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Russland - Mongolei - 2018

Russland Teil 1

Reiseplanung

Die ersten Vorbereitungen laufen!

Wir haben eine kleine Gruppe von Gleichgesinnten gefunden.
So werden uns auf dieser Reise 6 Mobile begleiten.
Es wird langsam ernst, die ersten Visa sind eingetroffen!
Alle Mobile werden noch mal in den Werkstätten auf "Herz und Nieren" geprüft.
Auch wir werden von den Ärzten durch gecheckt, niemand möchte auf der Reise gerne zu einem Arzt!
Alle Impfungen sind aufgefrischt, speziell Typhus, Tollwut, sowie Hepatitis A und B.
Alle nötigen Medikamente auf Vorrat für die Reise gebunkert.
Die Fähre ist schon vor Monaten gebucht von Travemünde nach Liepāja.
Der Kontakt zu unseren Städteführern auf Deutsch ist hergestellt und die Führungen gebucht.
Internationaler Führerschein und Zulassung besorgt.
Reiseführer und Landkarten auf aktuellem Stand.
Rubel für die ersten Tage besorgt, erspart uns Wartezeiten an der Grenze.
Wir haben wieder Flyer in Deutsch- Russisch um die Gruppe vorzustellen.
Monika, sowie Hans und Gudrun haben erste Sprachkenntnisse an der Volkshoch Schule erworben.
Einige Ersatzteile sind an Bord, aber das was man eventuell benötigt hat man meist sowie so nicht!
Dann ist Improvisieren angesagt, besser es klappt alles so!
Alle Mobile sind mit Funkgeräten ausgestattet damit die Verständigung während der Fahrt untereinander klappt.
Unsere Begleiter haben von uns die GPS- Daten für die Reise erhalten, damit die Garmin Navi's den Weg finden.
Einige von uns mussten noch die Versicherung zur Agentur Jahn und Partner wechseln. Es scheint die einzige Agentur
zu sein, die Versicherungen für Reisemobile zu Reisen nach Asien anbietet.

Unterwegs werden wir wieder einige Freunde treffen,
so ist Susanne mit Freunden auf Tour nach Usbekistan, hier ihre Webseite: http://www.folgedemtraum.de/
Auch Marianne und Uli sind unterwegs zum Pamir Highway, hier ihre Webseite: https://www.zebrasunterwegs.de/
In Moskau treffen wir noch liebe Freunde aus der Steiermark.

Einige unserer Gruppe haben noch richtig Stress vor der Reise! So musste bei einem Mobil das Getriebe gewechselt werden, bei einem Mobil funktioniert die Wasserversorgung einschließlich Toilette nicht, einer hat noch eine Ecke gestreift und brauchte neue Schürzen, dazu einer weiter Weg ins Werk, bei einem Mobil konnten wegen fehlender Teile die Garantie Arbeiten nicht vollständig abgearbeitet werden.
Also überall Aufregung pur! Aber der Abreise Termin kommt näher und ich (Peter) sehe das alles ganz entspannt, ganz nach dem Motte:
Fehler (Probleme) werden gelöst wenn sie da sind. Wozu sich vorher unnötige Gedanken machen, wenn man vorher versucht hat alles so gut wie möglich zu Planen.

Vor der Reise haben wir noch eine große Veranstaltung mit unserem Reisemobil- Stammtisch Glinde.
Wir treffen uns vom 4.- 6. Mai, mit bis jetzt 29 Reisemobilen in Niedersachsen.

Das Treffen hat stattgefunden, es war aus meiner Sicht eine rundum gelungene Veranstaltung, zumindest sind mir keine Klagen zu Ohren gekommen. Wir hatten ein riesen Glück mit dem Wetter und am Rippenhof ist es einfach schön. Familie Habermann hat wieder alle Register gezogen und uns rundum verwöhnt!
Ein Wehrmutstropfen gab es trotzdem, Hans und Gudrun hatten gerade ihr Mobil in der Werkstatt und einen neuen Wasserhahn bekommen. Leider haben diese "Pfeifen" (muss ich einfach mal so sagen) die Schläuche unten nur so lose reingedreht, aber nicht festgezogen. So stand das halbe Mobil unter Wasser. So etwas darf einfach nicht passieren. Dem Monteur gehören ordentlich die Ohren lang gezogen. Zum Glück konnten wir mit gemeinsamer Hilfe den Schaden vor Ort beheben.

Ab jetzt beginnen die aller letzten Vorbereitungen, wir sind am Packen!


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Mittwoch, 9.5. Glinde - Travemünde

14 Uhr. Nun ist alles verstaut. Seit 3 Tagen packen wir stundenweise unser Mobil. Wir haben hochsommerliche Temperaturen und ich hatte es schon fast vergessen, wie anstrengend Reisevorbereitungen für 5 Monate sind.
Schnell noch von den Nachbarn verabschieden und schon bald treffen wir uns in Reinbek mit Redine und Jann-Habbo. Sie, und noch fünf weitere Paare, werden uns auf dieser Reise begleiten. Mit einigen sind wir bereits gereist. Andere sind für uns neu im Reiseteam, aber alle haben Peter und ich bereits vorher kennengelernt.
Bis 18 Uhr sollen wir uns im Fährhafen Travemünde einfinden, die Fähre wird um 21 Uhr ablegen. Ingrid und Reinhard dürfen bereits eine Stunde vor uns an Bord, der Rest erst um 20.30 Uhr. Auf dem offenen Oberdeck wäre es fast ideal für Camping an Bord, doch übernachten im eigenen Fahrzeug ist nicht gestattet. Die Kabinenzuteilung ist recht unterschiedlich, einige müssen mit einer Stockbett-Kabine vorlieb nehmen. Das obere Etagenbett ist für Erwachsene nur mühsam zu erreichen. Wir beobachten draußen das Auslaufen der Fähre und schauen auf unsere Mobile. Es sind überwiegend LKW an Bord. Um 21 Uhr hat das Bordrestaurant geöffnet. Die 4 Mahlzeiten sind im Fährpreis inbegriffen, niemand muss hungrig sein.
Es finden sich bereits erste Gruppen für Gespräche. Doch nach und nach suchen wir unsere Kabinen auf. Das Packen steckt vielen noch in den Knochen!


   |   Tages KM: 80   |   GPS Nord: 53°56'23"   |   GPS Ost: 10°51'17"

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Donnerstag, 10.5. Travemünde - Liepeja

Die Fahrt durch die Nacht verläuft ruhig. Doch leider rutscht mein Betttuch auf der Gummiunterlage hin und her. Ich komme mir vor wie auf einem OP-Tisch. Bereits um 5 Uhr weckt mich Sonnenschein, denn wir haben vergessen das Bullaugenfenster zu verdunkeln. Ich drehe mich noch einmal auf die andere Seite und wache erst kurz vor 7 Uhr auf. Nun wird es aber Zeit, denn um 8 Uhr sind wir mit der Gruppe zum Frühstück verabredet. Frühstück gibt es nur von 8.00 bis 9.00 Uhr.
Ein Notfall auf Deck 6. Der Verletzte liegt mit Kopfwunde auf einer Trage von wird vom Bord Team ärztlich versorgt. Wie wir später erfahren, ist der Mann eine steile Treppe hinabgestützt und hat sich verletzt. Die Fähre nimmt Kurs aufs Festland und beim Frühstück können wir beobachten, wie ein Hubschrauber den Verletzten abtransportiert.
Wir verbringen den sonnigen Tag kurzweilig und lassen keine Mahlzeit aus. Die Fähre soll morgens um 2.30 Uhr in Liepeja anlegen, so können wir bis kurz vor Ankunft uns in unseren Kabinen ausruhen. Doch mit der Ruhe wird es nichts, denn wir bekommen am Abend von unseren Nachbarn aus Glinde folgende SMS: Keller unter Wasser, meldet euch bitte. Im Osten von Hamburg heftige Regenfälle, Feuerwehr im Dauereinsatz.
Leider ist das Internet auf hoher See unzureichend und unser Mobilfunk funktioniert gar nicht.
Na dann mal eine gute Nacht. Unsere Reise fängt ja schon gut an!!!


   |   Tages KM: 7   |   GPS Nord: 56°30'37   |   GPS Ost: 20°59'44

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Freitag, 11.5. Liepeja - Riga

Um 1.45 Uhr werden wir geweckt über die Lautsprecheransage. Dennoch müssen wir eine geraume Zeit warten bevor wir in unsere Mobile steigen und von Bord fahren dürfen. Gute 5 km vom Hafen entfernt liegt unser Übernachtungsplatz, ein Parkplatz. Ich liege noch lange wach, ob es den anderen auch so geht? Seit 22 Uhr im Wechsel: Schlafen, aufstehen, anziehen, ausziehen, weiterschlafen. Das ist nicht mein Rhythmus. Pünktlich um 9 Uhr starten wir Richtung Riga, 220 km liegen vor uns. Wir nehmen die A 9 und kommen zügig voran. Bereits am Vormittag haben wir um die 18°C. Die flache Landschaft ist mit bestellten Äckern und zeigt viel Grün und auf den Wiesen hat sich ein gelber Löwenzahnteppich ausgebreitet. Kleine Dörfer bestimmen mit ihren Holzhäusern das Bild. Die Obstbäume in den Gärten blühen weiß und rosa. Der Raps zeigt ein zartes gelb, Störche haben ihre Nester bezogen und ab und zu erblicken wir einen See.
Riga empfängt uns mit viel Verkehr. Unweit der Altstadt befindet sich unser Campingplatz, 16 Euro pro Mobil mit 2 Personen.
Nach einer Verschnaufpause geht es zu Fuß in die Stadt. Die eine Gruppe mit Peter will in die Markthallen, die andere unternimmt mit mir eine Stadtrundfahrt. Viele Touristen und Einheimische sind unterwegs, kein Wunder bei dem herrlichen Sommerwetter.
Wir nehmen auf dem offenen Oberdeck der City Tour Riga Platz und können über Kopfhörer in deutscher Sprache viele Informationen über die Stadt und Sehenswürdigkeiten erfahren. An 20 Haltestellen besteht die Haltestellen besteht die Möglichkeit auszusteigen, zu verweilen und mit einem anderen Bus weiterzufahren. Wir steigen nach 1 1/2 Stunden am Ende der Tour aus. Nach so viel Sonne steht uns der Sinn nach einer Erfrischung im Schatten. Bier, Cappuccino, Eis und Milchshakes rinnen durch unsere durstigen Kehlen.
Mit dem Taxi fahren Brigitte, Rolf und ich zurück zum Campingplatz. Die Anderen wollen noch Pizza essen, sie haben heute keine Lust auf Küchendienst.
Auf dem Campingplatz verweilen wir bei den hochsommerlichen Temperaturen noch lange draußen. Erst die Müdigkeit vertreibt uns in die Mobile.
Übrigens, unsere Nachbarn haben unseren Keller trockengelegt und lüften nun kräftig. Ein großes Dankeschön, was wären wir ohne sie!!!


   |   Tages KM: 216   |   GPS Nord: 56°57'23   |   GPS Ost: 24°04'39

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Samstag, 12.5. Riga - Nirza See

Heute hat uns Peter 1 Stunde geschenkt, wir fahren erst um 10 Uhr vom Platz. Jedes Navi weiß einen anderen Weg zum neuen Ziel. Auch das Tanken erfordert Zeit und als Gruppe durch Städte zu fahren. Irgendjemand hat immer rot! Wir wollen täglich in unserer Karawane die Reihenfolge wechseln – so ist ein jeder Mal der letzte. Heute fahren Ingrid und Reinhard auf eigene Faust, sie wollen noch Einkäufe erledigen und sind 1 Stunde vor uns am Ziel.
Auch heute erfreuen uns die Landschaft, die kleinen Dörfer, blühende Obstbäume und grüne Wiesen, darüber ein blauer Himmel und die Sonne strahlt mit uns um die Wette. Leider kommen die schönsten Picknickplätze immer dann, wenn man just eine Pause gemacht hat.
Gegen 15 Uhr ist ein kleiner See mit Wiese und Parkmöglichkeit vor einer Schule erreicht.
Ein geselliges Spiel sorgt für Bewegung, Lachen und Spaß. Einige spazieren am See entlang oder genießen einfach mal das Nichtstun. Was kann es uns doch wieder einmal gut gehen!!!


   |   Tages KM: 298   |   GPS Nord: 56°24'31   |   GPS Ost: 27°55'34

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Sonntag, 13.5. Nirza See - Grenze - Platz am See

Heute streicht uns Peter 1½ Stunden und wir starten bereits um 7.30 Uhr zur Grenze Lettland/Russland. Da sich Peter in der falschen Spur einordnet, müssen alle zurück und unsere für diesen Tag festgelegte Kolonne bekommt eine neue Aufstellung. Harald und Rosemarie erreichen als erste die Grenze, gefolgt von (Noro) Jann-Habbo und Redine und Hans und Gudrun (HK). Danach kommen wir (Puma), Werner und Christiane (Bimo), Rolf und Brigitte (Kiki) und den Schluss machen Reinhard und Ingrid ( ). Für die Lettische Passkontrolle benötigen wir 1 Stunde.
In Russland geht es in gleicher Reihenfolge etwas langsamer zu.
Noro hat einen sehr netten Beamten, dieser ist ihnen bei allen Formalitäten behilflich. Auch HK, die hinter ihm stehen, wird mit Rat und Tat unterstützt.
Anders sieht es bei Harald aus. Er befindet sich auf einer anderen Spur und er und Rosemarie haben massive Probleme. 2016 waren sie mit uns in Russland. Sie fuhren damals ein anderes Fahrzeug, das sie letztes Jahr an einen Schweizer verkauft haben. Vor 3 Monaten erhielten sie einen Brief aus Russland und sollen erklären, warum sie ihr Fahrzeug 2016 nicht aus Russland ausgeführt haben. Es fehlt im Pass der Ausreisestempel. Im gleichen Zeitraum sind sie mit dem Mobil in Kasachstan, Kirgisien, Georgien und in der Türkei gewesen – Stempel im Pass bezeugen das. Alles was Harald den Zollbeamten vorweist zählt für diese nicht. Sie bleiben hart, Harald und Rosemarie dürfen nicht einreisen – sie müssen zurück. Heute am Sonntag ist leider auch das Büro, die das Visa für Harald und Rosemarie besorgt hat, nicht zu erreichen. Nun ist guter Rat teuer!!! Bedrückt verabschieden wir uns von Harald und Rosemarie. Vielleicht können sie morgen am Montag alles klären und kommen nachgereist. Wir wollen 3 Tage in Moskau verweilen.
Bei uns dauern die Kontrollen beim russischen Zoll 5 Stunden, dann sind wir alle beisammen und können jetzt durch Russland reisen.
Herzklopfen bei der Zollkontrolle hatten fast alle, mussten wir doch sämtliche Stauklappen außen und alle Schränke innen öffnen.
Bald wird es Zeit für einen ersten Tankstopp. Umgerechnet kostet 1 Liter Diesel 60 Cent. Die Tankstelle ist sehr modern eingerichtet mit einem Kaffeeshop. Visazahlung kein Problem. Nach einer kleinen Kaffeepause geht es weiter Richtdung Moskau. Sommerliche 23°C, das Landschaftsbild ist ähnlich wie in Lettland, doch der Ackerbau fehlt gänzlich. Auch gibt es so gut wie keine Dörfer entlang der M9. Mal ist der Straßenbelag wellig, dann wieder gut.
In unser Navi haben wir “Stellplatz am See“ eingegeben. Ein schöner Ort, ein CP befindet sich gleich nebenan. Wir erkundigen uns auf dem CP nach dem Übernachtungspreis. 500 Rubel (umgerechnet 8 €) will die Dame pro Person haben. Das erscheint uns für diese dürftigen sanitären Anlagen als viel zu hoch. Wir verhandeln, doch die Frau hat dafür keine Befugnisse. Sie ruft ihren Mann an und als der erscheint, ruft der seinen Bruder – den Chef vom Ganzen.
Telefonisch kommen wir nicht weiter und kurzerhand fahren Reinhard und ich mit dem „kleinen“ Bruder“ die 1,5 km zum großen Bruder. Das 3Sterne Hotel mit Zugang zum See macht einen sehr gepflegten Eindruck. Wir müssen noch einmal unser Angebot erhöhen und bezahlen nun 10 € pro Mobil. Das mag für russische Verhältnisse viel zu teuer sein, doch die meisten von uns sind müde und wollen nicht mehr weiter nach einem geeigneten Stellplatz suchen.
Nun können wir einparken. Jeder Stellplatz hat eine Steckdose, die leider nicht funktioniert. Peter spaziert ein wenig auf dem Gelände und schaut sich eine Voliere an. Sogleich kommt die Frau und will dafür Eintritt haben. Für ein Foto? In der Voliere leben in großer Anzahl Fasanen und Hühner getrennt. Jetzt fällt bei uns „der Groschen“, das sind Objekte für die Jäger. Im Hotel war zu lesen: Hühner schießen 200 R, Fasanen 500 R – eine neue Sportart in Russland? Doch dass man den Fasanen mit einer Art Brille den Blickwinkel einschränkt, das ist schon gemein.
Wir können auch Eier kaufen, umgerechnet 33 Cent das Stück. Ob sie Christiane und Brigitte geschmeckt haben?
Doch ansonsten ist der Platz ruhig, nur wenige fühlen sich von dem Fasanengeschrei im Schlaf gestört.




   |   Tages KM: 269   |   GPS Nord: 56°19'33   |   GPS Ost: 31°57'59

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Montag, 14.5. Platz am See - Moskau

Und weiter geht es. Je näher die 15 Mio. Großstadt Moskau rückt, umso mehr nimmt der Verkehr zu. Wir dürfen uns nicht verlieren. Dann ein Supermarkt – erste Erfahrung mit Lebensmittelpreisen für uns alle. Reinhard und Ingrid fahren etwas später ab und schon haben wir uns beim nächsten Tankstopp aus den Augen verloren. Doch auch heute sind sie schon am CP als wir gegen 14.30 Uhr eintreffen.
Die letzten Kilometer sind sehr schleppend und wir fahren Stoßstange an Stoßgange. Endlich ist der Solkoniki-Park erreicht, der Verkehr nimmt ab und ein reservierter Stellplatz auf dem CP ist uns sicher. Jetzt können wir erst einmal ankommen und ein wenig ausruhen. Peter schlägt vor, gegen 18.30 Uhr in die Stadt zu fahren und uns „Moskau bei Nacht“ anzuschauen.
Vom CP sind es 10 Min. Fußweg zur Tram. Die Linie 25 bringt uns zur Metro Solkiniki. In einem kleinen Ladenzentrum versorgen wir uns mit einer SIM-Card für Russland. Nun können wir preiswerter telefonieren und ins Internet – denken wir. Mit dem Anbieter Beeline hatten wir vor 2 Jahren nur gute Erfahrungen. Bis alle 6 Familien eine Karte besitzen vergeht Zeit. Dann kaufen wir in der Metrostation eine 3Tages Karte. Somit können wir ab sofort alle Verkehrsmittel benutzen.
Mit dem Bau der U1 wurde 1930 begonnen und 1935 fertiggestellt, danach um andere Strecken erweitert. Die Metro fährt im Minutentakt von 4.30 bis 1 Uhr nachts und befördert 9 Mio. Fahrgäste täglich. Peter macht mit uns sogleich eine Besichtigungstour der unterirdischen Bahnhöfe. Wir steigen mehrmals um und bewundern die schönen Mosaikbilder, Figuren und Stuckverzierungen.
Anmerkung: Viele der unterirdischen Stationen sind Paläste der Kunst. Die Skulpturen, Wandreliefs und Mosaiken wurden von führenden sowjetischen Meistern erschaffen.
Als wir am „Roten Platz“ aussteigen, ist es bereits dunkel. Mit Beleuchtung sieht alles noch schöner aus als am Tag. Nach einer kleinen Erfrischung erkunden wir den „Roten Platz“, besonders das Kaufhaus GUM ist wirkungsvoll beleuchtet. Mit uns tummeln sich viele Touristen und Einheimische auf dem Platz.
Einstimmung: So schön hatten wir es uns nicht erträumt und die lauwarme Sommernacht trägt einiges dazu bei.
Gegen 23 Uhr steigen wir in die Linie 1 und fahren zurück. Als wir kurz vor 24 Uhr in die Tram zum CP steigen wollen, ist weit und breit keine Tram zu sehen. Aus dem Fahrplan werden wir auch nicht schlau und so bleibt uns nur das Taxi. Wir verhandeln vorher den Preis aus - 100 R pro Pers. Ein offiziellen Taxi und 2 private haben wohl noch nie etwas vom CP gehört, denn sie irren durch den Park von einem Eingang zu nächsten. Mit viel Gelächter (auf beiden Seiten) endet die Fahrt dann doch am CP. Fuß müde fallen wir in unsere Betten.

Besuch aus Österreich. Nicht weit von uns parkt das Reisemobil von Hans und Trixi aus Graz. Die zwei bereisen den „Goldenen Ring“. Morgen werden sie uns auf der Stadtführung begleiten.

Redine informiert: mehr als 13.000 Schritte sind wir gelaufen.
Tipp: Für alle Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Moskau eine 3 Tageskarte (415 R) in der Metrostation lösen. Wir benötigen lediglich für die Tram eine Einzelkarte (55 R zu lösen beim Schaffner) vom CP bis zur Metro.


   |   Tages KM: 386   |   GPS Nord: 55°48'57   |   GPS Ost: 37°40'34

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Dienstag, 15.5. Moskau Stadtführung

Nadja, unsere deutschsprachige Reiseleitung für Moskau, holt uns um 9.30 Uhr am CP ab. Wie vor 2 Jahren hat Peter per Internet die Verbindung hergestellt und auch mit den Eintrittskarten für den Kreml hat es geklappt. Durch Bargeldbeschaffung bei der Bank (Kurs 74,30 R für 1 €) sind wir spät dran und müssen uns sputen, wir dürfen nicht zu spät für die gebuchte Tour erscheinen.
Der Kreml ist die wichtigste und beliebteste Touristenattraktion der Stadt, rund 80.000 Besucher pro Tag lassen sich von seinen Sehenswürdigkeiten verzaubern.
Nach einer strengen Kontrolle betreten wir den Kreml. Außer dem Regierungsgebäude gibt es etliche Kirchen. Bei allen herrscht großer Besucherandrang. Die wichtigste Kathedrale ist die Maria Himmelfahrts-Kathedrale. Der prunkvolle Innenraum ist mit Fresken aus der biblischen Geschichte und wertvollen alten Ikonen ausgestattet. Diese Kathedrale war wichtiger Schauplatz von Krönungszeremonien, Begräbnissen und Siegesfeiern.
Nadja führt uns in den Patriarchen Palast und zur großen Zarenglocke. Die größte Glocke der Welt ist 202 t schwer und wurde auf dem Platz gebrannt. Durch widrige Umstände wurde sie nie in Betrieb genommen.
Nun wird es Zeit für eine kleine Stärkung. Das Kaufhaus GUM galt 1893 als der größte und modernste Konsumtempel der Welt. 921 wurde es verstaatlicht. Nach dem Ende der Sowjetunion erweiterte man es und heute befinden sich auf 80.000 qm überwiegend namhafte Geschäfte für: Mode, Kosmetik und Schmuck. In der obersten Etage befinden sich einige SB-Restaurants, die Preise dort sind zivil.
Die Mehrheit von uns möchte eine kleine Schifffahrt auf der Moskwa unternehmen und von der Wasserseite die Sehenswürdigkeiten bewundern. Nadja findet einen Anbieter, der uns an der Christi-Erlöser-Kathedrale, der größten Kathedrale Moskaus, absetzt.
Wir überqueren die Moskwa, von der Brücke ergeben sich gute Fotomotive. Auf der einen Seite liegt der Kreml, auf der anderen Seite ein übergroßes Schiffdenkmal, welches Zar Peter dem Großen gewidmet ist.
Die alte Christi-Erlöser-Kathedrale ließ Stalin 1931 sprengen, um an ihrer Stelle einen gigantischen Palast zu bauen. Doch technische und finanzielle Probleme vereitelten die Pläne. 1990 fing man an mit privaten Spenden (150 Mio. Dollar) diese Kathedrale originalgetreu wieder aufzubauen.
Mit dieser Besichtigung ist unser Programm für den heutigen Tag beendet, danke für die heutige Stadtführung liebe Nadja.
Unsere Reiseführerin Nadja (Nadezhda Krasikova) führt gerne Touristen durch ihre Stadt. Kontakte unter: krasikova@gmail.com.


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Mittwoch, 16.5. Moskau

9 Uhr, Treffen zum Rundgang: Hinterhöfe, Tore und Passagen. Auf dieser Tour begleiten uns: Redine, Jann-Habbo, Gudrun und Hans. Zuerst schauen wir in das Delikatessengeschäft Jelissejewskij. Der Petersburger Jelissejewskij eröffnete Ende des 19. Jh. in Moskau einen Feinkostladen. Die Innenausstattung ist prächtig – vom Jugendstil bis zum Moskauer Barock. Hier wurde schon zu Zar-Zeiten eingekauft. Auch heute benötigt man für die Delikatessen aus aller Welt das nötige „Kleingeld“. So kostet ein kleines Döschen Beluga-Kaviar umgerechnet 250 €.
Weiter spazieren wir entlang an schönen Bauten aus der Zarenzeit, werfen einen Blick in die eleganten Passagen. Cafés, Modegeschäfte und Restaurants warten auf Kunden. Auch wir stärken uns und fahren zum großen Flohmarkt. Um den Ismailowsskij Park zu erreichen, müssen wir mehrmals die Metro wechseln. In diesem Park tummeln sich nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische. Inmitten der nachgebauten Kreml- Kulisse befinden sich eine alte Holzkirche, drei Museen, etliche Restaurants und hunderte von Souvenirkiosken mit jeder Menge Kunst und Kitsch. Ein riesiger Flohmarkt, doch heute um 14 Uhr ist man bereits dabei die Verkaufswaren der Stände einzuräumen, vieles ist geschlossen. Schade.
Zeitig fahren wir zum CP zurück. Morgen wollen wir zeitig abreisen und müssen heute noch die Geb. für den CP bezahlen, außerdem die Mobile v+e.
Wir kommen erst gegen 24 Uhr ins Bett, ob das wohl mit dem Aufstehen um 5.30 Uhr klappt? Wir scheuen ein wenig den Berufsverkehr und wollen deshalb in aller Frühe starten.
Informationen zu unserer SIM-Card: Wir kommen auf dem CP nicht ins Internet. Reinhard hat gestern Abend 3 Min. nach Deutschland telefoniert und nun ist sein Guthaben verbraucht, auch bei ihm funktioniert das Internet nicht. Er hat 5 Stunden (!!!!) beim Anbieter verbracht um alles zu klären. Nun soll alles funktionieren. Aber telefonieren nach Deutschland sehr teuer (1 Minute 7.99 €).
Abends sitzen wir mit Hans und Trixi auf ein Glas Wein beisammen. Sie berichten begeistert von ihren Erlebnissen in Moskau. Sie wollen auch morgen weiter, Susdal als Ziel.




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Donnerstag, 17.5. Moskau - Wladimir - Susdal

Pünktlich um 6 Uhr öffnet sich für uns die Schranke. Doch alle Straßen, durch die uns das Navi führen will, sind für Fahrzeuge über 2,5 t gesperrt. So fahren wir riesige Umwege und ignorieren irgendwann das Verbotsschild. Unser Verkehr auswärts fließt, doch der Gegenverkehr in die Stadt staut sich bereits um diese Zeit. Da wir alle mit leerem Magen gestartet sind, freuen wir uns als es endlich gegen 8 Uhr heißt: Frühstückspause.
Reinhard und Ingrid machen sich auf den Weg nach Wladiwostok. Drücken wir ihnen die Daumen, das sie alles ohne Probleme meistern. Wir anderen, nunmehr 5 Mobile, wollen die Etappen kürzer gestalten, einen längeren Abstecher ins Tuwa Tal und die Insel Olchon unternehmen. An der Grenze zur Mongolei wollen wir Reinhard und Ingrid dann wieder treffen, dass wird in knapp 2 Monaten sein.
Wladimir ist unser erstes Ziel. Mit den Mobilen umrunden wir das „Goldene Tor“. Das letzte noch vorhandene Tor vom Kreml gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und liegt etwas abseits.
Großfürst Wladimir gründete 1108 diese Stadt. Seine Nachfolger bauten Kirchen und Klöster und siedelten Handwerker und Kaufleute an. Von Festungsmauern umgeben war sie nahe zu uneinnehmbar. Wahrzeichen der Stadt ist mit ihren 5 Zwiebeltürmen die Kathedrale Maria Himmelfahrt. Die Demetrius Kathedrale aus dem 12. Jh. ist wegen ihrer über 1000 Steinfiguren an der Außenfassade sehr eindrucksvoll.
Susdal ist bald erreicht. Dieser Ort wird auch als Hauptstadt des Goldenen Rings bezeichnet und steht mit seinen über 100 historischen Bauwerken unter Denkmalschutz. Auf einem Rundgang kann alles bewundert und einige Klöster besichtigt werden.
Tipp: Das kleine Freilichtmuseum auf der anderen Flussseite. Mit einer Sammlung von Kirchen, volleingerichteten Bauernhäusern, Speichern und Windmühlen aus der näheren Umgebung abgebaut und hier wieder aufgestellt. Alles aus Holz und über 150 Jahre alt ergeben einen guten Eindruck wie man damals gelebt hat.
Unsere Gruppe schaut sich alles an, Peter und ich haben es bereits 2013 und 2016 besichtigt. Wir sind mit unserem Reisebericht überfällig und verbringen damit fast den ganzen Nachmittag.
Auch Trixi und Hans haben diesen Parkplatz gefunden, auf dem wir für 500 Rubel pro Mobil recht ruhig übernachten.



   |   Tages KM: 239   |   GPS Nord: 56°25'53   |   GPS Ost: 40°26'42

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Freitag, 18.5. Susdal - Nischnij Novgorod

Verabschiedung von Trixi und Hans, sie fahren weiter nach Norden, wir gen Osten. Bereits am Morgen ist die Hitze ungewöhnlich, schwülwarm sieht es ganz nach Gewitter aus.
Heute Großeinkauf beim Globus Supermarkt. Es gibt fast alles nur schade, dass unsere Kühlschränke noch so voll sind. 70 Kassen, und fast alle besetzt, erwarten die Kunden am Ausgang. Die 1 ½ Stunden reichen zeitlich grad mal so aus. Gegen 11 Uhr sind wir on tour.
Wieder steht ein Tankstopp an. Heute müssen wir die gewünschten Liter angeben. Die Kassiererin errechnet dann mit dem Taschenrechner die Summe, die wir zu bezahlen haben. Sehr umständlich, aber Visa Card wird akzeptiert. Es ziehen dunkle Wolken auf, die ersten Blitze zucken. Gute 30 Minuten später prasselt Gewitterregen mit Hagelkörnern auf unsere Mobile. Wir stoppen am Straßenrand, leider gibt es keine Unterstellmöglichkeit. Hoffentlich wird das kein Hagelschaden wir ihn vor 2 Jahren aus Russland heimbrachten.
Sobald das Wetter sich ein wenig beruhigt hat, fahren wir weiter. Nun sorgen andere Blitze für Aufregung: In geringen Abständen sind am Straßenrand Radarkontrollen aufgestellt. Viel mehr als bei uns in Deutschland.
Am Nachmittag ist ein Parkplatz am Stadion in Nischniy Novgorod erreicht. Die Luft ist drückend und wir relaxen vor den Mobilen. Dann sind auch hier die dunklen Wolken angekommen, das Gewitter beginnt von neuem.
Mal schauen wie wir hier die Nacht in Straßennähe verbringen werden.


   |   Tages KM: 261   |   GPS Nord: 56°20'40   |   GPS Ost: 43°51'32

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Samstag, 19.5. Nischnij Novgorod - Cheboksary Oper

Der Verkehrslärm hat dann doch einigen von uns zu schaffen gemacht. Aber noch mehr stört es uns, dass es bereits ab 4 Uhr morgens im Mobil taghell ist.
Außerhalb von N.N. liegt auf einer Anhöhe der Kreml. Über 400 Treppenstufen führen zum Aussichtspunkt, von dem man einen sagenhaften Ausblick hat. Die Wolga liegt uns zu Füßen.
Auf der M 7 geht es bei sommerlichen 24°C weiter gen Osten. Heute starker Ausflugsverkehr und viele LKW. Der Straßenbelag ist abschnittsweise sehr wellig. Die Landschaft hügelig – Birken und Nadelbäume säumen links und rechts die Straße.
Auch heute wieder Blitzlicht Gewitter am Straßenrand, in großer Anzahl. Zum Glück sind wir wachsam und halten uns so gut es geht an die Geschwindigkeits- Begrenzungen.
Unser Stellplatz in Cheboksary liegt hinter der Oper in einer ruhigen Sackgasse. Von hier haben wir einen schönen Panoramablick über die sehr saubere und moderne Stadt.
Einige aus der Gruppe unternehmen einen kleinen Spaziergang und schon bald ziehen wieder dunkle Wolken auf. Die Mobile sind rechtzeitig erreicht.
Dieser Aussichtpunkt scheint auch ein Geheimtipp für Stadtführungen und Bewohner zu sein. Bis in die Abendstunden reger Verkehr. Wir hoffen, dass es nachts ruhiger ist.


   |   Tages KM: 278   |   GPS Nord: 56°08'36   |   GPS Ost: 47°14'14

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Sonntag, 20.5. Cheboksary Oper - Klosterinsel

Es hat abgekühlt durch den Regen in der letzten Nacht. Heute sind warme Jacken erforderlich. Wir wollen die Klosterinsel Svijatschsk besichtigen. Das wollen auch viele Einheimische, die aus den zahlreichen Bussen steigen. Das Kloster liegt auf einer Anhöhe und heute kostet es keinen Eintritt. Etliche Kirchen (u.a. eine sehr alte Holzkirche) und Gebäude kann man besichtigen. Fotos veranschaulichen wie der Zustand vor der Restaurierung war – jämmerlich. Jetzt viel Prunk und eine Augenweide. Vielleicht steuern Spenden und der Erlös an den unzähligen Souvenirständen zum Erhalt der Kirchen bei.
Heute haben wir kein weiteres Besichtigungsprogramm und beschließen auf den großen Parkplätzen zu übernachten. Morgen wollen wir uns Kasan anschauen.
Mir fehlen die kirchlichen Gesänge, bislang haben wir noch keinen gehört.


   |   Tages KM: 130   |   GPS Nord: 55°45'04   |   GPS Ost: 48°35'34

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Montag, 21.5. Klosterinsel - Tempel der Religionen - Kasan

Kasan ist nicht mehr weit. Der „Tempel der Religionen“ liegt am Stadtrand von Kasan. Eine private Ansammlung von Bildern: Ikonen, moderne Malerei und Darstellung anderer Religionen. Von außen mutet es an wie ein „Hundertwasserhaus“ mit seinen Türmchen und Mosaiken.
In Kasan parken wir gegenüber vom Kreml vor der Sportarena. Kasan blickt auf eine über 1000 jährige Geschichte zurück. In der Stadt leben 1,1 Mio. Menschen: Tataren, Russen und Moslems. Das erklärt auch den Baustil. Wir besichtigen zunächst den Kreml. Anlässlich der 1000 Jahrfeier 2005 wurde die Kul-Scharif-Moschee nach 7 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Auch Touristen dürfen sie betreten. Sehr schön von innen ist die Maria-Verkündigungs-Kathedrale. Weiterhin befinden sich auf dem Gelände der Sjujumbeki Turm (auch schiefer Turm) aus dem 17. Jh. Das ehemalige Gouverneurspalais von 1848 ist heute Sitz des Präsidenten der Rep. Tartarstan.
Unweit vom Kreml liegt sich eine Fußgängerzone, die Baumannstr. In dieser Flaniermeile mit unzähligen Cafés, Restaurants, mondänen Geschäften, Kinos und Skulpturen tobt das Leben.
Bei hochsommerlichen Temperaturen spazieren wir in das alte Tatarenviertel. Nach dem Sieg der Russen über die Tataren 1552, der einem Sieg der Christen über die Moslems gleichkam, wurden die meisten Tataren im unteren Stadtbereich angesiedelt. Hier befinden sich zahlreiche Moscheen, Holzbauten und Steinhäuser im tatarischen Stil reihen sich aneinander.
Fuß müde geht es zurück zum Parkplatz. Wir parken um, haben aber Blick auf den Kreml, den wir bei Nacht bewundern wollen.
Die Nacht verläuft unruhig: Straßenbauarbeiten am Platz, Motorradgeschicklichkeitsfahren mit Wahnsinnsgeräuschen und allerlei störende Geräusche.
Heute Mittag waren wir in der Fußgängerpassage zum Essen. Die Preise waren akzeptabel: so kosten z.B. 2 Hähnchenspieße mit Kartoffelspalten umgerechnet 2 €.


   |   Tages KM: 64   |   GPS Nord: 55°47'54   |   GPS Ost: 49°05'58

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Dienstag, 22.5. Kasan - Jelabuga

Einige von uns benötigen dringend Wasser. Nach etwa 30 km kommt der von uns für gestern geplante Übernachtungsplatz (Rasthof). Endlich Wasser für alle, es gibt Duschen und Waschmaschinen. Das Wasserfassen nimmt einige Zeit in Anspruch, die Waschmaschine soll in einer Stunde fertig sein. Redine bedankt sich mit 2 Kartons Kleiderspenden – für die Waschfrauen ist heute Bescherung. Ein herzliches Dankeschön und schon geht es weiter.
Nach kleiner Rast und Einkauf im Supermarkt ist am frühen Nachmittag ein Traumstellplatz auf einer Anhöhe erreicht, abseits vom Ort Jelabuga. Vor uns eine blühende Streuobstwiese und im Tal der Fluss Kama. Von hier haben wir einen weiten Blick über die Landschaft. Unsere Mobile fallen auf, und schon bald stehen die ersten Interessenten vor unseren Mobilen. Woher, wohin und wie lange – so lauten die Fragen (überwiegend in englischer Sprache). Die erste Begegnung ist die mit einer Russin. Sie hält mir ihr Handy hin und schon vernehme ich eine deutsche Stimme. Tolga, der Ehemann der Russin, verspricht Hilfe bei Problemen. Telefonnummer sofort notiert. Dann spaziert eine andere Frau vorbei, sie spricht deutsch mit süddeutschem Akzent. Es stellt sich heraus, dass ihr Mann hier in Russland arbeitet. Ein Entwicklungs-Projekt Daimler Benz Deutschland und KAMAZ Russland. Von den 3 Jahren haben der Ehemann und die mitgereiste Familie noch 1 Jahr vor sich.
Während wir in der Sonne relaxen oder Interessierten Fragen beantworten, kommt Tolga auf uns zu. Ein Türke, der etliche Sprachen beherrscht und Deutsch akzentfrei spricht. In Deutschland aufgewachsen und in mehreren europäischen Ländern gearbeitet, hat er hier in Russland ein Unternehmen aufgebaut. Dieses entwickelt und baut Fahrersitze für LKW. Tolga kann uns so viel Wissenswertes über Land und Leute vermitteln, dass wir alle ihm noch stundenlang zuhören könnten.
Das Reiterstandbild, das unweit von hier steht, zeigt den Befreier von den Bogaren. Dieses Völkchen lebte hier oben auf einer Burg und kontrollierte die Schifffahrt auf der Kama. Sie forderten Abgaben und bereicherten sich daran. Die Kama, ein großer Nebenfluss der Wolga, war damals ein wichtiger Transportweg für den Handel.
Nach dem Abendessen draußen noch geselliges Beisammensein. Auch jetzt interessierte jüngere Einheimische – Fragen beantworten wir doch gerne!



   |   Tages KM: 210   |   GPS Nord: 55°44'39   |   GPS Ost: 52°01'32

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Mittwoch, 23.5. Jelabuga - Tag zur freien Verfügung

Heute sind wir auf den Tag 2 Wochen unterwegs. Die Tage werden immer länger und die Nächte kürzer. Bereits um 5.30 Uhr sind Peter und ich auf den Beinen. Nach dem Frühstück repariert Peter die Wasserpumpe (Aufbau). Gestern ist diese bereits 2mal ausgefallen, ein Wackelkontakt. Dann rutscht ihm bei der Reparatur eine kleine Schraube hinter die Heizung – verflixt und zugenäht. Ein Gummiband löst hoffentlich unsere Probleme.
Gudrun hat Geburtstag. Wir bringen ihr ein Ständchen und für den Nachmittag ist eine große Kaffeetafel geplant. Doch zuerst wollen wir uns die Altstadt von Jelabuga anschauen. Die weithin sichtbare Kathedrale, mit ihren golden und blau glänzenden Türmen, hat von innen eine Renovierung nötig. Die Fassaden der Häuser (um 1900) leuchten farblich unterschiedlich – nur um das „drum herum“, daran muss noch gearbeitet werden. Die deutschsprachige Mitarbeiterin der Touristeninfo erklärt uns anhand eines Stadtplans alles Sehenswerte. Doch uns steht bei diesen sommerlichen Temperaturen nicht der Sinn nach einem Museumsbesuch. Nach einer kleinen Erfrischung geht es mit einem Taxi (Gesamtpreis für 4 Pers. 1,50€) zurück zum Platz.
Die Zeit bis zum Kaffeetrinken verbringen wir im Schatten zwischen den Mobilen. Als es dann heißt: „der Kaffee ist fertig“, da fallen einige Regentopfen. Was nun, Abwarten und Tee trinken? Der Wettergott meint es gut mit uns und alles kann draußen stattfinden. Am Abend planen wir im nahen Restaurant gemeinsam essen zu gehen.
Peter und ich nutzen die Pause und fahren zum Frauenkloster. Dort geben wir einige unserer Spendenkartons ab. Sicherlich kennen die Nonnen hilfsbedürftige Personen Vorort. Mit einem „bolschoi spaziba“ verabschiedet man uns.
Das Restaurant am Platz hat eine große Außenterrasse, von der man einen wunderschönen Blick auf die Kama hat. Speisekarten in engl. Sprache vereinfachen die Bestellung. Doch der Hinweis auf getrennte Rechnung wird nicht verstanden, wie wir später erfahren. Geschmacklich ist das Essen hervorragend, nur die Portionen waren etwas zu klein.
Vor den Mobilen serviert uns Gudrun einen kleinen Absacker. Alle gehen zeitig schlafen, morgen Zeitumstellung und Start um 8 Uhr.




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Donnerstag, 24.5. Jelabuga - Malakova

Wir wollen heute Strecke schaffen, an die 400 km liegen vor uns. Die Landschaft ist leicht hügelig wie im Allgäu. Die Äcker sind bestellt, schwarzbunte Kühe weiden auf sattem Grün, erstmals Tannenwälder. Wir haben viel LKW-Verkehr und auf der einspurigen Straße müssen unsere Fahrer höllisch aufpassen beim Überholen.
Unser Übernachtungsplatz (von 2016) liegt in einer Seenlandschaft. Angler, Vogelgeschrei, Enten und traumhaftem Blick über die Seen.
Ich backe einen Kuchen, Rolf hat morgen Geburtstag.
Heute haben wir 2 Zeitzonen durchfahren – Differenz zu Deutschland jetzt 3 Stunden.
Wetterprognose für die nächsten Tage: Regen und kälter.




   |   Tages KM: 420   |   GPS Nord: 57°52'02   |   GPS Ost: 54°47'02

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Freitag, 25.5. Malakova - Perm Gulag

Wir haben gut geschlafen, Verkehrslärm nach 23 Uhr nicht nennenswert. Doch es hat merklich abgekühlt – Außentemperatur nur 9°C. Um 9 Uhr sind alle startklar.
Die Landschaft wird hügeliger, wir befinden uns in den Ausläufern des Urals. Aus 200m Höhe geht der Blick weit ins Land, ein bischen wie im Schwarzwald mit Tannen, Wiesen und Seen. Die Natur ist um 4 Wochen (verglichen mit Deutschland) zurück. Die Birken zeigen erstes zartes Grün. Am Straßenrand werden Pflanzen für die Gärten und an Friedhöfen Plastikblumen verkauft. Wir quälen uns durch Perm und passieren etliche Brücken über einen Stausee. Einige Angler sitzen am Ufer und hoffen auf einen guten Fischfang.
Mittags erreichen wir das Gulag-Museum Perm 36. Auf dem Parkplatz singen wir Rolf ein Geburtstagslied und überreichen den Kuchen.
Perm 36 ist angeblich eines der letzten Arbeitslager (im Sprachgebrauch Arbeitsbesserungsanstalt), geschlossen 1987. Wir müssen alle einen Passierschein ausfüllen und dürfen nur mit einer Begleitung des Museums das Gelände betreten. An verschiedenen Punkten werden uns in deutscher Sprache umfangreiche Informationen vermittelt (Handy der Begleitung). In diesem Lager waren bis zu 500 Häftlinge untergebracht. Diese wurden zum Bau eines Kanals und Holzfällerarbeiten eingesetzt. Unter schweren Voraussetzungen hatte jeder Häftling 3cbm am Tag zu schaffen. Die Unterbringung erfolgte in einfachen unbeheizten Baracken, sie schliefen zu viert in schmalen Holz-Stockbetten und es gab nur 12 Toiletten für 500 Personen. Gesichert war die Anlage durch etliche Zäune (auch mit Strom) und Wachtürme. Beim Übergang vom Arbeits- in den Wohnbereich erfolgte eine genaue Untersuchung der Häftlinge am Kontrollpunkt – mehrmals täglich. Es gab hier 2 Lager. Im Lager 2 (politische Häftlinge) hatte man für den Freigang nur 4 qm als Auslauf, umgeben von 3 m hohen Zäunen und Stacheldrahtabdeckungen. Besuche für Angehörige waren nur einmal jährlich 3 Stunden bis 3 Tage möglich. Für die Besucher gab es Übernachtungszimmer und eine Küche für die Verpflegung. Nach Stalins Tod 1953 saßen hier hochrangige Mitglieder staatlicher Organe (Polizei, Geheimdienst, Richter) ein. 1972 verschärfte man die Alarmsysteme für die Häftlinge.
Die ganze Führung hat gute 2 Stunden gedauert. Und ich bin mir sicher, dass niemand von uns hier hätte auch nur einen Tag in Haft verbringen wollen.
Wir parken hinter dem Gulag auf einem freien Platz. Die Sonne lässt sich kurz blicken und Rolf öffnet 2 Flaschen russischen Champagner. Dazu gibt es den Geburtstagskuchen – kann es uns doch wieder gut gehen!!!
Nachdem alle Flaschen geleert sind, verziehen wir uns fröhlich in unsere warmen Mobile.
Morgen wollen wir zur Eishöhle von Kungur. Ob die Straße noch einem so schlechten Zustand ist wie vor 2 Jahren?


   |   Tages KM: 216   |   GPS Nord: 58°15'48   |   GPS Ost: 57°25'56

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Samstag, 26.5. Perm Gulag - Kungur Eishöhlen

Nur 5 ° C Außen- und 15° C Innentemperatur als wir aufstehen. Brrr…. Gestern hat mir die Glulagführerin berichtet: Im Winter sind hier um die Minus 30°C und in den ungeheizten Baracken des Gulags minus 20°C – unvorstellbar! War doch wohl etwas voreilig von mir, meine rote Daunenjacke im Nonnenkloster abzugeben.
Die befürchtete schlechte Wegstrecke ist seit unserem letzten Befahren ausgebessert und schon gegen Mittag sind die Eishöhlen von Kungur erreicht.
Die Eishöhlen von Kungur gehören weltweit zu den größten ihrer Art. Auf 5,6 km reihen sich 58 Säle mit bizarren Felsformationen und 60 Seen aneinander. Unbedingt einen Abstecher wert. Unsere Führung durch die kalte Unterwelt dauert 1 ½ Stunden.
Die netten Sachsen, die wir auf unserer Reise auch hier wieder treffen, verabschieden sich mit russ. Champagner. Achim und Karin wollen ab Jekaterinburg mit dem Flugzeug zum Baikal und zurück. Sie haben bei Antritt der Russlandreise nicht bedacht, wie groß doch die Entfernungen in Russland sind.
Ingrid und Reinhard sind inzwischen schon in Novosibirsk und es geht ihnen gut.
Wir übernachten auf dem Parkplatz der Eishöhle und gegen Abend schläft auch der Wind ein.



   |   Tages KM: 149   |   GPS Nord: 57°26'22   |   GPS Ost: 57°00'27

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Sonntag, 27.5. Kungur - Kloster Ganina Jama

Die Temperaturen sind immer noch unangenehm, 10°C als wir um 9 Uhr losfahren.
Gegen Mittag ist ein Wald-Stellplatz am Skizentrum erreicht. Außer ein paar PKW von Wanderern ist hier „tote Hose“, Schnee liegt nur noch vereinzelt. Eine längere Mittagsrast am Mittag ist uns allen willkommen. Wir reiben uns die Augen, der PKW-Parkplatz ist inzwischen gut gefüllt und aus der nahen Gaststätte ertönt Musik. Peter regt an, dass wir uns einmal das Treiben in der Gaststätte anschauen.
Auf dem Flur im Erdgeschoss begegnen uns einige Kinder die uns neugierig in deutscher Sprache begrüßen. Eine Mutter tritt hinzu und eine weitere wird geholt. Nun entsteht ein lebhaftes Gespräch in unserer Muttersprache. Diese Kinder feiern hier ihren Grundschul-Schulabschluss und sie haben bereits seit der ersten Klasse Deutschunterricht als Fremdsprache. Erst später kommt englisch hinzu. Spontan lädt man uns ein, im Obergeschoß Gast einer Theateraufführung in deutscher Sprache zu sein. Das haben die Kinder im Winter einstudiert und bereits aufgeführt. 15 Minuten später versammeln wir uns alle im Obergeschoß. Über Mikro werden wir von dem Moderator in Russisch und der einen Mutter in Deutsch willkommen geheißen Auf bereitgestellten Stühlen nehmen wir in erster Reihe Platz. Die Kinder kündigen das Märchen der Gebr. Grimm: Die Bremer Stadtmusikanten an. Fließend sprechen sie ihre Texte, singen und tanzen – die Kinder sind fröhlich bei der Sache. Mit kräftigem Applaus und einer Ansprache von Brigitte verabschieden wir uns von den Kindern und deren Eltern.
Das war Völkerverständig pur!!!
Nur wenige Kilometer sind es bis zu den zwei Grenzsteinen Europa/Asien, die Grenze verläuft hier im Ural. Beweisfotos werden gemacht. Von hier sind es 1.800 km von Moskau und 7.300 km bis Wladiwostok. Nun haben wir Europa verlassen und kein ADAC hilft uns mehr. Doch das tut unserer Stimmung keinen Abbruch.
30 Km vor Jekaterinburg liegt die Klosteranlage Ganina Jama. Vor 10 Jahren wurde hier eine Gedenkstätte für die letzte Zarenfamilie errichtet. Nachdem die Bolschewiken im Juli 1918 den Zar und seine Familie in Jekaterinburg erschossen haben, wurden sie hier im Wald verscharrt.
Inzwischen sind 5 Holzkirchen entstanden und viele wunderschöne Ikonenbilder laden zum Betrachten ein. Kopftuch allein bei den Frauen genügt nicht, am Eingang reicht man uns Wickelröcke. Viele Pilger kommen hierher um zu beichten und zu beten.
Ein Priesterschüler führt uns zu einem einfachen Restaurant mit Herberge auf dem weitläufigen Gelände. Die Landesküche ist einfach, aber das dringend benötigte Wasser für unsere Mobile können wir hier morgen früh erhalten. Um das in Erfahrung zu bringen, muss ich alle meine Russischkenntnisse aufwenden. Die herbeigerufene Nonne hat auch einen Google-Übersetzer. Und als ich sie frage: Was müssen wir dafür bezahlen? Zeigt sie nur gen Himmel und sagt: „nitschewo“ – nichts!
Das Essen ist nicht jedermanns Geschmack –aber das mit dem Wasser hört sich doch gut an.


   |   Tages KM: 349   |   GPS Nord: 56°56'39   |   GPS Ost: 60°28'24

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Montag, 28.5. Ganina Jama - Kurtaguz See

Nach und nach füllen wir unsere Wassertanks und stehen bereit für unsere gebuchte Führung. Doch die kommt nicht. Telefonanrufe bei der Agentur. Erst nach längerem Hin und Her, wegen der mangelnden Sprachprobleme auf beiden Seiten, kann das geklärt werden. Unsere deutschsprachige Reiseleitung meldet sich und wir verabreden uns bei der Blutskirche in Jekaterinburg um 12.30 Uhr.
Wir haben noch Zeit für einen kleinen Rundgang über das Klostergelände. Bedauerlich, dass etliche Kirchen wegen Renovierung auch heute geschlossen sind.
Das Parken um die Blutskirche gestaltet sich als schwierig, zu wenige Parkflächen für größere Fahrzeuge. Unsere Führung beginnt mit Verspätung. Aliona erzählt uns über das Leben des letzten russischen Zaren Nikolaus II und seiner Familie. Auf diesem Gelände stand ehemals ein vornehmes Kaufmannshaus, in dem die Zarenfamilie mit ihren Bediensteten von den Bolschewiken gefangen gehalten wurde. Nach ihrer Ermordung pilgerten viele Menschen zu dieser Stätte. Denn in Russland gelten Kirche (Religion) und Regierung als eine Einheit. Jelzin hat dann veranlasst das Haus niederzureißen. 1998 begann man mit dem Bau einer Kathedrale an dieser Stelle, sie wurde 2003 zum 85. Todestag der Zarenfamilie eingeweiht. Auch hier beeindruckt uns die Frömmigkeit der Gläubigen. Dieses Jahr jährt sich zum 100-mal der Todestag des Zaren und große Feierlichkeiten stehen bevor.
Ein Stadtrundgang schließt sich an. Leider machen Regen und starker Wind diese Tour zu keinem Vergnügen.
Jekaterinburg hat 1,5 Mio. Einwohner und ist die viertgrößte Stadt Russlands. Die industrielle Erschließung begann um 1720, es gab Erzvorkommen im Ural. Man baute hier am Fluss eine Eisenhütte mit Wohngebäuden. Heute ist die Stadt für ihre Juwelierkunst bekannt. Viele moderne Glaspaläste bestimmen das Stadtbild. Aber auch einige im Zuckerbäckerstil sind erhalten geblieben. Darunter das eines reichen Industriellen, heute Empfangshaus für Staatsbesuche. Wäre es nicht so unsagbar ungemütlich bei nur 10°C und Regen, wir könnten noch lange den Ausführungen von Aliona lauschen. In einem Café beenden wir unsere 2 ½ stündige Tour durch Jekaterinburg.
Wir verlassen die Stadt, nach etwa 85 km ist dann unser Übernachtungsplatz am See Kurtaguz erreicht. Obwohl es schon spät ist, stattet uns die Dorfjugend einen Besuch ab. Sie ziehen von Mobil zu Mobil, ein paar Worte Englisch sprechen sie auch. So haben wir alle unseren Spaß. Peter schenkt ihnen einen Fußball und muss sogleich den Ball signieren. Auch möchte jedes Kind auf die Hand ein Autogramm von ihm.
Abends haben wir wunderbar ruhig geschlafen.
Wissenswertes über die goldenen Zwiebeltürme und Finanzierung der Kirchen: Alles Blattgold und die Kirchen werden von freiwilligen Spenden finanziert.


   |   Tages KM: 122   |   GPS Nord: 56°47'13   |   GPS Ost: 61°51'51

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Dienstag, 29.5. Kurtaguz See - Tjumen Thermal Bad

Auf besonderen Wunsch von Brigitte starten wir erst um 10 Uhr, knappe 300 km sind es bis zum Thermalbad in Tjumen. Der wellige Straßenbelag und etliche Baustellen verhindern ein rasches Fortkommen. Da wir unterschiedliche Tankgrößen haben, muss mal der eine mehr und der andere weniger eine Tankstelle anfahren. Das Ziel ist allen bekannt.
Unterwegs erreicht uns ein Anruf von Brigitte: „Wir hängen in einer Polizeikontrolle fest und man wirft uns vor, dass unsere Papiere nicht vorschriftsmäßig sind. Wir sollen ausreisen!“. Sobald wir Kiki am Straßenrand sehen, stoppen wir und Noro auch. Motto: Gemeinsam sind wir stärker.
Auch wir müssen Pässe, Fahrzeugschein und Registrierschein (Moskau) vorlegen. Dann zeigt der Polizist auf das Abreisedatum vom CP in Moskau. Es lautet 18.5. Wir verstehen die Welt nicht mehr, was bitte soll da falsch sein? Wir waren 3 Tage in Moskau (15.5. bis 18.5.) und erst dann ist es erforderlich sich registrieren zu lassen – das haben wir auch gemacht. Auf der Landkarte zeige ich anhand der Punkte wo wir übernachtet haben – jeden Tag an einem anderen Ort. Doch die Polizisten sind unerbittlich. Wir rufen Tolga an, der ja perfekt russisch spricht. Nichts. Wir rufen den Campingplatz an. Nichts. Wir zeigen auf unser Visa (im Pass eingeklebt). Das Visa berechtigt uns 90 Tage, bis zum 5.11.2018, in Russland zu reisen. Nun führt der Polizist ein Telefonat. Danach überreicht er uns wortlos unsere Pässe und wir dürfen weiterfahren. Nachdenklich, denn der Schreck ist uns doch ganz schön in alle Glieder gefahren.
Vor dem Thermalbad erwarten uns Bimo und HK, sie stehen hier schon eine geraume Zeit vor der Schranke. Info: Erst nach Bezahlung dürfen sie auf den Platz der Thermalanlage, zu Fuß oder mit dem Mobil. Wir beratschlagen. Bimo und HK haben keine Lust auf Thermalbad und suchen sich einen Stellplatz für die Nacht. Wir anderen fahren auf den Platz. Für umgerechnet 10 € dürfen wir 24 Stunden hier stehen und das Bad nutzen.
Morgen früh soll es dann gemeinsam weitergehen.
Das Thermalbad hat sich gemausert in den letzten 5 Jahren. Damals gab es Plumpsklos, keine Duschmöglichkeit und baden war nur im See und einfachen Becken möglich. Heute hat das Bad einen großzügigen Umkleidebereich mit Duschen und WC, im großen gefliesten Außenbecken kann man es sich bei 37°C Badetemperatur gut gehen lassen. An etlichen Stellen strömt über Düsen heißes Wasser ins Becken. Ein Magnetband am Handgelenk regelt den Eintritt, die Schränke und das Verlassen der Anlage.
Mit Noro besuchen wir sogleich das Thermalbad. Es befinden sich mit uns ca. 40 Gäste im Bad. Wir genießen das warme Wasser und ausgiebig die warmen Duschen.


   |   Tages KM: 286   |   GPS Nord: 57°17'43   |   GPS Ost: 65°05'02

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Mittwoch, 30.5. Tjumen Thermal Bad

Den Ruhetag verbringen wir mit Hausarbeiten, kleinen Reparaturen und baden. Am Vormittag kommen Hans und Gudrun – sie und Bimo hatten einen sehr ruhigen Übernachtungsplatz letzte Nacht. Mittags schmeißen wir den Grill an. Redine hat einen Kuchen gebacken und verteilt diesen.
Während in Deutschland hochsommerliche Temperaturen herrschen, bibbern wir hier vor Kälte.
Morgen wollen wir weiter. Bimo hat einen Ausflug unternommen und sie stoßen morgen wieder zu uns.


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Donnerstag, 31.5. Tjumen Thermal Bad - Krutinka

Weiter geht es gen Osten. Starker Seitenwind erschwert die Fahrt, aber der Straßenbelag ist gut. Die Sonne strahlt vom Himmel, endlich warme Temperaturen. Riesige Ackerflächen reichen bis zum Horizont und große Maschinen beackern die Anbauflächen.
Mittagspause an einer Autobahnraststätte. Kurz danach droht bei Noro das Klofenster wegzufliegen. Ein längerer Stopp bei einer Baustelle (ein Kran blockiert die Fahrbahn) wird für Reparaturarbeiten genutzt. Es wird spät als wir ankommen. Gudrun und Hans begrüßen uns mit einem Schnäpschen. Reger Austausch, es erscheint eine Russin die sehr gut deutsch spricht. Wie sich herausstellt, ist sie Deutschlehrerin und sofort machen wir ein Gruppenbild mit allen Deutschlehrern.
Rundgang durchs Dorf, Mückenschwärme begleiten uns. Doch zum Glück stechen sie nicht.
Kleiner Einkauf gefällig? Wir benötigen nur Brot – doch unsere Arme können die Einkäufe kaum zum Mobil tragen. Den anderen ergeht es ebenfalls so.
Heute haben wir die Uhrzeit abermals eine weitere Stunde vorgestellt, jetzt 4 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland.
Erfreulich: Die heutige Polizeikontrolle verlief ohne Probleme, der Beamte hatte sogar ein Lächeln für uns.


   |   Tages KM: 492   |   GPS Nord: 56°00'42   |   GPS Ost: 71°30'43

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Freitag, 1.6. Krutinka - Rasthof Hotel Schweitzer

Bereits um 8 Uhr hat ein Reporter der örtlichen Zeitung einige Fragen an uns. Wohin die Reise geht, woher wir kommen, wie alt wir sind und wie wir Russland finden.
Hans stürzt auf matschigem Untergrund. Noch einmal Glück gehabt, er kann weiterfahren.
In Omsk braut man nach deutschem Verfahren angeblich das beste sibirische Bier. Schon bald lagert ein größerer Vorrat in unseren Kühlschränken. Doch wir können uns erst am Abend ein Bier genehmigen, denn in Russland gilt: 0,0 Promille hinter dem Lenkrad.
Nun geht es in die zweitgrößte Stadt von Sibirien, nach Omsk. Wir versuchen wie 2016 zentrumsnah zu parken. Kiki fährt einstweilen schon zum nächsten Stellplatz mit Waschmaschinen vor.
Ein naher Grillgeruch lässt uns Appetit auf Schaschlik verspüren und die Gruppe kehrt ein. Die freundliche Bedienung bringt uns eine russische Speisekarte und nun geht das Rätselraten los. Es dauert dann eine geraume Zeit bis alle ihr bestelltes Essen haben. Und die Bezahlung dauert dann fast genauso lange, obwohl wir nach „getrennte Familien“ bestellt haben. Das Essen war erfreulich gut und preiswert.
Omsk entwickelte sich in der 2. Hälfte des 19. Jh. zur größten Stadt Sibiriens. Mittelpunkt bildet die Mündung des Om in den Irtysh. Schifffahrtslinien auf dem Irtysh fuhren wichtige Städte an und die Transib. Eisenbahn verband ab 1894 Omsk mit dem europ. Teil Russlands. Wir sehen uns die Maria-Himmelfahrts-Kathedrale an. Seit 2007 erstrahlt die Kirche mit ihren goldenen und türkisfarbenen Kuppeln wieder im neuen, alten Glanz. Die Kirche war ursprünglich 1898 geweiht und 1935 wie viele andere Gotteshäuser in der Sowjetunion gesprengt worden. Wir laufen an einigen historischen Gebäuden vorbei. Die Flaniermeile ist nun schön restauriert und man könnte durchaus länger verweilen. Knappe 3 Stunden benötigen wir für einen kleinen Rundgang durch Omsk, Geldumtausch und Telefonshop wurden auch erledigt.
Schnell werden die Navis mit dem heutigen Übernachtungsziel versehen und die Weiterfahrt durch den Berufsverkehr kann losgehen. Stoßstange an Stoßstange, Seitenspiegel an Seitenspiegel, da kann man schon mal einem Busfahrer eine kleine Information von unserer Reise von Fenster zu Fenster zureichen. Vor einer Eisenbahnbrückendurchfahrt mit 3.10m Höhe ist unsere Fahrt vorerst beendet. Irretierende Umwege, doch dann sausen wir weiter zum heutigen Stellplatz.
Erwartungsfroh halten wir Frauen unsere Schmutzwäsche bereit, sie soll um 22 Uhr schrankfertig sein.
Wir vertreiben uns die Zeit mit einem Schwätzchen im Freien bei angenehmen 25°C. Einige lassen ihr Womo waschen und Peter repariert die Aufbautür bei HK. Diese hat der starke Wind in Omsk zugeschlagen, das Gestänge ist ausgehakt und die Tür lässt sich nicht öffnen.
Als wir um 22 Uhr die Wäsche abholen wollen große Missverständnisse. Nicht heute um 10 Uhr, sondern morgen früh 10 Uhr. Dann wollen wir bereits on Tour sein. Nach einigem Hin und Her einigen wir uns auf 8 Uhr.
Inzwischen hat sich der Parkplatz mit LKW gut gefüllt. Auf unserer Seite parken die Kühl-LKW. Ob uns die Kühlaggregate schlafen lassen?
Pechvogel des Tages: Hans


   |   Tages KM: 320   |   GPS Nord: 55°00'02   |   GPS Ost: 74°36'17

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