilichtmuseum Talzy. Als in dieser Gegend gewaltige Staudämme errichtet wurden, versanken ganze Dörfer im Wasser. Einige Kirchen, Bauernhäuser und Wehrtürme wurden gerettet und hier, 47 km vor Irkutsk entfernt am Ufer Hang der Angara originalgetreu wieder aufgebaut – sehr sehenswert.
Marina erfüllt uns einen Wunsch. Sie hat wieder ein Essen in einer typisch russischen Datscha, bei Tatjana und Sergej, arrangiert. Das kleine Dorf liegt nur etwas abseits der Hauptstr. und hat dennoch nur Schotterwege mit etlichen Schlaglöchern. Nachdem uns Tatjana an der Gartenpforte ihrer Datscha begrüßt hat, führt sie uns stolz durch ihren Garten. Schön angelegt Blumenrabatte und Gemüsebeete lassen viel Arbeit vermuten. Im hinteren Gartenteil gibt es einen Ziegen- und Hühnerstall. Nachdem Tatjana und Sergej seit 2 Jahren Sommer wie Winter hier wohnen, haben sie angefangen Ziegen zu halten. In den nächsten Jahren wollen sie selbst Ziegenkäse herstellen und verkaufen.
Übernachtungen für Gäste sind auch möglich und eine schöne russische Banja kann auch benutzt werden.
Dieses Mal wird unser Essen in der geschlossenen Veranda eines Nebengebäudes serviert. Eine ganze Buslandung kann dort Platz finden. Denn das gute Essen bei Tatjana hat sich herumgesprochen. Wir sitzen mit unser Gruppe an liebevoll gedeckten Tischen, alles im Raum ist blau-weiß dekoriert. Zuerst wird Wodka eingeschenkt und Trinksprüche auf die Gesundheit, die Freundschaft, die Mobile, eine gute Heimreise und zuletzt auf Marina ausgesprochen. Wir prosten uns zu. Leckerer Salat steht bereits angerichtet auf dem Tisch, dazu gesalzener Omul und herrliches Bauernbot. Bald danach wird in einer großen Terrine die Haussuppe „Schtschi“ aufgetragen. Marina erzählt, dass man sie aus folgenden Zutaten kocht: Zwiebeln, gesalzenen Kohl, Kartoffeln, helle Pilze und Salatstreifen. Ein großer Klacks Smetana gehört noch auf jeden Teller. Schon satt, serviert man uns das Hauptgericht – Fleischklößchen mit Kartoffeln. Wer dann noch Platz im Magen hat, nimmt zum Nachtisch kleine Pfannkuchen
(Blini) mit selbstgekochter Marmelade, dazu trinken wir Tee. Wir bedanken uns herzlich bei Tatjana für dieses köstliche Essen – 12,50 € pro Person waren uns das allemal wert – Marina haben wir eingeladen.
Auf der Rückfahrt verabschieden wir uns alle von Marina, die wir in 4 Wochen auf unserer Rückreise von der Mongolei noch einmal treffen werden.
Danke Marina für diesen schönen Ausflug! Hier ihre mail-adresse: m.leo2012@mail.ru
Abends parken wir im Park beim Eisenbahnmuseum und hoffen auf eine ruhige Nacht.


   |   Tages KM: 180

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Mittwoch, 29.6. Irkutsk - Tunka Tal

Auf unserem Weg nach Ulan-Ude machen wir einen Abstecher in das Tunka-Tal. Die M 55 bis Kultuk ist überwiegend gut zu befahren. Die Sonne ist unser Begleiter. Wir kommen durch Wälder und bis auf 1036 m, das scheint unserem IVECO nicht zu gefallen. Der Bordcomputer meldet einen Fehler. Wir gönnen unserem Mobil eine kleine Pause und schon bald können wir die Fahrt „Gott sei Dank“ fortsetzten.
Bei Kultuk geht es in Serpentinen abwärts und schon bald sehen wir den Baikalsee. Am Straßenrand stehen Verkaufsstände. Hier werden die im Baikal gefangenen Omul-Fische frisch geräuchert und verkauft. Auch wir können nicht widerstehen und kaufen Omul, den wir sofort verzehren.
Die A 164 führt in den Tunka-Nationalpark, und Eintritt wird fällig. Wir durchfahren ein großes grünes Tal, begrenzt von bis zu 3.000 m hohen Bergen auf denen wir noch Schneereste blitzen sehen. Sie erinnern uns an die Alpen und diese Landschaft begeistert uns alle! Wir kommen durch kleine Dörfer mit Holzhäuschen, sehen eingezäunte Weiden, die Kühe laufen überwiegend frei herum. Am liebsten stehen die Rindviecher im Buswartehäuschen.
Ein weiterer Abzweig führt nach Arshan. Hier befinden sich Mineralquellen, die bei den Russen sehr beliebt sind. Die Bevölkerung des Tals bestand bis ins 17. Jh. nur aus Burjaten und die Religion war schamanisch. Nach der Missionierung durch die Russen nahm der Buddhistische Glauben zu. An den Gebetsstätten befinden sich Bäume, die mit bunten Bändern über und über behangen sind, meistens in der Nähe vom Wasser. Besonders viele befinden sich am Flüsschen Kyngara. Die Besucher schöpfen Wasser in mitgebrachte Gefäße. Uli, Marianne und ich füllen auch einige Flaschen. Ein beliebter Spaziergang führt zum Wasserfall. Susanne, Peter, Rosemarie und Harald machen sich auf den Weg.
Wir kommen einer Stupa vorbei. Eine Stupa ist ein Denkmal, das symbolisch für Buddha steht. Außen und an den Seiten sind Gebetsmühlen angebracht.
Unser heutiger Stellplatz befindet sich am Fluss Irkut in idealer Lage. Wir werfen den Grill an und sammeln Holz für ein Lagerfeuer. Lange sitzen wir beisammen bis die ersten Sterne am Abendhimmel erscheinen. Was für ein wunderschöner Platz – hier könnte man noch einen weiteren Tag verweilen!


   |   Tages KM: 239   |   GPS Nord: 51°43'07   |   GPS Ost: 102°51'27

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Donnerstag, 30.6. Tunka Tal - Babushkin

Wir müssen Abschied nehmen von diesem wunderschönen Tal. Auf gleicher Strecke geht es zurück mit einigen Fotostopps. An den Bodenwellen haben wir Gefallen gefunden, man muss nur schön langsam fahren.
Ab Slyudyanka befinden wir uns wieder auf der M 55. Diese verläuft mit der Bahnlinie immer am Südufer des Baikalsees entlang. Wir passieren das Daban-Gebirge und streckenweise ist es gebirgig. In kleinen Straßendörfern wird Omul frisch aus dem Rauch angeboten. Die Straße ist in einem guten Zustand und wir kommen zügig voran. Mittags haben wir Tunchoy erreicht. Hier gibt es einen etwa 5 km langen Naturlehrpfad. Über Holzbohlen führt er durch verschiedene Landschaften: Zedernwald mit Blaubeersträuchern, Tundra-Gebiete mit Wollgras und Birkenbäumen, Lärchen- und Kiefernwald. Auf Schautafeln am Wegesrand sind die Tiere und Pflanzen beschrieben (russisch und englisch). Es blüht an vielen Ecken: Löwenzahn, Lupinen und Pflanzen die wir nicht benennen können. Dieser Pfad ist eine willkommene Abwechslung und nach 1 ½ Stunden geht es weiter.
Peter hat für uns in Babushkin direkt am Baikal ein Übernachtungsplätzchen ausgesucht. Schnell sind Tische und Stühle ausgepackt und der Kaffee wird auf unserer ganz privaten Terrasse eingenommen. Natürlich sind wir für die Badegäste um uns herum die Attraktion. Es gilt das steinige Ufer zu überwinden, der See hat hier bereits 15°C.


   |   Tages KM: 277   |   GPS Nord: 51°43'17   |   GPS Ost: 105°51'27

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