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Tschechien, die 2. - 2017

Fortsetzung der Reise

Montag, 21.8. Glinde - Camping Mezni Louka

Burgen, Schlösser, Städte und Landschaften
Fortsetzung der Tschechien-Tour
Wir haben gute 2 ½ Wochen eingeplant – am 9. September wollen wir zu einer Familienfeier in Österreich sein.

Nachdem wir unsere „Stimmen“ für die Bundestagswahl und die zur Wahl des Bürgermeisters im Glinder Rathaus abgegeben haben, können wir unsere Reise starten.
Wir nehmen die Autobahn Richtung Berlin und dann weiter nach Dresden – etliche Staus sind unsere Begleiter. Dann endlich Landstraße, über die 172 nach Bad Schandau und schon bald ist die Grenze nach Tschechien erreicht. Da wir nur Landstraße fahren wollen, benötigen wir auch keine Premit-Box. Nötig für Fahrzeuge über 3,5 t. Ein Mautsystem wie die GO-Box in Österreich – Box mieten und Guthaben aufladen.
Gleich hinter dem Touristenort Hrensko zweigt unsere Straße zum CP in Mezni Louka ab. Doch ein Schild besagt: Nur bis 3,5 t. Wir halten uns an die Vorschrift und fahren 10 km geradeaus, an der Elbe entlang (die hier Labe heißt) nach Decin. Die Strecke, die wir von hier nehmen müssen, hat eine Höhenbegrenzung – nicht für uns geeignet. So kehren wir um, fahren die 10 km nach Hrensko zurück und missachten die 3,5 t Begrenzung. Nach 5 km ist ohne Probleme der CP erreicht, es ist bereits 18 Uhr.
Bei dem schönen Sommerwetter begegnen uns viele Wanderer. Hier im tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges gibt es viele Wandermöglichkeiten. Morgen wollen wir zum Prebischtor und durch die Edmundsklamm.
Abends schon ein „Einlaufen“, 2 km Richtung Anlegestelle der Boote und zurück.
Erkenntnis des Tages: Manchmal muss man Verkehrsregeln ignorieren um am Ziel anzukommen.


   |   Tages KM: 594   |   GPS Nord: 50°52'25   |   GPS Ost: 14°19'07

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Dienstag, 22.8. Camping Mezni Louka

Bis wir unsere Wandersachen beisammen haben und abmarschieren zeigt die Uhr 9.45 – so spät waren wir noch nie mit einer Wanderung dran. Wenige Schritte vom CP entfernt befindet sich eine Info – hier wird auch deutsch gesprochen. Wir wollen bis zum Prebischtor, der ältesten Natursteinbrücke Europas. Von der Info sind es 6 ½ km über den Gabrielen Steig – ständig bergan, teils breit, dann wieder stufig über Baumwurzeln – aber immer gut zu laufen. Auf Schildern am Wegesrand ist allerhand wissenswertes zu erfahren (2sprachig).
In 1 ½ Stunden haben wir unser Ziel, das Prebischtor erreicht. Es ist durch natürliche Erosion entstanden, 26 m breit und 21m hoch. Bis zu 100.000 Besucher kommen jährlich hier hinauf. Zur Gaststätte und zu den Aussichtsterrassen kostet es Eintritt, für Rentner 1 €. Zu den Aussichtspunkten steigt man nochmals über Treppen aufwärts. Die Gaststätte Falkenhorst bietet Erfrischungen und Stärkungen zu zivilen Preisen. Aber an den aufgestellten Tischen und Bänken darf auch die eigene Brotzeit verzehrt werden.
Gestärkt treten wir den kürzeren Rückweg 5 km(45 Min) nach Hrensko an. Er ist bedeutend steiler und im letzten Abschnitt mit schwarzen Basalt-Steinen gepflastert.
Wir haben beschlossen die Rundtour bis zum CP mit den Booten durch die Edmundsklamm zurückzulegen. Doch bis wir die Bootsanlegestelle erreicht haben, sind wir nochmals 20 Min zu Fuß unterwegs. Der Weg ist schattig, immer am Ufer des Kamenice Wildbachs entlang durch eine enge Schlucht mit schönen Ausblicken. Dann geht es mit dem Stechkahn weiter, 20 Personen passen in ein solches Boot. Nach dem Anlegen benötigen wir nochmals 20 Min, passieren über eine Brücke den Wildbach und quälen uns dann steil bergan, teils über Treppen bis ins Dorf Mezna. Kleine Gasthäuser laden zur Rast ein.
Bis wir den CP erreichen, müssen wir nochmals 2 km laufen. Wir finden das war eine starke Leistung für den ersten Tag: 18 km gewandert in 6 Stunden mit Pausen. Vielleicht sollte man so eine Wanderung über 2 Tage verteilen.
Abends gehen wir „auf ein Bier“ in die nahe Gaststätte. Mit 1.60€ für ½ Liter äußerst preisgünstig. Am liebsten würde ich mich „besaufen“ – im Bier ertränken. Denn „spinnt“ unsere Autoelektrik weiterhin, so müssen wir morgen eine Fachwerkstatt aufsuchen.
Da bleibt nur noch zu sagen: Gute Nacht!!!!


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Mittwoch 23.8. Mezni Louka - Schlüsselfeld D

Gleich nach dem Frühstück führt Peter Gespräche mit der Werkstatt in Deutschland. Ferndiagnose ist wie beim Arzt: So gut wie unmöglich. Auch Jürgens Fachkenntnis hilft uns telefonisch nicht weiter. Bis November mit diesem Defekt reisen? Nein, wir fahren nach Schlüsselfeld in Bayern (rund 400km) und brechen die Tour hier ab.
Tschechien soll wohl in diesem Jahr für mich nicht sein. Auf in die Werkstatt!!!
Am Spätnachmittag kommen wir in Schlüsselfeld an. Man nennt uns als Termin: Morgen 10 Uhr. Mit einem anderen wartenden Ehepaar vertreiben wir uns die Wartezeit mit Gesprächen – sie sind morgen als erste dran.
Glücklicherweise habe ich bei der letzten Reparatur im Februar das gesparte Geld nicht in Handtaschen und Schuhen angelegt. Die Reparatur Morgen kann teuer werden!!!


   |   Tages KM: 375

Donnerstag, 24.8. Schlüsselfeld - Labut

Es soll ein warmer Sommertag werden. Bedauerlicherweise ist das bei Werkstattterminen überhaupt nicht erforderlich. Pünktlich werden wir in die Werkstatt gebeten. Ich erledige einstweilen einige Einkäufe in Schlüsselfeld. Als ich zurückkomme, hat Peter folgende Diagnose erhalten: Aufbaubatterien defekt – bereits nach 3 Jahren? Was sollen wir machen? Wir wollen reisen und nicht nach Hause zurück – wo wir durch Beziehungen die Batterien um einiges günstiger bekommen hätten.
Am späten Nachmittag ist das Mobil fahrbereit und wir starten Richtung Pilsen in Tschechien.
Unseren Stellplatz am See erreichen wir gegen 18 Uhr. 2 Zelte stehen in Ufernähe. Wir können draußen sitzen und überplanen unsere Rundtour für die nächsten 2 Wochen neu.
2 Gläser Rotwein „hauen“ uns um. Müde gehen wir zeitig schlafen.


   |   Tages KM: 195   |   GPS Nord: 49°43'03   |   GPS Ost: 12°41'13

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Freitag, 25.8. Labut - Wanderparkplatz Adrspacher Felsen

Früh sind wir unterwegs – haben wir doch gestern zeitig unsere Betten aufgesucht. Da wir heute eine lange Strecke durch die Autobahn abkürzen wollen, kaufen wir an der ersten Maut/Vignetten-Verkaufsstelle eine Box (60€) und laden 40€ Guthaben auf. Unser heutiges Ziel sind die Adrspacher Felsen –nordöstlich von Prag, fast an der polnischen Grenze. Bis dahin sind es knapp 400 km. Hinter Hradec Kralove verlassen wir die Autobahn. Unsere Mautbox piepst aber fleißig weiter. Insgesamt dreimal auf der Landstraße. Nach Jaromer, Richtung Trutnov, wird die Landschaft gebirgiger - sanfte grüne Hügel, Tannen und Laubbäume bestimmen das Bild. Das Wetter meint es gut mit uns, blauer Himmel und Sonnenschein. Gegen Mittag ist Trutnov erreicht. Unser Parkplatz liegt fußläufig zur Altstadt. Hübsche Giebelhäuser mit Laubengängen umgeben den Marktplatz. Auf ihm stehen die Pestsäule und der Rübezahl Brunnen. Der übergroße Drachen am Turm des Info-Centers ist ein Symbol aus dem Stadtwappen. Der Sage nach wird berichtet, dass Albrecht v. Trautenberg einen grausamen Lindwurm, der hier die Stadt unsicher machte, getötet haben soll. Wir suchen den Biergarten der örtlichen Brauerei auf und lassen uns gebackenen Käse (eine Spezialität in Tschechien) servieren. Auf ein Bier müssen die Fahrer leider verzichten, denn in der Tschechei gilt 0 Promille-Grenze hinter dem Lenkrad.
Mit den Koordinaten der Adrspacher Felsen starten wir, doch leider sind viele Zufahrten für unsere Gewichtsklasse gesperrt. Die Umgehung ist gut ausgeschildert. Sie führt uns über schmale Straßen und durch kleine Orte bergauf und bergab – die wunderschöne Landschaft entschädigt uns. Besonders die kleinen schmucken Holzhäuser mit dem prächtigen Blumenschmuck vor den Fenstern haben es uns angetan. Hier liegt das „Böhmische Paradies“. – einfach nur zauberhaft. Ein wenig wie in Österreich.
Übernachtung ist auf dem Parkplatz möglich, man sollte aber am nächsten Morgen bis 8.30 Uhr abreisen.
Wir machen uns alsbald auf zur Wanderung durch die Felsen (grüne Markierung). Mit uns unzählige Personen, die diese Felsen auch erleben wollen. Das 17 qkm große Naturschutzgebiet mit seinem Felsenlabyrinth durch wilde Schluchten wird auch gerne von Kletterern aufgesucht. Wir konnten etliche auf den bis zu 70 m hohen Felstürmen beobachten. Die grüne Wegausweisung geht in eine gelbe über. Diese ist recht anspruchsvoll, da sie über unzählige Treppensteige mal bergauf und dann wieder bergab geht. Wir sind insgesamt 2 Stunden unterwegs. Die Stufen habe ich nicht gezählt – allein für einen recht kurzen Abschnitt sollen es 400 sein, so besagt eine Tafel. Morgen früh wird uns ein Muskelkater plagen. Matt und müde erreichen wir unser Reisemobil. Peter parkt um, neben uns kommen nach und nach die PKW und Kleinbusse der Kletterer zu stehen, die hier auch nächtigen.
Mal schauen, ob wir eine ruhige Nacht haben……


   |   Tages KM: 390   |   GPS Nord: 50°37'01   |   GPS Ost: 16°07'25

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Samstag, 26.8. Adrspacher Felsen - Sec Stellplatz am See

Wenn Peter das geahnt hätte…. Die ganze Nacht sind diese Sportsleute unterwegs. Autos kommen, Autos gehen, Türen klappen, Stirnleuchten erhellen die Dunkelheit und Schritte auf den Steinen knirschen.
Wir stehen zeitig auf und werfen aus dem Mobil einen Blick auf unsere Nachbarn. Einige schlafen noch in ihren PKW, andere sitzen bereits davor – im Gespräch mit anderen, überwiegend jungen Leuten. Viele liegen noch unter der überdachten Picknickhütte in ihren Schlafsäcken. In der Nacht gab es ein Gewitter mit kräftigem Regen, der Boden rundherum ist aufgeweicht.
Die Dame von der Parkplatzkasse steht auch bereits auf ihrem Posten. Wir winken ihr freundlich zu, als wir um 8.15 Uhr den Platz verlassen und Richtung Nachod weiterfahren. Doch in Nachod dürfen Fahrzeuge über 4 t den Ort nicht passieren. Diese und auch wir werden weitläufig (50km) Richtung Norden über Trutnov umgeleitet. Das hätten wir auch bequemer und weitaus näher vom letzten Stellplatz haben können. Die bekannte 37 führt uns nach Süden und weiter nach Hradec Kralove. Wir nehmen ein Stück Autobahn und dann den Abzweig nach Pardubice. Auf der 2 wollen wir dann weiter nach Kutna Hora. Doch Umleitungen führen uns in ganz andere Richtungen. Als wir endlich Kutna Hora erreichen, sind wir statt der geplanten 120 km rund 200 km gefahren. Entnervt parken wir zentrumsnah und beginnen sogleich mit der Stadtbesichtigung.
Kutna Hora (Kuttenberg) ist im 13. Jh. durch Silbervorkommen zu Reichtum gekommen. Um an das Silbererz zu gelangen musste man schon damals 500 m tief graben. Aus dem Silber prägte man hier den „Prager Groschen“. In dieser Zeit entstanden bedeutende Bauwerke, u.a. die eindrucksvolle St. Barbara Kathedrale. Im 16 Jh. begann der langsame Niedergang von Kutna Hora.
Etwas außerhalb befindet sich die Maria-Himmelfahrts-Kirche, nördlich davon liegt das Beinhaus. Als Anfang des 16. Jh. die Mönche ihren Klosterfriedhof verkleinern mussten, machte sich ein unbekannter Künstler dran aus den Knochen von 40.000 Menschen Kunstwerke zu zaubern. Ein Besuch soll an die Vergänglichkeit des Lebens ermahnen. Wir haben schon einmal so etwas in Portugal besichtigt. Für uns – nein danke!
Nach der Besichtigung fahren wir noch ein gutes Stück. Auf einem Parkplatz in See Nähe finden wir ein ruhiges Übernachtungsplätzchen. Mit dem Fahrrad erkunden wir den See und die Umgebung.
Heute: Tag der Umleitungen!


   |   Tages KM: 244   |   GPS Nord: 49°50'17   |   GPS Ost: 15°39'29

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Sonntag, 27.8. Sec am See - Tropfsteinhöhle Javoricske

Gleich am Morgen besuchen wir das Freilichtmuseum von Vesely Kopek. 40 Objekte, welche das Leben und die Arbeit der kleinen Bauern und Handwerker aus dem Böhmisch-Mährischen Hügelland anschaulich darstellen. Wie einfach haben damals die „kleinen Leute“ gelebt und gewohnt.
Mir hat dieser Rundgang mit den schmucken alten Häusern und den besonderen Einrichtungen außergewöhnlich gut gefallen. Um 11 Uhr, als der Besucherstrom einsetzt, sind wir mit dem Rundgang fertig und fahren weiter nach Litomysl.
Das Renaissance Schloss mit seinem dreigeschossigen Arkadenhof zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Fassade ist über und über mit Sgaffiti (Kratzputz) versehen. Über einen dunklen Putz kommt ein heller Putz, aus diesem werden dann Motive herausgekratzt. An den Außenwänden vom Schloss sind über 8 000 verschiedene Bilder zu betrachten.
Bis unsere Führung durch die Schloss-Innenräume um 14 Uhr beginnt, haben wir reichlich Gelegenheit alles von außen zu studieren.
Im Schloss werden wir zunächst in das gut erhaltene Theater und dann durch einige schön eingerichtete Räume geführt. Wir haben einen Infozettel in deutscher Sprache. Nach knapp 1 Stunde ist die Führung beendet. In welchem Prunk haben die Schossherren/innen damals gelebt! Die Dienerschaft stand ihnen rund um die Uhr zu Diensten. Das Schloss wurde zuletzt 2011 - 2014 für 16 Mio. restauriert. Allerdings bröckelt der Putz bereits wieder an einigen Stellen.
Wir fahren knappe 100 km zur Topfsteinhöhle Javoricske Jeskyne. Da es bereits später Nachmittag ist, befassen wir uns mit Bilder bearbeiten und Reisebericht schreiben. Die Besichtigung wollen wir morgen vornehmen – Übernachtung auf dem Parkplatz.
Erkenntnis der Besichtigungen: Nicht alles was an unserer Strecke liegt schaffen wir zeitlich.


   |   Tages KM: 153   |   GPS Nord: 49°40'21   |   GPS Ost: 16°55'18

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Montag, 28.8. Tropfsteinhöhle - Camping Straznice

Leider haben wir weder die Wochentage noch die Monate in Tschechisch drauf, sonst hätten wir der Anzeigetafel entnommen, dass im Sommer montags Ruhetag ist. Umsonst stiefeln wir mit warmen Jacken im Gepäck zum Eingang der Höhle hoch.
Keine Höhle, und so kommen wir am frühen Vormittag in Olomouc (Olmütz) an. Eine gesperrte Straße (wegen Unfall) und die daraus verbundene Umleitung bringen Zeitverzögerung mit sich. Aber dennoch führt uns das Navi auf den angepeilten Parkplatz im Zentrum. Wie haben wir das früher nur ohne Navi geschafft? Mit dem Reiseführer ausgestattet sind wir bald im historischen Zentrum. Im Rathaus befindet sich das Info-Center und ich besorge uns einen Stadtplan. Auf diesem sind alle Sehenswürdigkeiten mit Nummern und Namen verzeichnet. Leider lasse ich in der Info unseren deutschen Reiseführer liegen – merke das aber erst wesentlich später. Auf dem Marktplatz stehen nicht nur das Rathaus, sondern eine hohe Säule und einige Brunnen. Die Dreifaltigkeitssäule ist sehenswert, 36 m hoch und von Kaiserin Maria Theresia gestiftet. Der Platz ist umgeben von unzähligen Cafés und Restaurants. Sitze im Freien locken zum Verweilen ein. Wir schauen uns nach dem Plan einige Kirchen an, zuletzt den Wenzel Dom am Wenzels Platz. Hier liegt Wenzel III begraben, König von Ungarn und Böhmen. Erst hier vermisse ich unseren dt. Reiseführer um einiges nachzulesen. Nun marschieren wir schnellen Schrittes die Wege zurück. Es wird auch Zeit, denn um 12 Uhr beginnt bei der Astronomischen Uhr von 1420 (am Rathausturm) das Schauspiel: zu einem Glockenspiel bewegen sich Figuren. Die Figuren stellen Handwerker und Kaufleute dar. Hier beschließen wir unsere Tour, doch es gäbe noch viel anzusehen.
Am Morgen haben wir beschlossen, den östlichen Teil der Walachei abzukürzen und die Gärten von Kromeriz anzufahren.
Auf einem 14 ha großen Areal ließ Bischof K. von Liechtenstein 1675 diesen Park errichten. Einen Lustgarten im französischen Stil der Renaissancegärten. 10 Jahre arbeitete man daran. Streng geometrisch geschnittene Beete und geformte Hecken. Den besten Überblick auf die Beete hat man von der Kolonnade. Der achteckige Pavillon beherbergt ein Foucaultsches Pendel, mit dessen Hilfe die Drehbewegung der Erde nachgewiesen werden kann.
Noch etwa 50 km, dann ist unser Übernachtungsplatz in Straznice erreicht, ein CP. Wir benötigend Frischwasser und Internet. Nun sind wir schon 1 Woche unterwegs und haben noch nicht einen Bericht veröffentlicht.
Frage des Tages: Warum öffnet eine Tropfsteinhöhle im Winter montags und hat im Sommer montags geschlossen?
Und übrigens den Reiseführer haben wir wieder!!!


   |   Tages KM: 147   |   GPS Nord: 48°54'34   |   GPS Ost: 17°18'43

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Dienstag, 29.8. Camping Straznice

Peter holt die Räder raus, wir radeln durch den nahen Schlosspark zum Freilichtmuseum.
An der Kasse werden wir informiert, dass um 11 Uhr (in 5 Min) die Führung beginnt. Einlass allein nicht möglich? Ja, da sind wieder Sprachkenntnisse erwünscht! Wir schließen uns zähneknirschend der Tour an. Bereits beim ersten Objekt werden wir ungeduldig, denn unsere Führerin erzählt lange und sehr ausführlich auf Tschechisch. Wir verstehen nix und schauen schon mal ins Haus. Als dann die Gruppe auch ins Haus darf, frage ich die junge Frau ob wir auch alleine die Tour machen können, da wir kein Wort Tschechisch verstehen. Sie ist einverstanden und so gehen wir allein. Die kleinen Häuser (aus der hiesigen Region) sind mit Möbeln und Gebrauchsgegenständen eingerichtet. In einigen sitzen junge Leute in Tracht – sie sprechen fast alle englisch und geben bereitwillig Auskunft auf meine Fragen. An den Häusern sind außen Schilder angebracht, auf denen in Tschechisch und Englisch das Alter und die Herkunft der Häuser erklärt sind. Gut eine Stunde benötigen wir für den Rundgang. Als wir durch die Ausgangstür/Eingangstür das Museum verlassen, reißen die davor wartenden Gäste uns die Tür aus der Hand. Verständlich, denn die nächste Tour beginnt erst in 1 Stunde, so lange wollen sie nicht warten. Vom Warteraum aus kann die Tür nur von der Führung geöffnet werden, sie hat keinen Knauf.
Eine kleine Radtour durch den Ort schließt sich an, alte und neue Gebäude aus den 70zigern bunt gemixt.
Zurück am CP vertreiben wir uns die Zeit mit Lesen und in der Sonne faulenzen. Der Platz hat auch ein Schwimmbad, Einritt wird gesondert erhoben.
Erkenntnis des Tages: Zu Zeiten der Museumshäuser möchten wir nicht gelebt haben – alles sehr beschwerlich was die Arbeiten und ohne Komfort was das Wohnen betrifft.



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Mittwoch, 30.8. Camping Straznice - Camping Mikulov

Glück muss man haben! Unser Reiseführer hat vor langen „Wartezeiten“ bei der Besichtigung vom Schloss Lednice gewarnt. Als wir um 9.30 Uhr an der Kasse eine Führung buchen, können wir sogleich mit der nächsten Gruppe loslaufen – heute keine Führungen in deutscher Sprache. Uns drückt man ein Blatt mit Erklärungen in deutscher Sprache in die Hand.
Schloss Lednice (Eisgrub) war vom 13. Jh. bis 1945 im Besitz der Fürsten von Liechtenstein. Um das Schloss herum erstreckt sich ein großer Park. Auf den künstlich angelegten Wasserwegen können Bootsfahrten unternommen werden. Man kann auch auf ein 63 m hohes Minarett steigen, von dort hat man einen schönen Rundumblick über alles. Ein Palmenhaus (92m lang und 19m breit) mit exotischen Pflanzen ist dem Schloss angegliedert.
Man führt uns durch einige Räume im Schloss. Beeindruckt haben mich die kunstvollen Schnitzereien und die Gemächer der Fürstin: Mit einer Marmorbadewanne aus einem Stück, WC (schon vor 100 Jahren), Sammlungen aus Afrika und China – auch hatte man schon vor 100 Jahren eine Art Warmluftheizung im Schloss, die aus dem Keller betrieben wurde. Dieses Schloss war nur die Sommerresidenz der Fürsten und ein Symbol für Reichtum und Macht.
Die Landschaft wird durch den Weinanbau bestimmt, wir kommen an etlichen Verkaufsständen am Straßenrand vorbei.
Das Städtchen Mikulow lassen wir links liegen – heute steht uns nicht mehr der Sinn nach Besichtigungen. Weil das Wetter so schön ist, fahren wir an den Neumühler Stausee – auf den CP Merkur. Unsere Bedenken, dass wir bei der Anmeldung viel Zeit verbringen erweist sich als unbegründet. 10 Min. später befahren wir den Platz – freie Auswahl auf dem Gelände. Ein Surfer-Paradies (es gibt reichlich Wind), Schatten unter Bäumen, etliche Restaurants und Bars, Shoppingmöglichkeiten und eine Wasserskianlage – Langeweile braucht hier niemand zu haben. Das Wasser ist naturtrüb, es tummeln sich außer Badegästen auch Enten und Schwäne auf dem See.
Erfreuliches für Rentner: In Tschechien gibt es für alle Senioren ermäßigte Eintrittspreise bei Burgen Schlössern und Museen.


   |   Tages KM: 82   |   GPS Nord: 48°53'54   |   GPS Ost: 16°34'37

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Donnerstag, 31.8. Mikulov - Doubravnik

In der ganzen tschechischen Republik gibt es mehr als 4.000 Höhlen, aber nur 14 Tropfsteinhöhlen wurden für Besucher zugänglich gemacht.
Nördlich von Brno (Brünn) liegen im Mährischen Karst einige Schauhöhlen – von denen 5 besichtigt werden können, die Punkva Höhle ist die am meisten besuchte. Vom Busparkplatz in Skalni Mlyn laufen wir zur nächstgelegenen Infostelle und kaufen Tickets. 10 Min später beginnt die nächste Führung. Es kommt uns schon komisch vor, dass wir so schnell am Höhleneingang sind, war nicht in der Beschreibung von etwa 2 km Anstieg die Rede? Als wir unseren Begleitzettel mit der deutschen Erklärung lesen, ist das Rätsel gelöst. Wir stehen vor der Katharinen Höhle. So schauen wir uns diese mit der tschechischen Führung an. Von einem Hirtenmädchen entdeckt, als sie ein verlorenes Schäfchen gesucht hat. Sie ist 580 m lang und wurde 1910 für Touristen zugänglich gemacht. Die Akustik im Haupt Dom ist gewaltig, hier werden auch Konzerte abgehalten. Viele Stalakmiten und Stalaktiten sind wirkungsvoll angestrahlt - mit viel Phantasie lassen sich Figuren erkennen. Als die Führerin für einige Momente das Licht löscht und wir komplett im Finsteren stehen, kann ich mir gut vorstellen wir unheimlich es ist solche Höhlen im Dunkeln zu erforschen. Nach 45 Min ist die Tour beendet und wir stehen wieder im Tageslicht.
Nun reizt es uns mehr über die Punkva Höhle zu erfahren. Das Infocenter über die diese Höhle liegt 300 m vom Busparkplatz entfernt. Unsere Tour startet in 1 Stunde, man kann den steilen Anstieg sich erleichtern, indem man die Bimmelbahn benutzt.
Der erste Teil der Punkva Höhle wurde bereits 1909 erforscht und bis 810 m lang. Der 2. Teil
wird mit dem Boot auf der unterirdischen Punkva zurückgelegt und ist 440 m lang. Dieser Teil wurde erst 1933 für das Publikum freigegeben.
Im ersten Teil steigen wir über Steige und Treppen ständig bergan und erreichen mehrere Haltepunkte, an denen unser Höhlenführer uns einiges auf Tschechisch zu berichten weiß. Ein Beiblatt in deutscher Sprache hilft wenig, weil es in der Höhle zum Lesen zu dunkel ist. Das Tropfwasser hat auch hier im Laufe von Jahren viele Figuren gezaubert, auf diese macht die Führung uns aufmerksam. Auch wird auf Schildern der Hochwasserstand angezeigt, letztes Mal 2006. Da waren viele Gänge „unter Wasser“ – doch von Dauerregen sind wir heute verschont.
Die Besonderheit befindet sich im 2. Teil. Wir steigen in kleine Elektromotorboote. Diese fahren einspurig mit uns auf dem unterirdischen Punkva durch die Höhlengänge. Für mich ein undurchschaubares Labyrinth. Oft müssen wir die Köpfe einziehen, weil Felsen uns sehr nahe kommen. Nach 20 Min. sind diese interessante Fahrt (mit einer Unterbrechung) zu Ende und wir am Tageslicht.
Gegen 15 Uhr befinden wir uns auf der Weiterfahrt, die eigentlich nur wenige Kilometer beträgt. Das Navi leitet uns in die „Irre“ und einige Sperrungen führen uns wieder zurück. Doch die hügelige Landschaft mit ihren Obstbäumen am Straßenrand und kleine beschauliche Dörfer entschädigen uns. Im Ort Doubravnik finden wir an einem Fluss ein schattiges Übernachtungsplätzchen. Zu Fuß erkunden wir bei hochsommerlichen Temperaturen den Ort und stoppen bei einer Gaststätte. Im Hinterhof befindet sich ein Biergarten. Hier sitzen Einheimische beim Feierabendbier (oder auch 2 bis 3) und tauschen Neuigkeiten aus. Das Bier ist kalt und süffig und auch die Küche bietet eine Vielzahl Gerichten zu erschwinglichen Preisen an. Da fällt uns die Entscheidung schwer.
In der Sommerabendstimmung sitzen wir noch vor dem Mobil und schauen einem Angler beim Fischen zu. Auf der anderen Seite vom Fluss führen die Gleise einer Kleinbahn. Jedes Mal wenn diese naht, setzt an der am unbeschrankten Bahnübergang ein „Geklingel“ ein.
Bahngeklingel – Kirchenglockengebimmel, wild rauschender Bach und auf der Brücke Krach
Da bleibt nur: Gute Nacht!!!


   |   Tages KM: 140   |   GPS Nord: 49°25'35   |   GPS Ost: 16°21'10

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Freitag, 1.9. Doubravnik - Zdar n. Sazavou

Dieser Stellplatz war keine gute Entscheidung von mir. Bereits kurz nach 4 Uhr morgens setzte der erste Bahnverkehr und damit das „Geklingel“ ein. Völlig „gerädert“ stehen wir um 8 Uhr auf. In der Nacht ist das Wetter umgeschlagen – Regen hat Abkühlung von 29°C auf 17°C gebracht. Auf zur Burg Pernstein.
Die Burg Pernstein wurde erstmals 1285 erwähnt. Sie steht auf einem einsamen Felsklotz, der mit dem umliegenden Gelände nur durch einen engen Felsrücken verbunden ist. 300 Jahre dauernde bauliche Entwicklung veränderte die ursprünglich einfache Burg. Durch ein großes Tor erreichen wir den ersten Hof. Von diesem gelangt man durch ein weiteres Tor in den nächsten Hof. Auf unserem „Lageplan“ können wir mehrere Gebäude ausfindig machen. Doch nur die Waffenausstellung, die Kapelle und der Hungerturm (Gefängnis) können auch ohne Eintrittsgelder angeschaut werden. Wir buchen die Führung durch die Innenräume.
Auch dieses Mal müssen wir deutsche Erklärungen einem Beiblatt entnehmen. Wir machen einen 50 Min. Rundgang durch die Burg. Er umfasst: Empfangssaal, Rittersaal (Speisezimmer), neue Küche, gotische Gänge, kleine Salons, Schlafzimmer, Kinderzimmer mit dem angrenzenden Zimmer der Gouvernante. Unsere Erkenntnis: Man hat nicht schlecht gelebt auf dieser Burg.
Wir reisen weiter und kommen durch Nove Mesto, einem bekannten Gelände für Skilanglauf. Regen setzt ein und wird stärker, als wir das Zisterzienserkloster bei Zdar erreichen. Sehenswert ist hier die Wallfahrtskirche des „Hl. Nepomuk“ oberhalb auf dem „grünen Berg“. Sie wurde nach Plänen des Baumeisters Giovanni Santini (1677-1723) im Barock-Gotik-Stil 1722 fertiggestellt – sehenswert.
Da der Regen nun so heftig ist, dass Besichtigungen keinen Spaß mehr machen, fahren wir einen nahen CP an. Fehlanzeige, denn in Schräglage auf Wiesengelände geht es mit unserem Gewicht nie und nimmer. Der befestigte Parkplatz vor einem Freibad dient uns als Übernachtungsplatz. Heute ist hier bei dem Wetter ohnehin nichts los.
Der starke Regen lässt erst am Abend nach.
Kopfzerbrechen seit heute Morgen: geringer Wasseraustritt im Heizungsraum.



   |   Tages KM: 57   |   GPS Nord: 49°35'20   |   GPS Ost: 15°55'55

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Samstag, 2.9. Zdar n. Sazavou - Camping Komornic

Das Wetter zeigt sich bewölkt – aber kein Regen. Unser nächstes Ziel ist Jihlava (Iglau).
Große Silbervorkommen verhalfen der Bevölkerung im Mittelalter zu Wohlstand. Die Bergleute kamen aus Franken, der Oberpfalz und Sachsen. Nach Feuerbrünsten und Kriegen wurde diese Stadt immer wieder neu aufgebaut. Unter dem schönen Marktplatz und den angrenzenden Gebäuden befinden sich die sehenswerten Katakomben. Ein Labyrinth aus 3 Etagen reicht bis zu 14m tief und erstreckt sich über 25 km. Nach dem Erzabbau dienten sie als Kühl- und Lagerstätte, aber auch als Luftschutzräume im 2. Weltkrieg.
Als wir um 10 Uhr unseren Eintritt buchen, können wir sogleich mit der bereits wartenden Gruppe zur Besichtigung starten. Eine schriftliche Info in deutscher Sprache wird uns ausgehändigt. Im 13. Jh. haben hier Bergleute nach Silber gegraben. Damals benötigten 2 Bergleute (1 Trupp) täglich 8 Stunden um nur 2,5 cm Gestein zu bearbeiten. So ist es nicht verwunderlich, dass man für diese Gänge einige 100 Jahre benötigte. Einer dieser unterirdischen Gänge ist mit einer grünlich fluoreszierenden Farbe gestrichen – er wird Leuchtgang genannt. Unsere Führerin belegt uns das „schwarz auf weiß“, indem sie für einige Zeit das Licht löscht. Nach gut 30 Min. ist diese spannende Untergrundtour beendet.
Das fiel uns auf: Außer den Restaurants, Cafés und Kioske haben fast alle Geschäfte am Samstagvormittag geschlossen. Das trägt nicht zur Belebung einer Stadt bei.
Wir laufen zum Mobil zurück, welches wir im Stadtpark in Bahnhofsnähe geparkt haben. Leider sind die Parkplätze im Centrum wegen ihrer Größe nur für PKW geeignet.
Keine 30 Kilometer entfernt befindet sich die historische Stadt Telc. Ein großer Parkplatz für PKW und Busse liegt in Centrums Nähe.
Um 1550 begann Zacharias v. Neuhaus nicht nur das Schloss, sondern auch den Marktplatz mit seinen Häusern umzugestalten. Anregungen holte er sich in Italien und ließ ital. Baumeister kommen. Farbenfrohe Bürgerhäuser mit Laubengängen, wunderschönen Giebeln und Fassaden entstanden. Da später der Stadt Gelder für größere Baumaßnahmen fehlten, ist das Stadtbild aus dem 16. Jh. so perfekt erhalten. Das sehenswerte Renaissanceschloss ist weitgehend im Originalzustand von Z. von Neuhaus erhalten. Die Innenräume sind nur mit Führung zu besichtigen. Wir sehen uns lieber eine rustikale Kneipe (der brave Soldat Schweik) von innen an und genießen deftige tschechische Küche bei einem süffigen Bier.
Weiterfahrt zum CP Komornik. Peter repariert ein Verteilerstück in der Wasserleitung. Ob das die Ursache vom Wasseraustritt unter der Heizung ist, muss sich erst noch herausstellen.
Anmerkung: So viele Reparaturen wie an diesem Mobil – hatten wir bislang in so kurzer Zeit noch an keinem.


   |   Tages KM: 100   |   GPS Nord: 49°08'59   |   GPS Ost: 15°12'32

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Sonntag, 3.9. Camping Komornic - Hluboka

Es regnet schon seit den frühen Morgenstunden unaufhörlich. Wir bunkern Frischwasser und fahren weiter nach Jindrich Hradec (Neuhaus). Bald stehen wir auf dem von schönen Bürgerhäusern umsäumten Marktplatz. Vor den großen Bränden gab es hier offene Laubengänge. Auch das Schloss wurde vom Feuer nicht verschont, doch wieder aufgebaut. Im 13. Jh. eine Burg, dann um 1600 von den Besitzern Neuhaus zum Renaissanceschloss ausgebaut. Durch einige der 320 Räume gibt es Führungen. Eine Besonderheit gibt es im Garten. Ein Rondell aus dem 16. Jh. wurde für musikalische Veranstaltungen genutzt. Von ital. Baumeistern gestaltet, sollten sich die Gäste „wie im Himmel“ fühlen. Von einer Führung sehen wir ab, denn wir wollen noch ein anderes Schloss besichtigen. Dafür schauen wir uns im kleinen Kreismuseum um. Ausstellung von Gemälden, voll möblierten Zimmern, einer alten Apotheke, Lada-Nähmaschinen und als Besonderheit: eine 60 m² große Weihnachtskrippe. 1398 Figuren, Menschen und Tiere -152 sind beweglich – hat der Strumpfmacher Tomas Kryza (1838-1918) in 60 Jahren geschaffen. Der ursprünglich handbetriebene Mechanismus wurde später durch einen Elektromotor ersetzt. Man kann unmöglich in kurzer Zeit alle Details erfassen – sehenswert.
Nun wird es Zeit zum Schloss Hluboka nad Vltavou (Frauenberg) aufzubrechen. Wir buchen eine Tour – 15 Uhr Beginn der Führung. Schon von außen wirkt es mit seinen Türmen und Türmchen wie ein Märchenschloss, das auf einem Felsen über der Moldau thront.
Zur Geschichte: Schloss Frauenburg erhebt sich auf den Fundamenten einer frühgotischen Burg (13. Jh.). 1661 erwarben es die Schwarzenberg und ließen es im Barockstil umbauen. 200 Jahre später, als der Schlossherr und seine Gemahlin Eleonora von einem Englandbesuch heimkehrten, wollten auch sie in einem Palast nach „Windsor Art“ residieren. 30 Jahre, bis 1871, dann war der Umbau abgeschlossen. Hier präsentiert sich nun ein kleines „Neuschwanstein“.
Makabrer Bestandteil im Wappen der Schwarzenberg: Ein Rabe hackt in den Kopf eines Türken. Der Geschichte nach soll ein „Schwarzenberg“ die Festung Raab in Ungarn, die von Türken belagert wurde, zurückerobert haben. Durch den Kaiser wurde er in den Grafenstand erhoben. Die Schwarzenberg wussten ihr Geld zu vermehren, sie zählten zu den reichsten Adelshäusern der Habsburger Monarchie. Ihre Ländereien hatten die Größe des Saarlandes, dazu besaßen sie rund 24 Schlösser, 3 Bergwerke, etliche Brauereien und über 50 Meiereien. Die tschechischen Besitztümer gingen nach dem 2. Weltkrieg auf den Staat über, die Schwarzenberg bekamen nur einen „Bruchteil“ ihrer Besitztümer zurück. Soviel zur Geschichte der Schwarzenbergs.
Als wir um 15 Uhr auf unsere Führung warten, kommt uns eine österr. Gruppe zuvor. Wir können uns dieser anschließen und bekommen alles in deutscher Sprache erklärt. Man führt uns durch die Räume mit kostenbaren Gobelins, geschnitzten Wandvertäfelungen, Schränken und Tischen mit Intarsien Arbeiten. Auch hier gab es schon seit über 100 Jahren elektrische Beleuchtung und eine Warmluftheizung, Eleonora sei Dank!
Mit vielen Informationen beenden wir die Schlossführung und übernachten auf dem Besucherparkplatz der Burg im Ort.
Überlegungen des Tages: Als was würden wir vor 400 Jahren gelebt haben? Mamsell, Kutscher oder???


   |   Tages KM: 82   |   GPS Nord: 49°08'59   |   GPS Ost: 14°25'55

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Montag, 4.9. Hluboka - Cesky Krumlov (Krummau)

Heute Morgen ist die Landschaft völlig in Nebel eingehüllt, aber die Sonne zeigt sich bereits. Unser Ziel heißt Holasovice (Hollschowitz). In diesem kleinen Bauerndorf scheint die Zeit seit Mitte des 19. Jh. stehengeblieben zu sein. Die Bauernhöfe sind noch originalgetreu und sehr hübsch bemalt. Da um 9.30 Uhr noch keine Touristen, außer uns, sich hierher verirrt haben, können wir ungehindert Fotos von den Häusern machen.
Unser nächstes Ziel ist die Brauerei Budweiser Budvar. Ein passender Parkplatz ist nicht leicht zu finden, da wir für die PKW Plätze zu lang sind. Wir buchen sogleich eine Führung, sie soll um 14 Uhr beginnen. Bis dahin ist noch reichlich Zeit: Für einen Baumarktbesuch und ein Mittagessen in der Brauerei-Gaststätte – gut und reichlich. Frisch gestärkt treten wir mit einem weiteren Ehepaar die Führung in deutscher Sprache an. Das bekannte Exportgut von Budweis ist Budweiser - nach der gleichnamigen Brauerei und kann in mehr als 50 Ländern getrunken werden. 1,4 Hektoliter werden jährlich von 600 Mitarbeitern gebraut – die Hälfte geht in den Export (60% in Flaschen, 10% in Dosen und 30% in Fässern). Die gute Qualität bringen das Brauwasser - aus mehrere 100 m tiefe Brunnen, Gerste aus Mähren und Hopfen aus der Nähe von Prag – so erzählt man uns.
Man führt uns durch die Fabrik und erklärt uns die einzelnen Schritte vom Brauen bis zum Verpacken – sehr interessant.
Wir fahren weiter nach Cesky Krumlov. Der Ort entwickelte sich, weil hier eine wichtige Furt durch die Moldau führte. Auch gab es Silbervorkommen. Die ehemals gotische Burg aus dem 13. Jh. wurde im 16. Jh. in ein Renaissanceschloss umgebaut. Die Besitzer wechselten mehrmals. 1947 wurden die Schwarzenbergs enteignet.
Die mittelalterliche Stadt fiel in einen Dornröschenschlaf. Erst als die Stadt 1992 zum Weltkulturerbe erklärt wurde und Touristen kamen (1 Mio. Besucher jährlich), floss Geld in die Stadtkasse für Restaurierungen. Nach Prag hat diese Stadt die zweitwichtigste Burganlage und diese gilt es für uns zu besichtigen.
Es ist bereits 17 Uhr, als wir auf den Besucherparkplatz fahren. Wir machen uns sogleich Richtung Altstadt auf. Es wimmelt nur so von Touristen, überwiegend Japaner. Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, umgeben von schönen Giebelhäusern und über allem thront das Schloss. Über die Schlossanlage wählen wir den Rückweg und können noch einige stimmungsvolle Bilder im Abendlicht machen.
Zur später Stunde kommt der Kassierer und kassiert 7 €, dafür können wir bis Morgen 10 Uhr auf dem Parkplatz stehen – jede weitere Stunde 1 € - da kann man nicht meckern!!!
Morgen wollen wir zeitig aufstehen und uns um eine frühe Schlossführung bemühen.


   |   Tages KM: 70   |   GPS Nord: 49°03'04   |   GPS Ost: 14°18'33

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Dienstag, 5.9. Krumlow - Grünbach (A)

Bereits kurz vor 8 Uhr kommen Busse und „werfen“ die ersten Besucher raus. Um 9 Uhr stehen Peter und ich im Schlosshof vor dem Kartenverkauf – unsere deutsche Tour (Trasse I) beginnt um 9.50 Uhr. Bis dahin bleibt noch Zeit für einen kurzen Abstecher in das Gassengewirr der Stadt. Hier sind bereits erste Touristengruppen fleißig am Fotografieren – die meisten machen vor historischen Gebäuden Selfies. Bis eine „Busladung“ fertig ist, kann es schon dauern.
Unsere deutschsprachige Gruppe ist erfreulicherweise recht klein und unser Führer kann gut die Geschichte dieses Schlosses rüberbringen. Es wechselten seit dem 13. Jh. die Schlossherren: es gab die Rosenberg, Eggenberg und Schwarzenberg. Jeder Schlossherr brachte seine Ideen bei der Gestaltung der Gebäude und Räume ein. Wir werden durch einige der 300 Räume geführt. Die uns gezeigten Räume sind vollständig eingerichtet. Besonders gut hat mir der schön bemalte Maskensaal (Ballsaal) gefallen.
In einem Raum ist eine komplett vergoldete Kutsche zu sehen, man hat hier fast ein Kilo Blattgold verarbeitet.
Langeweile hatten diese Schlossherren scheinbar nicht – auch spielte wohl Geld keine Rolle.
Es können noch weitere Führungen gebucht werden: das Schlosstheater, Wenzelkeller und Burgmuseum. Wir gehen noch in den Schlossgarten, sehen die barocken Anlagen, ein Lustschloss und eine drehbare Bühne. Gut 2 Stunden benötigen wir für die Besichtigungen, dann fahren wir weiter Richtung Lipno.
Seit 1958 gibt es den Lipno Stausee. Er ist 45 km lang und 4 km breit, man nennt das Gebiet um ihn die „Böhmische Riviera“. Viele CP und Attraktionen locken Feriengäste in diese Region.
Wir wollen den „Baumgipfelpfad“ laufen. Der 675m lange Pfad mit 11 Erlebnisstationen liegt auf einem Berg und endet auf dem 40 m hohen Aussichtsturm. Man kann oben vom Turm mit der „längsten trockenen Erlebnisrutsche Tschechiens“ wieder nach unten sausen.
Bevor wir Richtung Österreich weiterfahren „verjubeln“ wir noch unsere letzten Kronen und geben unsere Maut Box zurück. An Straßenbenutzungsgebühr sind wir mit 22 € zur Kasse gebeten worden. Auf Autobahnen und Teilen stark befahrener Landstraßen wurde Maut abkassiert.
Bald nach der Grenze finden wir in Grünbach beim Forellen-Wirt einen Stellplatz. Leider hat dieser am Montag und Dienstag Ruhetag, nun muss ich doch wieder den Kochlöffel schwingen!


   |   Tages KM: 91   |   GPS Nord: 48°32'26   |   GPS Ost: 14°35'22

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Mittwoch, 5.9. Grünbach - Walchsee (A)

Es sind bis zu unserem heutigen Ziel nur 250 km. Da können wir es uns erlauben zeitweise die Landstraße zu nehmen – doch eindeutig sind die Ausschilderungen nicht. Durchreiseende wie uns will man über die Autobahn leiten.
Am Reiseziel angekommen, werden wir hier einige Tage mit unserer Familie verbringen und dann am Montag Richtung Albanien weiterreisen.


   |   Tages KM: 267

Zusammenfassung- Tschechien

Land: hügelig, Wälder, Seen und historische Städte – viele Burgen und Schlösser (weit über 200). Wir haben uns einige Sehenswerte angeschaut. Die Eintrittspreise waren günstig (Senioren über 65 haben Ermäßigung).
Wetter: im September von sonnig warm (28°C) bis kühl und Regen (13°C).
Leute: zurückhaltend und wenn wir sie ansprachen, kaum Fremdsprachenkenntnisse – nur in Grenznähe.
Campingplätze: einfach (10 – 12 €), nicht teurer als in Deutschland die Stellplätze
Kraftstoff: ähnlich wie in Deutschland, Straßen meistens im guten Zustand
Lebensmittel: überwiegend günstiger als in Deutschland, viele bekannte Discounter
Restaurants: man kann in Tschechien für 10 € p.Pers. gut speisen und trinken (Bier)
Hier einige Zahlen: wir haben an Campinggebühr 99€, Eintritt 167€ und Maut 22€ ausgegeben.
In unserer Reisezeit haben wir nur wenige Reisemobile angetroffen.
Es gibt so viel in Tschechien zu entdecken. Die Vielfältigkeit des Landes hat uns überrascht!


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