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Kroatien - Albanien - 2017

ab 11.9.

Montag, 11.9. Walchsee - Podgrad (Sl)

Wir wählen die Anreise über die Autobahn – Tauern, Villach und Slowenien. Das Wetter könnte schöner sein, die erwartete Sonne nach den Tauern bleibt aus. Unsere GO-Box in Österreich piept fleißig (Abbuchung erfolgt später), in Slowenien werden wir mit 30 € zur Kasse gebeten. Auf einer Nebenstrecke Triest – Rijeka gibt es unzählige Hinweise von Restaurants, die mit Übernachtung für Womo werben. Auf einem dieser Stellplätze übernachten wir (Gebühr 10€). Nach und nach treffen weitere Mobile ein. Das scheint international bekannt zu sein.

   |   Tages KM: 431   |   GPS Nord: 45°31'58   |   GPS Ost: 14°07'13

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Dienstag, 12.9. Podgrad - Tribunj

Schon bald befinden wir uns in Kroatien, hier zahlt man mit Kuna (7 Kuna=1 €). Auf der Autobahn bis Rijeka, dann die Küstenstraße nach Süden. Es regnet sich ein, erst gegen Mittag klart es auf. Unterwegs werden einige Streckenabschnitte mit Ampeln geregelt, heftige Regenfälle haben Erdmassen aus den Bergen auf die Straßen geschwemmt. Feuerwehr und Bagger sind im Einsatz. Auch stehen einige CP unter Wasser, einen Wohnwagen haben die Geröllmassen mitgerissen und er schaut nur zur Hälfte aus dem Schlamm. Wir hoffen, dass hier keine Personen zu Schaden gekommen sind.
Es geht für uns bergauf und bergab an der Küste entlang, mit traumhaften Ausblicken auf kleine Ortschaften direkt am Meer. Von etlichen Häusern führen befestigte Badestege direkt ins türkisblaue Wasser. In kleinen Badebuchten schaukeln Boote und unter den Sonnenschirmen genießen Touristen das herrliche Sommerwetter. So zieht sich der Anblick kilometerweit. Es wäre schön, einen kleinen Ort am Meer anzufahren, doch wir wollen nicht – die Abfahrten sind steil und eng.
Wir umfahren Zadar auf der Autobahn und fahren dann (Tipp von Hans und Trixi) nach Tribunj. Da wir keine GPS-Daten haben, fahren wir nach der Beschreibung. Auf einem großen Parkplatz im Zentrum von Tribunj parken wir, holen die Räder raus und erkunden den Ort und die Marina. Gott sei Dank sind wir mit dem Mobil nicht weiter ins Centrum gefahren, da wären wir unweigerlich steckengeblieben. Wir finden den Stellplatz am Meer und parken das Mobil um. 15 Uhr, ideal für Sonnenbaden und Schwimmen.
Für das Parken am Strand soll man bis Ende Sept. den Parkautomaten füttern. Doch leider spuckt der, nachdem Peter 50 Kuna eingeworfen hat, keinen Beleg aus. Peter hämmert und klopft wie ein Wilder – dann kommen 2 Belege. Der vom Vorgänger um 12.15 Uhr hat auch schon gehakt. Also stehen um uns herum alles Parkgebührenpreller. Es erfolgt keine Kontrolle – Nachsaison?
Gegen Abend wollen wir fernsehen und uns über die Geschehnisse in der weiten Welt informieren. Plötzlich kommt Wind auf und es stürmt ganz heftig. Wir wollen die Antenne einfahren, doch sie blockiert. Wir starten mehrere vergebliche Versuche, lesen in der Bedienanleitung die Fehlermeldung: Fremdkörper behindert das Einfahren. So muss Peter durch die Dachluke aufs Dach und nachschauen – es ist inzwischen stockfinster. Er findet die Ursache nicht und beschließt die Antenne abzubauen. Peter klettert zurück, holt das passende Werkzeug und muss feststellen, dass die Monteure beim Einbau der Schüssel eine Schraube überdreht haben. Der Sturm wird immer stärker und wir befürchten, dass die Schüssel durch den Wind abgerissen wird. Ein letzter Versuch: die ganze Anlage „stromlos“ zu machen. Und siehe da, nach einigen Minuten können wir die Antenne problemlos einfahren. Keine 5 Minuten später kommt zu dem Sturm heftiger Regen – noch einmal Glück gehabt!!!


   |   Tages KM: 314   |   GPS Nord: 43°45'09   |   GPS Ost: 15°45'14

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Mittwoch, 13.9. Tribunj - Radanovice

In der Nacht haben sich das Wetter, Wasser und unsere Nerven beruhigt. Heute wollen wir ein gutes Stück zurücklegen und nehmen von Sibenik bis hinter Split die mautpflichtige Autobahn. An der „Makarska Riviera“ wollen wir die Ausblicke genießen und nach einem geeigneten Stellplatz Ausschau halten. Alle Hinweise zu „Autocamp“ stellen sich für uns als ungeeignet heraus. Dreimal starten wir einen Versuch. Sie sind für uns nicht nur Zeitraubend, sondern auch Nerv tötend. Zu eng, Behinderung durch Steinmauern und Überdachungen die für uns nicht passen. Die Betreiber der Plätze wollen uns in die engsten Winkel lotsen – da sagen wir doch lieber: nein danke und fahren weiter. Dabei hätten wir heute bei Temperaturen um die 30°C ideale Badebedingungen.
Wir umfahren Dubrovnik, selbst für einen Fotostopp ist Peter nicht zu haben. Wir verlassen Kroatien und kommen nach Montenegro. Auch hier gibt es den Euro und wir müssen kein Geld wechseln.
Spät am Nachmittag erreichen wir die Bucht von Kotor, setzten mit der nächsten Fähre über. Immer auf der Suche nach einem CP wird es Abend. Wir erinnern uns an die Möglichkeit essen zu gehen und vor dem Restaurant zu übernachten. So machen wir uns auf die Suche. Doch die meisten Lokale haben nur einen kleinen Parkstreifen am Straßenrand. Es dauert noch einige Kilometer, dann ist ein geeignetes Restaurant gefunden. Wir lassen uns ein leckeres Fleischgericht schmecken und hoffen, dass der Straßenlärm in der Nacht etwas abflaut.
Morgen wollen wir einen CP vor der albanischen Grenze erreichen und etwas ausspannen.
Sommerwetter ohne baden? Geht nicht!



   |   Tages KM: 402   |   GPS Nord: 42°21'47   |   GPS Ost: 18°45'26

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Donnerstag, 14.9. Radanovice - Ulcinj

Der Straßenlärm hielt sich in Grenzen. Als wir beim Frühstück auf die nahe Straße blicken, fallen uns die vielen Busse auf. Wo mögen die herkommen und wo wollen die hin?
Am Straßenrand Werbung für Hotels und Appartements – mehrsprachig. Bald sehen wir diese – mehrstöckig – in kleinen Felsbuchten mit Ministrand. Hier, so die Werbung, kann man ein Appartement für 56.000 € kaufen. Bevorzugte Käufer Russen? Denn alles ist in Kyrillisch beschriftet. Währung aber Euro – keine Rubel.
Wir fahren einen Supermarkt an. Uns überraschen die Lebensmittelpreise. So kostet z.B.
1 Salat 30 Cent, 500 g Brot 60 Cent und 1 kg Gurken/Tomaten 80 Cent.
Die 95 km Küstenstraße bis zu unserem CP sind bald geschafft. Hier, fast vor der albanischen Grenze, wollen wir 7 Tage „Urlaub“ machen. Doch nicht nur faullenzen, sondern auch die Reiselektüre Albanien durcharbeiten.


   |   Tages KM: 95   |   GPS Nord: 41°51'54   |   GPS Ost: 19°20'40

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15.9. - 20.9. Ulcinj

Wir machen Urlaub!!!

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Mittwoch, 20.9. Ulcinj - Shkoder

Schon zeitig sind wir aufgebrochen, um früh die Grenze nach Albanien zu erreichen. Das erste Stück nach Ulcinj ist kurvenreich und recht schmal – die uns entgegenkommenden PKW fahren einen “heißen Reifen“. Ohne nennenswerte Probleme passieren wir um 9 Uhr die Grenze. Bald nach dem Grenzübergang ist der CP Legjenda unterhalb der Burgruine Rozafa erreicht. Wir sind angenehm überrascht von der gepflegten Anlage, den sanitären Einrichtungen, der V+E, sogar ein kleines Schwimmbad lädt zum Entspannen ein. Das Stadtzentrum von Shkoder liegt etwa 3 km entfernt. Es fährt dorthin ein Bus, aber wir nehmen unsere Fahrräder. Die Betreiberin vom CP hat uns den Weg beschrieben – es soll sogar einen Fahrradweg geben. Auf der Suche nach diesem fahren wir am rechten Fahrbahnrand, der Verkehr rauscht an uns vorbei. Je mehr wir uns dem Zentrum nähern, umso mehr nimmt der Verkehr zu. Da wird schon mal in 2. Reihe geparkt (um beim Bäcker einzukaufen) und unverhofft eine Fahrzeugtür aufgerissen. Wir teilen uns die verbleibende Spur mit den PKW. Besonders kritisch wird es in einen Kreisverkehr einzufahren. Mit dem einen Auge die einfahrenden, mit dem anderen die ausfahrenden Fahrzeuge im Blick behalten – wie leicht übersieht da ein LKW einen kleinen Fahrradfahrer. Ein Hinweis zum Zentrum leitet uns zu einem anderen Platz, nicht zum Sheshi Demokracia. Wir fragen die Betreiber einer kleinen Autowerkstatt nach einer Abstellmöglichkeit für unsere Räder und stellen diese dort (3x gesichert) an einer Mauer ab. Auf unserem Stadtplan sind leider nicht alle Straßen verzeichnet, in einer Apotheke hilft man uns weiter. Es ist nicht weit bis zum Zentrum und die Anzahl der Geschäfte, Banken, Restaurants und Cafés nimmt zu. Vom Sheshi Demokracia sind alle Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erreichen. Altes und Neues beieinander, sammeln wir erste Eindrücke. Die Stadt wirkt auf uns in den Vormittagsstunden durch die Einheimischen sehr lebendig, nicht nur in den Fußgängerzonen. Ältere Männer sitzen im Schatten der Bäume beieinander und spielen Domino, jüngere Männer bei Espresso im Gespräch mit Freunden. Wir sehen auch Frauen in Cafés, aber die sind eindeutig in der Minderheit. Doch topmodisch gekleidet mit dem neuesten Handy ausgestattet. An den Straßenrändern parken Nobelfahrzeuge deutscher Hersteller – nicht ein Staubkörnchen auf dem Lack. Wahrscheinlich werden diese 2x täglich von Hand gewaschen – an jeder Ecke gibt es eine Möglichkeit. Wir sehen auch ärmlich aussehende Personen, die Straßen fegen und auf dem Gepäckträger ihrer Fahrräder Unmengen „Gesammeltes“ transportieren. Die vielen Fahrräder werden von Alt und Jung genutzt, doch haben sie gut und gerne schon 50 Jahre ihren Dienst getan.
Geldumtausch wird fällig, in Albanien bezahlt man mit Leke. Für 1 € erhalten wir 132 Leke. Auch besorgen wir uns eine SIM-Card, damit wollen wir im ganzen Land ins Internet. Auf CP ist WLAN möglich.
Nach unserem Stadtplan „arbeiten“ wir die Sehenswürdigkeiten ab und bei Regen setzen wir uns ein eines der unzähligen Cafés. In meinem Reiseführer habe ich gelesen, das es zur Zeit des Diktators Enver Hoxha pro Mann einen Bunker gab und jetzt pro Mann ein Café.
Doch mit dem überall angebotenen Espresso ist das so ein Problem. Uns kann man nach einem heftigen Regenguss diesen nicht servieren, weil in diesem Stadtteil der Strom ausgefallen ist. Die Bevölkerung „zuckt“ nur mit den Schultern und muss mit Stromausfällen leben, der Energiebedarf in diesem Land ist groß.
Auf der Rückfahrt entdecken wir einen breiten Radweg, der aber überwiegend als Parkstreifen für die PKW genutzt wird. Unbeschadet erreichen wir unseren CP. Da erwartet uns eine Überraschung: das Mobil von Hans und Trixi parkt neben uns. Die Beiden sind wohl auch „on tour“.
Weil sich just keine Regenwolke zeigt, steigen wir auf die Festung Rozafa.
Legende zum Namen der Burg Rozafa. Die Bautätigkeiten der Burg nahmen kein Ende. Da beschloss man, um die Götter gnädig zu stimmen, eine der Ehefrauen der Bauherren einzumauern. Das Los traf Rozafa. Sie erklärte sich bereit dazu und hatte nur eine Bedingung, dass ein Auge, ein Arm, eine Brust und ein Bein freiblieben, um ihr Neugeborenes zu wiegen und zu stillen.
Wir genießen von dort den Rundumblick: Stadt, Landschaft, die Flüsse (Buna, Drin und Kir) und den Skurtarisee, die Grenze zu Montenegro läuft mittendurch. Auf dem Weg nach unten begegnen uns Hans und Trixi mit dem Roller. Wir verabreden uns zum Essen im CP-Restaurant.
Das ist neu: Für die Fähre über den Koman und Drin-Stausee von Komani nach Fierze benötigt man für Womo eine Reservierung. Für uns hat man erst in 4 Tagen einen freien Platz. Solange wollen wir nicht warten und müssen verschiedene Möglichkeiten überdenken. Auf alle Fälle wollen wir in das Valbona-Tal (einem Hochgebirgstal im Norden von Albanien) und vielleicht bessert sich bis dahin auch das Wetter.
Heute habe ich den Ruf des Muezzins vernommen – jetzt fühle ich mich ein wenig wie im Orient. Für 2 Espresso bezahlen wir umgerechnet 75 Cent, da kann man sich doch öfter mal eine Pause gönnen. Aber können die Cafébetreiber davon leben? Sie müssen doch auch den Kaffee kaufen. Vielleicht ist in Albanien das Wasser billiger als in Hamburg!


   |   Tages KM: 53   |   GPS Nord: 42°02'37   |   GPS Ost: 19°29'19

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Donnerstag, 21.9. Shkoder - Tamara - Shkoder

Unsere Entscheidung haben wir getroffen: Morgen mit einem Minibus zum Koman und Drin Stausee und dort auf diesem eine Bootstour unternehmen. Das Reisemobil bleibt auf dem CP. Nur etwas für Frühaufsteher, bereits um 6.30 Uhr werden wir auf dem CP abgeholt.
Heute haben wir Zeit und unternehmen einen Ausflug in die einsame Bergregion –wir fahren bis nach Tamare. Es führt von Hani Hotit eine gut zu befahrende neue Teerstraße in etlichen Serpentinen auf einen Pass und von dort in weiteren Serpentinen in die Cem-Schlucht – einem Grenzgebiet zu Montenegro. Einsam gelegene Bergdörfer sind umgeben von eindrucksvollen Steinwänden und tiefen Schluchten. Ganz oft machen wir einen Fotostopp und genießen die Ausblicke die sich uns bieten. Nach gut 2 ½ Std Fahrzeit (ab CP) haben wir das heutige Etappenziel Tamare erreicht.
Etliche Cafés, einfache Restaurants und kleine Einkaufsmöglichkeiten erwarten uns entlang einer hübschen Fußgängerzone. Doch mangels Sprachkenntnisse (auf beiden Seiten) verlassen wir hungrig den Ort. Auch ein Espresso ist nicht zu bekommen – da Stromausfall. Da frage ich mich, wie und mit was wird hier gekocht?
Die Region Tamare soll 800 Einwohner haben, etliche der jungen Männer warten hier vor den Cafés und werfen einen Blick auf alles was aufkreuzt. Sie warten, auf was?
Auf gleichem Weg, einigen kleinen Abstechern und Pausen sind wir gegen 15.30 Uhr am CP zurück. Ein empfehlenswerter Ausflug auch mit größeren Mobilen machbar.
Tipp für die Männer in Tamare: Vielleicht könnten sie für ihre arbeitenden Frauen in den Gasthäusern eine Speisekarte in engl. Sprache gestalten, mit Abbildungen von den Speisen. Denn schließlich will man hier Touristen herbekommen und die kann man nicht nur mit Bier und Raki bewirten.



   |   Tages KM: 144

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Freitag, 22.9. Shkoder - Fähre Koman Stausee - Shkoder

Pünktlich um 6.30 Uhr stehen wir abholbereit, mit uns ein weiteres Paar vom CP. Der Ausflug kostet 20 € p.Pers. Ein kleiner Minibus, der in Shkoder noch weitere Touristen einsammelt, fährt uns zu den Booten. Nach Verlassen der Stadt benötigt der Fahrer noch 1 1/2 Std, dann ist nach einem sehr dunklen Tunnel der kleine Hafen erreicht. Der überwiegende Teil der Straße ist gut zu befahren, auch wenn an einigen Stellen die Teerdecke fehlt. Der einspurige Tunnel ist fast 500 m lang und 4.50 m hoch, doch er windet sich im Berg. Bei uns gib es einen „Aufpasser“, dieser regelt den Verkehr – es gibt nur eine ganz kleine Ausweichstelle im Tunnel. Im kleinen Hafen stehen bereits 2 Fähren zum Beladen bereit. Wir können sogleich auf unsere Fähre, während 2 Kleinbusse und einige PKW mit dem Einparken beschäftigt sind – es sieht sehr eng aus. Der kleine überdachte Fahrgastraum füllt sich schnell, nicht alle finden einen Platz. Einige stehen in der 3. Etage auf dem Dach – es ist noch sehr kühl so früh am Morgen. Mit der Berisha legen wir ab. 2 ½ Stunden dauert die Fahrt. Zu beiden Seiten erheben sich die Berge, oft steil, immer wieder neue, schöne Ausblicke. Vereinzelte Gehöfte und Dörfer – so abgelegen und ohne sichtbare Straßen. Wir sehen etliche Boote am Ufer, einzige Verbindung zur Außenwelt? Wie mag es den Bewohnern im Winter hier ergehen? In Fiere bin ich froh, dass wir diese Fähre nicht mit dem Womo genommen haben, das Verlassen der Fähre erfolgt über aufgeschütteten Schotter und sieht sehr beschwerlich aus. Ein kleines Café bietet Erfrischen an, ansonsten gibt es hier nicht viel zu sehen. Nach 1 Stunde Aufenthalt fahren wir auf dem gleichen Wege zurück. Nun können wir von allen Decks die Aussicht genießen, denn es sind keine Reisebusse mit an Bord. Gegen 18 Uhr erreichen wir unseren CP. Alles in allem ist dieses ein sehr empfehlenswerter Ausflug bei schönem Wetter.

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Samstag, 23.9. Shkoder - Valbona

Heute geht es in die Berge, ins Valbona-Tal. Das Wetter passt, wir haben herrlichen Sonnenschein. Das diese Nebenstrecke über Puka, die Hauptverbindung in den Kosovo vor dem Bau der Autobahn gewesen sein soll, können wir kaum glauben – sie ist nicht recht breit. Kurvenreich führt die Straße bergan, wir umfahren Bergrücken, passieren wenige Orte, sehen viel Grün (Laub- und Nadelbäume) und im Hintergrund erheben sich die Gipfel der Albanischen Alpen.
Nach Fushe Arrez sind wir so gut wie allein auf dieser etwa 4 m breiten Teerstraße unterwegs. Immer an den Berghängen entlang umfahren wir kurvenreich tiefe Schluchten auf 600 bis 900 m Höhe. Nach 3 Stunden eine Mittagsrast und weiter geht’s. Immer noch kein Ende der Kurverei in Sicht. Wir sehen verstreute Gehöfte unten im Tal und an den Hängen - oft nur über eine Piste oder Pfad zu erreichen. An einigen Stellen haben Erdrutsche die Teerdecke beschädigt und Auswaschungen am Fahrbahnrand in Abgrundnähe verengen die Fahrbahn. Das ist schon ein Nervenkitzel für den Beifahrer (immer am Abgrund) und dem Fahrer wird höchste Konzentration abverlangt. Ich habe die Schluchten und Kurven nicht gezählt, als wir endlich tief unten den Fierze Stausee entdecken Noch einige Kurven, dann beginnt in Serpentinen die Abfahrt zum Staudamm.
Eine kleine Brücke führt uns auf die andere Seite. Bald kommt der Abzweig zum Fährhafen. Bis hier sind wir (abzüglich Pausen) 5 Stunden gefahren. Ab nun geht es zügig nach Bajram Curri und weiter nach Valbona, benannt nach dem gleichnamigen Fluss. Das enge Tal säumen dicht bewaldete Hänge, die auf halber Höhe in senkrechte Felsen übergehen. Die Tageszeit ist optimal, alle Berggipfel liegen im Sonnenschein. Grandiose Ausblicke und sehr gute Luft. Von hier können Wanderungen in die umliegenden Berge und weiter in das Theth Tal (anspruchsvoll) unternommen werden.
Viele „Gasthäuser“ bieten Übernachtungsmöglichkeiten an – auch für Camper. Wir suchen für uns einen geeigneten Platz und müssen zu später Stunde leider feststellen, dass heute am Samstag, das hier wohl ein Treff der „Landjugend“ ist. Da kommt Freude auf!


   |   Tages KM: 205   |   GPS Nord: 42°25'48   |   GPS Ost: 19°52'20

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Sonntag, 24.9. Valbona - Ceres

Von der Musik (Albanische Folklore) hören wir nur, wenn die Tür aufgeht und die Besucher nach und nach mit ihren PKW den Kies-Parkplatz verlassen. Um 24 Uhr ist dann Schluß und absolute Ruhe – über uns ein gewaltiger Sternenhimmel.
Morgens haben wir nur 8 °C Außentemperatur. Doch die ersten Sonnenstrahlen „küssen“ die Berggipfel. Wir beschließen eine kleine Wanderung zum Ende des Tals, nach Rragam, zu unternehmen. Die Wanderer zum Wasserfall und nach Theth nehmen die gleiche Strecke. Zuerst durch das ausgetrocknete Flussbett, die Minibusse (für Fußkranke) haben den Kies zu einem Fahrweg niedergewalzt und es lässt sich gut gehen. Nach 4 km ist Rragam erreicht. Die wenigen Häuser sehen noch sehr ursprünglich aus, sind aber stark renovierungsbedürftig. In einem einfachen Café kehren wir ein. Die Bewirtung (eine junge Frau) spricht ein paar Brocken englisch und setzt sich zu uns. Sie erzählt, dass sie hier nur die Sommermonate verbringt, die restliche Familie lebt in Tirana und ihre 2 erwachsenen Söhne arbeiten in Italien. Wir schauen uns um, sie hat etwas Gemüse angepflanzt und Bienenstöcke im Garten. Honig verkauft sie auch, für 15 € das Kilo. Hier kehren sicherlich nicht so viele Wanderer ein, denn wenige Meter weiter steht bei den Minibus-Parkplätzen ein weiteres Café. Gekühlte Getränkedosen lagern in einem Brunnen und ein Mann macht Musik auf seiner Laute. Bald ist auch hier die Saison vorbei. Diese schöne Wanderung können wir jedem empfehlen.
Um 11 Uhr sind wir „on tour“. Wir erledigen noch einige Einkäufe in Bajram Curri und steuern nach dem Ort einen alten Wehrturm an. Leider ist der heute nur von außen anzuschauen, die Besitzer sind wohl in der Kirche (?). Ich habe gelesen, dass 50% der albanischen Bevölkerung Muslime, 20 % Katholiken und 20% Orthodoxen sind.
Unser nächstes Ziel ist Kukes – auf der anderen Seite des Fierze Stausees. Auch hier windet sich eine gute Teerstraße durch die Berge – aber weniger steil und nicht an tiefen Abgründen entlang. Trotzdem benötigen wir mit Pausen 4 Stunden bis Kukes erreicht ist. Es gibt nicht viel anzuschauen (früher hat man hier Bergbau betrieben) und von Städte-Besichtigungen nehmen wir Abstand, denn bei dem schönen Wetter wollen wir die Aussicht auf die Berglandschaft genießen. Bevor der Winter kommt, ist in der Landwirtschaft noch viel zu tun. Man ist bei der Maisernte, „Handarbeit“ und Frauensache! Das getrocknete Heu liegt „aufgetürmt“ vor den Gehöften.
Die Strecke von Kukes nach Peshkopi hat an Steigungen (ohne Angaben) und Gefälle, seinen engen Dorf-Durchfahrten, etlichen Serpentinen einiges zu bieten - nicht immer einfach für den Fahrer. Doch die grandiosen Ausblicke entschädigen uns. Ab 16 Uhr halten wir nach einem geeigneten Stellplatz Ausschau. Das ist nicht einfach, erst nach 1 Stunde ist dieser auf einer ebenen Wiese gefunden. Ein Hirte passt hier auf einige Schafe und Kühe auf, dass diese nicht den Abhang hinunterstürzen. Peter fragt ihn (Männersache) ob wir hier übernachten können. Der Mann antwortet mit „po“, was so viel wie ja in seiner Landessprache bedeutet (nein wäre „jo“). Wir parken ein, beäugt von dem Hirten und seiner Herde. Auf der anderen Straßenseite spielen einige Jungen Fußball, sie winken und rufen „hello“, dann setzen sie ihr Spiel fort. Die einfachen Häuser liegen weit verstreut. Peter macht schnell noch ein paar Fotos, der Hirte zieht mit seiner Herde weiter und es wird langsam dunkel. Nach und nach gehen in den Häusern die Lichter an, ansonsten absolute Dunkelheit – es kommen auf der nahen Straße auch nur noch wenige Autos vorbei.
Wahlen in Deutschland und wir verfolgen diese im Fernsehen - so abgeschieden ist es hier in den Bergen dann doch nicht.
In der Nacht setzt Regen ein. Doch was kümmert uns das, im Mobil ist es warm und trocken – wir ziehen uns die Decke über die Ohren.


   |   Tages KM: 167   |   GPS Nord: 41°51'49   |   GPS Ost: 20°25'52

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Montag, 25.9. Ceres - Burrel

Am Morgen ist die Landschaft dick im Nebel verhangen. Bei so einer „Suppe“ machen Serpentinen im Gebirge keinen Spaß. So warten wir ab und erledigen fällige PC-Arbeiten. Erst gegen 10.30 Uhr fahren wir weiter. Zumindest können wir jetzt die nähere Umgebung und die Berghänge erkennen. Noch einige Male geht es kurvenreich hinauf und hinab, dann ist Peshkopi erreicht. Eine Art Ringstr. führt einmal durch diese Stadt, in der 20T Einwohner leben. Peter, ganz mutig, findet auch alsbald einen geeigneten Parkplatz am Straßenrand. Alle anderen Parkplätze sind von den Minibussen der herumliegenden Dörfer belegt. Fuß nah liegt das Zentrum mit einer schönen Fußgängerzone, die von Linden umsäumt ist. Es zieht sich Geschäft an Geschäft, Cafés und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl. Doch bei Regen bringt es nicht einmal den Einheimischen das Flanieren spaß. Hunger? Die kleinen Restaurants bieten fast ausnahmslos „Fastfood“ an - eine neue Modewelle. Wir schlendern noch ein wenig durch die Gassen, die sehr orientalisch wirken. Kleidung, Gegenstände des tägliches Lebens- und Arbeitsbedarfs entsprechen den Bedürfnissen der Landbevölkerung. Vielleicht wäre alles viel schöner bei Sonnenschein und so fahren wir weiter.
Unser Weg führt uns zuerst Richtung Süden, von hier kann man den Grenzübergang nach Mazedonien benutzen und auch den Ohrid-See erreichen. Wir halten uns links Richtung Tirana, die Hauptstadt von Albanien liegt 150 km entfernt. Man ist dabei einen Tunnel von Tirana in den Nordosten zu planen, der würde die Fahrt enorm abkürzen. Ohne große Sehenswürdigkeiten fahren wir 60 km durch ein Tal. Bergbau mit Abraumhalden und Landwirtschaft prägen das Bild. Nach Klos ist die Straße katastrophal, große Schlaglöcher und teilweise fehlt der Belag gänzlich. Uns begegnen viele LKW, die sich auch über die Berge quälen müssen. Wir fahren einen CP bei Sug an, doch leider ist die Einfahrt für uns nicht geeignet. Aber schlafen, umgeben von Kirchenmauern, das wäre schon was! Wir fahren noch 15 km und finden hinter einer stillgelegten Tankstelle einen Übernachtungsplatz. Vom Straßenlärm verschont? Nicht lange, erscheint der Besitzer oder Bewacher dieser Tankstelle. Wir fragen nach einer Übernachtung, er stimmt freundlich zu. Abends setzt wieder Regen ein.
Überlegung des Tages: Vielleicht wäre es eine Option den Grenzübergang zum Ohrid-See über Mazedonien und die Einreise nach Albanien von dort zum See zu nehmen, die Straße soll bedeutend besser sein.



   |   Tages KM: 126   |   GPS Nord: 41°36'17   |   GPS Ost: 20°01'58

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Dienstag, 26.9. Burrel - Camping Erlin Ohrid See

Hinter der Tankstelle verbrachten wir eine ruhige Nacht. Aber gegen 7 Uhr morgens parkt hinter uns ein LKW und lädt Rohre auf – ein Zeichen zum Aufstehen. Zeitig sind wir auf gebirgiger und schlechter Wegstrecke unterwegs. Wir passieren einen Stausee und einen dunklen Tunnel, danach bessert sich die Straße. Nachdem der Fluss Mati überquert ist, sind wir an der Küste.
Über Autobahn und Schnellstraße bewegen wir uns Richtung Tirana. Das ist für uns ungewöhnlich – Zufahrten von diesen zu Privathäusern und am Straßenrand wird schon mal eine Kuh zum Grasen ausgeführt. Der Verkehr wird dichter, je näher wir Tirana kommen. Peter hat vor der Reise eine Parkmöglichkeit (zentrumsnah) am Sportplatz „Sheshi Italia“ ausfindig gemacht (1 Std. 1 €). Wir quälen uns durch einige Kreisverkehre und finden seitlich einen Parkplatz am Stadion. Doch hier müssen die Parktickets per SMS auf dem Handy gelöst werden, nichts für Ausländer wie uns. Peter peilt die Lage – der große Parkplatz befindet sich um die nächste Straßenecke. Die Schranke ist breit genug zum Passieren und am Wärterhäuschen gibt man uns freundlich Auskunft. Das Zentrum zur Stadtbesichtigung lässt sich in 15 Min. erreichen.
Um den Skanderbeg Platz liegen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Nationalmuseum, Et’hem Bey-Moschee, Uhrturm (auf den kann man steigen), etliche Regierungsgebäude, historische Brücke, der Rinia-Park und die Piramida (entworfen von der Tochter des Diktators Hoxha). Davor eine Brücke mit einer Glocke – ein Friedensgeschenk von Kindern aus Shkoder, aus den Resten von Patronen- und Gewehrkugeln gegossen. Wir können den Schlegel nicht erreichen und die Friedensglocke läuten. „Es ist ja auch kein Frieden auf der Welt“.
In den Flaniergassen befinden sich unzählige Boutiquen, Cafés und Restaurant. Wir kommen mit einem Geschäftsinhaber (Albaner aus Deutschland) ins Gespräch. Dieser lobt den neuen jungen Bürgermeister, der hier so viel Positives bewegt. Am Parkplatz werden 4€ Parkgebühr fällig und relativ schnell können wir die Stadt verlassen. Unser Ziel ist der Ohrid-See in 100 km Entfernung. Dort wollen wir Gaby und Lutz treffen (gemeinsame Reise Baikal 2013) treffen. Eine gute Straße führt an den Ohrid-See, Elbasan lassen wir „links“ liegen.
Am See angekommen, finden wir Gaby und Lutz recht bald. Doch oh weh, was ist denn da passiert? Der Phoenix der Zwei steht über einer eingebrochenen Zementdecke. Man berichtet: Der CP-Besitzer hat sie auf die Plattform eingewiesen und dann ist diese zusammengebrochen. Mehrere Stunden haben sie benötigt um das Loch mit gesammelten großen Steinen zu füllen. Ein LKW hat sie dann nach hinten herausgezogen. Sie haben noch mal Glück gehabt, keine größeren Schäden.
Spontan beschließen wir hier im Restaurant um 19 Uhr zu essen, denn das Restaurant vom CP Elin gleich nebenan (wo wir campieren werden) hat nicht geöffnet.
Das Essen mundet und ist sehr reichhaltig. Nur gut, dass wir bei der Bekanntgabe des Rechnungsbetrages alle sitzen – unser bisher teuerstes Essen in Albanien!!!
Warnung an alle Womo-Fahrer: Nicht immer den CP Betreibern glauben!


   |   Tages KM: 203   |   GPS Nord: 41°03'05   |   GPS Ost: 20°38'29

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Mittwoch, 27.9. Camping Erlin

Unser CP Elin ist relativ neu. Als man vor einigen Jahren die neue Straße entlang des Sees plante, musste man feststellen, dass auf diesem Grund etliche Hotels und Restaurants ohne Bauerlaubnis standen. Diese hat man kurzerhand niedergerissen und vielleicht führt nun die neue Straße über die Reste dieser Anlagen.
Wir genießen das Beisammensein mit Freunden und den Sonnenschein. Doch zu einem Bad im See (zu steinig und kalt) konnte sich Niemand aufraffen.
Abends Lagerfeuer (ohne Holz) in gemütlicher Runde bis uns die ersten Regentropfen in unsere Mobile vertreiben. Die Wetteraussichten für morgen sind nicht gut.
Gaby, Lutz, Rita und Bernhard wollen morgen nach Tirana weiterreisen und wir nach Korca.
Wissenswertes über den Ohrid-See: 289 m tief und der älteste und klarste See Europas.


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Donnerstag, 28.9. Camping Erlin - Korce

Wir kommen heute erst um 11 Uhr los. Zuerst immer am See entlang fahren wir nach Pogradec, kommen wieder ins Gebirge und erreichen nach 2 Stunden Fahrzeit Korca.
Hier haben wir uns mit Marianne und Uli verabredet. Sie waren am Vormittag in Voskopoja Kirchen besichtigen. Freudige Begrüßung am Stadium Skenderbeu, dort gibt es zahlreiche Parkplätze auch für Womo. Es erfolgt ein erster Austausch über ihre Erlebnisse im Süden Albaniens und unsere im Norden. Dann marschieren wir zur Stadtbesichtigung los, just als es anfängt zu regnen. Wir besichtigen die neue christl.-orthodoxe Kathedrale, Mirahor Moschee (15 Jh.), Theater und Aussichtsturm, die Fußgängerzone und das schön angelegte Bazar Viertel (welches nur am Vormittag geöffnet hat). Am Mobil ruhen wir die müden Füße aus und spazieren dann zum Essen in die Stadt. Es gibt leckere Pizza aus dem Holzbackofen und mit Wein stoßen wir auf unser Wiedersehen an.
Übernachtung am Stadium, wir wollen morgen Vormittag nochmals in das Bazar Viertel.
Das Stadtbild von Korca ist sehr ansprechend mit vielen französischen und osmanischen Einflüssen, großen, gepflegten Parks, mit Bäumen gesäumten Boulevards, etlichen Märkten, Moscheen, Kirchen und Denkmälern sowie Museen und Galerien – oft wird Korce auch das Paris Albaniens genannt.



   |   Tages KM: 60   |   GPS Nord: 40°37'36   |   GPS Ost: 20°46'53

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Freitag, 29.9. Korce - Voskopoje - Korce

Unser erster Weg führt in das Basar-Viertel. Doch heute am Freitagvormittag haben nur einige wenige Geschäfte geöffnet. Wir erkunden uns nach dem Grund. „Die Geschäftsinhaber sind mit den Vorschriften der Stadtverwaltung nicht einverstanden und halten b.a.w. ihre Geschäfte geschlossen. Das kann u.U. ein paar Wochen, Monate oder auch länger dauern.“
Dadurch wirkt dieses schöne restaurierte Viertel total tot. Nur wenige Gassen nebenan tobt das Leben: Stände mit Obst, Gemüse, Gewürze, Fleisch und Käse. Hier kaufen vor allem die Einheimischen. Wir probieren uns durch die Verkaufsstände und schon bald verlassen wir schwerbepackt den Markt.
Peter und ich beschließen am Nachmittag einen Ausflug nach Voskopoja zu unternehmen. Nur 20 km entfernt, war dieser Ort im Gebirge einst Korcas Vorgängersiedlung. Der Handel brachte den Ort zu Reichtum und es entstanden prächtige Kirchen und Klöster.
Zur Zeit der Osmanen bestand man darauf, dass die Kirchen von außen eher schlicht und auch die Kuppeldächer nicht zu sehen sind. Diese verbergen sich unter Ziegeldächern und im Inneren befinden sich zahlreiche Malereien. Die Stadt Voskopoja wurde mehrmals angegriffen und nach und nach zogen die Einwohner hinab nach Korca.
Im Zentrum von Voskopoja gibt es einen Lageplan, auf dem die Kirchen eingezeichnet sind.
Wir haben Glück, denn just als wir bei der Nikolai-Kirche ankommen, schließt ein Priester sie für Besucher auf. Trotz der Dunkelheit im Innenraum können wir viele Bilder aus der biblischen Geschichte erkennen. Wir besichtigen noch die Kirchen Gabriel und Maria. Dann wandern wir 2 ½ km bergan zum Kloster Shen Prodhomit, sie ist dem Baptisten Johannes geweiht. Der uns schon bekannte Priester (von St. Nikolai) führt uns durch das Kloster. Leider mangelt es an Sprachkenntnissen auf beiden Seiten. So reden wir mit „Händen und Füßen“.
Zurück in Korca erwarten uns Marianne und Ulli. Wir verbringen einen weiteren netten Abend miteinander. Morgen trennen sich unsere Wege. Wir fahren Richtung Süden und die Zwei gen Norden weiter.


   |   Tages KM: 41

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Samstag, 30.9. Korce - Camping Farma Sotira

80 Kilometer Wegstrecke liegen heute vor uns. Unweit von Korca besuchen wir einen Künstler. In einer Fabrikhalle bietet er Skulpturen aus Stein, Ton und Holz, Gefäße und Wandreliefs aus Ton zum Verkauf an. Doch wo sollen wir diese großen Gegenstände nach einem Kauf „spazieren fahren“?
Ohne weitere Besichtigungsstopps geht es über einige Pässe in Serpentinen hinauf und hinunter. Man ist dabei eine neue Straße zu bauen. Das wird auch Zeit, denn der Straßenbelag auf der alten Straße fehlt an etlichen Stellen – auch ist sie insgesamt recht schmal. Unsere bislang schlechteste Wegstrecke in Albanien.
Am frühen Nachmittag fahren wir im Germenj Naturpark auf den CP Farma Sotira. Hier gibt es außer einer Forellenfarm und dem kleinem Restaurant die diese zubereitet, etliche kleine Holzhütten die man für Übernachtungen mieten kann. Außerdem lassen sich von hier Wanderungen in den Naturpark unternehmen.
Abends lassen wir uns gegrillte Forelle servieren. In der Gaststube flackert ein wärmendes Feuer im Kamin. Das kann man gut gebrauchen. Denn wir haben den ganzen Tag nicht mehr als 14°C Außentemperatur gehabt.
Das Besondere an diesem CP – 15 € für die Übernachtung beinhalten ein Frühstück. Mal schauen was uns da erwartet!


   |   Tages KM: 82   |   GPS Nord: 40°12'53   |   GPS Ost: 20°38'46

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Sonntag, 1.10. Farma Sotira - Thermal Bad Benja

Entengeschnatter weckt uns zeitig. Ab 8 Uhr soll es Frühstück geben. Die englische Radfahrgruppe (16 Pers) ist bereits „abgefüttert“ und emsig am Reden. Bei uns dauert es eine Ewigkeit bis das Frühstück vor uns steht. Wahrscheinlich mussten die Hühner erst unsere Eier legen. Für jeden von uns: einen Becher Tee oder Kaffee, Brot , Butter, Marmelade, Schafkäse und 2 Spiegeleier. Gestärkt erledige ich ein wenig Hausarbeit und Peter arbeitet am PC. Dann fahren wir weiter – heute mit Sonnenschein.
Mit schlechten Straßen haben wir bereits Erfahrungen in Albanien gesammelt und so meistert Peter Kurve für Kurve bergauf und bergab. Nadel- und Laubbäume bestimmen das Landschaftsbild. Dann taucht die Stadt Leskovik auf. Vor dem Ort ein Hinweisschild: Tre Ure (Grenze zu GR) – Carshova, doch unser Navi führt uns in die Stadt. In einer engen Kurve kommt uns ein deutsches Reisemobil entgegen. Die Insassen sehen genervt aus und berichten, dass diese Strecke „hundsmiserabel“ ist und sie für 8 km 1 Stunde benötigt haben. Unser Navi wollte uns zurück auf gleichem Weg fahren lassen. Wir wenden und erkundigen uns beim nächsten Einwohner. Der zeigt zurück auf den Abzweig vor der Stadt und sagt: „very gut“. Das ist sie dann auch: eine neue Asphaltstraße bis Carshova.
Achtung: In diesem Ort hat man das Hinweisschild: Erseka, Korca für die schlechte Wegstrecke noch nicht entfernt!
Bald danach beginnt eine schöne Gebirgsstrecke (1 ½ spurig). Sie windet sich am Hang entlang und im Tal fließt der türkisgraue Vjosa über dicke Felssteine. Auf der gegenüber liegenden Seite können wir Dörfer erkennen, die Zufahrten führen über den Fluss. Teils breit genug um Fahrzeuge passieren zu lassen, dann wieder eine Hängebrücke nur für Fußgänger.
Wir erreichen den Abzweig nach Benja – und fahren sogleich auf den Parkplatz bei den Thermalquellen. Es herrscht reger Betrieb. Heute am Sonntag machen nicht nur die Touristen einen Ausflug in dieses Tal. Im warmen Thermalwasser sitzen etliche Personen und Wanderer kommen uns aus dem Canyon entgegen. Über eine alte Bogenbrücke gelangt man zu den Thermalbecken. Kein Eintritt – eine geringe Gebühr wird fürs Parken erhoben.
Von unserem Stellplatz aus entdecken wir auf der anderen Seite vom Fluss einen Weg. Auf diesem bewegen sich Fahrzeuge. Vielleicht gibt es weiter oben noch ein abgelegenes Dorf? Wir schnüren unsere Wanderschuhe und machen uns auf den Weg. Dieser führt steinig bergan. Mit traumhaften Ausblicken in die Schlucht windet sich unser Pfad um einige Berge. Kein Dorf lässt sich entdecken. So könnte man noch Kilometerweit laufen. Doch nach gut 1 Stunde kehren wir um, denn um 18.30 Uhr beginnt hier die Dämmerung.
Am Platz zurück, ist ein weiteres Mobil aus Deutschland eingetroffen und parkt neben uns. Die jungen Leute sammeln am Fluss Holz für ein Lagerfeuer. Bald knistert das Lagerfeuer und wir gesellen uns dazu. Ein reger Austausch über Albanien und „Gott und die Welt“.
Als es merklich kühler wird im Tal, verkriechen uns in die Mobile.
Abends: totale Stille – nur das Rauschen vom Bach begleitet unsere Träume.


   |   Tages KM: 65   |   GPS Nord: 40°14'36   |   GPS Ost: 20°25'50

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Montag, 2.10. Thermal Bad Benja

Der alte Ort Benja liegt in den Bergen und kann von hier erwandert werden. Im Ort selbst können keine Fahrzeuge fahren, einzige Parkmöglichkeit für Einheimische ist der Platz vor der Kirche. Der Fahrweg nach Benja ist steinig und steigt vor dem Ort steil bergan. Eine Baustelle, man arbeitet emsig am Nebengebäude der Kirche. Die Kirche ist verschlossen. Ein Bauarbeiter läutet die Kirchenglocke und schon bald eilt eine Frau mit dem Schlüssel herbei und schließt uns auf. Diese Kirche von 1879 ist stark renovierungsbedürftig und einsturzgefährdet. Es zeigen sich Risse an den Wänden und an der Decke. Man erklärt uns, dass das Land Österreich Geld für die Sanierung stiftet. Gerne geben wir auch eine kleine Spende.
Durch den noch sehr ursprünglichen Ort (wie vor 100 Jahren) führt nur ein treppenartiger steiniger Weg. So müssen sich alle – Alt und Jung- durch den Ort über diese Wege von unten nach oben und umgekehrt bewegen, auch die Kühe und andere Tiere. Kein Kinderwagen, Fahrrad oder Rollator kann hier benutzt werden. Doch es gibt Strom und fließendes Wasser. Außer den Bauarbeitern sehen wir nur einige Frauen mit kleinen Kindern. Wo sind ihre Männer?
Wir fühlen uns um 100 Jahre zurückversetzt – 2 ½ Stunden haben wir für diesen Ausflug benötigt.
Für den Nachmittag nehmen wir uns eine Wanderung durch den Canyon vor – diese Wanderung ist ein Muss! Wir ziehen uns Badeschuhe an, denn es geht über Steine, Lehm und durch den Fluss. Wir müssen öfter durch das Flussbett waten. Man muss höllisch aufpassen um nicht auszurutschen, ich taste mit einem Stock die Tiefe ab. Schon bald kehre ich um und suche mir ein Sonnenplätzchen - es ist mir zu steinig und rutschig. Peter läuft weiter ins Tal.
2 ½ km lang soll die Wanderung durch den Canyon sein. Als Peter zurückkehrt, schätzt er, dass er über 60-mal den Fluss durchquert hat. An einigen Stellen reichte ihm das Wasser bis zur Brust. Insgesamt eine sehr schöne Wanderung.
Gegen Abend kommt eine große Jugendgruppe und schlägt im Tal ihre Zelte auf. Ist es nun mit der Ruhe vorbei?


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Dienstag, 3.10. Benja - Berat Camp Juri

Zeitig kommt der Parkplatzwärter und kassiert für den heutigen Tag. Es spielt für ihn keine Rolle, dass wir die nächsten 30 Min abfahren.
Das breite VjoseTal ist fruchtbar. Wir sehen bestellte Äcker, Weinanbau und Schafe treibt man zum Grasen. In den kleinen Städten finden wir an der Durchgangsstr. Minimärkte. Die Besitzer stehen hinter der Theke. Hier gibt es alles – oder nichts. Keine Milch oder Butter – alles Selbstversorger durch die eigenen Kühe? Mehrmals überqueren wir den Vjose. Wir kommen durch die belebte große Stadt Fier. Auf dem Weg nach Berat passieren wir ein Gemüseanbaugebiet - Gewächshäuser mit Tomaten, Gurken und Paprika.
Mit den GPS Daten von Marianne und Uli landen wir in Berat in einer kleinen Seitengasse. Da wir die Einfahrt mit dem Schild „Vila Juri“ übersehen haben, fragen wir zunächst einen kleinen Jungen der mit seinem Fahrrad daherkommt. Dieser saust sogleich los und kommt mit dem Betreiber des CP zurück. Nun beginnt das spannende Einparken, an jeder Ecke eine „Aufsichtsperson“. Denn nicht nur die gemauerte Einfahrt erschwert das Einfahren, sondern auch parkende PKW auf dem Seitenstreifen der schmalen Straße. Glücklich auf dem Hof, berichten unsere Freunde: Der Besitzer hat heute Morgen ein Stück Mauer seiner Hofeinfahrt niedergerissen, nachdem sie ihm die Größe unseres Mobils genannt haben.
Gemeinsam geht es in die geschichtsträchtige Altstadt. Über uns der Burgberg, mit steiler Zufahrt und eigenem Stadtteil, Häusern, Kirchen und Moscheen.
1851 wurden große Teile von einem Erdbeben zerstört und neu aufgebaut. Die fensterreichen typischen Häuser stammen unmittelbar aus der Zeit danach. Über eine Steinbrücke erreicht man auf der anderen Fluss-Seite des Orsun den Stadtteil Gorica, den christlich geprägten Teil mit einigen Kirchen. Unterhalb der Burg liegt der Stadtteil Mangalem, osmanisch geprägt. Eine breite Fußgängerzone lädt zum Flanieren und Einkehr in die Cafés ein.
Wir schauen uns die zwei alten Moscheen und die Kathedrale an. Danach spazieren Peter und ich den steilen Pflasterweg zur Burg hinauf (Marianne und Uli waren schon gestern dort). Bereits im 4. Jh. v. Chr. haben die Illyrer eine Befestigung auf dem 187 m hohen Berghügel errichtet, seit 2008 UNESCO Weltkulturerbe. Die Herrscher kamen und gingen. Da die Bevölkerung seit byzantinischer Herrschaft hauptsächlich aus Christen bestand, gab es auf dem Burggelände 20 Kirchen. Die wenigen die noch erhalten sind, können nur mit einem Führer besichtigt werden – sonst verschlossen. Wir genießen den schönen Panoramablick, der sich von einem Aussichtspunkt bietet und bummeln durch die noch sehr ursprünglichen Gassen. Durch das Burgtor verlassen wir diesen in sich geschlossenen Stadtteil. Abwärts auf gleichem Wege, macht uns das glatte Kopfsteinpflaster zu schaffen. Übrigens gibt es für Busse und Womo eine separate Zufahrt nach oben, breiter und weniger steil.
Abends hat für uns Elisabeth ein leckeres Menü zubereitet, sie betreibt mit ihrem Mann seit der Pensionierung diesen kleinen CP mit Gästezimmern.
Mit Marianne und Uli stoßen wir auf unser Wiedersehen an.
Was kann es und doch wieder gut gehen!!!


   |   Tages KM: 190   |   GPS Nord: 40°42'17   |   GPS Ost: 19°56'26

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Mittwoch, 4.10. Berat - Vlore Narta Strand

Peter und Uli machen einen Werkstattbesuch. Ulis IVECO wird für den TÜV vorbereitet. Ich habe einen Friseurtermin um 10.30 Uhr und Marianne begleitet mich.
Der Salon hat etwa 30 qm und von den 3 „Arbeitsplätzen“ sind 2 belegt. Es „wimmelt“ aber nur so von Frauen die „umherwuseln“, Chips essen, Espresso trinken und mal hier beim Haareschneiden zuschauen und da im Gespräch sind. Schon bald werde ich zu dem freien Platz geführt, die junge Frau spricht perfekt deutsch mit schwäbischem Akzent. Wie sich herausstellt, war sie 7 Jahre in Stuttgart in der Altenpflege tätig und hat sich jetzt in Mazedonien mit einem Kosmetiksalon selbständig gemacht. Hier im Salon will sie Fertigkeiten im Haarescheiden erlernen – so etwas wie „learning by doing“. 3 Tage die Woche im Salon – 4 Tage in Mazedonien (3 Fahrstunden von hier). In Albanien kennt man nicht die Berufslehre. Man arbeitet sich in Berufe ein und erwirbt so die Kenntnisse. Die Chefin höchstpersönlich fängt an meine Haare zu schneiden. Selbst als eine Großfamilie sich um meinen Stuhl aufreiht, ein Handyfoto zeigt und wild diskutiert, macht sie weiter. Wem möchte die Kunden in ihrem Aussehen ähneln und ob das was wird? Nach dem Schneiden werden meine Haare gewaschen und geföhnt. Marianne macht Fotos und ist begeistert – ich finde den Haarschnitt ganz schön kurz. Dann schreite ich zum Bezahlen und man fragt mich: in Euro oder Leke? Euro wird gerne in Albanien als Zahlmittel akzeptiert. Ich bezahle so viel, wie ich meiner Friseurin in Glinde als Trinkgeld gebe. Das war doch mal preiswert!!!
Am Platz schaut Elisabeth sich unser Mobil von innen an und wir diskutieren (Elisabeth spricht ein wenig englisch) noch über Preise von Mobilen und das man für die Summe von 50.000 Euro in Berat 1 Haus mit 3 Zimmern kaufen kann. Eine Verkäuferin verdient im Schnitt 250 € im Monat. Für viele Albaner müssen wir „unendlich reich“ sein.
Jetzt heißt es Abschied nehmen. Peter wendet das Mobil auf dem Innenhof (dazu müssen alle PKW um parken) und vorwärts können wir (mit Eckensteher) ohne Probleme den Platz verlassen. Unsere Länge (8,20m) passt hier auf den CP.
Wir haben uns einen Stellplatz bei Vlore am Meer ausgesucht – 88 km von hier. Die Strandbars haben bereits „Wintersaison“ und man ist dabei die Sonnenschirme „einzumotten“. Für uns ideal – wir haben die ganze Sandbucht so gut wie für uns allein. Das Wasser hat angenehme 21°C – wir haben gemessen.
Vila Juri – ein familiengeführter CP liegt in einem schönen Hinterhof mit viel Grün und Orangenbäumen. Ein kleines Paradies mitten im Zentrum – alles zentral zu Fuß zu erreichen. Die Pensionisten betreiben diesen Platz mit viel Liebe und der eine Sohn des Hauses „spricht“ Gäste auf der Straße an und führt sie mit dem Mofa hierher – so auch Marianne und Uli. Eine Übernachtung im Mobil kostet 10€, Gästezimmer 20€. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.


   |   Tages KM: 88   |   GPS Nord: 40°29'32   |   GPS Ost: 19°25'50

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Donnerstag, 5.10. bis Mittwoch, 11.10. Vlore Narta Strand

Donnerstag,
Außer baden, Strandspaziergängen – mal nach links, mal nach rechts - (etwa 5 Km ist die Sand-Bucht lang), beschäftigen wir uns mit dem „Nichtstun“ und genießen die warmen Sonnenstrahlen.
Freitag,
„Auf die Räder – fertig los“! Wir radeln auf guter Teerdecke zur Klosterkirche Zvernec. Sie liegt auf einer kleinen Insel und über einen neuen Holzsteg gelangt man dahin. Die Kirche stammt aus dem 13. Jh. und ist von außen und innen noch sehr gut erhalten. Die Tür steht offen für Besucher – das ist in Albanien eher die Ausnahme.
Wir befinden uns in der großen Lagune Narta und weit hinten können wir die „Salzberge“ der Saline erkennen. In der Lagune legen die Fischer im hüfttiefen Wasser ihre Netze aus. Es lassen sich noch mehrere schöne Badebuchten über Schotterwege erreichen.
Wind frischt auf und es bewölkt sich. Wir radeln etwa 10 km bis in die drittgrößte Stadt von Albanien, nach Vlora (100.000 EW). Unsere Besichtigung starten wir am Flaggenplatz. Hier wurde nach Albaniens erste Nationalflagge (von Marigo Posio gestickt) gehisst. Rundherum liegt alles Sehenswerte: das Unabhängigkeitsdenkmal, die alte Muradie Moschee, Glockenturm und 2 Museen. Viele Hochhäuser säumen die breiten Straßen, eine führt zum Hafen, dem einzigen Albaniens. Von hier gehen täglich Fähren nach Brindisi (4 Stunden).
Auf einer dreispurigen Ausfallstraße radeln wir zurück, auch hier Hochhäuser und es wird kräftig gebaut. Wenn nur jeder Dritte Einwohner im Sommer die nahen Strände aufsucht, dann muss es dort „rappelvoll“ sein.
Wir gehen noch auf ein Glas Wein/Bier in die Strandbar an „unserem“ Strand. Nachts nimmt der Wind gewaltig zu und schüttelt das Mobil so richtig durch. Ich kann nicht schlafen, es ist sehr warm im Mobil, aber ich traue mich nicht ein Fenster zu öffnen.
Samstag,
Gegen 5 Uhr „schläft“ der Wind ein und auch wir haben Ruhe. Spätes Frühstück, hohe Wellen am Strand – der Himmel bewölkt. Trotzdem raffen wir uns zu einem längeren Spaziergang auf.
Ansonsten sind wir sehr häuslich. So viele Stunden wie heute habe ich lange nicht mehr gelesen!!!
Sonntag,
Wir beschließen Gitta und Wolfgang zu besuchen. Gute 16 km von hier befinden sie sich auf der anderen Seite von Vlora. Wir kündigen unseren Besuch per mail an und fahren los. Als wir ankommen, sind die zwei mit Hund Rica bereits abgereist. Wir haben sie um 1 Stunde verpasst – schade. Nun ist guter Rat teuer. Der CP (mit V+E) wirkt sauber und gepflegt, etliche Mobile aus Deutschland stehen hier. Leider ist der kleine Strand nicht zum Wandern geeignet und die Durchgangsstraße auch nicht. So beschließen wir zu unserem „alten“ Platz zurückzufahren. Wir haben noch 10 Tage bis wir in Griechenland die Fähre nach Italien nehmen wollen.
In Vlora machen wir einen Einkaufsstopp, denn der Kühlschrank ist wieder einmal leer. Wir entdecken eine Art Wochenmarkt mit angrenzendem Bekleidungsbasar. Schwerbepackt steigen wir ins Mobil.
Das fiel uns auf: Immer wenn man uns in Albanien fragt, woher wir kommen und „gjermania“ sagen, dann strahlen die Albaner/innen uns an.
Am „alten“ Stellplatz zurück, sind die wenigen Strandbarbesitzer mit weiteren Aufräumarbeiten beschäftigt. Am Strand 3 -4 Standläufer, sonst nur wir.
Heute Nachmittag bewölkt und ein leichtere Wind. Ein Bad in der Brandung ist erfrischend!!!
Montag,
Faulenzen, baden, lesen, Strandspaziergänge.
Abends treffen Marianne und Uli ein – sie haben die „Schlaglochpiste“ bei Dunkelheit genommen. Wir feiern unser Wiedersehen.
Dienstag,
Gemeinsame Unternehmungen mit unseren Freunden. Bei den Fischern kaufen wir Langusten und Fisch und legen sie mittags auf den Grill. Die Strandbarbesitzer liefern uns dazu Rucola aus ihrem Garten.
Am Spätnachmittag ein Anruf von Wolfgang: „Wo seid ihr genau?“ Wenige Minuten später parken er und Gitta mit Hund Rica neben uns. Sie haben noch 20 Tage, bis ihre Fähre von Griechenland nach Italien geht und haben beschlossen sich noch einiges in Albanien anzusehen.
Mittwoch,
Peter und Uli schwingen sich auf die Räder und kaufen in Vlora ein. Wir Frauen backen, brauen und kochen…. Gemeinsam wird alles verzehrt. 3 Gänge: Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise 4. Gang: „Wolf-Gang“.
Eine sehr heitere Stimmung bis tief in die Nacht hinein.
Leider werden sich Morgen unsere Wege trennen. Wir fahren weiter gen Süden, die Anderen gen Norden. Es war schön Euch alle getroffen zu haben!!!





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Donnerstag, 12.10. Narta Strand - Palase

Allgemeines Abreisen, nur Gitta und Wolfgang wollen noch einige Tage bleiben.
Nachdem wir in Vlora noch ein paar Einkäufe getätigt und die letzten Postkarten bei der Post abgegeben haben, steuern wir den Llogara-Pass an. Die einzige Küstenverbindung in den Süden. Stetig geht es bergan. Dem Hinweis Dukat folgen wir einige Kilometer, kommen an Forellenzuchtanlagen vorbei und landen auf dem Dorfplatz von Dukat. Einige Schüler umlagern unser Mobil. Sie versuchen ihre wenigen Englischkenntnisse anzuwenden. Oberhalb des Dorfes liegt eine Wehranlage im Osmanischen Stil. Die Jungen begleiten uns ein Stück des Weges, mehr einem Ziegenpfad – Brombeersträuchern müssen wir geschickt ausweichen. Hier gehen nicht viele Touristen. Auf halbem Wege verlassen uns die „Begleiter“ und ein paar Meter höher gekraxelt stehen wir vor der Wehranlage. Schon bald eilt ein Mann mit Schlüssel herbei und sperrt auf. So können wir von innen das Wenige was noch steht bestaunen. Allerdings ist alles dem Verfall preisgegeben – einige Holzdecken sind bereits eingestürzt. Leider können wir uns so gut wie gar nicht verständigen, doch ich meine, dass wir sollen ihm folgen sollen - auf ein Glas Wein oder Raki. Dankend lehnen wir ab, denn Alkohol am Steuer geht gar nicht! Mit der Ablehnung haben wir sicherlich gegen die Gastfreundschaft verstoßen. Dieser Ausflug ist nicht lohnenswert, zerkratzt kommen wir am Mobil an.
Wieder auf der Hauptstraße, häufen sich die Ausflugsgaststätten und nach einigen Serpentinen ist auf 1027 m Höhe der Pass erreicht. Die Straße über den Pass wurde von Österreichern und Ungarn 1912-1914 gebaut, so besagt eine Gedenktafel. Wir sind umgeben von 2000 m hohen Bergen, auf diesen soll im April noch Schnee liegen. Erst auf der anderen Pass-Seite ergeben sich Richtung Süden grandiose Ausblicke auf die Küste. In mehreren Kehren geht es bergab. Unser Ziel ist Dhermi, hier waren wir bereits vor 7 Jahren am Strand. Doch leider führt die steile Abfahrt nur zu Pensionen und Hotels und ihren geringen Parkmöglichkeiten. Die schönen Buchten davor liegen in der Nachsaison verwaist. Doch leider ergibt sich für uns keine Parkmöglichkeit, wie wir nach einem längeren Fußmarsch feststellen müssen. Zumindest einmal aufs Meer zu schauen ist unser Wunsch und wir betreten die Uferterrasse von einem Hotel. Peter beugt sich über das Holzgeländer und „kracht“ fast mit diesem in die Tiefe. Noch einmal Glück gehabt! Treppenstufen und Geländer müssten dringend ausgebessert werden. Doch die Hotelbesitzer ruhen sich wohl erst einmal von der anstrengenden Saison aus.
Wir starten von der Hauptstraße einen zweiten Versuch um an den uns bekannten Strand zu kommen. Die Straßen werden enger und enger, wir umfahren einen Vorsprung in Markisenhöhe und vor einer kleinen Kirche ist unsere Fahrt beendet. Von hier schaffen es wegen der Breite nur PKW. Mit großer Mühe – wir setzten wegen der Steigung mit der Anhängekupplung auf – gelingt es uns zu wenden. Puh, von diesem Ort sind wir nun restlos „bedient“ und fahren Richtung Pass zurück. Dort haben wir am Ende einer neuen Straße ein Womo am Strand gesehen. Heute haben wir keine Lust mehr auf Experimente!
Gesagt – getan und schon bald stehen wir am Strand. Unweit von uns entsteht ein neues Bauvorhaben. LKW fahren bis spät in die Nacht Erdmassen ab. Wer hier wohl eine Wohnung kauft und Urlaub machen wird? Weit und breit kein Ort, total abgelegen. In der Dämmerung kommen noch 2 Womo mit jungen Leuten und stellen sich vor uns. Als es dunkel wird, erscheint ein „Parkplatzwärter“ und will fürs Parken 500 Lek (4€) haben. Eine Quittung hat er vorbereitet und übergibt sie uns. Peter ist durch seinen heutigen „Frust“ so richtig in „Streitstimmung“ und legt sich mit ihm an. Er will vom Kassierer den Ausweis sehen, den dieser aber nicht vorweisen kann. Peter fotografiert ihn und erklärt, dass vorne ein Schild „parken free“ angebracht ist. Der „gute“ Mann versteht nun die Welt und uns schon gar nicht. Er zieht ohne Geld ab. Mal sehen wie die Geschichte weiter geht. Peter informiert sich bei den jungen Leuten, die haben den geforderten Preis gezahlt. Aber das Schild „parken free“ findet Peter in der Dunkelheit nicht mehr. Ob das der Wärter nun abmontiert hat?
Um 21 Uhr frischt der Wind auf.
Das haben wir bereits von anderen Reisenden gehört: Auf den Parklätzen der Strände taucht plötzlich Jemand auf, der Gebühren abkassieren will. Ob sich darüber die Männer im Caféhaus austauschen?


   |   Tages KM: 123   |   GPS Nord: 40°09'58   |   GPS Ost: 19°35'18

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Freitag, 13.10. Palase - Himare Camping Kranea

Alles gut, der „Parkplatzwärter“ lässt sich nicht mehr blicken. Wir fahren weiter auf der kurvenreichen Küstenstraße gen Süden. Passieren einige enge Orte, um dann bei Himara zur Küste abzubiegen. Diese gute Teerstraße (seit 2015) führt uns in eine traumhaft gelegene Bucht. Einige Pensionen, Campingplätze und Tavernen erwarten hier die Besucher. Wir fahren auf den CP Kranea. Der junge Betreiber Dennis (er spricht ausgezeichnet deutsch) begrüßt uns sogleich und zeigt uns seinen CP - parzellierte Plätze unter jungen Olivenbäumen, zur Promenade mit Pflanzen begrenzt. Für größere Mobile ist leider nicht jeder Platz geeignet, aber die Anlage und Sanitäreinrichtungen sind sehr gepflegt. Man fühlt sich sogleich wie in einer „großen Familie“. Vielleicht liegt es auch an den Besuchern, die überwiegend aus Deutschland und Österreich kommen. Wir kommen mit einigen Gästen ins Gespräch und verabreden uns zum gemeinsamen Abendessen im CP Restaurant.
Tagsüber vertreiben wir uns die Zeit mit Lesen und Baden. Das Wasser hier empfinden wir, es ist noch wärmer als an der Küste bei Vlora, die kräftig scheinende Sonne trägt vielleicht dazu bei.
Bei einem Spaziergang am Nachmittag über die „Strandpromenade“ nehmen wir alles in näheren Augenschein. Es wird kräftig gebaut, wo wollen nur die vielen Gäste zum Essen hin? Nebenan ein 5 Sterne Hotel „vom Feinsten“ mit sehr gepflegten Außenanlagen. Leider wird an vielen Ecken der Müll gesammelt (zur Abholung bereit oder, dass das Meer ihn entsorgt?) – dran fehlt es an vielen Stränden leider noch.
Abends beim gemeinsamen Essen tauschen wir uns über die Reisen aus. Ein Paar aus Düsseldorf (sie leben seit 5 Jahren in ihrem Mobil) möchte viel über unsere Russlandreisen wissen.
Morgen Mittag reisen wir weiter nach Syri i Kalter und werden dort übernachten.
Information: Bei „Dennis“ auf dem CP kann man es sich für einige Tage „gut gehen“ lassen.


   |   Tages KM: 25   |   GPS Nord: 40°06'27   |   GPS Ost: 19°43'37

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Samstag, 14.10. Himare - Syri i Kalter

Unser heutiges Ziel ist nicht weit und so brauchen wir uns mit der Abreise nicht beeilen.
Die schöne, kurvenreiche Küstenstraße bis Sarande bietet immer wieder prächtige Aussichten auf die tiefer gelegenen Buchten – helle Strände und dahinter türkisblaues Wasser. Es gibt noch einiges hier an der Küste zu entdecken und man sollte sich dafür Zeit nehmen – ein Roller wäre auch hilfreich.
Syri i Kalter, auch „Blue Eye“ genannt, ist eine Karstquelle an den Hängen des Gebirges Mali i Gjere und ein beliebtes Ausflugsziel. Das glasklare, türkisgrüne Wasser sprudelt mit 10°C und 40m³ in der Sekunde aus der Tiefe. Von einer Aussichtsplattform lässt sich alles gut beobachten. Die Quelle wurde bislang bis 50m tiefe erforscht und gehört zu einem ausgedehnten Fluss System mit 18 Quellen.
Das drum herum sieht ein wenig wie Urwald aus, viel üppig wachsendes Grün. Es gibt einige Restaurants mit Terrassen am Fluss, sie servieren fangfrische Forellen und Fleisch vom Grill. Da wir hier übernachten wollen, lassen wir uns mit Forelle bewirten. Von der Terrasse schauen wir den Mückenschwärmen über dem Fluss zu – die Fische springen fleißig danach.
Nachdem um 18 Uhr die letzten Ausflugsgäste abgezogen sind und die Gastwirte Feierabend machen, sind wir mit dem „Nachtwächter“ allein auf dem Platz. Wir hören nur noch das Quellwasser in einen Brunnen plätschern. Davon werden wir Morgen, bevor wir abreisen, unseren Tank füllen.
Tipp: Erst am späten Nachmittag anreisen, dann ist man so gut wie alleine hier – in der Nachsaison.


   |   Tages KM: 74   |   GPS Nord: 39°55'23"   |   GPS Ost: 20°11'30"

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Sonntag, 15.10. Syri i Kalter - Butrint - Igouminitsa

Unser letzter Tag in Albanien. Auf dem Weg nach Butrint, einer wichtigen Ausgrabungsstätte, können wir einen Blick auf den See Butrint werfen. Dieser ist durch eine Salzwasser-Lagune und einem Kanal mit dem Meer verbunden. Man betreibt Muschelzucht. Das hügelige Landschaftsbild bestimmen Orangenplantagen, hellorange leuchten die Früchte zwischen dem grünen Blattwerk hervor.
Das Städtchen Ksamil kündigt sich mit Hotelbauten und Restaurants an. Wir haben von Reisefreunden einen CP (Paradies) als lohnenswertes Ziel genannt bekommen. Dieser liegt in einer idyllischen Badebucht mit einigen Kleinstinseln. Sandstand und türkisblaues Wasser, so dass man sich hier wie im „Paradies“ fühlt. Leider ist der CP bereits geschlossen, obwohl noch sommerliche Temperaturen herrschen. Hier ist die Saison zu Ende.
So wenden wir uns gleich der Ausgrabungsstätte zu – 4 km von hier entfernt. Butrint, seit 1992 UNESCO Weltkulturerbe, ist eine Sehenswürdigkeit in Albaninen. Bereits im 8. Jh. v. Chr. gab es hier eine Siedlung. Die Herrscher wechselten (wie so oft). Die Erkenntnisse aus den jahrelangen archäologischen Ausgrabungen zeugen davon, dass um das 4. Jh. v. Chr. um den alten Wohnort eine Schutzmauer gebaut und die Stadt allmählich zu einem Kultzentrum wurde. Die damalige Stadt und ihr Erbe bewahren das einmalige Zeugnis der hellenischen, byzantinischen, venezianischen und osmanischen Kulturen und Zivilisationen.
In gut 2 Stunden lassen sich die „Reste“ besichtigen. Leider sind die noch vorhandenen Mosaike mit Sand abgedeckt und nur auf Bildtafeln lassen die schönen Motive bewundern. In einem kleinen Museum sind schützenswerte Kleingegenstände ausgestellt.
Die kürzeste Verbindung nach Griechenland von hier geht mit einer Ponton-Zugfähre übers Wasser. Sie sieht nicht sehr vertrauenserweckend aus, aber in 3 Minuten ist man drüben. Nun liegen noch etwa 25 km Straße in Albanien vor uns. Die Grenze nach Griechenland passieren wir ohne große Formalitäten schnell und zügig.
Wir fahren sogleich nach Igoumenitsa und erkundigen uns im Hafen nach Fährverbindungen Griechenland – Italien. Heue am Sonntag sind nicht alle Buchungen möglich, wir sollen Morgen Vormittag noch einmal vorbeischauen.
So bleiben wir (5 km Stadtauswärts) am Meer. Die lange Bucht hat schattenspendende Bäume und einen flachen Sandstrand. Von hier lassen sich die ein- und auslaufenden Schiffe gut beobachten. Uns gegenüber liegt Korfu.
Zwar besagt ein Schild am Anfang der Bucht (da wo der CP ist) campen und zelten verboten, doch in der Nachsaison kümmert das hier niemand. Vor und hinter uns parken etliche Womo.


   |   Tages KM: 101   |   GPS Nord: 39°30'53   |   GPS Ost: 20°12'45

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16.10. - 20.10. Igouminitsa - Sayada - Fähre

Leider bekommen wir bei den Anbietern keinen Platz „Camping on Bord“ (da steht man auf dem offenen Deck und übernachtet im eigenen Mobil) nach Venedig oder Ancona. Doch die Minoan bietet uns „Camping all incl.“ (Übernachtung in Kabinen) am Freitag an, Abfahrt 23 Uhr. Somit ist die Überfahrt nun perfekt.
Wir bestücken unseren Kühlschrank und fahren in die 25 km von hier entfernte Bucht. Wir hoffen für die nächsten 4 Tage auf schönes Wetter. In der Bucht stehen bereits 3 Mobile. Es gibt sogar eine funktionierende Dusche am Strand. Hier wollen wir, wenn das Wetter sich hält, bis Freitag verweilen.


   |   Tages KM: 55   |   GPS Nord: 39°38'27"   |   GPS Ost: 20°08'27"

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Zusammenfassung Albanien

Landschaften: von sanften Hügeln bis zu 2000ern, fruchtbare Ebenen, Küstenstr. mit traumhaften Buchten im Süden, langen Sandstränden
Straßen: überwiegend gut, einige sind nur 4 m breit (dafür wenig Gegenverkehr), auf einigen Strecken ist noch Reparaturstau (aber in den letzten Jahren hat sich viel getan),
Verkehr in Städten: mehrere Fahrzeuge teilen sich die vorhandenen Spuren, oft wird in der 2. Spur für kurzfristige Einkäufe geparkt,
Kraftstoff: teuer - 1,25 € Diesel, (wenn man bedeckt wie gering das Einkommen hier sein soll)
Automarken: Mercedes alle Altersstufen und große Geländefahrzeuge, Kleinwagen in der Minderzahl
Essen: preiswert und gut, aber es gibt auch Gastwirte die „Schlitzohren“ sind
Tiere: freilaufende Hunde an Stränden (immer auf Futtersuche), Schafe und Ziegen werden überwiegend von Hirten begleitet, mehre Kühen auf eingezäunten Weiden, nur eine Kuh wird oft vom Besitzer „spazieren geführt“,
Sehenswürdigkeiten: in Städten ausgeschildert und gut zu erreichen, außerhalb muss man die Straße vorher erkunden und alte Kirchen sind fast immer verschlossen (um sie vor Raub und Beschädigungen zu schützen),
Bevölkerung: freundlich und interessiert – leider gibt es bei älteren Personen (mangels Sprachkenntnisse) so gut wie keine Verständigung,
Campingplätze: von einfach bis komfortabler 10 bis 15€, man kann auch frei stehen ohne Probleme.


Ab der Fähre in Ancona geht es dann zügig in die Schweiz, wo wir eine Woche die Enkelkinder betreuen und dann ab nach Hause!

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