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Russland - Mongolei - Russland - 2016

Wir sind dann mal auf dem Weg in die Mongolei Teil 2

Freitag, 1.7. Babuskin - Ulan Ude

Heute wollen wir Ulan-Ude erreichen. Vorher fassen wir noch Wasser an einer Pumpe im Ort. Unsere Straße führt am Fluss Selenga entlang. Außer einer staubigen Großbaustelle vor Ulan-Ude ist die Strecke gut zu befahren.
Ulan-Ude ist die Hauptstadt Burjatiens und liegt am Zusammenfluss von Uda und Selenga. In Ulan Ude leben 20% Burjaten. Viele Gesichter ähneln hier den der Mongolen, asiatisch.
An der Selenga-Bücke begrüßt uns eine übergroße Statue, die Mutter Burjatiens. In der Stadt das übliche Verkehrsgewühl. Etwa 2 km vor unserem heutigen Stellplatz steht das buddhistische Kloster Udenskiy Datsan Khambyn. Ein erster Fotostopp wird fällig. Morgen wird unsere Reiseleiterin Larissa mehr zu buddhistischen Klöstern erzählen.
Der Stellplatz befindet sich in einem Freizeitpark. Bei den heute hochsommerlichen Temperaturen um die 30°C sind wir froh einen Schattenplatz unter Kiefern gefunden zu haben. „Schlapp“ hängen wir alle in unseren Campingstühlen. Den Nachmittag verbringen wir mit klönen und lesen – ohne Programm. Abends nervt uns die Discomusik einer nahen Gaststätte. Wir hoffen, dass um 23 Uhr Ruhe eintritt.


   |   Tages KM: 192   |   GPS Nord: 51°52'42   |   GPS Ost: 107°39'58

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Samstag, 2.7. Ulan Ude

Heute lernen unsere Freunde Larissa kennen, unsere Reiseleiterin für die nächsten drei Tage. Wir holen sie um 9 Uhr am Lenin-Denkmal in Ulan-Ude ab. Am Vormittag wollen wir das Buddhistische Kloster Iwolginsk besuchen. Eine Gruppe von Lamas hat dieses Kloster 1945 geründet. Das kleine Kloster wuchs schnell, heute stehen auf dem Gelände mehrere Tempel. Der Haupttempel ist der Göttin Lchamo geweiht. Es gibt eine buddhistische Universität und etwa 200 Studenten studieren hier die Lehre Buddhas. 8 Jahre dauert das Studium, dann erhält man den Titel Lama. Sie dürfen auch heiraten und sind später so etwas wie „die Mutter“ vom Kloster. Burjaten sind eng mit dieser Religion verwachsen und holen sich oft den Rat bei Mönchen oder dem Lama. Larissa erklärt uns wie wir uns in so einem Kloster verhalten müssen, denn sie ist praktizierende Buddhistin.
Gebetsmühlen nur im Uhrzeigersinn drehen 1-3-5-7- oder 108-mal. In den Mühlen befinden sich viele tausend auf Zetteln geschriebene Gebete. Diese werden beim Drehen der Mühlen auf den „Weg“ gebracht. Je öfter diese Mühlen betätigt werden, je mehr Gebete werden verbreitet - so erklärt Larissa. Auch muss man beim Verlassen des Klosters sich rückwärts bewegen, dem Buddha-Altar das Gesicht zuwenden. Die Göttin „Grüne Tara“ ist die Beschützerin der Familie.
Immer wieder setzen uns andere Religionen in Erstaunen, vermitteln doch auch sie die Glaubensgrundsätze unserer Religion. Buddhas wichtigstes Gebet: Es leben friedlich und gesund alle Lebewesen.
Im Buddhismus gibt es 2 wichtige Regeln: Regel 1 direkten Schaden vermeiden – etwas nicht mit Absicht tun, Regel 2. mit allen Lebewesen Mitleid haben.
Das Kloster ist auch noch ein Wallfahrtsort. Seit 2002 befindet sich der Körper des Lama „Daschi-Dorscho-Etigelow“ hier. 1927 gestorben und im Lotossitz beerdigt zeigt der berühmte Gelehrte keine Spuren der Verwesung. Die Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel. Zu seinen Ehren wurde der Tempel gebaut und nur einigen Tagen im Jahr ist er geöffnet. Früher durfte man seine Hände berühren, heute nur seinen Körper hinter Glas anschauen. Seit gut 1 ½ Jahren dürfen Mongolen ohne Visum nach Russland einreisen und besuchen den für sie wichtigen Tempel, sie können ihn jederzeit betreten.
Leider kommen mit den Gläubigen auch „Schlitzohren“ nach Russland. Marianne macht eine bittere Erfahrung: Im Tempel entwendet man ihr unbemerkt ihre Geldbörse. Ein wenig später, als sie etwas kaufen möchte, bemerkt sie den Diebstahl. Sie lässt sofort ihre EC-Card sperren.
In einem gesonderten Gebäude schauen wir uns ein von Mönchen angefertigtes Mandala an. Das ist ein farbiges Sandgebilde und verheißt Glück. Dieses Mandala ist schon länger ausgestellt. Normalerweise wird nach einer Woche der Sand in kleine Säckchen abgefüllt und Gläubigen mit nach Hause gegeben. Den Rest streut man in den Fluss.
Zum Schluss noch die 8 Regeln Buddhas.: rechte Rede, rechte Ansicht, rechter Entschluss, rechtes Verhalten, rechter Lebensunterhalt, rechte Achtsamkeit, rechte Anstrengung und rechte Medikation.
Wir fahren weiter in das Freilichtmuseum für Völkerkunde. Hier wird das ganze ethnische Spektrum des Baikalgebietes repräsentiert. Neben einer ewenkischen Siedlung mit Winter- und Sommerzelten, verschiedenen Behausungen nomadische und sesshafter Burjaten, Gehöften von Altgläubigen (dazu morgen mehr) und verschiedenen russischen Wohnhäusern aus dem ländlichen und städtischen Raum. Wir finden alles sehr sehenswert.
Abends parken wir außerhalb auf dem Seitenstreifen vom Freilichtmuseum. Bis 22 Uhr sitzen wir bei sommerlichen Temperaturen vor den Mobilen – bis uns die Arbeit an die PC ruft.


   |   Tages KM: 98   |   GPS Nord: 51°53'03   |   GPS Ost: 107°38'59

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Sonntag, 3.7. Ulan Ude - Ausflug

Alle haben wunderbar geschlafen, es war herrlich ruhig. Den Vormittag haben wir zur freien Verfügung. Ich backe einen Kuchen, denn am Nachmittag fahren wir zu den „Altgläubigen“. Larissa hat alles organisiert und bringt auf unseren Wunsch ihre 13 Jahre alte Tochter mit.
Um 13 Uhr fahren wir los, denn um 15 Uhr erwartet man uns in Tarbagatai bei den „Altgläubigen“. Unsere Straße geht an dem Fluss Selenga entlang nach Süden. Die M 55 ist die längste Straße Russlands und führt fast 11.000 km von Moskau nach Wladiwostok. Sie wurde auch Straße der Tränen genannt. Hierher sind die Personen oft nicht freiwillig gefahren, sie fuhren in die „Verbannung“.
Unterwegs stoppen wir beim Löwenberg, oder auch Omulberg genannt. Oben am Schamanenfelsen haben wir einen herrlichen Weitblick, im Tal fließt die Selenga. Hierher kommt im November der Omul zum laichen. Larissa erzählt, dass sie seit 4 Jahren keinen Omul mehr gegessen hat. Die Regierung will erreichen, dass die Fischer nicht restlos „Jagd“ auf diesen Fisch machen, somit darf der Omul nach Ulan-Ude nicht eingeführt werden. Hätten wir das gewusst…….
An einem heiligen Ort wie diesen werfen die gläubigen Buddhisten Münzen. Aber es gibt auch „Andersgläubige“ die in mitgebrachte Eimerchen die Münzen einsammeln.
Bis Tarbagatai, dem ersten Dorf der „Altgläubigen“, sind es noch knapp 30 km.
Die „Altgläubigen“ sind eine russische Bevölkerungsgruppe, die sich im 17. Jh. von der Mehrheit der russ. Bevölkerung absonderte, weil sich nicht bereit war die Reformation des orthodoxen Glaubens (1652) anzunehmen. Sie wanderten ab nach Polen und Weißrussland. Zarin Katharina II zwang sie sich in den weiten, damals noch unerschlossenen Gebieten Südsibiriens niederzulassen. Ihre Häuser haben farbige Fassaden und reich verzierte Hoftore, hinter denen sich oft mehrere Gebäude befinden. In Tarbagatai besuchen wir zuerst das liebevoll eingerichtete Museum. Der Sohn des Priesters führt uns und weist auf Gestände aus Deutschland hin, Larissa übersetzt für uns. Anschließend zeigt er uns die kleine Kirche. Dem Ehrgeiz des Priesters ist es zu verdanken, dass hier im Ort so viel Sehenswertes entstanden ist.
Im Unterschied zu den reform. Orthodoxen, die während des 3 – 4 stündigen Gottesdienstes stehen müssen, kniet man bei den Altgläubigen auf Kissen.
Nochmals fahren wir 30 km, bis in das Dorf Nadeino (übersetzt Hoffnung). Wir kommen an riesigen bestellen Ackerflächen vorbei, sehen Wälder und viel Grün. Inzwischen ist es sehr warm geworden, so um die 32°C.
An der Hoftür werden wir von Doucia und Tochter Lena in Tracht begrüßt, sie reichen uns Brot und Salz – so will es die Tradition. Erst dann dürfen wir den Hof betreten. Im den Innenhof grenzen das über 300 Jahre alte Wohnhaus (Holzblockhaus), ein neueres Holzwohnhaus, der Stall, die Banja und es gibt ein Plumpsklo. Alles wird von Doucia, ihren 2 Töchtern und deren Ehemännern und Kindern bewohnt. Wir werden ins Wohnzimmer gebeten. Eine angenehme Kühle empfängt uns. An den Seitenwänden stehen Betten, Schrank und Kommode aufgereiht, in der Mitte ein großer Tisch mit Bänken Drumherum. Zuerst serviert man uns „Tschi“, eine Suppe aus Sauerkohl. Zu allem darf das obligatorische Gläschen Wodka nicht fehlen. 1. Trinkspruch auf die Gesundheit. Larissa zeigt wie man es richtig macht. Linken Ringfinger kurz in den Wodka tauchen, dann mit der Flüssigkeit den Tisch berühren, etwas nach vorn, zu den Seiten und nach hinten schnippen und dann das erste Gläschen trinken. Achtung: es wird immer wieder nachgeschenkt. Nun kommen folgende Speisen auf den Tisch: Salatteller (frischer grüner Salat mit Tomaten Lauch und Radieschen), Pilzpastete, Salzgurken, eingelegte Tomaten, Salzkartoffeln, Speck, Reisbrei mit Butter, weicher Käse (eine Art Mozzarella)und Brot – alles selbst zubereitet. Zum Nachtisch: Buchteln gefüllt mitgemahlenen „Faulbeerenkernen“ und Torte mit Marmelade, dazu reichlich Tee aus dem Samowar und kühler Most (verdünnter Obstsaft). Es folgen zum Essen weitere Trinksprüche. 2. Auf die Freundschaft 3. Auf die Liebe, 4. Auf das Reisen - dazu immer wieder ein Glas Wodka trinken.
In den nur 3 Sommermonaten gibt es so viel Arbeit die verrichtet werden muss: Pilze und Beeren sammeln, Gemüse ernten und einwecken, Kartoffeln, Getreide und Heu fürs Vieh ernten und Holz für den Winter machen. Gefeiert wird ab Mitte Oktober, besonders die Hochzeiten.
Doucia erklärt die Hochzeitsrituale. Wenn ein Mädchen 17 Jahre alt ist, dann ist sie im richtigen Alter um zu heiraten. Über 25 Jahre galt sie früher als „nicht mehr zu verheiraten“ und musste ihr Leben lang bei den Geschwistern arbeiten und leben. Ähnlich verhält es sich bei den jungen Männern. Oft wurden die Ehen arrangiert. Dazu besuchten die Familie des jungen Mannes die des jungen Mädchens. Die Eltern beider Seiten rühmten die Vorzüge ihrer Sprösslinge – Aussteuer (ein Mädchen musste bis zu ihrer Hochzeit außer der Tisch und Bettwäsche 12 Kleider genäht haben – für jedes religiöse Fest im Jahr eins), Besitz und Tugenden standen im Vordergrund. War man sich einig, wurden dann erst die „jungen Leute“ gefragt. Meistens stimmten diese zu. Denn was ihre Eltern wollten, konnte nur gut sein!
Wir feiern eine Hochzeit, Marianne ist die Braut und Uli der Bräutigam. Vor unseren Augen kleidet man Marianne ein. Zuerst das Unterkleid mit der reich bestickten Bluse (Glückssymbole gegen die bösen Geister), dann folgt der Sarafan (mindestens 6 m Stoff) mit 3 breiten farbigen Streifen (Erde, Himmel und Wasser), darüber eine Art Schürze – alles gehalten von einem gewebten breiten Gürtel, der unterhalb der Brust gebunden wurde. Als Kopfbedeckung ein aufwendig gestricktes weißes Tuch. Der Bräutigam trägt als Oberteil einen Kasack mit Gürtel über einer weiten Hose die in kniehohen Stiefeln steckt. Als Kopfbedeckung trägt er eine Schirmmütze mit Blume.
Eine Hochzeit wurde 3 Tage gefeiert, im Haus der Braut, des Bräutigams und zusammen. Natürlich gehört Musik immer dazu.
Bei uns spielt ein Mann auf seiner Ziehharmonika, seine Frau und Doucia singen dazu. Dieser dreistimmige Gesang hört sich außerordentlich gut an. Wir sind alle dank Wodka in Stimmung, klatschen und stampfen im Takt dazu. Mit etlichen Gesängen wird das Fest beendet. Wir machen noch im Hof Erinnerungsfotos und verabschieden uns herzlich bei unserer netten Gastfamilie.
Larissa und Sanara fahren wir heim. Danke Larissa für den so informativen und erlebnisreichen Tag!
Es ist schon dunkel, als wir am Stellplatz beim Freilichtmuseum eintreffen. Unsere Mobile sind im Laufe des Tages bei der Hitze so aufgeheizt, dass wir alle Türen und Klappen zum Abkühlen öffnen. Wir sitzen noch lange draußen und unterhalten uns angeregt was uns am heutigen Tag besonders gefallen hat.


   |   Tages KM: 140

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Montag, 4.7. Ulan Ude - Stadtführung - Grenze Mongolei

Larissa zeigt uns ihre Stadt. Wir beginnen am Platz der Räte. Hier steht eines der größten Lenin-Denkmäler der Welt – ein riesiger Bronze-Kopf. Schon bald erreichen wir das prächtige Opernhaus. In der Opern und Ballette mit burjatisch-folkloristischen Elementen aufgeführt werden. Eine Skulptur aus Bronze davor – Tänzer anmutig dargestellt. Die Ballerina Larissa hat 42 Jahre aktiv an der Oper getanzt. Hinter der Oper befindet sich seit 2006 eine Nachbildung des Triumphbogens, der Ende des 19. Jh. die heutige Leninstr. schmückte. Danach laufen wir die Straße bergab, seitlich gesäumt von Kaufmannsvillen aus dem 19. Jh. - reiche Kaufleute und Unternehmer bauten sich prächtige Villen. Das Geld verdienten sie aus dem Handel der „Teestrasse“, die hier bis nach China und weiter führte. Schon bald befinden wir uns in der Fußgängerzone. Mit gepflegten Anlagen und Blumenbeeten eine Augenweide. Am Ende befindet sich die älteste Kirche der Altstadt. Benannt ist sie nach der Ikone der Gottesmutter von Odigitrija, der Beschützerin der Reisenden. Ich zünde eine Kerze für den weiteren guten Verlauf unserer Reise an. Ob das hilft?
Nun wird es Zeit von Larissa und ihrer Tochter Abschied zu nehmen. Danke Larissa, für die so interessanten Informationen, die Ausflüge, die kleinen spaßigen Witze und besonders für Deine warmherzige Art – Du hast uns Dein Burjatien „stimmig“ gemacht.
Hier die Kontaktadresse von Larissa: larsag@mail.ru
Heute wollen wir noch ein gutes Stück Strecke schaffen und geben Gas. Doch die Strecke hat es in sich, wir werden kräftig durchgerüttelt. Aber die Landschaft ist atemberaubend schön – weit mit Bergkuppen im Hintergrund. Bei einem Tempel gönnen wir uns eine Kaffeepause und beratschlagen den weiteren Verlauf. Mehrstimmig wird beschlossen noch heute am frühen Abend in die Mongolei einzureisen. Nach einem Tankstopp (in der Mongolei wird Diesel teuer sein) ist bald die Grenze erreicht.
Russischen Grenze: Man benötigt man am längsten um uns eine Englischsprachige Beamtin zur Seite zu stellen. Pass vorzeigen, Fahrzeugausreise veranlassen, Zöllner schauen ins Mobil, Passaustragung – eine vorzügliche Abfertigung.
Mongolische Grenze: Pass vorzeigen, Fahrer müssen das Fahrzeug einführen (eintragen lassen und Zettel für Ausreise aufbewahren), Passkontrolle (Einträge vornehmen lassen), Zollkontrolle (Zöllner steigen ins Mobil), alles sehr Zuvorkommend. Es werden fällig: 100 Rubel Fahrzeug desinfizieren, 800 Rubel Straßenbenutzung Mongolei, 2000,25 Rubel Versicherung Mongolei. Dann sind alle Formalitäten erledigt und wir dürfen das Eisentor in die Mongolei passieren.
Insgesamt 3 Stunden haben wir für die Grenzabwicklung benötigt.
Nach wenigen Kilometern erreichen wir eine kleine Anhöhe und beschließen hier die Nacht zu verbringen. Weite, in der Ferne Jurten, eine ungewöhnliche Ruhe, Sonnenuntergangsstimmung, und der Wind umschmeichelt uns. Wir können es alle kaum fassen – wir haben die Mongolei erreicht!!!


   |   Tages KM: 255   |   GPS Nord: 50°16'59   |   GPS Ost: 106°27'22

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Dienstag, 5.7. Grenze Mongolei - Tolgoi

Wir Frauen wünschten uns gestern einen freien Vormittag, denn die Eindrücke der letzten 3 Tage sind noch nicht schriftlich festgehalten.
So starten wir erst gegen Mittag. Die Weite der Mongolei überrascht uns auf Neue. Wir sehen viele Jurten im Tal und an den Berghängen. Die Landschaft ist leicht gebirgig und sehr grün, auf den Wiesen wachsen reichlich Blumen –überwiegend gelb. Pferde preschen durch die Steppe, eine Staubwolke hinter sich herziehend. Auf den Pferderücken sitzen Knaben, wird hier für das bevorstehende Naadam-Fest trainiert? In den Flüssen wird gebadet, bei sommerlichen 32°C steht auch uns der Sinn nach Abkühlung. In Darchan, der zweitgrößten Stadt der Mongolei, besorgen wir uns eine Sim-Card fürs Telefon und Internet. Mal schauen ob es heute Abend klappt. Wir haben eine weitere Stunde die Uhr vorgestellt, und haben nun 7 Stunden Zeitdifferenz zu Deutschland.
Morgen wollen wir einen Ausflug zum Kloster Ambarbajasgalant unternehmen. Unsere Gruppe wird sich auf die Geländewagen von Harald und Uli verteilen, da die Strecke für geländeuntaugliche Mobile nicht zu schaffen sein soll. Wir parken an dem Abzweig zum Kloster, um uns stehen etliche Jurten die Erfrischungen für Reisende anbieten. Die Kinder statten uns alsbald einen Besuch ab und auch die Mütter wollen in unsere Mobile schauen – aber gerne! Später schauen wir Frauen in die Jurten und bekommen einen guten Eindruck vom Leben „unter freiem Himmel“.
Erfahrung: Obwohl wir für die Straßenbenutzung an der Grenze 800 Rubel bezahlt haben, müssen wir heute zweimal eine kleine Summe nachentrichten.



   |   Tages KM: 225   |   GPS Nord: 49°12'50   |   GPS Ost: 104°59'06

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Mittwoch, 6.7. Tolgoi - Amarbayasgalant - Darkhan

Heute machen wir mit den Geländefahrzeugen unseren Ausflug zum Kloster Amarbayasgalant, dem zweitwichtigsten Kloster der Mongolei. Mit Gründung des Klosters im Jahre 1727 wollte man den Lamaismus unter den Mongolen verbreiten. In der Blütezeit gab es über 50 Tempel, in denen über 6.000 Mönche und Lamas beteten. Um 1900 leben bereits mehr als 8.000 Menschen im und um das Kloster. Nach Zerstörungen 1937 waren es nur noch 900 Mönche. Die Klosteranlage wurde auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Man ist dabei die Dächer neu einzudecken und eine neue Straße zum Kloster zu bauen.
Doch wir müssen die ausgefahrene Piste nehmen. Die zwei Mobile, das Zebra mit Marianne und Uli und MAN mit dem Rest der Reisegruppe mit Harald als Fahrer, machen sich auf den Weg. Heute ist das Wetter leicht bedeckt, aber die Bergwiesen leuchten in den herrlichsten Farben. Wir sehen Türkenbund, der sich rot zwischen dem gelben Labkraut abhebt, Polsterflächen von lila Thymian verströmen einen weithin vernehmbaren Duft. In den Senken und an den Hängen stehen die Jurten der Nomaden. Ein Pferch für die Pferde, Schafe, Ziegen und Kühe befindet sich oft dahinter. Aber am Tage werden sie von berittenen Hirten auf die satten grünen Weiden getrieben. Unsere Sandpiste führt mit großen Fahrrinnen bergauf und bergab. Leider öffnen sich im MAN einige Schranktüren, so dass Rosemarie „alle Hände voll“ zu tun hat. Es geht Geschirr zu Bruch und der Inhalt vom Kühlschrank verteilt sich auf dem Boden.
Mit vielen Fotostopps erreichen wir das Kloster nach 2 ½ Stunden Fahrt. Wir schauen uns alles ausführlich an und sehr beeindruckt. Der Treppenaufstieg zu der großen Stupa und dem goldenen Buddha ist um die Mittagszeit sehr schweißtreibend.
Die gleiche Piste nehmen wir zurück. Eine Pferdeherde steht in „unserer“ Furt, wir müssen ausweichen. Alles machbar mit den Geländefahrzeugen.
Bei einem Ovoo stoppen wir. Ovoos sind Glücksbringer für Reisende. Im ganzen Land sieht man immer wieder auffällige Steinhaufen. Es handelt sich um heilige Stätten, die die Mongolen errichtet haben, um eine gute Reise zu erflehen. Kommt ein Reisender zu so einem Ovoo, umrundet er ihn vor der Weiterfahr dreimal im Uhrzeigersinn, sammelt dabei 3 Steine und legt diese zusammen mit verschiedenen Opfergaben auf dem Ovoo ab. Das können Schalen mit Wasser, Münzen, Bonbons, Tee oder auch abgenagte Knochen sein. Die Zeremonie ist ein Omen für eine gute Heimkehr.
Wir suchen einen Übernachtungsplatz am Fluss und können freilaufende Pferdeherden ganz aus der Nähe betrachten.


   |   Tages KM: 90   |   GPS Nord: 49°23'27   |   GPS Ost: 105°53'49

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Donnerstag, 7.7. Darkhan - Ulan Bator

Der Himmel ist bedeckt, lt. Wettervorhersage soll es heute regnen.
Morgens werden die Pferde von einem Reiter an den Fluss und weiter auf die Weiden getrieben. Gegen Mittag wollen wir die etwa 200 km bis Ulan-Bator geschafft haben. Doch 1. geht beim Wasserfassen (mit Kannen und Eimern) viel Zeit drauf und 2. müssen wir beim ersten Mal tanken in der Mongolei uns mit den Gegebenheiten vertraut machen. Es kann vollgetankt werden, eine Bedienung regelt das. Aber es gibt keine Übertragung der Summe in den Kassenraum. So notiere ich den Betrag vorsichtshalber – der Kassierer gibt dann die Summe manuell ein – Kreditkartenzahlung möglich. Dieses Prinzip kennen wir aus unserer Tankstellenanfangszeit (1972), im Shop keine Süßwaren, Getränke und Eis im Sortiment.
Die Landschaft wird bestimmt durch sanfte grüne Hügel auf denen üppig Blumen blühen – am Horizont zeichnen sich höhere Bergketten ab. Wir sehen die Jurten der Nomaden, viele Pferde, Schafe und Ziegen. Der Straßenbelag veranlasst uns oft langsam zu fahren. Unterwegs begegnet uns ein finnisches Allradmobil und wir stoppen. Es ergibt sich ein reges Gespräch: 2 Jahre wollen sie mit ihrem Mobil um die Welt fahren. Die letzten 3 Tage haben sie in Ulan-Bator auf einem bewachten Tankstellengelände zentrumsnah gestanden. Sie nennen uns die Koordinaten – super!!! Die Strecke zieht sich, wir kommen auf 1.500 m und der Straßenbelag wird immer schlechter. Erst um 16 Uhr erreichen wir den Stellplatz auf der Tankstelle. Nach einer längeren Pause und Gewöhnung an die Hitze (wir haben 32°C) wollen wir einen kleinen Spaziergang unternehmen und essen gehen – heute kochen die Männer. Wir finden ein geeignetes Restaurant und können im Freien sitzen. Für die leckeren Gerichte incl. Getränke zahlen wir umgerechnet 10€ p. Pers.
Danach schlendern wir durch die Stadt. Die Luft hat sich etwas abgekühlt, aber immer noch sommerlich warm. Wir sehen interessante Gebäude, die Plätze sind sehr sauber – viele Einheimische flanieren im Sonntagsstaat durch ihre Stadt. Nur beim Überqueren der Straßen heißt es höllisch aufpassen, Mann/Frau fährt „wie der Teufel“. Von 10 Fahrzeugen sind 9 Rechtslenker, überwiegend japanische Modelle.
Am Mobil nehmen wir Kontakt auf mit Naara, sie will uns morgen die Stadt zeigen. Wir gehen zeitig schlafen – der Verkehrslärm wiegt uns in den Schlaf.


   |   Tages KM: 222   |   GPS Nord: 47°54'52   |   GPS Ost: 106°53'18

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Freitag, 8.7. Ulan Bator

Ulan Bator liegt in einem Talkessel am Fluss Tuul auf 1350 m Höhe. Es ist eine Verwaltungs- und Industriestadt, ungefähr die Hälfte der Bewohner des Landes, ca. 1,3 Mio. Menschen, lebt hier. Das Stadtbild ist zu einem Drittel von Jurten geprägt, hinzukommen sozialistische Bauten, moderne Bürotürme und auch einige sehenswerte Klöster und Museen.
Naara schickt uns eine Vertretung, denn sie hat um 12 Uhr einen wichtigen Termin. Schon bald trennen wir uns von unserem Stadtführer, denn seine Informationen über Klöster sind uns zu dürftig.
Zuerst besuchen wir das Gandan-Kloster. Es wurde 1838 als religiöses Zentrum gegründet. Während der antibuddhistischen politischen Phase der 1930er Jahre wurden das Kloster geschlossen und mehrere Gebäude schwer beschädigt. 1944 erlaubte die Regierung die Wiedereröffnung. Mit der politischen Wende 1992 erlebte der Buddhismus in der Mongolei eine neue Blütezeit und man begann mit der Restaurierung des Komplexes. Mit seiner Schule für buddhistische Lehre ist dieses Klosterheute eine der bedeutendsten Stätte des Buddhismus in der Mongolei. Im Haupttempel sehen wir eine über 26,5 m hohe und 42 t schwere Statue - im Volksmund „Buddha des Augenlichts“ genannt. Sie wurde durch Spenden finanziert. 2100 Edelsteine, 9 kg Gold, 25 kg Silber, 20 t Kupfer, 27 t Stahl, 15 t Gips und mehr als 30 t Zement wurden verwendet. Im Tempel wurde außerdem ein Thronsessel für den Dalai Lama errichtet. Wir betreten noch mehrere Gebäude und können den Mönchen beim Beten zusehen. Die Klosterschule von Gandan ist eine angesehene Ausbildungsstätte für Lamas – die jüngsten Schüler schätzen wir auf 6 Jahre.
Das Gelände ist von Jurten Siedlungen umgeben, die durch einen Bretterzaun abgetrennt sind.
Unser 2. Besichtigungsstopp gilt dem Suchbaatar-Platz. Er ist nach dem Nationalhelden Damdin Suchbaarar benannt, der die Mongolei 1921 in die Unabhängigkeit von China führte. Sein großes Reiterdenkmal ziert diesen Platz. Der Platz ist umgeben von Regierungsgebäuden, Oper und Theater, einer Kunstgalerie, dem zentralen Kulturpalast und der Parteizentrale. Vor dem Parlamentsgebäude stehen die Statuen von Dschinghis Khan, seinem Sohn und einem Enkel.
Heute treffen wir ein ganz anderes Publikum als gestern Abend – Familien erwarten mit Blumensträußen ihre Angehörigen, die im Regierungspalast eine Auszeichnung erhalten. Anlässlich des in wenigen Tagen stattfindenden Naadamfestes werden Personen, die sich um den Staat verdient gemacht haben, ausgezeichnet.
Südlich des Platzes erblickt man die Tempeldächer des Chojin Lama-Klosters. Das Kloster war bis 1938 in Betrieb und seit 1942 dient es als Museum. Die Anlage mit mehreren Tempeln, ist ein architektonisches Meisterwerk seiner Zeit und wurde von 1904 bis 1908 erbaut. Es wurde 1930 nicht zerstört und es gibt Kunstwerke mongolischer Meister, Kostüme und Masken die für die Tsam-Tanz Zeremonien verwendet wurden, Musikinstrumente und Götterbilder zu sehen.
In einem gesonderten Raum können wir Musik hören. 5 Frauen spielen auf ihrer Jetka, einem volkstümlichen Instrument (eine Art Zither). Sie proben und laden uns zu ihrem Auftritt um 17 Uhr ein.
Doch für den heutigen Abend haben wir eine Folkloreaufführung im Cultural Show Tumen Ekh geplant. Zwar haben wir zwei Taxis bestellt, die aber zum verabredeten Zeitpunkt nicht eintreffen. So machen wir uns kurz nach 17 Uhr zu Fuß auf den Weg. Wir müssen mehrmals nachfragen. Verschwitzt, heute ist wohl der heißeste Tag mit 37°C, erreichen wir noch zeitig die Vorstellung.
Es treten traditionelle Musikgruppen auf, die den typisch mongolischen Kehlkopfgesang und Tsam-Tänze mit Masken darbieten. Die farbenfrohen Kostüme sind wunderschön. Begleitet werden sie vom Spiel der Pferdekopfgeige, des 2saitigen Nationalinstruments. Auch können wir die sogenannten „Schlangenfrauen“ mit ihren biegsamen Körpern bewundern. Begeistert verlässt unsere kleine Gruppe diese Show. Umgerechnet 10 € p. Pers. war uns diese Aufführung allemal wert.
Weil die Hitze immer noch anhält, genehmigen wir uns Bier und andere Erfrischungsgetränke. Es ist fast Mitternacht, als wir endlich unsere Mobile aufsuchen – es will einfach nicht abkühlen!!!


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Samstag, 9.7. Ulan Bator - Gorodok

Obwohl Regen angesagt ist, machen wir einen Ausflug in den Gorkhi-Terelj Nationalpark. Ulan-Bator war uns einfach zu laut und zu heiß. Wir fahren Richtung Osten. Noch ist es schwül-warm, doch am Himmel türmen sich dunkle Wolken auf. Nach 50 km ist die Dschingis-Khan-Statue erreicht. An dieser Stelle soll der berühmte Krieger einer Legende zufolge eine goldene Gerte gefunden haben. Die Statue ist 30 m hoch und aus 250 t Edelstahl gefertigt worden. Mit einem Fahrstuhl im Inneren erreicht man den Rücken des Pferdes, eine Treppe führt zu einer Aussichtsplattform. Von dort hat man einen guten Überblick, so berichten Harald und Peter. U.a. auf die Bronzekrieger, viele haben grimmige Gesichter. Sehenswert ist auch das kleine Museum im Sockel der Statue.
Wir fahren weiter in den Gorkhi-Terelj-Nationalpark – ein beliebtes Wochenendausflugziel der Städter an heißen Sommertagen. Die Asphaltstr. Ist neu und gut zu befahren. Am Eingang vom Park wird Eintritt verlangt, für uns umgerechnet 3 €. Am Flussufer des Tuul und Terelj Flusses wird campiert, gegrillt und gebadet. Wir fahren bis die Asphaltstr. in eine Piste übergeht und wenden dann. Viele Jurten im Tal und an den Berghängen bieten Übernachtungsmöglichkeiten – Ferienunterkünfte. Im Flussbereich liegen tonnenschwere, abgestürzte Granitblöcke. Ihre unterschiedlichen Ausformungen haben die Fantasie der Menschen angeregt – so sehen wir z.B. die Schildkröte. Auf dem Rückweg fahren wir an den Fluss und suchen uns ein schönes Plätzchen. Eine Familie aus Kasachstan (wie sie betonen) begrüßt uns mit Airag, gegorener Stutenmilch. Wir alle müssen aus dem Schälchen trinken. Während wir draußen im Schatten plaudern, verdunkelt sich der Himmel und es fängt an zu regnen.
Wir verziehen uns alle in die Mobile und können endlich unsere Bilder und Berichte am PC vervollständigen und ins Netz stellen.
Der Regen wird heftiger und die Kasachen finden bei Susanne im Mobil und unter der Markise Unterschlupf. Wir geben ihnen aus unserer „Kleiderspende“ trockene Kleidungsstücke. Sie bedanken sich recht herzlich.
Ab 23 Uhr herrscht totale Stille am Fluss.


   |   Tages KM: 118   |   GPS Nord: 47°49'21   |   GPS Ost: 107°20'03

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Sonntag, 10.7. Gorodok - Erdenesant

Gegen Morgen setzt wieder starker Regen ein. Als wir gegen 8.30 Uhr losfahren wollen, fährt sich Susanne in einer Schlammkuhle fest. Nun ist „Zebras“ Einsatz gefragt. Ruck-zuck – und Susannes Mobil ist wieder fahrbereit. Die Hauptstraße bereitet keine Probleme. Wieder wird Maut fällig – nur für uns deutsche Touristen? Wir erreichen Ulan Bator und nehmen die südliche Umgehung. Doch uns erwartet ein Verkehrschaos – ganze Straßenzüge stehen meterhoch unter Wasser. Die Siele fassen die Wassermassen nicht. An Kreuzungen kommt der Verkehr völlig zum Erliegen, da alle Fahrzeuge trotz „rot“ weiterfahren und die Kreuzung blockieren. Peter fährt einfach „drauflos“ und betätigt seine Fanfare – alle anderen mutig, Stoßstange an Stoßstange, hinter uns her. Es geht „Aug um Aug „ und „Zahn um Zahn“. Wir haben noch 13 km bis zur Stadtgrenze vor uns und das im Schritttempo. In knapp 3 Stunden haben wir nur 55 km geschafft. Ganz Ulan Bator scheint wegen des bevorstehenden Naadam-Festes auf den Beinen zu sein. Auch die A 1301 Richtung Westen ist sehr stark befahren. Abseits der Straße sind Jurten aufgebaut, wir sehen etliche Pferdegruppen. Wird hier morgen das Pferderennen stattfinden?
Unser Blick fällt auf eine riesige Ebene mit unterschiedlichen Grünschattierungen und blaugraue Berge in der Ferne am Horizont. Der Himmel der berührt fast die Erde und die ungewöhnliche Wolkenbildung begeistert uns alle total.
Nachdem wir unser heutiges Tagespensum von 250 km geschafft haben, suchen wir uns einen Übernachtungsplatz hinter einem Ovoo. Die Sonne kommt raus und auf einmal leuchtet der Himmel himmelblau, die Wolken schneeweiß und die grünen Weiden noch grüner. So haben wir uns die Weite und die Farben in der Mongolei vorgestellt!!!


   |   Tages KM: 260   |   GPS Nord: 47°22'45   |   GPS Ost: 104°30'07

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Montag, 11.7. Erdenesant - Karakorum

Unser Übernachtungsplatz wird von den Einheimischen gerne als Picknickplatz genutzt. Wir umrunden vor der Weiterfahrt den Ovoo dreimal und werfen 3 Steine auf den Steinhaufen. Möge alles weiterhin so gut mit unserer Reise klappen. Nach 20 km haben wir die Sanddünen von Mongol Els erreicht – an der höchsten Stelle sind diese 30 m hoch. Vor den Dünen stehen die Zelte der Mongolen. Diese fühlen sich in der Natur so richtig wohl, Campen scheint ein „Volkssport“ zu sein. Die Kinder klettern die Sanddünen rauf und rutschen fröhlich runter. Es werden auch Touren mit Kamelen und Pferden angeboten. Morgens um 11 Uhr herrscht in diesem „Kessel“ schon eine ungewöhnliche Hitze. Auch wir besteigen die Dünen und blicken weit ins Tal: Tiere grasen auf grünen Weiden, weiße Jurten, Bergketten leuchten am Horizont. Da unser Ziel Karakorum ist, fahren wir schon bald weiter.
Ein Großteil der Strecke ist asphaltiert, nur etwa 10 km staubige Piste. Wir parken seitlich am Kloster. Die Luft ist erfüllt vom Duft der Bergkräuter – man möchte tausend Nasen haben.
An der Kreuzung zweier wichtiger Handelsrouten in der heutigen Zentralmongolei wurde 1220 die Hauptstadt Karakorum geründet, in der sich auch Menschen aus anderen Teilen Asiens ansiedelten.
Dschingis Khan historisches Vermächtnis erstreckt sich nicht nur auf seine kriegerischen Eroberungsfeldzüge. Er brachte die Länder des Westens mit denen des Ostens zusammen, festigte die Seitenstraße, die über Jahrhunderte wichtigste Handelsroute dieser Region und holte bewusst fremde Handwerker ins Land, die für die Mongolen arbeiteten. Durch die tolerante Haltung gegenüber allem Neuen und Unbekannten entwickelte sich Karakorum zu einem Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Völker. Die Bewohner genossen Religionsfreiheit Moscheen, Kirchen und buddhistische Tempel nebeneinander.
In Karakorum entstand das erste und älteste Kloster der Mongolei, Erdene Zuu. Es wurde auf den Ruinen und aus den Steinen der ehemaligen Hauptstadt des mongolischen Reiches Karakorum erbaut und gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Von Erdene Zuu aus verbreitete sich der tibetische Buddhismus im ganzen Land. Über Jahrhunderte war es das wichtigste Zentrum des Buddhismus in der Mongolei.
Der Klosterkomplex ist von einem 400 x 400 großen Mauerquadrat im tibetischen Stil umgeben, in das über 100 Stupas und 4 große Tore in jede Himmelsrichtung integriert sind. 4 große steinerne Schildkröten, von denen heute nur noch 2 erhalten sind, standen für: Langes Leben und Ewigkeit. 300 Jahre dauerte die Bauzeit des Klosters. Von den ehemals 60 Tempeln stehen heute nur noch 3, damals lebten über 1000 Mönche in dem Kloster. Einige Male wurde es zerstört, zuletzt 1937 bei den stalinistischen Säuberungen. Über 50 Jahre war in der Mongolei religiöses Leben verboten. Erst 1990 wurde das Kloster wieder in Betrieb genommen.
Wir besichtigen diese beeindruckende Klosteranlage. Abends feiern wir Abschied. Marianne und Uli werden mit dem Allrad „Zebra“ die Nordroute durch den mongolischen Altai fahren. Wir kommen ihnen aus dem russischen Altai entgegen. In der Mongolei ist der Altai nur mit Allrad zu befahren.


   |   Tages KM: 155   |   GPS Nord: 47°11'59   |   GPS Ost: 102°50'46

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Dienstag, 12.7. Karakorum - Tourist Camp

Ab heute sind wir nur 3 Mobile. Unser erster Stopp gilt der einen Steinschildkröte auf dem Hügel. Von hier haben wir einen guten Weitblick – auch auf das Kloster Karakorum. Weiter unten befindet sich ein riesiger Stein-Phallus. Junge Paare statten diesem Symbol einen Besuch ab und kommen wieder, wenn es mit dem Nachwuchs geklappt hat. Schon bald hat uns die Pistenstr. wieder. 10 km, dann haben wir Asphalt unter den Reifen. Wir kommen wieder in das Gebiet von Mongol Els, und auch heute sind viele Besucher bei den Wanderdünen zu sehen. Das Gebiet ist 180 km lang und nur wenige Kilometer breit. Die Wanderdünen breiten sich von West nach Ost aus. Sie entstehen, weil der Wind hier überwiegend aus Nord-West bläst. Steinadler kreisen am Himmel – Mongolen richten sie für die Jagd ab.
Am Ovoo (Übernachtungsplatz vom 10.7.) erleben wir unser ganz persönliches Pferderennen. Zuerst im Trab an uns vorbei und dann nach einer Weile im Galopp zurück. Auf den Pferden sitzen überwiegend Kinder im Alter 8 bis 10 Jahre, auch Mädchen. Bei uns am Ovoo warten die Angehörigen, die sie auf dem Weg zurück mit ihren Motorrädern begleiten.
Die Landschaft verschwindet heute im „Nebel“, es ist stark diesig. Ein Tankstopp wird für uns fällig. Zum ersten Mal auf der Reise gibt es Probleme mit dem Kartenleser. Alle Karten (auch die der Freunde) funktionieren nicht. Weil wir nicht mehr genügend Tugrik haben, ist nach langem hin und her Euro-Zahlung möglich.
Mein Wunsch die Nacht in der Nähe einer Jurte zu verbringen ist nicht so ganz einfach zu erfüllen. Denn bei der ersten Jurte ist man mit dem Schlachten eines Tieres beschäftigt – wir kommen trotz Gastfreundschaft ungelegen. Viele Kilometer weiter starten wir einen neuen Versuch und biegen an geeigneter Stelle (oft sind die Zufahrten zu steil für unser Fahrzeug) ab. Zwei Jurten stehen auf dem Gelände und viele Pferde befinden sich in der Nähe. Kleine Kinder und zwei junge Mädchen sind bei den Jurten. Das eine Mädchen bereitet auf einem Holzbrett, das auf dem Boden liegt, Teigtaschen zu. Die Verständigung ist wegen mangelnder Sprachkenntnisse schwierig. Die Erwachsenen sind bei den Pferden. Bald kommen sie vom Melken zurück. Man bittet uns in den Jurten auf einem Bett Platz zu nehmen. Die ältere Frau überreicht uns Schalen mit Airag und Milch, wir nippen nur kurz daran. Für unsere Verhältnisse wirkt alles ein wenig „schmuddelig“. Die Frau spricht ein wenig russisch und so können wir die Namen der Angehörigen (und ob Tochter, Sohn oder Enkelkind) erfahren. Wir schauen uns um. Die Jurte ist nur sehr spärlich möbliert. Der Boden ist mit schwarzen Platten abgedeckt. Darauf stehen 2 Betten, eine Kommode mit Spiegel und Bildern und ein kleines Schränkchen. An den Wänden der Jurten hängen Medaillen – die beim Naadam-Pferderennen gewonnen wurden. Darauf ist man hier sichtlich stolz. Der Ofen, der sonst in der Mitte von der Jurte steht, befindet sich im Freien. Ein junges Mädchen ist dabei die Teigtaschen im heißen Fett zu frittieren. Uns ist unwohl bei dem Gedanken zum Essen eingeladen zu werden. So laufen wir rasch zu den Mobilien zurück und kommen mit Gastgeschenken: Kinderbekleidung, Süßigkeiten und einem Fußball zurück. Alles übereichen wir den zwei Familien und verabschieden uns dann schnell und herzlich.
Die Männer haben beschlossen dem Hinweis an der Straße zu folgen: Touristencamp 1.5 km. Wenig später ist der Parkplatz vom Camp erreicht. Junge Frauen informieren uns, dass Morgen eine Folklore-Aufführung (10 -12 Uhr für 38 € p. Per.) stattfinden soll und überreichen uns einen Prospekt.
Nachdem wir uns einen geeigneten Stellplatz auf der Grünfläche gesucht haben, spazieren wir zu den nahen Jurten. Hier stehen Yaks und Kamele und Holzwagen - allerlei volkstümliches Gerät liegt herum. So müssen früher die Nomaden umhergezogen sein.
Weil es auch gegen Abend noch sommerlich warm draußen ist, essen wir draußen und trinken Wein. So können wir das Geschehen um uns herum gut beobachten. Die Schaf- und Ziegenherden, die Yaks und Pferde werden an die Wasserstellen zum Tränken getrieben. Dann dürfen sie auf der riesigen Weide sich ein gutes Plätzchen zum Grasen suchen.
Ein junger Mann mit Pferd erscheint. Er kommt aus der Nomadenfamilie, der wir am Nachmittag einen Besuch abgestattet haben. Sein Pferd bindet er am Fahrradträger von Susannes Mobil fest. Später zeigt er uns einige Reiterkunststücke auf seinem Pferd. Auch Harald steigt aufs Pferd und dreht eine Runde. Dann will der junge Mann mit Harald ringen – und wir amüsieren uns köstlich. So haben wir heute unsere ganz persönlichen Naadamspiele gehabt.
Der heutige Tag inmitten der freien Natur ist für uns ein ganz besonderes Erlebnis!


   |   Tages KM: 315   |   GPS Nord: 47°54'05   |   GPS Ost: 106°14'14

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Mittwoch, 13.7. Tourist Camp - Darshan am Fluß

Dieser Übernachtungsplatz hat uns allesamt begeistert. Für den Vormittag planen wir in Ulan-Ude einen letzten Museumsbesuch. Wir wollen den Winterpalast des letzten Bogd Khan, „Kaiser“ und religiöses Oberhaupt des Buddhismus in der Mongolei, besuchen.
Was ist los? Alle Straßen sind frei, es gibt keinen Stau. Nur die Polizei und Straßenkehrer arbeiten – viele Geschäfte sind geschlossen. Feiertag?
Der Bogd Khan ließ seinen Winterpalast 1893 an dieser Stelle errichten und verbrachte hier 20 Winter, bevor er 1924 starb. Die Residenz besteht aus 7 Haupt- und Nebengebäuden, 20 Toren unterschiedlicher Größe, sowie kleinen Gärten. Die Bauten errichtete man überwiegend in chinesischem Stil. Die Tore und Tempel sind handwerkliche Kostbarkeiten. Der Bogh Khan galt als verschwenderisch und liebte Luxus. Im Wohnhaus werden sein Bett, seine Kleidung, Kunst- und Kultgegenstände, Skulpturen und Jagdtrophäen ausgestellt. Viele präparierte Tiere aus verschiedenen Ländern umfasste seine Sammlung – 1901 aus Hamburg geliefert.
Besonders gefallen hat mir seine Jurte – die Einrichtung und das verwendete Material sind wirklich „kaiserlich“.
Wir sind morgens um 10 Uhr fast die einzigen Gäste, danach wird es voll – Parkplatz direkt neben dem Museum. Gegen Mittag verlassen wir Ulan Bator Richtung Grenze Russland. Der Verkehr nach der Stadtmitte nimmt rasant zu. Besonders an den Mautzahlstellen haben wir es mit vielen „Zwischendränglern“ zu tun. Wir sind vom Fahrstil der Mongolen sehr genervt. Aber die schöne Landschaft mit den üppig blühenden Blumenwiesen entschädigt uns. Der Straßenbelag ist miserabel. Bei Darkhan biegen wir von der Hauptstraße ab und parken an einem Fluss zwecks Übernachtung. Wir fühlen uns durch die Musikbeschallung einer Feier im Freien gestört und parken nochmals um. Von unserem Hügel haben wir nun einen wunderschönen Blick über die Weiden, sehen die Jurten der Nomaden und ihre Viehherden. Sonnenuntergangstimmung - es ist unser letzter Abend in der Mongolei. Morgen wollen wir ausreisen.


   |   Tages KM: 284   |   GPS Nord: 49°22'23   |   GPS Ost: 105°52'45

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Donnerstag, 14.7. Darshan - Grenze - Tara Tempel

Heute müssen wir leider Abschied nehmen von der schönen Landschaft der Mongolei.

Das hat Peter und mir besonders gefallen: die Weite mit den sanften grünen Hügeln - begrenzt durch hohe Berge, ein Wolkenhimmel der fast die Erde berührt, faszinierende Tempel, Klöster und heilige Steine, unaufdringliche Freundlichkeit der Menschen, Leben inmitten der unbebauten Natur, die Stille in der Natur, Land ohne Zäune, ideales Camper Land (überall ist frei Stehen möglich), streckenweise Blumenteppiche in allen Farben, Herden von Yaks, Schafen, Ziegen und Pferden die frei herumziehen, Adler die durch die Lüfte schweben.

Um 11 Uhr haben wir die Grenze erreicht. Auf der mongolischen Seite informiert uns niemand wo wir uns anstellen, einreihen oder welche Formalitäten wir als erstes zu erledigen haben. Die mongolischen Bustouristen drängeln arg, als wir mit ihnen durch die Passkontrolle müssen. Nun kommt die Einreise nach Russland. Blockweise, 8 bis 10 Fahrzeuge, werden vorgelassen. Kontrolle der Fahrzeuge und Immigrationspapiere ausfüllen, dann mit diesen und den Pässen anstellen. Susanne hat es als erste geschafft und musste ihre „Ellenbogen“ kräftig einsetzen – die Mongolen drängeln von allen Seiten, wie beim Straßenverkehr. Als wir fast dran sind, schließt der Schalter. Mittagspause! Nach 45 Minuten kommt die Dame zurück – das Gedrängel geht weiter. Als wir endlich alle durch sind, muss das Mobil noch registriert werden. Für alles benötigen wir 3 ½ Stunden, dann sind wir mit den Formalitäten durch und wieder in Russland. Wir können die Uhr 1 Stunde zurück stellen.
Auf der Straße treffen wir Petra und Dieter aus dem Münsterland. Seit 4 Wochen reisen sie zum Teil auf „unseren Spuren“ durch Russland und wir hatten nur E-Mail-Kontakt. Sie wollen morgen in die Mongolei einreisen. Es ergibt sich ein reger Austausch von Informationen.
Über Nacht stehen wir im Schutze des Tempels „weiße Tara“.


   |   Tages KM: 252   |   GPS Nord: 51°08'21"   |   GPS Ost: 106°34'06"

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Freitag, 15.7. Tara Tempel - Utulik

Schon zeitig steht die Sonne am Himmel, es verspricht es schöner Tag zu werden. Heute ist ein „reiner“ Fahrtag. Abends wollen wir am Baikalsee übernachten.
Wir vergleichen die Landschaften von der Mongolei und Burjatien. In Burjatien ist es weniger Grün, wir sehen kaum Tierherden, die Häuser sind überwiegend aus Holz und die Grundstücke mit Zäunen begrenzt, Gärten mit Gemüseanbau, das Holz-Heizmaterial für den Winter liegt bereit, Baumbestand bestehend aus Kiefern und Birken.
Trotz welliger Straße kommen wir gut voran. Die Erdbeeren sind reif und wir kaufen bei den Straßenverkäufern einen größeren Vorrat. Dann ist der Übernachtungsort Utulik am Baikal erreicht. Wir durchfahren etliche tiefe Pfützen und tiefhängende Zweige streifen die Mobile. Der Platz ist mit einer Schranke versperrt. Für die Übernachtung möchte man erst 1000, dann 500 Rubel haben. Wir sind so genervt, dass wir auf 500 eingehen. Doch als wir auf der vorgesehen Fläche einparken wollen, donnert auf der nahen Bahnstrecke gerade ein Zug vorbei. Wenn das die ganze Nacht so gehen sollte? Spontan verlangen wir unser Geld zurück und verlassen den Platz. Ein zweiter Versuch bei einem anderen Platz ist erfolgreich und wir können wir nur 50 Rubel die Nacht bleiben. Mitten in einer Ferienanlage für Familien stehen wir nun und werden „begafft“ wie im Zoo. Ein wenig später ziehen wir alle los um den Baikalsee zu suchen. Der Uferbereich sieht noch so aus wie vor 3 Jahren (Charme der sozialistischen Zeit), und so richtig zum Baden lädt der See nicht ein. Blütenstaub schwimmt auf dem See, doch die Badegäste stört das nicht.
Abends tönt laut westliche Tanzmusik über den Platz – wir haben Wochenende und die Feriengäste sind in Urlaubsstimmung. Wann wird Schluss sein?


   |   Tages KM: 443   |   GPS Nord: 51°32'52"   |   GPS Ost: 104°02'25"

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Samstag, 16.7. Utulik - Irkutsk - Kosaya Step

Die heutige Strecke ist uns von der Hinfahrt bekannt, doch je nachdem aus welcher Richtung man kommt ergibt sich ein anderes Bild. Wir fahren bis Kultuk. Hier kaufen wir auf dem “Fischmarkt“ frischen Omul. Aus den Räuchertonnen steigt Rauch auf, morgens um 10 Uhr genießen etliche Personen schon den frischgeräucherten Omul mit einer Flasche Bier.
Harald ist heute schon vorgefahren. An einer Baustelle warten wir eine gute ½ Stunde auf Grün, während uns „hunderte“ Fahrzeuge entgegenkommen. Wochenende – Ausflugverkehr an den Baikal. Wir quälen uns durch die Großbaustelle bergan. Plötzlich tauchen bei Susanne, die hinter uns fährt, Bremsprobleme auf. Wir stoppen in einer Kurve und Peter schaut sich die Bremsen an. Er fährt einmal vor und zurück, die Bremsen haben sich wieder gelöst. Inzwischen versucht ein LKW an uns vorbeizufahren und fährt sich an einer Steinbegrenzung fest. Wütend kommt er zu unseren Fahrzeugen – doch was er uns ins Gesicht schreit können wir nicht verstehen (Gott sei Dank). Nach der Baustelle geht es oft steil bergan, dann wieder bergab – 100 km bis Irkutsk. Gegen 12 erreichen wir den großen Supermarkt, Harald und Rosemarie sind bereits beim Einkaufen. Großeinkauf für die nächsten 14 Tage, die wir am Baikal (Kleines Meer) und der Insel Olchon verbringen wollen.
Weiterfahrt bei großer Hitze, 29°C. Die Landschaft ist flach: Wiesen mit Blumenteppichen, auf denen das Gras hoch steht. Pause: Rosemarie hat eine Erdbeertorte gezaubert, die wir alle mit viel Sahne und Hochgenuss verspeisen. Am Straßenrad werden Walderdbeeren eimerweise verkauft.
Nach einem Abzweig wird es gebirgiger und bewaldeter. Kiefernwälder soweit das Auge reicht. Die Straße verläuft auf einer Erhöhung, immer bergauf und bergab – durch nur wenige Ortschaften. Wir finden keine Möglichkeit auf einen Waldweg zwecks Übernachtung zu fahren. Dann endlich links, bei Kusaya Step, gibt es einen Weg zu einem Café und ins Dorf. Wir biegen danach zu einer kleinen Brücke ab, durchfahren eine tiefe Mulde und „setzen“ auf. Peter besieht sich den Schaden, der Halter für das Reserverad hat sich gelöst. Eine Reparatur Vorort wird fällig. Wir finden am Straßenrad kein geeignetes Plätzchen und parken vor dem Café. Die landestypischen Speisen sind preiswert und stehen schnell auf dem Tisch. Hitze und Stress spülen wir mit einem kühlen Bier weg. Und noch besser, wir dürfen dem Parkplatz vor der Tür übernachten. Müde von den heutigen Erlebnissen gehen wir alle früh schlafen. Morgen wollen wir ans „kleine Meer“ am Baikal, dort 2 bis 3 Tage relaxen, Fisch grillen und kleine Reparaturen durchführen.
Durch die geöffneten Fenster duftet es nach frischem Heu - es riecht nach „Sommer“. Wundervoller Sonnenuntergang. Wir haben da so unsere These: Abendrot = Schönwettertod.


   |   Tages KM: 335   |   GPS Nord: 52°50'32   |   GPS Ost: 106°04'57

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Sonntag, 17.7. Kosaya Step - Kurma (kleines Meer)

In der Nacht Regen und am Morgen hat es merklich abgekühlt, der Himmel ist bedeckt.
Schon bald erreichen wir eine Baustelle und 13 km übelste Piste erwarten uns. Wir entscheiden uns für eine Seitenspur – nicht ganz so wellig wie die Hauptstrecke. Eine kurze Asphaltstraße, dann kommt der Abzweig zum „kleinen Meer“. Nochmals fahren wir 27 km Piste um unseren bekannten Stellplatz von 2013 zu erreichen. Unterwegs kleine Feriencamps mit Holzhütten und viele Camper stehen frei in kleinen romantischen Buchten am Baikal.
Als „kleines Meer“ bezeichnet man den Teil des Baikal Sees, der zwischen der Insel Olchon und dem Festland liegt. Das Wasser in den seichten Buchten soll deutlich wärmer als anderswo am Baikal sein, darum ist dieses Gebiet auch bei den Urlaubern sehr gefragt.
Von unserem Stellplatz erblicken wir Olchon und etliche kleine Inseln. Alles erinnert uns landschaftlich ein wenig an Schweden. Heute Ruhetag – da Regen uns von anderen Freizeitaktivitäten abhält.


   |   Tages KM: 95   |   GPS Nord: 53°09'56   |   GPS Ost: 106°57'21

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Montag, 18.7. Kurma (kleines Meer)

Wir werden mit Sonnenschein geweckt. Peter und ich beschließen gleich nach dem Frühstück eine kleine Wanderung zu unternehmen. Diese Bucht bietet hervorragende Möglichkeiten zum Wandern. Susanne ist auch schon auf und schließt sich uns an. Wir sind überrascht von den vielen Campern, die sich recht individuelle Plätzchen gesucht haben. Die Wanderung dauert 2 ½ Stunden, den Rückweg nehmen wir durch das Dorf Kurma. Inzwischen ist es sehr warm geworden.
Am Stellplatz machen Susanne und ich uns ans Wäschewaschen, Wasser im See gibt es genug. Und schon bald flattert unsere Wäsche im Wind. Im Sonnenschein faullenzen, Hausarbeiten erledigen, lesen, Kaffee trinken, wandern – es gibt viele Möglichkeiten sich zu beschäftigen.
Am Spätnachmittag wandern Peter und ich zur anderen Seite der Bucht - ein kleiner geschützter Nationalpark, Autos unerwünscht. Der Abend ist uns zu kühl und windig für ein Lagerfeuer.


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Dienstag, 19.7. Kurma (kleines Meer) - Fähre Olchon

Der Himmel ist bedeckt – ideales „Büro-Wetter“. Danach unternehmen Peter und ich eine Wanderung auf eine Halbinsel. Auch hier stehen in jeder Bucht Zelte. Wie die Fahrzeuge diese „Schlaglochpisten“ ohne Pannen absolvieren ist uns ein Rätsel. Am Platz zurück und im Plausch mit den Freunden treffen zwei Russen ein. Sie „drucksen“ ein wenig umher und wir denken, dass sie Haralds Mobil anschauen wollen. Nein, er soll ihnen helfen ihr Fahrzeug im Nationalpark zu bergen – sie haben sich mit dem Kleinbus am Ufer im Kiesbett festgefahren. Harald zögert nicht lange, die Russen steigen zu ihm ins Fahrerhaus und los geht’s. Susanne marschiert zu Fuß hinterher, Peter und ich beobachten das Ganze mit dem Fernglas. Bei dem Bergungsmanöver gerät Haralds Mobil in bedrohliche Schräglage. Harald wendet, kommt zurück und berichtet: Der Nationalpark darf mit Fahrzeugen nicht befahren werden, mit Steintürmen ist die Zufahrt versperrt. Doch an der Seite, durch ein Kiesbett am Ufer, wagen sich einige Unvernünftige (oder auch Dumme) in den Park. Für dieses Fahrzeug ging es übel aus, es fährt sich fest. Harald will mit einem Abschleppseil das Fahrzeug rausziehen, der Fahrer schlägt das Lenkrad falsch ein und versinkt noch tiefer im Kies. Diese Lage ist auch für Harald, halb im Wasser – tief im Kies, nicht zu bewältigen. Die Russen nehmen es gelassen.
Weil wir erst am Spätnachmittag zur Fähre nach Olchon aufbrechen wollen, machen wir alle noch einen letzten Spaziergang in den Nationalpark. Wollen schauen, ob das Fahrzeug nun befreit wurde. Im Park auf dem Kies Damm bläst der Wind stärker und mir wird in der leichten Weste kalt. Um meine Hände in den Westentaschen zu wärmen, stecke ich mein Schlüsselbund in die Innentasche der Weste und bemerke erst viel später, fast an den Mobilen, dass er „durchgerutscht“ ist. Mir wird heiß und kalt, denn wenn meine Schlüssel weg sind, bedeutet es, dass mit Peters Schlüssel nichts passieren darf. Zum besseren Verständnis: 1 Schlüssel für das Fahrzeug, 1 Schlüssel für die Kabine, 1 Schlüssel für die Alarmanlage und einer für das Schließfach sind nun weg – Neuanfertigung eine teure Angelegenheit und in Russland wegen der „Einlese Daten“ unmöglich. Gemeinsam, zu fünft, suchen wir in dicht an dicht die Wiese und den Kiesweg ab, doch das Schlüsselbund findet sich nicht an. Wieder zurück an den Mobilen entschließen wir uns noch ein 2. Mal den Weg abzulaufen. Immer den Blick nach unten, bemerken wir erst etwas später, dass ein Geländefahrzeug neben uns stoppt und das Seitenfenster herunterlässt. Peter hält seinen Autoschlüssel hoch – Zeichensprache für unsere Suche. Ich trete näher zum Fahrer und seine Frau hält mir mein Schlüsselbund entgegen. Sie haben ihn auf dem Kiesweg gefunden. Ich bin freudig überrascht und außer spaziaba (danke) fehlen mir die richtigen Worte. Gerne hätte ich den Kindern auf dem Rücksitz einen Finderlohn (für Eis) überreicht, doch wir sind alle ohne „einen Rubel“ auf die Suche gegangen. Überglücklich streiche ich über den kleinen Schutzengelanhänger von Constanze – ob der geholfen hat?
Bald danach brechen wir zur Fähre auf – 27 km Piste zurück. Harald, Rosemarie und Susanne erwarten uns bereits auf dem Parkplatz an der Fähre. Gemeinsam beschließen wir noch letzte Einkäufe im nahen Supermarkt zu tätigen und uns dann in die Warteschlange für die Fähre einzureihen. Es ist 18.30 Uhr und wir zählen 60 Fahrzeuge vor uns. Die zwei Fähren pendeln im Abstand von 30 Minuten bis 24 Uhr, so besagt es ein Informationsschild. Je nach Größe kann so eine Fähre nur 10 bis 15 Fahrzeuge transportieren. Ob wir heute noch rüberkommen, oder in der Schlange übernachten müssen? Wir nehmen es gelassen, zumal wir ein Klo und Bett im Mobil haben und guter Internetempfang sorgt für Kurzweil.


   |   Tages KM: 39   |   GPS Nord: 53°01'08   |   GPS Ost: 106°53'49

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Mittwoch, 20.7. Fähre - Tashkay Cape

Wir stellen den Wecker au 6 Uhr. Harald steht auf Platz 1 der Touristenreihe, die Einheimischen warten bereits mit 6 Fahrzeugen und werden bevorzugt abgefertigt. Hinter uns ist die Warteschlange endlos – viele haben in ihren PKW unbequem übernachtet. Ankunft der ersten Fähre von Olchon um 7.30 Uhr, zur Insel kommen nur Einheimische mit. Wir fahren auf der 2. Fähre und sind knappe 30 Min. später auf Olchon. Ein Stopp-Schild besagt: Halt – erst Eintritt im Nationalpark bezahlen! Doch der Kassierer für diese Aufgabe schläft noch selig im Kassenhäuschen.
Was macht die Insel Olchon so beliebt – bei Einheimischen sowie Touristen? Diese Insel, die so ziemlich genau in der Mitte des Baikalsees liegt, ist etwa 72 km lang und 14 km breit. Es leben hier nur 1.800 Bewohner, die meisten von ihnen sind Burjaten. Sicherlich besteht ihre Anziehungskraft nicht allein in den Kontrasten von hügeliger Steppenlandschaft, schroffer Steilküste, hellen Kiefernwälder und weißen Sandstränden. Hauptattraktion ist die Schamanenhöhle, bei Chuschir ragt der Schamanenfelsen aus dem Wasser. Außerdem die Insel bekannt für 2.300 Sonnenstunden, wenig Niederlag und kaum Mücken.
Auch für uns hat diese Insel, die wir 2013 zum ersten Mal besucht haben, einen ganz besonderen Reiz.
Nach 18 km Piste ist „unsere“ Bucht erreicht. Doch leider ist der ebene Stellplatz oberhalb belegt. Wir fahren trotzdem den Platz an und begrüßen die Anwesenden. Ein junges Mädchen, Xenia, spricht perfekt Englisch. Mit ihrem Einverständnis richten wir uns 20 Meter weiter häuslich ein. Wir wollen in dieser wunderschönen Landschaft: wandern, die himmlische Ruhe genießen, den weißen Strand, Lagerfeuer am Abend und baden (heute hat der Baikal 16°C). Vier Tage sind eingeplant. Ich werde nur wenig schreiben – die Bilder werden alles erzählen.
Eindrücke: Russen in „gutverdienenden“ Berufen machen Zelturlaub am Baikalsee – ohne großen Komfort. Etwas abseits steht oft ein Toilettenzelt, unter der sich eine kleine Grube befindet. Wenn die Familien abreisen, wird die Grube zugeschaufelt – eine saubere Angelegenheit und die Natur wird geschont.
Jeden Tag unternehmen wir eine Wanderung und erfreuen uns an Blumen und Schmetterlingen. Auf den Wiesen wächst der Thymian wild und wird von den Einheimischen für Tees gesammelt und getrocknet.
Wir laden die zwei russischen Familien zu einer Kaffeetafel ein. Es ergeben sich interessante Gespräche – überwiegend in englischer Sprache. Es stellt sich heraus, dass Tatjana vor 40 Jahren Deutsch als Fremdsprache in der Schule hatte. Xenia ist ein kleines Sprachtalent, spricht außer russisch und englisch auch chinesisch fließend. Allabendlich genießen wir die Lagerfeuerromantik – hoffentlich reicht unser Holzvorrat.


   |   Tages KM: 20   |   GPS Nord: 53°07'35   |   GPS Ost: 107°06'00

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Donnerstag, 21.7. Tashkay Cape

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Freitag, 22.7. Tashkay Cape

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Samstag, 23.7. Tashkay Cape

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Sonntag, 24.7. Tashkay Cape - Chuschir

Gestern Abend kam noch ein weiteres deutsches Mobil zu uns auf den Platz – Gunilla und Wilfried aus Cuxhaven. Seit nunmehr 20 Jahren befinden sie sich auf Weltreise –leben nur in ihrem Mobil.
Nicht nur die netten Russen neben uns, sondern auch wir brechen unsere Zelte ab, Chuschir ist unser Ziel. Rosemarie und Harald fahren gleich nach dem Frühstück an einen Binnensee, die Gegend erkunden und baden. Wir wollen uns gegen Mittag treffen.
Bei uns erscheinen Gunilla und Wilfried um von Peter Daten unserer Strecke durch Kasachstan, Kirgisien und Georgien zu erfahren. Ihr Ziel ist der Iran und dann weiter bis Südafrika – hier wollen sie (höchstwahrscheinlich) ihre Weltreise 2017 nach 20 Jahren beenden. Wir werfen noch interessehalber einen Blick in ihr Mobil – so etwas Gutdurchdachtes und wohnliches habe ich noch nicht gesehen! Und das Ganze wurde 20 Jahre mit wenigen Gebrauchsspuren benutzt!
Um 13 Uhr starten wir zur Weiterfahrt und sammeln unterwegs unsere Freunde ein. Nochmals 21 km Piste, dann ist Chuschir erreicht.
Der kleine Orte Chuschir lebt überwiegend von den Touristen, die diesen Ort wegen des Schamanenfelsen besuchen. Als Wohnort der Götter galt (und gilt heute noch) der Schamanenfelsen als heilig, die ganze Insel unterstand ihrer Macht.
Nach ein paar notwenigen Einkäufen und Informationen bei Gregori (der sehr verständlich deutsch spricht), fahren wir auf unseren Stellplatz von 2013 – auf einen Hügel mit Blick auf den Schamanenfelsen. Das Wetter ist immer noch nebelig trüb – die Sonne steht verschwommen wie ein kupferroter Ball am Himmel, eine eigenartige Stimmung. Man klärt uns auf: der Nebel soll von einem riesigen Waldbrand bei Krasnojarsk herrühren (1.300 km von hier). Erst, wenn der Wind aus einer anderen Richtung bläst, ändert sich die Wetterlage.
Am Nachmittag erkunden wir gemeinsam den kleinen Ort. Außer etlichen Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Ausflugsagenturen und Souvenirständen bietet er nicht viel. Für die nächsten Tage planen wir einen organisierten Ausflug mit einem Allradfahrzeug in den Norden (oder auch Süden) der Insel – für unser Mobil zu unwegsam. Bis Montagnachmittag sollen wir Gregori über unsere Pläne verständigen. Bis dahin will seine Frau meine Bettwäsche und Handtücher gewaschen und getrocknet haben (2 Maschinen für 900 Rubel). Frischer Omul wird gekauft und am Abend vor den Mobilen zubereitet – oberlecker. Bei einem Glas Wein sitzen wir dann am gemeinsamen Lagerfeuer – das leider nicht so richtig brennen will. Die Kälte treibt uns schon bald in die Mobile. Nachts schlägt unweit von uns ein junges Paar ein Zelt auf – mit lauter Musik beschallen sie den Platz. Peter bittet sie um 24 Uhr die Musik leiser zu stellen – und es klappt, Ruhe!


   |   Tages KM: 21   |   GPS Nord: 53°11'55"   |   GPS Ost: 107°20'06"

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Montag, 25.7. Chuschir

Der Nebel hat sich immer noch nicht aufgelöst. Peter schläft bis 9 Uhr – ungewöhnlich lange.
Wir wandern alle gemeinsam zum Schamanenfelsen – stehen oberhalb -betreten ihn aber nicht, denn das soll Unglück bringen. Im Ort starten wir eine Shoppingtour, Susanne und ich sind in Kauflaune. Mittags holen wir bei Nikita Informationen über Ausflüge ein. Nikita ist im Ort eine kleine Persönlichkeit. Als ehemaliger Tischtennismeister hat er hier ein Touristenzentrum aufgebaut und unterstützt auch soziale Projekte im Ort. Für seine und auswärtige Gäste vermittelt und organisiert er Ausflüge. Wir buchen für den Abend eine Banja am Strand. Auf dem Gelände befinden sich auch 2 einfache Restaurants. Im Café Paris schlemmen wir uns durch diverse Pfannkuchen Gerichte.
Inzwischen ist Wind vom Norden aufgekommen und hat die Smogwolken vertrieben.
Unser Stellplatz ist wirklich einmalig. Viele Besucher kommen vorbei – sie sind an unseren Fahrzeugen interessiert und machen Fotos mit sich davor.
Am Abend besuchen Rosemarie, Harald, Peter und ich eine russische Banja. Die Benutzung kostet 1000 Rubel für eine Stunde. Unsere fahrbare Banja steht direkt am Baikalsee und bis ins Wasser sind es nur 3 Schritte. Es gibt einen kleinen Umkleideraum mit Tisch und Bänke, eine Zinkwanne mit Schöpfkelle und als Kopfbedeckung liegen Filzhüte bereit. Seit dem letzten Russlandurlaub besitzen Peter und ich eigene Banjahüte. Im angrenzenden Raum befindet sich die Sauna. Der Raum ist mit Holz getäfelt und auf Holzbänken können bis zu 5 Personen Platz finden. Ein Ofen beheizt Steine und einen Wassertank, durch ein kleines Fenster fällt Licht. Das Thermometer zeigt über 90°C und recht bald geraten wir ins Schwitzen. Mit einer Birkenrute schlagen wir auf Beine, Arme und Rücken, so regen wir die Durchblutung der Haut an. Rosemarie und ich „peitschen“ Harald später im Freien. Wir halten es nicht lange aus und springen schon bald zur Abkühlung in den Baikal. Einfach nur herrlich! So wiederholen wir den Vorgang noch dreimal. Wir sind so begeistert von diesem Badeerlebnis, dass wir es gerne ein weiteres Mal ausprobieren möchten. Leider konnte Susanne aus gesundheitlichen Gründen die Banja nicht besuchen. Wir Anderen gehen bald „wohlig entspannt“ schlafen.


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Dienstag, 26.7. Chuschir

Rosemarie und Harald unternehmen heute einen von Nikita organisierten Ausflug auf den Nordteil der Insel – Kostenpunkt 990 Rubel pro Pers. - mit kleinem Imbiss unterwegs. Peter und ich haben diese Tour schon vor 3 Jahren unternommen. Außer viel „Durchgerüttelt“, wegen der vielen Schlaglöcher, sind uns aber die vielen Haltestopps bei schönen Aussichten noch in guter Erinnerung. Nur das Wetter muss stimmen!!! Rosemarie und Harald kehren begeistert von der Tour zurück.
Susanne unternimmt einen langen Strandspaziergang. Peter und ich gehen zu den geschnitzten Pfählen, sie tragen überwiegend Tiermotive. Durch den Ort laufen wir zurück und haben schon bald unseren Stellplatz erreicht. Susanne ist auch schon da und vor ihrem Mobil stehen zwei ältere Einheimische, Mann und Frau. Sie geben Susanne unfreundlich zu verstehen, dass sie wegfahren soll. Vor ihrem Stellplatz wollen die zwei ein Feuer anzünden. Um die Feuerstelle haben sie Taschen ausgebreitet, aus denen schauen Holzscheite und Kleidungsstücke hervor. Susanne parkt das Auto um. Der Mann entzündet ein Feuer und zieht über seine Kleidung einen blauen, mit Gold bestickten Brokatmantel – eine passende Kopfbedeckung folgt. Nun sieht er wie ein Schamane aus. Man gibt uns zu verstehen, dass wir bei dieser Zeremonie nicht zuschauen sollen. Wir sind aber zu neugierig und schauen ab und zu seitlich an unserem Mobil hervor – so etwas haben wir noch nie gesehen. Der Schamane steht mit der Frau Richtung Baikal und sie erheben die Hände gen Himmel. Der Schamane nimmt einen Schluck Wodka und versprüht die Flüssigkeit in alle Richtungen. Dann nimmt er aus dem Feuer ein Metallstück, träufelt etwas Wodka drauf, berührt es mit der Zunge, nimmt wieder einen Schluck Wodka und versprüht ihn wieder in alle Himmelsrichtungen. Zum Schluss gießt er Wodka über den Baumstamm, der uns am nächsten steht. Bald danach verlassen die zwei den Platz. Wir schauen uns die noch rauchende Feuerstelle genauer an. Es liegen etliche Kekse, eine Packung Zigaretten, einzelne Zigaretten und Streichhölzer erhöht auf Steinen um die Feuerstelle. Ein Ritual um das Rauchen aufzugeben?
Susanne und ich befestigen unsere Wunschbänder an dem bewussten Baum. Damit sie am höchsten hängen hat Peter uns eine Leiter aufgestellt. Zum Abschluss schütten wir noch ein Gläschen weißen Martini über die Bänder. Weiß für die Reinheit.
Abends reges Treiben um unsere Mobile, die fast so interessant wie der Schamanenfelsen sind. Wir sitzen ums Lagerfeuer und schauen zu, wie die Sonne ihre letzten Strahlen über den Baikal schickt.


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Mittwoch, 27.7. Chuschir

Heute wollen wir ein Burjaten-Dorf besuchen. Von Nikita werden wir mit einem Minibus zu dem Burjaten-Dorf (etwa 4 km entfernt), gefahren. In unseren Bus steigen an anderer Stelle noch 7 Männer, Chinesen, hinzu. Wie sich im Gespräch herausstellt, hat der eine Mann in Essen Medizin studiert und spricht sehr gut deutsch. Eine Frau in burjatischer Tracht begrüßt uns am Eingang. Es wird ein Räucherschälchen entzündet und reihum gereicht. Den Rauch sollen wir mit den Händen zu uns fächeln – Gott soll uns wohlgesonnen sein. Dann reicht man uns in einem Schälchen Milch. Weiß – bedeutend für die Reinheit – so erklärt man uns. Wir werden durch das Dorf geführt. In einer Jurte, der ursprünglichen Wohnung der Burjaten, ist ein kleines Museum eingerichtet. Anhand der ausgestellten Gegenstände erklärt uns die Frau auf Russisch wie die Burjaten früher gelebt haben. Die chinesische Gruppe bekommt alles von ihrer Reiseleitung übersetzt. Nur wir müssen uns alles zusammenreimen. Danach bittet man uns zu Tisch. Wir essen die traditionellen Speisen wie: Smetana, Quark, Käse und Brot. Als Getränke gibt es Kräutertee und einen selbstgebrannten klaren Schnaps, der aus Butter gewonnen wird. Die Gastfreundschaft der Burjaten verpflichtet ihre Gäste zu beköstigen. Eine Aufführung mit Tänzen und Gesängen schließt sich an. Zum Abschluss werden auch wir in die Tänze mit einbezogen. In einer Stoffjurte werden ausgestopfte Tiere die hier noch leben ausgestellt. Dieser Ausflug dauerte eine gute Stunde. Ich bin etwas enttäuscht, war die Show doch vor 3 Jahren für das gleiche Geld etwas umfangreicher und informativer.
Der Minibus fährt uns nach Chuschir zurück. Wir steigen im Dorf aus und genießen bei Nikita im Café leckere Pfannkuchen. Den Nachmittag hat jeder zur freien Verfügung. Ich koche Marmelade aus kleinen Nektarinen.
Den letzten Abend in Chuschir beenden wir mit einem Lagerfeuer. Heute ist es angenehm mild und wir können länger draußen verweilen. Wir alle verspüren, dass von dem Schamanenfelsen eine ganz besondere Atmosphäre ausgeht.


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Donnerstag, 28.7. Chuschir - Tashkay Cape

Ein letzter Blick auf den Schamanenfelsen und unsere bunten Bänder die im Wind flattern.
Die Farben der Bänder haben folgende Bedeutung: weiß/Reinheit und Luft – blau/Himmel – grün/langes Leben – gelb/Freunde – rot/Feuer
Abreise. Eigentlich war 10 Uhr geplant, einkaufen und dann weiter in die Tashkay-Bucht. Doch es kommt anders. 30 Minuten vor der Abfahrt kommt ein Einheimischer und bittet Susanne freundlich ihr Auto umzuparken – er möchte eine Zeremonie durchführen. Wir fahren unsere drei Mobile vom Stellplatz. Harald und Rosemarie starten in den Ort zum Einkaufen, wir anderen parken seitwärts. Ich will noch schnell den Mann, der bereits ein blaues, mit bunten Streifen verziertes Gewand trägt, fotografieren – ein Schamane? Er stellt Bronzefiguren auf einen „Steinaltar“, im Hintergrund ist der Schamanenfelsen zu sehen. Ich frage ihn zögerlich nach einer Fotoerlaubnis, er nickt zustimmend. Nun vervollständigt er seine Bekleidung: Kappe, Ketten, Amulett, Gürtel und Stiefel. Aus einer Tasche holt er Trommel, Rasseln, Klangschale und Kräutersäckchen. Just als er alles vorbereitet hat, erscheint eine Gruppe von Touristen. Sie nehmen um ihn herum Platz. Mit einer Handbewegung lädt er auch Susanne, Peter und mich zum Sitzen ein. So schauen wir mit den anderen erwartungsvoll was der Schamane zelebriert. Da wir kein Russisch sprechen – sind seine Informationen für uns nicht verständlich – aber außerordentlich spannend. Aufzustehen und wegzugehen wäre keine Wertschätzung dieser Religion. So bleiben wir bis zum Schluss. Nach schätzungsweise 1 Stunde ist die Zeremonie beendet und wir machen uns auf den Weg zum Einkaufen.
Wir treffen Rosemarie und Harald in der Tashkay-Bucht. Glücklicherweise, so erklären die Zwei, reisen die 3 Familien in wenigen Minuten ab. Ihre Zelte und Habseligkeiten haben sie schon in den Fahrzeugen verstaut. Schnell machen sie von uns allen Erinnerungsfotos und fort sind sie! Wir richten es uns häuslich ein und den Nachmittag hat jeder zur freien Verfügung.
Susanne erzählt, dass eine Russin sie fest in den Arm genommen und gedrückt hat – Frieden wünschte. Ja, das wünschen wir uns alle.


   |   Tages KM: 21

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Freitag, 29.7. Tashkay Cape

Heute starker Wind mit Sonne – in der Nacht hat es geregnet. Die Frauen gehen als „Kräuterhexen“ Thymian sammeln. Danach verweilen wir noch oberhalb der Steilküste und schauen auf den Baikal.
Abends: Lagerfeuerromantik


Samstag, 30.7. Tashkay Cape

Starker Wind - der abends nachlässt.
Wäsche waschen, Wasser aus dem Baikal holen (er hat Trinkwasserqualität), Baden, Wandern, Lesen, Faulenzen – abends Lagerfeuer.
Was gibt es Schöneres, als am Lagerfeuer mit Freunden und einem Glas Wein zu sitzen? Besuch. Zwei junge aus Südkorea setzen sich zu uns ans Feuer. Nam Su und Mingoo sind mit ihren Motorrädern, seit Wladiwostok gemeinsam, unterwegs. Auf dem Hügel uns gegenüber haben sie ihre Zelte aufgebaut. Das Gespräch (auf Englisch) ist sehr informativ. So hat z.B. Nam Su eine längere Zeit in Australien auf einer Krokodilfarm gearbeitet und sich das Geld für diese Reise verdient. Nach 6 Monaten will er sein Studium fortsetzten. 6 Monate wollen sie viele Länder Europas von Nord nach Süd bereisen. Auch Hamburg steht auf ihrem Programm. Da die zwei eine Gitarre bei sich haben, bitten wir sie ein paar Lieder in ihrer Landessprache zu singen – das hört sich gut an! Sie übersetzten uns den Text. Reisen verbindet Völker, das stellen wir immer wieder fest!!!


Sonntag, 31.7. Tashkay Cape

Wetter bewölkt – aber wir haben keinen Regen. Das Wasser im Baikal empfinden wir nun bereits als „warm“, dabei hat es nur 18 bis 19 °C. Am Nachmittag erwarten wir Nam Su und Mingoo zu einer Kaffeetafel – mit selbstgebackenen deutschen Kuchen. Dabei fragen wir den jungen Männern förmlich „ein Loch in den Bauch“, denn Südkorea ist für uns noch unentdecktes Reiseland.
Peter zeigt ihnen unser Mobil von innen. Wir denken, dass sie so etwas noch nicht gesehen haben – und wir sind überrascht was man auf einem Motorrad alles mit auf Reisen nehmen kann.
Abends kommen sie nochmals zu uns ans Feuer. Nam Su und Mingoo singen mit uns im Wechsel landestypische Lieder – morgen wollen die zwei weiterreisen.


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