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Russland - Mongolei - 2018

Russland Teil 2

Samstag, 2.6. Rasthof - Kargat

Peter und ich haben gut geschlafen – die Geräusche haben wir in unsere Träume einbezogen. Auch die Wäsche ist pünktlich um 8 Uhr fertig. Umgerechnet 1.50 € kostet die Übernachtung auf einer Autobahnraststätte, warme Duschen gratis und eine Waschladung 60° (waschen und trocknen) 2,50 €.
Heue wollen wir Strecke schaffen, 380 km. Kaum haben die guten Straßen gelobt, kommt es ganz dicke. 12 km abgefräste Betonplatten. Mit dadong, dadong und max. 40 km fahren wir weiter. Wir sehen: blauen Himmel und weiße Wolken, grüne Birkenwälder, Seen und Sumpf, dann wieder Ackerland. Doch bei 29°C, da wären wir gerne an einem See.
Die erste Anfahrt zu einem Stellplatz ist Fehlanzeige und nur für Allradfahrzeuge geeignet. Wir fahren in das Dorf Kurgat, gleich gegenüber. Eine befestigte Straße zieht sich endlos durch den 10.000 EW Ort. Ein Straßendorf mit einfachen Holzhäusern links und rechts.
Bis sich ein geeigneter Stellplatz findet dauert es ein wenig. Nahe dem Ehrenmal parken wir. Sogleich sind wir von neugierigen Jugendlichen umringt. Nur Oleg kann sich auf Englisch mit uns unterhalten und ist somit der große Star. Hinter dem Ehrenmal befindet sich eine schöne Kirche. Wir können dem mehrstimmigen Gesang lauschen. Die jungen Priester sind sehr aufgeschlossen und richten über Handyübersetzer viele Fragen an uns. Auch laden sie uns ein, morgen von 13 bis 17 Uhr an den Feierlichkeiten der Glockenweihe teilzunehmen. Heute machen sie eine Prozession einmal um die Kirche. Nach den Priestern folgen, von Männern getragen, die Reliquien der Heiligen und das Muttergottesbild, die Kirchgänger schließen sich mit Gesang an. Auf dem Rundgang wird das Bild mit Weihwasser gesegnet. Danach verschwindet alles wieder in der Kirche.
An unserem Stellplatz wird es ungemütlich. Die nahe Dorfdisko wird uns nicht schlafen lassen und so ziehen wir auf den Kirchplatz um. Heute Generalprobe der Glocken. Wir hören viele Melodien, so können wir uns den morgigen Festakt ersparen. Im Schutze der Kirche schlafen wir wohlbehütet ein.


   |   Tages KM: 403   |   GPS Nord: 55°22'37   |   GPS Ost: 80°16'59

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Sonntag, 3.6. Kargat - Novosibirsk Deutsches Haus

Gegen Mittag erreichen wir das „russisch-deutsche Haus“ in Novosibirsk. Fällige Hausarbeiten werden erledigt und die einfache Waschmaschine benutzt. Auch der Reisebericht muss aktualisiert werden. Dann folgt ein erster kleiner Rundgang mit einigen Teilnehmern durch die Stadt.
Novosibirsk ist eine verhältnismäßig junge Stadt und hat 1,5 Mio. Einwohner, davon 10% Studenten. Diese Stadt entstand, als man 1893 für die Transsibirische Eisenbahn eine Brücke über den Ob baute.
Trockenen Fußes erreichen wir den Bahnhof. Er ist die größte Sehenswürdigkeit und wurde 1941 nach 11 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Er hat die Form einer riesigen Lokomotive. Von außen gewaltig, von innen sehr prunkvoll mit Wartesälen der 1. und 2. Klasse getrennt. Der Wind nimmt zu, Regenwolken kommen bedrohlich näher. Auch haben wir kein rechtes Glück bei der Restaurantsuche und landen hungrig in einem Luxus-Imbiss.
Am Platz nutzen wir den Aufenthaltsraum im „russisch-deutschen Haus“, haben wir doch über 20 € für die Übernachtung heute bezahlt.
Es ist wieder ungemütlich kalt geworden, nur um die 12°C. Morgen für die Stadtbesichtigung mit Natascha wünschen wir uns besseres Wetter.


   |   Tages KM: 186   |   GPS Nord: 55°02'01   |   GPS Ost: 82°56'02

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Montag, 4.6. Novosibirsk - Poperetschnoe

Der Tag beginnt nicht gut. Die Duschen im Nebenhaus (Tanzstudio) haben so viel High-Technik, dass wir daran verzweifeln. Alles was klitschnass wird, ist mein Bademantel. So bleibt nur die Dusche im Mobil.
Natascha holt uns überpünktlich zur Stadtbesichtigung ab, leider sieht das Wetter nicht vielversprechend aus. Natascha weiß allerhand wissenswertes zu berichten. So liegt Novosibirsk an einem wichtigen Hauptverkehrsknotenpunkt an dem Handel ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Früher wurden alle Waren in Russland (mangels Straßen) auf Flüssen oder mit der Eisenbahn befördert.
Das Theater für Oper und Ballett ist das größte Theatergebäude Russlands. Nach 15 Jahren Bauzeit wurde es im Mai 1945 eingeweiht. Davor befindet sich ein riesiges Lenin Denkmal, ursprünglich für Berlin gedacht. Auf dem Weg zum Fluss erklärt Natascha alte Gebäude aus dem 19. Jh. und auch sehr moderne der heutigen Zeit. Wir besuchen die größte Kirche der Stadt, die Alexander-Nevskij Kathedrale. Sie sollte von den Bolschewiken gesprengt werden, doch das Mauerwerk hielt stand. Danach wurde sie dann lange Zeit zweckentfremdet. Der Innenraum ist heute mit kostbaren Ikonen und Bildern schön anzusehen. Es findet just ein kleiner Gottesdienst statt, ein Priester liest Bitten vor und vier Frauen singen mehrstimmig dazu. Da bekommen wir Gänsehaut.
Am Fluss befindet ein Denkmal von Zar Alexander III. Er hat den Bau der Eisenbahnlinie veranlasst. Außer der neuen Eisenbahnbrücke über den Fluss befindet sich hier noch ein altes Brückenteil. Die breite Promenade am Ob wird im Sommer gerne zum Flanieren genutzt. Seit 1979 gibt es eine Metro. Sie verbindet die Stadtteile die links und rechts vom Ob liegen und befördert 70 Mio. Passagiere jährlich.
Der Regen hat inzwischen aufgehört. Wir nehmen den Bus Richtung Markthalle.
Eine kleine Stärkung und Aufwärmen im Café Schneider, einer deutschen Bäckerei. Wir schlemmen: Cappuccino, Apfelstrudel, Kirschgebäck und warme Köstlichkeiten. Die Preise sind dann fast so wie in Deutschland – aber die Speisen oberlecker.
Natascha beantwortet bereitwillig unsere Fragen.
Damit die Geburtenrate in Russland steigt, hat man für russische Frauen einen finanziellen Anreiz geschaffen. Umgerechnet 10.000 Euro gibt es bei dem 1. und 3. Kind. – zweckgebunden. Für den Kauf einer Wohnung, Ausbildung der Kinder oder Anrechnung für die Rente der Frau. Das gilt nur für russische Frauen und nicht für Gastarbeiterfrauen aus anderen Ländern. Die kommen reichlich, weil die Löhne in ihren Ländern geringer sind.
Rente: Frauen mit 55 und Männer mit 60 Jahren. Sie erhalten eine Durchschnittsrente von umgerechnet 180 €.
Verdienst: Ein Arbeiter verdient 450€ und ein Jurist im Staatsdienst 750€.
Großeltern betreuen in den langen Sommerferien und bei Krankheit die Enkelkinder. Pflegebedürftige Eltern werden von ihren Kindern gepflegt – Familienleben wird groß geschrieben.
Reisen: Junge Leute reisen gerne nach Thailand und Türkei, kein Visum erforderlich. Wie auch in Europa, ist den jungen Leuten das Reisen wichtig.
Unsere vereinbarte Zeit ist rum und Natascha verabschiedet sich von uns. Hier ihre Mail-Adresse: natacha.hoppe@yandex.ru Wir können Natascha als Stadtführerin sehr empfehlen.
Für uns steht noch ein Besuch der Markhalle an. Diese bietet eine große Auswahl an Obst, Gemüse, Milchprodukten, Fleisch, Wurst, Fisch und Trockenfrüchten. Alles sehr appetitlich und frisch.
Um 14.30 Uhr geht es weiter auf dem Sibirien Highway. Wir übernachten in dem kleinen Dorf Poperetschnoe. Ein kleiner Abendspaziergang durch den Ort. Hunde kläffen hinter Holzzäunen, etliche Holzhäuser bedürfen einer Renovierung. Es ist lange hell und bald kommen die ersten Jugendlichen. Bei Christiane stehen etliche Mädchen und informieren sich. Auch hier läuft das Gespräch mit dem Handyübersetzer. In der Schule haben sie Deutsch- und Englischunterricht. Aber sie sind zu schüchtern die Sprachen anzuwenden. Zum Schluss möchten sie wissen, ob russische Mädchen schön aussehen? „Ja“, sagt Christiane und die Mädchen freuen sich. Die jungen Männer kommen später, mit viel Lärm. Laute Musik dröhnt aus einem Auto. Peter bittet um Ruhe, denn die meisten von uns liegen um 22 Uhr schon in ihren Betten. Selfies werden gemacht und ein wenig übers Handy Fragen beantwortet. Um 23 Uhr sind sie wieder da, haben noch Freunde mitgebracht. Werner und Peter werden fotografiert und sie beantworten weitere Fragen. Nun Ruhe!!!! Doch sie schleichen weiterhin um unser Auto, klopfen an unsere Tür. Wir stellen uns stumm. Doch erst um 1.30 Uhr ziehen sie endgültig ab. Die Nacht wird für uns recht kurz. Doch was kann man als Jugendlichen hier erleben? Die nächste Stadt liegt 50 km entfernt. Da sind Touristen eine erfreuliche Abwechslung.
Der kleine Supermarkt gegenüber: Hinter einer Stahltür verbringt sich ein kleines Einkaufsparadies. Von Lebensmittel, Getränken (mit und ohne Alkohol), Kosmetik, Haushaltwaren, Teppich, Nägeln, Bekleidung, Gummistiefel, Spielzeug, Schulmaterial, ein Kinderfahrrad – gibt es eigentlich alles, was die Dorfbevölkerung benötigt. Valentina spricht etwas deutsch, ihre Tochter lebt mit Mann und Kindern in Bayern. Ich kaufe einen Tortenboden. Bei nächster Gelegenheit gibt es Schüttelkuchen.


   |   Tages KM: 185   |   GPS Nord: 55°30'23"   |   GPS Ost: 84°59'10"

Dienstag, 5.6 Poperetschnoe - Kritovo

Es ist der kälteste Frühling seit 50 Jahren, so sagte uns gestern Natascha. Und das bekommen wir auch heute zu spüren: es ist kalt und regnerisch. Wann kommt endlich die Sonne? Unsere gestern noch so sauberen Mobile sind am Abend total eingedreckt.
Heute wollen wir um die 400 km schaffen, es sind keine Besichtigungen geplant. Wir umfahren die Stadt Kemerovo. Diese Stadt und Novokuznetsk haben unter der großen Luftverschmutzung der Metallindustrie zu leiden und die Ökologie hat es schwer. In diesem Gebiet wird Steinkohle abgebaut. 250 Mrd. t sollen noch unter der Erde lagern.
Davon südlich liegt das Altai. Mit seinen bis zu 2000m hohen Bergen ist es ein beliebtes Wintersportgebiet. Es gibt zahlreiche Skilifte und die Verkehrsanbindung ist sehr gut.
Unser Weg führt weiter Richtung Osten. Die leicht gebirgige Landschaft mit Tannenwäldern mutet ein wenig an wie im Schwarzwald. Unseren Stellplatz (von 2013+2016) erreichen wir gegen 17 Uhr. Wir vertreten uns noch ein wenig die Beine und ziehen uns dann in unsere Mobile zurück.
Heute keine Jugendlichen die uns besuchen. Nur über die 400 m entfernten Bahngleise rattern Züge. Ich zähle zum Einschlafen die Wagons 1- 2-3-4 ………


   |   Tages KM: 444   |   GPS Nord: 56°14'25   |   GPS Ost: 90°01'02

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Mittwoch, 6.6. Kritovo - Novoselovo

Auf den Tag genau sind wir heute 4 Wochen auf Reisen. Was haben wir nicht schon alles gesehen! Die nächsten 10 Tage wollen wir ein für uns neues Gebiet bereisen: die Republiken Chakkasien und Tuwa.
Nach Achinsk biegen wir nach Süden ab und dann immer den Enisey entlang. In Achinsk möchte wohl niemand von uns leben, rauchende Fabrikschlote und Abraumhalden wohin das Auge blickt.
Die Landschaft am Enisey ist sehr interessant und das Auge kann von den Anhöhen (wir kommen auf 700m) weit blicken. Nadelwälder gemischt mit Birkenwäldern, Schlüsselblumenwiesen, und Blumen, die mein Bestimmungsbuch nicht kennt. Es muss alles noch viel schöner aussehen, wenn die Sonne scheint.
Gegen Mittag klart es auf, die Sonne kommt raus und unser Stellplatz bei dem Ort Novoselovo ist erreicht. Von ihm haben wir einen wunderschönen Blick auf den Stausee. Wir genießen die warmen Sonnenstrahlen. Doch schon bald hören wir Donnergrollen und wenige Minuten später prasselt Regen auf unser Dach. Es erscheinen einige Neugierige mit ihrem PKW. Sie geben uns zu verstehen, dass es weiter unten am Stausee ruhiger und schöner wäre zu stehen. Peter und Brigitte fahren mit und nehmen den Platz in Augenschein. Leider total verschlammt und Hunde laufen frei herum. Nichts für uns. Da wollte wohl die Dame des Freizeitgeländes uns als zahlende Gäste wissen? So bleiben wir am alten Standort. Ein wenig später kommt die Dame wieder mit einer älteren Frau die deutsch spricht. Diese erklärt uns, dass nach Einbringen der Saat (und das ist jetzt beendet) die Männer in Trinklaune sind und alkoholisiert Auto fahren. Sie ist um unsere Sicherheit bemüht und möchte, dass wir um parken. Wir entscheiden uns für den kleinen Fährhafen und man führt uns dahin. Der Platz ist ausgezeichnet, hat eine feste Betondecke und liegt vom Ort entfernt. Wir plaudern noch ein wenig mit der deutschsprechenden Frau. Sie heißt Berta und ihre Mutter war eine Wolgadeutsche. Sie kann sogar im schwäbischen Dialekt schwätzen. Die Vorfahren kamen aus Schwaben. Wie ist doch die Welt so klein!!!
Wissenswertes: In Sibirien gibt es über 50.000 Flüsse. Hier verlaufen 5 der 12 größten Flüsse der Welt: Irtys 4248 km, Ob (einschl. Katum) 4338 km, Enisey 4102 km, Lena 4400 km und Amur 4440 km.


   |   Tages KM: 339   |   GPS Nord: 55°00'04   |   GPS Ost: 90°59'16

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Donnerstag, 7.6. Novoselovo - Abakan

Nebel hängt über dem Enisey. Selbst im Sommer steigt die Wassertemperatur nicht über 8°C an.
Eine völlig neue Landschaft breitet sich vor uns aus. Wir fahren durch weite Täler, die von höheren Bergen (500m) begrenzt werden. Wenig Baumbestand, viel Grünflächen, dann wieder Steppengras und an anderer Stelle weite Ackerflächen. Wir sehen viele Blumen am Wegesrand: weiße Anemonen, blaue Iris und gelber Löwenzahn. Die Sonne lässt alles leuchtender erstrahlen.
Wir nähern uns der Hauptstadt von Chakkasien, Abakan. Ein Großeinkauf ist fällig. Die gute Sortierung macht uns die Entscheidung schwer – unsere Kühlschränke sind einfach zu klein.
Erster Stopp ist der „Garten der Träume“, im Hintergrund die 7 goldenen Kuppeln der Verklärungskathedrale. Im Innenstadtbereich parken wir am Park des Sieges und laufen die Hauptgeschäftsstr. (Leninstraße) entlang. Regierungs- und Universitätsgebäude, so gut wie keine Modegeschäfte. Da wir die hochsommerlichen Temperaturen so gar nicht mehr gewohnt sind, zieht es uns ans Wasser.
Schon bald hinter Abakan, an dem Fluss Abakan, finden wir ein ruhiges Plätzchen. Bereits am Abend steht einstimmig unser Entschluss fest: Hier wollen wir noch einen weiteren Tag bleiben!!!
Die Kuh Herde, die man abends und morgens an uns vorbeitreibt wundern sich über uns „Rindviecher“ – putzen wir doch an so einem schönen Fleckchen erst einmal unsere Mobile.


   |   Tages KM: 217   |   GPS Nord: 53°39'40   |   GPS Ost: 91°27'02

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Freitag, 8.6. am Ufer des Abakan

Sonne pur, ausschlafen, Hausarbeiten und kleine Reparaturarbeiten. Brigitte holt ihr Angelzeug raus und versucht an mehreren Stellen ihr Glück. Ich bereite mit den Frauen gemeinsam den „Schüttelkuchen“ zu. Mittags werfen wir den Grill an und frönen dem Nichtstun. Holz fürs Lagerfeuer wird gesammelt und in den Abendstunden flackert lustig in Ufernähe ein Lagerfeuer.
Ein herrlich ruhiger Platz, vielleicht kommen wir auf der Rücktour wieder vorbei.


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Samstag, 9.6. Abakan - Tanzilei

Christiane und Werner wollen zum Sajano-Schuschenskoe-Wasserkraftwerk, dem größten Wasserkraftwerk Russlands. Die Staumauer ist 242 m hoch und 1066 m lang, 25 Jahre benötigte man für die Fertigstellung. 1988 wurde die Anlage in Betrieb genommen.
Wir anderen fahren zum Freilichtmuseum in Schuschenskoe. Der Ort wurde vor allem durch Lenin berühmt. Er war hier von 1897-1900 in Verbannung. Um sein damaliges Holz-Wohnhaus ist eine kleine Museumsanlage entstanden und wurde 1970 eröffnet. 33 rekonstruierte Holzhäuser vermitteln Lebensumstände in einem sibirischen Dorf um 1900. Es gibt außer den eingerichteten Wohnhäusern u.a. verschiedene Handwerke, Krämerladen, Dorfkneipe, Verwaltung mit Polizeirevier und Gefängnis. Mit unserer deutschsprachigen Führung benötigen wir 1 ½ Stunden. Mit Erklärungen ist ein Museumsbesuch ein Erlebnis, weil unsere Begleitung viel Interessantes zu berichten weiß. So lag um 1900 der durchschnittliche Monatsverdienst bei 8 Rubel, eine Kuh kostete 15 Rubel, ein Eimer Wodka (12l) auch 8 Rubel. Gut verdienten der Krämer, Gastwirt, und Richter. Der Gerichtsschreiber das doppelte vom Richter, wie wir einem Aushang entnehmen können. In diesem Ort ging es durch den Handel vielen verhältnismäßig gut. Zum Schluss schlüpfen Redine, Gudrun und ich in russische Trachten und machen mit viel Gelächter Erinnerungsfotos. Schade, dass unsere Männer für eine Verkleidung nicht zu haben waren.
Nachdem wir an der Straße an einer Wasserstelle unsere Tanks wieder aufgefüllt haben, reisen wir weiter. Bimo will nach dem Museumsbesuch nachkommen.
Unterwegs erreicht uns ein Anruf von Bimo: Motor im Notlaufprogramm – das Fahrzeug zieht nicht. Leider wissen die Männer bei Elektronikproblemen auch keine Antwort. Brigitte googelt: Nächste Mercedes Werkstatt in Abakan. Bimo wird in Schuschenskoe übernachten und morgen die Werkstatt in Abakan aufsuchen.
Wir drücken Bimo alle Daumen und werden telefonisch in Kontakt bleiben.
Wir übernachten in Tanzybey.
Erfreulich: Unter dem Schutz der Polizei in Schuschenskoe werden Christiane und Werner hoffentlich eine ruhige Nacht verleben. Die Ordnungshüter ließen es sich nicht nehmen, die zwei an einen „bewachten“ Ort zu geleiten.


   |   Tages KM: 175   |   GPS Nord: 53°07'42   |   GPS Ost: 92°56'45

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Sonntag, 10.6. Tanzilei - Kysyl

Wir verbrachten eine sehr ruhige Nacht vor der Krankenstation im Ort. Morgens holt ein Rettungswagen die „Krankenschwester“ ab und nach kurzer Zeit sind alle wieder zurück. Während die Krankenschwester eines zusammenpackt, zeige ich den interessierten Sanitätern unser Mobil. Redine bringt den Sanitätern noch 2 Kartons Kleiderspenden für die ärmere Dorfbevölkerung.
Unser Weg führt über das West-Sajan-Gebirge - wo sich, wie man früher geglaubt hat, das Ende der Welt befinden soll. Wir befinden uns in der Taiga, dem größten geschlossenen Waldgebiet zwischen den Hängen des Sajan- und Altaigebirges. Taiga bedeutet auf burjatisch Baumgrenze. Wir kommen höher und höher, die Schneegrenze ist bei 1350m und der Pass bei 1472m erreicht. In blauen Seen spiegeln sich die Landschaften und Wolken, ein Bachlauf begleitet uns rauschend. Auf den Wiesen blühen Unmengen von Enzian, Trollblumen, Hornveilchen und Schlüsselblumen. Ich werfe mich in das Blumenmeer. Hier, könnt ihr mich auf der Rücktour wieder abholen! Die Weiterfahrt verläuft ohne Worte – wir sind ergriffen von dieser wunderschönen, so unberührten Landschaft. Kiefern, Lärchen und Birken, es geht bergab und wieder bergan.
Kiki meldet: Kraftstoffanzeige blinkt, wir benötigen eine Tankstelle. Auch wir nähern uns der Reserve. Oh je, nächste Tankstelle erst in 50 km. Das kann knapp werden, denn im Gebirge verbrauchen wir mehr. Nur wir haben einen vollen 20 l Reservekanister. Warum einige aus unserer Gruppe leere Kanister dabeihaben ist mir ein Rätsel. Brüderlich teilen wir mit Kiki und erreichen ohne Probleme die nächste Tankstelle in Turan.
Kaum haben wir die Grenze zur autonomen Republik Tuwa überschritten, ändert sich das Landschaftsbild gänzlich. Man hat das Gefühl, dass man sich in einer anderen Zeit befindet. Hunderte Kilometer von Steppen wechseln sich mit schroffen Gebirgslandschaften ab. Wir durchfahren ein sehr breites Tal. Mengen von gelben Ginstersträuchern zaubern Farbe ins Bild. Einige Streckenabschnitte mit Bauarbeiten.
Dann eine Polizeikontrolle. Wir alle werden in das Polizeigebäude gebeten, unsere Namen in einer Liste vermerkt und schon geht die Fahrt bei hochsommerlichen Temperaturen weiter.
Gegen 15 Uhr ist Kysyl, die Hauptstadt von Tuwa, erreicht. Wir parken vor dem Nationalmuseum. Hier wollen wir uns den „Skythen Goldschatz“ von Arzhaan I und Arzhaan II ansehen. Diese Königsgräber (aus der Zeit 900 v. Chr.) wurden vor noch gar nicht langer Zeit unter Erdhügeln entdeckt. Wir haben Glück, denn eine englisch sprechende Museumsmitarbeiterin begleitet uns durch die Ausstellung. Gudrun und Brigitte übersetzen. Über 22 Kilo Goldschmuck wurden gefunden. Nicht nur die Könige und deren Ehefrauen trugen Schmuck aus Gold, auch die vielen beigesetzten Pferde hatten Goldverzierungen auf der Stirn und in der Mähne. Die Mäntel der Könige/innen waren über und über mit kleinen figürlichen Goldknöpfen versehen. Stoffreste in unglaublich perfekter Ausführung lassen schließen, dass diese und andere Gegenstände aus entfernten Ländern hierher gelangten. Man nimmt an, dass Räuber schon vor den Ausgrabungen einige Gräber geplündert haben. Alles in allem eine sehr interessante Ausstellung.
Wir laufen die 1000 m zum geographischen Mittelpunkt Asiens. Eine schöne Uferpromenade führt am Enisey entlang zu einem buddhistischen Tempel. Die Tuwiner sind überwiegend Buddhisten. Dieser Glauben kam bereits im 18. Jh. nach Tuwa. Um 1920 gab es hier 20 Klöster, jetzt nur 2.
Abends parken wir vor dem Sportstation am Fluss. Die Besucher mit ihren PKW kommen und gehen. Wir hoffen auf eine ruhige Nacht.
Das fiel uns auf: Die Tuwiner sind sehr an unseren Fahrzeugen interessiert. Woher wir kommen und wohin wir wollen. Noro hat die meisten Besucher. MAN ist hier der Traum aller Träume und jeder möchte mit seinem Handy ein Selfie von sich und dem MAN machen. Die große Landkarte auf seiner Rückfront ist ein großer Anziehungspunkt.
Von Bimo haben wir gehört, dass sie eine Werkstatt in Krasnojarsk aufsuchen werden. Die Stadt haben sie nach 10 Stunden Fahrt im Notlaufprogramm erreicht.



   |   Tages KM: 248   |   GPS Nord: 51°43'29   |   GPS Ost: 94°26'50

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Montag, 11.6. Kysyl - Khuree Tempel

Keine ruhige Nacht. Weiterfahrt. Schon bald nach der Stadt fahren wir wieder durch ein endlos langes Tal. Kein Baumbewuchs, Steppengras, kahle schroffe Berge. Von Anhöhen erblicken wir den Enisey, an seinen Ufern Bäume und Sträucher.
Ein schönes Tor weist zum Jurten Camp “Bij-Chem“– eine andere Art von Hotel. In der bewachten Anlage stehen etliche Jurten (mit 2 Betten und Sanitärabtrennung oder Matratzenlager) und ein Jurten-Restaurant. Zu schön angelegten Aussichtspunkten führen Teppen und Wege. Für Aufführungen gibt es eine Bühne. Es ist Mittag und wir entscheiden uns für einen Restaurantbesuch. Die russische Karte hat für die warmen Speisen Abbildungen, Kaffee, Tee und Saft können wir auch lesen. Doch schon bei den Getränken (außer einigen Säften) heißt es: njet. Wir sind im Camp die einzigen Gäste. Was können wir an warmen Speisen bestellen und wie lange wird die Küche benötigen? Da essen wir lieber eine Kleinigkeit im Mobil und fahren weiter.
Der Straßenbelag ist die ersten 50 km gut, dann 150 km Rüttelpiste. Es ist unmöglich den vielen Schlaglöchern auszuweichen. An einigen Stellen ist der Teer Belag flüssig, wir haben 33°C. Wir durchfahren eine Steppenlandschaft und weiter oben im Gebirge Birken- und Lärchenwälder.
Auf einer Anhöhe (1360m) ein bedeutungsvoller Platz. Er ist einer der heiligsten und höchst verehrten Orte in Tuwa. 1992 wurde der Berg als starke Energiezone erkannt. Viele Schamanen kommen in diese Gegend, um Energie zu tanken und den Geist zu stärken und zu reinigen. Viele bunter Bänder und Schals schmücken den Pfahl um einen Ovoo und Bäume. Jedes Band bedeutet einen Wunsch. Ob die Wünsche alle in Erfüllung gehen?
Nach etlichen Schlaglöchern erreichen wir unser heutiges Ziel: den alten Tempel Ustuu-Khuree. Er war in seiner Art einzigartig und das Zentrum der buddhistischen Kultur. 1930 veranlasste die Sowjetunion seine Schließung und 1937 wurde er gesprengt. 1999 beschloss die russische Regierung hier einen neuen Tempel zu errichten. Viele Gläubige sind hier in der Anlage unterwegs. Die Gläubigen, die es sehr ernsthaft betreiben, legen sich flach auf eine Holzvorrichtung und verbeugen sich nach dem Aufstehen vor Buddha tief.
Wir übernachten vor dem Tempel. Und auch hier sind wir die Attraktion. Es werden Fotos mit der ganzen Familie und mit uns gemacht. Einige Personen wollen ohne zu fragen sofort in unsere Mobile einsteigen.
Wir wurden heute von einem PKW überholt und ausgebremst. Dann macht man freudestrahlend Selfies mit uns im Mobil. Solche Fahrzeuge hätten sie hier noch nie gesehen!!!
Wissenswertes: Ovoos sind Glücksbringer für Reisende. Im ganzen Land sieht man immer wieder auffällige Steinhaufen, meist einen bis zwei Meter hoch: an Ausfallstraßen und Pässen, auf Bergen und an Bäumen oder auch an Flüssen, Seen und Quellen. Es handelt sich um Ovoos, heilige Stätten, die Buddhisten errichtet haben, um eine gute Reise zu erflehen. Sie werden als Wohnsitze örtlicher Gottheiten und Geister angesehen. –mehr an anderer Stelle-


   |   Tages KM: 238   |   GPS Nord: 51°15'28   |   GPS Ost: 91°39'02

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Dienstag, 12.6. Khuree Tempel - Bol. On

Der schlechte Straßenbelag hindert uns am schnellen Fortkommen. 50 Flicken auf 10m.
Bevor wir in die höheren Bergregionen fahren, tanken Kiki und wir voll. Die Tankstellen hier in der Abgeschiedenheit sehen so aus wie vor 5 Jahren: Kassenhäuschen vergittert und nicht zu betreten. man muss das Geld/Visa mittels einer Schublade zum Kassierer schieben.
Mittagspause. 2 Radfahrer halten an. Dimitrie und Sergej aus Krasnojarsk. Sie kommen aus der Mongolei und müssen in 5 Tagen daheim sein. Der Urlaub ist vorbei, die Arbeit ruft. Dimitrie hat schon viele Länder mit dem Rad bereist, nächstes Jahr will er den Pamir-High-Way fahren. Sie sprechen ein wenig englisch und auf unserer Großwandlandkarte kann man wunderbar die Touren (ihre und unsere) zeigen. Wenn er Rentner ist, will er Europa per Rad bereisen. Dimitrie, bleib gesund bis dahin.
Wir sind nicht weit gekommen und wieder eine Polizeikontrolle. Pässe und Fahrzeugschein aushändigen. Dann will der eine Beamte zu uns ins Mobil steigen. Auf der oberen Stufe bleibt er stehen und schaut sich um und sagt: „kraziwi“, was so viel wie schön heißt. Dann steigt er zu Noro ins Mobil und holt sogleich seine 3 Kollegen. Redine weist energisch auf die Schuhe der Polizisten: ausziehen. Was sie auch tun. HK kommt ohne Kontrolle davon. Bei Kiki machen sie Fotos in der Sitzecke mit Schmusetieren. Was sollen wir davon halten? Schmunzeln.
Unsere Straße zum Pass steigt ständig bergan, Wiesen werden saftiger, Bäume zahlreicher.
Da, zwei Jurten am Wegesrand. Wir halten an. Einige Kinder und eine Frau schauen von der Jurte zu uns herüber. Da sind Redines Kinderbekleidungen an der richtigen Adresse. Peter schenkt dem Jungen einen Fußball. Die Frau bittet uns in ihre Jurte einzutreten. Auf kleinstem Raum wird gekocht, gewohnt und geschlafen. Doch alle scheinen zufrieden zu sein. Wir fragen ob wir fotografieren dürfen. Erst dann machen wir Bilder.
Dunkle Wolken über den Bergen vor uns. Noch vor dem Pass regnet es und Hagelkörner liegen am Wegesrand. Tiefe Pfützen, schlechter Straßenbelag, manchmal fehlt er gänzlich. Schneereste vom letzten Winter, dann ist der Pass auf 2.214 m erreicht. Der Regen hat sich verzogen, doch Donnergrollen in der Ferne verheißt nichts Gutes. Beweisfotos werden gemacht und dann geht es abwärts. Nach etwa 20 km soll sich das Camp der Schneeleoparden befinden. Dort wollen wir übernachten. Doch leider sind die letzten 2 km Anfahrt für unsere Fahrzeuge nicht zu schaffen. Wir suchen alle angestrengt nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Auf einer kleinen befestigten Wiese in Flussnähe finden wir ihn. Schmetterlinge, Trollblumen, eine Art Pfingstrosen, Frauenmantel – einer schöner Garten um uns herum.
Abends trommelt leise der Regen auf unsere Dächer.
Bimo hat sich gemeldet. Gestern hat man ihnen in einer Mercedes-PKW Werkstatt die Fehlermeldung ausgelesen: Turbolader Schlauch gerissen - an einer nicht einsehbaren Stelle. Der Schlauch muss in Deutschland bestellt werden und wird dann in eine Mercedes-Werkstatt nach Irkutsk geschickt, Lieferzeit 2 Wochen.
Bis wir in etwa 5 Tagen in Krasnojarsk eintreffen, wollen Werner und Chistiane wandern. Mit dieser Notreparatur trauen sie sich nicht in unsere abgeschiedene Bergregion.


   |   Tages KM: 228   |   GPS Nord: 51°58'08   |   GPS Ost: 89°48'06

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Mittwoch, 13.6. Bol. On - Abakan

Alle haben wir gut in dieser Abgeschiedenheit geschlafen.
Weiter geht es am Fluss entlang, gesäumt von Birken und Weiden. Wir durchfahren ein enges Tal, weiter oben Nadelwald. Es ist hier sehr einsam, es begegnen uns nur 3 Fahrzeuge. Für 90 km benötigen wir 2 Stunden, so schlecht ist der Straßenbelag. Blütenpracht, Akelei und Trollblumen am Wegesrand, das Tal wird breiter und nun erreichen uns auch die Sonnenstrahlen. Wir überqueren abenteuerliche Brücken und überlegen wie lange diese noch dem Verkehr standhalten. Ab Abaza wird endlich der Straßenbelag besser und wir kommen gut voran. In einem kleinen Open-Air-Museum kann man alte Felssteine mit Malereien aus der Zeit vor 5000 Jahren bewundern. Sie wurden aus der näheren Umgebung hierher geschafft. Leider kann der Führer nur russisch und so verstehen wir fast gar nichts. 30 Min. später sind wir on Tour. Nächster Halt ist ein Freilichtmuseum. Es gibt nur eine Hütte samt Einrichtung zu besichtigen und in einem separatem Gebäude eine Art „Opferstein“, eine schwangere Frau. Vor dem Stein liegen einige Opfergaben. Auch hier fehlt uns die Erklärung.
Als wir losfahren wollen, hat Noro eine Panne. Luft entweicht aus einem defekten Druckluftschlauch. Die Fehlersuche beginnt. Peter legt sich unters Mobil um die Sache in Augenschein zu nehmen. Die Männer beratschlagen. So kann Jann-Habbo nicht weiterfahren, denn ohne Druckluft funktionieren keine Bremsen. Es treten zwei russische Männer zu uns an die Mobile, Juri und Nikolai. Nikolai scheint ein wenig Ahnung zu haben und sucht gemeinsam mit Peter nach einer Lösung. Die Notreparatur glückt. Die Bremsen funktionieren, nur der Sitz lässt sich nicht hochfahren. So schaut Jann-Habbo wie ein „Geisterfahrer“ übers Lenkrad. Aber bis Abakan wird es gehen, dort befinden sich mit Sicherheit Werkstätten für die Reparatur.
Ich komme mit Juri ins Gespräch. Ich ein wenig russisch, er ein wenig deutsch. Das hat er vor über 40 Jahren in der Schule gelernt, aber nie angewendet. Jetzt, wo wir gemeinsam händeringend nach den richtigen Worten suchen, fallen ihm nach und nach einige ein. So klappt die Verständigung mittelmäßig, aber Juli strahlt über das ganze Gesicht.
Ihre zwei Frauen sind inzwischen auch da. Ihnen zeige ich auf der Landkarte unsere Reiseroute und holte dann mein Fotoalbum von Daheim raus. Gemeinsam schauen wir deutsche Wohnkultur. Viele Blumen aus meinem Garten können sie auch mit Namen benennen.
Nach gelungener Reparatur überreichen wir Gastgeschenke aus Deutschland (Tee und Gebäck) und bekommen russische Spezialitäten zurück. Das ist wahre russische Gastfreundschaft und mit danke und spaziba gehen wir nach einigen herzlichen Umarmungen auseinander.
Wir fahren noch etwa 100 km bis Abakan zu unserem „alten“ Stellplatz am Fluss. Wir relaxen, kochen Abendessen und Peter hat über 100 Bilder zu bearbeiten. Na ja, und ich muss auch die Erlebnisse von heute festhalten.
Nach und nach werde ich unsere Reiseteilnehmer vorstellen. Heute Rosemarie und Harald. Sie verfolgen unsere Reise per www.pumare.de und wären so gerne mit uns gereist. Doch die russischen Behörden wollten ihren Fehler von 2016 an der Grenze nicht eingestehen. Sie durften nicht einreisen.
Rosemarie wurde 1941 in Esslingen geboren. Sie war als Hotelsekretärin tätig. Harald, wurde 1948 im Spessart geboren. Nach einer Lehre zum Einzelhandels-Kaufmann wurde er Verkaufsleiter für BIO-Säfte. Sie haben eine Tochter und einen Sohn, sowie eine Enkeltochter. Mit ihnen reist Hund Ronja. Sie reisen sehr gerne und haben schon viele Länder erleben können.
Von Amerika bis Mexico und in Afrika haben sie Marokko, Mauretanien und den Senegal bereist. Bereits 2016 waren sie mit uns am Baikalsee, in der Mongolei, Kirgistan und Kasachstan.
Ihr Motto: Reisen ist tödlich für Vorurteile!
Sie sind jetzt notgedrungen in Finnland und Norwegen unterwegs, wir wünschen Ihnen eine gute Reise und freuen uns auf ein Wiedersehen!



   |   Tages KM: 292   |   GPS Nord: 53°39'40   |   GPS Ost: 91°27'02

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Donnerstag, 14.6. Abakan - Novoselovo

Peter hat herausgefunden, dass die LKW-Werkstätten im Norden der Stadt liegen. Bereits um 7.30 Uhr sind wir mir Noro dahin unterwegs. Kiki und HK wollen später los, der heutige Übernachtungsplatz ist allen von der Anreise bekannt. Bereits an der Straße nach Abakan liegen einfache LKW-Werkstätten, diese fahren wir an. Es gibt einen Teilerfolg, Peter bekommt ein Ersatzteil mit2 Verteilern geschenkt. Dann würden Druckluft für Bremse und Sitze funktionieren – nur die Fanfare wäre ohne Funktion.
Während Noro und ich im Supermarkt einkaufen, nutzt Peter das starke Internet und aktualisiert unseren Reisebericht. Auf unserer Weiterfahrt entdecken wir eine weitere Werkstatt und halten dort. Peter zeigt das defekte Teil, sie haben das passende Teil nicht auf Lager, können uns aber den Weg zu einem Autozubehörlieferanten ganz in der Nähe weisen. Das Teil ist vorrätig und einen passenden Schlauch nehmen sie vorsichthalber auch mit, umgerechnet 3.50 Euro kosten die Teile. Wir fahren zurück in die Werkstatt und man beginnt sofort mit der Reparatur. Als wir nach der Rechnung fragen, winkt der Inhaber Viktor ab. Nichts, auch kein Trinkgeld für die Mitarbeiter? Njet. Sogar Trinkwasser für unsere Mobile bekommen wir gratis.
Jann-Habbo freut sich wie ein „Schneekönig“, schaut er jetzt doch ein gewaltiges Stück größer aus hinter seinem Lenkrad. Für diese Reparatur haben wir 7 verschiedene Stellen angefahren. Um 12 Uhr können wir unsere Reise fortsetzten.
Obwohl die Strecke die gleiche wie auf der Hinfahrt ist, schaut es aus dieser Richtung wieder anders aus. Wir sind nun aus dem Waldgebiet heraus und es wird hügeliger. Wir durchfahren ein breites grünes Tal auf 250m Höhe, man kann viele Kilometer weit blicken. Bei den sommerlichen Temperaturen suchen auch die Kühe Schatten. Einige stehen unter dem Dach einer Bushaltestelle und es alles sieht besch… aus.
Unterwegs treffen wir HK, am Platz oberhalb der Fähre steht bereits Kiki und erwartet uns.
Es ist schwülwarm, wir hängen träge in unseren Stühlen und schauen den Fähren zu. Bestimmt gibt es noch ein Gewitter. Dann gegen 19 Uhr kommt urplötzlich Sturm auf, ein Sandsturm rast auf uns zu. Wir schließen schnell alle Fenster, packen in Windeseile Tische und Stühle in die Garage, die Tür reißt uns der Wind fast aus den Händen. Das Unwetter tobt fast 2 Stunden. Dann ist alles ruhig.
Doch bei unseren Mitreisenden ist alles dunkel – alle im Bett?


   |   Tages KM: 207   |   GPS Nord: 54°59'31   |   GPS Ost: 90°59'52

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Freitag, 15.6. Novoselovo - Divnogorsk

Der Wettersturz hat Temperaturen um 10°C mit sich gebracht. Die Wetteraussichten für die nächsten Tage: Regen. Müssen wir jetzt die Heizung wieder aktivieren? Einige von uns benötigen Wasser und nehmen den Weg durch das Dorf um nach einer Pumpe zu suchen. Der 2. Anlauf klappt. Wir tanken inzwischen Diesel. Höchstmenge an dieser Tankstelle 80 Liter, so der Aushang.
Nachricht von Ingrid und Reinhard. Sie sind jetzt in Wladiwostok. Dem Fahrzeug (Brummi) und ihnen geht es gut. Etwa 12.000 Kilometer sind es von Hamburg bis Wladiwostok. Bei 5 Wochen Anreise sind das täglich 350 km. Das hört sich gar nicht viel an. Doch bei 350 km und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/Std., sind es täglich 6 Stunden reine Fahrzeit. Besichtigungen, Kochen, Hausarbeiten und kleine Pannen als Verzögerung nicht berechnet.
Als wir an unserem bekannten Stellplatz ankommen, liegt Nebel über dem Enisey und es regnet. In einer Regenpause stiefeln einige von uns zur Brücke und Staumauer. Doch unterwegs fängt es erneut an zu regnen, völlig durchnässt kommen wir zurück.
Abends machen wir es uns in den Mobilen gemütlich. Später schaut die Polizei nach dem Rechten, Jann-Habbo und Peter reden mit den 2 Polizisten. Sie sprechen ein wenig englisch und waren nur neugierig.
Heute Informationen zu Ingrid und Reinhard.
Ingrid wurde 1952in Reinbek geboren. Sie war als Krankenschwester tätig. Reinhard wurde 1949 in Hamburg geboren. Er war als Elektroingenieur tätig. Sie sind 44 Jahre verheiratet und haben 3 erwachsene Töchter und leben in Glinde. Sie haben bereits viele Länder in Asien und Amerika bereist. Ihr Motto: Wer lächelt statt zu toben ist immer der Stärkere.


   |   Tages KM: 205   |   GPS Nord: 55°57'38   |   GPS Ost: 92°19'44

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Samstag, 16.6. Divnogorsk - Krasnojarsk

Regen, Regen, Regen. Es war vorgesehen, dass wir hier einen Tag mit Faulenzen verbringen. Doch bei Regen, was sollen wir da anfangen? Vielleicht am Nachmittag nach Krasnojarsk und uns die Stadt ansehen, und vorher gemeinsam Kaffee und Kuchen? Es liegen noch 2 Osttortenböden im Stau Fach. Gesagt, getan. Brigitte ist zeitig mit der Angel los. Doch egal, welchen Köder sie verwendet, es beißen keine Fische an.
Hurra, die Sonne kommt raus und wir können im Freien die Kaffeetafel aufbauen. Brigitte wird von 2 Bootsbesitzern zu einer Spritztour auf dem Enisey eingeladen. Der Stellplatz füllt sich mit Einheimischen, einige haben Mut und sprechen uns an. Die Russen sind zurückhaltender als die Chakassen und Tuwiner.
Bimo meldet sich aus Krasnojarsk. Heute gutes Wetter für eine Seilbahnfahrt, fährt bis 20.30 Uhr.
Schnell ist alles verstaut und wir können los. Wir treffen an der Seilbahn Christiane und Werner.
Brigitte sagt für Morgen 9 Stunden Sonnenschein voraus, da machen wir doch morgen die Seilbahnfahrt. Werner weiß einen schönen Stellplatz in einem abgelegenen Tal. Doch was ist da heute los? Fast das ganze Tal ist vollgeparkt. Wir kehren um und parken am Straßenrand an der Straße zur Seilbahn. Ob es laut wird in der Nacht? In der nahen Gaststätte gehen wir ein Bier trinken. WM-Fußballübertragung im Fernsehen: Island gegen Argentinien. Das Spiel endet 1:1, Brigitte und Jann-Habbo sind voll in ihrem Element.



   |   Tages KM: 45   |   GPS Nord: 55°58'02   |   GPS Ost: 92°47'23

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Sonntag, 17.6. Krasnojarsk

Am Vormittag besichtigen wir Krasnojarsk. Der Name bedeutet so viel wie: roter Abgrund. Die felsigen Hügel am Eniseyufer haben eine rote Farbe. Krasnojarsk ist nach Novosibirsk und Omsk die drittgrößte Stadt Sibiriens. Sie ist nicht nur ein bedeutendes Zentrum der russ. Schwerindustrie, Atomwirtschaft und Energetik, sondern auch wichtiger Hochschulort. Es gibt mit viele Museen und Theater.
Wir parken für die Stadtbesichtigung auf der Insel am Sportstadium. Gleich hinter der Brücke begrüßt uns eine Art Big-Ben mit Rathaus und das Opernhaus. Wir laufen eine der Hauptstraßen, den Prospekt Mira, entlang bis zum Fluss. Alte Holz- und Steinhäuser aus dem vergangenen Jahrhundert, Geschäfte, Banken, Hotels, Restaurants und Theater befinden sich an dieser Straße. Blickfang am Ende ist ein Triumphbogen vor der Philharmonie. Ein Gottesdienst in der größten Kirche der Stadt, vermittelt uns die starke Religiosität der Bevölkerung. Viele junge Leute, die andächtig mitsingen und sich bekreuzigen. Mehrstimmiger Chorgesang, so sollte es auch in unseren Kirchen sein.
Mit Taxis fahren wir zum Platz der Revolution. Hier befinden sich noch einige sehenswerte Gebäude.
Christiane berichtet, dass am 12. Juni, dem Nationalfeiertag von Russland an vielen Plätzen Live-Konzerte und Gesangseinlagen stattfanden. Die Musikdarbietungen haben ihr sehr gefallen.
Hunger stellt sich ein. In unserem Reiseführer ist das Restaurant „Svinja i biser“ (übersetzt Perlen vor die Säue) lobenswert erwähnt. Wer immer sich den Namen ausgedacht hat, wir können das Lokal nur wärmstens weiterempfehlen. Der Service 1a und die Gerichte exzellent. Danke, liebe Brigitte und Rolf für die Einladung.
Am Nachmittag fahren wir mit der Seilbahn in den Nationalpark Stolby, dem Nacherholungszentrum der Krasnojarsker. „Stolby“ bedeutet so viel wie Pfähle. Über 80 rötliche Granitfelsen befinden sich hier an den Ausläufern des Sajangebirges. Es wirkt ein wenig wie Elbsandsteingebirge auf uns.
Am Abend verfolgen wir in der nahen Gaststätte das Spiel Deutschland gegen Mexico. Mexico gewinnt 1:0. Da haben wohl meine Deutschlandflaggen nicht geholfen!


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Montag, 18.6. Krasnojarsk - Taischet am Fluß Birjußa

Es wird hügeliger nachdem wir die Stadt verlassen haben. Von der Bergkuppe auf 400 m geht weit der Blick – Weideland mit Birkengruppen, Blumen am Wegesrand in lila, weiß und gelb. Sonnenschein pur über allem. Bereits um 10 Uhr haben wir 23°C, das wird ein warmer Tag!
Werner versucht uns telefonisch zu erreichen. Die Notreparatur hat sich nicht bewährt, sein Reisemobil läuft wieder im Notlaufprogramm. Er fährt zur Werkstatt zurück.
Vor uns liegt eine Tagesetappe von 400 km, dann erwartet uns ein freier Stellplatz am Fluss. Sibirien ist keinesfalls so flach wie angenommen. Es geht bergauf und bergab. Wir durchfahren Straßendörfer mit sehr baufälligen Holzhäusern. Doch vor fast jedem Haus steht eine kleine Bank. Dann, 50 km vor unserem Ziel weiße Schmetterlinge überall. Am Straßenrand, in der Luft und leider auch auf unserer Windschutzscheibe!
17 Uhr, noch ist unser Stellplatz von Einheimischen belegt. Aber das ändert sich, denn sobald es dunkler wird, verschwinden die Besucher nach und nach. Auch wir haben unsere Stühle herausgeholt und relaxen im Abendsonnenschein. Doch nicht lange, Mücken umschwärmen uns. Da helfen selbst Mückenspray und Räucherspiralen nicht wirklich.
Wir haben unsere Uhren um eine weitere Stunde vorgestellt, jetzt 6 Stunden Unterschied zu Daheim.




   |   Tages KM: 393   |   GPS Nord: 56°00'23   |   GPS Ost: 97°52'58

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Dienstag, 19.6. Taischet - Uk

Wäsche flattert lustig im Wind. Kühe kommen neugierig herbei und schlürfen Redines Spülwasser.
Wir Frauen bereiten das Mittagessen vor. Es soll „Pickert“ geben, eine Art Pfannkuchen aus geriebenen rohen Kartoffeln, Mehl, Eiern, Hefe und Rosinen. In der warmen Fahrerhauskabine hat der Teig nun 1 ½ Stunden Zeit zum Gehen. Die Männer putzen, reparieren oder lesen.
Der Fluss Biryusa hat eine starke Strömung. Brigitte hat bis nachts um 11 Uhr gefischt und keinen Fisch erwischt!
12.30 Uhr, der Teig ist fertig und das Braten im Freien kann beginnen. Peter ist „Pickert“ König, er verdrückt 7 Stück. Nach dem Abwasch ist Ruhepause, in der Sonne oder im Schatten. Die Ruhe währt nicht lange, zwei junge Männer parken direkt neben Kiki ein. Die Männer drehen laute Musik auf und ziehen mit Bierdosen in der Hand mal von dem einen zum anderen Mobil. Wir haben keine Lust auf Musik und Männer die bereits mittags angetrunken sind. Peter versucht den Männern klar zu machen, dass wir unsere Ruhe wollen. Hilft nichts. Dann zieht er den Stick aus dem Radio und Ruhe ist. Es dauert noch eine Weile bis die Männer genervt in ihr Auto steigen und davonbrausen. 0 Promille in Russland, aber nicht für alle.
Es schaut nach Regen aus. Lagebesprechung mit der Gruppe: fahren oder bleiben. Sollte hier der Boden durch Regen aufweichen, wie kommen wir dann aus der Matsche heraus?
Wir wollen weiter. Schnell sind die Siebensachen gepackt. Über einen miserablen Feldweg fahren wir gen Hauptstraße. Der Boden hat sehr tiefe Fahrrinnen. Da passiert es: Kiki sitzt mit einem Hinterrad fest und ein Vorderrad hängt in der Luft. Sie fahren als letzte in der Gruppe. Über Funk werden wir alle informiert und halten. Zwei russische Frauen haben inzwischen ihre Fahrzeuge gestoppt, sich eine Schaufel aus dem Kofferraum geholt und graben nun unter der Stoßstange den Erdhügel ab. Alles schieben hilft nichts. Wir bekommen Kiki nicht flott. Peter holt unser Abschleppseil, Jann-Habbo fährt rückwärts an die Unglücksstelle. Dann spannt Noro sich vor Kiki. Ein kurzer Ruck und schon hat Kiki freie Fahrt. Überschwänglich umarmen sich alle. Brigitte spendiert für die tüchtigen russischen Frauen, Irina und Katharina, eine Flasche Champagner. Foto mit allen Teilnehmern, unseren Flyer überreicht und schon geht es weiter.
123 Kilometer sind es bis zu dem uns unbekannten Stellplatz. Es ist bereits 18 Uhr, aber es wird noch lange hell sein. In der späten Abendsonne ist es angenehm zu fahren, es ist nicht mehr so heiß. Es geht bergauf und bergab, durch einige Baustellen und nach 2 Stunden Fahrzeit zweigen wir zum Stellplatz ab. Über eine Schotterstraße durch das ganze Dorf, kein geeigneter Stellplatz weit und breit. Da, hinter den Bäumen schaut eine Kirchturmspitze hervor, ist da was möglich? Doch vor einer maroden Holzbrücke ist vorläufig Schluss. Die Männer nehmen die Brücke in Augenschein. Sollen wir, oder sollen wir nicht? Ich will nicht. Was ist, wenn die Brücke unter uns zusammenbricht?
Alles fährt rückwärts bis zum kleinen Dorfkrämer. Die zwei Verkäuferinnen wollen just den Laden abschließen. Ich frage ob wir hier eine Nacht bleiben dürfen. Die Antwort lautet njet, Übernachtung in der nächsten Stadt. Bitte, wir sind den ganzen Tag gefahren und so müde, morgen wollen wir nach Irkutsk und dann an den Baikal. Damit erweichen wir Tatjanas Herz und dürfen vor dem kleinen Laden einparken. Anhand unseres Flyers erkläre ich Tatjana unsere Tour und bald danach sind wir alle in unseren Mobilen verschwunden.
Die Zeitumstellung, die hochsommerlichen Temperaturen und die Stellplatzsucherei – wir sind alle hundemüde.



   |   Tages KM: 141   |   GPS Nord: 55°04'18   |   GPS Ost: 98°51'14

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Mittwoch, 20.6. Uk - Kimeltey

Die ganze Nacht hörten wir das Rattern der Züge. Die Bahngleise verlaufen etwa 400 m von uns entfernt. Morgens wachen wir gerädert auf.
Im kleinen Dorfsupermarkt gibt es alles oder nichts. Ich kaufe einen Likör aus den Beeren des Faulbaums, dieser Baum wächst nur in Sibirien. Für Werner, der heute Geburtstag hat, kaufe ich Kerzen für den Geburtstagskuchen. Dann erklärt mir die nette Verkäuferin Luda den Abakus – eine Rechenmaschine, die ohne Batterien oder Strom funktioniert
Die heutige Strecke ist landschaftlich recht eintönig. Sie besteht überwiegend aus Birken und Kiefern. Das einzig Auffällige sind die farbigen Plastikblumen auf den Erinnerungsgedenksteinen und -kreuzen der Unfalltoten.
Heute ist Tag der Baustellen. Ab Mittag wechselt eine Baustelle die andere ab. Wir kommen nur langsam voran. Es ist schwülwarm und sicherlich gibt es noch ein Gewitter. Heute fährt erstmalig jeder für sich. Nach und nach treffen wir am Stellplatz am Fluss (2016) ein. Vor den Mobilen noch ein wenig austauschen und ein kleiner Umtrunk. Dann ist es wieder Zeit zum Kochen und der Reisebericht ist seit 3 Tagen im Rückstand.
Heute im Stau: 2 junge Männer auf einem Motorrand mit spanischem Kennzeichen. Sie kommen aus Benidorm und wollen zum Baikal, weiter bis Ulan Bator (Mongolei) und nach Irkutsk zurück. Von dort mit dem Flieger in die Heimat. Das Motorrad bleibt bis zur Weiterfahrt im nächsten Sommer in Russland. Dann wollen sie Richtung Japan weiterfahren. Seit 18 Tagen sind sie unterwegs. Wieviel Kilometer mögen sie täglich zurücklegen?
Abends erreicht uns das erwartete Gewitter und es fängt an zu regnen.


   |   Tages KM: 267   |   GPS Nord: 54°07'54   |   GPS Ost: 101°58'25

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Donnerstag, 21.6. Kimeltey - Irkutsk

280 km sind es bis zum Stellplatz an der Angara. Es regnet sich ein. Die Baustellen sind eine einzige „Schlammpiste“. Dementsprechend wird der unbefestigte Platz an der Angara aussehen. Also, ab in die Stadt Irkutsk: Shopping im Einkaufszentrum Komsomoll. Der riesengroße Supermarkt hat alles was wir begehren.
Bei der Mittagsrast steht Heidelore vor uns. Sie war bereits schon auf Olchon und in der Mongolei gewesen. Total begeistert erzählt sie von den netten Begegnungen unterwegs. Diese Reise ist ihre absolute Traumreise. Sie ist auf dem Weg nach Kasachstan und will dort Reisebekannte treffen. In der Türkei plant sie in Cirali sich vom dem Fahrstress der Reise zu erholen. Weiterhin gute Reise Heidelore!
Nach einem Einkauferlebnis im riesengroßen Supermarkt steht Bimo neben unseren Mobilen. Sie sind gerast wie die „Teufel“ um uns einzuholen, seit gestern 14 Uhr über 1000 km.
Wir parken um auf die „Insel“ beim Eisenbahnmuseum. Einige erkundigen sich nach der Möglichkeit hier über Nacht zu parken. Morgen wollen in Erfahrung bringen, ob wir am Hotel Irkutsk die nächsten 3 Tage stehen können. Dort stehen die meisten Gruppen.



   |   Tages KM: 298   |   GPS Nord: 52°16'07   |   GPS Ost: 104°17'02

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Freitag, 22.6. Irkutsk

Irkutsk nennt man auch das Paris des Ostens. Da wir schon bereits zweimal hier waren, ist uns vieles vertraut. Am Vormittag erhalten wir im Hotel Irkutsk die für uns erforderlichen Informationen. Wir können morgen, am Samstag, ab 11 Uhr die Parkplätze hinter dem Hotel benutzen. Eine Übernachtung kostet 700 Rubel pro Mobil, incl. Duschen und Strom. Sie werden auch die für uns erforderliche Registrierung vornehmen. Wer länger als 3 Tage an einem Ort in Russland verweilt, muss sich bei einer Behörde registrieren lassen.
Danach spazieren wir ins Zentrum. Dort befinden sich die wichtigsten Einkaufsstraßen, eine Fußgängerzone und die Markthalle. Doch ein Straßencafé mit Plätzen im Freien, das finden wir hier nicht. Unsere Gruppe trennt sich und jeder geht nach seinen Interessen nach.
Peter und ich laufen den langen Weg zum Diagnostik-Zentrum, um dort für mich einen Untersuchungstermin zu holen. An der Rezeption versteht man mich mangels Sprachkenntnisse nicht. Aber ein junger Arzt mit Englischkenntnissen ist bald zur Stelle. Morgen um 10.40 Uhr soll ich mich einfinden. Marina will für mich eine Dolmetscherin finden die mich zur Untersuchung begleitet. Am Abend erfahre ich mehr, gegen 21 Uhr kommen Marina und Vladimir zu unseren Mobilen.
Den Nachmittag verbringen wir bei den Mobilen. Der Geburtstagskuchen von Werner wird verspeist, Obstkuchen aus der Bäckerei im Supermarkt. Und obendrauf einen riesigen Klacks Sahne. Was kann es uns wieder gut gehen!
Heute bleiben unsere Küchen sauber. Das Restaurant vor 2 Jahren haben wir gefunden. Auch in diesem Jahr enttäuschen uns die leckeren Gerichte nicht. Danke Jann-Habbo und Redine für die Einladung, gut gekocht!
Am Platz erwarten uns bereits Marina und Vladimir. Sie haben jetzt ein Auto. Die Mengen, die wir an Wäsche und Kleiderspenden bereithalten, passen unmöglich in das Fahrzeug. So begleiten wir die beiden mit unserem Mobil. Peter mit Marina als Beifahrerin und ich mit Vladimir. Da das Fahrzeug ein Rechtslenker ist, und Vladimir ein rasanter Fahrer, bin ich oft in Versuchung zu bremsen. Und wo bitte ist mein Lenkrad?
In ihrem Zuhause tauschen wir uns noch eine Weile aus. Bis einschließlich Dienstag werden wir einiges mit Marina unternehmen. Um 23 Uhr wird es Zeit uns zu verabschieden. Ich zähle 11 Wäschesäcke zum Waschen. Da wird Marina aber zu tun haben!!!
Für morgen hat Marina für mich eine Begleitung organisiert. Die junge Frau heißt Albina und wird mich mit dem Taxi abholen.



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Samstag, 23.6. Irkutsk - Hotel Irkutsk

Am Vormittag ziehen wir um, auf die Parkplätze beim Hotel Irkutsk.
Ich fahre mit Albina im Taxi zu meinem Arzttermin. Im Taxi erkläre ich Albina meine gesundheitlichen Probleme. Seit einiger Zeit Schmerzen im Oberbauch. Mal mehr, mal weniger. Besonders machen mir tiefe Bodenwellen während der Fahrt zu schaffen, wenn unser Fahrzeug urplötzlich einen Satz macht. Ich möchte das Problem abgeklärt wissen bevor wir Mitte Juli in die Mongolei einreisen. Albina ist 22 Jahre alt und spricht perfekt deutsch. Vor kurzem war sie für 3 Monate in Meißen als „muttersprachliche“ Lehrerunterstützung, Russischunterricht an einem Gymnasium. In der Klink werden meine Daten erfasst, dann muss ich 1000 Rubel (umgerechnet 15 €) an der Kasse für die Behandlung einzahlen. Vor dem Behandlungszimmer nehmen wir Platz. Nach 15 Min ruft man uns herein. Zwei junge Ärztinnen erwarten uns. Nachdem Albina alles vorgetragen hat, werde ich routinemäßig untersucht: Blutdruck, Puls, Gewicht und Größe. Dann tastet die eine Ärztin meinen Bauch ab – nichts Auffälliges. Sie meint, dass vielleicht langes Sitzen und die damit verbundene Einengung der inneren Organe mein Problem sind. Ja, wir bewegen uns tatsächlich zu wenig. Für 14 Tage verordnet man Tabletten und eine leichte Ernährungsumstellung. Sollten nach unserem Abstecher zum Baikal die Schmerzen noch nicht weg sein, dann werden weitere Untersuchungen erforderlich sein. In der Krankenhausapotheke werden mir die Medikamente ausgehändigt. Umgerechnet 50 Euro muss ich bezahlen. Was ist es doch für ein Luxus in Deutschland krankenversichert zu sein, und gegen geringe Zuzahlung Anspruch auf Medikamente zu haben. In einem Café erklärt mir Albina die Medikamente und die Einnahme. Weder die Ärzte noch die Apotheke klärten die Patienten auf. Liebe Albina, danke für deine Begleitung.
Albina würde gerne als Fremdenführerin arbeiten, doch diese Jobs sind hier sehr rar und es gibt nicht so viele deutsche Touristen. Reiseleiter mit chinesischen Sprachkenntnissen werden händeringend gesucht. Touristen aus China und Korea bevölkern die Straßen von Irkutsk. Man erkennt sie bei Sonnenschein an den aufgespannten Schirmen.
Als ich am Hotel Irkutsk eintreffe, ist es bereits Mittag vorbei. Wir entscheiden uns für einen Stadtbummel, Bewegung wurde mir verordnet.
Abends sitzen wir noch vor den Mobilen und besprechen den morgigen Tag. Alle, außer uns, machen einen Ausflug mit dem Zug auf der alten Baikaltrasse. Marina wird die Reiseleitung im Zug sein. Peter und ich haben diesen Ausflug bereits 2013 und 2016 unternommen. Wir werden uns das Museum der Dekabristen anschauen.


   |   Tages KM: 4   |   GPS Nord: 52°16'57   |   GPS Ost: 104°16'25

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Sonntag, 24.6. Irkutsk - Transibirische Eisenbahn

Die Teilnehmer der Eisenbahnfahrt müssen zeitig aufstehen. Bereits um 7.30 Uhr startet der Zug. Aufregung, denn Marina ruft uns kurz vor Abfahrt des Zuges an: „Wo bleiben die Teilnehmer?“. Telefonate ergeben, dass sie bereits im Zug auf den reservierten Plätzen sitzen. Noch einmal gutgegangen.
Ich habe um 10 Uhr (es ist Sonntag!), einen Friseurtermin im Hotel. Für scheiden, waschen und föhnen bezahle ich 1000 Rubel. Bald danach brechen wir zu Fuß zum Museum der Dekabristen auf. Die 4 Kilometer ziehen sich, zumal es sehr warm ist.
Etwas zur Geschichte der Dekabristen. Der Name wurde abgeleitet vom Dezember-Aufstand am 14.12.1825 (Dezember = Dekabr). 2000 Adlige und Offiziere wollten den Zar am 14.12.1825 stürzen. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, 579 Personen verhaftet und vor Gericht gestellt. Einige von ihnen wurden hingerichtet und 121 Personen zur Zwangsarbeit nach Sibirien verbannt – lebenslänglich. Alle Besitztümer und Titel wurden aberkannt. Freiwillig folgten den Dekabristen auch 11 ihrer Ehefrauen, u.a. Prinzessin Maria Wolkonskaja, sie war erst kurze Zeit mit dem Fürsten Sergej Wolkonskij verheiratet. Ihr erstgeborenes Kind mussten sie bei Verwandten in St. Petersburg lassen.
Die Silberbergwerke hinter dem Baikal waren die ersten Bestimmungsorte der Dekabristen. Wegen guter Führung konnten sie schon bald den Ort ihrer Verbannung wählen. Irkutsk wurde zur 2. Heimat für viele Dekabristen. In den Häusern der Familien Volkonskij und Trubeckoj fanden Bälle, Konzerte und Lesungen statt. Die Familien nahmen so Einfluss auf das kulturelle Leben. Im 19. Jh. hatte Irkutsk 20T Einwohner. Mir hat besonders das liebevoll eingerichtete Haus der Fürsten Volkonskij gefallen. Fünftausend Bücher standen (vor dem Feuer) in der Bibliothek, im Wintergarten gab es Zitronenbäume und andere südländische Pflanzen. Die Fürstin kam aus Odessa und ihr Bruder schickte ihr Blumensamen. Die Kinder der Fürstenfamilie wurden mehrsprachig von den Eltern und Hauslehrern unterrichtet. Die Frauen fertigten in ihrer Freizeit kunstvolle Stickereien an. Kleine Bilder und Gebrauchsgegenstände sind ausgestellt. 1856 wurden die meisten Nachkommen der Dekabristen vom Zar Alex II begnadet.
In jedem Zimmer des Museums liegen in mehreren Sprachen (auch deutsch) Erklärungen aus. Das Museum war für mich durch diese Erklärungen sehr interessant.
Am Abend erzählen uns die Zugfahrer von ihren Erlebnissen. Hans und Gudrun berichten.
Heute mussten wir früh aufstehen, denn es war eine Tagesfahrt mit der Baikalbahn angesagt. Zum Bahnhof mussten wir 2 Taxis nehmen, die wir tags zuvor übers Hotel bestellt hatten. Da Monika und Peter nicht mitkamen, reichten 2 Taxis. Allein die Taxifahrt war schon abenteuerlich. Der Fahrer raste wie verrückt, spielte mit seinem Handy und fuhr einen Umweg.
Am Bahnhof warteten schon hunderte von Touristen auf den Zug. Leider trafen wir Marina nicht, so stiegen wir in den Zug und warteten. Marina wartete allerdings vor dem Eingang auf uns. Sie war stolz auf uns, dass wir den Weg allein gefunden hatten.
Pünktlich begann die Fahrt. An etlichen Stationen stiegen wir aus und bewunderten die schöne Landschaft und den Baikalsee. Da meist die Bahnsteige fehlten, mussten wir zum Aussteigen eine Leiter benutzen. Wir konnten auf den Gleisen spazieren, durch Tunnel laufen, den Zug bewundern, Fotos und Filme machen. Zum Mittagessen hielt der Zug in einem kleinen Dorf, es war schon Nachmittag. Alle Zugbegleiter halfen die Touristen zu versorgen, denn die Pause war kurz. Jetzt folgten nur noch wenige Stationen bis zum Ende unserer Baikalfahrt. Ziemlich erschöpft nach der langen Fahrt brachte uns eine Fähre ans andere Ufer und dann fuhr uns ein Bus nach Irkutsk zurück. Ein erfrischendes Bier im Bier-Haus erleichterte uns dann die letzten Schritte zum Wohnmobil. Wir freuten uns nach diesem schönen Tag auf unsere Betten.




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